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Full text of "Quellen und Erörterungen zur bayerischen Geschichte"

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QUELLEN UND ERÖRTERUNGEN 



ZUR 



BAYERISCHEN UND DEUTSCHEN 
GESCHICHTE. 



— NEUE FOLGE, ERSTER BAND. " 

ANDREAS VON REGENSBURG, 

' SÄMTLICHE WERKE. 

HERAUSGEGEBEN 
VON 

GEORG LEIDINGER. 



MÜNCHEN. 

M. RIEGER'SCHE UNIVERSITÄTS- BUCHHANDLUNG. 

((}. HI MM ER.) , 

1908. 

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Verlag Her M. IW"^^^^ OniT.-Bncliliaiiilliiiig (6. Himer) Mllnclicii. 
Die Augsburger Allianz von 1686. 

Von Richard Fetter. 
8«. 1893. 6 Jk 



Geschichte der Burggrafen von Regensburg. 

Von Manfred Mayer. 
8'. 1883. 3 JC 



Der Reichstag zu Regensbai^ im Jahre 1608. 

Von H. Frhr. von Egioff stein. 
8^ 1886. 8 Jk 

Fürstabt Balthasar von Dermbaeh 

und die kathoUsche Restauration im Hoefastifte Fulda. 

Von H. Frhr. von Egioffttein. 
8'. 1890. 3 Jü 



Wolf Dietrioh von RaittenaUi 

Brabisohof von Salzburg. 

Von K. Mayr-Oeitinger. 

8». 1886. Preis bJH 



Der Ursprung des 30jährigen Krieges. 

I. Band: Der Kampf um Donau wtfrth* 

Von F. Stieve. 
S\ 1873. Preis 12 Jk 



Die Reicbsstailt Eanflieiiniii nnd ilie liaier. RestanrationspoM. 

Ein Beitrag zur Vorgeschichte des 3(^ ährigen Krieges. 

Von F. Stieve. 

8«. 1870. Preis 2 JL 

Das kirchliche Polizeiregiment in Bayern unter Maximilian I. 

1696-1661. 
Von F. Stieve. 

8«. 1876. Preis 1 JK 20 ^. 

Kaiser Maximilian II. 

und der 

Kompromisskatliolizisraus 

von 

Otto Helmut Hopfen. 

gr. 8^ 1895. Preis 12 J6 

Die bayerische Politik 

im ersten Jahrzehnt Herzog Albrechts V. von Bayern. 

1660—1660. 

Von Walter Qötz. 
8«. 1896. Pmis 2 M 



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QUELLEN UND ERÖRTERMGEN 



ZUR 



BAYERISCHEN UND DEUTSCHEN 
GESCHICHTE. 



NEUE FOLGE, ERSTER BAND. 



AUF VERANLASSUNG LTND MIT UNTERSTÜTZUNG SEINER MAJESTÄT 
DES KÖNIGS VON BAYERN HERAUSGEGEBEN DURCH DIE HISTO- 
RISCHE KOMMISSION BEI DER KÖNIGLICHEN AKADEMIE DER 

^\^SSENSCHAFTEN. 



MÜNCHEN. 

R I E G E R ' SCHE UNI VBRSITÄTS - B ÜCHHANDLUNG. 
(6. HIMMER.) 

1903. 



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ANDBEAS VON REGENSBUEG, 

SÄMTLICHE WERKE. 



HERAUSGEGEBEN 

VON 

G£ORG LEIDINGER. 



AUF VERANLASSUNG UND MIT ÜNTEKSTÜTZUNG SEINER MAJESTÄT 
DES KÖNIGS VON BAYERN HERAUSGEGEBEN DURCH DIE HISTO- 
RISCHE KOMMISSION BEI DER KÖNIGLICHEN AKADEMIE DER 

WISSENSCHAFTEN. 



MÜNCHEN. 

M. BIEGE R'SCHE ÜNIVERSITÄTS- BÜCHHANDLUNG. 
(G. HIMMER.) 

1903. 



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19615A 



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Vorwort. 



In ihrer 40. Plenarversammlung am 27. Mai 1899 bat 
die Münchner Historische Kommission beschlossen, ein neues 
speziell der Geschichte Bayerns gewidmetes Unternehmen in 
Angriff zu nehmen. 

Professor y. Riezler hatte in der bezeichneten Sitzung 
den Antrag eingebracht, es möchte die im Jahre 1864 sistierte 
Veröffentlichung von „Quellen und Erörterungen zur bayerischen 
und deutschen Oeschichte^^ wieder aufgenommen werden, und 
zwar in der Weise, dass die „Neue Folge^^ sowohl Urkunden- 
sammlangen als auch andere namhafte Quellen zur bayerischen 
Geschichte enthalten sollte. 

Der unterzeichnete Sekretär der Historischen Kommission 
hatte beantragt, es möchten die bayerischen Landeschroniken 
aus dem 15. und 16. Jahrhundert, deren Verfasser gemeinhin 
als Vorläufer Ayentins bezeichnet werden, Andreas von Begens- 
bürg, Ebran von Wildenberg, Ulrich Ftietrer, Veit Ampeck etc., 
herausgegeben werden. 

Es wurde nun von der Kommission beschlossen, die 
beiden Anträge in der Weise zu vereinigen, dass auch die 
bayerischen Chroniken in die „Quellen und Erörterungen^^ 
aufgenommen werden sollen. 

Im Allgemeinen soll für das neue Unternehmen an 
folgenden leitenden Grundsätzen festgehalten werden. 

Es sind nur solche bayerische Quellen aufzunehmen, 
deren Veröffentlichung in den Monumenta Germaniae historica 



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nicht oder nicht so bald zu erwarten steht und die entweder 
durch ihr hohes Alter oder durch ihre Bedeutung auch für 
die deutsche Geschichte oder für die allgemeine Rechts- oder 
Wirtschaftsgeschichte hervorragenden Wert besitzen. Die Ab- 
teilungen Scriptores und Diplomata sollen nicht als solche 
unterschieden werden, wie dies auch bei der älteren Serie der 
„Quellen und Erörterungen^^ nicht geschah. Nach welchen 
Gesichtspunkten die Abgrenzung des urkundlichen Stoffes 
gegenüber dem in den Monumenta Boica zu edierenden vor- 
genommen werden soll, wird im Vorwort zum demnächst 
erscheinenden ersten Urkundenband' des Näheren dargelegt 
werden. 

Die Oberleitung wurde den beiden Antragstellern über- 
tragen. Mit Bearbeitung des urkundlichen Materials wurde ein 
eigener Hilfsarbeiter, der geprüfte Lehramtskandidat Dr. Theodor 
Bitterauf, betraut Die Reihe der Scriptores sollte mit den 
Schriften des Andreas von Regensburg eröffnet werden; die 
Herausgabe wurde dem Sekretär der Münchner Hof- und 
Staatsbibliothek, Dr. Oeorg Leidinger, der sich schon seit längerer 
Zeit mit kritischer Feststellung des Textes der genannten 
Chroniken beschäftigt hatte, übertragen. 

Nach vierjähriger Arbeit ist Dr. Leidinger in der Lage, 
die fertiggestellte Sammlung der gesamten Werke des Andreas 
der Öffentlichkeit zu übergeben. Die nächsten Bände werden 
die Chroniken des Ritters Hans Ebran von Wildenberg, des 
Münchner Malers Ulrich Füetrer und des Landshuter Pfarrers 
Veit Arnpeck umfassen ; in die Herausgabe werden sich Gymnasial- 
professor Dr. Friedrich Roth in Augsburg, Gymnasialprofessor 
Dr. Reinhold Spiller in Frauenfeld (Schweiz) und Bibliothek- 
sekretär Dr. Georg Leidinger in München teilen. 

Heigel. 



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Inhalts -Verzeichnis. 



Seite 

Vorwort 
Inhalts-Verzeicbnis. 

Einleitung I 

Verzeichnis der abgekürzt citierten Werke CXIX 

Chronica pontificum et imperatorum Bomanoram .^ 1 

Oondlinm Constantiense 159 

Concilium provinciale 287 

Diarium sexennale 301 

Chronica Husitarum 343 

Fortsetzung der Chronica pontificum et imperatorum Romanorum 461 

Chronica de principibus terrae Bavarorum 503 

Fortsetzung der Chronica de principibus terrae Bavarorum . . . 565 

Chronik von den Fürsten zu Bayern 589 

Dialogus de baeresi bohemica . . 657 
Compendium de condicione civitatis Batisponensis et de diversis 

haereticis 693 

Anhang 700 

Glossar zur Chronik von den Fürsten zu Bayern 716 

Orts- und Personen- Verzeichnis 724 

Nachträge und Berichtigungen 753 



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Einleitung. 



Haec diligenter et aocurate Andreas 
Beginoburgensis literis et memoriae com- 
mendavit. 

Aventinus, Annales VII, 24. 

Im Augustinerstifte zu St. Mang „am Fuss der Brücke** 
zu Regensburg, in dem heutigen Stadtambof, lebte uud wirkte 
zu Anfang des 15. Jahrhunderts der Chorherr Andreas, den 
man längst nicht anders als kurz Andreas von Regensburg zu 
nennen gewohnt ist. Man verdankt seinem Fleisse eine Anzahl 
von Geschichtswerken, die hauptsächlich für die Geschichte 
Bayerns von unvergänglichem Werte sind. Mag man auch 
den Lokalstolz der Regensburger Bürger, die den Augustiner- 
chorherm, wie Aventin berichtet, ihren Livius nannten, über- 
trieben finden, soviel ist sicher, dass die Werke, die Andreas 
schuf, einer längst als Bedürfnis erkannten Gesamtausgabe 
wert sind. 

Einfach und ruhig scheint das Leben des Andreas dahin- 
geflossen zu sein. Was wir darüber wissen, schöpfen wir allein 
aus seinen Werken. Er nennt sich nie anders als Andreas, ^ 
und es ist nicht zu ermitteln, ob er einen Zunamen, und 
welchen, gehabt hat. Wann und wo er geboren wurde, können 
wir nur vermuten. Dass er ein Bayer war, ist jedenfalls sicher. ^ 

^ Der Name Johannes Andreas, unter dem bei Potthast, Bibl. bist, 
med. aevi 1 ', 656 des Andreas Chr. Hus. besprochen wird, ist durch einen 
Irrtum Höflers veranlasst worden; vgl. unten S. 415, Anm. 7. Ein ähn- 
licher Irrtum in der Bibliotheca USenbach. manuscripta 2, 46 scheint nur 
Eobolt, Baier. Gelehrtenlexikon S. 41 zu der Ansicht geführt zu haben, 
dass Andreas „mit seinem Vornamen Johannes geheissen'^ habe. 

' Die phantastischen Versuche, ihn zum Italiener, Franzosen und 
Böhmen zu stempeln (Aretin, Lit. Handbuch f. d. baier. Gesch. 1, 138), 
sind längst abgethan (zuletzt von Wahl S. 2). Hauptsächlich mit An- 
dreas von Deutsch-Brod wird er hofifentlich nicht mehr vei-wechselt werden. 

Quellen und Broertenuigen N. F. I. I 



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— II -- 

Die erste bestimmte Nachricht über ihn (unten S. 572, 
28; vgl. S. 573, Anm. 1) meldet, dass er zu Straubing die 
Schulen besuchte.^ Das scheint 1393 oder kurz darnach 
gewesen zu sein. Auch aus einer zweiten Angabe (unten 
S. 116,19 und 558,16) ist zu entnehmen, dass er seine 
frühe Jugend ganz oder teilweise in Straubing zubrachte. ^ 
Vielleicht ist er auch dort geboren. Im Jahre 1401 trat 
Andreas ins Kloster ein (vgl. unten S. 568,5).^ Die Priester- 
weihe erhielt er in der Pfingstwoche des Jahres 1405 zu 
Eichstätt (S. 3, 20). Bis zu seinem Lebensende scheint Andreas 
ßegensburg wohl nur selten verlassen zu haben. Ein einziges 
Mal finden wir ihn in Straubing, wo er, mit einer Sendung 
für eine Angelegenheit seines Stiftes betraut, Audienz bei 
Herzog Ernst von München hat (S. 574,23flf.). In stiller 
Klosterzelle reifte in ihm schon früh die Absicht, geschicht- 
liche Aufzeichnungen zu machen. 

Schon von der Zeit an, da er zum Priester geweiht wurde 
(1405), schreibt er nach eigener Aussage (S. 3, 19) die 
Ereignisse der Zeit auf. Von diesem Zeitpunkt an haben wir 
also im Grossen und Ganzen seine Mitteilungen als zeit- 
genössische zu betrachten. Wir dürfen wohl annehmen, dass 
die Aufzeichnung schon damals etwa in ähnlicher Form erfolgte, 
wie sie für die Jahre 1422—1427 in seinem uns erhalten 
gebliebenen Notizbuch erscheint. Die Chroniken selbst sind 
auf Grund jener Notizen erst ausgearbeitet. 

Es war nur natürlich, dass ein so gewaltiges Zeitereignis 
wie das Konstanzer Konzil einen Mann, der schon längst 
bescheidene geschichtliche Aufschreibungen fertigte, zu besonderer 
Thätigkeit als Geschichtschreiber anspornen musste. Mit rührenden 
Worten schildert Andreas (S. 136, 32flf.), wie er beabsichtigte, 
auch unter Schwierigkeiten persönlich zum Konzil sich zu 
begeben, wie aber seine beschränkten Verhältnisse nicht ge- 

^ StraubiDg hatte damals schon städtische Schulen; vgl. Kolb, Gesch. 
d. Unterrichts-Anstalten der Stadt Straubing S. 7. 

^ Bei dem grossen Straubinger Brande 1393 (diese Jahresangabe 
des Andreas dürfte andern Nachrichten — Sieghart 1,187 — gegenüber 
richtig sein) widerfuhr einem Straubinger Bürger ein Wunder. Andreas 
nennt seinen Namen, Jordan Uz, und bezeichnet ihn als civis quidam 
annosus, quem et ego vidi. Wenn jener zu Zeiten des Brandes schon 
bejahrt war, wird dieses quem et ego vidi sich auf nicht viel spätere Zeit 
beziehen können und bezeugt somit Andreas' Aufenthalt zu Straubing 
ähnlich wie die andere Stelle für die Zeit von oder kurz nach 1393. 

' Bisher hat man überall angenommen, Andreas sei 1410 ins Kloster 
eingetreten, wie es in der Druckausgabe bei Freher S. 107 zu lesen ist. 
Allein in sämtlichen Hss. findet sich an jener Stelle die Zahl 1401, und 
die Ziffer 1410 bei Freher dürfte durch einen Druckfehler entstanden sein. 



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- m - 

statteten, die Absicht in die That umzusetzen. So musste 
er sein ausgesprochenes Vorhaben, die Ereignisse des Konzils 
der Nachwelt zu überliefern (S. 161,6: Concilium Constanciense, 
quod principaliter scribere proposui), fern von dem Schauplatz 
der grossen Begebenheiten zu verwirklichen trachten. Mit 
glühendem Eifer macht er sich ans Werk. In sieben Büchern 
liegt sein Concilium Constantiense vor uns, ein achtungs- 
würdiges Sammelwerk. 

Ehe Andreas aber dies Werk in der Form zusammen- 
schrieb, wie er es hinterliess, brachte er ein anderes Werk 
zum Abschluss, eine Chronik der Päpste und Kaiser und der 
Kegensburger Bischöfe, deren Ausarbeitung nicht minderen 
Fleiss erforderte wie die Sammlung der Konstanzer Konzils- 
akten. Diese Chronica summorum pontificum et imperatorum 
Komanorum ist von allen seinen Werken handschriftlich am 
meisten verbreitet worden. Sie ist eine acht mittelalterliche 
Chronik. In der Form ahmte sie die alte Martinianische 
Chronik mit ihren nebeneinanderlaufenden paginae der römischen 
Päpste und Kaiser nach und reihte — bald in die eine, bald 
in die andere pagina — dazwischen noch die Regensburger 
Bischöfe ein. Vor jedem Abschnitt sind Jahr des Eegierungs- 
beginnes, Ordnungsziffer (S. 10, 3), Name und ßegierungs- 
dauer der einzelnen Päpste und Kaiser in rotem Doppelkreis 
(S. 4,3) eingetragen, die der nicht anerkannten Päpste und 
Kaiser in schwarzen und meist einfachen Kreisen (S. 4,5); 
die schwarzen Doppelkreise, in denen jene Angaben über die 
ßegensburger Bischöfe gemacht sind, sind unten nicht ge- 
schlossen (S. 10,35). Dieser scholastischen Form entspricht 
die Zusammensetzung des Inhalts als Ergebnis reiner Quellen- 
. kompilation. Dabei trennt Andreas selbst (S. 3, 26): bis zu 
defa Zeiten des Papstes Johann XXII. und Kaiser Ludwigs des 
Bayern (wir können hinzufügen: noch Karls IV.) habe er die 
Chroniken der Alten ausgeschrieben — exfloravi, sagt er 
bezeichnend, — das Uebrige aber habe er teils aus verschiedenen 
Quellen gesammelt, teils von glaubwürdigen Männern sich 
berichten lassen. Diese Ausgabe lässt schon äusserlich erkennen, 
wie viel Andreas seinen Quellen, so weit sie uns bekannt sind, 
entnommen hat. Die Teile, in denen Andreas als Zeitgenosse 
berichtet, sind der Form nach noch von -den alten Quellen 
beherrscht. Die älteren Teile sind uns von Wert, soweit sie 
sich auf uns unbekannte Quellen stützen, die späteren sehr 
schätzbar, wenn auch nicht so wertvoll wie andere in jenen 
Zeiten geschriebene Geschichtswerke. Am 19. Januar 1422 



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- IV - 

schloss Andreas die pagina imperatorum, zwei Tage darauf, am 
21., die ganze Chr. ab (S. 155,11; 158,1), nachdem er an 
ihrer Herstellung besonders in den Jahren 1420 (S. 38,33) 
und 1421 (S. 29,35; 90,19) gearbeitet zu haben scheint, 
wobei die Arbeit, wie man aus den eben genannten Stellen 
sieht, nicht in streng zeitlicher Folge fortschritt, sondern ein 
Teil früher, ein anderer später ausgearbeitet wurde. Die Vor- 
rede scheint nach Vollendung des Ganzen geschrieben zu sein. 
Wie Andreas die Chr. im Jahr 1422 abgeschlossen hat, liegt 
sie noch vor. Aenderungen im Text selbst machte er nicht 
mehr, und alle die Aeusserungen, die sich auf die Zeit der 
Niederschrift beziehen und ^ in denen von damals aus manch- 
mal Hoffnungen oder Befürchtungen für die Zukunft ausge- 
drückt sind, sind unverändert erhalten. Nur eine Reihe von 
Zusätzen am Rand oder auf Zetteln wurde von ihm jenem 
Exemplar einverleibt, von dem die Hss. der Gruppe B ab- 
stammen. Wie er endlich sich veranlasst sah, später noch eine 
Fortsetzung der Chr. anzufügen, erklärt er selbst in den ein- 
leitenden Worten zu dieser Fortsetzung. 

Noch im Jahre 1422 fertigte Andreas aus seiner A. Chr. 
einen Auszug,^ ein Compendium de condicione civitatis 
Ratisponensis et de diversis haereticis, welches er dem Bischof 
Johann von Regensburg überreichte. Veranlassung dazu bot 
ihm die in jenem Jahr erfolgte Ausschreibung eines Reichs- 
tages nach Regensburg auf den 31. Mai, dann 1. Juli, der 
schliesslich allerdings nicht dort, sondern von Ende Juli ab 
in Nürnberg stattfand. Das demnach in der ersten Hälfte des 
Jahres 1422 verfasste Compendium ist für uns nahezu wertlos, 
da es, von wenigen Stellen abgesehen, nur Auszüge aus der 
A. Chr. enthält, und zwar solche Abschnitte, die sich auf 
Regensburg, auf Konzilien, auf Häresieen und Häretiker, sowie 
auf Böhmen beziehen. Der Chronist verfolgte anscheinend 
die Absicht, den Bischof mit historischem Stoff für die bevor- 
stehenden Reichstagsverhandlungen zu versehen, die sich haupt- 
sächlich auf die Frage der Bekämpfung der böhmischen Ketzer 
erstrecken sollten: daher die etwas sonderbare Zusammenstellung 
des Inhalts. 

Nach Vollendung der A. Chr. im Januar 1422 arbeitete 
Andreas das Sammelwerk des Concilium Constantiense aus. 
Die Materialien hiezu hatte er zum grossen Teil wahrscheinlich 
schon während des Konzils gesammelt, „wann er sie erhalten 

* Nicht umgekehrt reihte er das Compendium in die A. Chr. ein, 
wie Oefele 1,2 u. 10 meinte. 



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— V — 

konnte, bei den verschiedensten Leuten" (S. 161, 19). Gerade 
die Ausarbeitung seiner allgemeinen Chronik bewog ihn dazu, 
den gesammelten Stoff in einem Ganzen, in einer gewissen 
Form der Nachwelt (S. 161,7) zu überliefern. Es liegt ihm 
ferne, in abgerundeter und vollständiger Darstellung die 
Begebenheiten auf dem Konzil zu schildern ; das überlässt und 
empfiehlt er „den Weisen, die dem Konzile beigewohnt haben" 
(S. 161,21). Aber er hat eine grosse Zahl von Urkunden 
und Aktenstücken gesammelt, damit aus ihnen die Nachkommen 
die Thaten des Konzils erkennen mögen. Er legt sieben 
verschiedene Abteilungen an und reiht die einzelnen gesammelten 
Schriftstücke in diese ein in der Reihe, wie sie ihm zugänglich 
wurden. Darum bittet er auch (S. 161, 17), die mangelnde 
zeitliche Ordnung zu entschuldigen. Als dann das Ganze in 
der Hauptsache zusammengeschrieben war, blieb je am Ende 
der einzelnen Abteilungen Baum für spätere Nachträge, die 
auch als solche kenntlich sind. Andreas kann nicht zu den 
„Konzilschronisten" gerechnet werden. Sein Concilium Con- 
stantiense ist nur eine jener vielen zur Zeit des Konstanzer und 
noch mehr des Baseler Konzils angelegten Aktensammlungen, 
wie sie damals, man möchte fast sagen, in Mode kamen und in 
allen namhaften Bibliotheken zu finden sind. Aber sie ist eine 
der bedeutendsten und wichtigsten solcher Sammlungen, einmal 
durch die Fülle des gesammelten Stoffes, dann durch die 
Sorgfalt, die der Sammler auf seine Abschriften verwendete. 
Der erste von den sieben Teilen enthält 58 Schriftstücke, die 
Andreas als Briefe verschiedener, nicht bloss zeitgenössischer, 
sondern auch früher lebender Personen bezeichnet; sie scheinen 
die Vorgeschichte des Konzils beleuchten zu sollen. Uns 
interessieren darunter besonders: 1,7 als wichtig zur Geschichte 
des Schismas in den Gebieten der oberpfalzischen Witteisbacher 
und 1,26 als ein eigenartiges Pamphlet, des Neuabdruckes 
bedürftig. Der 2. Teil giebt ebenfalls in der Absicht, die 
Vorgeschichte des Konstanzer Konzils dadurch zu erläutern, 
recht beachtenswerte Aktenstücke über das Konzil zu Pisa, 
darunter eine bisher unbekannte Darstellung über die Eröffnung 
desselben. Dieser Teil bricht mit dem 11. Kap. unvollständig 
ab, da Andreas zur Behandlung des Konstanzer Konzils eilt 
(S. 194, 12), dessen Geschichte zunächst ein dritter, Avisamenta, 
Gutachten und Vorschläge, enthaltender Teil mit 19 Kap. 
gewidmet ist Der folgende 4. Teil enthält alsdann in 21 Kap. 
die Acta concilii, offizielle und nichtoffizielle Sitzungsprotokolle, 
die Texte der Konzilsdekrete, die auch in andern ähnlichen 



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- VI - 

Sammlungen sich finden, und andere Urkk. Darunter ist 
besonders das Stück 4, 18, das für die Geschichte der Wahl 
des Papstes Martin V. wichtig ist, hervorzuheben. Der 5. Teil 
enthält 10 Sermones, von denen einzelne eher als Briefe denn 
als Eeden oder Predigten zu bezeichnen sind. Wichtig ist von 
den ersteren besonders 5,3. Von den letzteren wurden 
2 Predigten des Konzilsgesandten der Wiener Universität, 
Peter von Pulka, die mehr polemischen als historischen Wert 
haben und sich vielleicht gelegentlich der wünschenswerten 
Untersuchung des Anteils der Wiener Universität am Konstanzer 
Konzil zur Veröffentlichung eignen, nicht abgedruckt, abgesehen 
von ein paar kulturhistorisch interessanten Stellen daraus. Der 
6. textlich sehr umfangreiche Teil besteht aus 9 Traktaten 
verschiedener Verfasser, von denen 6, 6 und 6, 8 zu neuen 
Untersuchungen anregen dürften. Alle Aktenstücke und Urkk., 
die Andreas in den bisherigen 6 Abteilungen nicht einreihen 
konnte, noch 21 Nummern, fasst er in einer 7. als Supple- 
menta zusammen. Aus diesem Teil haben besonders die RTA. 
reichen Gewinn gezogen. Die späteste Urkunde der Sammlung 
ist 1,58 vom 22. Febr. 1422 am Schluss des ersten Teils; 
am 4. Mai 1423 schreibt Andreas die Glossen zu 7, 2, am 
6. Febr. 1426 den Traktat 6, 9 am Schluss des sechsten Teils ; 
sein dem Traktat 6, 8 beigegebener Brief an den Wiener 
Universitätsprofessor Nikolaus von Dinkelsbühl trägt das Datum 
des 29. Juli 1427. Man sieht daraus, wie Andreas noch 
Jahre lang bemüht ist, die Sammlung, die der Hauptsache 
nach schon zu den Zeiten des Konzils angelegt war, zu ergänzen 
und zu berichtigen. 

An die grosse Aktensammlung zum Konstanzer Konzil 
schliesst sich eine kleine über das Salzburger Provinzialkonzil 
vom J. 1418 und die ßegensburger Diözesansynode von 1419. 
Diese Stücke kann man noch als zum 7. Teil des Conc. Const, 
den Supplementa, gehörig erachten, obwohl ich sie für eine 
eigene Sammlung halte. Sie enthält manche beachtenswerte 
Züge zur Geschichte der Nachwirkung des Konstanzer Konzils 
auf die innerkirchlichen Verhältnisse Deutschlands. Andreas 
scheint diese kleine Aktensammlung ziemlich gleichzeitig 
angelegt zu haben; denn schon in der A. Chr. verweist er 
an einer Stelle (S. 132,20), die Ende 1421 geschrieben sein 
dürfte, auf sie mit den Worten: sicut alibi lacius scripsi. 

Was aber in den Hss. ohne merkliche Trennung an das 
Eegensburger Provinzialkonzil sich anschUesst, die Schilderung 
der Husitenkriege bis zum J. 1429, ist sicherlich als ein 



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— VII — 

besonderes Werk zu bezeichnen. Ohne auffallende Ueber- 
schrift reihen sich plötzlich Kapitel an Kapitel, die nicht mehr 
auf dem Schauplatz des Konzils spielen und schon deswegen 
nicht zum Conc. Const. gehören können, weil die Disposition 
letzteren Werkes in seiner Einleitung deutlich ausgesprochen 
ist Mit dem Konzil aber hat der nun behandelte Stoff nichts 
zu thun, wollte man auch den Titel der letzten Abteilung des 
Conc. Const.: Supplementa, noch so weit fassen. In der Ein- 
leitung zur Forts, der A. Chr. (S. 463,4) trennt denn auch 
Andreas selbst das Conc. Const. von den darauffolgenden 
Teilen, die er mit quedam chronica et presertim materia 
Hussitarum bezeichnet. Ausser dieser einen Stelle ist uns 
kein wörtlicher Anhaltspunkt gegeben, wie Andreas jene Teile 
seiner Aufzeichnungen betitelt hat oder haben wollte. Wir 
werden aber kaum Unrecht thun, wenn wir sie auf Grund 
jener Stelle mit Chronica Husitarum bezeichnen. Die 
Husitenchronik ist des Andreas reifstes und bestes Werk; er 
erscheint darin als zwar bescheidener, aber würdiger zeit- 
geschichtlicher Schriftsteller. 

Andreas hatte sie begonnen, noch bevor er seine A. Chr. 
vollendet hatte; denn an Stellen der letzteren, die Ende 1421 
niedergeschrieben sein dürften, verweist er bereits auf sie als 
auf ein anderes Werk, wo er die betr. Ereignisse ausführlicher 
beschrieben habe (S. 133,15 bezieht sich auf Nr. 7 der Chr. 
Hus., S. 150, 14 auf deren Nr. 15, S. 154, 11 auf Nr. 1 und 5). 
Wo er in der A. Chr. von der fast erfolglosen Kreuzzugspredigt 
des Kardinallegaten Branda im J. 1421 spricht (S. 156, 22), 
sagt er: de quo alias lacius scribere cepi. Die Stelle, auf 
die sich diese jedenfalls kurz vor dem 21. Jan. 1422 (vgl. 
S. 158, 1) geschriebenen Worte beziehen, findet sich in Nr. 15 
(S. 369) der Chr. Hus. Diese Teile der letzteren sind also 
nicht sehr lange nach den Ereignissen niedergeschrieben und 
darum besonders schätzbar. Der Schluss von Nr. 41 ist am 
23. Mai 1423 geschrieben. In ziemlich eingehaltener zeit- 
licher Reihenfolge schliesst sich Erzählung an Urkunde und 
umgekehrt Mit Eecht lässt Palacky (1,IX) der „Zahl und 
Wichtigkeit" der von Andreas in den Text eingereihten Urkk. 
warme Anerkennung zu teil werden und hebt als besonders 
bemerkenswert hervor, dass Andreas diese seine Quellen nicht 
ohne Kritik (man vgl. z. B. S. 415, Iflf.) aufnahm. In dieser 
Ausgabe sind zum erstenmal die beiden Fredigten gedruckt, 
die der gelehrte Provinzial der Augustinereremiten in Regens- 
burg, Dr. Berthold Puchhauser, bei den Verbrennungen zweier 



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- VIII — 

wegen husitischer Ketzerei zum Tode verurteilter Priester zu 
Regensburg hielt (Nr. 8 und 37): lehrreiche Quellen zur 
Geschichte der Nachwirkung des Konstanzer Konzils. Für die 
hochinteressante Nr. 28 hat man bisher Andreas selbst als 
Verfasser betrachtet; ich bin (S. 37i), Anm. 1) gegenteiliger 
Ansicht. Dagegen schreibe ich ihm das Stück Nr. 74 zu, 
mit dem er sich in die politischen Ereignisse der Zeit ein- 
mischt. Nr. 69 — 7ö sind nur durch Andreas erhalten. Da 
die Chr. Hus. mit ihren ürkk. bis 1429 reicht, Andreas aber 
in der Einleitung zur Forts, der A. Chr. davon spricht 
(S. 463,6), dass er die Chr. Hus. bis 1428 geschrieben habe, 
dürfte zu schliessen sein, dass letztere Worte 1428 nieder- 
geschrieben sind und also die Forts, der A. Chr. damals 
begonnen wurde. Der Chr. Hus. fügte Andreas alsdann noch 
1429 einzelne Stücke hinzu. 

Für den grössten Teil der Zeit, deren Ereignisse in der 
Husitenchronik geschildert werden, sind durch ein günstiges 
Geschick Aufzeichnungen des Andreas erhalten geblieben, die 
als unmittelbarste Niederschrift seiner Beobachtungen den 
genauesten Einblick in seine Arbeitsweise gestatten. Wie 
später Aventin in seinen Adversarien-Bänden, so scheint auch 
Andreas Notizbücher angelegt zu haben, in die er ab- und 
niederschrieb, was ihm wichtig schien. Einer dieser Bände 
ist der heutige cod. lat. 903 der k. Hof- und Staatsbibliothek 
München. Die unten gegebene Inhaltsübersicht lässt erkennen, 
wie vielseitige literarische Neigungen Andreas besass. Neben 
dem nur durch diese eine Abschrift des Andreas erhaltenen 
sehr schätzbaren Chronicon de ducibus Bavariae sind uns aus 
dem reichen Inhalt des Notizbuches sehr wertvoll die Blätter, 
deren Inhalt Oefele als Diarium sexennale bezeichnet hat. Es 
sind tagebuchartige Aufzeichnungen über die Zeitereignisse 
von 1422 — 1427. Viele darunter sind wohl unter dem frischen 
Eindruck einer kurz vorher in Regensburg eingetroflFenen 
Nachricht niedergeschrieben, in anderen berichtet Andreas 
über selbstgeschaute und selbsterlebte Ereignisse, wieder in 
anderen von Dingen, die er aus dem Munde von Gefolgs- 
personen fürstlicher durch Regensburg durchreisender Herren 
erfahren hatte. Ueber jede Seite ist die Jahrzahl geschrieben; 
darunter wurden dann die einzelnen Notizen eingetragen, 
wohl zu sehr verschiedenen Zeiten, wie dem Sammler gerade 
die Nachrichten zugingen. Zu den eingeschriebenen Notizen 
wurden öfter auch noch spätere Nachträge hinzugeschrieben. 
Ist Andreas bei Dingen, denen er zeitlich und örtlich ferner 



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— IX — 

steht, manchmal auch falsch und schlecht unterrichtet, so sind 
doch die Angaben über das, was er sah und hörte, sehr 
gewissenhaft. Seine Tagesangaben sind sehr zuverlässig, und 
die Ealenderkontrole, besonders bei doppelter Bezeichnung des 
Tages, ergibt nur in verschwindend wenigen Fällen Unrichtig- 
keiten. Das Diar. ist Grundlage der Chr. Hus. Die in dem 
ersteren gesammelten Stoffe werden — allerdings nicht alle — 
in der letzteren verarbeitet. Für die Schätzung des Wertes 
der Chr. Hus: ist die Thatsache von Wichtigkeit, dass diese 
Bearbeitung zeitlich nicht viel später als die Sammlung des 
Stoffes selbst erfolgte; man vgl. besonders den Schluss je der 
Nr. 41 und 42 der Chr. Hus. mit den entsprechenden Stellen 
S. 307, 5 ff.; dazu S. 410,16 = S. 308,24. 

Während also die Zeitereignisse in ziemlich gleichzeitiger 
Niederschrift in einem Bande gesammelt, in einem andern zu 
einem Geschichtswerk bearbeitet wurden, war noch ein anderes 
Werk des fleissigen Andreas entstanden, durch welches bis 
jetzt hauptsächlich seine Stellung in der Literaturgeschichte 
bestimmt wurde, obwohl dies Werk weit unter der eben be- 
sprochenen Husitenchronik steht. Längst hatte sich der Ruf 
des Begularkanonikers Andreas von St. Mang als Geschicht- 
schreibers verbreitet. Auch die Aufmerksamkeit des Herzogs 
Ludwig von Bayem-Ingolstadt richtete sich auf ihn. Andreas 
fertigte dem Herzog — ob in dessen Auftrag oder aus eigenem 
Antrieb, ist nicht zu erkennen — einen Stammbaum der 
wittelsbachischen Fürsten vom ersten Herzog Otto bis zu den 
Zeiten Ludwigs selbst (vgl. S. 329,18; 506,14; 527,7). 
Den Stammbaum überreichte er dem Herzog, als dieser 1425 
oder kurz vorher zu Regensburg weilte. Leider ist diese 
kleine Arbeit des Andreas verloren gegangen. Sie scheint 
dem Herzog, dem bei seinen Streitigkeiten mit seinen wittels- 
bachischen Verwandten ein derartiges genealogisches Hilfs- 
mittel von Wert sein mochte, gefallen zu haben. Ein reiches 
Geschenk lohnte den Verfasser. 

Ausserdem aber beauftragte der Herzog nun Andreas 
damit, eine Chronik der bayerischen Fürsten zu schreiben. 
Es wird immer ein hoher Ruhm des bayerischen 
Herrscherhauses bleiben, dass die Anregung 
zur ersten bayerischen Geschichte von einem 
Witteisbacher selbst ausgegangen ist Der fürst- 
liche Auftraggeber hatte den richtigen Mann gefunden. Hatte 
doch schon in diesem selbst der Gedanke geschlummert, eine 
Chronik von den Fürsten des Bayernlandes zu sammeln. Auf 



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— X — 

den fürstlichen Auftrag hin macht er sich sofort ans Werk, 
und wir dürfen wohl annehmen, dass er die Chronik in der 
Form, die uns in den Hss. als erste Redaktion erscheint, noch 
in demselben Jahre dem Herzog Ludwig überreicht hat. Diese 
erste Form, die die Geschichte Bayerns nur bis zum Auf- 
treten der Witteisbacher behandelt und als deren Fortsetzung 
zunächst der von Andreas gefertigte Stammbaum des wittels- 
bachischen Hauses gelten mochte, überarbeitete Andreas wohl 
noch in demselben Jahre und fügte im Jahre 1428 die aus- 
führliche Geschichte der Witteisbacher bis auf jene Zeit selbst 
hinzu. Leider lässt diese Bearbeitung an einzelnen Teilen 
die Sorgfalt vermissen, die wir sonst an ihm rühmen dürfen, 
und so kommt es, dass er gerade für die ältesten Zeiten der 
bayerischen Geschichte, wie ich unten darlegen werde, eine 
Verwirrung anrichtete, die auf lange Zeit hinaus ihre Wir- 
kungen äusserte. Zu bedauern ist ferner, dass er für die 
Genealogie der ältesten Witteisbacher völlig den Fabeleien der 
Scheyrer Fürstentafel folgte. Freilich bot diese am bequem- 
sten den Beweis der Abstammung der Witteisbacher von den 
Karolingern dar. Einen argen Fehler begeht Andreas auch 
damit, dass er (s. Register) Otto L von Witteisbach, den ersten 
bayerischen Herzog dieses Hauses, nicht nur mit Herzog 
Otto n. verwechselt, sondern dass er Otto I. auch mit dem 
älteren Pfalzgrafen Otto IV. von Witteisbach zusammenwirft, 
der die Burg Scheyern in ein Kloster verwandelte. Nichts- 
destoweniger bleibt des Andreas Arbeit im Ganzen sehr aner- 
kennenswert. Seine A. Chr. bietet ihm bei der Abfassung des 
Werkes den hauptsächlichsten Stoff, aber er zieht auch noch 
neue Quellen heran. Dass er am Schluss einen an Herzog 
Ludwig von Ligolstadt gerichteten interessanten Privatbrief 
mitzuteilen im Stande ist, deutet wohl auf andauernd gute 
Beziehungen zum Herzog. 

Von der lateinischen B. Chr. begann, wie ich unten des 
Näheren darlegen werde, Andreas im J. 1427, noch bevor die 
1428 vollendete 2. Bearbeitung fertig war, eine deutsche 
Übersetzung, die 1428 kurz nach Beendigung ihrer lateinischen 
Vorlage abgesclilossen wurde. Im engsten Anschluss an den 
lateinischen Text sollte wohl die Uebersetzung die Chr. dem 
der lateinischen Sprache unkundigen Leser zugänglich machen 
und damit auf die weitesten Volkskreise wirken. Diese deutsche 
Chronik ist ein köstliches Denkmal der bayerischen Sprach- 
und Literaturgeschichte. 

Nach Vollendung der B. Chr. und ihrer Übers, führt 



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— XI — 

Andreas 1428 und 1429 die Chr. Hus. weiter. Im nächsten 
Jahr veranlassten ihn die fortdauernden Husitengreuel zu einem 
neuen Werk. „In Zeiten allgemeiner Gefahr stillschweigen, 
ist ein Zeichen der Verzweiflung, nicht der frommen Ergebung", 
äussert er (S. 659,2). So schrieb er denn seinen Dialogus 
de haeresi bohemica in der Absicht, weitere Kreise über die 
sehwebenden Fragen aufzuklären (S. 659,20) und zu zeigen, 
wie der Kirche der Friede wieder geschenkt werden könnte 
(S. 659,25). Er personifiziert Yemunft und Mut, Eatio und 
Animus, und lässt sie ein Zwiegespräch führen. Die Form 
des Dialogs ist naiv, der Inhalt desselben harmlos und kaum 
geeignet, irgend welche Wirkung zu üben. Er reicht bei 
weitem nicht an den darin (S. 682, 683 und 685) benützten 
Traktat des Andreas von Deutsch-ßrod De origine haeresis 
Husitarum heran. Meist mit den in der Chr. Hus. sowie der 
A. und B. Chr. bezw. deren Fortsetzungen gebrauchten Worten 
werden kurz die Ereignisse in den Kämpfen gegen die Husiten 
zusÄmm engestellt Für 1427 - 1430 werden manche in den 
übrigen Werken sich nicht findende Nachrichten gegeben. 
Nur diese berichtenden Teile sind heute noch von Interesse. 
Leider bricht Andreas aber gerade mit dem Beheimsteiner 
Vertrag ab, über dessen Wirkung wir gerne mehr wüssten, 
und erzählt wieder alte Geschichten, die er auch an andern 
Stellen schon mitgeteilt hat. Der Schluss des Ganzen klingt 
pessimistisch aus in dem Gedanken, dass auch die bevorstehen- 
den Verhandlungen des Kurfürsten Friedrich I. von Branden- 
burg mit den Husiten die letzteren nicht zu einer Änderung 
ihrer bisherigen Haltung veranlassen werden. 

Nach Vollendung der B. Chr. und nachdem die Chr. Hus. 
bis 1428 gediehen war, war Andreas schriftstellerisch nicht 
müssig. Nun verwendet er, quia tempus est iterum scribendi 
(S. 463,7), seine Zeit darauf, der A. wie der B. Chr. Fort- 
setzungen anzureihen, in denen er abermals als wichtiger zeit- 
genössischer Chronist erscheint. Auffallend ist dabei die 
Thatsache, dass Andreas dem Konzil von Basel darin nur ganz 
geringe Aufmerksamkeit schenkt, er, der so fleissig die Denk- 
mäler des Konstanzer gesammelt hat. Die Forts, der B. Chr. 
reicht nur bis 1436, die der A. Chr. bis 1438. 

Während Andreas in der Vorrede zu seinem Dialogus 
1430 sich noch als einfacher Priester und Bruder unter der 
Kegel St. Augustins bezeichnet, nennt ihn der Notar Laurentius 
Wschierobecz in seiner 1434 oder darnach gefertigten Ab- 
schrift der A. Chr. (unserer Hs. A 2; vgl. unten deren Be- 



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— XII — 

Schreibung) Dekan zu St. Mang. Wann Andreas in seinem 
Stifte zu jener Würde emporgestiegen ist, lässt sich nicht genau 
bestimmen. Er selbst nennt sich, wenn man dies nicht als 
Bescheidenheit auffassen will, allerdings sowohl in der Forts, 
der A. Chr. (S. 487, 11), wie in der der B. Chr. (S. 581, 10) 
noch im Jahr 1434 nur frater Andreas presbyter, canonicus. 

Der Zeit nach am weitesten reicht die Forts, zur A. 
Chr. Die späteste Nachricht darin bezieht sich auf den 
28. August 1438. 

Wie die Geburtszeit, so ist auch die Zeit des Todes des 
Andreas unbekannt. Die Aufschreibungen des Klosters St. Mang 
bieten keinen Anhaltspunkt über das Ende seines hervor- 
ragendsten Mitgliedes. Wir dürfen wohl annehmen, dass Andreas 
seine geschichtlichen Aufzeichnungen fortgesetzt haben würde, 
wenn ihn nicht schwere Krankheit oder — was am wahr- 
scheinlichsten ist — der Tod daran gehindert hätte. Sprach 
er doch Ende 1421 oder Anfang 1422 schon aus, dass er Zeit 
seines Lebens seine Aufzeichnungen fortsetzen wolle: Quid 
autem ulterius accidat, paratus sum in scriptis, quamdiu vixero, 
prout dominus donaverit, exarare (S. 150, 23). In einem Alter 
von nicht ganz 60 Jahren wird Andreas Ende 1438 oder bald 
darauf gestorben sein. 

Seine Werke überlebten ihn. Zwar die Sammlung des 
Conc. Const. und die Chr. Hus., die Werke, auf die er die meiste 
Arbeit verwendet hat, wurden wenig gekannt. Am meisten 
scheint seine A. Chr. abgeschrieben worden zu sein. liConhard 
Hefft übersetzte sie 1471 ins Deutsche. Am wichtigsten aber 
wurde des Andreas B. Chr. Und als gegen das Ende des Jahr- 
hunderts die wertvollen bayerischen Landeschroniken geschrieben 
wurden, welche die Folge dieser Sammlung bilden sollen, diente 
des Andreas B. Chr. allen zur Grundlage. Damals hob Veit 
Arnpeck hervor: Nullusque vero . . . preter fratrem Andream 
canonicum regulärem ordinis S. Augustini apud S. Magnum in 
preurbio Ratispone Bavarie principum tempora desudavit (clm. 
2230, Bl. 4; Pez, Thes. Anecd. 3,3,5). Hartmann Schedel 
schrieb mehrere von des Andreas Werken ab, fertigte an- 
scheinend selbst eine lateinische Rückübersetzung der deutschen 
B. Chr. und beutete die Werke des Andreas besonders in Bezug 
auf bayerische Verhältnisse für seine berühmte 1493 gedruckte 
Weltchronik aus. Der Polyhistor und Theologe Johannes Trit- 
hemius benützte die B. Chr. des Andreas, den er irrtümlich 
als Mönch zu St. Emmeram bezeichnet, in seinem Chronicon 
monasterii Hirsaugiensis. Des Trithemius kleine Schrift Chroni- 



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— xni — 

con successionis ducum Bavariae et comitum Palatinorura ist 
zum grössten Teil freie lateinische Bückübersetzuag der deutschen 
B. Chr. des Andreas. Auch Nauclerus, Michel ßeheim und 
Jakob von Mainz (Forschungen 20, 64) scheinen Andreas benutzt 
zu haben. Aventin yerdankt ihm viel und spendet ihm die 
lobenden Worte, die ich an die Spitze dieser Einleitung gestellt 
habe. Georg Fröhlich, Ottheinrichs Kat, würdigt die B. Chr. 
einer neuen Übersetzung und findet nicht Worte genug der 
Anerkennung für die Trefflichkeit des lateinischen Originals. 
Gerade in der Mitte des 16. Jahrhunderts, als doch schon 
Aventins Annalen und Chronik vorlagen, wird die deutsche 
B. Chr. des Andreas noch aufTallend oft abgeschrieben. Die 
Druckausgaben von Freher, Eccard, Pez, Oefele, Freyberg, Höfler, 
Palacky sorgten, dass des Andreas Werke immer mehr geschätzt 
wurden, und diese Ausgabe überliefert seine Werke weiter, 
wie Andreas es gewünscht, ad notitiam posterorum. 

Wenn man versucht, Andreas als Geschichtschreiber zu 
würdigen, so hat man zu unterscheiden zwischen dem £ompi- 
lator in den älteren Teilen der Chroniken und zwischen dem 
zeitgenössischen Berichterstatter. 

Als Kompilator unterscheidet er sich in nichts von zahl- 
reichen Andern, die aus einer Anzahl historischer Quellen ein 
neues Buch zusammenschrieben. Wenn des Andreas Chroniken 
in ihren älteren Teilen uns heute noch von Bedeutung erscheinen, 
so liegt der Grund besonders darin, dass manche heute ver- 
lorene Quelle darin benützt ist und viele Überlieferungen, be- 
sonders zur bayerischen Geschichte und Geschichtssage, hier 
zum ersten Male schriftlich niedergelegt erscheinen. Über des 
Andreas Quellen und die Benutzung im Einzelnen wird unten 
eingehend berichtet. Im Allgemeinen ist hier zu sagen: Die 
Zahl und Auswahl der Quellen, aus denen Andreas seineu Text 
zusammensetzt, ist aller Achtung wert. Er benützt die Biblio- 
thek des Klosters Prüvening (S. 5, 29 u. 12, 19) und jene zu 
St Emmeram in Regensburg (S. 12, 13). Sehr häufig citiert 
er seine Quelle. An dem Text, den er ihr entnimmt, ändert 
er nur in seltenen Fällen etwas. Es liegt ihm fern, die That- 
sache zu verschleiern, dass er fremdes Eigentum verwendet. 
Bezeichnet er doch selbst von vornherein die Art seiner Quellen- 
benützung mit dem zutreffenden Ausdruck exflorare (S. 3, 28). 
Er ist sich vollkommen bewusst, dass jenes exflorare nicht als 
hervorragende Geistesthätigkeit erscheinen kann (S. 4,11). Aber 
die Erkenntnis der Schwierigkeiten, denen in den meisten Fällen 
der Versuch der Kritik begegnet, macht ihn bescheiden. Dieser 



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— XIV — 

seiner Bescheidenheit giebt er an vielen Stellen Ausdruck; und 
da dies immer ungekünstelt geschieht, fordert er nur umsomehr 
unsere Anerkennung heraus. Lass bei der unveränderten An- 
einanderreihung der einzelnen aus verschiedenen Quellen 
stammenden Teile sich Widersprüche ergaben, die dem Ver- 
fasser entgingen und nicht ausgeglichen wurden, ist nur selbst- 
verständlich. Doch sind ihrer nicht besonders viele. Wo er 
selbst Widersprüche erkennt, erachtet er es nicht für seine 
Aufgabe, sie zu lösen. Bei verschiedenen Angaben seiner Quellen 
führt er manchmal die Verschiedenheiten an, manchmal verweist 
er den Leser nur auf die Quelle, die abweichende Mitteilungen 
enthält: ubi lege, si placet. Wo er die Wahrheit, nach der er 
strebt, nicht selbst ermitteln kann, weist er darauf hin, dass 
sie gesucht werden muss. Zu einer kritischen Bemerkung 
gelangt er höchst selten, wenn er auch bisweilen Zweifel an 
der Richtigkeit seiner Quellen äussertr. Jedenfalls sagt er oft 
schlicht: „Das habe ich nicht sicher erfahren können" oder 
ähnlich, statt, wie vielleicht ein Anderer gethan hätte, haltlose 
Vermutungen oder unbegründete Behauptungen auszusprechen. 
Das entspringt einem hervorragenden Grundzug seines Wesens, 
einer ehrlichen Wahrheitsliebe. Stolz klingt sein Wort (S. 4, 14) : 
Adversarius veritatis vinci non potero. und wir müssen ihm 
zugestehen, dass dies Wort berechtigt ist. 

Andreas' Werke sind eine wichtige Quelle für die Sagen- 
kunde. Der mittelalterliche Chronist hielt zahlreiche Nachrichten, 
die dem Reiche der Sage angehören, für geschichtliche Wahrheit. 
Daraus ist ihm kein Vorwurf zu machen. Seien wir dankbar 
auch für jene Überlieferungen. Die Bedeutung der Sage für 
die Geschichtsforschung ist längst erkannt: giebt sie doch oft 
wunderbaren Beleg für Wahrheiten und Thatsachen, Fingerzeig 
und Wegweiser zu weiteren Forschungen und jedenfalls Einblick 
in den Geist der Zeiten. „Nicht der Chronikschreiber hat die 
Sage erfunden und gemacht ; sie existierte vielmehr im Volke ; 
der Chronikschreiber fand sie schon vor und teilte sie nur 
weiter mit." 

Andreas als zeitgenössischer Berichterstatter besitzt vor 
allem als Grundlage die guten Eigenschaften, die wir schon 
an dem Kompilator rühmen durften, schlichte Bescheidenheit 
und ehrliche Wahrheitsliebe. Die einfache äussere Form seiner 
Aufzeichnungen, wie sie unabsichtlich im Notizbuch, absichtlich 
in seinen Chroniken erscheint, zeigt den schulenden Einfluss 
der historischen Quellen, die er bei Herstellung der A, Chr. 
kennen gelernt hat. Seine Ausdrucksweise ist knapp und klar. 



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— XV — 

Er schreibt ein ganz gutes Latein, einfach und ohne Schwulst, 
wenn auch nicht besonders wortreich. Er meidet überschwäng- 
liche Phrasen. Und besonders da, wo er selbst zu fröhlicher 
oder trauriger Aussprache sicli gedrängt fühlt, findet er kurze 
und einfache Worte, die seine entschiedene Auffassung treffend 
zum Ausdruck bringen. Man könnte ihn manchmal zwar der 
Leisetreterei beschuldigen, wenn er Dinge, die Skandal ver- 
ursachten oder ihm besonders am Herzen liegenden Personen 
zum Nachteil gereichten, nur andeutet oder verschweigt. Aber 
es entspringt das nur einer gewissen Milde, vielleicht einem 
Ausfluss seiner priesterlichen Eigenschaft, die über solche Yer- 
hältnisse und Vorkommnisse den „Mantel der christlichen 
Nächstenliebe" breitet. Giebt er doch an einer Stelle (S. 475, 19; 
573, 12) aufrichtig an, dass er daselbst ein Vorkommnis ver- 
schweige, welches er ohne Zweifel sittlich verurteilt hat. 

Seine persönlichen Erlebnisse sind so einfach und seine 
eigene Stellung im Weltgetriebe eine so zurückgezogene, dass 
sie ihm wenig Stoff zur Geschichtschreibung bieten konnten. 
Nicht wie ein Ulrich von Richental ist er Augen- und Ohren- 
zeuge des glänzenden Konstanzer Weltkongresses, nicht wie 
Eberhard Windecke durchzieht er die Lande und hat Gelegen- 
heit, die Vorgänge am kaiserlichen Hoflager zu beobachten, 
nicht wie Dietrich von Nieheim ist er vertraut mit den Zielen 
und Zwecken der Kurie und kennt er die vielfachen geistigen 
Strömungen der Zeit. Selten verlässt er des Klosters Bannraum, 
und die Audienz, die er in seines Klosters Angelegenheiten 
bei Herzog Ernst von Bayern in Straubing hatte, ist wohl der 
wichtigste Augenblick seiner persönlichen Erlebnisse gewesen. 
Was er selbst gesehen und erlebt hat, sind Begebenheiten, die 
nur einen geringen örtlichen Umkreis bewegten. 

Aber Kegensburg war damals ein Ort, in dem der leb- 
hafteste Verkehr vieler Persönlichkeiten stattfand, die in jenen 
Zeiten eine geschichtliche Rolle spielten. Der Kaiser weilte 
sehr häufig in Ungarn, und die vielen Fürsten und Würden- 
träger, die in des Reiches oder ihren eigenen Angelegenheiten 
aus dem Reich an den kaiserlichen Hof reisten, kamen meist 
durch Regensburg, um von da donauabwärts die Reise zum 
Hoflager fortzusetzen. Und fuhr Kaiser Sigmund aus seinen 
östlichen Landen in das Reich, so nahm hinwiederum er Auf- 
enthalt in der Reichsstadt Regensburg. Diesem steten Kommen 
und Gehen bedeutender Persönlichkeiten schenkte der fleissige 
Augustinerchorherr, der, wie er oft genug hervorhebt, sich vor- 
genommen hat, die Ereignisse zu seinen Zeiten für spätere 



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— XVI — 

Nachkommen aufzuzeichneD, seine vollste Aufmerksamkeit Ab- 
gesehen davon, dass er über diesen Verkehr wichtiger Männer 
durch Regensburg in seinen verschiedenen Werken Bemerkungen 
einträgt, die nicht bloss gute zeitliche Anhaltspunkte gewähren, 
sondern auch sehr häufig über die Reisezwecke unterrichten, 
sucht er sich durch persönliches Aufsuchen der Reisenden oder 
ihres Gefolges in den Besitz von Mitteilungen und Schriftstücken 
zu setzen, um sie für seine Werke zu verwerten. Manchmal 
erscheint er fast wie ein modemer Interviewer. Auf diesem 
Wege verschaffte er sich insbesondere die Abschriften einer 
Menge von Urkunden und Aktenstücken. Einen Traktat, den 
er wegen der Eile des durchreisenden Besitzers nur auf eine 
Nacht zur Verfügung gestellt bekommen konnte, liess er in 
dieser Nacht unter Zerteilung der Blätter von fünf verschiedenen 
Schreibern abschreiben (S. 269,4). Sogar den königlichen 
Schutzbrief, den eine wandernde Zigeunertruppe mit sich führt, 
schreibt er ab und überliefert uns damit (S. 319,11) ein kultur- 
geschichtlich interessantes Schriftstück. Wie Andreas sich auch ' 
brieflich Auskunft erholt, dafür ist sein oben S. VI erwähnter 
Brief an den Wiener Universitätsprofessor Nikolaus von Dinkels- 
bühl ein sprechendes Beispiel. Von einem Briefverkehr mit 
dem Salzburger Erzbischof Eberhard von Starhemberg berichtet 
Andreas in der Eorts. zur A. Chr. (S. 472, 14). 

In seiner Darstellung finden wir oftmals den Text der 
ihm bekannt gewordenen Schriftstücke wörtlich eingeflochten. 
Lenz, König Sigismund und Heinrich V. von England, S. 21, 
hat darauf hingewiesen, welch' „merkwürdige Ähnlichkeit die 
zeitgeschichtlichen Werke des Andreas von Regensburg in ihrer 
Kompositionsweise mit den grossen Kompilationen der fran- 
zösischen Schriftsteller Monstrelet und Waurin" haben, die aus 
offiziellen und privaten Aufzeichnungen zusammengefasst sind. 
Letztere „zeugen dafür, wie innigen Anteil damals schon die 
öffentliche Meinung an den grossen politischen Bewegungen 
nahm, wie gross der Durst der Menschen nach freiem geistigem 
Austausche in jener Zeit war, wo der Geist der Nationen auf 
allen Gebieten des politischen, sozialen und geistigen Lebens 
die mittelalterlichen Schranken zu durchbrechen strebte". Darin 
ist denn auch das besondere Verdienst des Andreas zu er- 
blicken, dass er die Wichtigkeit aller jener Schriftstücke als 
geschichtlicher Denkmäler erkannte, die nicht bloss za jener 
Zeit ihren Zweck zu erfüllen hatten, sondern durch Über- 
lieferung an die Nachwelt als echte Zeugen der Vergangenheit 
lehrreich weiterwirken sollten. Ein besonderes Augenmerk 



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schenkt Andreas der öffentlichen Meinung und ihren Äusserangen 
und teilt sie an vielen Stellen mit, indem er sich ihr wohl un- 
ausgesprochener Weise anschliesst und dadurch ein unfertiges 
eigenes Urteil zurückhält. Gerade diese Aufzeichnungen sind 
uns interessant und bilden in manchen Fällen wichtigere Denk- 
mäler als nüchterne Urkunden und Aktenstücke. 

Ein Politiker war Andreas nicht. Wo er sich auf dieses 
Gebiet begiebt, z. B. in Nr. 74 der Chr. Hus. und im Dial, 
entwickelt er zwar einen heiligen Ernst, aber dabei grosse 
Naivetät und Harmlosigkeit. Für die nationale und soziale 
Seite der husitischen Empörung z. B., die ja mit der kirchlichen 
aufe engste verbunden war, geht dem biederen Priester jegliches 
Verständnis ab, ein Mangel, den er allerdings mit den Aller- 
meisten seiner Zeitgenossen teilt. Immer und überall erblickt 
er in dem husitischen Böhmen nur den Ketzer, den ver- 
dammungswürdigen Abtrünnling von der heiligen katholischen 
Kirche. 

Eine echte und tiefe Religiosität leuchtet überall durch 
Andreas' Schriften, dazu eine warme Liebe zur bayerischen 
Heimat. Aus seinen Werken spricht eine geschlossene Per- 
sönlichkeit, die in Erkenntnis der Grenzen ihrer Fähigkeiten 
— de paupere censu, de afFectu tamen divite, wie er (S. 264, 17) 
bescheiden sagt — reichlich mit dem Pfunde gewuchert hat, 
das ihr verliehen war. 



Im Folgenden gebe ich die Beschreibung der Hss. der 
einzelnen Werke und teile in Ermangelung von Vorarbeiten 
Anderer hier meine Untersuchungen über die Quellen des 
Andreas und andere bei Gelegenheit dieser Ausgabe notwendig 
zu besprechende Punkte mit 

Von der Chronica pontificum et imperatorum 
Bomanorum erschienen, und zwar in ein und demselben 
Jahre, zwei Druck ausgaben, die eine in Bernhard Pez' 
Thesaurus Anecdotorum, T. 4, P. 3,273—636 unter dem Titel: 
Andreae Presbyteri ad S. Magnum Ratisbonae Ord. Can. Reg. 
S. Aug. Chronicon generale a Christo nato usque ad annum 
1422, ein Abdruck der früheren Mondseer, jetzt Wiener Hs., 
unserer A 1 , besorgt von dem Melker Benediktinerpater Joachim 
Priestersperger (Augsburg u. Graz 1723). Die zweite Ausgabe 
machte Joh. Georg Eccard in seinem Corpus historicum raedii 
aevi, T. 1,1931—2176 unter dem Titel: Andreae Ratisbonen- 
sis Chronicon a Joh. Chraft praedicatore Cambensi interpolatum 

<^aeUea and £roeitenuig«a N. F. I. II 

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— xvm — 

et usque ad an. 1490. continuatum (Leipzig 1723) nach einer 
Hambuiger Hs. (unserer C4) unter Beiziehung eiaer Helm- 
städter Hs. des Flacius Illyricus (unserer A 7). In der Pez'schen 
Ausgabe wurde die Portsetzung von 1422—1438, trotzdem sie 
in der benutzten Hs. vorhanden ist, nicht abgedruckt, da sie 
seiner Meinung nach fast wörtlich mit der Forts, der B. Chr. 
übereinstimmte; Eccard liess einzelne aus Martinus Polonus und 
den Flores temporum stammende Teile, sowie die Abschnitte über 
die älteren ßegensburger Bischöfe weg und druckte den Text 
erst von Rudolf von Habsburg an vollständig ab. Pez (Thes. 
4, XXni) kannte ausser der von Priestersperger benutzten 
Mondseer Hs. noch zwei andere, eine Wiener (wohl unsere A 6) 
und eine Klosterneuburger (A 5). Seine Ausgabe verdiente den 
Vorzug vor der Eccard'schen als Abdruck der besten heute 
bekannten Hs., die auch meiner Ausgabe zu Grunde liegt. Sie 
bot einen viel korrekteren Text als die verstümmelte und noch 
dazu sehr flüchtige Eccard'sche, wenn auch letztere öfter als 
die Pez'sche citiert wurde, weil diese der Fortsetzung ermangelte. 

Der Titel Chronicon generale ist in der Pez'schen Aus- 
gabe anscheinend ohne einen anderen Grund eingeführt worden, 
als um diese Chronik von der B. Chr. zu unterscheiden. Andreas 
selbst gebraucht ihn nie. Ich bezeichne die Chronik so, wie 
er selbst sie in der Vorrede zu seinem Conc. Const. (S. 161, 2) 
und ähnlich in der Vorrede zur B. Chr, (S. 505, 8) nennt. 

Die Hss. der A. Chr. sind folgende: 

AI: Wien, k. k. Hofbibliothek. Cod. pal. vind. 3296 
(Lun. in f. 47). Papier. Gr. 2 ». 448 Bl. Die Hs. befand sich 
früher in der Bibliothek des Klosters Mondsee. Vgl. Watten- 
bach, Archiv 10,494; Mayr, N. Arch. 5, 124—130. Der ge- 
waltige Foliant enthält Bl. l— 100 die A. Chr. bis 1422 mit 
Zusätzen am Rand, sowie mit Korrekturen, die nach der Vor- 
lage gemacht sein müssen, Bl. 100 — 113 die Ports, bis 1438, 
von einer anderen Hand, und zwar fortlaufend, also nach 143ö, 
geschr., von derselben Hand, welche auch alles Folgende in der Hs. 
mit Ausnahme von Bl. 224 — 232' schrieb. Nach 7 leeren un- 
bezeichneten Bll. folgt auf Bl. 114—360 das Concilium Con- 
stantiense in seinen 7 Teilen. Nach dem 5. Teil, den Sermones, 
nach Bl. 263, 5 leere un bezeichnete Bll., nach dem 6. Teil, den 
Tractatus, Bl. 313 leer. Über je 2 Seiten ist bis Bl. 223' Teil und 
Teiltitel in rubre angegeben, z. B. Pars prima de epistolis sive 
litteris oder Pars quarta — Acta — concilii — Constanciensis. Eine 
eigene Foliierung I—LXXXim läuft in rot von Bl. 114-197. 



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— XU — 

Die Bll. 361 — 389 enthalten das Conciliura proyinciale unter 
dieser Überschr., Bl. 389 -448 folgt die Chronica Husitarum. 
Auf Bl. 448 befinden sich schliesslich von zwei anderen Händen 
zwei Aufzeichnungen, eine von 1471, die andere Scriptum 1516. 
Als Autograph des Andreas hatte den Cod. vind. 3296 schon 
Herr k. u. k. Sektionsrat Dr. Karl Schrauf in Wien in einer 
dem Codex Wilczekianus, der sogleich zu beschreibenden Hs. A 2, 
beigegebenen Beschreibung bezeichnet, hiezu wahrscheinlich aus 
einer Anzahl von inneren Gründen veranlasst Eine aus- 
drückliche Bemerkung, dass Andreas die Chronica pontificum 
et imperatorum in jenem Band mit eigener Hand geschrieben 
habe, ist nirgends gemacht Ich hätte die Handschrift als die 
beste mir bekannt gewordene auf jeden Fall meiner Ausgabe 
zu Ornnd gelegt, auch wenn ich sie nicht als Autograph hätte 
betrachten dürfen. Als ich aber den clm. 1805 (der den 
Forschern entgangen war, weil er durch einen unglückseligen 
Zufall im Register des gedruckten Hss.-Katalogs der Münchener 
Hof- und Staatsbibliothek fehlt) zur Hand bekam und gleichzeitig 
durch die Liberalität der k. u. k. Direktion der k. k. Hof bibliothek 
die Hs. 3296 zur Benützung nach München erhielt, zeigte 
sich, dass die Schrift des ersten Teiles der A. Chr. in cod. vind. 
3296 (Bl. 1—100) und der B. Chr. in clm. 1805 ganz die 
nämlichen gleich massigen und zierlichen Züge aufweist. Und 
als ich nun des Andreas Notizbuch clm. 903, in dem flüchtige 
und Zier-Schrift des Schreibers wechseln, zur Vergleichung 
neben jene beiden Hss. legen konnte, bestand für mich kein 
Zweifel mehr, dass die Hand, von welcher die zierschriftlichen 
Teile des clm. 9j3 stammen, auch jene Teile des cod. vind. 
3296 und des clm. Ib05 geschrieben hat, dass Andreas, der 
sich in clm. 903 an mehreren Stellen mit Namen nennt, der 
Schreiber jener Hss. ist. Besonders merkwürdig ist für das 
Verhältnis von clm. Ib05 zu cod. vind. 3296 der Umstand, 
dass die zweite Hand, welche in cod. vind, 3296 die Fortsetzung 
der A. Chr., sowie die folgenden Teile, das Concilium Con- 
stantiense, das Concilium provinciale, die Chronica Husitarum, 
eingeschrieben hat, die nämliche ist, welche auch in clm. 1805 
die neben der B. Chr. darin enthaltenen Stücke geschrieben hat. 
Wir dürfen also wohl annehmen, dass es die Hand eines in 
engstem Verhältnis zu Andreas stehenden Schreibers ist, was 
besonders für die Würdigung der Bedeutung des 2. Teiles von 
cod. vind. 3296 von Wichtigkeit ist. 

A 2 : Bibliothek Sr. Excellenz des Herrn Reichsgrafen 
Hans Wilczek in Schloss Seebarn. Vgl. Mayr, N. Arch. 



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- rs - 

r 

5,130. Pergamentkodex. 128 Bll. Gr. 2^ Erkauft 1878 aus 
der Hinterlassenschaft des Grafen Palffy.^ Die ganze A. Chr. 
mit Forts, ist sauber, aber mit sehr vielen Schreibfehlern zweifel- 
los aus dem Cod. vind. 3296 abgeschrieben. Der Schreiber 
ist ein Böhme und erlaubt sich an mehreren Stellen, die 
sich fast sämtlich auf Böhmen beziehen, nicht uninteressante 
Änderungen und Bemerkungen. Am Schluss des Hauptteils 
(s. unten S. 158, 4 ff.) nennt er seinen Namen und giebt an, 
dass er die Abschrift für den Verfasser Andreas, den er als 
Dekan zu St. Mang bezeichnet, gefertigt habe. Aus dieser 
Schlussschrift geht jedoch noch nicht hervor, dass Andreas seit 
1438 zum Dekan seines Stiftes vorgerückt war, was Mayr daraus 
folgerte, dass die bis 1438 reichende Forts, von dem nämlichen 
Schreiber stammt. Letzteres ist ja richtig, aber trotzdem ist 
ein grosser Unterschied zwischen den Schriftzügen des Haupt- 
teils und jenen der Forts. Meiner Meinung nach sind beide 
Teile zu ziemlich getrennten Zeiten geschrieben. Es ist auch 
nicht ausgesprochen, dass die Forts, zu Lebzeiten des Andreas 
geschrieben ist. Das kann viel später geschehen sein. Der 
erste Teil hinwiederum, der nach der Schlussschrift zu Leb- 
zeiten des Andreas niedergeschrieben ist, kann auch vor 1438 
entstanden sein. Die Begrenzung der letzteren Möglichkeit 
giebt ein Zusatz (unten S. 128, 33) an die Hand, wonach der 
Hanptteil 1434 oder darnach geschrieben ist Auf die Frage, 
wann Andreas Dekan seines Stiftes geworden sei, ergiebt sich 
also nicht bestimmt das Jahr 1438, sondern nur mit Wahr- 
scheinlichkeit „1434 oder darnach". Den Namen des Schreibers 
las auch Mayr (N. A. 5, 130), wie er unten (S. 158, 4) abgedruckt 
ist: Laurencius Voschie Kobecz. In der k. Hof- und Staats- 
bibliothek München befinden sich 3 von dem Nämlichen ge- 
schriebene Hss.: clm. 11408 (geschr. 1441), clm. 11458 (1442) 
und clm. 9203 (1451). In diesen lautet der Name des Schreibers 
deutlicher: Laurencius Wschierobecz. 

A2a: Raygern bei Brunn, Klosterarchiv. Vgl Archiv 
f. Kde. öst. Gesch.-Qu. 1849, Heft 5. 1) Abt. H des Archivs, 
h. 20: Abschrift der Fortsetzung der A. Chr., gefertigt von 
B. Pitter. Titel: Chronicon Fratris Andreae Presbyteri et 

* Seiner Excellenz dem Herrn Reichsgrafen Hans Wilczek, dem 
berühmten hochsinni^n Förderer der Wissenschaften, drücke ich auch 
hier meinen tiefgefühltesten Dank aus für die ausserordentliche Liebens- 
würdigkeit, mit der er in eigener Person die Hs. aus Schloss Seebam mir 
zur Benützung ins k. k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien brachte. 
Auch Herrn k. u. k. Sektionsrat Dr. Karl Schrauf sei für die hiebei be- 
thätigte Vermittelung verbindlichst gedankt. 



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- XXI - 

Canonici Monasterii Sancti Magni Gonfessoris in pede pontis 
Batisponae. In quo, quidquid ab anno 1422. usque ad 1438. 
ab Hussitis tum in quam extra concilium Basileense aliisque 
cum ipsis intricatis tempore Martini V. et Eugenii IV. Roma- 
norum Pontificum et Sigismundi Imperatoris gestum est, sincero 
calamo enarratur. Anfang: Anno domini 1422. fit congregacio . . . 
Schluss : secundum nomine Ernestum. 2) i 32 : Auszüge aus 
der A. Chr. bis 1376. Descripsit B. Pitter. Beide Abschriften 
(18. Jh.) sind sicherlich aus dem jetzigen Codex Wilczekianus 
(A2) genommen. 

A3: München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 5360. 
Papier. 2«. 15. Jh. 145 Bll. Bl. 1—136' enthalten unter 
der Überschrift: Cronica summorum pontificum et imperatorum 
die A. Chr. des Andreas mit der Ports, bis 1438. Ist sicher 
Abschrift von cod. vind. 3296. Die ziemlich zahlreichen Vari- 
anten, die der Text gegenüber der letzteren Hs. aufweist, sind 
fast ausschliesslich Schreib- und Lesefehler des Abschreibers. 
Am Schlüsse des Abschnittes über Papst Martin V. (S. 156,26) 
wünscht Andreas über den Papst den Frieden Gottes herab 
mit den Worten: Donet deus ipsi Martino pape et ecclesie 
katholice pacem etc. Die Abschrift in clm. 5360 hat nach 
pape die Worte et eins legitimis successoribus ecclesieque. 
Aus diesem Zusatz des Abschreibers möchte zu schliessen sein, 
dass die Abschrift, da schon nicht mehr von einem Nach- 
folger, sondern von Nachfolgern Martins V. die Rede ist, zum 
mindesten zu Zeiten des zweiten Nachfolgers Martins V., 
Nikolaus V., also 1447 oder später gefertigt wurde. Der Band 
stammt aus der ehemaligen bischöflich chiemseeischen Bibliothek 
in Salzburg und trägt auf Bl. 1 den kolorierten Bibliothek- 
stempel des Bischofs Bernhard von Krayburg, der 1467—1477 
Bischof von Chiemsee war. Die Hs. dürfte zwischen 1447 und 
1465 (s. Beschr. von A4) geschrieben sein. 

A 4: München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 1224. 
Papier. 2^ 15. Jh. 136 u. 45 Bll. Der Abschreiber hat aus 
der A. Chr. je die Kaiser, die Päpste und die Regensburger 
Bischöfe vereinigt und so nacheinander abgeschrieben. Er sagt 
selbst nach der Vorrede: Considerans ego exemplaris, unde 
rescripsi, difficultatem et tedium legendi, non eo ordine, quo 
in exemplari reperi, volui rescribere. Nam permixtim et ponti- 
fices et imperatores compilator operis huius posuit et descripsit 
pro quotto et qualitate temporis. Sed quia tediosum michi 
videbatur ita in hiis legere et scrutari, ego quoslibet seorsum 
ezcerpsi et primum imperatorum non tamquam digniorum, sed 



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— XXII — 

tamquara primorum ordinem. Nam imperatonim ordo et caput 
incipit ante Christi nativitatem, pontificuni vero post Christi 
ascensionem. Quorum primus post Christum S. Petrus notatur. 
Ideo pontificum ordinem quamquam digniores postergavi. 
Demum eciam, quia auctor operis de Ratispona fuit et in ßatis- 
pona scripsit, idcirco eciam ordinem pontificum ecclesie Ratis- 
ponensis descripsit. Quem tercio notavi et scripsi ordine. Am 
Schlüsse der Kaiserreihe (1422) ist bemerkt: Rescriptum in 
Castro Purkhausen in die sanctissimi Johannis ewangeliste, 
que agitur in nativitate domini, anno etc. 65. Dann folgt 
die Forts, von 1422—1438, die schliesst: nomine Ernestum, 
sed statim post hoc defunctum, nebst einer Bemerkung von 
anderer Hand z. J. 1440 über die Wahl Friedrichs III., dann 
ein Register über die Kaiser. Am Schluss der Papstreihe sagt 
der Schreiber: Roscribendo finitur in Purkhausen Castro pen ul- 
tima die Januarii (30. Jan.) anuo domini 1466. In quo yems 
precedente iucensione Februarii fuit frigidissima, scilicet usque 
ad octavam epiphanie ( 13. Jan.), sed ab eodem die fuit insoli- 
tum nostris in partibus tempus quoad caliditatem. Nam clausis 
Omnibus fluminibus pre algore et congelacione circa festum 
S. Pauli (25. Jan.) subito improvide glacies fluminum solve- 
batur et in pluribus pontibus notabilia fecit damna, sicut novi 
experiencia in Purkhausen. Nach einem Register über die 
Päpste folgt die Zusammenstellung der Regensburger Bischöfe, 
die Oefele 1,31 aus dieser Handschrift als selbständige 
Schrift des Andreas in dieser Form herausgegeben hat. Da 
dieser Bischofskatalog aber, wie aus der vorstehenden Be- 
schreibung der Handschrift deutlich hervorgeht, nur Auszug 
aus der allgemeinen Chronik des Andreas ist, ist er nicht 
als ein besonderes, in dieser Form abgeschlossenes Werk des 
Andreas aufzuzählen. Am Schluss bemerkt der Abschreiber 
abermals: In Purkhausen rescribendo finitur feria 6. in capite 
ieiunii (21. Febr.) anno 1466. Die Handschrift war später nach 
Notizen auf dem 1. Blatt im Besitz eines Ambrosius Airen- 
schmaltz, dann des Vikars Johann Pächler in Egem (f 1535), 
dessen Erben sie in jenem Jahr an das Kloster Tegerns^^e ver- 
kauften. Aus den Lesarten ergiebt sich mit Sicherheit, dass 
die Hs. Abschrift des clm. 5360 ist, der sich in Herrenchiemsee 
oder Salzburg, also nicht sehr weit von Burghausen befand- 
A5: Klosterneuburg, Stiftsbibliothek. Cod. Nr. 1 27. 
Teils Pergament, teils Papier. 2®. 15. Jh. Nur^^S. 1— öl be- 
zeichnet, sonst unpaginiert. Vgl. Pertz, Archiv 6,' 188; Zeibig, 
Notizenblatt d. Wiener Akademie 1852, S. 135; Mayr, N. Arch- 



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— xxm - 

5, 130. Enthält die A. Ohr. nebst Forts. Am Anfang der 
Chronik: Can. Reg. Claustroneoburg. Bibliothecae iure inscrip- 
tus 22. Maii 1656. Die Papst- und Kaiserreihen nebst den 
jeweils angefügten Abschnitten über die Kegensburger Bischöfe 
sind hier chronologisch in einer Reihe vereinigt. Während 
der erste Teil bis 1422 dem cod. vind. 3296 gegenüber so ge- 
ringe Varianten aufweist, dass man an eine direkte Abstammung 
desselben von letzterem glauben könnte, weicht die Forts, in 
den Lesarten von cod. vind. 3296 mehr ab. Die sich hieraus 
ergebende Vermutung wird unten bei Beschreibung der Hs. A 7 
ausgesprochen. 

A6: Wien, k. k. Hofbibliothek. Cod. pal. 328 (Eist, 
prof. 10). Vgl. Wattenbach, Archiv 10,460; Mayr, N. Arch. 5, 141. 
Pergament Gross 2 ^ 126 Bll. Nach Wattenbach s. XV., nach 
Mayr dem Ausgang des 16. Jhs. angehörig. Diese Verschieden- 
heit dürfte damit zu erklären sein, dass zwar die erste Hand 
sicher dem 15. Jh. angehört, eine zweite aber allerdings späteren 
Charakter trägt. Doch möchte ich auch sie in den Ausgang 
des 15. Jhs. setzen und an der betreffenden Stelle bei Mayr 
Druckfehler annehmen. Enthält abschriftlich aus cod. pal. 389 
(Rec. 713) BL 1—7 Auszüge über Verschiedenes, Bl. 7—68 
eine Weltchronik aus Honorius Augustodunensis, Martinus 
und den Salzburger Annalen zusammengesetzt (benützt in der 
Ausgabe der Annales S. Rudberti Salisburgenses SS. 11,758). 
Bl. 69 — 101 ist an diese Kompilation, von anderer Hand ge- 
schrieben, eine Forts, angefügt, und zwar ist hiezu die A. Chr. 
des Andreas benutzt. Die Forts, beginnt bei Rudolf von 
Habsburg: Anno domini 1273. cum bona imperii . . . und 
bringt von da an die ganze Chr. des Andreas mit ihrer Forts, 
bis zu dem Schlüsse . . . nomine Ernestum. So haben wir 
den noch öfter zu besprechenden Fall (vgl. die folgenden 
Beschreibungen der Hss. A 7, B 2 und C 4), dass Andreas' 
Chr. als Forts, älterer mittelalterlicher Werke benützt wurde. 
Dabei ist schon hier hervorzuheben, dass diese Fälle von ein- 
ander unabhängig sind. Die Abschrift ist schlecht und oft 
fehlerhaft. Die Lesarten stimmen am nächsten mit denen der 
an folgender Stelle beschriebenen Wolfenbütteler Hs. überein, 
und die Verwandtschaft der letzteren mit der Klostemeuburger 
Hs. (A 5) bestimmt auch das Verhältnis von A 6 zu A 5. 
Nur der vorliegenden Hs. eigen ist ein Zusatz z. J. 1410 
(S. 129,23), der nicht von Andreas stammen dürfte, da dieser 
von dem betr. Ereignis selbst ähnlich an anderer Stelle be- 
richtet. Dagegen fehlt vor der Forts, der Abschnitt über 



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— XXIV ^ 

Bischof Johann Streitberger und die Schiussworte des Andreas 
zum Hauptteil. 

A 7: Wolfenbüttel, Herzogliche Bibliothek. Cod. 
Heimst. 415. Papier. 2^. 15. Jh. 105 Bll. Genaue Be- 
schreibung der Hs. giebt von Heinemann, Die Hss. der Herzog- 
lichen Bibliothek zu Wolfenbüttel 1,1,325. Die Hs. befand 
sich einst im Wiener Schottenkloster, welches dieselbe nach 
einer Notiz auf Bl. 1 (Schrift des 15. Jhs.) von einem gewissen 
Stephan Kayser^ geschenkt erhielt; später war sie im Besitze 
von Placius, von dessen Hand auf dem vorderen Schutzblatt 
steht : Ulyrici est. Man darf vermuten, dass diese Hs. jene ist, 
welche Eccard im Vorwort seines Corp. hist med. aevi no. XXV 
als Codex Elacii Ulyrici Helmstadiensis erwähnt. (Mit Chrafft's 
„Bearbeitung^^ hat sie aber nichts zu thun.) Sie enthält im 
Anscbluss an die Chronik des Martin von Troppau und als Forts, 
derselben Bl. 69 '—105' die A. Chr. des Andreas von 1273 -1438. 
Sie hat nicht die Anordnung der paginae beibehalten, sondern 
reiht wie die Klostemeuburger Hs. die einzelnen Abschnitte 
nacheinander an, sehr willkürlich und unter Auslassung grösserer 
und kleinerer Teile. In den Lesarten zeigt sich solche Über- 
einstimmung mit der Klostemeuburger Hs., dass man annehmen 
muss, beide Hss. seien von der gleichen Vorlage abgeschrieben. 
Daran zu denken, dass die Klostemeuburger von der vor- 
liegenden abgeschrieben sei, verbietet, abgesehen von einzelnen 
Lesarten, schon die ünvoUständigkeit der letzteren ; umgekehrt 
ist nach den Lesarten sicher ausgeschlossen, dass die vorliegende 
Hs. von der Klostemeuburger abstamme. Die also beiden Hss. 
gemeinsame Stamm- Vorlage, von der nach den obigen Aus- 
führungen auch A 6 stammt, enthielt sicher die nur diesen drei 
Hss. gemeinsamen, österreichischen Ursprung verratenden Zu- 
sätze z. J. 1431 (S. 478, 22) und 1434 (S. 483,23). Wie bei A5 
stimmen in A 6 und 7 die Lesarten des Hauptteils so sehr mit 
denen von A l überein, dass man darnach direkte Abstammung 
der 3 Hss. von A 1 annehmen möchte. Aber die Lesarten der 
3 Hss. in der Forts, sprechen gegen diese Annahme. Sie sind 
sogar teilweise besser als die in A 1. Sollte vielleicht die ge- 
meinsame Stamm-Hs. von A 5, 6, 7 zwar den Hauptteil aus A 1, 
die Forts, aber aus einer anderen Hs. des Andreas entnommen 
haben, weil etwa in A 1 die Forts, noch nicht eingetragen war? 

^ 5 andere von demselben Stephan Kayser, der in der Mitte des 
15. Jhs. gelebt zu haben scheint^ geschenkte Hss. besitzt die Bibliothek 
des Wiener Schottenstiftes heute noch (Hübl, Catalogus codd. mss. bibl. 
mon. ad Scotos Vindob. S. VII. 609.) 



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— XXV - 

A8: Göttingen, k. Universitätsbibliothek. Histor. 95. 
Papier. 2^. 18. Jh. 191 Bll. Genaue Beschreibung siehe in: 
Verzeichnis der Hss. im preussischen Staate, 1,2,31. Enthält 
Bl. 18 — 191 die Chronik des Martin von Troppau mit des 
Andreas A. Chr. als Forts.,- wie der Wolfenbütteler Codex Heimst. 
415, von welchem die Göttinger Hs. abgeschrieben ist. 

Bl: Hamburg, Stadtbibliothek. Hist. univ. Pol. Nö. 7. 
Papier. 2^. 827 nuramerierte Seiten, dann eine grosse Zahl 
un bezeichneter Bll., von denen 11 beschrieben, die übrigen leer 
sind. Vgl. Bibliotheca üffenbachiana mssta. 4, 153. Bibl. üflFen- 
bach. univ. 3, 104. Aus der Bibliothek Zach. Conrads von Uffen- 
bach. Auf Vorder- und Rückdeckel des Schweinslederbandes 
dessen Wappen in Gold gepresst, auf der Innenseite des Vorder- 
deckels dessen Exlibris. Auf dem Bücken : Andreae Batisbon : 
Chronicon universale ineditum Ms. 7 leere Blätter, auf deren 
2. Uffenbach selbst bemerkte: Andreae ad S. Magnum prope 
Batisbonam (vulgo Andreae Monachi Ratisbonensis) Chronicon 
Universale ineditum. Quod ex codice msto. membr. vetust. 
e monasterio Moguntinensi benivole concesso per amanuensem 
describi fecit Z. C. ab Uffenbach. MDCCXVII. Als Vorlage 
diente also eine Mainzer Pergamenthandschrift, aus der an- 
scheinend auch die beiden jetzt in der Stadtbibliothek 
Memmingen befindlichen Bände des Concilium Constantiense, 
und zwar von dem nämlichen Schreiber, abgeschrieben sind; 
siehe bei der Beschreibung dieser Hss. Jene Mainzer Hs. ist 
verschollen. Die Mainzer Stadtbibliothek besitzt sie (nach 
gütiger Mitteilung des Herrn Oberbibliothekars Dr. Volke in 
Mainz) nicht, und meine vielseitigen Forschungen nach ihrem 
Verbleib an Orten, in die Teile der ehemaligen Mainzer Biblio- 
theken versprengt sind, waren erfolglos. Uffenbach hatte gute 
Beziehungen zu einer reichen Mainzer Bibliothek. In einem 
Briefe an den Giessener Gelehrten Johann Heinrich Majus vom 
23. Juni 1714 schreibt er (Schelhorn, Commercii epistolaris 
üffenbachiani selecta. Ulm 1753. HI, 49): Quum Moguntiae 
Monasteriorum Bibliothecas perreptarem, in una illarum in- 
gentem mannscriptorum codicum apparatum latere intellexi, et 
licet aditus ad illum perlustrandum praecluderetur, catalogus 
tamen concedebatur non solum, sed et asportandi mecum licentia 
dabatur . . . Laetabundus igitur domum redii nee diu dubitavi, 
sed ad spissum volumen propria manu describendum illico me 
accinxi eo maiori alacritate, quod quosvis Codices potiundi spes 
data fuerit. Non destiti igitur, usque dum integrum opus ab- 
solverim. Leider ist hier die Bibliothek nicht genauer bezeichnet 



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— XXVI — 

Falk, Die ehemalige Dombibliothek zu Mainz (Beihefte z. Central- 
blatt für Bibliothekswesen 18), S. 90 nimmt an, dass die Dom- 
bibliothek gemeint sei. Allein das scheint mir zweifelhaft; 
denn wie üffenbach in jenem Briefe sag(, schrieb er jenen 
Katalog selbst vollständig ab. Da es* sich in Hinsicht auf die 
Doml ibliothek kaum um einen andern Katalog als den von 
1654 (Falk S. 30) handeln könnte, wäre also eine eigenhändige 
üffenbach'sche Abschrift desselben vorhanden gewesen. Die 
Stadtbibliothek Hamburg besitzt nun eine aus Uflfenbachs 
Bibliothek stammende Abschrift jenes Katalogs, doch ist diese 
nach gütiger Mitteilung der Verwaltung der genannten Bibliothek 
nicht von üffenbach geschrieben. Das widerstreitet üffenbachs 
Angabe in jenem Briefe so, dass anzunehmen ist, UfiFenbach 
habe doch einen andern als den Katalog der Dombibliothek 
abgeschrieben, zumal weder in jenem Katalog von 1654 noch 
in dem 1723 von dem Domkaplan Weyer verfassten Katalog der 
Dombibliothek Cj^^zt cod. bav. cat. 537 der k. Hof- und Staats- 
bibliothek München) die 2 von üffenbach in jenem Briefe als im 
Katalog der betr. Bibliothek, die wegen baulicher Veränderungen 
selbst unzugänglich war, verzeichnet genannten Handschriften 
angeführt sind. Im übrigen spricht üffenbach in jenem 
Brief ausdrücklich von einer Klosterbibliothek; für die Biblio- 
thek des Domkapitels würde er wohl eine andere Bezeichnung 
gebraucht haben. Jedenfalls findet sich auch von unserer ver- 
schollenen Andreashandschrift keine Spur in jenen Katalogen 
der Dombibliothek. Jene KlosterbibJiothek dürfte vielmehr die 
der Franziskaner gewesen sein. Denn diese 1612 gegründete 
Bibliothek besass nach Joannis, Res Moguntiacae 1, 112 „codi- 
cem membranaceum manuscr. in forma ordinis maioris, praeter 
nonnulla alia F. Andreae ad S. Magnum, qui vulgo Presbyter 
Ratisbonensis dicitur, Chronicon universale latinum a N. C. ad 
an. usque 1438., &vexdoxov^ complectentem". Die Hs. ist ver- 
schollen wie der von üffenbach abgeschriebene Katalog der 
Bibliothek jenes Klosters. 

Da der Schreiber von B 1 die Blattzählung seiner Vorlage 
meist notiert hat, zeigt sich, dass letztere 130 BU. zählte, üffen- 
bach hat die Abschrift an vielen Stellen auskorrigiert. Über- 
schrift vor der Vorrede: Chronica Andreae ad S. Magnum 
Ratispon. Presbyteri Canonici. Die Columnen der Vorlage, 
welch' letztere in der Bibliotheca üffenbachiana a. a. 0. als 
praestantissimus quidam codex vet. membranaceus bezeichnet 
vrird, sind nicht beibehalten, sondern Päpste und Kaiser folgen 
in chronologischem Durcheinander. Die charakteristischen 



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Qoo^(^ 



— xxvn — 

Ringe, welche die einzelnen Namen und Regierungsjahre ent- 
halten, sind ebenfalls weggelassen und dafür Namen und 
Regierungsjahre je vor den betreffenden Abschnitten zeilenweise 
eingefügt Auch in der Vorlage der Abschrift scheint schon 
diese vom Original abweichende Anordnung vorhanden gewesen 
zu sein, wie aus den abgeschriebenen in gleichen Abständen 
folgenden Blattbezeichnungen der Vorlage ersichtlich ist. Die 
Hs. enthält den ganzen Text der Chr. mit Forts, in sehr guter 
Gestalt. Sie weist gegenüber anderen Hss. eine Reihe von 
Zusätzen auf, die ihrem Inhalt nach in den meisten Fällen mit 
Sicherheit, in den übrigen mit Wahrscheinlichkeit von Andreas 
selbst herrühren. Unwahrscheinlich ist, dass die Vorlage der 
Hamburger Hs. das Original des Andreas war, schon wegen 
der erwähnten veränderten äusseren Anordnung. Es liegt 
die Erklärung nahe, dass das Original von Andreas mit 
jenen Zusätzen versehen wurde, nachdem andere direkte 
Abschriften schon genommen waren, und dass alsdann die 
Vorlage der Hamburger Hs. abgeschrieben wurde. Jene 
Zusätze sind teils Quellen, die auch sonst in der A. Chr. 
benutzt sind, entnommen, teils aus Urkunden entlehnt, teils 
Berichte über von Andreas selbst eingezogene Erkundigungen. 
Von Quellen werden in jenen Zusätzen zwei mit Namen 
angeführt, des Konrad von Megenberg Tractatus de limitibus 
parochiarum civitatis Ratisponensis und die Chronik des Kon- 
rad Derrer. Beide Werke sind in der A. Chr. selbst nicht 
genannt und anscheinend auch nicht benutzt. Andreas be- 
nutzte in ihr, wie ich in meinem Beitrag zur „Festgabe für 
K. Th. von Heigel", 8. 160 ff. nachwies, die verlorene Chronik 
des Konrad von Megenberg. Aus der Chronik des Konrad 
Derrer hat er die einzigen bisher bekannten Teile in seinem 
Notizbuch clm. 903 uns überliefert Die als Zusätze in der 
Hamburger Hs. enthaltenen Stücke aus Derrers Chronik finden 
sich jedoch in clm. 903 nicht. Am Schlüsse der Abschrift 
nach . . . nomine Emestum folgen in B 1 die Worte: Sebasti- 
anus Meichsner Phorcenus u. j. Doctor 111. Pr. Elect. Frid. et 
com. pal. a consiliis 1548. Hiezu bemerkt üffenbach mit eigener 
Hand: Possessor codicis, ex quo haec descripta. Bevor also 
die Hs. in jenes Mainzer Kloster kam, war sie im Besitze eines 
Dr. Sebastian Meichsner zu Pforzheim. So erklärt sich auch 
eine sonderbare Stelle der Vorrede in der vorliegenden Bfe. : 
Proinde ego (Fr., von üffenbach einkorrigiert) Andreas litera- 
tonun humiliumque minimus etc. (letzteres Wort ausgestrichen, 
darüber von Üffenbach: considerans) Sebastianus Meihsner 



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— xxvm — 

Phorcens. utriusque iuris Doctor (die Worte Sebastianus bis 
Doctor ausgestrichen) considerans . . . Wahrscheinlich stand 
der Name des Pforzheimer Juristen als des Besitzers der Hs. 
am Rand, und der Abschreiber, der auch sonstige Rand- 
bemerkungen, meist an falschen Stellen, in den Text aufnahm^ 
schrieb gedankenlos die Randnotiz in den Text, wo Ufifenbach 
sie dann kräftig durchstrich. Auf den 11 unbezeichneten be- 
schriebenen Blättern der Hs. folgt, nach einer Bemerkung von 
Uffenbachs Hand „ex eodem codice" abgeschrieben, eine bisher 
unbekannte Übersetzung einer Beschreibung des heiligen Lands, 
die, wie aus dem folgenden Prolog unzweifelhaft hervorgeht, 
Andreas in die Hs. eingetragen hat, von der die vorliegende 
Uffenbach'sche abstammt. 

Prologus. 

Anno domini 1421., qui est annus septimus, quo Con- 
radus Perkhofar nobilis laycus cum militibus transivit maria, 
idem Conradus, quia consangwineus erat domini nostri Conrad i 
Ekkär prepositi ecclesie nostre (vgl. Register), venit ad nos et 
ex conversacionis ordine loca terre sancte michi (nämlich dem 
Andreas) exhibuit, que Marquardus baccalarius Biennensis ad 
pronunciacionem ipsius Conrad; Perkhoför scripsit, dum essent 
in Hierusalem, de tabula, que pendet in cappella S. Marie, que 
est in templo, quod est in Jerusalem, in quo est sepulchrum 
Jesu Christi salvatoris nostri. Ac postea idem Marquardus 
transtulit de latino in teutonicum, prout sequitur. 

Nota. Das sind dy heyligen stet und kirchvertt dez 
heyligen gesengten lancz, dy man nue in diser zeit suecht,* und 
ist als hernach geschriben stet u. s. f. 23 Seiten in Folio. 
Ich habe von diesem Fund dem Herrn Prof. Reinhold Röhricht 
Kenntnis gegeben, der ihn auch in den Nachträgen zur Neuen 
Ausgabe seines Werkes „Deutsche Pilgerreisen nach dem heiligen 
Lande" (Innsbruck 1900), S. 316 verwertet hat.i Am Sohluss 
unserer Hs. folgt noch die auch in A 1 am Schluss stehende 
Bulla de reliquiis imperialibus, que sunt Nürnberge (unten 
S. 459 Nr. 94), aber unvollständig. 

B 2: München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 9711. 
Pergament und Papier. Gr. 2^ 15. Jh. 322 Bll. Aus Ober- 
altaich. Vgl. Hemmauer, Gber-Alt-Aich S. 259. Enthält unter 
anderen Stücken (vgl. darüber den gedruckten Hss.-Katalog) 
Bl. 36 — 146 die Chr. des Martin von Troppau mit Forts, aus 
des Andreas A. Chr. und selbständigen Zusätzen hiezu, die als 

^ Meine Angaben sind dort jedoch nicht ganz richtig wiedergegeben. 

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— XXIX — 

nicht unwichtig für die Lokalgeschichte erscheinen und unten 
im Anhang unter Nr. II mitgeteilt sind. Im Anfang ist nur 
die Chr. des Martin von Troppau abgeschrieben. Bei Friedrich I. 
hat dann eine Hand des 18. Jhs. an den inzwischen beschnittenen 
Rand bemerkt: NB. Hie incipiunt (mem)orabilia huius (pro- 
vinc)iae et episcopatus (Bati)sbonensis et nostri (mona8te)rii 
Altaichii (Supe)riori8 misceri (cum) chronicis (Mar)tinianis. In 
der That vermischt der Schreiber schon von hier ab, nicht erst 
von 1277 an, wie im Hss.-Katalog falschlich bemerkt ist, den 
Text der Martinianischen Chr. mit andern Stücken, die sämtlich 
aus des Andreas A. Chr. (nicht auch aus dem und jenem Buch 
des Andreas, wie im Hss.-Katalog unrichtig bemerkt ist) ge- 
nommen sind, und schreibt nach Aufhören des Martinianischen 
Textes nur den des Andreas ab, ohne die Anordnung der ge- 
trennten paginae beizubehalten, sondern Kaiser und Päpste 
nacheinander anreihend. Die Binge mit ihren Angaben fehlen. 
Die ähnliche Zusammenstellung des Predigers Johannes Chrafft 
m Cham steht jedoch mit dieser Bearbeitung nicht im Zu- 
sanmienhang. Die Hs. steht, nach mehreren Zusätzen zu 
schliessen, in engster Verwandtschaft mit jener Bfe. der A. Chr., 
von welcher B 1 eine Abschrift ist Ich habe daher jene nur 
in B 1 enthaltenen Zusätze, soweit sie auch in der vorliegen- 
den Hs. sich finden, zur Sicherung des Textes von B 1 ver- 
glichen und etwaige Abweichungen notiert. Im Übrigen aber 
habe ich, trotzdem B 2 der Yorlage von B 1 zeiüich näher steht, 
wegen ihrer vielen Willkürüchkeiten die Lesarten für den 
Hauptteil der Chr. nicht gedruckt, dagegen für die Forts., deren 
Text ziemlich genau abgeschrieben ist, angegeben. Die Abschrift 
dürfte in der Mitte des 15. Jhs. angefertigt sein. Auf Bl. 12 
der Hs., am Schluss der dort enthaltenen Summa historica 
bibliae, bemerkt der Schreiber, von dessen Hand auch des 
Andreas Chr. darin abgeschrieben ist: Explicit . . . anno . . . 
1452. per manus fratris Gregorii dicti Pawngartnär. Am 
Schlüsse eines anderen Stückes der Sammel-Hs. steht von der 
gleichen Hand, offenbar um die Zeit der Niederschrift anzu- 
geben, die Jahrzahl 1449. Auch aus folgendem Umstand ergiebt 
sich die Mitte des 15. Jhs. als Zeit der Niederschrift der A. Chr. 
Unten S. 495,28 nennt Andreas von den Söhnen des 1436 
gestorbenen Kurfürsten Ludwig IH. allein Ludwig IV. mit 
Namen. Der Oberaltaicher fügt nach dem Wort comitatu noch 
hinzu: et fridericum et (leere Stelle), qui est canonicus Colo- 
niensis. Auf die leere Stelle hat eine andere, etwas spätere 
Hand geschrieben: prepositus Herbipolensis. Es handelt sich 



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— XXX — 

um Pfalzgraf Ruprecht, der 1446 Domherr in Cöln, 1460 Dom- 
propst in Würzburg wurde. Zwischen 1446 und 1460 hat 
also die erste Hand geschrieben. Ausser der an die Chr. des 
Martin von Troppau gereihten A. Chr. enthält clm. 9711 noch 
folgende Stücke aus Werken des Andreas: 1) Bl. 197: Bulla 
de reliquiis imperialibus, que sunt Nümberge ^= Nr. 94 der 
Chronica Husitarum (S. 459, 8). 2) Bl. 198 : Bulla Martini pape, 
qua presbiteris manu armata contra hereticos pugnare conce- 
ditur etc. = Nr. 27 der Chr. Hus. (S. 379,16). 3) Bl. 199': 
Sermo secrete editus de Sigismundo rege Romanorum secundum 
gestorum eius condicionem etc. = Nr. 28 der Chr. Hus. (S. 379, 22, 
wo die Lesarten des Textes dieser Hs. mitgeteilt sind). Schliesslich 
folgt Bl. 288 — 314 des Andreas B. Chr. in der deutschen Übers. 
Cl: München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Chn. 14029 
(Em. A. XXIX.). Pergament. 2^. 15. Jh. A. Chr. nut Forts. 
Von 6 nummerierten Bll. enthalten das 1., dann 3. und 4. zwei 
Register zur A. Chr., deren erstes von der Hand des Schreibers 
der Forts, der A. Chr. nur die Namen der Päpste und Kaiser 
enthält, während das zweite, von anderer Hand geschrieben, 
mit diesem übereinstimmt, aber noch die Blattzahlen der Hs. 
und ausserdem ein Verzeichnis von Nomina hominum et nomina 
locorum hinzufügt Es folgen 148 nummerierte Bll., von denen 
Bl. 1 — 97 eine schöne und saubere Abschrift der A. Chr. bis 
1422 enthalten, jedoch ist der Abschnitt über Papst Martin V. 
in der pagina pontificum bereits von der 2. Hand geschrieben. 
Der Schreiber beginnt mit dem Spruche: Divinum flamen in- 
ceptum compleat. Amen. Am Anfang ist die Abschrift sehr 
genau. Gegen den Schluss zu werden manche Teile weggelassen, 
besonders Stellen, an denen Andreas von sich oder seinem 
Kloster spricht. Sie scheinen von dem Schreiber, der an- 
scheinend ein Benediktiner war, als überflüssig erachtet worden 
zu sein. Jedenfalls sind das Kürzungen, die sicher der Ab- 
schreiber vornahm. Dass der Text zunächst jene kurze Form 
hatte und erst bei weiterer Bearbeitung von Andreas umfang- 
reicher gestaltet wurde, ist ausgeschlossen. Bl. 97—107 folgt 
von anderer Hand die Forts., schliessend: . . peperit filium se- 
cundum nomine Ernestum, in — von einzelnen Flüchtigkeiten 
abgesehen — guter Abschrift. (Die Schriftzüge sind ähnlich 
denen in clm. 14036). Bl. 107^—148' schliesst sich ein Auszug 
einzelner Teile des Concilium Constantiense und der Chronica 
Husitarum des Andreas an, worüber unten bei der Beschreibung 
der Hss. dieser Werke gehandelt wird. Auf Bl. 1 hat eine 
Hand des 16./17. Jhs. an den Rand geschrieben: Presens opus 



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_ XXXI — 

sive chronicon e Latino in Gennanicum versum est 1470 
a Leonhardo Hafft Eystadiensi tunc temporis Scriba Civitatis 
Katisponensis iussu Nobiiis viri Domini Erasmi Trainer Came- 
rarii Katisponensis. 

C2: München, k. Hof- und Staatebibliothek. Clm. 1403(3 
(Em. A. XXXVI.). Pergament. Gr. 2 ». 15. Jh. 95 Bll. 
Schöne und saubere Abschrift der A. Chr. bis 1422 wie der 
1. Teil in clm. 14029, ohne den Abschnitt über Papst Martin V. 
Ist sicherlich Abschrift des clm. 14029, wie aus der äusseren 
Form und den Lesarten mit Bestimmtheit geschlossen werden kann. 

C3: München, k. Universitätebibliothek. Cod. Fol. 378. 
Papier. 2^. 17. Jh. 254 Bll. nach neuer Zählung und 4 leere 
Bll. Vgl. Archiv 1,47; 173 ff. 7,112. Ist Abschrift des 
clm. 14029. Auf Bl. 1' ist die oben erwähnte Notiz über die 
Übersetzung des Leonhard Hefft abgeschrieben : Praesens opus 
sive chronicon e latino in germanicum versum est 1470 a Leon- 
hardo HafPb Eystadiensi u. s. w. Der Text beginnt wie in 
clm. 14029 mit der Überschrift: Divinum flamen inceptum 
compleat. Amen. Zusätze, die von späteren Händen in clm. 
14029 am Band etc. gemacht wurden, so z. B. der unten S. 78 
abgedruckte Abschnitt z. J. 1324 u. a., sind in cod. 378 in 
gleicher Weise abgeschrieben. Die Abschrift ist vollständig 
und umfasst neben der A. Chr. auch die in clm. 14029 ent- 
haltenen Bruchstücke des Conc. Const. und der Chr. Hus. In 
Anbetracht des geringen Alters der Hs. und der direkten Ab- 
hängigkeit allein von clm. 14029 erschien die Notierung der 
Varianten überflüssig. Für die Textgestaltung und deren 
Sicherung gewährten einzelne Stellen Anhaltspunkte. 

C4: Hamburg, Stadtbibliothek. Eist. univ. Fol. No. 4. 
Papier. 2^. 2 Bll., 556 S. Beschrieben Archiv 6, 231, ohne dass 
der Name des Andreas genannt ist. Auf dem 2. Bl. von späterer 
Hand: Casparus ßosentzbeydt cappellanus S. Florini maioris 
ecclesie possessor huiua cronice. Ausserdem Note z. J. 1467 
(s. u. S. 711, 7) von der Hand des Schreibers der Hs. S. 1 — 3 
Begistrum sanctorum libri et cronice sequentis. S. 4 und 5 
Annalen z. J. 1474. 75. 84. 86. S. 6 leer. S. 7 Einleitung 
des Johannes Chrafft S. 7—21 Auszug aus dem Anfang der 
Flores temporum bis zum Tod Cäsars. S. 22 leer. S. 23—369 
A Chr. des Andreas. Überschrift: Divinum flamen inceptum 
compleat. Amen. Weist schon diese üebei-schrift auf einen 
Zusammenhang dieser Hs. mit der ebenso überschriebenen Hs. 
C 1 hin, so ergiebt sich aus den Lesarten mit Oewissheit, dass 
04 zur nämlichen Gruppe wie jene Hs. gehört. Von Cl 



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— xxxn - 

selbst oder einer hievon abstammeüden Hs. iät C4 nicht ab- 
geschrieben, wohl aber ist nach den Lesarten zu vermuten, dass 
sie von der nämlichen ^ Vorlage wie C 1 stammt, wobei die 
Möglichkeit- besteht, dass noch eine oder mehrere Abschriften 
als Zwischenglieder zu denken sind. Für den Hauptteil 
glaubte ich von dem Abdruck der Varianten dieser flüchtig 
und schlecht geschriebenen Abschrift absehen zu dürfen. An 
einzelnen besonders fraglichen oder wichtigen Stellen habe ich 
sie verwertet. Für die Forts., in der die Abschrift weniger 
flüchtig zu sein scheint, habe ich sie notiert. S. 369 und 370 
Annalen z. J. 1453 und 1454 (aus Amberg?). S. 370 Notiz 
Chraffts z. J. 1490. Bis zur Mitte des 8. Jhs. sind in der Hs. 
eine Reihe von Randnoten aus verschiedenen Quellen, besonders 
Vincenz von Beauvais, eingetragen. S. 373 — 77 Register ähnlich 
dem in C 1. S. 378 wieder ausgestrichen: Anno domini 1476. 
in die circumcisionis . . . (ausradiert) est Petrus iuvems meus, 
sonst leer bis S. 384. S. 384 — 448 Historia de obsidione 
terre sancte anno 1096. S. 449-— 452 ausgeschnitten. S. 453 
von e. Hand d. 18. Jhs. Überschr. Acta concilii Constantiensis 
contra Johan. Huss. S. 454 — 520 7 Aktenstücke zum Kon- 
stanzer Konzil, anscheinend nicht aus des Andreas Sanunlung. 
Sehr schlechte Texte. Gedr. bei Eccard, Corp. bist. med. aevi 
2,1859. S. 521-526 herausgeschnitten. S. 527—550 Statuta 
synodalia ecclesie Ratisponensis (von 1466). S. 551 — 554 heraus- 
geschnitten, 555/6 leer. Die Handschrift ist ganz von Johannes 
ChraflFt geschrieben, die einzelnen Teile zu verschiedener Zeit 
Die Abschrift der A. Chr. des Andreas erfolgte, wie in der Vor- 
rede angegeben ist, 1466. Damals wurden auch die Notizen 
z. J. 1453 und 1454, die wohl schon in Chraffts Vorlage standen 
und anscheinend aus Amberg stammen, in den gleichen Schrift- 
zügen und mit gleicher Tinte wie der Schluss der Chr. des 
Andreas eingetragen. Die wenigen späteren annalistischen Be- 
merkungen Chraffts zeigen verschiedene Tinte und unterschied- 
liche Sehriftzüge. Es wäre unrecht — und schon Oefele 1,5 
hat dies erkannt — , von einer Bearbeitung der Chronik durch 
Chrafft zu sprechen; was er hinzugethan hat, den Auszug aus 
den Flores temporum, die Randzusätze und seine wenigen Zeit- 
notizen, ist kaum der Rede wert. Ich drucke die letzteren 
unten im Anhang unter Nr. IV ab. 

C5: München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 1223. 
Papier. 2®. 18. Jh. 13.) Bll. Ist nur Abschrift der Ausgabe 
der A. Chr. mit Chraffts Zusätzen aus dem Druck bei Eccard, 
Corp. bist. med. aev. 1, 1931. 



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— XXXTTT — 

C6: Stuttgart, kgl. Privatbibliothek. Cod. bist. Nr. 90 
in foL Papier. 2^ 15./16. Jh. Vgl. Archiv 1, 375; N. Arch. 
10, 600. Stammt aus der Bibliothek des Klosters Weingarten ; 
alte Signatur: 6 9. Auf dem dritten Blatt: Monasterii Wein- 
gartensis Ao. 1628. Auf einem kleinen Zettel bemerkt eine 
Hand des 18. Jhs.: „Verdiente einen neuen Abdruck wegen 
der vielen Fehler bey Eccard, wobei die charakteristischen 
Columnen des Andreas bevzubehalten und die Interpolation als 
Glosse zu geben wäre." Der von einer Hand geschriebene 
Kodex enthält neben dem Martyrologium XJsuardi and einer 
genealogischen Tafel von Adam bis Christus die A. Chr., eigens 
foliiert, mit Fortsetzung, in der Fassung der Gruppe C. Auf 
ein die Vorrede enthaltendes unbezeichnetes Blatt folgen 143 
nummerierte Blätter. Am Schluss ist ein Begister enthalten, 
das die Namen der Päpste und Kaiser, wie das zweite in 
clm. 14029 enthaltene, mit den betr. Blattzahlen auffuhrt. Die 
Schrift stammt aus dem Ende des 15. Jhs., vielleicht erst, 
wie Archiv 1, 375 ausgesprochen wurde, aus dem Anfang des 
16. Jhs. Jedenfalls ist die Abschrift nicht vor 1463 gemacht, 
worauf ein zum Jahr 1437 gegebener Zusatz hinweist. Ab- 
gesehen von absichtlichen oder unabsichtlichen Auslassungen, 
stellt der Schreiber unzählige Male die Wörter um und 
gebraucht andere Ausdrücke, erweitert sogar an einigen Stellen, 
jedoch bedeutungslos, den Text, kurz, erlaubt sich so viele 
Freiheiten und gestaltet den Text so eigenmächtig um, dass 
es unangebracht erscheint, die Varianten der Hs. ganz abzu- 
drucken. Ich habe daher im Text, nur um die Hs. zu charak- 
terisieren, anfangs die Lesarten angegeben, später aber die 
einzeln stehenden Lesarten dieser Hs. nicht mehr notiert ausser 
bei Stellen, an denen auch die anderen besseren Hss. Varianten 
zeigen. 

C7: Bamberg, kgl. Bibliothek. Hs. E. VH. L = Msc. 
hist. 1. Papier. 4^. 15. Jh. Genaue Beschreibung der Hs. 
bei Leitschuh, Katalog der Hss. der k. Bibliothek zu Bamberg 
1, 2, 117. Sie stammt aus dem Kloster Langheim ; im J. 1501 
war sie im Besitz des Pfarrers Friedrich Hubauer von Himmels- 
kron, wie aus einer Notiz am Schluss hervorgeht Die Hs. 
enthält die A. Chr. des Andreas ohne die Fortsetzung in sehr 
schlechter Abschrift und gehört zur Begensburger Textgruppe. 
Die pagina imperatorum schliesst mit: in Onaso illatam (S. 155, 7), 
die pagina pontificum und damit die Abschrift mit: de nece 
tristi. Amen (S. 144,14). Die Varianten habe icli nur für die 
Vorrede notiert Auf den BU. 177 und 178 der Hs. befinden 

Quelinn nnd BroerteruDgen N. F. I. III 

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- XXXIV — 

sich Aufzeichnungen von verschiedenen Händen, aus denen 
ich folgende mitteile: 

Anno domini 1601. feria 2. rogacionum combuBtum est villa 
Preczelsdorff alias Himelkron vocatum, et combuflsenint 32 domorum 
qassi una hora, et unus puer periit in igne, cuius pater fuit Nikel Schuster, 
tempore, quo ego Fridericus Hubauer hec scripsi hie plebanus, et fuit 9. 
annus residencic mee. 

Anno domini 1474 ... Et nota düigenter, quod eodem tempore 
marchio Brandburgensis Albertus imposuit stewram et currus sacerdotibus 
in sua dicione residentibus et feeit tam iniustam exaccionem in sacerdotes 
contra libertatem ecclesiasticam, que retroactis temporibus prius nunqaam 
fuerat audita. Quod factum quamvis scisma et heresim non audemus 
directe nunccupare, hiis tamen sectis non incongnie huiusmodi tyrannica 
pravitas possit adequari. Item postea anno 1481. marchio Albertus de 
Brandeburg adhuc maius malum operatus est; nam contra preceptum 
pape, qui sanctissimus sibi inhibuit, ut exacciones contra sacerdotes non 
faceret, per breve signatum anulo piscatoris, ipse autem marchio tamquam 
filius inobedicncie cum suis officialibus sentencias excommunicacionLs 
sprevit, ymmo spoliavit sacerdotes sue subdicioni subicctos. Quapropter 
quidam composuenmt unam passionem saccrdotum ad instar passionis 
Christi marchioni in obprobrium. Nam huiusmodi exaccio fuit impoflita 
sub ficcione, quasi huiusmodi pecunia deberet verti ad bellandum contra 
Turcos, sed in hiis rebus nihil factum est 

Bruchstücke und Auszüge aus der A. Chr.: 

1. München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 901 
enthält Bl. 176 -198, von Hartmann Schedel geschrieben, eine 
Regensburger Stadt- und Bischofschronik mit der Überschrift: 
Cronica inclite urbis Ratispone incipit foeliciter. Diese Chronik 
ist ein Auszug aus des Andreas A. Chr. In der nämlichen Hs. Bl. 246 
schrieb Schedel ein ebenfalls aus Andreas stammendes Stück: 
De Ute, quam habuit civitas Ratisponensis et regnum Prancorum 
propter Dionisium, ab. Auf Bl. 201' steht Ton Schedels Hand: 
Prescripta cronica Ratisponensium pro maiori parte habetur in 
libro cronice coUecte per fratrem Andream professum monasterii 
S. Magni confessoria in preurbio Ratispone ordinis B. Augustini 
canonicorum regularium, Worte, die kaum von Schedel selbst 
herrühren dürften, sondern von dem Verfertiger des Aus- 
zuges. Der Auszug enthält die meisten Stellen der A. Chr., 
in denen von der Stadt Regensburg gehandelt wird, und die 
sämtlichen Abschnitte über die Regensburger Bischöfe bis 
Friedrich Parsberger mit den Worten des Andreas, worauf 
eine kurze Portsetzung folgt. Bei dem Privileg für das Priorat 
von Weihensanktpeter vom 1. Februar 1089 (unten S. 50) ist 
am Rand folgende Bemerkung: Prescriptum Privilegium est 
correctum per me Jo. Gkrad ex originali, quod in manibus 
meis habui, palpavi et vidi. Vielleicht ist dieser Name (ein 



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-^ XXXV — 

Lizentiat Johann Grad ist 1501 Domherr in Regensburg; VO. 
24, 254. 581) der des Verfertigers des Auszugs, der, 7on der 
mageren Forts, abgesehen, nur des Andreas Text abgeschrieben 
hat, ohne hiezu aus Eigenem etwas hinzuzuthun. 

2. München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Qm. 338. 
Papier. 4^ Auf der Innenseite des Vorderdeckels von der 
Hand Hartmann Schedels, der die ganze Hs. selbstgeschrieben 
hat: Liber Hartmanni Schedel Nurembergensis arcium ac utrius- 
que medicine doctoris. Enthält u. a. 

1. Bl. 6 — 55' eine wahrscheinlich von Schedel selbst 
herrührende lateinische Rückübersetzung der deutschen B. Chr. 
des Andreas. Vgl. meine näheren Darlegungen unten. 

2. Bl. 67 — 100' die lateinische B. Chr. des Andreas in 
der Form der 1. Redaktion, Abschrift aus dem nunmehr in 
Kassel als Ms. hist. fol. 5 befindlichen Sammelband. 

3. Bl. 105—125' eine Forts, hiezu, welche Wilhelm Meyer 
im gedruckten Hss.-Kataloge auf Grund der Freher'schen Aus- 
gabe als Exzerpte aus der B. Chr. des Andreas bezeichnete. 
Diese Bestimmung ist nicht ganz richtig. 

Nach der von Schedel stammenden Überschrift: Sequencia 
ad prescriptam historiam per varios annos collecta sunt plura 
memoratu digna, beginnt der Text wie die Forts, der lateinischen 
B. Chr. des Andreas, aber er endet nicht wie diese, sonder geht 
weiter und schliesst auf Bl. 125' wie die Forts, der A. Chr. des 
Andreas, worauf Bl. 125' — 135' noch eine Forts, von 1439 — 1460 
sich anreiht, die Oefele 1,393—398 unter dem Titel: Hart- 
manni Schedelü historia rerum memorabilium ab anno 1439. 
ad annum 1460. gestarum, mit Recht als eigenes Erzeugnis 
Schedels abgedruckt hat. Also nicht bloss die Forts, der B., 
sondern auch die der A. Chr. des Andreas kommt hier in Betracht, 
und die durchgeführte Vergleichung ergiebt, dass Schedel hier 
das schon gethan hat, was Frehor später wieder that, dass er 
nämlich die beiden Fortsetzungen benützte. Allerdings ver- 
mischte Freher die beiden Texte, Schedel jedoch schrieb zu- 
nächst die Fortsetzung der B. Chr. ab — einige Zusätze am Rand, 
die aus der A. Chr. stammen, hat er offensichtlich später dazu- 
geschrieben — und reihte dann daran das, was die Forts, der 
A. Chr. noch weiter enthält als jene. Ich habe aus dem hier 
gegebenen Rest der Forts, der A. Chr. die schlechten Lesarten, 
die auf einen Zusammenhang mit A 6 oder 7 hinweisen, nicht 
vermerkt und nur 2 Zusätze Schedels in den Anmerkungen 
(S. 495 und 5ü0) verzeichnet. Es ist anzunehmen, dass Schedel 
jene Forts, wie die erstaufgeführten in der Hs. enthaltenen 

III* 

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*- txxn — 

Stücke 1477 (s. unten bei Beschreibung dieser Stücke) ge- 
schrieben hat. 

3. München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 476. 
Papier. 4®. Aus der Bibliothek Hartmann Schedels. Enthält 
u. a., von Schedel selbst nach einer Notiz am Schluss 1476 
geschrieben, des Enea Silvio böhmische Geschichte. Hierauf 
folgen, ebenfalls von Schedel selbst geschrieben, BL 241 '—247 
und Bl. 2öl auf böhmische und österreichische Geschichte 
bezügliche Auszüge aus der A. Chr. des Andreas und ihrer 
Forts., was hier zu dem gedruckten Hss.-Katalog ergänzend 
hervorgehoben sei.^ 

4. München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 9503. 
Papier. 2^. Aus Oberaltaich. 15. Jh. Bl. 256-272' Caiser- 
reihe von Karl d. Gr. an, zu der hauptsächlich Auszüge aus 
des Andreas A. Chr. verwendet sind, von der gleichen Hand 
geschrieben wie Bl. 237 die von uns als Auszug ebendaher 
bezeichneten Persecutiones Christianorum (S. unten) und 
der darnach folgende Traktat De ducibus Bavariae, der Teile 
aus des Andreas A. Chr. mit des Jordanus von Osnabrück 
Traktat De praerogativa Romani imperii vermischt (S. unten). 
Die in der Mitte des 15. Jhs. gefertigten Auszüge endigen 
mit dem vorletzten Satz der Forts, der A. Chr.: Eodem anno 
in octava S. Johannis baptiste obiit inclitus dux Bavarie 
Ernestus in Monacensi oppido tumulatus relinquens filium 
Albertum ducem Bavarie supramemoratum. In den Auszügen er- 
scheinen Zusätze, welche in Oberaltaich oder Straubing gemacht 
sind und unten im Anhang unter Nr. HI mitgeteilt werden. 

5. München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 12Ö3 = 
Aventinus' eigenhändige Ad versaria, Fase. VI. Enthält Bl. 137 — 152 
die Auszüge, die Bayerns grosser Geschichtschreiber Aventinus 
aus des Andreas A. Chr. und dem Auszug aus dem Conc. 
Const., wie er in clm. 14029 enthalten ist (so dass wohl diese 
Handschrift als Vorlage anzusehen ist), sich fertigte. Die Über- 
schrift lautet: Ex chronicis Andree sacerdotis Ratisbonensis S. 
Magni. Danmtör steht: Vertit in germanicam linguam Leon- 
hardus HefFt de Eistet Batisbonensium senatorum famulus. 
Am Rand: Magister Andreas genere Boemus de Broda Lipzig 
libellum edidit de heresi Hussitarum. (Diese Notiz wohl aus 
clm. 14029). Aventin meint nicht den Andreas von Regens- 
burg damit. Auf Bl. 142' unten: Über finitus vigilia Pauli 
anno 1471. Das bezieht sich ohne Zweifel auf Heffts Übers., 

* Einige Exzerpte Schedels aiis Andreas' A. Chr. finden sich auch 
in dm. 23751. 



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- xxxvn ~ 

welche „an Sandt Pauls abent 1471*' vollendet wurde und also 
Aventin auch bekannt gewesen ist. 

6. München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 8977. 
Papier. 4<>. 342 Bll. Enthält Bl. 28—75 Flores temporum, 
denen eine hauptsächlich aus der A. Chr. des Andreas und 
deren Forts, geschöpfte Forts, bis 1440 angereiht ist. 

7. München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 12115 
(aus Prül), von dem Karthäuserbruder Ulrich Cerdo aus Würzburg 
ca. 1502 (vgl. BL 258 ') geschrieben. Papier. 4». 318 Bll. 
Enthält Bl. 268—278 einen Auszug aus der A. Chr. des 
Andreas, in dem hauptsächlich auf Regensburg bezügliche 
Stücke zusammengestellt sind. Abgeschrieben sind diese Exzerpte 
des Ulrich Cerdo auch in dem unten beschriebenen clm. 27070 
des F. Franziskus Grienewalt in Prül, Bl. 101—116. 

8. München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 14870. 
Sammelbd. Pergament. 4«. 141 Bll. Enthält Bl. 133—137, 
ähnlich wie die vorher angeführte Hs., auf Regensburg bezügliche 
Auszüge aus des Andreas A. Chr. 

Die Auszüge des Angelus Rumpier von Formbach in 
Mon. Boica 16,533 stammen meist aus Andreas' B. Chr. 

Aus der vorstehenden Beschreibung der Hss. der 
A. Chr. ergiebt sich, dass dieselben sich in drei Hauptgruppen 
einteilen lassen. An der Spitze der ersten Gruppe A steht 
ein Hs.-Band, dessen erster Teil Autograph des Andreas ist, 
zwar nicht die Urschrift der Chronik, wohl aber eine durch- 
gesehene Abschrift derselben. Die von dieser Hs. noch zu 
Lebzeiten des Andreas für diesen gefertigte Abschrift in A 2 
ist ein Beweis, dass das Exemplar A l von Andreas selbst als 
authentische Vorlage für die Weiterverbreitung der Chronik 
angesehen wurde. Die Forts, wie die weiteren Werke des 
Andreas in A 1 wurden erst nach 1438 eingetragen. So konnte 
es kommen, dass die nicht erhaltene Hs., von welcher die Hss. 
A 5, 6, 7 abstammen, zwar den Hauptteil der Chronik A 1 ent- 
nahm, die Forts, aber aus anderer Vorlage. Die Gruppe B besteht 
aus 2 Hss., bei deren Beschreibung schon hervorgehoben wurde, 
dass beide auf eine oder die von Andreas mit mancherlei 
Zusätzen gegenüber A versehene Urhandschrift zurückgehen. 
Die Gruppe C, die ich die Regensburger oder St. Emmeramer 
nennen möchte, enthält nur Hss., die von einer in. Regensburg 
gemachten, nicht ganz vollständigen Abschrift einer verlorenen 
Vorlage, vielleicht jener auch von B, herstammen. 

Welche von den sämtlichen Hss. sollte dieser Ausgabe 
zu Grunde gelegt werden? Nach den vorausgehenden Dar- 



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— xxxYm - 

ingen kamen nur in Frage die Hss. AI, Bl, B 2, Gl, 
die sämtlich unmittelbar auf noch bessere, uns nicht mehr 
erhaltene Vorlagen, möglicherweise nur ein Ur-Exemplar, zurück- 
gehen. Der Person des Andreas am nächsten stand sicherlich 
jenes Exemplar, von welchem B 1 Abschrift ist; es wird nicht 
zu gewagt sein, jene verlorene Hs. als sein Handexemplar zu 
bezeichnen. Aber so viel die Abschrift B 1 mehr bietet als 
die andern Hss., so widerstrebt es doch dem wissenschaftlichen 
Sinn, eine Abschrift des 18. Jhs., die besonders die Orthographie 
selbständig verändert hat, für die Ausgabe eines Werkes des 
15. Jhs. zu Orunde zu legen, wenn nicht die äusserste Not- 
wendigkeit dafür vorhanden ist. Auch B 2 und G 1 kommen 
nicht in Betracht, da beide schon zu sehr verstümmelt sind. Bleibt 
also A 1. Diese Hs. lässt sich unzweifelhaft nach jeder Hin- 
sicht als die beste und zuverlässigste der vorhandenen Hss- 
bezeichnen. Sie ist allerdings auch nur Abschrift, aber 
in dem Hauptteil eine von dem Verfasser des Werkes gefertigte 
und nach der urschriftlichen Vorlage nochmals durchgesehene 
Abschrift. Zahlreiche Zusatzstücke im Text und am Band 
sind nicht erst hier, sondern nach der Vorlage angebracht 
Dass sie darin standen, ergiebt sich daraus, weil sie meist 
auch in B 1 sich finden; dort aber wurden sie oft sinnlos in die 
Abschrift eingereiht. Ferner enthält A 1 die anderen Werke des 
Andreas, das Gonc. Gonst., das Gonc. prov., die Ghr. Hus., je in der 
besten überkommenen Form, und auch äusserlich kommt die Hs 
dem Ur-Exemplar am nächsten, da auch letzteres als ein Band 
von gewaltigem Umfang die sämtlichen in A 1 enthaltenen 
Werke umfasst haben muss, wie aus zwei Stellen (unten S. 133, 17 
und 463,3) mit Bestimmtheit hervorgeht. So wurde denn dieser 
Ausgabe A 1 zu Grunde gelegt und die drei andern auf verlorene 
frühere Vorlagen zurückgehenden Hss. zur Feststellung zweifel- 
hafter Textstellen in erster Linie verwendet. Die Übereinstimmung 
dieser guten Hss. ermöglichte es, eine Menge von Lesarten der 
andern Hss. unabgedruckt zu lassen, da sich unzweifelhaft ergab, 
dass die Verschiedenheiten jener Lesarten nur der Nachlässigkeit 
oder Willkür der betr. Abschreiber entsprungen sind. 

Von den ersten rein kompilatorischen Teilen der Ghr. 
wurde alles weggelassen, was als aus einer der im Folgenden 
untersuchten Quellen ohne wesentliche Änderung entnommen 
sich feststellen liess. Viele trotzdem abgedruckte Stellen wurden 
wiedergegeben, weil sie wiederum als Quelle der B. Ghr., die 
den Ausgangspunkt dieser Ausgabe bildet, zu gelten haben. 

Ich reihe hier meine Untersuchungen über die Quellen 
der A. Ghr. an. 



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— XXXIX - 

Die von Andreas für die Zeit bis zam Anfang des 12. Jahr- 
hunderts am meisten benützte Quelle ist eine Chr., deren Ver- 
fasser er nicht kannte. Schon bei der Geschichte Julius Cäsars 
(S. 5,28) erwähnt er sie: In cronica satis autentica et antiqua, 
que habetur in monasterio dicto Prüfhing prope Batisponam 
ordinis S. Benedicti, sie legitur u. s. w. Unzweifelhaft mit 
Bezug auf eben diese Worte nennt er (S. 12, 18) jene Chr. als 
seine Quelle bei Papst Johann IL mit den Worten: secundum 
cronicam antiquam, cuius mencionem feoi in principio huius 
operis, quam eciam pro maxima parte sum secutus et presertim 
in annis ab incarnacione domini, und giebt hier eine Nachricht 
wieder im ausdrücklichen Gegensatz zu den Angaben in den 
Ton ihm gleich darnach genannten Chroniken Hermanns von 
Beichenau, Martins von Troppau, Konrads von Megenberg, der 
Flores temporum und einer weiteren Papst- und Kaiserchronik, 
deren Verfasser er ebenfalls nicht kennt. Schliesslich macht 
er (S. 49,25) bei der Geschichte Heinrichs IV. die ebenfalls 
zweifellos auf jene Quelle zu beziehende Mitteilung: Hucus- 
que cronica, quam in hoc opusculo antiquam appellavi, est 
perducta. Es ist merkwürdig, dass trotz dieser Angaben, in 
denen die verschiedensten Anhaltspunkte zu finden sind, die 
Forscher, die sich mit Untersuchung der Quellen des Andreas 
beschäftigten, jene Chr. nicht feststellen konnten ausser, so viel 
ich sehe, Waitz, der SS. 6, 13 das Richtige traf. Pez forschte, 
wie er in der Vorrede zum Bd. 4 seines Thesaurus anecdotorum 
berichtet (S. XV), im Hinblick auf das erste oben angeführte 
Citat des Andreas in der Bibliothek des Klosters Prüvening 
nach der Hs., jedoch vergebens. Die beiden übrigen Stellen, 
an denen Andreas so bestimmt jene cronica antiqua bezeichnet, 
scheint er ausser Acht gelassen zu haben. Wahl (S. 13), der 
wohl ausser jener ersten auch die zweite, nicht aber die dritte 
angeführte Stelle beachtet hat, sprach als höchst wahrscheinlich 
aus, dass mit jener unbekannten Prüveninger Chr. die Annales 
Katisponenses, deren Beste Wattenbach (SS. 17,577) herausgab, 
in naher Beziehung stünden. Einen direkten Beweis hiefür 
erblickte er in folgender Stelle (in der A. Chr. S. 39, 17, nicht 
allein, wie Wahl angiebt, in dem von mir oben S. XXII als 
reiner Auszug aus der A. Chr. gekennzeichneten Chronicon 
episcoporum Batisponensium) : Anno domini 962. vel, sicut in 
quadam cronica satis autentica legitur, 972., quo Otto I. obiit, 
S. Wolfgangus Batisponensi ecclesie preficitur episcopus. Wahl 
schloss daraus, dass es in den Annales Batisponenses z. J. 972 
heisst: Michahel episcopus obiit. Wolfgangus successit., auf 



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— xxxx — 

nahe Beziehung jener cronica satis autentica zu den Annales 
BatisponenseB. Auffallenderweise unterdrückte er hiebe! die 
Worte: quo Otto I. obiit, vielleicht in der Furcht, es möchte 
ihm sofort der Einwurf gemacht werden, dass in den Annales 
Batisponenses unmittelbar nach der Notiz z. J. 972 die Nachricht 
vom Tode Ottos folgt, jedoch — z. J. 974. Des Andreas obige 
Worte aber sind doch kaum anders zu verstehen, als dass in 
jener Chronik, in welcher der Tod Ottos I. z. J. 972 — zudem 
er selbst kurz vorher Otto I. von 962 an 12 Jahre Kaiser sein, 
also 974 sterben lässt — gemeldet wird, auch die Erhebung 
des h. Wolfgang auf den Regensburger Bischofestuhl ins Jahr 972 
verlegt wird. Hätte Andreas jene Jahrzahl 972 den Annales 
entnommen, so hätte er gewiss nicht die Worte: quo Otto I. 
obiit, hinzugesetzt, während die „authentische^^ Quelle anders 
angab. Hier wird also wohl eine andere cronica autentica zu 
verstehen sein als die Begensburger Annalen, und der „direkte 
Beweis" Wahls erscheint recht hinfallig. Abgesehen von jener 
angeblichen Beweisstelle sind nur 3 Nachrichten z. J. 1148, 
1152 und 1164 (S. 56,36; 57,4.26) und einige schwache An- 
klänge in den Bischofsbeschreibungen auf die Annales zurück- 
zuführen. Sonst ist eine Benützung der Annales Batisponenses 
durch Andreas nicht zu erkennen. Und es ist mir höchst wahr- 
scheinlich, dass Andreas jene Nachrichten aus einer in Mitte 
liegenden Quelle, vielleicht Konrad von Megenberg, geschöpft 
hat. Jedenfalls lässt sich sein Ausdruck über die von Wahl 
gesuchte Quelle: quam pro maxima parte sum secutus et preser- 
tim in annis ab incarnacione domini, bei so geringer Benützung 
für die Annales kaum verstehen. Wahl hat femer nicht Becht, 
wenn er sagt, der Begensburger Bischofskatalog der Annales 
Batisponenses stimme mit dem des Andreas vollständig über- 
ein; denn von dem Bischof Konrad, von dem Andreas S. 37, 23 
berichtet, wissen die Annales nichts. Und was die Chronologie 
betrifft, so weicht Andreas stark von den Annales ab. Er lässt 
Sintpertus 752 Bischof werden, die Ann. Bat. 757, Baturicus 
814, die Ann. 816, Erchanfrid 840, die Ann. nach 843, Em- 
bricho 850, die Ann. nach 851, Anspertus 880 bezw. 890, jene 
891, Tuto 890 bezw. 894, jene 895, Isengrim 921, jene 930, 
Michael 934, jene 943 u. s. w., kurz fast alle Zeitangaben sind 
bei beiden verschieden. Hiezu kommt, dass von den drei oben 
angeführten Stellen, an denen Andreas von seiner vielbenützten 
Quelle spricht, die zweite und dritte nicht auf die Annales 
passen wollen. Die Thatsache, bei der die zweite Erwähnung 
angebracht ist, ist in den Annales nicht berichtet Wahl, der 



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— TTTXT — 

hierüber gar nicht nachgeforscht hat, würde das wohl mit der 
Lückenhaftigkeit der BegeDsborger Annalen entschuldigt haben. 
Aber die dritte Stelle, die von dem Schlüsse der Quelle be- 
richtet und von Wahl überhaupt nicht erwähnt und berück- 
sichtigt ist, lässt sich auf die Annales gar nicht anwenden, 
es sei denn, dass man hier die Yermutung äussern wollte, das 
benützte Exemplar der Annales Ratisponenses sei unvollständig 
gewesen und habe nur bis zu dem angegebenen Schlüsse gereicht. 
Doch diese kühne Yermutung ist unnötig; denn so angenehm 
es gewesen wäre, in Andreas' Chronik vielleicht bis jetzt un- 
bekannte Teile von den vollständigen Regensburger Annalen 
nachweisen zu können — von den Regensburger Annalen kann 
für die Frage nach jener Chr. überhaupt nicht mehr die Rede sein, 
da sich die Quelle, um die sich Wahl vergeblich bemüht hat, mit 
aller Gewissheit feststellen lässt: es ist des Ekkehard von 
Aura berühmte Weltchronik (MG. SS. 6,1 ff.). Ich brauche 
das hier nicht weiter zu beweisen; die unten beim Text ge- 
machten Quellenangaben lassen deutlich erkennen, wie viel 
Andreas ihr entnommen hat. Hier wird verständlich, wenn 
er sagt: Quam pro maxima parte sum secutus. Sie schliesst 
mit eben jenen Nachrichten ab, bei denen Andreas es angiebt. 
Ihr folgt er hauptsächlich in der Angabe der Jahreszahlen 
(presertim in annis ab incarnacione domini) und Regierungs- 
daten. Besonders für die Kaisergeschichte schreibt er sie in 
grossen Stücken meist wortwörtlich ab, während er für die 
Papstgeschichte, der Ekkehard wenig Raum geschenkt hat, nur 
geringe Ausbeute daraus zieht. Ihren Verfasser kennt er 
nicht; aber er bezeichnet die ihm unbekannte Chronik als seine 
Quelle an vielen Stellen. Unter den aus Prüvening in die 
k. Hof- und Staatsbibliothek München gekommenen Hss. findet 
sich keine Hs. der Weltchronik Ekkehards. 

Wie Andreas für die äussere Anlage seiner A. Chr. das 
berühmteste und verbreitetste Chronikwerk des Mittelalters, das 
des Martin vonTroppau, des früher sog. Martinus Polonus 
(MG. SS. 17,377), zum Muster nahm, wählte er aus demselben 
auch so zahlreiche Stellen für seine Kompilation aus, dass 
des Martinus Text nicht bloss äusseres Muster, sondern auch 
neben andern Grundlage des Textes der neuen Chr. des An- 
dreas wurde. Von den Fortsetzungen des Martinus ist die von 
Weiland SS. 22, 475 hsg. Continuatio pontificum Romana benützt. 
Neben der Chr. des Martin von Troppau wurden die Fl eres 
temporum (SS. 24, 230 ff.; vgl. das. S. 230, Anm. 5) stark 
ausgebeutet 



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_ xxxxn — 

Wie Andreas in den älteren Teilen seiner Chronik den 
in diesen Quellen gebotenen Stoff bearbeitete oder vielmehr 
— da dieser Ausdruck schon zu viel sagt — vereinigte, zeigt 
als Beispiel deutlich die folgende Nebeneinanderstellung: 




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— yyxTTFT _ 

Man wird es begreiflich finden, wenn die solchergestalt 
zusammengesetzten Stücke in dieser Ausgabe weggelassen worden 
sind. 

Ausser Ekkehard, Martinus und Flores erscheinen in den 
älteren in dieser Ausgabe meist nicht abgedruckten Teilen 
der Chronik in geringerem Masse noch folgende Quellen un- 
mittelbar benätzt: Des Eusebius, von Bufinus fortgesetzte 
Historia ecclesiastica (verglichen nach der Ausgabe von Gacciari, 
Born 1740) für die ersten 4 Jahrhunderte nach Christus. Hieraut 
die Eirchengeschichte Gassiodors (vergl. nach dem Abdruck 
bei Migne, Patrol. lat. 69, 879 ff.)) d^^ oft als historia tripartita 
citiert wird. Hiebei kommt es vor, dass in Abschnitten, welche 
aus Ekkehard stammen und von diesem hinwiederum aus 
Bufinus oder Cassiodor entnommen sind, Andreas den Text 
der beiden letzteren ursprünglichen Quellen verwendet Es 
kommt ferner vor, dass Andreas eine Quelle, die in einem von 
ihm ausgeschriebenen Werk genannt wird, nachschl&gt und dann 
unmittelbar benützt; vgl. S. 15, Anm. 1. Das von Andreas 
oft citierte novum passionale ist des Jacobus a Yo ragine 
Legenda aurea (Jac.; vergl. nach der Ausgabe von Oraesse). 
Andreas entnimmt ihr und besonders dem in die Legende des 
Papstes Pelagius eingeschobenen chronikalischen Teil (vgl. 
SS. 24, 167), der historia Pelagii oder Longobardorum historia, 
viele Stellen und verweist ausserdem öfters auf sie, ohne aus 
ihr selbst ein Wort zu holen, wenn er seinen Text schon 
ans andern Quellen geschöpft hat. Yon andern einzelnen 
Heiligenleben beutet Andreas die des h. Magnus, 
des h. Wolfgang von Othlon, des h. Otto u. a. aus. Des 
Isidorus von Sevilla Ethymologieen werden an mehreren 
Stellen benützt, auch in der B. Chr. Des Flavius Joseph us 
Antiquitates sind dem Andreas unmittelbar bekannt; des „christ- 
lichsten Römers" Boethius Consolationes philosophiae leihen 
ihm an vielen Stellen, besonders der B. Chr., ihre Worte. Des 
Bischofs Huguccio von Ferrara (1190— 1210) über deri- 
vationum, ein ungedrucktes lateinisches Lexikon, liefert ihm 
Worterklärungen für Caesar (S. 5,23), colosseum, amphitheatrum 
feria, petalum, cometa (S. 119, 21) und in der B. Chr. für chronica 
(S. 506, 15). Von diesem weitverbreiteten Werk besass die Biblio- 
thek zu St. Emmeram sogar 2 Exemplare, jetzt clm. 14056 
und 14168. Über eine vermutliche Quelle zur Augsburger 
Lokalgeschichte vgl. S. 3, Anm. 2. Eine chronica Herimanni, 
que est Batispone ad. S. Eramerammum, nennt Andreas S. 12, 13 
als seine Quelle. Es ist kaum zweifelhaft, dass darunter die 



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— XXXXTY ~ 

aus dem 11. Jh. stammende, früher mit der Signatur P CXVI. 
zu St. Emmeram in Begensburg, jetzt als clm. 14613 in der 
k. Hof- und Staatsbibliothek zu München verwahrte Hs. der 
Chr. Hermanns von Reichenau (SS. 5,67) zu erblicken 
ist Findet sich doch ein Schreibfehler dieser Hs. (SS. 5, 103), 
furonensis statt Yeronensis, auch an der betrefTenden 
Stelle bei Andreas. Die Hs. enthält neben Hermann von 
Reichenau Gassiodors Chronik und ist auch von Aventinus 
(vgl. Sämtl. Werke 1, 604. 648) benützt worden. Hermanns 
Chronik liegt nur für wenige Stellen bei Andreas zu Grunde. 
Die Märlein des Martinus und der Flores scheinen dem Andreas 
besser gefallen zu haben als die wichtigen, aber trockenen Nach- 
richten des Reichenauer Oeschichtschreibers. Cbn. 14613 enthält 
auf einzelnen Blättern auch eigene historische Aufzeichnungen aus 
Si Emmeram, die nur in dieser Hs. sich finden (hsg. v. Boehmer, 
Fontes 3,495, darnach von Jaff6, SS. 17,573 als Notae S. 
Emmerami). Sie sind von Andreas — wieder ein Beweis, dass 
er gerade jene Hs. in Händen gehabt hat — benützt in der 
Geschichte der Bischöfe Konrad II. (S. 59,31) und Sigfried 
(S. 63, 19) von Regensburg und auch in der B. Chr. (S. 545, 15). 
Eine zweite Abschrift der Chronik Hermanns von Reichenau 
besass das Kloster St. Emmeram in dem jetzigen clm. 14511 
(alte Signatur: F XIV), Bl. 41-129. Der Text Hermanns 
ist aber an vielen Stellen mit Regensburger Lokalnotizen unter- 
mischt, deren Verfasser in St. Emmeram selbst zu suchen ist. 
Sie reichen bis 1421 (nicht 1409, wie der gedruckte Münchener 
Hs8.-Katalog bemerkt). Da die gleiche Hand auf Bl. 169 eine 
Nachricht z. J. 1431 eintrug und Bl. 158' den 1454 verstorbenen 
Abt Wolfhard von St Emmeram als felicis memorie Wolfhardum 
Strauss huius loci abbatem bezeichnet, dürfte die Niederschrift 
der interpolierten Chronik Hermanns erst Mitte des 15. Jhs. 
erfolgt sein. In den Regensburger Lokalnotizen erscheint jeden- 
falls des Andreas A. Chr. schon benutzt. 

Besondere Sorgfalt verwendet Andreas auf die Geschichte 
Tassilos. Er schreibt (S. 25,25): Huius Tassilonis hystoriam 
ex diversis pro posse coUegi et eam utpote de nostrate huic 
operi inserere curavi. Nun findet sich die nach dieser Notiz 
von Andreas selbst aus verschiedenen Quellen vereinigte 
Zusammenstellung vollständig in jenem Stück, welches in 
den Mon. Boic. 13, 493—507 als Bernardi Norici Opuscu- 
lum V. anecdotum de genealogia fundatoris coenobii Cremi- 
fanensis abgedruckt ist. Aus diesem Umstand konnte gefolgert 
werden — und die Herausgeber der MB. scheinen der Ansicht 



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— xxxxv — 



I 



gewesen zu sein — , dass Andreas nur jenes Stück abgeschrieben 
habe. Damit wäre seine Angabe, dass er seinen Stoff aus ver- 
schiedenen Quellen zasammengetragen habe, unwahr, und wir 
hätten hier den einzigen Fall, in dem wir Andreas wissentliche 
Unwahrheit vorwerfen müssten. Wir haben zu untersuchen, 
ob hiezu eine Berechtigung besteht. Zunächst ist festzustellen, 
dass der oben angeführte Titel des Stückes in den MB. 
keineswegs in der Hs., welcher die Aufzeichnung entnommen 
ist, enthalten ist, sondern von den Herausgebern der MB. 
stammt Diese Hs. ist der jetzt im k. allgemeinen Beichsarchiv 
verwahrte Traditionskodex Nr. 2 des Klosters Weltenburg, in 
welchen auf den ersten Blättern vor den ürkundenabschriften 
und -Auszügen, ut clarescat huius nostri auctoritas fundatoris^ 
eben jenes Stück, eine Geschichte des Elostergründers Tassilo, 
zusammengeschrieben ist. Diese Weltenburger Kompilation 
trägt in der Hs. keinen Titel, und der von den gelehrten 
Herausgebern der MB. gegebene Titel ist insofern irre- 
führend, als nicht nur ein Teil -oder ein Exzerpt aus Krems- 
münsterer Quellen — die immer noch unentschiedene Streitfrage 
über Sigmar oder Bernhard als Verfasser berührt uns hier 
nicht — vorliegt, sondern ausser den allerdings aus Krems- 
münster stammenden Teilen, welche die Bezeichnung veranlassten, 
noch andere Teile vorhanden sind, welche nicht zu den Krems- 
münsterer XJeberlieferungen gehören. Alle diese andern Teile 
(von den Schlussworten abgesehen) finden sich bei Andreas 
von Regensburg. Die Weltenburger Kompilation schreibt zu- 
nächst die 2 Kremsmünsterer Kapitel De fundatoris genealogia 
(ohne diese Überschrift) und De provincia principatus eins 
(mit Überschrift) ab (Loserth, Die Geschichtsquellen von Krems- 
münster [besser als die Waitz'sche Ausgabe SS. 24J, S. 84), un- 
verändert, da ja Ausdrücke wie nostre fundacionis mirificus 
architectus und fundator noster auch auf Weltenburg passten. 
Der folgende Text (MB. S. 499, Z. 4 — S. 503, Z. 16) stimmt 
mit dem des Andreas überein. Dann fährt der Kompilator fort 
mit den Anfangsworten des Kremsmünsterer Kapitels De 
religione eins in monasteriis construendis (Loserth S. 88): Hie 
est Tassilo, qui, ut dicit historiographus, in divino servicio 
et officio ampliando devotissimus existens celebria monasteria 
construxit, scilicet — merkwürdigerweise im Folgenden nicht 
den Kremsmünsterer Text gebend, sondern die alsdann bei 
Andreas folgende Gründungsgeschichte von Wessobrunn, die 
Andreas (S. 28,9) bemerkenswerter Weise einleitet mit: Hie 
est Tassilo dux, qui in servicio et officio divino devotissimus 



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- XXXXYI — 

existens inter cetera monasteria celebria PoUmgen canonicorum 
regularium construxit, item Wessespruue etc. Was ans der 
Übereinstimmung des Textes von Eremsmünster und dem des 
Andreas zu folgern ist, wird später untersucht. Der Welten- 
burger Kompilator sagt nach der Wessobrunner Gründungs- 
geschichte : Item construxit monasterium canonicorum regularium 
in Fölling. Item monasterium in Krembsmünster fundavit 
hac ex causa, nunmehr das Kremsmünsterer Kap. De origine 
et causa fundationis monasterii Chremsmunstrensis (Loserth 
S. 89 — 90) anreihend. Es folgen dann zwei Sätze, die bei 
Andreas an die Wessobrunner Geschichte sich anschliessend 
wobei auflSllt, dass der Satz des Andreas (S. 28,17): Item 
fundavit monasterium S. Nicolai Patavie, fehlt, der einzige, der 
von des Andreas Text nicht in der Weltenburger Kompilation 
enthalten ist. Die zwei nächsten Sätze sind wieder der Krems- 
münsterer Quelle (Loserth S. 88, Z. 6 v. u. — S. 89, Z. 2) 
entnommen, dann folgen die auch von Andreas mitgeteilten Verse 
über Tassilo, und das Ganze schliesst nach dem letzten : Tassilo 
dux, primum rex, monachus sed ad ymum, mit drei weiteren 
Versen, die schon in den MB. als der Weltenburger Tradition 
entstammend bezeichnet werden: Anno quingento dum esset 
a nativitate Septuaginta quinque predictis additur annis Domini 
structuram monasterii condidit istam, und dem der Krems- 
münsterer QueUe (S. 89, Z. 3) nachgebildeten Satz : Hec dicta 
sunt, ut clarescat huius nostri auctoritas fundatoris. Gebührt 
nun die Priorität der Weltenburger Kompilation oder dem 
Andreas ? Der Weltenburger Traditionskodex ist in der Haupt- 
sache in gleichmässigen Zügen von einer Hand geschrieben, 
die auch die Einleitung vom Leben Tassilos eingetragen hat. Die 
jüngsten von dieser Hand eingeschriebenen Urkunden stammen 
vom Jahr 1449; eine solche von 1453 ist schon von anderer Hand 
eingetragen. Man wird kaum fehlgehen, wenn man behauptet, 
dass der Traditionskodex zwischen jenen Jahren, also um die 
Mitte des 15. Jhs., hergestellt wurde. Ist damals das Leben 
Tassilos auch verfasst, nicht bloss geschrieben, so ist zweifellos, 
dass es einfach aus dem Texte der Kremsmünsterer Geschichte und 
dem des Andreas zusammengesetzt wurde. Da wir keine andere 
Hs. besitzen imd da insbesondere der ältere im k. Reichsarchiv 
befindliche Weltenburger Traditionskodex Nr. 1 die Kompilation 
nicht enthält, gewinnt diese Vermutung Wahrscheinlichkeit 
Gerade in der Geschichte von Tassilo sind bei Andreas die 
verschiedenartigsten Quellen vereinigt. Die Grundlage aus 
Ekkehard, Niederaltaicher Nachrichten, die in den Fundationes 



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_ xxxxvn — 

enthaltene Bearbeitung der Lorscher Aunalen, die von eben- 
dort herstammende Pollinger Aufschreibung über die Engel- 
sage u. s. w. konnte wohl eher ein geschichtskundiger Mann 
wie Andreas als ein Mönch zu Weitenbarg, das wenig Bücher 
hatte, yereinigen. Ein anscheinend geringfügiger umstand 
scheint mir sicher die Abhängigkeit des Weltenborgers von 
Andreas zu beweisen. Wie oben erwähnt fehlt in dem Welten- 
burger Text ein einziger Satz von dem ganzen Stück in der 
Form, die es bei Andreas hat, nämlich die Bemerkung über 
die Gründung von St Nikolaus zu Passau. Dieser Satz fehlt nun 
auch in der 2. Redaktion: der B. Chr. des Andreas (S. 519, 21), 
welche ebenfalls die Stellen über Tassilo ziemlich unver- 
ändert enthält, während er im Text der A. Chr. und der 
1. Redaktion der B. Chr. erscheint Dass Andreas, nachdem 
er in den früheren Texten jene Notiz hatte, später vielleicht 
sie wegliess, weil sie in der Weltenburger Quelle nicht stand, 
ist doch gar zu unwahrscheinlich. Der Wegfall dürfte auf 
einen Zufall zurückzuführen sein. Umgekehrt aber dürfte zu 
schliessen sein, dass der Weltenburger eine Handschrift jener 
Form der B. Chr. des Andreas benützte. Man wird einwenden, 
dass die Anführung der aus Weltenburg stammenden Yerse 
für die Abhängigkeit des Andreas von der Weltenburger Auf- 
schreibung spreche. Aber Andreas konnte diese Verse bei 
eigener Anwesenheit in der Weltenburger Kirche notiert haben 
oder auch einer anderen Quelle verdanken. Hätte Andreas den 
Weltenburger Text als Quelle gehabt, so hätte er wohl auch 
von den aus Eremsmünster stammenden Teilen einige Stellen 
übernommen. Bei seiner Vorliebe für Kloster-Gründungs- 
geschicbten wäre doch wohl zum mindesten die Eremsmünsterer 
Gründungsgeschichte willkommener StofT gewesen. Letztere 
findet sich zwar nicht bei Andreas, aber einige Ausdrücke in dem 
Abschnitt über Tassilo zeigen, wie ich unten S. 26, Anm. 3 und 
S. 27, Anm. 1 u. 3 bemerke, merkwürdigerweise unverkennbare 
Anklänge an die Eremsmünsterer Oeschichtsquellen. Andreas 
könnte diese allerdings auch direkt benützt haben, doch ist 
das unwahrscheinlich. Viehnehr wird folgende Betrachtung 
auf den wahren Sachverhalt hinführen. Eine Stelle scheint 
am bedenklichsten gegen meine Behauptung von der Ab- 
hängigkeit des Weltenburger Stückes von Andreas zu 
sprechen, ein Satz, der nicht bloss der Weltenburger und 
der Eremsmünsterer Quelle, sondern auch dem Texte des 
Andreas gemeinsam ist Stellen wir die drei Texte neben- 
einander : 



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— xxxxvm — 

Weltenburg 

(MB. 13, 503) : 

Hie est Tassilo, qui, 

ut dicit historiographus, 

in divino servicio et 

officio ampliando devo- 

jissimus existens oelebria 

monasteria, scilicetWes- 

selpnin . . . folgt dessen 

Gründungsgeschichte, 

dann: Item construxit 

monasterium canonico- 

rum in Fölling. 



Andreas 
(S. 28,9): 
Hie est Tassilo diix, 
qui in servicio et officio 
divino devotissimus exi- 
stens inter cetera mona- 
steria celebria Pollingen 
canonicorum regiilarium 
construxit, item Wes^es- 
prunne . . . folgt deeaen 
Gründungsgedcbichte. 



Kremspaünster 
(Loserth S. 88): 
Hie est Tassilo, qui, 
ut dicit historiographus, 
in divino servitio ampli- 
ando devotissimus exi- 
stens celebria monaste- 
ria construxit, scilicet 
Chremsmunster, Lauris- 
haim , Wetzenpnmn. 
Item construxit . . . 
folgen andere von Tassi- 
lo gegründete Klöster. 

Nach dieser Zusammenstellung ist klar, dass der Welten- 
burger Text den Kremsmünsterer und den bei Andreas er- 
scheinenden Text in sich vereinigt. Ist aber nicht der letztere, 
der auch den Kremsmünsterer Text teilweise enthalt, eben- 
deswegen als aus der Weltenburger Zusammenstellung geflossen 
zu erachten? Man müsste wohl mit Ja antworten, wenn die 
Worte Hie est Tassilo u. s. w. nur in der einen Kremsmünsterer 
Quelle vorkämen. Aber diese selbst macht die weitvolle Angabe, 
dass sie hier die Worte einer Quelle gebraucht: ut dicit 
historiographus. Wer dieser historiographus ist, haben die 
bisherigen Herausgeber und Kritiker der Kremsmünsterer 
Aufzeichnungen nicht zu sagen vermocht Ich kann darauf 
hinweisen, und vielleicht ist dieser Hinweis für eine kritische 
Untersuchung der Quellen der wertvollen Kremsmünsterer 
Geschichts werke, der ich hier nicht weiter nachgehen kann, 
beachtenswert, dass in dem sog. Auctarium Ekkehardi Altahense, 
Niederaltaicher Zusätzen zu Ekkehard (SS. 17,362), die sicher 
vor jenen Zjremsmünsterer Aufzeichnungen gemacht wurden, 
sich folgende Stelle findet: Hie est Thessalo dux, qui in ser- 
vicio et officio divino ampliando devotissimus existens monasteria 
celebria construxit, scilicet Ghremismunster et item monasterium 
S. Petri Lorshi et Wezzinsbrunnen. JafiK, der Herausgeber 
der Niederaltaicher Geschichtswerke, hat diesen Satz als Nieder- 
altaicher Original betrachtet. Ob er das wirklich ist oder ob 
er wieder aus früherer Quelle stammt, ist hier nicht zu unter- 
suchen. Mit Sicherheit darf aber wohl behauptet werden, dass 
dieser Satz (besonders auch wegen der Zusammenstellung 
gerade jener drei Klöster), dem Kremsmünsterer Text zu Grunde 
liegt. Jedenfalls aber war er für Andreas auch aus anderer 
Quelle erreichbar als nur etwa der Weltenburg -Krems- 
münsterer. Thatsächlich finden wir denn auch bei Andreas noch 
einen weiteren Satz (S. 25, 19) wörtlich mit dem Auctarium 



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— X XX XTX — 

übereinstimmend, während er in der Kremsmünsterer Quelle 
zwar benützt erscheint, aber verändert ist. Andreas hat also 
an jenen beiden Stellen — bei andern mag es ähnlich sein — 
eine Quelle der Kremsmünsterer Aufzeichnungen direkt be- 
nützt. Dieser Umstand zerstreut auch das letzte Bedenken 
gegen die selbständige Arbeit des Andreas bei der Zusammen- 
stellung der Geschichte Tassilos. Der Weltenburger Korapi- 
lator hat nur Kremsmünsterer Bruchstücke mit des Andreas 
Text vereinigt. 

In geringerem Masse, als man erwarten sollte, hat Andreas 
die berühmten Annalen seines niederbayerischen Landsmannes, 
des Abtes Hermann von Niederaltaich (SS. 17, 381—407) 
benützt. Er citiert sie nirgends ausdrücklich als seine Quelle, 
aber in der A. Chr. liefern sie von 1152 bis 1241 eine Keihe 
von Stellen; für die spätere Zeit von 1241—1273, für welche 
Hermanns Annalen erst eigentlich wichtig werden, sind sie 
auffallenderweise nicht benützt. Auch für die B. Chr. ist 
ihnen eine Anzahl von Stellen entnommen, und zwar meist 
andere als in der A. Chr., so dass hier, wie auch sonst zu 
erkennen ist, Andreas nicht bloss sein erstes Werk ausschreibt, 
sondern eine für jenes benützte Quelle aufe neue befragt. 
Insbesondere dürfte die Urkunde Kaiser Friedrichs I. von 1156 
aus Hermanns Annalen stammen. Für die spätere Zeit ist 
wenigstens eine charakteristische Stelle über Herzog Otto IL 
von Bayern und seinen Tod der Niederaltaicher Quelle ent- 
nommen. Ausser den Annalen Hermanns von Niederaltaich 
benützte Andreas auch dessen Aufzeichnung De institutione 
monasterii Altahensis (SS. 17, 369—373), doch nur an wenigen 
Stellen in der A. Chr., ein einziges Mal in der B. Chr. Von der 
Benützung der Niederaltaicher Zusätze zu Ekkehard war eben 
die Rede (S. XXXXVIH). Hier möchte ich darauf hinweisen, 
dass an den bezeichneten 2 Stellen vielleicht nicht jene Zusätze 
selbst, da sie ausserdem nicht benützt erscheinen, sondern eine 
frühere Quelle, der sie entstammen, in Betracht kommen könnten. 

Als eine ungedruckte Quelle des Andreas müsste nach 
den unten folgenden Darlegungen ein Traktat mit dem Titel 
De ducibus Bavariae betrachtet werden, auf dessen Nieder- 
schrift in dem cod. pal. vind. 3402, Bl. 175—184' Martin Mayr 
(XA. 5, 137) aufmerksam machte, und den ich dann auch in 
den Münchener Hss. clm. 2936, 9503 und 17541 feststellte. 
Dieser Traktat, dessen Text an vielen Stellen gleichen Wort- 
laut mit dem der A. Chr. aufweist, ist ein sonderbares Mach- 
werk. Martin Mayr, der nach der einzigen ihm bekannten 

Qaellen und Eroert«rangen N. F. I. IV 

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Wiener Hs. Angaben über ihn machte, nachdem ein ganz 
kurzes Bruchstück daraus SS. 24, 285 yeröfPentlicht war, hielt 
ihn für einen kirchenpoiitischen Traktat aus der Zeit Ludwigs 
des Bayern, der Zweck und Entwickelung des Kaisertums mit 
besonderer Bücksicht auf Bayern darstelle, und glaubte, dass 
er vermutlich Yon Konrad von Megenberg geschrieben sei. 
Schon als ich 1893 zu andern Zwecken die Wiener Hs. in 
die Hand bekam und den Traktat zu prüfen begann, machte 
ich die Wahrnehmung, dass die eigentlich kirchenpolitischen 
Ausführungen darin nichts anderes sind als Auszüge aus einer 
der berühmtesten Streitschriften des 13. Jhs., nämlich der 
Schrift des Jordanus von Osnabrück De praerogativa 
Bomani imperii, hsg. v. Waitz in Abhandlungen d. k. Oes. 
d. Wiss. zu Göttingen Bd. 14 (1869). Auf die Münchener Hss, 
warde ich erst vor Kurzem durch Zufall aufmerksam. Die 
beste derselben ist clm. 9503 (2^. Papier. Mitte des 15. Jhs. 
Aus Oberaltaich). Der gedruckte Hss.-Katalog verzeichnet als 
auf ßl. 241 — 256 befindlich drei verschiedene Stücke: Bl. 241 
J)e ducibus Bavariae, BI. 252 Misterium translationis regni, 
Bh 253 Tractatus magistri Jordani canonici Osnabrugensis de 
praerogativa Bomani imperii. Ähnlich ist es bei clm. 2936 
{2^. Papier. 2. Hälfte des 15. Jhs. Aus Altomünster) und 
chn. 17541 (2^ Papier. 2. Hälfte des 15. Jhs. Aus Schleh- 
dorf), in welch' beiden Hss. die Stücke noch neben zwei anderen 
vorkommen, den unten zu behandelnden Persecutiones Christi- 
anorum und einem De diversis haeresibus betitelten Stück. 
Die beiden Titel Misterium etc. und Tractatus etc. finden sich 
als Oberschriften in den Hss. Durch die Yergleichung mit 
der Wiener Hs. kann ich hier feststellen, dass die so betitelten 
Stücke mit dem unter dem ersten Titel aufgeführten Stück 
ein Ganzes bilden. In der Wiener Hs. fehlen die beiden letzten 
Titel, so dass der aus Jordanus stammende Teil nicht unmittelbar 
als solcher zu erkennen war. An jenen Stellen folgt keines- 
wegs der ganze Traktat des Jordanus von Osnabrück, wie man 
nach der Beschreibung im gedruckten Münchener Hss.-Katalog 
annehmen könnte, sondern nur Bruchstücke daraus, wie sie 
auch schon im ersten De ducibus Bavariae überschriebenen 
Teile vorkommen. Diese Auszüge aus Jordanus bilden gewisser- 
massen das Gerippe, das nichts weniger als kunstvoll mit einem 
Wust von Bruchstücken aus bayerischen Geschichtsquellen 
umkleidet wurde, ohne dass deutlich erkennbar ist, welchen 
Zweck die ganze Ausarbeitung verfolgte. Oft ohne Übergang, 
meist aber sinnlos oder widersinnig, sind zwischen die einzelnen 



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-Li- 
der Beihe nach aus Jordanus entnommenen Teile die bayerischen 
Bruchstücke eingezwängt, dass man fast geneigt wäre, eher 
Zufall als Absicht anzunehmen. Doch ist andererseits wieder 
letztere unverkennbar. Zuerst drängte sich mir der Verdacht 
auf, dass hier jene Teile aus Jordanus hauptsächlich mit Teilen 
aus des Andreas A. Chr. vereinigt seien; denn die Aehnlich- 
keit des Wortlauts der letzteren Quelle mit vielen Stellen des 
Traktats wies auf direkte gegenseitige Beziehungen hin. Aber 
ich kam zunächst nicht über den umstand hinweg, dass der 
in der mir zunächst allein bekannten Wiener Hs. der Schrift 
nach dem 15. Jh. angehörige Traktat angeblich schon dem 
14. Jh. entstammte, was Mayr (a. a. 0.) und Waitz (SS. 24, 215) 
nicht bezweifelten. Wäre dem so, so müsste der Traktat ent- 
weder selbst als Quelle des Andreas bezeichnet werden, oder 
zum mindesten hätte der Verfasser des Traktats eine Haupt- 
quelle ausgeschrieben, aus der auch Andreas bedeutende Ent- 
lehnungen gemacht hätte. Zunächst war folgender Gesichtspunkt 
ins Auge zu fassen: Wenn der Traktat eine Quelle des Andreas 
wäre, so würden wohl nicht bloss die auf bayerische Geschichte 
bezüglichen Teile, sondern auch die mit diesen absichtlich ver- 
bundenen Stücke aus Jordanus von Andreas benutzt worden 
sein, da Andreas nicht wohl hätte unterscheiden können, welche 
Teile gerade aus Jordanus stammten und welche nicht. Der 
Traktat trägt die Überschrift : De ducibus ßavarie, und beginnt 
mit der bayerischen Geschichte zur Agilolfingerzeit: Teraporibus 
Gregorii I. pape . . . Agilolfus rex Langobardorum Theodelin- 
dam . . . duxit in uxorem. Der folgende Text stammt wie bei 
Andreas (S. 13 fit) aus Ekkehard und zeigt gegenüber Ekkehard 
ganz die gleichen Abweichungen, wie sie bei Andreas sich finden. 
Auch im Folgenden erscheint hauptsächlich der Text des 
Andreas, und der Verfasser des Traktats müsste neben Ekke- 
hard die gleichen Quellen, wie Andreas sonst, benützt haben : 
Jacobus a Voragine und Hermann von Niederaltaich. Nach 
der kurzen Geschichte Tassilos folgt die Gesciüchte des Ur- 
sprungs der Franken im Auszug aus dem 4. Kap. des Jordanus 
von Osnabrück. Der Schluss dieses Kap. findet sich bei Andreas 
wieder. Also, möchte man sofort schliessen, hat Andreas den 
Traktat benützt. Dies wäre auch kaum zweifelhaft, wenn er 
nur Stellen übernommen hätte, die der Traktat enthält. Nun 
fehlt aber in dem Traktat von dem Satz (Jordanus, Ausg. v. 
Waitz, S. G4; Andreas S. 19,23): Hoc siquidem Plectrudis 
dicti Pippini Grossi coniunx fundavit, der ganze Schluss: in 
honore u. s. w. bis sepeliri. Daraus wäre zu entnehmen, dass 

IV» 

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- LU - 



Andreas, der diesen Schluss hat, nicht den Traktat benutzt 
haben kann, sondern unmittelbar oder durch Vermittelung 
einer dazwischenliegenden, nicht mit dem Traktat identischen 
Quelle den Text des Jordan us erhalten haben muss. Der 
naheliegende Schluss aber, dass der Traktat hier des Andreas 
Text benutzt habe, kann nicht gemacht werden, weil der 
Traktat ja den Jordanus noch an vielen Stellen ausschreibt, 
die nicht bei Andreas sich finden. Gar zu fem läge die An- 
nahme, dass Andreas doch den Traktat benutzt hat, und dass 
nur in der Wiener und Münchener Abschrift jener erwähnte 
Satzschluss fehlt. Weitere dem Traktat und Andreas gemein- 
same Stellen zähle ich 13. Eine mit Jordanus gemeinsame Stelle 
zeigt sich bei Andreas ausser der oben erwähnten Geschichte 
nicht mehr. Der Verfasser des Traktats müsste, wenn wir seine 
mit Andreas gemeinsamen Stellen, deren Aufzählung ich hier 
ersparen will, überblicken, alle die verschiedenen Quellen benutzt 
haben, die auch Andreas ausbeutete, darunter sogar unbekannte, 
die wir ausführlicher bei Andreas finden. An solchen Stellen 
wäre also von Andreas der Traktat selbst nicht benutzt. 

Einen sicheren Ausweg aus allen unseren Zweifeln zeigt 
uns an einer jener 13 Stellen eine sonderbare Behauptung des 
Tractatus: Item anno domini 1166. Heinricus dux Bavarie et 
Saxonie predictus a Friderico imperatore prefato per sentencias 
principum proscribitur et a suis honoribus deponitur et Otto 
comes palatinus de Schyra dux Bavarie seu Noricorum con- 
stituitur. Als Quellen für diesen Wortlaut kämen Hermann 
von Niederaltaich und die Heilsbronner Annalen in Betracht, 
aus denen auch sicherlich des Andreas Text entstanden ist, 
weshalb wir die letzteren 3 Texte nebeneinanderstellen: 



Andrea.s (unten S. 57, 
29): 

1166. ordinantur ca- 
nonici reguläres in Salcz- 
burg. 

1180. marchionatus 
Stirie mutatur in duca- 
tura. Eodcm anno 
Heinricus dux Bawarie 
et Saxonie aFriderico im- 
peratore per sentencias 
principum deponitur et 
Otto comes de Behyra 
dux Bavarie constituitur. 



Herrn. Altah. Annales 
(SS. 17,384): 

1166. . . . Ordinatio 
clericorum in Saltzpurch 
ab archiepiscopo Chun- 
rado. . . . 

1180. Styrensis mar- 
chio Otacher mutato 
antiquitatis nomine dux 
appellari gloriatur. 
Heinricus dux Ba- 
warie ab imperatore 
eicitur, Otto palatinus 
comes de Schvra ei 



Annal. Halesbr. Ma- 
iores (SS. 24,44): 

A.D. 11()6. ordinan- 
tur canonici regu- 
läres in Salczburch 
ordinis S. Augustini. 

A.D. 1180. Heinri- 
cus dux Babarle a 
Fridrico impera- 
tore per sentencias 
principum ducatu 
privat ur et Otto de 
Schyria comes ei sub- 
sti tuitur. 



substituitur. 

Es ist kaum zweifelhaft, dass Andreas seinen Text aus 
den beiden hier danebengestellten Quellen, die er auch sonst 



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— Lni — 

vorher und nachher ausschrieb, gefertigt hat: Die Grund- 
lage bildet der Text der Ann. HaL, die ihrerseits selbst schon 
Hermann benutzt haben; aber dem letzteren ist wohl un- 
mittelbar die Nachricht von der Erhebung der Steiermark zum 
Herzogtum entnommen . Vergleicht man den Text des Tractatiis 
mit den 3 andern Texten, so fallt sofort auf, dass der den 
Heilsbronner Annalen eigentümliche und deswegen auch in 
den SS. durch den Druck hervorgehobene Ausdruck : per sen- 
tencias principum, auch im Tractatus verwendet ist Es wäre 
sonderbar und ist ganz unwahrscheinlich, dass der Verfasser 
des Tractatus, der sonst die Ann. Hai. nicht benutzte, gerade 
an dieser Stelle einen jene kennzeichnenden Ausdruck entlehnt 
hätte. Aber nehmen wir nun an, dass er den Text des An- 
dreas benutzt hat, mit dem er nach unserer Untersuchung 
so viele Übereinstimmung aufweist, so wird klar, wie er zu 
jenem Irrtum kam, die Einsetzung der Witteisbacher ins 
bayerische Herzogtum in das J. 1166 zu verlegen. In der 
Schnelligkeit des Exzerpierens übersah er, dass des Andreas 
Worte Eodem anno sich auf die Jahrzahl 1180 beziehen, und 
schrieb die vorhergebende Jahrzahl 1166 ab. Nur durch ein so 
grobes äusserliches Versehen konnte dieser die ganze Arbeit 
des Tractatus-Schreibers kennzeichnende Fehler entstehen. Haben 
wir so für diesen Fall die Überzeugung gewonnen, dass nicht 
der Traktat des Andreas Quelle ist, sondern dass es sich um- 
gekehrt verh&lt, und betrachten wir nunmehr unter diesem 
Gesichtspunkt alle Berührungsstellen zwischen dem Traktat und 
Andreas, so festigt sich die gewonnene Überzeugung, dass 
Andreas Hauptquelle für die bayerischen Bruchstücke der 
Kompilation ist,^ und wir werden nicht mehr versuchen, den 
der Schrift nach in allen Hss. dem 15. Jh. angehörenden 
Traktat dem vorhergehenden Jh. zuzuschreiben. Jedenfalls darf 
auch der Name Eonrads von Megenberg, was ein von mir 
vorgenommener Vergleich mit dessen Tractatus de translatione 
imperii der Eichstätter Hs. Nr. 698 klar bewies, nicht mit 
diesem geistlosen Machwerk in Verbindung gebracht werden. 
Der Abschnitt, der bei Andreas dem Texte des Jordanus von 
Osnabrück entnonmien ist, stammt direkt dorther, oder wenn 
er durch eine andere Quelle vermittelt ist, durch den Traktat 
ist dies sicherlich nicht geschehen. Ebenso verhält es sich mit 

* R»i clm. 9503 npricht hiefür auch der I^'nistaiul, da^s wir die 
daselbst Bl. 237 vorausgehenden und auch in den beiden andern Münchener 
Hss. enthaltenen, unten zu besprechenden Persecutiones Christianorum 
und die Bl. 256 folgenden, oben 8. XXXVI erwähnten Teile als Auszüge aus 
des Andreas A. Chr. nachweisen. 



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— LIV - 

den von Andreas aus uns unbekannten Quellen entnommenen 
Stellen, die im Traktat wiederkehren. 

Hieran sind noch einige Bemerkungen über das Ver- 
hältnis des Andreas zu der Eichstätter Hs. No. 698 (früher 
269), die ich unten in Anmerkungen verschiedene Male erwähnt 
habe, zu knüpfen. Die Hs. (Papier, in 2^ 674 S.) ist teil- 
weise beschrieben Archiv 9, 654. Dürrwächter (Die Gesta Caroli 
Magni S. 15) sprach die Hofihung aus, einmal den Nachweis 
führen zu können, dass eine direkte Benutzung jener Hs. durch 
Andreas stattgefunden habe. Ich weiss nicht, wie er diesen 
Nachweis erbracht hätte. Meine Untersuchung der Eichstätter 
Hs. hat mich nicht zu der gleichen Überzeugung gebracht. Es 
ist wohl sicher richtig, wenn Dürrwächter die Hs. als eine 
Regensburger bezeichnet und in der Hauptsache kurz vor 1415 
geschrieben sein lässt. Aus dem reichen Inhalt der Hs. stehen 
in Beziehung zu Andreas: 1) die Tractatus de translatione 
imperii Roraani des Konrad von Megenberg (S. 406—483), 
worüber ich in meiner Abhandlung: Die verlorene Chronik 
Konrads von Megenberg (in Festgabe für K. Th. v. Heigel, 
S. 160 ff.) mehr gesagt habe; 2) eine grosse Zahl von Akten- 
stücken, die auch in des Andreas Gonc. Gonst. enthalten sind. 
Nichts liegt näher als die Annahme, Andreas habe jene Stücke 
aus der eben besprochenen Hs. entnommen. Aber die Les- 
arten verbieten diese Annahme. Schon wenn man die HTA., 
in denen eine ziemliche Zahl der in beiden Sammlungen ent- 
haltenen Stücke abgedruckt ist, zur Hand nimmt, stellt sich das 
von Dürrwächter behauptete Verhältnis als unrichtig heraus. 
Es zeigt sich, dass Andreas zumeist bessere, die Eichstätter Hs. 
schlechtere Lesarten hat. Bei den Sitzungsakten des Konzils 
zu Pisa ist bald die eine (Andreas 2,5—8), bald die andere 
Sammlung (S. 302 — 304) ausführlicher. Das weist darauf hin, 
dass beide nicht in direkter Beziehung stehen, sondern auf 
eine (ev. mehrere) gemeinsame Vorlage zurückgehen. Vgl. 
was über das Verhältnis der Eichstätter Hs. zur Wiener und 
zur Memminger Hs. des Gonc. Gonst. RTA. 6,339 gesagt ist 
3) Die Gesta Karoli Magni der Regensburger Schottenlegende 
(S. 502 — 535), welche sich auch in dem unten beschriebenen, 
von Andreas stammenden clm. 903 finden, im Gegensatz zu dem 
Hauptinhalt letzterer Hs. nicht von der Hand des Andreas ge- 
schrieben. Auch bei diesem Stück kann nicht von einer direkten 
Benützung der Eichstätter Hs. durch Andreas gesprochen werden, 
wie denn Dürrwächter selbst bei seiner Hss.-Üntersuchung 
(S. 20) zu dem Schlüsse kam, dass der in clm. 903 enthaltene 



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— LV — 

Text weder Toa der anderen Hs. stammen noch mit ihr die 
gleiche Vorlage haben kann, so dass erst für die beiderseitigen 
Vorlagen eine gemeinsame noch ältere Vorlage anzunehmen ist. 
4) Plores temporum (S. 545—607), denen (S. 536—544) „Cronice 
acurtate novi testamenti", allgemeine Annalen bis 1251 und 
eine Papstreihe bis Alexander V. vorangehen. Die Flores 
temporum sind bis 1413 fortgesetzt. Andreas hat in seiner 
A. Chi*, die Flores ja sehr stark benätzt und oft als seine Quelle 
bezeichnet. Aber es ist durchaus kein Grund erfindlich, warum 
er gerade diese Hs. benützt haben sollte. Zwei Notizen z. J. 
1410, die die Eichstätter Hs. auf S. 544 und 610 enthält und 
die sich auch, von Andreas geschrieben, in clm. 903 finden 
und in der A. Chr. benützt sind, werden wohl wie die Stücke 
des Conc. Const. des Andreas und die Schottenlegende des 
clm. 903 von anderer Vorlage stammen. Also nicht von 
direkter Benützung der Eichstätter Hs. durch Andreas kann 
die Bede sein, sondern nur von einer gewissen Verwandtschaft 
zwischen jener Sammelhs. und den Materialien des Andreas. 
Für das 13. und den Anfang des 14. Jhs. beutet Andreas 
Aufzeichnungen, welche in dem fränkischen Cisterzienserkloster 
Heilsbronn, dem Mausoleum der fränkischen Hohenzollem, ent- 
standen waren, in weitgehendem Masse aus. Als Waitz diese 
Annales Halesbrunnenses maiores (SS. 25, 42—52) 
herausgab, äusserte er die Meinung, dass der Inhalt jener 
Annalen bisher unbekannt gewesen sei, abgesehen von einer 
kurzen Stelle, welche der Mainzer Geschichtschreiber Serrarius 
aus ihnen genommen zu haben scheine. Während letztere 
Vermutung unwahrscheinlich ^ ist, ist erstere Behauptung un- 
richtig. Bald nachdem Waitz die Annales Halesbrunnenses 
maiores ans Licht gezogen hatte, machte Weiland ^ darauf auf- 
merksam, dass diese Quelle in der A. Chr. des Andreas benutzt 
sei und zwar in einem mit der Erlanger Hs. (2) identischen 
Text, da Andreas eine für diese bezeichnende Variante gebe 
und auch die Forts, nicht kenne, welche sich allein in der 
Würzburger Hs. (1) findet Das ist richtig. Die im Text von 
uns gemachten Angaben über die Benützung der Heilsbronner 
Jahrbücher zeigen, wie viel Andreas ihnen entnommen hat. 
Es ergiebt sich daraus, dass sie nach dem Versiegen der Annalen 
Hermanns von Niederaltaich bis zum Beginn des Chronicon 

" Serrarius wird jene Stelle z. J. 1313 wohl eher einer einheimischen 
Mainzer Quelle verdanken, in der sehr leicht mit ähnlichem Wortlaut 
wie in den Heüsbronner Annalen berichtet worden sein kann, da von einer 
Äusserung des Erzbischofs Peter von Mainz die Rede ist. 

' Nachrichten v. d. k. Ges. d. Wiss. zu Göttingen 1883, S. 252. 



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— LVI — 

de ducibus Bavariae seine Hauptquelle bilden. Daraus erklärt 
sich bei ihm hier das Hervortreten von Nachrichten über den 
Cisterzienserorden und über einzelne fränkische Ereignisse. An 
verschiedenen Stellen, an denen die Heilsbronner Aufzeichnungen 
die Annalen von Niederaltaich benützt haben, zieht Andreas 
offensichtlich den Text in der Heilsbronner Fassung dem ur- 
sprünglichen Wortlaut der gleichzeitig von ihm benutzten Nieder- 
altaicher Quelle vor. Zu bemerken ist, dass Andreas die Zeit- 
angaben der Heilsbronner Annalen nicht immer genau übernimmt 

Wir haben hier noch eine Frage zu berühren. Es ist 
sicher, dass in den Heilsbronner Aufzeichnungen Nachrichten 
aus Fürstenfeld, das wie Heilsbronn Cisterzienserkloster 
war, verwertet sind. Diese Nachrichten scheinen Annalen an- 
zugehören, die wir als verloren betrachten müssen. Martin 
Mayr (Zur Kritik d. alt. Fürstenfelder Geschichtsquellen, im 
Oberb. Archiv Bd. 36 und separat) ist den Spuren der ver- 
lorenen Fürstenfelder Quelle nachgegangen, jedoch bevor die 
Heilsbronner Annalen bekannt waren. Seine Ergebnisse wären 
durch die Kenntnis dieser letzteren bedeutend gefördert worden, 
und es wird sich einmal lohnen, Mayrs Forschungen durch 
eine Prüfung der Beziehungen der Heilsbronner Aufzeichnungen 
zur vermuteten Fürstenfelder Quelle zu ergänzen. Wir haben 
hier nur die Frage zu beantworten : Stammen die bei Andreas 
sich findenden Nachrichten, die offenbar Fürstenfelder Ursprungs 
sind, direkt von dort oder sind sie ihm nur durch die Heils- 
bronner Annalen übermittelt? Martin Mayr ist es entgangen, 
dass bei Andreas solche Stellen sich finden, die in Fürstenfeld 
entstanden sein müssen. Die Vergleichung mit der Heilsbronner 
Quelle ergiebt, dass jene Nachrichten sicher aus ihr geflossen 
sind. Und da ausser diesen in den Heilsbronner Annalen er- 
haltenen Fürstenfelder Bruchstücken bei Andreas keine weiteren 
Teile sich finden, die auf Fürstenfeld als Entstehungsort deuten, 
ist als erwiesen anzunehmen, dass Andreas die verlorenen 
Fürstenfelder Annalen nicht gekannt hat. 

Durch den Fleiss des Andreas ist uns eine nicht un- 
wichtige Quelle des 14. Jhs. erhalten geblieben, nämlich das von 
seinem ersten Herausgeber Oefele (SS. rer. boic. 1, 39 —44) so 
genannte Chronicon de ducibus Bavariae anonymi 
Ludovico IV. synchroni. Aus diesem ersten Abdruck wieder- 
holt bei Böhmer, Fontes 1, 137—147. Vgl. Weiland, Über 
einige bairische Geschichtsquellen des 14. Jhs., in Nachrichten 
V. d. k. Ges. d. Wiss. zu Göttingen 1883, S. 237—260. Vorher 
Wiehert, Beiträge z. Kritik d. Quellen f. d. Gesch. Kaiser 



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— LVll — 

Ludwigs d. Baiern, in Forschungen 16,63-70. Bei der von 
Weiland nachgewiesenen Mangelhaftigkeit der beiden Ausgaben 
wäre eine Neuausgabe sehr zu wünschen. Andreas hat die 
Chr. in seinem Notizenbuch clm. 903 (Bl. 105—113) abge- 
schrieben, und aliein durch diese Abschrift ist das Werkchen, 
das (meiner Meinung nach i. J. 1372 in Regensburg verfasste) 
Annalen von 1309—1372 bringt, uns erhalten geblieben. Die 
Überschrift ist von der Hand des Andreas und lautet : Oronica 
de ducibus Bavarie. Eine spätere Hand hat diese Schriftzüge 
nachgefahren, doch stammen sie ursprün glich von Andreas. In 
seinen eigenen Chroniken benützt Andreas jenes Chronicon, 
in welchem Wahres mit vielem Sagenhaften vermischt erscheint, 
in sehr ausgedehntem Masse. Im Hinblick darauf, dass die 
Ausgabe von Oefele (und der Abdruck bei Böhmer) heutigen 
Ansprüchen nicht mehr genügt, habe ich die von Andreas in 
seinen Chroniken benützten Stellen mit der Hs. verglichen und 
verweise daher in den Anmerkungen auf diese. Gerade die von 
Oefele nicht abgedruckten Stellen finden sich mit einer Aus- 
nahme, in welchem Falle Andreas eine bessere Quelle benützte, 
in den Chroniken des Andreas wieder. Das scheint mir auch 
der Grund gewesen zu sein, weshalb Oefele sie nicht abdruckte. 
Einzelne Abschnitte sind beiden Chroniken gemeinsam, andere 
sind nur je in einer derselben verwendet, die einen bald kürzer, 
die andern bald ausführlicher. Die Abschrift in clm. 903 fertigte 
Andreas zu einer Zeit, als er seine A. Chr. schon geschrieben 
hatte, wie aus seiner Schlussbemerkung hervorgehen dürfte 
(ßequire residuum in cronicis, que alibi scripsi etc.). Vgl. 
S. 104, Anm. 4. In der B. Chr. schreibt er für jene Teile 
nicht einfach die A. Chr. ab, sondern geht wieder auf die Quelle 
zurück, die er schon für jene ausgebeutet hat. So ergeben 
sich Erweiterungen, Kürzungen und Abweichungen. Den Ver- 
fasser der Chr. kennt Andreas nicht ; wenn er die Chr. anführt, 
sagt er: in quadam cronica legitur, oder nur: item alibi legitur, 
legitur quod etc., sicut legitur (5 mal), sie legitur, und den Ver- 
fasser bezeichnet er an zwei Stellen gleichmässig ganz all- 
gemein: qui ea, que ego hie transsumptive posui, originaliter 
scripsit. Es ist Weiland (a. a. 0. S. 245) aufgefallen, dass die 
Chr. gerade in den Jahrzehnten, in denen der Verfasser als 
gleichzeitig gelten muss, den 50 er und 60 er Jahren des 14. Jhs., 
nur Weniges zu berichten weiss. Er wirft daher die Frage 
auf, ob nicht der Verdacht bestünde, dass Andreas in seiner 
Abschrift in clm. 903 nicht das ganze Werk überliefert habe. 
Ich verweise hier auf das, was Weiland für diese Vermutung 



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— Lvin — 

anführt, und auf seinen durch Lorenz (Gesch.-Qu. 1^,185) an- 
geregten Versach, Konrad von Megenberg mit der Chr. in 
Beziehung zu setzen. Ich halte diesen Versuch für verfehlt 
und hoffe, an anderer Stelle näher auf diese Frage eingehen 
zu können. Mit Recht aber hat Weiland darauf hingewiesen, 
dass nach dem Versiegen des Chronicon die A. Chr. „ziemlich 
steriF wird, bis dann die Erzählung der Zeitereignisse beginnt, 
die Andreas selbst miterlebt hat. 

Zwei wichtigen Quellen des Andreas habe ich an anderen 
Stellen eingehende Untersuchungen gewidmet, auf die als not- 
wendige Erläuterungen zu dieser Ausgabe hier verwiesen sei: 

1) Die verlorene Chronik Konrads von Megenberg, 
in Festgabe für K. Th. von Heigel, S. 160—174. 

2) Fundationes monasteriorum Bavariae, im N- 
Arch. 24,671-717.^ 

Eine nicht in den Fund, enthaltene Klostergründungs- 
geschichte, die von Beichenbach in der Oberpfalz, entnimmt 
Andreas (S. 53,42fF.) dem Chronicon Reichenbacense, 
das, von einem unbekannten Roichenbacher Mönch verfasst, von 
der Gründung bis z. J. 1417 reicht. (Gedr. Oefele 1,402 aus 
der einzig erhaltenen Abschrift Hartmann Schedels in clm. 351.) 
Es ist nicht unmöglich, dass Andreas an Ort und Stelle aus 
dieser Quelle schöpfte und den Verfasser kannte, da er auch 
sonst gute Beziehungen zu dem Kloster Reichenbach gehabt 
zu haben scheint. 

Textstellen aus des Archidiakons Eberhard von 
Regensburg Annalen (SS. 17,591—605) von 1273—1305 
sind zur Biographie des Regensburger Bischofs Heinrich II. 
(von Roteneck) und zu einer Nachtragsnotiz z. J. 1304 benützt. 
Doch dürfte die Benützung keine direkte gewesen sein, da diese 
beiden aus Eberhard stammenden Stellen gerade in dieser bei 
Andreas wieder erscheinenden Form in den Fund. (NA. 24, 702) 
enthalten sind und eine weitere Benützung von Eberhards 
Annalen durch Andreas nicht nachweisbar ist. 

Straubinger Annalen sind dem Andreas schon in 
der Fund.-Sammlung vorgelegen. Doch scheinen sie von ihm 
noch in jener andern Form benützt worden zu sein, wie sie 
in clm. 1031 und der Wiener Hs. 413 (daraus gedr. als Annales 
Windbergenses SS. 17,565) und ausserdem noch in clm. 23019 

* Ausf^er den von mir dort angeführten Hss. enthält noch clm. 14894, 
Bl. 1—102 eine (in der 2. Hälfte des 15. Jhs. gemachte) Abschrift der 
Fundatione«. Angefügt sind Auszüge aus Kremsmünsterschen, Salzburger, 
Chiemseer u. a. Quellen. 

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- LIX — 

erscheinen (vgl. Sammelblätter z. Gesch. d. Stadt Straubing 
S. 657 n. 785). Denn während in den Fund, nur zu lesen ist: 
1208. Straubinga construitur, sagt Andreas (S. 59, 28): Eodem 
anno (1208) Strawbinga nova construitur, und auch in jenen 
Hss. heisst es, allerdings zum J. 1218: constructa est nova 
Straubinga. Bei der Nachricht von der Belagerung Straubings 
im J. 1332 (vgl. S. 83, Anm. 3) tritt die Benutzung einer Auf- 
scbreibung der Straubinger Annalen, welche von jener in den 
Fund, enthaltenen abweicht, deutlicher hervor, wie denn auch 
zwei von Andreas (S. 82, 23 und 86, 23) gebrachte Merkverse 
daraus stammen dürften. 

Andreas zeigt sich als Kenner kanonistischer Literatur; 
er citiert des Bischofs Wilhelm Duranti von Mende be- 
rühmtes Speculum iudiciale, wie dessen Bationale divinorum 
officiorum und benützt Werke der Eanonisten Johannes 
Andreae und Johannes Galderinus. 

Quelle des Andreas sind ferner die chronikalischen Notizen, 
die er auf Bl. 21 und 22 seines Notizbuches clm. 903 ohne 
zeitliche Beihenfolge eingetragen hat und die Oefele als Anonymi 
Bavari Breve Chronicon rerum suo tempore gestarum 
1396—1418 in seinen SS. 1, 610—612 chronologisch geordnet 
herausgegeben hat. Bezüglich des Ursprungs jener Notizen 
(die übrigens nur bis 1413 reichen, da die Jahrzahl 1418 am 
Anfang des letzten Abschnitts falsch ist, 1408 heissen muss 
und in der Hs. wahrscheinlich Schreibfehler ist) hat sich 
Oefele mit der Feststellung* begnügt, dass nach verschiedenen 
Anzeichen ein Bayer sie verfasst hat. Ich bin der Meinung, 
dass kein einheitlicher Verfasser anzunehmen ist, sondern dass 
hier eine Anzahl von Notizen aus verschiedenartigen Quellen 
zusammengestellt ist. Die Niederlage des Deutschen Ordens 
1410 erscheint z. B. in zwei verschiedenen Darstellungen, 
wobei die zweite sogar eingeleitet wird mit den Worten: 
Eadem historia sub aliis verbis. Der Todestag des Papstes Alexan- 
der V. wird an zwei verschiedenen Stellen verschieden an- 
gegeben. Der Tod König Ruprechts wird zweimal berichtet. 
Überhaupt sind die Nachrichten ohne Ordnung durcheinander 
geschrieben. Ich denke mir, dass Andreas selbst diese Notizen aus 
verschiedenen Quellen sammelte und hier in seinem Notizbuch 
vereinigte, um sie in seinen Chroniken zu verwerten. Trotzdem 
man in diesem Fall daran denken könnte, die Zusammenstellang 
ZQ den Werken des Andreas zu zählen, wird es doch ratsamer 
sein, sie nur als seine Quelle zu betrachten, da seine Arbeit 
daran nur die eines Abschreibers gewesen sein dürfte. Ich 



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— LX — 

verweise daher auf den Druck bei Oefele. Andreas hat den 
Stoff in seinen beiden Chroniken benützt. Er hat z. B. in 
der A. Chr. die eben erwähnten 2 Nachrichten von der Nieder- 
lage des Deutschen Ordens in eine Darstellung verschmolzen 
und ebenso die zwei Stellen vom Tod König Ruprechts in 
einen Satz vereinigt. Während er bei der Erzählung von dem 
Türkenzug 1396 in der A. Chr. nur andern Quellen folgt, tritt in 
der B. Chr. auch die Benützung dieser Aufzeichnungen zu Tage. 

Erst nach dem Abschluss seiner A. Chr. 1422 lernte 
Andreas eine Chronica volgaris kennen, die er in Randzusätzen ^ 
zur A. Chr. und später im Texte der B. Chr. verwertete. Die 
Untersuchung der Stelleu, an denen diese Chronica volgaris 
als Quelle genannt ist, ergiebt, dass man es mit der ältesten 
Prosadarstellung der Weltgeschichte in deutscher Sprache, der 
Sächsischen Weltchronik (hsg. von Weiland, MG., Dt. 
Chroniken Bd. 2.), zu thun hat. Auch die 1. Bayerische 
Fortsetzung derselben ist von Andreas in Zusätzen zur 
A. Chr. benützt. 

Eine deutsche Übers, der ganzen A. Chr. fertigte 
in den J. 1470 und 1471 auf Anregung des Regensburger 
Stadtkämmerers Erasmus Trainer der aus Eichstätt stammende 
Baccalaureus der freien Künste Leonhard Hefft. Das 
umfangreiche Werk ist uns in 3 Hss., cgm. 3959 und 6240 
und der Es. Eist. univ. Fol. Nr. 8 der Eamburger Stadt- 
bibliothek erhalten. Ich werde darüber an anderem Orte im 
Zusammenhang mit der übrigen literarischen Thätigkeit Leonhard 
Eeffts berichten. 

Am wenigsten von allen Werken des Andreas war bis- 
her sein Concilium Constan tiense bekannt. Es ist als 
Ganzes bisher ungedruckt geblieben. Schelhom und Pez 
teilten den Prolog mit (vgl. S. 161, Anm. 1), den Oefele 1, 11 
aus Pez abdruckte, und einzelne Forscher erholten sich einzelne 
Bruchstücke aus den Ess. 

Die vorliegende Ausgabe setzte es sich zum Ziel, die 
schon irgendwo gedruckten Stücke der Sanmilung nach Möglich- 
keit zu bestimmen — bei dem Mangel an Vorarbeiten keine 
geringe Arbeit für den Eerausgeber — und ihren Inhalt unter 
Angabe der hauptsächlichsten Druckstellen ^ kurz zu bezeichnen. 

* Auch die Annales S. Rudberti Salisburgenses und des 
Vincenz von ßeauvais Speculuni historiale erscheinen nur in 
Zusätzen der Hss.-Gruppe B als Quellen (S. 63, 29. 45, 38). In der B. 
Chr. ist Vincenz auch im Texte benutzt. 

* Bei häufig gedruckten Konzilsakten und -Urkunden wurde Voll- 
ständigkeit dieser Angaben nicht angestrebt. 



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— LXI — 

Einige wichtige dieser gedruckten Stücke wurden aus ver- 
schiedenen Gründen neu abgedruckt Die bisher ungedruckten 
Stücke wurden im Ganzen mitgeteilt, einige als zu umfang- 
reich oder an historischem Oehalt zu gering nur dem Inhalt 
nach bezeichnet oder auszugsweise wiedergegeben. Die Kapitel- 
bezeichnungen sind in den Hss. meist nach der Überschr. 
eingesetzt; ich setze sie der Übersichtlichkeit halber stets voran. 

Die Benennung des Werkes als Concilium Constan- 
tiense ergab sich aus der Yorrede. Den besonderen Titel 
Acta concilii Constantiensis trägt nur der vierte von den sieben 
Teilen des Ganzen. 

Die Hss. des Concilium Constantiense sind folgende: 

1: Wien, k. k. Hofbibliothek. Cod. pal. vind. 3296, 
Bi. 114—360. Nähere Beschreibung s. oben S. XVIII. 

2: Memm ingen, Stadtbibliothek. Cod. 2, 6a und b. 
Papier. 2 Bde. in 2**. Vgl. Bibliotheca Uffenbachiana mssta. 
4,46; Bihl. UfFenbach. universalis 3,90; Schelhorn, Acta hist.- 
eccl. 1, 1. Auf Vorder- und Rückdeckel jedes Bandes das 
Wappen Zach. Conrads v. üffenbach in Gold gepresst. Auf der 
Innenseite jedes Vorderdeckels das Ex-libris Uffenbachs. Auf 
dem Rücken der Bände in Majuskeln eingepresst: Acta Concilii 
Constant.: CoUetore Andreae (so!) Ratisbonensi Inedita. Bd. 1 : 
7 leere BU. ; dann bezeichnet S. 1 bis 915 nach alter Zählung, 
die aber so fehlerhaft gemacht ist. dass eine neue Zählung 
S. 1—1016 bezeichnen musste. Am Schluss 2 leere Bll. Die 
Abschrift beginnt auf der nummerierten S. 1. Je auf dem 
2. unnummerierten Bl. beider Bde. hat üffenbach (es ist seine 
Handschrift, wie der Vergleich mit seinen Briefen in cgm. 5459 
ergiebt) folgende Notiz eingetragen: ACTA CONCILII CON- 
STANTIENSIS collecta a Jo. (vgl. oben S. I, Anm. 1) Andrea 
Ratisponensi coetaneo, nondum edita. Vol. I. et II. Quae ex 
vet. codice ms. membr. e monasterio quodam Moguntinensi beni- 
vole concesso, omissis iis, quae in editione H. von der Hardt 
exstant, describi per amanuensem fecit Z. C. ab üffenbach. 
MDCCXVn seq. Vol. L, bezw. Vol. 11. Bd. 2: 7 leere Bll.; dann 
bezeichnet S. 1 bis 1057. Eine neue Seitenzählung ergab die 
Bezeichnung von 1 — 1051. Am Schluss 24 leere Bll. Beginn 
der Abschrift auf S. 1. Die beiden Bände enthalten des Andreas 
Conc. Const, das Conc. prov. und die Chr. Hus. Eine Anzahl 
von Stücken aus der ersteren Sammlung, die in v. d. Hardt's 
Werk sich finden, wurden, anscheinend auf uffenbachs Ver- 
anlassung, in dieser Abschrift weggelassen, ausser wenn sie 
einen besseren oder umfangreicheren Text zu bieten schienen. 



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— LXII — 

Der Abschreiber hat einzelne Blattnutnniera seiner Torlage 
notiert. Wir ersehen daraus, dass die Vorlage ebenfalls zwei 
Teile umfasst hat. Die letzte angemerkte Blattziffer des 

1. Teiles der Vorlage (fol. 162) findet sich auf S. 253 des 

2. Bandes der Abschrift; das fol. 1 des 2. Teiles der Vorlage 
ist auf S. 316 (alt) der Abschrift notiert; die letzte angegebene 
Blattzahl (fol. 122) des 2. Teiles der Vorlage erscheint auf 
S. 1155, der drittletzten beschriebenen Seite, der Abschrift. 
Der Mainzer Kodex, aus dem Uffenbach seiner Angabe nach 
seine Abschrift fertigen liess, war vielleicht identisch mit jener 
Es. des Mainzer Metropolitankapitels, aus der Guden, Cod. 
dipl. Mog. 2, 608 unser Stück 7, 1 (unten S. 270) nebst den 
dazu gehörigen Postillen anführt. Die Ueberschr. des ersteren 
bei Guden stimmt wörtlich mit jener in der Wiener and 
Memminger Hs. überein, die der Postillen fast ganz mit jener 
in der Memminger Es., also der Abschrift der mutmasslichen 
Vorlage (in der Wiener Es. fehlt diese üeberschrift). Die 
Berausgeber der BTA. suchten vergeblich nach der Mainzer 
Es. (vgl. RTA. 6,377. 387) und druckten das Stück nach 
unseren beiden Ess. ab. Auch meine erneuten Nachforschungen 
waren erfolglos. Der Mainzer Kodex ^ ist verschwunden wie 
jene andere ebenfalls aus Mainz (Franziskanerkloster?) stammende 
Es., aus der auch wieder Uffenbach sich des Andreas A. Chr. 
abschreiben liess (s. oben S. XXV). 

3: München, k. Eof- und Staatsbibliothek. Clm. 14029. 
Vgl. oben S. XXX. An die A. Chr. schliessen sich auf Bl. 
107' — 148' in dieser Es. einzelne Stücke aus des Andreas Conc. 
Const. und der Chr. Eus. und zwar folgende : 1) Aus 4, 6 das 
Synodaldekret: Pidem katholicam, mit den 45 wiclifitischen 
Sätzen und der Determinatio des Konzils. 2) 6,9: Traktat des 
Andreas von Deutsch-Brod, De origine haeresis Eussitarum. 
Aus dieser Es. hsg. von Eöfler 2,327. 3)4,11. 4) 4,12. 
5) 7,12. 6) 7,15. 7) 7,18. 8) 7,19. 9) Die 32 Stücke der 
Chr. Eus., welche Eöfler 2,406 aus dieser Es. herausgegeben hat. 

4: München, k. Bof- und Staatsbibliothek. Clm. 5424. 

^ Ich finde zufällig in dem Druck: Ein altes schönes Buchlien, 
darin erwiesen, dass das Sakrament . . . vnder baiden Gestalten soll geraicht 
werden (o. O. 1560) in der Vorrede folgende Stelle: £s hat mich ... ein 
fumemer Herr S. M. P. D. ein grosses Lateinisch Ferment in geschribens 
Buch sehen lassen ... in dem selbigen hat ein Bruder Augustiner Ordens 
(dann also lautet sein Titel: per Andream N. Canonicum Regulärem 
Ordinis Beati Augustini zu SantMangen bey der brücken in der vorstat 
zu Begenspur^ geschriben\ vilerley handlungen, so sich zu seiner zeit 
verloffen, sonderlich aber die acta des Concili zu Gostentz . . . auff- 
gezeichnet. Sollte diese Pergamenths. die jetzt verschollene gewesen sein ? 



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— Lxin — 

Papier. 2 \ 15. Jh. 226 BU. Aus der bischöflich chieroseeischen 
Bibliothek in Salzburg. Auf Bl. 1 der kolorierte Bibliothek- 
Stempel des Bischofs Bernhard von Erayburg (1467 — 1477), 
wie in clm. 6360 (vgl. oben S, XXI). Enthält Bl. 145—226 
Teile des Conc. Const. des Andreas und zwar 5,6. 7. 8. 
9. 10. 6,6. 7. 8., also 5 Sermones und 3 Tractatus. Die 
Überschr. des Traktates 6, 7 : Explicit tractatus sextus etc., mit 
der beibehaltenen Zählung des Andreas und ähnliche Stellen 
mehr dürften genügend Beweis sein, dass die Stücke nur aus 
des Andreas Sammlung stammen, und zwar ist mit der 
grössten Wahrscheinlichkeit die Abschrift wie clm. 5360 aus 
dem ganz nahe bei Salzburg befindlichen Mondseer Kodex, 
jetzt cod. pal. vind. 3296, genommen. 

5: München , k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 14175. 
Papier. 2 ^. 265 BU. Enthält, Mitte des 15. Jhs. geschrieben, 
auf BL 253—265 folgende Stücke aus des Andreas Werken : 
1) Conc. Const. 1,7. 2) Chr. Hus. Nr. 7, 8 und 37. 3) Conc. 
Const 5, 10. Dass diese Stücke aus des Andreas Sammlungen 
herrühren, beweisen die in dieser Hs. mitabgeschriebenen Schluss- 
worte des Stückes Cbr. Hus. Nr. 7, in denen Andreas von sich 
selbst spricht. 

6: München, k. Universitätsbibliothek. Cod. Fol. 84. 
Papier. 2^. 266 Bll. Auf dem Vorderdeckel von einer Hand 
des 15. Jhs.: Iste über est impignoratum Andree Dachsperger 
a liebhardo Friessen pro uno instrumento protestacionis sew 
sex Ben. ; auf dem letzten Blatt: dedit dominus Andreas Franten- 
hawser conventui Lanczhuetensi ordinis predicatorum . . . 1483 ; 
auf Bl. 1: Est fratrum ordinis predicatorum in FÄnczhuet. 
Enthält unter anderen von verschiedenen Händen geschriebenen 
Stücken auch eine Anzahl aus des Andreas Conc. Const. und 
Chr. Hus., und zwar Bl. 7': Conc. Const. 6,6; Bl. 37: Chr. 
Hus. Nr. 37 ; Bl. 46 ff.: Conc. Const 5, 5. 6, 7. 6, 8. 5, 6. 6, 10. 

Das Concilium provinciale ist wie das Conc. Const. 
in dieser Form ungedruckt. Es trägt seinen eigenen Titel, 
wodurch auch die neben den Aktenstücken des eigentlichen 
Provinzialkonzils von Salzburg darin enthaltenen Schriftstücke 
der Begensburger Diözesansynode als Frucht und Ergebnis 
des ersteren gekennzeichnet sind. 

Das Conc. prov. findet sich in den Hss. 1 und 2 des 
Conc. Const. 

Das Diarium sexennale ist gedruckt bei Oefele 1, 
15 — 38 aus der einzigen Hs., in der es vorhanden ist, dem 
Autograph des Verfassers, clm. 903. 



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— LXIV — 

Einen Titel hat Andreas diesen seinen zeitgeschicht- 
lichen Aufzeichnungen nicht gegeben. Andreas Felix Oefele 
hat sie von sich aus Diarium sexennale genannt. Dieser Titel 
hat sich in der Literatur eingebürgert, und ich behalte ihn in 
dieser Ausgabe bei, wenngleich er nicht völlig zutreffend er- 
scheint. Ich drucke das Diar. vor der Chr. Hus. ab, da es 
für letztere die Grundlage und hauptsächlichste Quelle bildet 

Die Hs. umfasst 273 nummerierte Ell., denen 5 un- 
nummerierte vorangehen. Zwischen Bl. 245 und 246 ist ein be- 
schriebener Zettel eingebunden. Die einzelnen Lagen sind von sehr 
wechselndem Umfang. Das Papier des Bandes ist kein einheit- 
liches; als Wasserzeichen erscheint bald der Ochsenkopf ähnlich 
der Form No. 255 bei Keinz, Die Wasserzeiclien des XIV. Jahr- 
hunderts in Handschriften der k. b. Hof- und Staatsbibliothek, 
bald die Krone annähernd wie No. 206 daselbst. Die Schrift 
stammt von 2 verschiedenen Händen : die Bll. 26 — 37 und 66 — 
102 sind von einer schwerfälligen Hand geschrieben, die einen 
handwerksmässigen Charakter trägt. Alle übrigen Teile des Bandes 
rühren von der Hand des Andreas her. Nebeneinander finden 
sich — von der gleichen schreibgewandten Hand geschrieben — 
Bücher-Minuskel und Kursive verwendet. Eine paläographische 
Würdigung der Schrift des Andreas nebst 3 Proben in Lichtdruck 
aus clm. 903 und kurzer Geschichte dieser Hs. habe ich in 
Chroust's Monumenta palaeographica. Lief. VI, Tafel 6 gegeben. 
Hier erübrigt, auf den Inhalt des Bandes einzugehen, besonders 
um die literarischen Neigungen des Andreas zu kennzeichnen. 

Das 1. unnummerierte Bl. ist eine Pergamenturk., ein 
Schuldbrief eines Jörg Hofer, 1419 am Samstag nach Peter 
und Paul (Juni 30) Regensburg. Als Bürgen sind darin ge- 
nannt Albrecht der Paulstorffer und Marquart der Stör (s. unten 
S. 749). Dies Blatt trägt von einer Hand des 17. Jhs. den 
Eigentumsvermerk: Monasterii S. Jacobi Scotorum Ratisbonae. 
Die gleiche Hand schrieb auf das 3. unnummerierte Bl.: Con- 
ventus S. Jacobi Scotorum Ratisbonae. Auf Bl. 5 (unnumm.) hat 
sich ein Leser eingetragen: Anno domini 1529. frater David 
OmoUorii ordinis S. Francisci sacraeque paginae baccalaurius 
ex Scotia oriundus sive Tbernia hunc librum habuit, ut volentes 
nudam veritatem scire de fundatione monasterii Scotorum ad 
S. Jacobum Ratisponae et aliorum monasteriorum per reges 
et principes Scotiae et Germaniae penitus facta ad istum librum 
accessum habeant omnes Scoti et peregrini Ratisponam venientes. 
Das 2. unnummerierte Bl., quer eingebunden, von Andreas 
beschrieben, stammt offenbar aus einem Entwurf zu seiner 



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- LXV - 

A. Chr. Es enthält Teile der pagina pontificum und pagioa 
iraperatorum ; der Text ist jedoch kürzer, so dass an diesem Blatt 
zu erkennen ist, wie Andreas den entworfenen Text später 
ausfuhrlicher gestaltete. 

Bl. 1 oben: Dominus Ludovicus episcopus quondam 
Ghyemensis dedit nobis hunc librum. Demnach hat Bischof 
Ludwig Ebner von Chiemsee (B. seit 1495, resign. 1502, f 1516) 
die Hs. anscheinend dem Scbottenkloster St. Jakob zu Begens- 
bürg geschenkt. Die Angabe Oefele's 1,15, dass Andreas (!) 
die Hs. aus dem Schottenkloster erhalten habe, beruht auf 
grobem Irrtum. 

Auf die Schenkungsnotiz folgen Auszüge aus des Heinrich 
Goethals (Henricus Gandavensis) Quodlibeta aurea. Andreas 
bemerkt: Hec reperi in quolibet 7. 9. 14. H. de Öandavo. 

Bl. 2: Dyalogus quidam de doctrina virtutum et fuga 
viciorum. Beginnt: Quatuor sunt, que prudencia nos edocet . . . 

Bl. 4': Überschr. : Incipit epistola, quam misit magister 
Vincencius ordinis predicatorum pape Benedicto XIIL, quid sen- 
ciat de adventu antichristi et fine mundi. Am Schluss: Scripta 
sunt ista primordialiter in villa Arcomanina die 17. Junii anno 
domini 1413. Bemerkenswert ist die weitere Notiz: Hec 
epistola fuit apportata ad capitulum generale ordinis fratrum pre- 
dicatorum in provincia Theutonie in Priburga anno domini 1419. 
Zuletzt notiert Andreas, anscheinend von sich redend: Scriptum 
anno domini 1420. feria 2. pasce (April 8). 

Bl. 9: Deutsche Aufzeichnungen über Naturereignisse von 
1348 — 1356, die ich hier abdrucke, weil sie unzweifelhaft 
Quelle des Andreas sind. 

Anno domini 1300 und in dem 48. jar an sand Pauls 
tag, alz er bechert wart \ do chom ein erdpidem überal in der 
werlt, aber besunderlich waz er ze Chärnten und in Chrain 
als groz, daz Villach dy stat, purchmaur, chloster und chirchen 
und all maur und turn uncz an 11 zinne auf di erde vielen, 
und das sich das ertreich enmitten in der stat enzway spielt ^ 
and ein wasser daraus ran recht als der swebeP^ und prast^ 
wider in dy löcher in das ertreich. Und in Chrayen und in 
Charten niderviel Chelerberch^ dy vest und Arnolstain^ und 
darzu 36 vest, und die perg vielen zesamme in die teler, das 

^ 25. Jan. Dies Datum übereinstimmend mit den meisten Geschichts- 
qnellen. Auch so bei Megenberg, Buch d. Natur, hsg. v. Pfeiffer S. 109, 14. 

* Von spellen = spalten ; Schm. 2, 662. 
» Schwefel; Schm. 2,622. 

* Von bresten = brechen ; Schm. 2, 367. 
^ Kellerberg und Arnoldstein bei Villach. 

Quellen ond Broerterungen N. F I. V 



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— LXYl — 

sich das wasser verswelt^, das es verdirbt lant und laut und 
gut 10 meil lanch« Das wert acht tag, das sich das ertreich 
erschrant^ und spielt, das ein man darein viel uncz an dy 
gürtel, als ob er versinkchen wolt^ Und daz hat gesagt her 
Heinreich der Stemer*, der die weil in der stat vervallen was, 
er und der Stokcher^ von Prag, und ir gesellen stürben vier 
pey in, und Hainrich Pawmburger.® 

^Notandum : Villach ist ein stat, dy gelegen ist in Chärtten 
und gehört zu dem bischoff ze Babenberg. 

^Item anno domini 1300 und in dem 50. jar umb sand 
Jacobs tag^ hueb sich der sterb gemainchleich in der werft, 
das der mensch ein drues gewan und starb darnach an dem 
dritten tag. In dem selben sterben und in dem selben jar 
wurden dy Juden erslagen und verprant in allen täutschen 
landen, in steten, in märchten und an allen den steten, da 
Juden waren, dann zu Regenspurg^® in der stat und in 
Osterreich wurden sy gefrisst. Versus :^^ 

Anno milleno tria C quater X quoque nono 
Sunt interfecti Judei die BenedictL^^ 

Anno domini 1300 in dem 56. jar acht tag vor sand 
Marteins tag^^ do chom ein ertpidem gein ßegenspurg und in 
allen täutschen landen, das Pasel dy stat und das tum und 
dy chirchen und dy häuser nidervieln und die laut all aus 
der stat fluhen und der erwirgen^^ nur zwen verdürben, und 
der erdpidem wurden siebenczehen. Und dy stat, dy da haist 
Liechtal ^^, di ligt zwo meyl von Pasel, die viel auch nider, 

» Von schwellen, Schm. 2,630. 

* Von schrinden = bersten, Schm. 2,608. 
' Vgl. unten S. 97, 1—7. 

* Die Sterner waren ein llegensburgisches Geschlecht. VC. 12,94. 
15,286. 25,199.298. Vgl. unten S. 129,13. 

"" Geschlecht, das auch in Bayern blühte. VC. 24, 223. 581. 26,398. 
40,177. MB. 4,211.225.510. 5,226. 15,330. 18,643. 24,160. 

® Kegensburgisches Geschlecht. Heinrich Baumburger, wahr- 
scheinheh der hier Erwähnte, war 1352—1362 im Bat zu S^nsburg : 
VO. 25, 201. 205. 

^ Anmerkung des Andreas am Kand. 

^ Der folgende Abschnitt ohne die Verse auch in der Farrago hist. 
rer. Eatisp. (Oefele 2, 507). 

« 25. Juü. 

*•> Vgl. unten S. 86,15. 

^' Vgl. unten S. 86,25. 

"21. März. Vgl. Hoeniger, Der schwarze Tod S. 8, wo die Daten 
über die Judenmorde zusammengestellt sind. 

^^ Das grosse Baseler Erdbeoen von 1356 war am Lukastag (18. Okt.). 
St. Martinstag ist 11. Nov., acht Tage davor wäre der 4. Nov. Vgl. unten 
S. 100, 29 ff. 

^* erwerg, erwirg = vornehm; vgL Schm. 1,125. 

^^ Liestal. 



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- Lxvn — 

und wol zwanck vest. Und darnach chom der stei-b^ gein 
Regenspurg und gein Payrn in daz lant uberal, sam er vor 
waz gewesen. 

Anno domini 1350 da füren dy heuschrekchen heram 
von Ungern in Bayren, daz ez zwischen Regenspurg und der 
vest ze StaufF umb dy sunn für als dikch, das man want, 
es prünn allez das, daz umb Stauff war. Und wo es sich auf 
dy wis legt, daz fräs ez ab, daz man want, es biet das viech 
abgefressen, und das ez auf dem weg lag, daz man darauf 
rait, daz ez chraspelt ^ sam daz eys in dem lant ze Fairen. 

Item darnach über zway jar^ giengen die chärpfen auch 
herauf von Ungern in der Tunaw, daz man ir uberal in dem 
lant in der Tunaw und in dem Regen bei Regenspurg so vil 
umb ain pfening gab, das man want, sy warn unrayn, und 
das sy die laut nicht gern assen. 

An diese Aufzeichnungen, die mit der bei Freyberg, 
Sammlung bist Schriften 5, 84 gedruckten nahe verwandt sind, 
schliesst sich Bl. 10 ein Abschnitt mit der Überschr. : Causa 
terremotus. Nach meiner genauen Untersuchung liegt hier 
ein Aaszug (nicht eine frühere Fassung, wie der gedruckte 
Hss.-Katalog, 2. Aufl., S. 205 angiebt und wogegen auch die 
Schlussworte sprechen) aus dem Kap. Von dem ertpidem (2, 33) 
von Konrads von Megenberg Buch der Natur vor. Er ist 
gegenüber letzterem vielfach kürzer, weicht aber im Übrigen 
wenig ab, ausser an einer Stelle (Ausg. v. Pfeiffer S. 111,33); 
schliesslich wird abgebrochen (Pfeiffer S. 112,22) und ge- 
schlossen: Von disen dingen han ich mer geschriben 
in ainem puch, daz ligt noch in der wigen. Der 
red ist hie genuk zu einer churczweil. Got sey mit eu, mein 
lieber freunt. Aus diesen Worten spricht unzweifelhaft Kon- 
rad von »Megenberg. Als sein Buch der Natur noch im 
Entstehen war, „noch in der Wiegen lag", wie er sich aus- 
drückt, also 1349/50, schrieb er an einen Freund diese Studie 
über den Zusammenhang des grossen Erdbebens und der 
grossen Pest von 1348/9, worüber er in dem noch unvollendeten 
Werk mehr geschrieben hatte. Es wäre nicht unmöglich, dass 
auch die oben abgedruckten Aufzeichnungen über verschiedene 

* Diese Notiz stimmt mit den Anschauungen Konrads von Megen- 
berg über den Zusammenhang zwischen Fest und £rdbeben überein. 
Ähnlich in der Liroburger Chronik (Hoeniger, Der schwarze Tod S. 48). 

' Da« seltene Wort kraspeln (== crepare) kommt auch in Konrads 
V. Megenberg Buch der Natur vor (148,11); vgl. Schmeller 2,1382. 

* Also 1352. Unten S. 87,5 ist dieser Abschnitt verwendet, aber, 
auch mit der Angabe post duos annosi — an einen Bericht des Chron. 
über eine Heuschreckenplage von 1338 angedchlossen. 



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- Lxvm — 

Katurereignisse, zumal sie mit der gleichen Tinte and den 
nämlichen Schriftzügen wie das Stück Causa terremotus ge- 
schrieben sind, aus den Materialien Konrads stammen. Jeden- 
falls sind sie in Regensburg entstanden, und ihrem Inhalt nach 
konnte niemand eher als Urheber in Betracht kommen als der 
Verfasser des Buches der Natur. 

Bl. 12: 4 annalistische Bemerkungen: Anno domini 1314 
da gab man ain schaf choms umb 60 und 5 Ib. (Ygl. unten 
S. 82, 21 und 548, 1). Damach in dem 22. jar vieng man 
den von Osterreich. Darnach in dem 28. jar lag kayser Ludweig 
vor Strawbing. (Vielmehr 1332; vgl. unten S. 83 und 548). 
Die 4. Notiz s. unten S. 112, Anm. 3. 

Es folgen Auszüge aus den Privilegia universitatis Wien- 
nensis, darnach 

Bl. 12' ein von Andreas entworfener Brief: Venerabilis 
domine prior, dilectorum amicorum sincerissime adamator. 
Ego frater Andreas in vobis gerens fiduciam singularera rogo, 
quatenus efiPectum in causa diu pendente heri coram domino 
abbate conclusum unacum consilio vestro, si aliquid per me 
fiendum in hac causa vobis visum fuerit oportunum, per 
presencium occasionem in scriptis michi dignemini intimare. 
Auferat a vobis deus omnem langworem et det omne bonum. 

Bl. 13: Überschr.: Eleccio abbatis alicuius monasterii- 
TJrk. über die Abtwahl in Kloster ßeichenbach (vgl. unten 
S. 153,21), 1417 Jan. 20, aus dieser Hs. gedruckt bei Oefele 
1, 406, darnach einige ähnliche Formularien unter den Überschr.: 
Eleccio per viam scrutinii. Tractatus de eleccione. Instrumentum 
prefixionis termini ad eleccionem. Decretum eleccionis per 
viam Spiritus sancti. Forma procedendi vigore compulsorie. 
Creacio notarii. 

Bl. 19: Conclusiones Parisiensium und Alle conclusiones. 

Bl. 19': Ad faciendum incaustum. — De marcha in 
litteris papalibus. — De ordine terminornm in Romana curia 
servandorum, und Ähnliches. 

Bl. 21': Überschr.: Cronica quedam. Von 1396—1418. 
Diese Aufzeichnungen sind aus dieser Hs. gedruckt bei Oefele 
1,610 als Anonymi Bavari Breve Chronicon rerum suo tempore 
gestarum ab anno Chr. 1396 ad a. 1418. Über die Bedeutung 
dieser Notizen als Quelle des Andreas vgl. oben S. LTX. 

Bl. 22: Prophecia mirabilis de cursibus mundi. Vgl. 
Grauert, Meister Johann von Toledo, in den Sitzungsberichten 
d. philos.-philol. u. bist. Cl. d. k. b. Akad. d. W. 1901, S. 282, 



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— LXIX — 

Anm. 1 und S. 283, 2. — Item alia prophecia magistri Johannis 
David. Gedr. das. S. 283; vgl. dazu S, 289. — Scripta Jo- 
hannitarum de Anticbristo. Ygl. das. S. 285, Anm. 18. 

Bl. 24: Die unten S. 50,27 und 60,28 gedr. Privilegien, 
ferner jenes, aus dem 8. 60, 6 ein Auszug gedr. ist. 

Bl. 26 — 102: Schottenlegende. Vgl. die Beschreibung dieses 
Teils der Hs. bei Dürrwächter, Die Gesta Caroli Magni der 
Begensburger Schottenlegende S. 7 ff. 

Bl. 103: Anno domini 1347. Bomani citabant omnes 
electores regni et Ludwicum imperatorem et Earolum electum 
(vgl. unten S. 92, 44 ffl), sicut continet littera sequens. Gitacio 
tribuni a populo Romano electi. Gedr. Papencordt, Cola di 
Rienzi, Urkk. S. XII. 

Bl. 104 : De iusticia Earoli Magni. Gedr. aus dieser Hs. 
NA. 9, 214. 

Bl. 105: Cronica de ducibus Bavarie. Vgl. über dies 
wichtige, nur hier erhaltene Stück oben S. LVI. 

Bl. 113: Quantus, quis, qualis fuerit Nemo. Vgl über 
dies Stück Denifle im Archiv f. Literatur- und Eirchengeschichte 
d. MA. 4, 330. 

Bl. 115: Guntheri Alemanni Historia Constantinopolitana 
ed. Comte Riant. Oenevae 1875. Vgl. das. bes. Pröface S. XX. 
Am Schlnss: Scriptum per me Andream monasterii S. Magni 
confessoris in pede pontis Ratisponensis pi-esbyterum professum 
anno domini 1425. finitumque feria 4. (Juni 20) post festum 
SS. Gtervasii et Prothasii presidente Martine V. apostolice sedi, 
regnante Sigismundo Romanorum, üngarie, Bohemie etc. rege, 
et in tote regno Bohemie heresi Hussistarum inmaniter pullu- 
lante. Item exemplar suprascripti tractatas Oonradus Eck tunc 
temporis pastor parrochialis ecclesie in Amberg Ratisponensis 
diocesis michi supramemorato Andree comodavit. 

Bl. 149: Anno domini 1349., cum statim inciperet annus 
iubileus, Clemens papa VI. fecit sermonem subscriptum. Vgl. 
unten S. 106, Anm. 3. 

BL 153 : Descripcio fratris Oderici de ordine minorum de 
partibus infidelium. Ausg. in Acta SS. Bolland. 14. Jan. 
1, 986 ff. ; Civezza, Storia delle missioni francescane 3, 741 ff. 
Am Schluss sagt Andreas von seiner Abschrift: Expliciunt 
hec anno domini 1422. feria 4. post dominicam Quasimodogeniti 
(April 22). 

BL 173: Notiz über den Propheten Muhamed. 

Bl. 174: Des Ritters Wilhelm von Boldensele Hodoeporicon 
ad terram sanctam (vgl. Röhricht, Bibliotheca geogr. Palaest. S. 73), 



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— LXX — 

gedr. bei Oanisius, Antiquae lectiones 5, 2,95 (ed. Basnage 4,331) 
und in der Zeitschrift d. histor. Vereins f, Niedersachsen 18527 
S. 236. Am Schluss: Explicit . . . scriptusque per me fratreni 
Andream et finitus anno 1422. feria 2. post dominicam Jubilate 
in die S. Floriani (Mai 4). 

Bl. 196: Provinciale secundum curiam Romanam. Auf. 
Bl. 197' spätere Bemerkung: Nota, quod a fratribus minoribus 
Ratisponensibus anno domini 1428. habui in quodam libro 
registrum ab illo multum diversum. Am Schluss (Bl. 219): 
Scriptum anno domini 1422. presidente Martine papa V., reg- 
nante autem Sigismundo rege Romanorum. 

Bl. 220: Sprüche des Magisters Konrad Derrer von 
Augsburg. 

Bl. 221—224, 235—271: Diarium sexennale. 

Bl. 224': Überschr.: De anno iubileo. Bricht Bl. 225 ab 
mit der Bemerkung: Nota, ceptum scriptum ibi de anno iubileo 
non perfeci, quia postquam cepi scribere, venit ad manus meas 
plenius ista materia, sed non omnino correcta, propter quod 
distuli; alibi tamen emendacius scribere intendo. Vgl. unten 
S. 106, Anm. 3. 

Bl. 225'— 235: Überschr.: Ex quibusdam cronicis. Am 
Schluss: Has predictas hystorias seu fabulas scripsi ex cronicis 
magistri C. Derrerii rectoris scolarum in Augusta. Ich werde 
diese Teile des Geschichtenbuches Konrad Derrers, aus denen 
Weiland im NA. 9,211 Auszüge mitgeteilt hat, nebst den andern 
oben S. XXVII erwähnten Bruchstücken jenes Buches demnächst 
an anderer Stelle veröffentlichen. 

Auf Bl. 27 1 * von späteren Händen Memorialverse (1400, 
1457). 

Die Chronica Husitarum mit ihren 94 Abschnitten 
erscheint in dieser Ausgabe zum erstenmal in ihrer wahren 
Form. Je zur ungefähren Hälfte ist sie allerdings in 2 Werken 
gedruckt. Höfler teilte im 2. Teil seiner Geschichtschreiber der 
husitischen Bewegung in Böhmen (in den Fontes rer. austr. 
Abt. 1, Bd. 6), S. 406 unter dem Titel Fratris Johannis Andreae 
Batisbonensis cronica inedita de expeditionibus in Bohemiam 
contra Hussistas haereticos die Chronik so mit, wie sie in 
clm. 14029 enthalten ist Hier aber finden sich nur 32 Ab- 
schnitte, und zwar meist erzählende, während besonders die 
Urkunden fehlen. Es liegt also nur ein willkürlicher Auszug 
aus dem Ganzen vor. Das scheint Höfler gar nicht zum Be- 
wusstsein gekommen zu sein (vgl. seine Ausführungen in 
Fontes rer. austr. 7, 180 flF.), trotzdem der Auszug Stellen bei- 



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— LXXI — 

behalten hat, an denen auf folgende Urkunden oder andere 
Stücke, die der Auszug bei Seite Hess, hingewiesen war, oder 
trotzdem Stellen auf andere weggelassene in ausgesprochener 
Weise sich bezogen. Höflers Ausgabe ist, abgesehen von der 
ünvollständigkeit der benützten Es., ausserordentlich flüchtig 
und fehlerhaft. Besser ergieng es den meisten in der Chronica 
Husitarum enthaltenen Urkunden. Palacky hat in seinem 
zweibändigen Werk: Urkundliche Beiträge zur Geschichte des 
Husitenkrieges vom Jahre 1419 an (Prag 1873), aus cod. pal. 
vind. 3296, ^ was merkwürdigerweise Mayr bei der Beschreibung 
dieser Hs. im NA. 5, 126 nicht wusste, die von Andreas in 
seine Chronik der Husitenkriege eingereihten Urkunden „fast 
insgesamt'^ abgedruckt. Dieser Abdiuck genügt auch heutigen 
Ansprüchen noch, und ich habe daher bei all den in Betracht 
kommenden Stücken auf ihn verwiesen. 

Was den Titel der Husitenchronik anlangt, so ist zu be- 
merken: Oefele 1, 11 kannte keine Hs. davon, und nur aus den 
Hinweisen des Andreas in seinen anderen Werken selbst, dass 
er über Geschichte der Husitenkriege anderswo ausführlicher 
geschrieben habe, sowie aus den Exzerpten, die Aventinus im 
6. Band seiner Adversarien aus den husitengeschichtlichen 
Aufzeichnungen des Andreas machte, schloss er auf das einstige 
Vorhandensein eines Werkes — adhuc latet, sagt er — , das 
er von sich aus betitelt : Expeditio Bohemica ad versus Hussitas 
et de turbis Hussiticis. Dieser Titel ist ganz der Phantasie 
entsprungen. Auch der Höfler'sche Titel ist von diesem selbst 
geschaffen und erschöpft den Inhalt des Werkes nicht, wozu noch 
kommt, dass der Name des Verfassers dabei durch Unachtsamkeit 
(vgL unten S. 415, Anm. 7) entstellt wurde. Ich habe oben 
S. VI das Verhältnis der Husitenchronik zum Conc. Const. 
beleuchtet und habe dabei schon dargelegt, wie ich dazu komme, 
das titellose Werk, das Andreas einmal (S. 463,5) chronica 
quedam et presertim materiam Hussitarum nennt, also eine 
Chronik, die unter Anderem hauptsächlich Stoff über die Husiten 
biete, kurz und allgemein Chronica Husitarum betitele. Die 
Nummerierung der einzelnen Stücke rührt von mir her. Andreas 
teilte den Stoff, wie man aus der Stelle S. 430,7: sub rubrica 
propria, sieht, nach Rubriken ein, ohne diese, wie er es bei 
den Kapiteln im Conc. Const. that,.zu nummerieren. 

Die Hss. des Werkes sind: 1, 2, 3, die oben beschriebenen, 

* Im 8. Bd. der ETA. ist öfter die Dnickausgabe bei Palacky ver- 
elichen, ohne dass man die von diesem benützte Hs. heranzuziehen sich 
bemühte. 



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— Lxxn — 

auch das Gonc. Const. enthaltenden Hss., ausserdem 5 und 6 
(oben S. LXIII), die einzelne Teile des Conc. Const. wie der 
Ghron. Hus. enthalten. 

1602 erschien Marquard Frehers Ausgabe der B. Chr. 
des Andreas. Der Titel lautet: Andreae Presbyter! Batisponensis 
Chronicon de ducibus Bavariae ante CC paulo nnnus annos 
scriptum . . . cum paralipomenis Leonhardi Bauholtz presbyteri 
ad annum usque 1486. Item eiusdem Andreae Histoiiae 
fundationum nonnullorum monasteriorum per partes Bayariae. 
Omnia nunc primum et quam integerrime editsL ex bibliotheca 
Marquardi Freheri, Consiliarii Palatini, cum eiusdem notis. 
Ambergae 1602. Diese Ausgabe wurde abgedruckt im Anhang 
von Boeclers Ausgabe der Historia rerum Friderici IIL im- 
peratoris des Enea Silvio, Strassburg 1685, ferner in Schilters 
SS. (nicht in dessen Thesaurus) rerum germanicarum, Strassburg 
1702 und 1705. Man findet auch Ausgaben von Amberg 1604, 
1611 und 1702, sowie Hanoviae^ 1604 und 1607 erwähnt, 
aber alle diese Angaben sind falsch, und, abgesehen 
von den genannten Strassburger Nachdrucken, existiert nur 
der Amberger Druck von 1602. 

Freher benützte zu seiner Ausgabe 2, die er dem Herzog 
Maximilian I. von Bayern widmete und der er ein Widmungs- 
gedicht des Paul Melissus voransetzte, nicht eine einzehie Hs., 
sondern, wie er in "der Vorrede angab, teils Hss. der pfälzischen Hof- 
bibliothek, der Palatina zu Heidelberg, teils seiner eigenen Biblio- 
thek.* In der Absicht, den Text quam integerrime, wie es auf dem 
Titelblatt heisst, herzustellen, mengte er aber in den Text der 
B. Chr. (die Lesarten deuten auf Benützung unserer Hss. 1 
und 5) auch viele Teile dar A. Chr., die nach seiner Mitteilung 
S. 213 sich in einem auch die B. Chr. enthaltenden (ansdieinend 
verlorenen) Hss.-Bande der Palatina befand, vereinigte beider 

^ Mir scheint, dass die irrtümliche Angabe vod dem VorhandeDsein 
eines Druckes Hanoviae durch Oudinus, Comm. de SS. eccl. antiquis 3, 
2467 eingeführt wnrde, der sich hiefür auf Bibliotheca Heinsiana 8. 314 
bezog. Dort ist vor Freher^s Amberger Ausgabe des Andreas ein anderes 
Werk mit der Ortsangabe Hanoviae aufgeführt, und Oudinus scheint 
irrtümlich beide Notizen vereinigt zu haben. 

• Vgl. seinen Briefwechsel mit Welser, gedr. bei Theoph. Sincerus, 
Bibliotheca hi8t.-crit. S. 224. 227. Ein Blatt seines Druckmanuskripts 
verwahrt das k. Geh. Hausarchiv in München als Mscr. Nr. 36. 

• Über deren Schicksale vgl. Goebels Vorrede zur Ausg. von Frehers 
De secretis iudiciis olim in Westphalia (Eegensburg 1762); Senckenberg, 
Selecta iuris 1,391; Conring, Opera 6,610; Eccard, Hist. studii linguae 
germanicae S. 142; Burckhard, Hist. biblioth. Augustae Wolfenbatteli 
1,186; Archiv 5,694; ADB. 7,335; Rockinger, Die Pflege der Gesch. 
durch die Witteisbacher S. 25. 



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— Lxxm — 

Fortsetzungen und benützte sogar, wie sich an einzelnen Stellen 
(Preher S. 83,2 = unten 645,20; Fr. S. 96,4 v. u. = unten 
S- 653, 14 ; Fr. S. 219, 10 = unten S. 612, 36 ; Fr. S. 220, 16 = 
unten S. 628, 33; Fr. S. 220, 10 v. u. = unten S. 636, 18 ; Fr. 
S. 221,8 u. 7 V. u. = unten S. 639,7 u. 29) sicher feststellen 
lässt, die deutsche Übersetzung der B. Chr. Ausserdem mischte 
er noch nach Gutdünken die Texte der von mir unten nach- 
gewiesenen 1. und 2. Bedaktion der B. Chr., wobei er einmal 
S. 33 sogar in dunkler Erkenntnis angab: Haec desunt in 
posterioris compilationis exemplari. Dass hiedurch gerade das 
Gegenteil jener integritas des Textes, die man heutzutage ver- 
langt, zu Stande kam, ist klar. 

In der That ist die A. Chr., gerade was bayerische Ver- 
hältnisse anlangt, in vieler Beziehung reichhaltiger als die 
B. Chr. selbst Eine Neuausgabe der B. Chr. nach der Forderung 
von Wahl (S. 17), nämlich unter A^usscheidung alles dessen, was 
nicht ursprünglich in ihr gestanden, sondern erst von späteren Ab- 
schreibern der ausführlicheren Darstellung halber aus der A. Chr. 
hinzugefügt wurde, hätte allein keinen besonderen Wert gehabt. 
Nur durch die Verbindung mit der A. Chr., aber neben einander, 
nicht in einander, und durch die Verbindung der letzteren 
hinwiederum mit den übrigen Werken des Andreas, besonders 
Conc. Gonst. und Chr. Hus., konnte bei einer Neuausgabe die 
erste bayerische Landeschronik in den ihr notwendigen Rahmen 
gestellt werden. 

Bezüglich der von Freher mitgeteilten Forts, des Leon- 
hard Panholz von Opperkofeu, Priesters der Diözese Regens - 
bürg, zur B. Chr. des Andreas muss ich hier feststellen, dass 
es mir leider nicht gelungen ist, eine Hs. derselben aufzufinden. 
Vielleicht genügt dieser Hinweis, um Bibliothek- und Archiv- 
vorstände zur weiteren Suche zu veranlassen. Ich konnte 
mich nicht entschlieesen, den Text bei Freher nur abzudrucken, 
und es muss also vorläufig der alte Freher'sche Text noch 
genügen. 

Über die von Freher ausserdem beigegebenen Historiae 
fundationum nonnuUorum monasterior um Ba- 
variae handle ich eingehend weiter unten. 

Der Titel der B. Chr. als Chronica de principibus terrae 
Bavarorum rührt in dieser Form wohl von Andreas selbst her, 
wofür mir die üebereinstinunung der Hss. 1. 5. 7. 8. zu 
sprechen scheint 

1: Kassel, Ständische Landesbibliothek. Hist. fol. 5. 
Sammelbd. Befand sich, wie unten noch gesagt werden wird. 



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— LXXIV — 

im J. 1501 wahrscheinlich in der Bibliothek des Karthäuser- 
klosters Prül bei Regensburg. Erwähnt ist die Hs. bei üfFen- 
bach, Merkwürdige Reisen 1,58, darnach bei Aretin, Literär. 
Handbuch f. d. baier. Gesch. 1,127; beschrieben ist sie Archiv 
6,204, dann bei Kronseder S. 26; vgl. auch NA. 23,248. 
282 Ell. Papier, ausser Bl. 117—130, PergamentblL, die des 
Andreas B. Chr. enthalten. Einzige erhaltene Pergamenths. 
der lateinischen Chr. Sehr sauber und sorgfältig geschrieben. 
Verschwindend wenige Schreibfehler, sehr korrekter Tert der 
ersten Redaktion der Chr. Auf Bl. 97—116 enthält der Bd. die 
von Freher herausgegebenen Historiae fundationum nonnullorum 
insignium monasteriorum per partes Baioariae. Siehe unten 
bei der Kritik derselben. Bl. 167'— 188 gedrängte Weltchronik, 
welcher die des Andreas zu Grunde liegt. 

2: München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 338. 
(Beschreibung s. oben S. XXXT). Bl. 67—100' Abschrift der 
vorigen Hs. durch Hartmann Schedel. Am Schluss: Finit chronica 
principum Bavarie usque ad Ottonem, a quo modemi duces ortum 
habuerunt Non enim longius reperi. In historia tarnen pre- 
cedenti (vgl. oben S. XXXV) finis huius cronice reperitur. Scripsi 
Hartmannus Schedel artium et medicine doctor, phisicus Am- 
bergensis, anno domini 1477. die 3. mensis Novembris. Landes 
deo. Ich habe eingehend nachgewiesen (NA. 23,248), dass 
Schedel aus dem nun in Kassel befindlichen Sammelband, der, 
eben als Hs. 1 beschrieben, die B. Chr. enthält, dessen beide 
erste Stücke abschrieb, jetzt clm. 462 und 351. So ist es nicht 
zu verwundern, dass er auch von der B. Chr. eine Abschrift 
nahm, und zwar hier in clm. 338. Die Abschrift ist sehr genau, 
ohne willkürliche Änderungen. 

3: München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 1805. 
Papier. 2®. 15. Jh. 144 BU. Genaue Beschreibung in der 
2. Aufl. des gedruckten Hss.-Kataloges. Im Register des letzteren 
leider ausgelassen und daher der Forschung bis jetzt entgangen.^ 
Bl. 97—132 des Andreas B. Chr. Die Schrift ist sicher die 
gleiche wie die der A. Chr. in cod. pal. vind. 3296 und 
zweifelsohne nach Vergleichung mit des Andreas Notizenbuch 
clm. 903 die des Andreas selbst. Die vorliegende Hs. erweist 
sich als die beste der vorhandenen des Textes der zweiten 
Redaktion und dürfte eine von Andreas selbst aus seinem 
Handexemplar gefertigte Abschrift ^ sein. Die Züge sind sehr 

^ Abgesehen von zwei äusscrlich erfolgten Notierungen, Oberb. 
Arch. 2,188 u. NA. 9,409. 

* Bandbemerkungen scheinen mir von Aventinus' Hand zu stammen. 



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— LXXV — 

sauber und zierlich, die Miniierung und Anlage der Stamm- 
bäume sehr sorgfaltig. Die vorhandenen Schreibfehler sind 
leider nicht, wie in cod. pal. vind. 3296, durch eine verbessernde 
Durchsicht abgeändert. Die Chr. ist hier rein in der Form er- 
halten, welche sie im Jahre 1428 hatte. Zu bemerken ist, dass 
die meisten der ausser der Chr. des Andreas in dem Sammelbd. 
enthaltenen Stücke, hauptsächlich die Begensburger Heiligen 
Dionjsius, Emmeram und Wolfgang betr., nach meiner Über- 
zeugung in den gleichen sehr charakteristischen Schriftzügen 
geschrieben sind wie die Forts, der A. Chr. und alle folgenden 
Teile im cod. pal. vind. 3296, so dass anzunehmen ist, dass 
dieser Schreiber dem Ä.ndreas sehr nahe stand, wenn er in 
zwei dessen Autographe enthaltende Hss. einschreiben konnte. 

4: Wolfenbüttel, herzogl. Bibliothek. Cod. 45. 6. Aug. 
fol. Genaue Beschreibung siehe bei Heinemann, Die Hss. d. 
herzogl. Bibüothek zu Wolfenbüttel 6,276, Nr. 2555. Enthält 
Bl. 56 — 77 des Andreas B. Chr., jedoch bricht die Hs. schon 
nach der Überschr. : De fundacione claustri in Strawbing 
(unten S. 555, 30) ab. Ausserdem sind an 3 Stellen je mehrere 
BIL ausgerissen, so dass der Text namhafte Lücken aufweist. 
Die vorhandenen mehrfach in falscher Folge gebundenen BU. 
sind sicher Abschrift von clm. 1805 ohne besondere Änderungen 
und Zusätze, doch mit vielen Schreibfehlem. Wann die Ab- 
schrift gefertigt wurde, ist nicht genau festzustellen. Wenn 
bei Heinemann a. a. 0. gesagt ist, die (nicht zur Chronik ge- 
hörigen) Blätter 38 — 77 des Sammelbds. seien ungefähr 1425 
geschrieben, so ist diese Angabe wohl aus dem Datum der 
Torrede der Chr. des Andreas geschöpft. Jedenfalls gehören 
die Schriftzüge ins 15., nicht, wie es Archiv 6, 16 heisst, 
ins 16. Jh. 

5: München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 
1222. 15. Jh. Sammelbd. Papier. 305 Bll. Zuletzt im 
Franziskanerkloster zu Freising. Bl. 110—147 B. Chr. des 
Andreas. Bl. 150—181 dieselbe deutsch. Kronseder (S. 27) 
hat die Bedeutung der Hs. verkannt, wenn er den hier gegebenen 
lateinischen Text als eine lateinische Bückübersetzung des 
deutschen Textes bezeichnet. Der lateinische Text ist hier 
nämlich ebensogut Abschrift der lateinischen Fassung der B. Chr. 
wie z. B. der von Kronseder so überaus hochgeschätzte clm. 14989. 
Dass die Überschriften wenig mit denen des letzteren überein- 
stimmen, wäre genauer so auszudrücken, dass clm. 14989 in 
der Forts. Überschriften hat, während sie in clm. 1222 (mit 
einer Ausnahme) fehlen. Unrichtig aber bemerkt Kronseder, 



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^ LXXVI — 

dass der Text wenig mit clm. 14989 übereinstimme. Der Text 
ist vielmehr der gleiche, abgesehen von der fehlenden Vorrede, 
lind den auch sonst zwischen zwei Abschriften des nämlichen 
Werkes regelmässig bestehenden Abweichungen. Die B. Chr. 
in clm. 1222 ist eine vor dem Jahre 1469, aber wohl nicht 
lange vorher, gefertigte Abschrift. Denn in diesem Jahre 
machte die nämliche Hand, welche die in derselben Hs. Bl. 56 
beginnenden Flores temporum bis zum Jahre 1469 fortsetzte 
(Bl. 107), neben einer Reihe von Zusätzen und Verbesserungen 
zum Text der Chr. ausdrücklich am Band die Bemerkung, 
dass die Witteisbacher usque in presens 1469 in Bayern regieren, 
während der Text des Andreas die Zahl 1428 enthält, und be- 
merkt in der von ihr vorgenommenen Forts, des Stammbaums : 
Albertus, qai iam regnat 1469. Die Forts, der B. Chr., von der- 
selben Hand geschrieben, reicht ebensoweit wie in clm. 14989 - 
Eine spätere Hand hat noch zwei Abschnitte aus der A. Chr. 
(über die Hochzeit Herzog Albrechts von München 1436 und 
den Tod Kaiser Sigmunds) hinzugefügt, die sicherlich nicht 
zur ursprünglichen Forts, der B. Chr. gehörten. Der Text ist 
schlecht, muss aber leider mangels erhaltener besserer Hss. für 
die Forts, zu Grunde gelegt werden. 

6: München, k. Geheimes Hausarchiv. Manuscr. Nr. 2. 
Papier. 16. Jh. 2®. 42 BU. unnummeriert. Genaue Be- 
schreibung s. bei Rockinger, Üb. ältere Arbeiten z. baier. u. 
pfälz. Geschichte im Geh. Haus- u. Staatsarchiv, in Abhandlungen 
d. bist. Cl. d. k. b. Akad. d. Wiss. Bd. 16, 165. Die B. Chr. 
lateinisch. Die Schrift ist schön, der Text nach einer an- 
scheinend seihr guten Vorlage korrekt. In der Forts. (S. 576, 19) 
bricht die Hs. leider ab. Die Hs. war nach Rockingers 
Forschungen im Besitze des Pfalzgrafen Johann II. von Simmern- 
Sponheim (1509—1557), der sie mit zahlreichen Randbe- 
merkungen versah. Pfalzgraf Johann, der ein ausserordentlich 
gebildeter Fürst war (vgl. Schmidt, Geschichte d. Erziehung d. 
pfalzischen Witteisbacher S. XXVI), fertigte sich mit eigener 
Hand aus des Andreas Chr., also wohl aus der obigen Hs., 
auch eine im k. Geh. Hausarchiv (als Manuskr. Nr. 203) ver- 
wahrte Stammtafel des wittelsbachischen Hauses. Sie trägt von 
des Pfalzgrafen Hand den Vermerk: Uss bruder Anndreas zu 
Sant Mang by Regenspurg buch. 

7: München, k. Hof- und StaatsbiblioÜiek. Clm. 14989. 
Papier. 2 <>. 75 beschr. Bll. Enthält Bl. 20-75 eine von 
Christophorus Hof&nann 1515 zu St. Emmeram in Regensburg 
gefertigte Abschrift d. B. Chr. (vgl. Kronseder S. 13, 14 und 



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— LXXVII _ 

25 ff.) Vorausgehen 2 Epigramme (Bl. 1), die Widmung der 
Abschrift (Bl. 2) und ein von Hoffmann gefertigtes Register 
(Bl. 2 — 19). Epigramme und Widmung lauten folgend er- 
mnssen : 

Joannis Celvi Olestatini Philareti in sequentem chronicorum de 
piincipibuB Bavarie libellum epigramma tethrastichon. 

Bayarico primum que gens consederit arvo, 

Unde profecta domo, nomen et unde trahat, 

Alta Bimul ducibus que sint cunabula Boiis 

Nomina queque locis, iste libellus habet. 
Fratrifl Cbristophori Hofmanni ad S. Emmeramum Ratispone ad 
Jectorem quemcunque. 

NoBse Yolens, lector, fuerint quo sanguine creti 

Bavarice stirpis stemmate quove duces, 

Huc ades et flores huius tibi carpe libelli 

Et lege, si placeant splendlda gesta tibi. 

Presbiteri Andree labor et tibi, credo, placebit, 

Qui coluit Magni templa sacrata pii. 
Beverendo in Christo patri et domin o domino Erasmo abbati 
monaaterii S. Emerammi Ratispone frater Christophorus Hoffmannus 
presbiter et monachus ibidem professus debitam reverenciam et obedienci- 
am et siqnid haurire poterit de latere Christi crucüLxi. 

Cum tua nuper pcrmissione, venerabilis abba, ripensem divi Magni 
confessoris in pede pontis Ratispone subintrassem ecclesiam, libellum 
quempiam Bavarie principnm hystorias ab origine gentis continentem 
casu preterque spem ofTendi. Hinc haud mediocii perfundebar gaudio, 
quandoquidem libellus prenominatus plerisque fortassis annorum domi 
retroactis delitescens curriculis ad lucem dcmum e tenebris prodierat. 
Animum igitur sumens prememoratum ab eins loci incolis ad rescribendum 
expostulavi libellum et obtinui ratus me tibi obsequium prestiturum haud 
modicum, dummodo tu hüs rebus deditissimus atque in hystoriarum 
cognicione meo iudicio in hac nostra urbe — absit assentacio — nulli crederis 
esse secundus. Domum igitur omni posthabita mora repecii, solitum 
meum chalamum corripui scriptisque, prout cernis, contradidi tibique 
dedicare et oferre dignum iudicavi, quo tuum, dum tibi per ocium licuerit, 
quandoque oblectaveris animum. Plurima nempe illic hactenus tibi in- 
cognita reperies. Enimvero,' ut ocius tibi, quod volueris, occurrat, singula 
in hoc libello contenta notatuque digna in hanc alphabeticam de proprio 
redegi tabulam. Accipe igitur, reverende senex, hoc tiii donativum alumni 
eo, quo offertur, animo; in templo etenim domini, ait divus Hieronymus, 
quivis offert, quod potest, alii aurum et argen tum, tum coccum, bissum 
offerunt et hiacinctum ; nobiscum bene agitur, qui preter squalidum nil 
pomidemus cucuUum et hunc mutuo acceptum, si pilos pellesque caprarum 
obtulerimus. Vale felicissime annosque Nestoris vive oracionibus fratrum 
adiutuB. 

Ex solito Celle mee latibulo Ratispone obiter quarta decima Aprilis 
anno domini post sesquimillesimum XV^ 

Kronseder hat versucht, diese Abschrift als die beste vor- 
handene Hs. der B. Chr. des Andreas zu erweisen, doch hat 
er bei seiner Beweisführung andere Hss., die von ziemlich 



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— LXXYm — 

gleichem Wert wie clm. 14989 sind, viel zu gering geschätzt, 
besonders aber clm. 1222 ganz unrichtig beurteilt (S. 27). Der 
leider bisher unbekannt gebliebene clm. 1805 hätte wohl zu 
richtigerer Erkenntnis verholfen. Hoffinanns Abschrift enthält 
die ganze Ohr. mit der Forts. Sie ist nicht genau, sondern oft 
willkürlich geändert. Für die Forts, kommen neben ihr nur die 
zwar aucli schlechten Hss. 5 und 9 in Betracht, die aber immer- 
hin noch besser sind als sie, da sie ihrer Vorlage getreuer 
folgen. Was die Entscheidung über Eichtigkeit der Lesarten 
gegenüber von 5 und 9 anlangt, so dient der Text der A. Chr. 
für die Teile, die beide Chroniken gemeinsam haben, als Richt- 
schnur. Gerade nach diesem Masstab erweist sich Hoffmanns 
Abschrift als sehr unzuverlässig, wie ihre Mangelhaftigkeit in 
dem Hauptteil durch die Übereinstimmung der andern von ein- 
ander unabhängigen Hss. festgestellt ist. Es erscheint daher die 
Zugrundelegung des Textes von 5 für die Ausgabe gewiss 
gerechtfertigt. Die übermässig zahlreichen Überschriften stammen 
sicherlich von Hoffmann. 

8: Wien, k. k. Hofbibliothek. Cod. pal. vind. 3343 
(Hist. prof. 471). Papier. 2«. 64 BU. Vgl. Mayr im N. Areh. 
5,131. Enthält Bl. 11—59 die B. Chr. des Andreas mit der 
Forts, und einem Register auf Bl. 1—9. Bl. 60—64 von der 
gleichen Hand : Duces Bavarorum veteres coUecti per Johannem 
Aventinum. Beide Stücke sind Mitte des 16. Jhs. geschrieben. 
Die B. Chr. des Andreas ist hier sicher von des Christophorus 
Hoffmann Abschrift abgeschrieben. 

9: München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 338. 
S. oben S. XXXV und S. LXXIV. Enthält Bl. 105—121, von 
Hartmann Schedel (wohl 1477) geschrieben, die Forts, der B. Chr., 
und zwar vollständig, nicht nur Auszüge daraus, wie der ge- 
druckte Hss.-Katalog (2. Aufl.) angibt. Es sind sehr viele 
Schreibfehler vorhanden. Der Text bestätigt die Lesarten von 
Hs. 5 gegenüber Hs. 7. Aus dem umstand, dass zwei Stellen 
(Bl. 162 u. 168) Torhanden sind, die in jeder der 3 Hss. 5, 7 
und 9 je an einem andern Platz erscheinen, möchte zu schliessen 
sein, dass jene Stellen in der oder den Vorlagen am Rand 
standen und spätere Zusätze des Andreas — sie stammen 
sicher von diesem — in seinem ursprünglichen Exemplar 
waren. Ähnlich mag es sich mit einer Stelle (Bl. 157) ver- 
halten, die nur Hs. 5 mit 9 gemeinsam hat. Drei Überschriften 
in Hs. 9 dürften von Schedel stammen. 

10: München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 27070. 
Aus Prül, später im k. Reichsarchiv München. Papier. 2®. 



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— LXXIX — 

244 Bll. Titel; Tomas I. MS. Collectionum F. Francisci Griene- 
waldt Batisbonensis Gartbusiani Professi in Monasterio S. Yiti 
in Prael prope Batisbonam. Enthält Bl. 1 — 82 des Andreas 
B. Ghr. mit der Vorrede des Ghristophorus HofiFmann in Abschrift 
aus Hs. 7. Am Schluss Zusätze, die unten aus clm. 1222 
(deutsche Übers.) mitgeteilt sind. Endlich: Explicit Chronica 
de Principibus Bavariae Andreae . . . Goepta per me F. Fran- 
ciscum Grienewalt Batisponensem Garthusiae S. Yiti in Pruell 
professum 12. Novembris et finita 17. Decembris 1611. 
Bruchstücke der B. Chr. enthalten 

1. München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 14719. 
Papier. 4^. 125 Bll. 15. Jh. Auf Bl. 98-111 Abschnitte 
von der Geschichte des h. Emmeram bis zu der des Erzbischofs 
Willigis von Mainz (unten S. 16 — 44). 

2. München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 14969. 
Papier. 4«. 342 Bll. 15. Jh. Auf Bl. 249'— 255 Auszüge 
aus der B. Ghr. von Anfang an bis 1389. 

Die beiden ersten der vorstehend aufgeführten Hss. bieten 
den Text der Ghr. in einer wesentlich einfacheren Form als 
die übrigen.^ Diese Form macht durchweg den Eindruck des 
Ursprünglichen und ist nicht etwa als ein Auszug aus der 
Chr., sondern, wie schon Kronseder (S. 29) richtig erkannt hat, 
als eine erste Bedaktion derselben zu betrachten. Um über 
das Verhältnis dieser 1. zu der 2. Bedaktion Aufsehluss zu 
geben, genüge hier die Vergleich ung der Anfänge beider Texte. 
Die Vorrede findet sieh in beiden Bedaktionen A und B ohne 
wesentliche Abweichung. Das 1. Kap. der einfacheren Form 
ist in der umfangreicheren das 2. und ist zurückgedrängt durch 
ein anderes Kap., welches sich deutlich als später eingeschoben 
erweist. Das ursprüngliche 1. Kap. erzählt, wie die Überschr. 
sagt: De primis ducibus Baioariorum: Zur Zeit Oktavians 
und Gäsars kamen die Brüder Boamund und Ingramm aus 
Armenien und besassen als die ersten (primi) das Herzog- 
tum in Bayern. Ihnen folgte Adelger, diesem Theodo. Da, 
wo diese einfache Erzählung das 2. Kap. «bildet, zeigt sie auf- 
fallende Veränderungen. Die Überschr. redet nicht mehr von 
den ersten Herzogen in Bayern, sondern De principibus 
Bavarie tempore nativitatis Christi, und auch im Text ist, ab- 
gesehen von anderen Worten, jenes primi weggelassen. Warum? 

^ Wenn Gewold in der Replicatio ad responBoriam epistolam M. 
Freheri de ]palatino electoratu (München 1612), S. 8 von einer Hs. spricht, 
die innmDeriB locis noch viel mehr biete als der Freher'sche Text, so dürfte 
diese Hs. wohl eine der A. Chr. gewesen sein. 



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— LXXX — 

Weil nun ein Kap. vorausgestellt ist, in dem noch frühere 
Herzoge, Bavarus iind Norix, genannt werden. Dass die beiden 
Kap. in dieser Form der ursprünglichere Text gewesen wären 
und jene einfachere Form daraus ausgezogen worden wäre, 
erscheint schwer denkbar. Am einfachsten ist die Erklärung, 
dass der "Wortlaut der zweiten Form durch eine für die erste 
nicht verwertete Quelle veranlasst wurde. Hiefür spricht ins- 
besondere der dem Anfang der A. Chr. des Andreas, gleich- 
lautende Anfang des späteren 2. Kap., der von der Schöpfung 
der "Welt und der Geburt Christi ausgeht und — so, wie er 
lautet — gewiss eher zum Beginn des ganzen "Werkes passt 
als an den Anfang eines 2. Kap., wo er als überflüssig erscheint 
Ich habe unten S. 507 als Quelle des späteren ganzen 1 . Kap. 
die Yita Altmanni angegeben und zweifle nicht, dass Andreas 
diese Quelle erst ausbeutete, als der Text der 1. Redaktion 
schon geschrieben war. Das folgende Kapitel De condicione 
civitatis Ratispone zeigt eine ähnliche Verschiedenheit in zwei 
Redaktionen. Und hier vermögen wir sicher festzustellen, 
welche die frühere ist, nämlich die der einfacheren Form, w eil 
sie mit dem Text der A. Chr. übereinstimmt Der 
Inhalt der andern Form entspricht dem Schlussatze des späteren 
ersten Kapitels und berechtigt zu dem Schluss, dass auch hier 
die Abänderung auf Grund der neu herangezogenen Quelle er- 
folgte. Hier wie in den beiden ersten Kapiteln werden wider- 
sprechende Nachrichten nebeneinander vereinigt, ohne dass 
Andreas den Versuch macht, den Widerspruch aufzulösen. Ist 
es uns doch auch nur durch die Annahme zweier Redaktionen 
möglich, die Widersprüche, die bisher in den beiden ersten 
Kap. ruhten und unentwirrbar schienen, auf ihre Entstehung 
zurückzuführen. Ich werde an anderer Stelle zeigen — was 
in dieser meiner Ausgabe zum erstenmal durch die Scheidung 
der ersten und zweiten Redaktion deutlich hervortritt — , wie 
die heillose Verwirrung der bayerischen Stammessage im 15. Jh. 
und später hauptsächlich auf Verantwortung des Andreas zu 
setzen ist, der die im der 2. Redaktion neubenützte Quelle neben 
die Hitteilungen seiner früheren Quellen einreiht und zwei 
völlig getrennte Stammessagen dadurch ineinander wirrt. 
Was ich hier über den Unterschied des Textes in A und B 
in den 2 bezw. 3 ersten Kap. dargelegt habe, lässt sich in 
ähnlicher Weise weiterverfolgen. Hiezu kommt die Thatsache, 
dass die Lesarten in B schlechter sind als die in A, welch' 
letztere mit denen der in der B. Chr. als Hauptquelle benützten 
A. Chr. übereinstimmen. 



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~ LXXXI - 

Es erhebt sich die Frage nach der zeitlichen Entstehung 
beider Redaktionen. 

In A und B trägt die Vorrede das Datum 1425 Sept. 16. 
Diese Vorrede war schon ganz oder teilweise geschrieben, als 
Andreas noch an der Chr. arbeitete; denn bei Kaiser Heinrich II. 
(S. 530, 16) bezieht er sich auf sie: Hie est Heinricus ille, cuius 
mencio in prologo huius opusculi est facta. Die Jahrzahl 1425 
kehrt in beiden Redaktionen als Gegen warts- An gäbe wieder in 
dem Kapitel De origine principum Bavarie (S. 511). In dem 
Text A erscheint kein weiteres derartiges Datum. Man wird also 
nicht ifehlgehen, wenn man seine Entstehung im Jahr 1425 
annimmt In dieser Form (ohne die Geschichte der Witteis- 
bacher) dürfte die Chr. auch dem Herzog Ludwig überreicht 
worden sein, und als Ergänzung sollte wohl der wittelsbachische 
Stammbaum dienen, den Andreas dem Herzog vorher gefertigt 
hatte; vgl. Kronseder S. 29, Anm. 1. In dem zweiten Teil des 
Textes B aber, in dessen erstem Teil zweimal die Jahrzahl 1425 
als Gegenwart angegeben ist, wird an 2 weiteren Stellen 
(S. 544,31 und S. 552,2 quer) 1428 genannt. Wie ist dieser 
Zwiespalt zu erklären? Die einfachste Erklärung scheint mir 
die zu sein: Der erste Teil erfuhr wohl schon 1425 die Um- 
arbeitung, während die zweite Hälfte erst 1428 hinzugefügt 
wurde. Wie sehr diese Erklärung berechtigt ist, wird sich 
unten bei der Untersuchung des Verhältnisses der deutschen 
Übersetzung zum lateinischen Text der B. Chr. zeigen. 

Nach dem Gesagten ergab sich für diese Ausgabe die 
Notwendigkeit, die beiden Redaktionen neben einander in Er- 
scheinung treten zu lassen und nicht etwa nur allein die um- 
fangreichere und überarbeitete Textform abzudrucken, da schon 
durch eine solche Nebeueinanderstellung, wie ich soeben an 
dem Text der ersten Kap. gezeigt habe, wissenschaftliche Fragen 
zur Lösung gebracht werden. 

Es wurde dem Text also für diese nicht geringe 
Schwierigkeiten bietende Anordnung für die Redaktion A die 
Hs. 1 mit ihren sehr guten Lesarten zu Grunde gelegt, für die 
Redaktion B des Andreas Autograph der Hs. 3, für die Forts., 
da leider keine bessere Hs. erhalten ist, die Ha. 5. 

Bezüglich des Verhältnisses der B. Chr. zu den übrigen 
Schriften des Andreas, insbesondere zur A. Chr., ist zunächst 
zu erwähnen, dass naturgemäss Andreas die schon fertig vor- 
liegende A. Chr. als Quelle benützte. Wir geben diese Teile, mögen 
sie Manchem vielleicht auch als überflüssig erscheinen, doch voll- 
ständig wieder, damit das erste Bayerns Geschichte enthaltende 

QaeUen and Eroerterangen M. F. I. VI 



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^ Lxxxn - 

Werk in ungekürzter Form erscheine. A)idreas benützt seine 
eigene A. Chr. wie eine fremde Quelle. Er überträgt den Text 
aus jener meist ohne Änderung in diese. In verschiedenen 
Kap. der B. Chr., in denen er aus jener schöpft, fügt er in 
den entlehnten Text die Jahre und Namen des betr. damaligen 
Papstes und Kaisers nach seinen in den Kreisen gemachten 
Angaben ein. 

Eine Anzahl von Quellen scheint Andreas erst nach 
Vollendung der A. Chr. kennen gelernt zu haben und benützt 
sie ausgiebig, wie unten bei der Untersuchung der einzelnen 
Quellen dargethan wird. Von den schon in der A. Chr. be- 
nützten Quellen ist neben den Fund, und dem Br. Chr. be- 
sonders das Chronicon de ducibus Bavariae in weiterem Umfang 
als dort ausgebeutet Von da an, wo die A. Chr. zunächst 
abschloss, also mit 1422, legt Andreas, da ja die Fortsetzung 
der A. Chr. erst nach der Chr. Hus. entstand, in der B. Chr. 
seine inzwischen geschriebene Chr. Hus. und seine Auf- 
zeichnungen im Diar. zu Grunde, doch nur für einige wenige 
Mitteilungen. Gerade jene Jahre sind in der ß. Chr. auffallend 
dürftig behandelt. Andreas wollte wohl nicht das, was er 
schon an mehreren anderen Stellen niedergeschrieben hatte, 
wiederholen. Ausführlicher wird die Chr. erst wieder in der 
Forts. Diese wie die Forts, der A. Chr. scheinen fast gleich- 
zeitig neben einander entstanden zu sein, wobei in der B. Chr. 
hauptsächlich bayerische Angelegenheiten berührt und ins- 
besondere die Husitenkriege weniger berücksichtigt sind. Von 
beiden Forts, ist sicher, dass sie nicht vor 1428 begonnen 
wurden; für die der A. Chr. können wir, wie oben S. VIII 
erwähnt, sogar schliessen, dass sie eben im J. 1428 angefangen 
ist Was also die der A. Chr. von 1422—1428 und die der 
B. Chr. von 1426—1428 bringt, ist sicher erst 1428 oder darnach 
geschrieben. So kommt es, dass in beiden das Diar. und die 
Chr. Hus. als Quellen benützt sind; an einer Stelle der Forts, 
der A. Chr. (S. 481,3) hat es sogar den Anschein, als sei die 
B. Chr. zu Grunde gelegt. Bei Aufzählung der zu seiner Zeit 
entstandenen Bauten nennt Andreas das J. 1428 (S. 568, 7) 
wohl aus keinem andern Grund, als weil er jene Notiz in 
diesem Jahr niederschrieb. Von 1428 an scheint Andreas bald 
in die A. Chr., bald in die B. Chr., bald in beide zusammen 
Einträge gemacht zu haben, ohne dass es möglich wäre, über- 
all zu sagen, in welcher Chr. der frühere Eintrag erfolgte. 
Das lässt sich nur in einzelnen Fällen erweisen. Möge es bei 
dieser Sachlage nicht als unkritisch aufgefasst werden, wenn 



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- LXXXIII — 

ich der Raumersparnis halber in der Forts, der B. Chr. die mit 
der Forts, der A. Chr. übereiustimmenden Stellen sämtlich petit 
drucken liess, wenn es vielleicht auch möglich wäre, dass sie 
eher in der B.' Chr. niedergelegt waren und für die A. Chr. 
nur daraus abgeschrieben wurden. Mit dem kleinen Druck 
soll in jenen Teilen nicht gesagt sein, dass die A. Chr. für die betr. 
Stelle Quelle, sondern nur, dass die Stelle auch in der vorher 
abgedruckten A. Chr. zu finden ist. Es kommt hinzu, dass 
die Aufzeichnungen in der Form, in der sie in der einen oder 
andern Forts, stehen, oft nicht gleichzeitig gemacht sind. Der 
Nachricht über die Weinbergschäden von 1430 ist sogleich 
die über Weinüberfluss von 1431 angefügt (S. 474 u. 571 \ 
so dass die ganze Notiz in dieser Form ei*st 1431 oder später 
gefertigt sein kann. Aber die Datierung aus dem vorausgehen- 
den Jahr lässt darauf schliesseu, dass diese Daten schon damals 
schriftlich niedergelegt wurden, vielleicht in einem dem Diar. 
entsprechenden Notizbuch, welches später dann für beide Forts. 
verarbeitet wurde. Bei der Schilderung des Feldzuges gegen 
die Husiten 1431 in der B. Chr. äussert Andreas i^S. 573,23): 
Alibi tamen de hoc lacius scripsi. Dieser Hinweis bezieht sich 
auf die Forts, der A. Chr., in der jener Feldzug ausführlicher 
behandelt ist. Der Text der A. Chr. war also hier vor dem 
der B. Chr. niedergeschrieben. Der letztere aber kann nicht 
lan^e nachher verfasst worden sein, was sich aus folgendem 
Gesichtspunkt ergiebt: Zu demselben Jahr 1431 berichtet 
Andreas in der B. Chr. kurz nach der eben erwähnten Stelle 
(S. 574) von seiner Audienz bei Herzog Ernst in Straubing 
in einer Sache seines Klosters.^ Wie Andreas erzählt, fragte 
ihn der Herzog leutselig, was das Nächste sein werde, worüber 
er in seiner Chronik berichten wolle. Und Andreas sagte: 
„Gnädiger Fürst, es ist die Angelegenheit, in welcher ich hier 
bin. Hört Ihr sie gnädig an, so soll das das Nächste sein, 
was ich in meiner Chronik rühmend niederschreiben will." 
Der Herzog erfüllte den Wunsch, und Andreas schrieb die 
Geschichte in seine Chronik. Wir haben keinen Zweifel, dass 
sie wirklich proxime, wie Andreas sagte, unmittelbar nach 
jenem Ereignis niedergeschrieben ist, also 1431 wie die vorhin 
erwähnte Stelle, von der aus auf die weitläufigere Darstellung 
in der A. Chr. verwiesen ist. Auch diese ist 143 1 verfasst, 

^ Gemeiner 3, 32 spricht davon, ea seien in dieser Sache ,,noch ver- 
schiedene eigenhändige Aufsätze des bprühmten Geschichtschreibers und 
Chorherrn Andres von S. Mang vorhanden, mittelst welcher derselbe den 
Schaden und die Zuspruche des Klosters vor dem Rat liquidirt hatte''. 
Meine Bemühungen, diese Aufsätze zu entdecken, waren vergeblich. 

VI* 



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- LXXXIV - 

und so scheinen jene Teile in beiden Chroniken in nicht weit 
von einander entfernten Zeiten, ja vielleicht gleichzeitig neben- 
einander entstanden zu sein. Tragen sie doch hier ähnlichen 
Charakter wie die Einträge im Diar. Die in der Forts, der B. 
Chr. nach den Ereignissen von 1433 eingeschobene Nachholung 
von Nachrichten aus den Jahren 1431—1433 (S. 577, 33: per 
repeticionem precedencium) scheint direkt der A. Chr. entnommen 
zu sein. Sie bringt mehrere Wiederholungen des schon im 
Text der B. Chr. vorher Gesagten, welche letzteren Teile gleich- 
zeitig mit denen der A Chr. 1431 1433 entstanden sein dürften. 
Doch sind einzelne neue Zusätze zu dem Wiederholungsabschnitt 
gemacht. Das scheint noch 1433 geschehen zu sein, da man 
den Ausdruck (S. 577,32): ut clarior fiat rerum Status, wohl 
auf die damalige Lage beziehen darf. Die Aufzeichnungen von 
lAM an sind dann wieder annalenhaft gemacht Andreas 
gebraucht hier (S. 579,20) selbst von der Art seiner Notizen 
den Ausdruck: more solito secundum annos domini, und zwar 
bringt er in der B. Chr. zunächst das, was auch in der A. Chr. 
enthalten ist; hieran aber reiht er Aufzeichnungen, die sich in 
letzterer nicht finden. Bei den folgenden Jahren nehmen 
diese Zusätze der B. Chr. gegenüber der A. Chr. immer mehr 
ab. An einer Stelle (S. 587, 10) gewinnt es fast den Anschein, 
als sei der Text der B. Chr. der frühere und aus dieser in 
die A. Chr. übernommen, welch* letztere aber dann schliesslich 
— die B. Chr. schliesst mit dem J. 1436 ab — bis 1438 allein 
weitergeführt wurde. 

Eine in der A. Chr. nicht benützte Quelle citiert Andreas 
in der B. Chr. viermal ausdrücklich, die chronica de Schira, 
und bemerkt an einer dieser Stellen (S. 533,30) über sie: que 
hucusque in volgari ad manus meas perveneruni In der That 
liefert ihm die deutsche Scheyrer Chr., d. h. die Abschrift des 
Textes einer alten genealogischen Tafel, der sog. Fürstentafel, 
in der wittelsbachischen Hausstiftung Scheyern, vielfachen Stoff. 
In zahlreichen Hss. verbreitet, ist diese tief unter der lateinischen 
Scheyrer Chr. stehende fabelhafte deutsche Chr. (gedr. in der von 
Abt Stephan von Scheyern veranstalteten Ausg. des Chroidcon 
Schirense Konrads von Scheyern, Ingolstadt 1623, S. 229, dann 
in der Ausg. Strassburg 1716, S. 174, femer von Hefner im Oberb. 
Archiv 2, 188 und ohne Kenntnis letzterer Ausgabe von Maffei 
in Deutingers Bey trägen 6,410) anscheinend für Viele ein be- 
liebtes und gelesenes Buch gewesen, aus dem man sich über 
die glänzende Vergangenheit des angestammten Herrscherhauses 



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— LKXXV — 

Aufschluss holte.^ A.ber schon Andreas nimmt nicht alle ihre 
Fabeleien gläubig auf und verwirft an einer Stelle (S. 525, 13) 
eine ihrer Angaben als einen durch das Alter geschaffenen 
Irrtum. Aus dem oben angeführten Ausdruck des Andreas, 
dass jene Übr. ihm bis jetzt deutsch zu Händen gekommen 
sei, darf vielleicht geschlossen werden, dass er von dem Vor- 
handensein einer lateinischen Scheyrer Chr. wusste und dass 
er bedauerte, allein auf jene deutsche Chr. angewiesen zu sein. 
Höchstwahrscheinlich entnahm Andreas seine aus der Scheyrer 
Chr. gemachten Exzerpte jener Abschrift, welche in dem 
clm. 1805, Bl. 44 — 48 enthalten ist. Das ist jener Sammel- 
band, worin Bl. 97 — 132 die von Andreas selbst geschriebene 
Abschrift seiner bayerischen Chr. eingebunden ist. (Vgl. oben 
S. LXXIV). Am Schluss der Scheyrer Chr. heisst es: ISTon 
plus repperi de ista materia scriptum in ünderstorfiF secundum 
exemplar quoddam transscriptum secundum exemplar pendens 
in ambitu supradicti monasterii Scheyren in octava festivitatis 
beatissimi patris nostri Francisci confessoris anno domini 1425. 
presidente sacrosancte dei ecclesie sanctissimo in Christo patre 
et domino domino Martine divina providencia papa V.^ Das 
würde zu der Thatsache passen, dass Andreas die Scheyrer Chr. 
in der A* Chr. noch nicht benützt hat und erst für die 1425 
begonnene B. Chr. verwendet. 

Eine in der A. Chr. von Andreas nicht unmittelbar be- 
nützte Quelle — er führt aus ihr dort (S. 31,7) nur eine von 
Konrad von liegen berg citierte Stelle an — wird von ihm in 
der B. Chr. ziemlich stark ausgebeutet, des Gottfried von 
Viterbo Pantheon (SS. 22,107). Im Kap. über Konrad H. 
(S. 531,36) führt er diese Quelle zuerst namentlich an, nach- 
dem er sie auch schon für vorhergehende Kap. benützt hat. 

Gleichzeitig schöpft Andreas aber auch aus einer neuen 
in der A. Chr. nicht verwerteten Quelle, die ihrerseits wieder 
die Grundlage von Gottfrieds von Viterbo Pantheon bildet, 
nämlich aus dem Chronicon Ottos von Freising (SS. 20,83). 

^ Eine kritische Neuausgabe auf Gruod der von Hundt (Abh. d. 
bist. Cl. d. k. b. Akad. d. W. 9, 270) zusammengestellten Hss. wäre 
wQnschenswert. 3 weitere (Wiener) Hss. yerzeichnete Mayr (NA. 5, 135 
u. 143). Ich füge noch eine zu KremsmQnster befindliche Hs. hinzu, 
No. 141 der Bibliothek des dortigen Benediktinerklosters, Bl. 147—153. 
Am Schluss: Johannes Pawman scripsit 1464 etc. (Von dem nämlichen 
Schreiber stammt auch die Wiener Hs. 3447). 

* Eine Abschrift der Scheyrer Chr. des clm. 1805 dürfte wohl die 
in cgm. 2928, Bl. 15—18 sein, da die letzten Worte gleichlauten. Dort 
wird gesagt: Scriptum Monaci in crastino 11 milium virginum anno 
domini 1429. presidente u. s. f. wie oben. 



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— LXXXVI - 

Es lassen sich aber durch die von Gottfried an Ottos Text vor- 
genommenen Veränderungen die Stellen genau erkennen, in 
denen Andreas Gottfried abschreibt, trotzdem er auch dessen 
Quelle Otto zur Verfügung hatte. Ferner zeigt es sich, dass 
Andreas mehrmals sogar Ottos und Gottfrieds Text vermengt 
hat. Man vergleiche z. B.: 



Otto Frising. Chron. 

6,20: 
H u i u 8 maximae c o n - 
cusftionifi auctor 



Gotifr. Viterb. j Andreas 

Pantheon; | unten S. 528,9: 

Hiiius mali actor di- ! Huius concussionisauc- 
citur quidam comes | tordiciturquidam coroe» 
fiiisse ex Baioaria qui- de Stira in ßagua- , de Scira in Baioaiia ex- 
daiu Bkirensis comes 1 ria extitisse. Quem , titisse. Quem Ungari 
memoratur, qui tarnen, Ungari tamqua m , tamquam eum, qui oos 
j)erfidiae8uaepoena8sol- eum, qui eos in mor- 1 incaute eductos morti 



teni eduxerat, occide- i exposuisset, occiderunt. 
runt. 



vens, dum Ungaros in- 
caute eductos morti 
exposuisset, ab eis 
tanquam traditor neca- 
tus est. 

Es ist klar, dass der Wortlaut des Andreas aus den beiden 
Texten hergestellt ist: ein Stück aus der einen Quelle löst 
zweimal nacheinander eines aus der andern ab. Wo die 
Geschichte der Hohenstaufen beginnt, lässt Andreas Gottfried 
von Viterbo mehr bei Seite und entnimmt ausgedehnte Stücke 
dem Chronicon Ottos, nicht ohne allerdings hie und da die ge- 
kürzten Ausdrücke Gottfrieds zu verwenden. 

Ausser dem Chronicon Ottos dienen dessen Gesta Fride- 
rici als Quelle. Hiebei citiert Andreas zweimal (S. 535, 23 und 
540, 29) Otto als seinen Gewährsmann, indem er jedoch auch 
die Gesta allgemein als Chronica bezeichnet. Auch im Chron. 
Hus. (S. 451, Nr. 82) verwendet er ein Kap. der Gesta, die er 
dort ebenfalls cronica nennt. Und im Dialogus (S. 673, 31) 
kommt er auf den nämlichen Stoff zurück. 

Mehrmals erscheint die Kastler Reimchronik des 
Abtes Hermann Lubens (1323—1356) als Quelle in der B. Chr. 
(Gedr. in Freyberg, Sammlung bist. Schriften u. Urkunden 
2,455 und Moritz, Stammreihe der Grafen von Sulzbach 2,120). 
An einer Stelle wird sie citiert als chronica de Castello. 
Vielleicht benützte Andreas sie an Ort und Stelle in dem ober- 
pfalzischen Kloster. Zu bemerken ist, dass die von dem 
nämlichen Verfasser herrührende lateinische Chr. von Kastl 
(gedr. bei Moritz a. a. 0. 2, 104) nicht benützt erscheint, sondern 
nur die deutsche Reimchronik. Die sagenhaften Überlieferungen 
der letzteren über Herzog Ernst ergänzte Andreas in der 
Redaktion ß durch ein eigenes Kapitel, das er aus der lateinischen 

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- LXXXVJI - 

Prosabearbeitung des Gedichtes von „Herzog Ernst" schöpfte. 
(S. unten S. LXXXVIIl). 

Die erste Quelle, die bei der 2. Bearbeitung neu hinzu- 
tritt, ist die Vita Altmanni episcopi Pataviensis (hsg. v. 
Wattenbach SS. 12,226— 243\ die zwischen 1125 und 1141 
im Kloster Göttweig geschrieben ist. In ihr erscheint, wohl 
zum ersten Mal, die Fabel von Bavarus und Norix, dem Sohne 
des Herkules; sie brinijt, wie das Annolied, die Kaiserchronik, 
die Tegernseer und später die Kremsmünsterer GeschichtsquelJen, 
die Mär von der Einwanderung der Bayern aus Armenien. 
Gerade ihren Text, nicht etwa den der letztgenannten Quellen, 
giebt Andreas in dem ersten neu eingeschobenen Kap. — mehr 
ist der Vita nicht entnommen — fast unverändert wieder. 
Man braucht also hier nicht, was Wahl S. 18 gethan hat, als 
Quelle für die Fabel von Bavarus und Norix jenen „edelsten 
Chronisisten Garibald" zu vermuten, auf den sich Ulrich Füetrer 
bezieht. Da in dieser Stelle der Vita Altmanni die Gründung 
Regensburgs dem Herzog Norix zugeschrieben wird, ergiebt 
sich sofort ein Widerspruch mit dem 2. Kap. von A, das, der 
A. Chr. entnommen, Kaiser Tiberius als Gründer Regensburgs 
nennt. Auf diesen Widerspruch macht Andreas aufmerksam, 
ohne ihn zu lösen. 

Für die Geschichte des Herzogs Naimes oder, wie Andreas 
ihn nennt, Naaman von Bayern in der B. Chr. benützt Andreas 
nach seiner eigenen Angabe zwei Quellen. Die eine nennt er 
genau: es ist des Vincentius von Beauvais Speculum 
histori^le (vgl. oben S. LX). Die andere bezeichnet er nur 
allgemein als quidam Über volgaris. Riezler (Naimes von 
Bayern und Ogier der Däne, in d. Sitzungsberichten d. philos.- 
philol. u. bist. Cl. d. k. b. Akad. d. W. 1892, S. 713 ff.) be- 
merkte zwar (S. 720), es Hessen sich über diese deutsche Quelle 
des Andreas nur Mutmassungen hegen, denen nachzuhängen 
es sich nicht verlohne. Letzterer Ansicht bin ich nicht, da es 
immerhin wünschenswert sein dürfte, zu wissen, welches jene 
Quelle war, und zwar für die Geschichte der Quelle selbst wie 
für die Kenntnis der Quellenbenützung durch Andreas. Man 
braucht nicht an die „Chronikschreiber'' zu denken, auf die sich 
später .Füetrer beruft. Ich zweifle nicht, dass des Andreas 
Quelle hier das deutsche Rolandslied des Pfaffen Konrad 
war. Was Andreas berichtet, ist ein Auszug daraus zum Zweck 
einer kurzen Darstellung der Thaten des Herzogs Naimes. Nur 
durch ungeschickte Verwendung der lateinischen Textesworte 
des Vincentius wurden die dem Rolandslied entnommenen Züge 



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- LXXXVIII — 

entstellt. Des Andreas Auszug entspricht folgenden Yersen 
des Bolandslieds (Zählung nach der Ausgabe Yon Bartsch): 
381 ; 412: thaz ne mah ih niht erwenden (vgl. S. 519, 36: quod 
potencie imperatoris resistere non valeret); 443 ff.; 625 ff.; 709 ff-; 
891 ff. (die vier Helden, die im Rolandslied den Kaiser warnen 
fV. 911, 937, 969, 1011], führt Andreas mit den bei Vincentius 
gefundenen Titeln an); 1093 ff.; 1364 ff.; 1382 ff; 1936 ff.; 
2490 ff.; 2771 ff.; 2775: Naimes, thu bist ein getriuwer herre, 
und 2924: ther wäre there kuonisten einer (vgl. S. 520,11: 
veluti fidissimo defensore); 3241 ff. (dass Naimes voranszog — 
Naaman precedente — schliesst Andreas wohl daraus, dass 
jener nicht unter den 12 Koland beigegebenen Helden ist und 
dass er dann beim Kaiser sich befindet); 3149 ff.; 3192; 3370; 
5970 ff.; 6081 ff.; 6101 ff.; 0108: er wolte in gerne haben er- 
slagen = S. 520,18: ipsum Ganalonum trucidare nitebatur; 
6109: ther keiser hiez in enthaben ^= S. 520,19: Sed Im- 
perator eum liberans (hier, wo Herzog Naimes besonders hervor- 
tritt, scheint Andreas den deutschen Text geradezu übersetzt 
zu haben); 61 14 ff.; 6972: viele groz wart thie klage sin =^ 
S. 520,21: nimium doleret; 6983 ff. (Naimes tröstet den Kaiser; 
die von Andreas nun aus Vincentius übernommenen Worte be- 
treffen eine Thatsache, die im Bolandslied schon vorausgeht; 
bei Andreas ist dadurch eine gewisse Verwirrung in der Dar- 
stellung entstanden); 6990 ff.; 7000: ther engel vone himele 
gestarhte in thO = S. 520, 29 : ab angelo confortatur; 7787 ff. 
(die bekannte Stelle mit dem Lobe der Bayern; vgl. S. 520,28: 
ob fidelitatem suam laudans Bavaris prefecit). Da die neuere 
Forschung (^Schröder, Die Heimat des deutschen Rolandsliedes, 
in Zeitschrift f. deutsches Altertum 27, 70 ff.) nicht mehr daran 
zweifelt, dass des Pfaöen Konrad Gedicht in Regensburg ent- 
standen ist, erscheint es nicht verwunderlich, dass der spätere 
Regensburger Chronist es kannte und benützte. 

Zu den in der 2. Redaktion- der B. Chr. neu hinzutreten- 
den Quellen gehört auch die in dem Kap. De Emesto duce et 
eins filio (S. 530) von Andreas angeführte und exzerpierte 
hystoria latine conscripta splendore rhetorice eloquentie quam 
plurimum diffusa des „Herzog Ernst''. Von Herzog Ernst 
hatte Andreas in der 1. Bearbeitung der B. Chr. schon nach 
der Kastler Reimchronik berichtet. Später kam ihm dann die 
eigentliche Geschichte des „Herzog Ernst'' zur Hand, und zwar 
jene lateinische Prosabearbeitung, die Haupt in Zeitschrifl für 
deutsches Altertum 7, 193 herausgegeben hat. Schon Haupt 
hat nach der Übereinstimmung einzelner Ausdrücke jenes Textes 



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- LXXXIX — 

mit denen im Auszug des Andreas gegenüber Martöue (Thesaurus 
nov. anecd. 3, 376) und Eckhart (Commentarii de rebus Franciae 
Orientalis 2,510), die als des Andreas Quelle das lateinische 
Gedicht von „Herzog Ernst" bezeichneteo, mit Recht festgestellt, 
dass Andreas gerade die erwähnte lateinische Prosaerzählung 
vor sich hatte, nicht etwa eine andere deutsche oder lateinische 
Bearbeitung des „Herzog Ernst". 

Endlich wird in B auch die Grundlage der A. Chr., Ekke- 
hard von Aura, noch ausgebeutet, indem Andreas daraus für 
die Zeit des 11. Jhs. die bayerischen Herzoge zusammensucht. 

Bei der Untersuchung des Textes der deutschen Über- 
setzung der B. Chr. drängt sich vor allem die Frage auf: 
Welche Form hatte die lateinische Chr., als die Übers, gemacht 
wurde? Die Beantwortung dieser Frage wird uns dann Anhalts- 
punkte über die Zeit der Übers, und die Person des Übersetzers 
liefern, zwei Punkte, die in hohem Grade der Klarstellung 
bedürfen. Nach unseren Erörterungen über die Entstehung 
der lateinischen Chr. und nach Vergleichung der Hss. der 
deutschen Übers, kann im Allgemeinen behauptet werden, dass 
die Übers, gemacht wurde, als die lateinische Chr. die Form 
hatte, die wir als 2. Bearbeitung bezeichneten. Vollständige 
Übereinstimmung zeigt sich zunächst bei den Überschriften und 
Stanmibäumen. Die deutschen Stammbäume entsprechen völlig 
denen in der lateinischen Hs. 3, in der, wie unten S. 552 
bemerkt ist, die Stammbäume der Form B am reinsten erhalten 
sind. Die Übers, in der besten Hs. schliesst wie in 3. Der 
deutsche Text selbst weist verhältnismässig wenig Abweichungen 
vom lateinischen auf. Grössere Auslassungen oder Zusätze 
fehlen, aber um so auffallender sind die mancherlei kleinen, 
für die wir im Folgenden eine Erklärung zu geben haben. 

An einer Stelle (S. 612, 42 -= 523, 5) ist ein Satz, der 
in A, nicht aber in B enthalten ist, übersetzt, an einer zweiten 
(S. 630,35 = 539,20) bringt die Übers, die Hälfte einer 
von B nicht aufgenommenen Stelle von A, an einer dritten 
(S. 615, 3 = 525, 33) einige Worte aus A, die in B fehlen. 
An anderen Stellen (S. 617,24 -=: 527,29; 617,35 = 527, 38; 
622,38 = 534, 27) sind Zusätze, welche B zu A gemacht hat, nicht 
übersetzt. Besonders auffallend ist es, dass grössere und kleinere 
Abschnitte von B, die in der lateinischen Hs. 6 fehlen, sich 
auch nicht in der Übers, finden (S. 650, 8 ^ 558,16; 650,14 :•- 
558,22 — diese Stelle fehlt auch in der lat. Hs. 5 — ; 651,4 = 
559, 16; 653, 16 = 561, 22). Alle diese Abweichungen erklären 
sich meines Erachtens, wenn wir annehmen, dass die deutsche 



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- LXXXX — 

Übers, von einer lateinischen Hs. gefertigt wurde, die folgende 
Eigenschaften hatte : Sie musste die Redaktion A oder wenigstens 
Reste derselben mit den durch die Redaktion B daran vor- 
genommenen Tilgungen enthalten, so dass es durch Übersehen 
der Tilgung bei der Übers, vorkommen konnte, dass jener in den 
Hss. von B nicht enthaltene erwähnte Satz aus A, dass ferner 
jene zwei andern in B getilgten Stellen aus A übersetzt wurden. 
Jene lateinische Vorlage musste ferner, wenn der Übersetzer in 
ein paar Fällen Zusätze von B zu A nicht berücksichtigen konnte, 
jene Zusätze als solche erkennen lassen, es sei denn, dass jene Zu- 
sätze noch gar nicht gemacht waren, als die Übers, des lateinischen 
Textes erfolgte. Die ei-stere Möglichkeit erscheint mir wahr- 
scheinlicher als die zweite. Es findet sich nämlich ein grösserer 
Zusatz, den (S. 621,1 = 530,7, wo als Anm. zu ergänzen 
ist: Legitur — constitutus add. B) B zu A gemacht hat, in 
der besten deutschen Hs. an den Rand geschrieben. Da liegt 
es nahe, daran zu denken, dass jener Zusatz auch in der 
Vorlage am Rand stand — in den uns bekannten lateinischen 
Hss. steht er im Text — und dass ebenso auch jene in der 
Übers, fehlenden Zusätze in der lateinischen Vorlage am Rand 
standen und daher einzelne dav'on bei der Übers, als nebensächlich 
betrachtet und darum weggelassen wurden. Ähnlich muss es sich 
bei den Stellen verhalten, die in der deutsehen Übers, wie in der 
lateinischen Hs. 6 (eine auch in 5) fehlen. Die Hs. 6 (auch 5) steht 
mit keiner der andern uns bekannten Hss. in direkter Verbindung 
und ist von einer sehr guten Vorlage genommen. Es besteht nun 
die Möglichkeit, dass die Hs. 6 und die Übers, von einer Hs. ab- 
stammen, die jene Auslassungen willkürlich gemacht hat; dagegen 
scheint mir zu sprechen, dass zwar eine jener Auslassungen in 
Hs. 5 steht, die andere aber nicht. Eine zweite Möglichkeit liegt 
darin, dass die Vorlage oder deren Vorlage u. s. w. der Hs. 6 
(denn 6 selbst stammt aus dem 16. Jh.) und die deutsche 
Übers, zu einer Zeit aus der in Bearbeitung befindlichen 
2. Redaktion flössen, als jene fehlenden Teile in dieser noch 
nicht enthalten waren. Das ist mir deshalb unwahrscheinlich, 
weil mehrere andere in Hs. 6 fehlende Stellen in der Übers, 
vorhanden sind. Eine derselben führt uns nun mit der 
auch vorhin angewendeten Argumentation auf das wahr- 
scheinlich richtige Verhältnis. Eine in Hs. 6 fehlende Stelle 
(S. 549,30 -— 642,15) ist in der deutschen Heidelberger Hs. 
an den Rand des Pergamentblattes geschrieben. Von allen 
Möglichkeiten, mit denen aus diesem Umstand gerechnet werden 
kann, scheint mir am ersten die zuzutreffen, dass auch in der 

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.— LXXXXI ^ 

Vorlage, aus der die Übers, stammte, diese Stelle an den Rand 
geschrieben war. Die übrigen lateinischen Hss. nahmen sie 
in den Text auf, nur Hs. 6 oder deren Vorlage übersahen absichtlich 
oder unabsichtlich den ßandzusatz, die deutsche Übers, setzte 
ihn an die nämliche Stelle wie die Vorlage. Eines geht jeden- 
falls aus den eben geführten Untersuchungen mit Bestimmtheit 
hervor: "Wir kennen die Hs. nicht, aus der die Übers, gefertigt 
wurde. Dass diese Hs. eine sehr gute war, ergiebt sich daraus, 
dass an verschiedenen Stellen Auslassungen oder Fehler von 
ß, die allen Hss. derselben anhaften, in der Übers, nicht zur 
Erscheinung treten, sondern dass, soweit A reicht, die Übers, 
die guten Lesarten derselben bestätigt, so dass also auch in 
den Teilen, in denen B allein vorliegt, in Zweifelsfallen die 
Übers, die Richtigkeit oder Verderbtheit einzelner Lesarten 
entscheiden kann. Das alles bringt mich zu der Meinung, dass 
die deutsche Übers, aus dem oder einem Handexemplar des 
Andreas selbst gefertigt wurde, in dem A mit ihren Tilgungen 
und Zusätzen und damit also B in der Form ihrer allmählichen 
Entstehung enthalten war. 

Man könnte die vorausgehenden Erörterungen für über- 
flüssig erklären mit dem Hinweis, dass ja nach allgemeiner 
Ansicht Andreas selbst die Übers, gefertigt habe. Für 
letztere Behauptung muss aber erst der Beweis erbracht werden. 
Ist doch weder in der Übers, noch sonst in des Andreas 
Werken irgendwo ausdrücklich ausgesprochen, dass Andreas 
seine B. Chr. auch ins Deutsche übersetzt habe. Am ersten 
würden wir wohl in der deutschen Vorrede eine solche Be- 
merkung erwarten, doch sie fehlt. Alle, die Andreas als den 
Verfasser der deutschen Chronik bezeichnen, haben dies trotz 
jenes erwähnten Mangels ohne weitere Begründung ihrer 
Behauptung gethan. Freher scheint hierin der erste gewesen 
zu sein (S. 263: Idem öpusculum biennio postea [1427]*vertit 
auctor teutonice), und alle Späteren (z. B. Oefele 1, 9; 
Aretin, Literär. Handbuch 1,138; Freyberg 2,370; Haupt in 
Zeitschrift f. dt. Altertum 7,267; Wahl S. 21; Kronseder 
S. 27) sind dieser Angabe gefolgt. Freyberg a. a. 0. sagte sogar, die 
Übersetzung sei „aus Auftrag Herzogs Ludwig dem Gebarteten 
vom Verfasser selbst" angefertigt worlen. Das ist richtig in 
Bezug auf die lateinische Chronik, aber dafür, dass der Herzog 
auch Auftrag zur Übersetzung gegeben habe, (weil er selbst 
die lateinische Sprache nicht inne hatte, wird im Vaterländischen 
Magazin 1, 204 erklärt), ist kein Wort als Beweis zu erbringen. 

Ist Andreas thatsächlich der Übersetzer? 



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- LXXXXII - 

um möglichst unbefangen diese Frage zu untersuchen, 
habe ich, ohne zunächst an die Person des Andreas zu denken, 
aus dem Texte selbst eben geltend gemacht, dass die Übers, 
auf eine sehr gute Hs. zurückgeht. Und habe ich dabei der 
Vermutung Raum gegeben, es möchte diese Hs. das oder ein 
Handexemplar des Andreas gewesen sein, so könnte immerhin 
aus diesem ebensowohl ein Anderer als Andreas die Übers. 
selbst gefertigt haben. Um daher noch weitere Anhalts- 
punkte zu gewinnen, untersuchen wir die Zeit der Entstehung 
der Übers. Fassen wir den Titel von Freybergs Ausgabe: 
„Andreae Ratisbon. ad S. Magnum Presbyteri deutsche 1427 
verfasste Chronik von Bayern" ins Auge, so wundem wir 
uns, wie dem Herausgeber nicht Zweifel über die Richtigkeit 
der Jahrzahl 14'^7 kamen, da doch auch in dem von ihm ab- 
gedruckten Texte (S. 427) schon das Jahr 1428 als damalige 
Gegenwart genannt wird. Und in den Hss. findet sich dies 
Jahr unter gleichen Umständen noch an einer von Freyberg 
nicht abgedruckten Stelle erwähnt. Ist die Übers, also im Jahr 
1428 entstanden? An den beiden Stellen, an denen der deutsche 
Text das Jahr 1428 als Gegenwart bezeichnet, stimmt er völlig 
mit dem lateinischen, der auch die Zahl 1428 enthält, überein. 
Diese Zahl könnte aber im Deutschen einfach übersetzt sein, 
ohne dass damit irgendwie bewiesen wäre, dass thatsächlich in 
jenem Jahr die Übers, erfolgte. An den zwei Stellen jedoch, 
an denen der lateinische Text sowohl in A wie in B als 
Gegenwart das Jahr 1425 angiebt, hat die deutsche Übers, 
diese Jahrzahl durch 1427 ersetzt, am Schlüsse der Vorrede 
(S. 592, 37) und in dem Kapitel Von dem Ursprung der fürsten 
in Bayren (S. 598). Ich zweifle nicht, dass das absichtlich 
geschehen ist und dass mit dem Jahr 1427 die Übers, be- 
gonnen wurde, nur begonnen, denn der grössere Teil der 
lateinischen Chr., bezw. der Bearbeitung B entstand ja selbst 
erst 1428. Allerdings gibt die erwähnte Datierung der Vor- 
rede zu Bedenken Anlass. Sie lautet lateinisch: annodomini 1425. 
feria 6. in die exaltacionis sancte crucis, und deutsch: do man 
zalt 1400 und darnach im 27. jar des freytags an des heyligen 
kreücz tag, als das erhöcht ward. Da das Fest der hl. Ereuz- 
erhöhung (Sept. 14) zwar im J. 1425 auf einen Freitag 
(feria 6.) fiel, nicht aber auch im J. 1427, so liegt in der 
Übers, hier ein grober Fehler vor, der merkwürdigerweise 
noch keinem der bisherigen Forscher, die sich mit der Chr. 
beschäftigten, aufgefallen ist. Dieser Fehler in der Tagesdatierung 
könnte allerdings daran zweifein lassen, dass die Änderung 



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— LXXXXIIl - 

der Zahl 1425 in 1427 aus innerem Grunde und in voller 
Absicht geschehen ist. Doch möchte ich hiebei, besonders 
weil die Zahl 1425 noch ein zweites Mal durch 1427 ersetzt 
wurde, nur ein Versehen des Übersetzers insoferne annehmen, 
als er zwar die Jahrzahl änderte, dabei aber übersah, dass nun 
die Tagesangabe nicht mehr passte. Halten wir also daran fest^ 
dass die Übers. 1427 begann und sich auf die ersten Teile 
der Chr. erstreckte, deren 2. Bearbeitung, wie ich oben 
S. LXXXI sagte, 1425 angefangen wurde, so lässt sich der 
Umstand, dass die Übers, die ganze nach meiner Ansicht 
zweifellos 1428 abgeschlossene 2. Bearbeitung giebt, damit leicht 
in Verbindung bringen durch die Annahme, dass auch die im 
2. Teil der Übers, genannten Jahrzahlen 14:^8 die Zeit der 
thatsächlichen Übers, jener Teile angeben und dass somit die 
1427 begonnene Übers, kurz nach Vollendung der 
lateinischen Chr. noch 1428 auch auf die Schluss- 
teile der letzteren ausgedehnt wurde. Die Ver- 
wirrung, die bisher bei allen Forschern über das Verhältnis 
der auseinandergehenden Jahrzahlen 1425, 1427 und 1428 
geherrscht hat, lost sich meiner Meinung nach so am ein- 
fachsten, und alle inneren Merkmale in dem lateinischen und 
deutschen Texte scheinen mir die Richtigkeit dieser Ansicht 
zu bestätigen. 

Mit dem bisherigen Resultat dieser Untersuchung, dass 
nämlich die Übers. 1427/8 nach einer sehr guten Hs. gefertigt 
wurde, kommen wir bei der Frage nach dem Übersetzer selbst, 
der sich insbesondere als Kenner des kanonischen Rechts 
erweist, da er die im Lateinischen abgekürzten Citate daraus 
im Deutschen richtig auflöst, schon sehr nahe an die Persönlich- 
keit des Andreas heran. Es wäre aber nicht undenkbar, 
dass irgend ein Anderer ohne oder mit Auftrag des Andreas 
die Übers, gefertigt hätte. Da nirgends ausdrücklich gesagt 
wird, dass die Übers, von Andreas selbst stammt, könnte jener Ge- 
danke sich immer wieder erheben. Die einzige sichere Möglichkeit 
zur Prüfung seiner Berechtigung schien mir in der Unter- 
suchung aller jener Stellen im Latein und Deutsch zu liegen, 
in denen in der Ich-Form gesprochen ist. Und ich täuschte 
mich nicht. 

Die sämtlichen Stellen, an denen Andreas im Latein in 
der Ich-Form spricht, sind im Deutschen beibehalten ausser 
dreien. Die Beibehaltung beweist zunächst gar nichts; denn 
ein gewissenhafter Übersetzer, dem es nur um die Übersetzung 
an und für sich zu thun ist, wird seine Vorlage überhaupt 



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- LXXXXIV - 

ühoe Änderung übertragen. Bei den Weglassungen persönlicher 
Ausdrücke könnte schon Absicht eines fiemden Übersetzers 
angenommen werden, der sich durch jene Ausdrücke gestört 
gefühlt hätte. Die drei Stellen sind: 1) S. 511,9: nostri 
temporis = S. 598,15 in der zeit; doch dürfte „der^' hier = 
„dieser" sein. 2) S. 558,16: et ego vidi, im Deutschen nicht 
übersetzt. 3) S. 5G2, 17 : quam hie . . . inserere curavi ist 
S. 654,8 übersetzt mit: des inhaltnuss ... da geschriben ist. 
Doch diese Auslassung bezw. Abänderung des persönlichen 
Ausdrucks erscheint ohne irgend ein Gewicht gegenüber der 
Thatsache, dass an 5 Stellen im Deutschen die Ich-Form ge- 
setzt ist, während der lateinische Text unpersönlich gefasst ist. 
1) S. 508,48: Nunc redeundum est ad hystorias ist S. 594, 14 
übersetzt: Nu chum ich wider an dy histori. 2) S. 511, 11: 
placuit . . . genealogiam . . . figurare ... et deinde hystoriis 
ipsorum immorari ist S. 598,16 übersetzt: hab ich geseczt in 
einer figur dy sipp . . . und darnach so will ich ir hystori 
etwe vil berüren. 3) S. 527, 9 : plura . . . per anticipacionem 
sunt scripta ist S. 616,43 wiedergegeben mit: das ich vil . . . 
herfür hab geseczt. 4) S. 536,21 beginnt das Kap.: Igitur 
redeundo ad historias Conradi . . ., quas eciam clarius scribere 
delectat. Das heisst im Deutschen S. 627,18: Nu chum ich 
wider an dy histori . . . Conradi, zu dem ich auch hye sun- 
derlich willen hab ze sagen. Wer ist dieser Ich? Aus den 
eben angeführten vier Stellen ist noch nichts sicher zu be- 
weisen; denn 'wenn man auch sagen wollte, dass nur der 
Verfasser des lateinischen Textes es wagen durfte, an diesen 
Stellen von sich zu reden, so ist der Inhalt der Stellen doch 
so unbedeutend, dass man sich auch nicht wundern dürfte, 
wenn ein fremder Übersetzer in freiem Gebrauch der Sprache 
dort das Ich eingesetzt hätte, wozu ihn — wenigstens bei 
dreien — die zweimal vorkommende Gerundiumsform (redeun- 
dum, redeundo) und das zweimalige unpersönliche Verbum 
(placuit, delectat). Formen, die bald in persönlicher, bald in 
unpei-sönlicher Beziehung gebraucht werden, leicht halten ver- 
führen können. 

So erscheint mir denn in der ganzen Frage einzig beweis- 
kräftig und ausschlaggebend die Übersetzung einer auch im 
Lateinischen sehr wichtigen fünften Stelle. S. 557,42 spricht 
Andreas von Herzog Ludwig dem Bärtigen : ad cuius instanciam 
hec cronica sunt coUecta. Im Deutschen aber S. 649, 27 heisst 
das : dem ich ze lieb und wolgefallen dy cronik hab zesamen- 
tragen. Es erscheint schwer denkbar, dass ein fremder Über- 



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— LXXXXV - 

Setzer die nüchternea lateinischen Worte mit so warmem 
persönlichen A^usdruck wiedergegeben hätte. Die Übers, dieser 
Stelle beweist meines Erachtens ganz unzweifelhaft, dass 
Andreas die deutsche übers, seiner bayerischen 
Fürstenchronik selbst gefertigt hat. Und zu dieser 
Behauptung stimmen denn alle die bisher in dieser Unter- 
suchung hervorgehobenen Merkmale. 

Die von Andreas gefertigte Übers, bringt keinen neuen 
historischen Stoff. Nur ganz geringe Änderungen gegenüber 
der lateinischen Chr. (S. 645, 20 und S. 653, 14 sind die beiden 
einzigen, die etwas hervortreten) sind zu bemerken. Wenn 
trotzdem hier ein vollständiger Abdruck der deutschen Chr. 
geliefert wird, so möge dies damit als gerechtfertigt gelten, dass 
die deutsche Chr. als literar- und kulturhistorisch interessantes 
Denkmal oft gelesen, abgeschrieben und als Quelle benützt 
wurde und dass sie als Sprachdenkmal zu den besten Er- 
zeugnissen der bayerischen Mundart des 15. Jhs. gehört. Der 
Druck bei Freyberg aber ist so mangelhaft, dass die Ausgabe 
nach der schönen Heidelberger Pracht-Handschrift gewiss nicht 
als unnötig erachtet werden wird. 

Es ist hier nicht der Ort und Raum, die sprachliche 
Bedeutung der Übers, zu würdigen. Dass durch diese Aus- 
gabe bald ein Berufenerer hiezu angeregt werden möge, ist der 
lebhafte Wunsch des Herausgebers. Er selbst beschränkt 
sich darauf, in einem Glossar die ungewöhnlicheren und auf- 
fallenden Worte zusammenzustellen. Die meisten Abweichungen 
vom gewöhnlichen Sprachgebrauch zeigt die Übers., "die natur- 
gemäss in Satz- und Wortbildung von dem lateinischen Aus- 
druck beherrscht ist, bei Stellen, die im lateinischen Text voll 
rhetorischer Phrasen sind, wie z. B. am auffälligsten bei der 
Tegemseer Gründungsgeschichte (^S. 602) und bei der Urkunde 
von 1 156 (S. 633), so dass eine grosse Zahl von Ausdrücken erst 
verständlich wird, wenn man den lateinischen Text vergleicht. 
In Schmellers bayerischem Wörterbuch sind einige wenige Stellen 
nach Freybergs Druck verwendet; unser kurzes Glossar schon 
zeigt, wie viel mehr die Sprachforschung aus dem Text noch 
gewinnen kann. In dem Glossar dürfte der oftmalige Rtlck- 
weis zu Schmeller nicht unwillkommen sein. 

Die Hss. der deutschen Übers, sind folgende: 

1: Heidelberg, Gr. Universitätsbibliothek. Cod. pal. 
germ. 96. Aus dem Vatikan zurückgegeben. Pergament 2^ 27B11. 
Die 27 Pergamentblätter sind in einen Prachtlederband mit 
Metallecken und -Scliliessen gebunden. Auf dem Vorderdeckel 



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— LXXXXVT - 

in Gold gepresst das Bildnis des Pfalzgrafen Ottheinrich mit 
4 Zeilen Unterschrift, darunter die Jahrzahl 1558; auf dem 
Bückdeckel ebenso in Gold gepresst das pfalzische Wappen mit der 
Devise Ottheinrichs. Die alten Pergamentblätter selbst stammen 
nicht aus der Zeit, in der sie jenes glänzende Gewand erhielten. 
Auf der leeren Etickseite des letzten Pergamentblattes steht 
unten, anscheinend mit der gleichen Tinte wie das Ganze ge- 
schrieben, in winzigen Buchstaben: uf montag nach Laurencii 
Ao. 41. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Schreiber 
damit den Tag bezeichnete, an dem er die Abschrift abschloss 
(1441 Aug. 14). Die Schrift trägt den Charakter jener Zeit. 

2: München, k, Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 9711. 
S. die Beschreibung oben S. XXVIII. Enthält auf Bl. 288—314 
(die BD. 296—306 einschl. fehlen) die deutsche B. Chr. des 
Andreas, von der gleichen Hand geschrieben wie die übrigen 
Teile des Bandes, also von Gregor Paumgartner (S. oben S. XXIX) 
zu Oberaltaich, wohl kurz nach der Mitte des 15. Jhs. An- 
geschlossen ist ein kurzer Anhang, der unten S. 711 unter 
Nr. V abgedruckt ist. Von clm. 9711 stammen eine Zahl von 
Abschriften des 16. Jhs. 

3: München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Cgm. 
1222. Bl. 150—181 deutsche Übers, der B. Chr. Von der 
gleichen Hand und ebenso schlecht geschrieben wie der in der- 
selben Hs. enthaltene lateinische Text. Vgl. oben S. LXXV. 
Überschr. und Vorrede fehlt. In dem vom Abschreiber er- 
weiterten Stammbaum ist schon Georg von Landshut (geb. 1455) 
genannt und wird aufgeführt Bupertus episcopus Batisponensis, 
was Kuprecht 1457 wurde. Die Hs. ist also in diesem deut- 
schen Teil (wahrscheinlich auch in dem von der gleichen Hand 
stammenden lateinischen) sicher nach 1457 geschrieben. Eben- 
so sicher ist, dass sie vor 14G9 entstand. Zusätze von der 
bei der Beschreibung des lateinischen Teils erwähnten H^nd 
von 1469 sind auch hier vorhanden, ebenso von noch späteren 
Händen. Am Schluss sind zwei Sätze angefügt, die mit dem 
1. Kap. der oben erwähnten Forts, in clm. 9711 Verwandtschaft 
zeigen und sich auch in dem oben beschriebenen clm. 27070, 
Bl. 82 nach der lateinischen Chr. finden, in letzterer Hs. 
mit der Bemerkung: In Chronica vulgari, quae habetur ad 
S. Magnum, haec annotata sunt. 

Als man zalt von Kristi gepurd 1447 jar, do starb der edl furat 
herzog Ludweig von Jngelstat zu Purkhausen an des heiligen kreuz tag, 
als es funden ward, und starb in der vonknüs herzog Hainreichs und ist 
begraben zu Kotdenhaslach. 



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— LXXXXVII — 

Als man zalt 48 jar an dem selben heiling abent nativitatis domini 
starb fraw Margaretha, herzog Heinrichs gemahel, und ist begraben zu 
Botenhaslach, und den selb herzog Heinrich genannt man den reichen 
herzog und man saget, das er an guet wol als vil hab als auf zu fünfzig 
mal hundert tausent gulten. 

4: Heidelberg, Gr. Universitätsbibliothek. Cod. pal. 
germ. 94. Aus dem Vatikan zurückgegeben. Papier. 2^. 
51 beschr. Bll. Auf Bl. 1 unten: Hainrich Bhölers zu Landsh. 
ist diss Buch: 74 (wohl 1574). Abschrift der deutschen Übers, 
der B. Chr. aus dem 16. Jh. Stammt von einer Hs., von der 
auch clm. 1222 deutsch herrührt. Am Schluss der erste von 
den 2 Sätzen, die in clm. 1222 deutsch als Forts, stellen. 

5: München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Cgm. 1557. 
Papier. 2^. Die Hs. war im vorigen Jh. in der Bibliothek 
des Ratskonsalenten Johann Heinrich von Piieser in Augsburg; 
vgl. Hirsching, Versuch einer Beschreibung sehenswürdiger 
Bibliotheken Teutschlands 2, 135. Auf dem Yorderdeckel kurze 
Titel der in der Hs. enthaltenen Stücke, darunter: Von Paulo 
Hektormaier. Bl. 1: „Paulus Hektor Mair zugehörig." Am 
Schluss: „durch mich Paulus Hector Mair zusamen gebracht 
inn 1559 jar und auff denn 14. augusti volendt." Bl. 77—123: 
Deutsche Übers, der B. Chr. mit der unten im Anhang unter 
Nr. V gedruckten Forts. So ziemlich aus der nämlichen Zeit 
und aufs engste verwandt mit den beiden folgenden Hss. 

6: München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Cgm. 1595. 
Papier. 2». 55 Bll. (Bl. 27~56, fol. 1 ist auf den Deckel 
hinübergeklebt). Deutsche Übers, der B. Chr. in schlechter 
Abschrift des 16. Jhs. mit der unten im Anhang unter Nr. V 
gedruckten Forts. 

7: München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Cgm. 1 596. 
Papier. 2^ Bl. 1 — 78: Deutsche Übers, der B. Chr. in Ab- 
schrift des 16. Jhs. Schrift etwas besser als in cgm. 1595. 
Mit der unten im Anhang unter Nr. V gedruckten Forts. 

8: München, k. Geheimes Hausarchiv. Manuskr. Nr. 31, 
Lit c. Parier. 2®. ünfoliiert. Genaue Beschreibung s. bei 
Rockinger, Über alt. Arb. z. baier. u. pfälz. Gesch. im Geheimen 
Haus- u. Staatsarchive, in Abhandlungen d. bist. Ci. d. k. b. 
Akad. d. Wiss. 15, 167. Deutsche Übers, der B. Chr. Der 
Text ist im 16. Jh. geschrieben und entspricht dem in den 
Hss. cgm. 1557, 1595 und 1596 enthaltenen. In der Über- 
schrift des letzten Stammbaums steht wohl infolge eines Schreib- 
fehlers 1448 statt 1428. Auch diese Hs. hat Randbemerkungen 
von der Hand des Pfalzgrafen Johann II. von Simmern-Sponheim 
(Vgl.. oben S. LXiVI). 

Qaellen and Eroerterungen N. F I. VII 

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- Lxxxxvra — 

Die folgenden 3 Hss. enthalten nur Bruchstücke der 
deutschen B. Chr.: 

1 : M ü n c h en , k. Hof- und Staatsbibliothek. Cgm, 393. 
Papier. 4^. 317 BU. Enthält Bl. 5— 19 die deutsche B. Chr. 
von dem Abschnitt : Naternberg ward gelegert, bis zum Schluss 
nebst dem Brief des Sultans an König Christof von Dänemark, 
dann Bl. 58—69 die Abschnitte: Ton ettleichen slossen, bis zum 
Abschnitt: Von zwain brüdem, dazu Bl. 69' den Stammbaum 
ohne die Pfalzgrafen. Eine Abschrift der letzteren Teile fertigte 
A. R Oefele in clm. 1377, BL 118'— 123'. Der Name des 
Leonhard Taichstetter (Leo Taich) darf also mit diesen Bruch- 
stücken aus des Andreas Chr. höchstens nur als der des Ab- 
schreibers in Verbindung gebracht werden. 

2: München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Cgm. 5559. 
Papier. 2 ®. 41 BU. Früher im k. allg. Broichsarchiv in München. 
Ende des 15. Jhs. geschrieben. Bricht in dem Abschnitt : Das 
Strawbing halbes von wildem fewer verpran (unten S. 650) ab. 
Der Rest ist verloren. 

3: München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Cgm. 5853. 
Papier. 2 ^. 18 BU. Früher im k. allg. Reichsarchiv in München. 
Im 16. Jh. geschrieben. Reicht nur bis in die Tegemseer 
Gründungsgeschichte . 

In dieser Ausgabe wurde der Text der Heidelberger 
Prachthandschrift abgedruckt.^ Jch habe auch die sämtlichen 
übrigen Hss. vergUchen, doch wurde, da ihre Lesarten alle 
nur viel schlechter als in jener sind und deren Abdruck in 
diesem Fall einen wirklich vöUig überflüssigen BaUast bilden 
würde, auf Mitteilung derselben verzichtet, zumal die Übers. 
gegenüber dem lateinischen Text keinen weiteren hiBtorischen 
Stoff Uefert. 

Ausser der von Andreas selbst gefertigten deutschen 
Übers, seiner B. Chr. besitzen wir eine zweite Übers, der 
letzteren, die ohne Kenntnis der andern älteren gefertigt wurde. 
Sie findet sich in 2 Hss.: 

^ Yerbeesert habe ich folgende Schreibfehler der Hs. 1 : S. 595, 15 
wälichsen; 595,40 Agilophus; 596,36 dy hanns; 598,24 vt statt und; 
598,29 Karoli statt Pipini; 599,7 Dyagonem ; 600,18 384; 606,33 unt; 
607,37 se st. sein; 618,26 chlalgten; 618,40 zuchmayster; 620,31 wirst 
wirt; 624,40 herczogem; 622,3 da tet dy muter so vil, in allen Has. 
fehlend, in clm. 1222 80 emendiert; 630,27 erbab; 631,13 paffen; 633,16 
marggrafschat ; 635, 20 herczogtun; 647, 41 tausen. — S. 624, 23 ist über 
gunnen übergeschrieben: oder vermachen; 634,35 über wolpürent: oder 
tügleich; 641,26 über erbet: besas. — S. 650, 19 steht auf radierter Stelle 
statt swester sun von späterer Hand : swager, ebenso 652, 22 ; 653 ist bei 
MCCCCXIIIl der letzte Strich radiert; 641,24 steht auf radierter Stelle 
von späterer Hand: Heinreich. 



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— LXXXXIX — 

1: Pommersfelden, Gräfl. Schönbom'sche Bibliothek. 
Hs. Nr. 2842. Vgl. Archiv 9,536. Papier. 2<>. Auf dem 
vorderen und hinteren Lederdeckel in Gold gepresstes Schön- 
bom'sches Wappen. 2 leere Bll. Titel auf Bl. 1 : Des hoch- 
löblichen Stanunen Pfaltz und Bayern etc. alt herkommen und 
etliche merkliche geschichten. unten: Sum ex libris Joach. 
Struppii a Gelhausen J. D. Ao. D. 80. NB. Originale illustrissimo 
et serenissimo electori Ludvico pie a me traditum est et huius 
serenissima celsitudo singulari gaudio accepit per me Septemb. 8. 
In bibliotheca provinciali ad S. S. originale forte inter libros 
reperi et describere curavi. Es liegt hier also die Abschrift vor, 
da nicht anzunehmen ist, dass Strappius diese Notiz in das 
überreichte Original eingetragen hätte. BL 2 — 62 sind von 
einer Hand (wohl 1580) gleichmässig und deutlich geschrieben. 

2: München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Ggm. 5468. 
Papier. 2 ^ 59 Bll. Früher im Gr. Generallandesarchiv Baden, 
durch Tausch mit dem k. allg. Keichsarchiv nach München 
gelangt Ende des 16. Jhs. geschrieben. Titel: Des hoch- 
loblichen Stammen Pfaltz und Baym etc. alt herkumen und 
etlich merkliche Geschichten. 

Vorrede und Widmung lauten : ^ 

Dem Durchleuchtigisten Hochgebornen Fürsten und Herrn, Herrn 
Otth Henridiai, Pfaltzgraven bey Rhein, des Hey. Kö. Kelchs Ertztruch- 
sesaen und Churfürsten, Hertzogen in Bayern, Meinem gnedigisten Herrn. 

Durchleuchtigister Hochgebomer Churffirst und Herr, E. Ghurf. 
G. sindt mein underthenigist, schuldigist gehorsam und willig dienst 
hödists vleiss allezeit voran bereit. Genedigister Herr, wie mir E. Churf. 
G. nachstverschienen jars die lateinisch chronic, Pfaltz und Bayern fur- 
nemblich belangend, mich bewnster Ursachen halb darin zu ersehen, 
gnedigist zu haus gen 8chlachtegck verordnet, hab ich nicht underlassen, 
meines ringen Verstands zu ergründen, was sich darauf zu verlassen und 
zu halten sein möge, und mag mit warheit sagen, dass mir die unzier- 
licheit, dürre und rauhe der lateinischen sprach selbiger geschieht ersts 
ansehens vast nngenäm und zuwieder gewesen. Als ich aber uff den 
stammen und herkommen der uralten Pfaltz und Bayrischen fürsten 
etwas furtrechtig gesehen, auch demselben an andern orten vleissig nach- 
gesucht, tringt mich die warheit zu bekennen, dass ich gründlichers, 
gewissers und herrlichers von E. Churf. G. und deroeelbigen hochlöblichen 
uraltem herrlichem Ursprung sonst ninmier gelesen noch funden habe. 
Darumb mir dieses buch von E. Churf. D. als eines christlich hochlöblichen 
und aller alten guten herkommen liebhabem und eiferigen furstens wegen 
recht lieb und lustbarlich worden. Hab auch dasselb neben und bey 
andern £. Churf. G. merklichem geschäften nit allein vleissig durchlesen, 
sondern auch nit abgelassen, bis ichs vom anfang bis aufs ende aller- 
dings aus lateinischer sprach meins Versehens in verstendlich gutes teutsch 
gebracht, und stelle in keinen zweifei, wer es beydes lateinisch und teutsch 



Ich drucke den Text nach Hs. 1 ab. 

VII* 

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~ c — 

iieset und verstehet, er würd bekennen, dass die verteutschung, ohne rfanm 
zu melden, das bemelt latein weit Obertreffe und hinhinder sage. Das 
dunkt mich aber in achtung zu haben sein, weil der Ursprung des 
bayrischen stammens anfenglich vom Hercule, seinem söhne Norix, des- 
selben nachkommen, von den Armeniern und Bavaro, dahero das Beyer- 
land den namen haben soll, erholt würd, es sey vast ein ding wie mit 
den Römern und andern Völkern, die umb Unwissenheit willen irer ankunft 
weit, tief und hoch gesucht und letzlich für warhaft von ine geschrieben 
und vor gewiss gehalten haben, sie seyen von dem vermeinten gott Marte 
und von der closterfrauen Rea Silvia herkomen. Was ruhmes und ehre ine 
aber das geber, siehe ich wenig, aber das gar wol, dass sich auch viel 
Italianer rümen, sie kommen von teutschem blut, dargegen wollen etlich 
Teutschen, ihr ankunft komme von den Wahlen hero. Das kann und 
mag auch im grund also sein, wie dann vast alle chronic in den gleich 
stimmen, das die königen zu Franckreich, und nemblich die Carol, von 
und aus unserm teutschen Frankenland bärtig gewesen, dardurch unserm 
geliebten Vaterland nit wenig ehre und lobe anerwachsen, dessen wol in- 
gedenk zu sein , langwOrig zu erhalten und nit mit lassung der hend und 
wie layder vor äugen warzimehmen, sondern alle ädern zu rüren von nöten 
sein will. Aber uff obgedachte des löblichen haus Bayern herkunft vom 
Hercules Norico und weil der Hercules so viel gewesen, dass bey den 
Griechen schier ein jeder manlich streitbarer held Hercules genant worden, 
dunkt mich zu glauben und zu bestreiten unnötig sein. Meines erachtens 
ist auch das Norkau und Bayerland gar nit von Norico genant, sondern 
dass es das Nortgaw heyss, darumb dass es den nordwind und dieselb 
gelegenheit hat, wie das Algaw von den Alpen, das Sundtgaw von der 
sun, das Brissgaw von der fruchtbarkeit ire namen haben. Es ist auch 
bedenklich, ob das Beyerland seinen namen vom Bavaro habe, und einer 
frag wert, ob das land von dem herrn oder der herr mehr seinen namen 
von dem land trage, weil uff beyder seit exempel und Ursachen vorhanden ; 
ich verhoffe aber mehr darzuthun, das die herren ire namen von den 
landen weder die land von den herren heten, wiewol es wenig gibt oder 
nimbt. Adam hat anfangs alle ding mit namen genant, aber nichts von 
oder nach seinem namen, welches doch vor alter hero in brauch kommen, 
also würd Augspurg vom Augiisto, Begenspurg Tiburniae vom Tiberio 
und jetzt bey unsem zeiten Carl- und Philipstatt von Carolo und Philippo 
genant, das sind aber stette und der Schlosser gleichsfalls in grosser anzal ; 
mit den landen ists meines erachtens änderst gestalt, darmit solle aber 
niemand furgreifen, sondern sein Verbesserung furgesetzt sein. £. Churf. 
G. kann ich aber underthenigst hiemeben zu femerm bericht nicht bergen, 
wiewol bruder Endres, der diese chronic zusamengetragen, ein mGnch 
gewesen und aberglaubige gedanken oftennals merken und mitlaufen lest, 
dass er doch der bäpste Untugend entweder von eynfalt oder von frombkeit 
wegen nicht gar umbgangen und schier gern voUend heraus gescholten 
het, in was beschwerden und unfaU der theuer keyser Ludwig der viert 
durch die leydigen bäpst geraten. Er meldet dannacht lauter, wie kayser 
Ludwigs canzler magister Ulrich den bapst die bestia, so vom meere 
aufsteig, und in andere weg mehr gescholten, derogleichen Petrus de 
Yineis, des er austruckentlich gedenkt, auch geschrieben hab, also dass 
für und für gottselig mann gewesen, die den römischen falsch verstanden 
und doch, weil ihne am nachtruck gemangelt, wenig ausgericht haben. 
Man sehe, was Berengarius, dem gleich wol ein wiederruf vermeintlich zu- 
gemessen würd, desgleichen Bertramus, Savonarola, Wesselus, Huss und 



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- CI - 

ander wieder den Ro. gar wol geschrieben, wie sich keyger Constantiniis 
und die keyser Henrich, zum teil auch ander, mit macht darwieder gelegt, 
aber vast alle darob not leiden müssen. Gleichwol ist es hievor so nahe 
und weit zum niedergang nie komen als bey diesen unsem zeiten, da es 
zum wenigisten in den herzen aller vernünftigen menschen schon ganz 
und gar hingefallen und auch diejhenigen, so ime noch anhangen, nicht 
anders darauf trauen noch bauen, dann so weit es ihne zu zeitlicher ehre, 
auch zu haufung gelts imd guts dienen mag, welches über die gewaltigen 
ofientlich bäpstler, an den ewangelisch genanten abtrinnigen Witzelio, 
Eisslebio, Paceo, Staphilo, Lt. Jeronimo, der E. Churf. G. nit wenig be- 
trogen, und noch andern viel mehr, wenn man schon Henrich Jasen auch 
darzu nehme, clare erscheint. Gott wolle, dass ihr nit mehr, die schon 
auf der wage stehen, halt hinnach fahren. Bin derowegen bestendiglich 
dero meynung, das bapstumb werde bis zum ende bleiben, darmit der 
verfluchten und hosen am meynsten erfunden werden und des Herrn 
wort vestiglich bestehe sprechend : Wann der Sohn des Menschen die weit 
zu richten kommen werd, ob auch glauben uff erden zu finden sein möge, 
erschröckentlich ists zu gedenken, zu geschweigen, auszusprechen, was 
bürde uns der unsem halb uf!m hals liegt und noch gedräuet würd. 
Der AUmechtig seye darvor, dass nit aus vielen, die das herrlich evangeli- 
um jetzt im mund umbtragen, und dem leydigen bapstumb als zweyen 
deygen ein einiger kuch werde! Aber wohin führet mich mein treuer 
eifer, was schweyfe ich aus, von gegenwertiger histori mein vorhaben 
vollend zu entdecken ? Sie ist furwar neben und bey den furnembsten 
beschrieben geschieh ten glaubwürdig, fein einfeltig und kurz, gibt guten 
lautem verstand und ist dammb vast nutzlich, dass sie bis uff hundert- 
unddreissig jare vor dato den stammen der rechten bayrischen uralten 
fursten von manlichem und weiblichem geschleckt nit allein nottnrftig- 
lieh begreift, sondern auch zu was hochheit, ehren und würden ein jede 
person gelangt, wie ihme wol oder wiederwertig gelungen, mit kurze 
erzehlt, darnach sich als in einem hellen spiegel menschlichs lebens, dem 
auch die historien verglichen werden, zu richten und zu halten ist. Was 
dann vom verschienen vierzehenhundert sieben undzwanzigistem jare bis 
uff heutigen tag der fürstlichen personen hierin manglet, das kann ohne 
schwere mühe hierzu gebracht und angehenkt werden. Und ist under 
anderm fumemblich aus dieser chronic mit begierd zu erlernen, wie Pfaltz, 
Bayern, die uralten Sachsen und die alten herzogen von Österreich und 
ander mehr alle ein eynig geschlecht gewesen, wieviel kayser, könig und 
fursten löblich daraus entsprungen sind. Danimb und dieweil dieses buch 
kurz und doch herrlich, so bin ich der underthenigisten Zuversicht, E. 
Churf. G. werde es zu irer gelegenheit selbs lesen oder zum wenigsten 
hören lesen. Ich als ein treuer diener, der höhers in diesem leben nit 
sucht noch begert denn des allmechtigen ewigen Gottes lobe und preis, 
darnach E. Churf. G. ehre und wolfart, habe diese arbeit der verteutschung 
mit lust und willen under die hend genomen und darneben unbedacht 
nit gelassen, dass E. Churf. G. dieses buch nit jedermann zu besichtigen 
vergönnt, derohalben Ichs auch menniglich verborgen, und wie es alhie 
vor äugen liegt,' also ist es nit meiner hand sampt dieser vorrede ge- 
schrieben und sonst kein exemplar uff erd. Yerhoffe aber, da es E. Churf. 
G. in den tmck zu geben je nit bedacht, sie werde mir noch ein abschrift 
gnedigist davon mitteylen und jetzt nit in Ungnaden vermerken, dass 
mein handschrift aus erzelter ursach unzierlich und bisweilen radirt ist, 
underthenigst bittend, E. Churf. G. geruhen diese meine underbaute und 



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- eil -«. 

schier von andern geschäften abgestolene nächtliche arbeit mit Churf. G. 
anzunemen, mich in gnedigistem schütz und schirm wider gehessige, neidige, 
falsche zungen, die mir in diesen landen frembden ohne ursach uffs äusserst 
zusetzen, gnedigist zu erhalten und mein gnedigister Herr allezeit zu sein 
und zu bleiben. Geben am neuen jarstag der geburt Christi funfzehen- 
hundert achtundfunfzig jare. 

E. Churf. G. Underthenigister Rathe und Diener 

Georg Frölich von der Lemnitz zu Schlachtegck. 

Ad Illustriss. Principem ac Dominum Dominum OtUi Henrichum 
Comitem Palatinum Rheni, Sacri Bomani Imperii Archidapiferum, utrins- 
que Bavariae Ducem Electorem Gteorgii Laeti a Loemnicz eiusdem Con- 
siliarii Epigramma dedicatorium. 

Xenia Dahnatico mea non sunt facta metallo 

Nee sunt auriferi flumine lecta Tagi. 
Ingenii tantum si quid redolere videntur, 

Principibus quondam nobile niunus erant. 
Sunt vel adhuc aliquid coram te, maxime princeps 

Innumeros cumulans largiter aere libros. 
Hunc neque te archivis pudeat serrare peramplis, 

Quas Ptolomeiadas vinoere credo notas. 
Hie Über est clari Bavarorum sanguinis index, 

Quem docuit Laeti Teuthona musa loqui. 
Accipe, quod tenuis tibi dat servitor, ainoena 

Fronte, valet plus quam munus id aera deoem. 
Aera decem dabit et plus quis totidemque talenta, 

Optima musarum sed dare dona nequit. 
Huc veluti nosti, sie meutern intellige nostram, 

Auro que rutilo sit tibi chara magis. 
Pauca mihi fiunt, sed tam veracia verba, 

Cum facto ut semper convenienter eant, 
Non sicut rabidus vane deblaterat hoetis 

Omnia mendaci turpiter ore strepens. 
Maxime per nomen Bavarorum sanguinis, oro, 

O princeps, patriae spesque salusque tuae, 
Ne credas verbis venientibus ore loquaci 

Nee te seducat lingua repleta dolis, 
Quae sibi confictum tribuit sine rebus honorem 

Ac tibi ea in patriam sit via sola tuam. 
O OS iUepidum, si nunc superesset in aura 

Marchio vitali Mauritiusque duoes, 
Hoc 08 änderet nullo sie hisoere verbo, 

Uli quod vili constituere loco. 
Hoc OS insonti mihi plurima danma propinat. 

Nemo est, qui non id vellet abesse procul. 
Tu pro iustitia ingenita et pietate ducali 

Contra hoc defendas meque meosque piecor. 
Vive diu foellx et mente et corpore, donec 

Ad specimen redeat patria nostra vetus. 
Finis. 

Karfürst Ottheinrich von der Pfalz, der Freund aller 
schönen Künste, der Liebhaber alter Hss. und Bücher, der 



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— cm — 

Förderer der Geschichtswissenschaft, der sich durch sein Tage- 
buch selbst als Geschichtschreiber bethätigte, war also der 
mittelbare Yeranlasser dieses bis jetzt (von der einmaligen 
Erwähnxmg im Verzeichnis der Pommersfelder Hss. abgesehen) 
unbekannten Erzeugnisses. Und der Übersetzer war kein 
geringerer als einer seiner einflussreichsten Räte, Georg Frö- 
lich \ den wir in der politischen Geschichte der Zeit bedeutsam 
thätig finden. „Bewusster Ursachen halb nachzusehen^^, wir 
dürfen wohl vennuten, um für politische Zwecke Nachforschungen 
anzustellen, hatte der Kurfürst die lateinische bayerische Chronik 
des Andreas (dies Exemplar int uns yerloren), die Ottheinrich 
„nit jedermann zu besichtigen vergönnt^^ seinem Bat auf dessen 
Sitz Schlachteck überlassen, und Frölich findet so grosses Wohl- 
gefallen daran, dass er die Mühe einer deutschen Übersetzung 
nicht scheut "Was er als Lob des Andreas vorbringt, wollen 
wir gerne gelten lassen als eine zweite beachtenswerte Stimme 
aus jenem Jahrhundert, in dem schon Aventinus sein : Diligenter 
et accurate, als Lob des Andreas ausgesprochen hat. Frölichs 
Torlage war ein Exemplar der lateinischen Chr. in der Form 
der 2. Redaktion. Seine Übers, giebt den ganzen Text getreu 
ohne Änderungen und Auslassungen oder Zusätze wieder. 
Nur kurze Bandbemerkungen enthüllen uns die Ansichten des 
Übersetzers. Als Probe der Übers., die an Kraft und Bichtig- 
keit des Ausdrucks die erste bei weitem nicht erreicht, gebe 
ich hier die Vorrede des Andreas. 

Verteutsdumg der Bayrischen chronica, durch weylant brader 
Andre, priester S. Mangen cloBters bey Begenspurger prOck, lateinisch 
geschrieben. 

Dem groesmechtigen und furtrefflichen Herrn Ludwigen Pfaltz- 
graven bey Rhein, Herzogen in Bayern und Graven zn Mortanien, seinem 
geliebtesten Herrn, entbeut bruder Andre, priester S. Mangen closters an 
Regenspuiger prück, sein gebete mit Inbrunst rechter liebe. 

Durchlenchtigister Fürst und Herr. Ich bin vor längs bedacht 
gewest, der B5. bischofen und königen geschieht aus dem Florando (!) 
zusammenzutragen, gegenwertigen und künftigen zu nutz, zu lobe und 
steter gedechtnus der lobwürdigen fürsten des bayrischen stammens, 
nemblich des grossen keysers Carls, keyser Henrichs des andern und 
Tolgender Rö. keyser, wann Gott gnad gebe, ein buchlein zu schreiben. 
Nachdem aber £. Durchleuchtigkeit nach uberantwortung der form 

' Georg Frölich war nümbergischer und augsburgischer Stadt- 
schreiber gewesen und hat auch verschiedene lateinische Werke ins Deutsche 
übersetzt. Sein Leben findet man beschrieben in der AU^. Dt. Biographie 
8,136. Dort aber fehlen von 1552 an „alle weiteren Nachrichten über 
sein Leben und Wirken/' In umsichtiger Weise handelt neuerdings 
Radlkofer über: Leben und Schriften des Georg Frölich, Stadtschreibers 
zn Augsburg, in Zeitschrift des historischen Vereins für Schwaben und 
Neuburg 27,46. 



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— CIV - 

bayrischs geschlechts fursten herkommeng, welches von Ottone, keyser 
Ludwigs des vierten anhern, seinen aufang nimbt, eben das von mir ring- 
verstendigen begert, was ich mir zu thun vor lengs furgenomen, so wolle 
Ewer angeborne gute zu gut halten, dass ich jetzt ein klein wenig gleich- 
sam sendbriefsweis oder mit wortgemürbel scherze. Dieweil der vorfahm 
geschieht von den schreibenden darumb gelobt werden, dass die nach- 
kömbling aus ereiferung deroselben zu nachvolgung irer löblichen g:ut- 
thaten desto eiferiger bewegt werden, ja damit die gestalt menschlichs 
heyls, welchs etliche in das reichthumb, etliche in ehre und rühme, etliche 
in den gewalt oder adel, etliche in wollust setzen, was nun' dieses heyl 
gegen der wahren Seligkeit und dem höchsten gut vor underschied hat, 
aus der alten geschichten desto clarer erschein, wie auch dem mensch- 
lichen verstand das höchst gut zu erkennen von natur eingepflanzt ist, 
so geruhe E. Durchleuchtigkeit in gedechtnus zu bringen, was Boeeiiis, 
der christenlich römisch burgermeister und liebhaber der Weisheit, vom 
höchsten gut geschrieben hat, sagend: Das ists rechte gut, der es über- 
kompt, dass er nichts darbt oder darben kann, ja welches gut das höchste 
gut ist und alles gut in sich schleust, wann dem etwas zerrinne, so könts 
nit das höchste gut sein, dann es manglet ime etwas, das begert möcfat 
werden. Darumb ist offenbar, dass die Seligkeit ein volnkommener stand 
alles versambleten guts sey. Nach dieser erzehlung hat mir gefallen E. 
Durchleuchtigkeit, die aus göttlicher verleyhung mit dem Herren des 
höchsten guts Ifistiglicli beladen ist, auszulegen, woher das wort chronica 
seinen Ursprung habe. (Am Rand: Hie sind etliche schulerische wort als 
undienstlich ussgelassen.^ Cronos griechisch wdrd zu teutsch zeit genant, 
dahero nach der meynung Isidori chronica Zeitgeschichten geheyssen werden. 
Darumb und dieweil ich im namen des Herrn anfahe, nach mass meines 
kleinen Verstands ein büchlein von der bayrischen fursten Sachen zu 
schreiben, so will ich dasselb allen gutherzig sehenden und lesenden zu 
bessern und zu reynigen demütiglich bevolhen haben, dann ich liebe mich 
selbs nit soviel, dads ich mein einsmal dargethan werk bessern verstand 
furzusetzen gedechte. Kompt dann aus dem alles gut, der einig gut ist, 
so ist mehr zu glauben, dass das gut sey, welches die unverenderlicdi gute 
und die ursach alles guten furschreibt. Der, der nit schläft noch schläfrig 
ist, geruhe die person und schärpfe des veratands Ewerer gerechtigkeit 
gnediglich beyzuwohnen. (leschricben bey regirung bapet Martin des 
fünften und Sigismundi Römischen, Hungarischen, Bohemischen, zu 
Croatien und Dalmatien königs Anno Domini Tausent Vierhundert Fünf- 
undzwanzig am freytag des h. creuzs erhöhung. 

Es erscheint nicht überflüssig, im Folgenden noch die 
Bandbemerkungen mitzuteilen, die der mitten in den politischen 
und religiösen Stürmen seiner Zeit stehende pfalzische Bat den 
treuherzigen Geschichten des alten Begensburger Augustiner- 
chorherrn mitgab. 

„Da sind die aberglauben schon angangen", bemerkt er zur Nach- 
richt von Theodolindens Glaubenseifer. Bei der Erwähnung der Pfalz zu 
Trier klagt er, dass sie „jetzt der pfaffen sein soll". Die Gründung des 
Marienklosters zu Köln durch Plectrudis l)egleitet er mit den Worten: 
„Da siebet man den freyen anfang der abgötterey". Pippins Reue dber 
seinen Ehebruch entlockt ihm den Satz: „Alle hurer sind verzagt und 
ungläubig*'. Zur Sage von Kail Martells Höllenverdammnis schreibt er: 



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— CV - 

„Martellus stirbt und würd verdampt, weil er nit pfäf fisch gewesen ; also 
geschieht allen heutigs tags, die den pf äffen nit beylegen". Die Tegern- 
seer Gründlingsgeschichte Tersieht er mit folgenden meist ironischen Rand- 
bemerkungen: ,,Seeligkeit kann man kaufen'^, dann: „Diese 2 brdder . . . 
werden yom bapst zum krieg ermant'S ferner: „Der bapst hat die Teutschen 
als wilde thier ohne Vernunft gebraucht", weiter: „Darbey ist zu sehen, 
dass der bapst noch keinen gewalt über Born gehabt", ferner: „Teiitäch 
herz bey den frembden, wo bleibts jetzt?", dann stolz: „Merk auf der 
Toutschen redlichkeit", endlich: „St. Quirin wurd inen kaum /u theil, da 
hat der teufl das bapstumb schon innen gehabt". Zur Gründungsgeschichte 
von Tenediktbeuern schreibt er: „0 dass wir Gott recht dankten, der uns 
von diesem aberglauben errettet hat". Die Engelsage vom bh'nden Tassilo 
ist ihm „ein unbehobelt münchwerk und gedieht" und bei der Aufzählung 
der von Tassilo gegründeten Klöster stellt er die ironische Frage: „Sollte 
er dann nit biilich heylig sein?" Wir verstehen seine Absicht, wenn er 
weiter unten bemerkt: „Merks wol, herzog Arnolt uberkompt gewalt über 
alle bayrische bischof vom könig, derfs bapsts nit dazu". Ferner: „S. 
ririch hat Arnolden aus der tauf gehoben, ist dannoch zu kein pf äffen 
geraten". Und zur Geschichte, wie Herzog Arnold vom Teufel geholt 
wird, sagt er: „Lieber Mensch, ists möglich, so erkenne doch der losen 
pfaffen groben betrügn", und dazu: „Ein gehessig gedieht" und gleich 
darauf: „Sie wollen verdammen und selig machen, wea sie wollen". Die 
Scheyrer Gründungsgeschichte ist ihm „ein münchsgedicht". Bei Kaiser 
Otto I. ist zu lesen: „Bapst Johann schickt zu k Otten, bitt inen das 
keyserthumb anzuwinen. Wenn der bapst nit gewist, woaus, so het er 
die Teotflchen gegrüst. Pfui". Zur Stelle, die von der lebenslangen 
Keuschheit Kaiser Heinrichs II. und Kunigundens erzählt, schreibt er: 
„Also würd man heylig bei der pfaffheit". Bei Herzog Otto II. von Bayern 
sagt er: „Merk der pfaffen gift, wen sie heilig oder selig sprechen". Bei 
der Ettaler Gründungsgeschichte heisst es: „Ampherang stehet einem 
gedieht gleich" und mit Beziehung auf die in der Geschichte erwähnte 
Freiimg eines welschen Grossen: „Ists war, so ists doch ein betrag". 

Mit der B. Chr. des Andreas stehen noch folgende Hss. 
in eigenartiger Beziehung: 

1: Wien, k. k. Hofbibliothek. Cod. pal. 3332. Papier. 
2 ^. 15. Jh. Genaue Beschreibung von Mayr im NA. 5, 138. 
Enthält Bl. 160'— 166 eine lateinische Rückübersetzung 
von Exzerpten aus der deutschen B. Chr. des Andreas. 
Verfasser derselben ist wahrscheinlich der einstige Besitzer 
des Bandes, der Frühmesser Otto Ebner am Spital zum 
heil. Geist in München, der auch die für Münchener Geschichte 
bemerkenswerten Fortsetzungen zu jenen Auszügen wie zu den 
in demselben Bande befindlichen Flores temporum nach der 
Mitte des 1 5. Jhs. verfasst zu haben scheint. Ich beabsichtige 
diese Fortsetzungen nebst anderen im 15. Jh. gemachten süd- 
deutschen Fortsetzungen der Flores temporum an anderer Stelle 
herauszugeben. Was die Übersetzung der Auszüge aus der 
deutschen Chr. des Andreas betrifft, so lautet die Überschrift: 
Excerpta de volgari scripto fratris Andree monasterii S. Magni 



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— CVI 



in pede pontis Ratisponensis, quod collegit sub anno doniini 1427. 
Ludvico Palatino Reni et duci Bavarie comitique Martinie de 
origine ducum seu principam Bavarie. Aus der hier genannten 
Jahrzahl sowie der aus dem Eap. Zu den grafen Yon Scheyren 
ist wider komen das herczogtum in Bayern (unten S. 636) 
übertragenen Stelle: Ab isto Ottone descenderuut principes 
Bavarie nostri evi, scilicet anni domini 1428., ist ersichtlich, 
dass die Vorlage des Übersetzers eine der gewöhnlichen Hss, 
der deutschen Chronik war. Die unten im Anhang unter Nr. V 
gedruckte Forts, scheint die Vorlage nicht gehabt zu haben. 
Die Übers, ist ziemlich frei ohne nennenswerte Änderongen 
des Inhalts. 

2; München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 338. 
Beschreibung s. oben S. XXXV, LXXIV u. LXXVHI. Bl. 6—55' 
lateinische Rückübersetzung der deutschen B. Chr. des 
Andreas. Bl. 55' : Finit foeliciter historia illustrium principam, 
regum ac ducum Bavarie usque ad annum domini etc. 1477., 
quam ego Hartmannus Schedel de Nurenberga arcium et 
medicine doctor, eo tempore phisicus Ambergensis, manu pro- 
pria in civitate Amberga vicina Norice exaravi ad laudem eius, 
qui omnium rerum initium et origo existit, Christus Jesus cum 
patre et spiritu sancto in perpetuum regnans. Amen. Höchst- 
wahrscheinlich hat Schedel den Text nicht bloss geschrieben, 
sondern selbst übersetzt und die verschiedenen Zusätze gemacht, 
die das Ganze als eine Bearbeitung der B. Chr. des Andreas 
erscheinen lassen. Der Anfang (die Vorrede fehlt) sei als 
Probe der Übers, hier unter vergleichender Beisetzung des 
lateinischen XJrsprungstextes, sowie dessen deutscher Übers. 
mitgeteilt : 

Historia sive cronica 
de illustribus piincipi- 
bus Bavarie incipit foe- 
liciter. 

Eavari, ut legitur, de 
Armenia sunt orti. Inde 
exciintes in magna mul- 
titudine venerunt in 
terram illam, scüioet 
Bayarie, et expulenmt 
colonos ipsius, scilicet 
incola^, et nomine prin- 
cipis sui Bavanis vocati 
Bavariam appellabant. 
Norix vero filius Her- 
culis diu post coegit ean- 
dem regionem eamqiir 



Bayari traduntur ab 
Armenia oriundi. Qui 
cum magna multitudine 
de finibus suis egressi 
hanc terram sunt in- 
gressi et expuLsis abori- 
ginibus pro eis habita- 
verunt et de nomine 
ducis sui Bavaro terram 
Bavariam nominaverunt. 
Hanc post multos dies 
Norix filius Herculis ex- 
pugnans Noricum ex suo 



Bayren, als man list, 
sein von Armenia ent- 
sprungen. Do sind sy 
ausgeczoget mit grosser 
menig und sind chomen 
in das land und vertriben 
daraus paurenvolkch 
und benanten das land 
nach irem f ürsten Bavaro 
Bayrenland. über vil 
zeit darnach betwang 
das selbe land Norix, 
Herculis sun, und be- 



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— CVII — 



Domiac vocavit. In qua 
eivitaiem, que nunc Ra- 
tispona dicitur, edifi- 
cavit. 



nomine suo Noricum 
noininavit inibique civi- 
tatem edificavit, que 
nunc Ratispona est nun- 
cupata. 



nanit es nach meinem 

namen Nortgäw und 

pawet darin ein stat, dy 

nu genant ist Regens- 

purg. 

Wie diese Probe zeigt und wie sich bei Vergleichung 
des Ganzen ergiebt, liegt in dieser Historia in der Hauptsache 
nichts anderes vor als eine Rückübersetzung der deutschen 
B. Chr. des Andreas, trotzdem dessen Name dabei nichtgenannt ist. 
Von den Jahrzahlen, die die Gegenwart in der deutschon 
Übers, bezeichnen, ist sogar eine (1428) unverändert geblieben. 
Aus anderen Quellen ist eine Reihe von Zusätzen in den aus 
Andreas stammenden Text eingefügt. Die Benützung der 
deutschen Chr. als Grundlage bricht in dem Kap. über Herzog 
Johann von Niederbayem (unten S. 653) ab. Was bei Schede! 
(Bl. 48) folgt, sind zunächst Bruchstücke aus der lateinischen 
Forts, der B. Chr. des Andreas. Dabei ist zu erwähnen, dass 
Schedel, als er seine lateinische Übers, des deutschen Textes 
fertigte, auch einen lateinischen Text der B. Chr. daneben zur 
Hand gehabt haben muss, weil einige Abschnitte (Bl. 9'. 10. 
12'. 17. IL s. w.) unmittelbar den lateinischen Text des Andreas 
geben (auch der Umstand, dass der Satz [S. 519,21 bezw. 
609,36]: Item fundator est S. Nicolai extra muros Patavienses, 
der in allen bekannten deutschen Hss. fehlt, bei Schedel sich 
findet, spricht dafür), wie man sich denn bei einzelnen wenigen 
Stellen der Übers, fast des Eindrucks nicht erwehren kann, 
dass beim Übersetzen wieder der lateinische Text befragt wurde, 
da einzelne Ausdrücke ohne Kenntnis dieses lateinischen Textes 
in der Übers, nach den deutschen Ausdrücken kaum wieder 
80 treffend, wie es der Fall ist, hätten wiedergegeben werden 
können. In den von Schedel nach dem Aufhören der deutschen 
Vorlage aufgezeichneten Bruchstücken der lateinischen Forts, 
ist auch ein von uns als später Zusatz (nach 1457 geschrieben) 
gekennzeichneter Satz (unten S. 567, 34) enthalten, den wir nur 
in einer Hs. (5) der lateinischen Chr. finden. Es ergiebt sich 
daraus die Vermutung, dass Schedel aus dieser Hs. oder ihrer 
Vorlage oder einer Abschrift von ersterer jene Bruchstücke 
der Forts, entnommen hat. Da in jenem Sammelband clm. 1222, 
der die Hs. 5 enthält, auch die deutsche Übers, abgeschrieben 
ist, dürfte auf sehr nahe Beziehung von Schedels Bearbeitung 
zu dem Sammelbd. geschlossen werden können. Aus dem 
Umstand, dass lateinischer und deutscher Text in ein und 
demselben als Vorlage dienendem Bande vereinigt waren, er- 
klärt sich dann sehr einleuchtend das oben hervorgehobene 



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Qoo^(^ 



— CVIIl _ 

Vorkommen direkt übernommener Stücke der lateinischen Chr. 
in den Übersetzangstext der deutschen, ohne dass man Tielleicht 
anzunehmen braucht, dass Schedel das Verhältnis des deutschen 
Textes zum lateinischen nicht erkannt hätte. Auch zu den 
Bruchstücken der Forts, macht Schedel Zusätze. Ausser der 
lateinischen Forts, der B. Chr. benützt Schedel schliesslich noch 
die A. Chr. des Andreas. Denn die Geschichte von der Ver- 
wundung des Herzogs Ludwig von Ingolstadt durch Herzog 
Heinrich von Landshut während des Konzils zu Eonstanz ist 
in der B. Chr. nicht enthalten, sondern nur in der A. Chr. 
Schedel yerbindet diese Geschichte mit der in den beiden Fort- 
setzungen — sowohl der A. Chr. als der lateinischen B. Chr. — 
mitgeteilten Erzählung der späteren Folgen jener That Wäre 
nicht jener oben erwähnte späte Zusatz zur Forts, der lateinischen 
B. Chr., der nur in einer Hs. eben dieser vorkommt, so könnte 
man auch die sämtlichen Bruchstücke als der Forts, der A. Chr. 
entnommen betrachten, da sie auch hierin enthalten sind. 
Jedenfalls hatte Schedel beide Chroniken zur Verfügung, wie 
die Stellen beweisen, die nur in je einer Chr. enthalten sind. 
Zum Schluss folgt, zunächst noch einzelne Stellen aus der 
A. Chr. des Andreas benutzend, dann aber selbständig, eine 
eigene Fortsetzung Schedels, die ich in Verbindung mit anderen 
Materialien Schedels an anderem Orte mitzuteilen gedenke. 
Den Zusätzen stehen eine Reihe von Auslassungen gegenüber. 
Einige wenige erfolgen ohne weitere Bemerkung, bei anderen 
derselben schreibt Schedel meist: quere, und lässt dann freien 
Baum, wohl in der Absicht, hier eine Angabe einzusetzen, dass 
und wo an anderer Stelle das Fehlende zu finden sei; aus- 
führlicherverweist er an anderen Stellen, z. B. DeilUus Ottoni8(IL) 
strenuitate et morto et divisione terre inter filios suos quere . . . 
Unzweifelhaft beziehen sich diese Verweisungen auf die weiteren 
Stücke, welche Schedel in den Band eingetragen hat Und 
zwar ergibt sich bei Verfolgung dieser Angaben, dass sowohl 
auf die Bl. 57 ff. enthaltenen mit Additio üborschriebenen Exzerpte 
aus Hermann von Niederaltaichs Annalen wie auf die Ab- 
schrift der 1. Redaktion der B. Chr. des Andreas (Bl. 67—100') 
Bezug genommen wird, freilich ohne dass Schedel an den 
leergelassenen Stellen die wohl beabsichtigte Eintragung der 
Blattzahlen — an zwei Stellen hat eine spätere Hand die betr. 
Zahlen eingetragen — ausführte. Jene Stücke muss Schedel 
vorher oder mindestens gleichzeitig abgeschrieben haben. Die 
Jahrzahl 1477 auch am Schluss der Abschrift der 1. Bedaktion 
der lateinischen B. Chr. macht das letztere wahrscheinlich. 



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^ crx - 

Nach den voranstehenden Darleguogen ist sicher, dass 
die von Wilhelm Meyer in der 2. Auflage des gedruckten 
Hss.-Kataloges geäusserte Ansicht, es liege hier eine ältere 
Rezension der B. Chr. vor, unrichtig ist. Es zeigt sich, wie 
schwer es bisher war, selbst bei sorgfaltiger und eingehender 
Untersuchung, wie sie Meyer — nach zahlreichen von ihm 
stammenden, dankenswerten Notizen in der Hs. zu schliessen 
— vornahm, über die Natur der verschiedenen als Chr. des 
Andreas geltenden Texte ins Reine zu kommen ohne Kenntnis 
des gesamten Hss.-Materials. 

Der Dialog US de haeresi bohemica des Andreas 
war noch Oefele unbekannt. Erst 1856 veröffentlichte ihn 
Höfler im 1. Bd. seiner Geschichtschreiber der husitischen 
Bewegung in Böhmen (== Bd. 2 der Fontes rer. austriac), 
S. 565—596 nach einer ihm von Palacky mitgeteilten Kopie 
einer Pariser Hs. (vgl. a. a. 0. S. 540). Letztere scheint unsere 
Hs. 1 gewesen zu sein. Der Abdruck ist voll von oft sinn- 
losen Fehlern. Was den Titel anlangt, so nehme ich ihn so an, 
wie er in den Hss. 2—4 gegeben ist, da er mir ursprünglicher 
zu sein scheint als jener in dem Inhaltsverzeichniss der Hs. 1 , 
der dem Inhalt nicht entspricht und kaum von Andreas selbst 
stammen dürfte, ebensowenig wie der in Hs. 5. 
"Wir besitzen von dem Dialogus 5 Hss.: 
1: Paris, Bibliotheque Nationale. Cod. lat. 1503. Papier. 
2^ 15. Jh. 226 BU. Anf einem ungezählten Blatt am Anfang 
ein Inhaltsverzeichnis, das an erster Stelle angiebt: Primo 
dyalogus de expedicionibus in Boemiam et actis erga eos. Auf 
Bl. 1—19 folgt der Dialogus des Andreas, auf Bl. 19'— 21 die 
unten S. 700 im Anhang unter Nr. I abgedruckte Überlieferung 
von historischen Aufzeichnungen des Andreas a. d. J. 1430 — 1434 
(1435), während auf Bl. 22—205 des Aegidius Carlerii Liber 
de legationibus concilii Basiliensis pro reductione Bohemorum 
enthalten ist Der gedruckte Katalog der Bibliotheque Nationale, 
Catalogus codd. mss. bibl. reg. 3, 3, 136 giebt die ersten beiden 
Teile nicht an. Nähere Mitteilungen über die Hs., die einst 
im Besitze von Stephan Baluzius war, und ihren Inhalt machte 
Palacky in Zeitschr. d. böhm. Museums 1849, 4, 136, dann Birk 
in Monumenta conc. gen. sec. XV, Bd. 1, wo er S. 359 flF. 
den Liiber de legationibus und S. XXVII die Notizen des 
Andreas abdruckte. Birk hat die Teile des Liber de legationi- 
bus bezeichnet, welche unzweifelhaft Autograph des Aegidius 
Carlerii sind. Bl. 1—19 ist von einer andern Hand geschrieben, 
die auch Teile des Liber de legationibus geschrieben hat. 



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^ ex — 

Einzelne Korrekturen und die Randbemerkungen sowie das 
Explicit stammen von einer andern Hand, die auch die BU. 
19' 21 geschrieben hat. Sie zeigt ausserordentlich viel 
Ähnlichkeit mit der des Garlerii, doch wage ich nicht, sie 
bestimmt als die seine zu erklären. Es ist kaum zweifelhaft, 
dass Garlerii sich des Andreas Dialogus und die andern Auf- 
zeichnungen verschaffte, als er 1434 bei dem Reichstag zu 
Regensburg weilte (vgl. S. 471, Anm. 1). 

2: Basel, Universitätsbibliothek. Hs. A. 11. 34. Papier. 
2«. 15. Jh. 332 Bll. Sammelbd. mit vielen auf die Husiten- 
frage und das Konzil zu Basel bezüglichen Schriftstücken, zum 
grössten Teil von einer Hand geschrieben. Enthält, von jener 
Hand abgeschrieben, Bl. 261—272 (alt 249-260) den Dialogus. 
Die Abschrift ist nicht gerade recht gut Eine spätere Hand 
hat versucht, einzelne verderbte Stellen zu verbessern, doch 
ohne besonderes Geschick. 

3: Paris, Bibliotheque Nationale. Cod. lat. 1510. Papier. 
2®. 18. Jh. Abschrift aus der vorigen Hs. Enthält BL 1—33 
des Andreas Dialogus. Bl. 1 ist die Signatur der abgeschriebenen 
Hs. vermerkt: Codex Bibliothecae Basiliensis A. 11. 34. fol. 
Am Schlüsse der Hs. steht folgendes Zeugnis des Baseler Rates : 
Nos Consul atque Senatus Reipublicae Basileensis attestamur 
praesentibus praemissum volumen continens Dialogum de 
Haeresi Bohemica a folio 1. usque ad folium 33. inclusive, 
(folgt Aufzählung der übrigen Stücke) ac in BibUotheca R^^ 
Christianissimi reponendum, de Verbo ad Verbum ex Vetustis 
Manuscriptis Codicibus papiraceis in folio, qui in BibUotheca 
publica Academiae nostrae asservantur, optima fide et maxima 
diligentia fuisse descriptum. In cuius rei fidem, re omni cognita 
et explorata, haecce a Secretario nostro subscribi sigilloque 
nostro maiori corroborari iussimus. Die 28. Junii Ao. 1724. 

4: München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 
26433. Papier. 2«. 18. Jh. ünfoliiert. Aus PoUing. Enthält 
unter andern, meist den Augustinerorden betreffenden und von 
dem bekannten PoUinger Kanoniker und späteren Münchener 
Hofbibliothekar Gerhoh Steigenberger (f 1787) aus Hss. fran- 
zösischer Bibliotheken abgeschriebenen Stücken den Dialogus 
in Abschrift aus der vorher angeführten Hs. der Bibliotheque 
Nationale zu Paris. Der Abschreiber fügt am Schluss mit den 
Worten: Ad ffnem codicis habetur Attestatum Reipublicae 
Basileensis hiis verbis: Nos Consul etc. die in jener Pariser Hs. 
enthaltene Bestätigung des Baseler Rates bei, die wir oben an- 
geführt haben. Zuletzt unterschreibt er ; G. St. C. R. P. (d. h. 



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- CXI - 

Oerhohus Steigenberger canonicus regolaris PoUingensis) Parisiis 
25. Martii 1763. und Dotiert die Signaturen der beiden Hss. : 
Cod. Bibl. Basil. Signatur A. IL 34. foL, und: Cod. Bibl. Beg. 
Paris, sig. 1510. 

5: München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 2889. 
Sammelbd. Aus Aldersbach. Papier. 2^. 97 Bll. 15. und 
16. JL Enthält Bl. 1 — 11, von einer Hand des 16. Jhs. ge- 
schrieben, den Dial. des Andreas unter der Überschr. : Djalogus 
in negocio Eatholicorum et Hussitarum. Da der gedruckte 
Hss.-£jitalog den Namen des Andreas als Verfassers weder im 
Text noch im Register nennt, entging mir die Hs. und wurde 
mir erst nach Drucklegung des Teztes bekannt, so dass ich 
die Lesarten, die allerdings ohne Belang sind, nicht mitzuteilen 
in der Lage war. 

Das Compendium de condicione civitatis Ba- 
tisponensis et de diversis haereticis ist ungedruckt 

Den Titel setze ich aus den Worten der Vorrede dem 
Inhalt des Ganzen entsprechend zusammen. Oefele 1, 10 hatte 
ihn sich ähnlich gestaltet : De ortu et conditione civitatis Batis- 
ponensis et de variis haeresibus. Da das ganze Compendium 
nahezu vollständig Auszug aus der A. Chr. ist, werden in dieser 
Ausgabe zur Kennzeichnung des Inhalts nur die Überschriften 
der einzelnen Abschnitte und die wenigen ursprünglichen 
Stellen, die nicht in der A. Chr. enthalten sind, mitgeteilt. 
Einige aus Eusebius und Isidorus von Sevilla geschöpfte 
Stellen, die ebenfalls nicht in der A. Chr. sich finden, sind 
nicht abgedruckt. 

Wir haben von dem Compendium zwei Hss.: 

1: München, k. Universitätsbibliothek. Cod. Ms. 672 
in 2 ®. Papier. 354 Bll. Sammelbd., von vielen verschiedenen 
Händen geschrieben. Stammt anscheinend aus Begensburg, da 
das letzte in dem Band enthaltene Stück (BL 328) überschrieben 
ist: Exemplar subscriptorum reperies in Ubraria capituli ecclesie 
Batisponensis. Oberflächliche Inhaltsangabe bei Wahl S. 22. 
Bl. 308 — 324 des Andreas Compendium, von einer Hand des 
15. Jhs. sehr schlecht geschrieben, so dass einzelne Stellen 
schlechterdings unverständlich bleiben. 

2: München, k. Hof- und Staatsbibliothek. Clm. 27070, 
oben S. LX.X.Vni beschrieben. Enthält Bl. 84—100, auch von 
F. Franziskus Orienewalt 1612 und zwar ofiEenbar aus der 
vorigen Hs. abgeschrieben, das Comp, unter dem Titel Excerpta 
quaedam de chronicis summorum Bomanorum pontificum ac 
iinperatorum et praecipuo in Alemannia et civitate nostra Ba- 



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- cxn - 

variae Ratispona. Vgl. Kobolt, Baier. Gelehrtenlexikon, Er- 
gänzungen S. 12, wo diese Excerpta und das Comp, (de ortu 
civ. Ratisp.) falschlich als zwei verschiedene Werke angesehen 
werden. 

Die im Anhang unter Nr. I folgenden Aufzeichnungen 
sind allein in Cod. lat. 1503 der Pariser Nationalbibliotfaek 
erhalten (s, dessen Beschreibung oben S. CX). Gedruckt 
wurden sie von Birk in den Monumenta conc. gen. sec. XV., 
Bd. 1, XVn. Aus dem ersten Satze dürfte der Schlass zu 
ziehen sein, dass die Aufzeichnungen sich an den Dialogus 
des Andreas anschlössen, wie hier in der Abschrift, wahrscheinlich 
schon in der Urschrift des Andreas, aus der sie Aegidius 
Carlerü, Dekan von Gambrai und Gesandter des Baseler Konzils, 
von dessen eigener Hand ein grosser Teil der Hs. stammt, 
abschreiben liess, wohl 1434, als er dem Reichstage zu Regens- 
burg beiwohnte. Aus dem ersten Satz geht zugleich unzweifelhaft 
hervor, dass Andreas der Verfasser ist. Aber der Text enthält 
eine Reihe von Zusätzen, die ein anderer gemacht hat, der die 
zu Grunde liegenden Aufzeichnungen auch kritisiert. Er zählt 
z. B. S. 700, 24 die Feldzüge nach Böhmen in anderer Weise. 
Es lässt sich nicht mit Sicherheit erkennen, welche Teile dessen 
Eigentum sind, doch dürften, abgesehen von kleinen Ab- 
änderungen, als solches zu bezeichnen sein: S. 700,24 — 26; 
701,12—21; 702,31—703,5; 703,19fF. Birk erachtete ohne 
Weiteres als deren Urheber Carlerii; doch möchte ich lieber 
annehmen, dass die Änderungen von dem (Carlerii allerdings 
sehr nahestehenden) Schreiber herrühren. Jene Textesteiie, 
welche sicherlich Eigentum des Andreas sind, berühren sich 
mit dem Text der Forts, der A. Chr., an einer Stelle auch mit 
jenem der Forts, der B. Chr. Dabei enthalten sie gegenüber diesen 
Texten einzelnes Neue. Der Schlussabschnitt stammt sicher 
nicht von Andreas. Er ist später geschrieben als die vorher- 
gehenden Teile, und besonders der Hinweis : ut patet in sequen- 
tibus (S. 703,32), d. h. in des Aegidius Carlerii über de 
legationibus etc. ist ein Beweis, dass in der Hs. letzterer schon 
eingetragen war, als jene Bemerkung geschrieben wurde. 

Bezüglich der im Anhang unter Nr. II — V mitgeteilten 
Stücke vgl. oben S. XXIX, XXXVI, XXXII u. LXXXXVI. 

Ich komme zu den dem Andreas zugeschriebenen Fun- 
dationes monasteriorum Bavariae.^ Wir besitzen 

^ Bei Aretin, Literär. Haiidbach 1,142 wird dem Andreas noch 
folgendes Werk zugeschrieben: De sacramento altaris sab utraque specie 
1460, und als Quelle für die^e Angabe beigesetzt: Theoph. Sinoeri Thes. 



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- cxm — 

von den Gründungsgeschichten bayerischer Klöster, welche 
Freher als ein besonderes Werk des Andreas der Ausgabe der 
B. Chr. angefügt hat/ zwei Hss., die eine auf BI. 97— 116' des 
Cod. bist fol. 5 der Ständischen Landesbibliothek in Kassel, 
die andere auf Bl. 1—55' des clm. 351. Im NA. 23, 248 ff. 
habe ich eingehend und, wie ich annehmen darf, überzeugend 
nachgewiesen, dass die zweite eine von Hartmann Schedel aus 
der ersten gefertigte Abschrift ist. Und zwar ist die Abschrift 
vollständig und sehr getreu. Auf BI. 56 schliesst sich folgendes 
Schlusswort an: Que deinceps post obitum Alberti regis Ko- 
manorum sub Friderico HI. Romanorum imperatore ac Maxi- 
miliano Bomanorum rege peracta sunt ab anno 1440. usque 
ad annum presens 1501. et mutaciones monasteriorum in 
Bavaria ac idiis locis, cum Prul monasterium prope Ratisponara, 
in quo ordo S. Benedicti militabat ac nunc Cartusienses in- 
habitent, hec varia gesta temporum cronice et libri annales 
ac posteri scriptores clare edocebunt. Lege foeliciter. HA. S. 
Wir ersehen daraus, dass Schedel jene Abschrift 1501 fertigte, 
und dürfen vielleicht aus der auffälligen Erwähnung des 
Karthäuserklosters Prül schliesseo, dass seine Vorlage, also der 
jetzige Kasseler Cod. bist. fol. 5, dessen Herkunft nach gütiger 
Mitteilung der dortigen Bibliothekdirektion nicht festzustellen ist, 
sich damals in Prül befand.^ Bemerken möchte ich, dass auf Bl. I 
der Kasseler Hs. eine Zeile, die vermutlich eine alte Eigentumsnotiz 
war, durch Tintenstriche vollkommen zerstört wurde. Dagegen 
steht in der Ecke des Blattes eine zweite alte Bemerkung, 
nämlich: Ex bibl* Gassari. Ich zweifle nicht, dass hierunter 
der Augsburger Arzt und Geschichtschreiber Achilles Pirmin 
Gasser (Gassarus) zu verstehen ist, der 1572 seine Annales 
civitatis et reipublicae Augsburgensis schrieb und 1577 starb. 
Vgl ABB. 8, 396. Vielleicht kam die Hs. aus dessen Bibliothek 
in Frehers Besitz; denn höchstwahrscheinlich hat Freher seine 
Ausgabe nach der Kasseler Hs. gemacht. Oefele 1, 10 stellte 
fest, dass Hss. der Klostergründungsgeschichten des Andreas 
von Begensburg selten seien. Ihm seien nur zwei bekannt 
geworden. Die eine der beiden ist nach Oefeles Beschreibung 
die Schedeische Abschrift in clm. 351, bezüglich der andern 
gab Oefele an, dass sie in dem Katalog der Mondseer Hss. 
im zweiten Teil der Mantissa chronici Lunaelacensis bipartita 

Bibl. Letzteres Buch bietet keinen Anhaltspunkt. Die ganze Angabc 
acheint auf Irrtiun zu beruhen. 

* Sie wurden daraus abgedruckt bei Kuen, OoUectio etc. 2, 209. 

' Über Schedels Beziehungen zu Prül s. Oefele 1, 654. 

Qaellen UDd Eroerterungen N. F. I. VI 11 



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- CXIV - 

(1769) verzeichnet sei. Diese Hs. ist, wie ich NA. 24,707 
nachwies, der heutige Cod. 3520 der k. k. Hofbibliothek "Wien 
(aus Mondsee = Lunael. in q. 59), der jedoch keineswegs 
die dem Andreas zugeschriebenen Klostergründungsgeschichten 
enthält, sondern jene älteren ca. 1388 entstandenen Fundationes 
monasteriorum Bavariae, denen ich NA. 24,671 — 717 eine 
eingehende Untersuchung gewidmet habe. Wie in Freher» 
Ausgabe lautet in der Kasseler Hs. die Überschr.: Sequantur 
certe hystorie fundacionum nonnullorum insignium monasteriorum 
per partes Baioarie. Et primo de monasterio S. Emerami Ratis- 
pone. Der Text schliesst: Item eodem anno circa festum 
S. Augustini Anna uxor Alberti ducis peperit filium secundum 
nomine Brnestum, also genau so wie die A. Chr. des Andreas. 
Und vergleichen wir — wozu dieser Schluss auffordert — die 
Gründungsgeschichten mit der A. Chr., so ergiebt sich, dass die 
Gründungsgeschichten nur ein Auszug aus des Andreas Chr. 
sind. Anscheinend in der bestimmten (im Titel ausgesprochenen) 
Absicht, die Gründungsgeschichten bayerischer Klöster zusammen- 
zustellen, begann jemand die betreffenden Teile der Chr. des 
Andreas auszuschreiben, wobei er sich im Anfang in Ver- 
folgung jener Absicht auf eben jene Stellen beschränkte. Je 
weiter die Auszüge fortschritten, umsomehr uahm der Ex- 
zerpierende auch Abschnitte auf, die keine Beziehung auf 
bayerische Klöster haben, und schliesslich war er so im Eifer 
des Schreibens, dass er fiEtst die ganze Forts, der Chr. abschrieb. 
Ein Kap. ist am Anfang enthalten, das nicht Eigentum des 
Andreas ist, nämlich jenes (Freher S. 178—185): De institucione 
monasterii Althahensis Inferioris ex vita S. Godehardi et ex cro- 
nicis ac privilegiis ecclesie. Dieses verhältnismässig umfangreiche 
Stück ist nichts anderes als Hermanns von Niederaltaich 
Aufzeichnung De institutione monasterii Altahensis und lässt 
vielleicht auf Niederaltaich als Entstehungsort jener Exzerpte 
schliessen. Ein weiterer Zusatz findet sich zum Jahre 1431 
nach der Geschichte von der altera Circo zu Rom, mit Nota 
Simile bezeichnet, nämlich eine Stelle aus Yincenz' von Beauvais 
Speculum historiale 2,95. Alles Andere ausser diesen beiden 
Zusätzen ist Eigentum des Andreas. In Frehers Ausgabe 
erscheinen die Auszüge nicht in der Form, die sie in den Hss. 
haben. Denn Freher Hess die Teile, die schon in der im Druck 
vorangehenden Verineigung der A und der B. Chr. enthalten 
waren, weg und druckte nur die Gründungsgeschichten der 
Klöster ab. Diese Absicht führte er aber nicht ganz genau 
durch, und so sind bei den eigentlichen Gründungsgeschichten 



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— CXV — 

doch noch eine Beihe von Stellen geblieben, die in keiner Be- 
ziehung zur Geschichte bayerischer Klöster stehen. Dadurch, 
dass Freher nicht die vollständigen Exzerpte, wie sie in den 
Hss. enthalten sind, abdruckte, geschah es schliesslich, dass 
Oefele, als er clm. 351 antersuchte, in dieser Hs. viel mehr 
vorfand, als bei Freher gedruckt war. In der Annahme be- 
fangen, dass das angebliche Werk des Andreas genau wie im 
Freher'schen Druck beschaffen, war, hielt er anscheinend die 
Teile, die er mehr &nd, für fremde Zuthaten und druckte sie 
als Breve Chronicon Bavariae ab anno 1156. ad. a. 1410. in 
seinen SS. 1,654 f. ab. Merkwürdigerweise kam er nicht auf 
den Gredanken, dass auch jene Zusätze von Andreas stammen 
könnten, scheint vielmehr den Autor infolge der Schlussschrift 
Scbedels im Kloster Prül vermutet zu haben, und auffallender- 
weise verfolgte er die Zusätze nur so weit, als Frehers Kloster- 
geschichten reichen, ohne sich um die Forts, zu kümmern, die 
ihn vielleicht hätte veranlassen müssen, das Oanze mit der A. Chr. 
des Andreas zu vergleichen. Einen Fortschritt in der Erkenntnis 
des Inhalts von clm. 351 machte Wilhelm Meyer in der 
2. Auflage des gedruckten Münchener Hss.-Kataloges, indem er 
feststellte, dass „fast" alle von Oefele als Breve Chronicon 
herausgegebenen Notizen aus des Andreas A. Chr. ausgezogen 
seien. Dieser umstand und die chronologische Anordnung 
der Fundationes beweise, dass ein Exzerpt ex opere historico 
maiore vorliege, wie Meyer etwas unklar sagt Über die Forts, 
konnte Meyer, da er die Forts, der A. Chr. nicht kannte, die 
übrigens im Eccard 'sehen Druck gegeben war, nur eine Über- 
einstimmung mit clm. 338, Bl. 105—125 und mit der von 
Freher gedruckten Forts, der B. Chr. feststellen, wobei in clm. 338 
umfangreichere, in clm. 351 kürzere Auszüge aus dem von 
Freher herausgegebenen Werk des Andreas vorlägen. Unsere 
Ausgabe hat uns schon oben erkennen lassen, dass in clm. 338, 
BL 106 — 126 die reine Forts, der A- Chr. enthalten ist und die 
B. Chr. dabei nicht in Betracht kommt. Auch die Forts, in 
clm. 351 ist nicht aus der B., sondern aus der A. Chr. ent- 
nommen, kurz, was Freher als Oründungsgeschichten des Andreas, 
was Oefele als Breve Chronicon herausgegeben und zwar dessen 
ganz^ Inhalt, was Meyer als Auszug aus der B. Chr. des 
Andreas bezeichnet hat — alles zusammen ist ein Auszug 
aus des Andreas A. Chr., und wir haben weder in dem 
Oefele'schen Breve Chronicon noch in den Freher'schen Historiae 
fiindationum selbständige Werke zu erblicken. Nun bleibt 
noch eine Frage : Sind jene Auszüge, die sicher in der Absicht 

VIII* 



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— CXVI — 

geschahen, bayerische E^lostergründangsgeschichten zusammen- 
zustellen, von Andreas selbst seinem Gesamtwerk entnommen 
worden oder nicht? Was dafür sprechen könnte, wäre nur 
der Umstand, dass an einzelnen Stellen, an denen Andreas in 
der A. Chr. von seiner eigenen Person und seiner Zeit u. s. w. 
spricht, die persönlichen Ausdrücke in dem Auszuge beibehalten 
sind. Vieles jedoch spricht dagegen. Niemand vor Preher, 
besonders nicht Andreas selbst oder des Andreas Nachfolger 
in der chronikalischen Behandlung der Geschichte Bayerns, 
macht irgend eine Mitteilung von einer durch Andreas an- 
gelegten Sammlung von Fundationes. In der Kasseler Sammel-Hs. 
sind die Fundationes mit der B. Chr. nur zuf&llig vereinigt Diese 
Auszüge sind aus der vollendeten mit Fortsetzung versehenen 
A. Chr., also 1438 oder darnach, gemacht. Sollte Andreas 
seine historlograpbische Thätigkeit nicht besser beschlossen 
haben als mit jenen Auszügen, die unbeholfen in der Anlage, 
voll von Fehlern und Irrtümern in der Ausführung sind? 
Sollte sich z. B. Andreas folgende Ungeheuerlichkeit zu Schulden 
haben kommen lassen (Freher S. 174, Z. 4): Anno domini 
904. Cristoforus de papatu eiectus factus est monachus et 
Batispone in medio chori monasterii S. Emerami sepelitur? 
Die zweite Hälfte dieses Satzes ist dem Abschnitt über Ludwig 
das Eind entnommen und bezieht sich auf diesen! Schon 
diese eine irrtümliche Vereinigung zweier Stellen genügt, um 
die Arbeitsweise des Exzerpierenden zu kennzeichnen; doch 
findet sich noch eine ganze Reihe von Stellen, die gedanken- 
loses Exzerpieren beweisen, wie man es dem sorgtSltigen 
Andreas nicht zutrauen darf.^ Wären wohl Verweisungen 
stehen geblieben wie: in pagina pontificum vide, u. a.? Eine 
Anzahl von Stellen, an denen Andreas. in der A. Chr. in der 
Ich-Form spricht, fehlt im Auszug. Ein Teil davon fehlte 
auch schon in der Vorlage, aus der die Exzerpte gemacht 
wurden. Diese Vorlage war, wie die Lesarten und besonders 
jene Auslassungen selbst beweisen, eine Hs. der Klasse C, zu 
der, wie ich glaube, Andreas nicht in persönlicher Beziehung 
steht. Sicherlich würde Andreas eine Hs., die sein Werk 
bereits verstümmelt enthielt, nicht zur Grundlage eines neuen 
Werkes genommen haben. Aber der Ausdruck „Werk*^ ist zu 
gut für jene Auszüge, und wenn man alle vorher angeführten 

^ Z. B. darf deshalb auch nicht behauptet werden, wie M. Boic. 
11, 341 geschah, Andreas setze die Grandung Mettens in das J. 801. Die 
Stelle, auf Grund deren dies behauptet wurde (Freher 8. 187, Z. 18), 
entstand durch falsche Vereinigung zweier getrennter Stellen seitens des 
Exzerpierenden. 



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- CXVII — 

Merkmale berücksichtigt, wird man kaum mehr Andreas für 
den Exzerptor halten, geschweige denn jene Auszüge noch 
länger einer besonderen Stelle in der Literaturgeschichte würdigen. 
Da in der Kasseler Eb. jene Historiae erst zwischen 1495 und 
1501 geschrieben sind (s. meine Ausführungen NA. 23,257) 
und wir keine ältere Hs. kennen, möchte ich die Entstehung 
der Auszüge erst in die 2. Hälfte des 15. Jhs. verlegen. Dass 
man auch nicht Veit Arnpeck als den Exzerptor betrachten 
darf, wie eine handschriftliche Bemerkung in der Kasseler Hs. 
unter Hinweis auf Pez, Thes. 3, XXY thun möchte, habe ich 
in meiner Abhandlung: Über die Schriften des bayerischen 
Chronisten Veit Arnpeck S. 97 ausführlich dargethan. 

Ein ähnlicher Auszug aus der A. Chr. wie die Fundationes 
monasteriorum ist eine in clm. 2936 (aus Altumünster), 
Bl. 3, clm. 9503 (aus OberalUich), Bl. 237 und clm. 17541 
(aus Schlehdorf), Bl. 52 enthaltene Zusammenstellung der 
Persecutiones Christianorum. Diese Zusammenstellung, 
die in allen 3 genannten, sämtlich dem 15. Jh. angehörenden Hss. 
in Verbindung mit dem oben S. XXXXIX behandelten Traktat 
De ducibns Bavariae Yorkommt, ist sicherlich dem Compendium 
de condicione civitatis Ratisponensis et de diversis haereticis 
des Andreas entnommen. In den kurzen Abschnitten über 
die einzelnen Verfolgungen sind die Quellen des Andreas in 
der A. Chr., Eusebius, Ekkehard, Flores und Martinus, ganz 
wie bei Andreas so vereinigt und verbunden, dass nicht 
anzunehmen ist, es liege hier etwa eine Quelle des Andreas 
vor. Den Schluss bildet ein Auszug aus einem Zusatz, der 
nur in der vom Handexemplar des Andreas stammenden Hs. 
B 1 der A. Chr. (in den S. 9, Anm. 1 erwähnten Abschnitten) 
enthalten ist und auch im Compendium vorkommt. Dass die 
Zusammenstellung der Persecutiones von Andreas selbst gemacht 
sein könnte, ist eine Möglichkeit, die ich nicht in Abrede 
stellen will. 

In der bayerischen Literaturgeschichte des 15. Jhs. erscheint 
ein Andreas Bavarus, den man mit Andreas von Regens- 
buig zu identifizieren gesucht hat. Man hat von jenem Andreas 
Bavams ein paar Briefe, die zur Geschichte der deutschen 
Frührenaissance nicht uninteressant sind. Den einen an den 
Eichstätter Domherrn Albrecht von Eyb hat Herrmann in der 
Germania 33,499 veröffentlicht, der andere findet sich, von 
Hartmann Schedels Hand geschrieben, in clm. 504, Bl. 1. In 
lateinischen Yersen an den Bischof Johann von Eichstätt ge- 
richtet, fordert die Epistel diesen zur Friedens Vermittlung auf; 



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— CXVIIl — 

der Brief wird darnach in die Zeit kurz vor oder nach 1460 
gesetzt. Am Schluss nennt sich der Verfasser: Andreas Ba- 
varus secretarius ducalis. „Trotz eingehender Nachforschungen 
in den k. bayerischen Archiven^' konnte Herrmann keine Per- 
sönlichkeit jenes Namens ermitteln. Herrmann bezeichnete es 
als naheliegend, dass man an Andreas von Begensburg denken 
könnte, aber schliesslich glaubte er doch nicht an die Identität 
unseres Chronisten mit dem Andreas Bavarus. und dies 
Besultat seiner Untersuchung ist sicher richtig. Nur in einem 
Punkt seiner Forschungen muss ich widersprechen: er machte 
darauf aufmerksam, dass ein urkundlicher Beweis vorhanden 
sei, wonach der Chronist Andreas noch 1450 am Leben war. 
In einer Urkunde des Klosters Schönthal (M. Boic. 26, 61) vom 
G. Aug. 1450 erscheint: Andreas Predicator Cenobii firatnun 
Augustinensium Batispone, als Yidimuszeuge. Dazu sagt 
Herrmann: „Es ist doch mindestens sehr wahrscheinlich, dass 
dieser Andreas der Geschichtschreiber ist: wir müssten sonst 
annehmen, dass das gleiche Kloster zur gleichen Zeit zwei 
Brüder namens Andreas besass, die durch ihre Bildung eine 
hervorragende Stellung einnahmen'^ Dabei übersieht Herrmann, 
dass Begensburg ausser dem Stifte der regulierten Chorherm 
vom h. Augustinus zu St Mang, dem der Chronist Andreas an- 
gehörte, noch ein anderes Augustinerkloster, das der Augostiner- 
eremiten, besass. Und auf einen Angehörigen dieses Klosters 
passt die Titulatur in jener Urkunde weit eher als auf einen 
Augustinerchorherm, dessen Kloster in einer offiziellen Urkunde 
nicht mit cenobium fratrum Augustinensium, sondern canoni- 
corum regularium ordinis S. Augustini bezeichnet worden wäre. 
Nennt sich doch auch der Chronist Andreas überall da, wo er 
von seiner Zugehörigkeit zum Orden des h. Augustinus spricht, 
canonicus. Es ist also höchstwahrscheinlich, dass der 1450 
vorkommende Prediger Andreas dem Begensburger Kloster der 
Augustinereremiten angehörte. Von dem Chronisten Andreas 
aber gilt, was ich oben 8. XII gesagt habe. Die — übrigens 
ziemlich unwichtige — Frage nach der Persönlichkeit des 
Andreas Bavarus bleibt offen. Aber sicherlich kann auch nach 
meinen Forschungen von einer Identität jenes Mannes mit 
Andreas von Begensburg durchaus nicht die Bede sein. 



-o-e«o- 



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Verzeichnis der abgekürzt eitierten Werke 
und sonstiger Abkürzungen. 



A D B. = Allgemeine Deutsche Bio- 
graphie. 

Altmann, Bee. = Regesta im- 
perii XI: Altmann, Die Ur- 
kunden Kaiser Sigmunds. Bd. 1 
(1410—1424). Bd. 2 (1424—1437). 
Innsbruck 1896—1900. 

Archiv = Archiv der Gk«ellschaft 
für ältere deutsche Greschichts- 
kunde. 

Bezold = Bezold, König Sigmund 
und die Reichskriege gegen die 
Husiten. 3 Abteilungen. München 
1872. 1875. 1877. 

d'Achery = d'Achery, Veterum 
Scriptorum Spicilegium. 

Döllinger =. DöUinger, Beitrage 
zur politischen, kirchlichen und 
dulturgeschichte der sechs letzten 
Jahrhunderte. Bd. 2 : Materialien 
z. Gesch. d. 15. u. 16. Jhs. Regens- 
burg 1863. 

Eccard = Eccard, Corpus histori- 
cum medii aevi. 2 Bde. Lipsiae 
1723. 

Finke, Acta = Finke, Acta CJon- 
ciliiConstanciensis. Bd.l. Münster 
i. W. 1896. 

Finke, Forschungen = Finke, 
Forschungen und Quellen zur Oe- 
schichte des Konstanzer Konzils. 
Paderborn 1889. 

Forschungen = Forschungen 
zur Deutschen Greschichte. 

Fr eh er = Andreae presbvteri 
Ratisponensis Chronicon de duci- 
bus Bavariae ed. Freher. Amberg 
1602. 

Freyberg = Freyberg, Sanmilung 
lustoriscner Schriften und Ur- 
kunden. 5 Bde. Stuttgart u. 
Tübingen 1827—1836. 



Gemeiner = (jremeiner, Regens- 
burgische Chronik. Bd. 1—3. 
R^ensburg 1800. 1803. 1821. 

Gerson = Gerson, Opera omnia 
ed. Dupin. 

Graesse = Jacobi a Voragine Le- 

fenda aurea reo. Graesse. Ed. 2. 
apsiae 1850. 

Haeutle = Haeutle, Genealogie 
des erlauchten Stammhauses 
Wittelfibach. München 1870. 

Harduin =. Harduin, Acta Con- 
ciliorum. 

He feie = Hefele, Concilienge- 
schichte. Bd. 7. Freiburg i. B. 
1869/74. Bd. 6. 2. Aufl. bes. v. 
Knoepfler. 1890. 

Höfler = Höfler, Geschicht- 
schreiber der husitischen Be- 
wegung in Böhmen. Teil 1—3. 
In Fontes rerum Austriacarum, 
Abt. 1, Bd. 2 (1856). 6 (1865). 
7 (1866). 

J a n n e r = Janner, Greschichte der 
Bischöfe von Regensburg. 3 Bde. 
Regensburg 1883—1886. 

Mansi = Mansi, Sacrorum Con- 
ciliorum Nova et Amplissima 
Collectio. 

MB. = Monumenta Boica. 

MG. = Monumenta Germaniae 
historica. 

NA. = Neues Archiv der Gresell- 
schaft für ältere deutsche Ge- 
schichtskimde. 

Oefele = Andreas Felix Oefele, 
Rerum BoicarumScriptores. 2Bde. 
Augsburg 1763. 

Palacky = Palacky , Urkundliche 
Beiträge zur G&schichte des Hu- 
fiitenkrieges vom Jahre 1419 an. 
2 Bde. Prag 1873. 



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Qoo^(^ 



- cxx - 



Palacky, Documenta=Palacky, 

Documenta Mag. Joannis Hus 

vitam . . . illustrantia. Prag 1869. 
Pastor = Pastor, Geschichte der 

Päpste. Bd. 1. 3. und 4. Aufl. 

Freiburg i. B. 1901. 
Pez, Thes. = Pez, Thesaurus 

Anecdotorum Novissimus. 
Baynaldus = Raynaldus Annales 

ecclesiastici. 
Beg. siehe Altmann, Reg. 
Reg. Bo ic. = Regesta sive Rerum 

Boicarum Autographa. 
R i e d = Ried, Codex chronologico- 

diplomaticuB episcopatus Ratis- 

bonensifi. 2 Bde. Regensburg 1816. 
Riezler = Riezler, Geschichte 

Baiems. Bd. 1—3. Gotha 1878. 

1880. 1889. 
RTA. = Deutsche Reichstagsakten. 
Schm. = Schmeller, Bayerisches 

Wörterbuch. 2. Ausg. bearb. v. 

Frommann. 2 Bde. München 

1872/7. 
Souchon (ohne Bandzahl) = 

Souchon, Die Papstwahlen von 

Bonifaz VIII. bis Urban VI. und 

die Entstehung des Schismas 1378. 

Braunschweig 1888. 
Souchon 1. 2. = Bouchon, Die 

Papstwahlen in der Zeit des 



grossen Schismas. 2 Bde. Bratm- 
schweig 1898. 1899. 

SS. = Scripiores. 

V. d. Hajdt = von der Hanlt, 
Constantiense Concihum. 

VO. = Verhandlungen des hi^xo- 
rischen Vereins von Oberpfak und 
Regensburg. 

Walderdorff = Graf v. Walder- 
dorff , Regensburg in seiner Ver- 
gangenheit und Gegenwart. 4. A. 
Re^sburg 1896. 

Windecke = Eberhart Windeckes 
Denkwürdigkeiten zur Gcechichte 
des Zeitalters Kaiser Si^mund^. 
Hsg. V. Altniann. Berlin 1893. 

Würdinger = Würdinger, Kriegs- 
geschichte von Bayern. Bd. 1. 
München 1868. 



A. Chr. (Allgemeine Chronik) oder 
Chr. g. (Chronicon generale) = 
Chronica pontificum et imp«%- 
torum Romanorum. 

B. Chr. (Bayerische Chronik) oder 
Chr. b. = Chronica de principi- 
bus terrae Bavarorum. 

add. = addidit, addideruot 

corr. = correxit. 

om. = omisit, omiserunt 



Druck von J. P. Himmer in Augsburg. 



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Chronica 
pontifieum et imperatorum Romanorum. 



Quellen and Eroerterongen N. F. I. 1 

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Dominus n oster Jesus Christus unigenitus dei filius, 
quando venit plenitudo temporis, missus est ab arce patris 
natus orbis conditor atque ventre virginali caro factus prodiit 
deditque secundum ordinatissimam distribucionem temporis 

5 maiora precepta populo, quem caritate iam liberare convenerat, 
instruxit exemplis, docuit verbis, precipue sanctos apostolos. 
Et quamvis in omnem terram et in fines orbis terre sonus 
predicacionis sanctorum apostolorum exierit, tamen, ut ad noti- 
ciam nostram clarius pervenirent, verba sue saluberrime doctrine 

10 nobis per sanctos ewangelistas et doctores in scripturis enarravit 
Proinde ego frater Andreas litteratorum humiliumque minimus, 
professus monasterii S. Magni confessoris in preurbio Eatispone, 
ordinis B. Augustini canonicoram regularium, considerans et 
mente revolvens, quia memorie digna litteris sunt mandanda, 

15 presertim quia nos materiales homines aliorum "vita magi- 
stramur et dirigimur — nam malorum hominum casibus ad 
fugam terremur viciorum et hominum bonorum exemplis tam- 
quam quibusdam speculis tersis et politis ad sectandum mores 
f elices feliciter excitamur — , ideo ea,que temporibus meis et precipue 

20 in concilio Constanciensi acta sunt, scDicet ab anno domini 1405., ^ j{'^^^ 
quo in ebdomada penthecostes in Eystavia ordinatus sum pres- 
biter, ut ad maiorem noticiam perveniant et ad meam potissime 
utilitatem quamvis ignoranter, tamen affectanter conscribere 
curavi. Preterea quia non est bonum, quod non pulchrius 

25 elucescat, si plurimorum noticia fuerit conprobatum, et bonum, 
quanto communius, tanto divinius, cronicas antiquorum usque 
ad tempora Johannis XXII. et Ludwici IV. imperatoris Roma- 
norum et Bavarie ducis exfloravi, cetera vero quedam ex diversis 
coUegi, quedam, sicut ex relacione virorum fide dignorum accepi, 

30 usque ad tempora Martini pape V. et Sigismundi regis 
Bomanorum fideliter conscripsi et fidelius iuxta ingenii mei 
parvitat^m in hanc formam redegi. Et ab ipsa sapiencia, que 
est Christus, attingens a fine usque ad finem fortiter et disponens 
omnia suaviter cepi ordiri hoc ordine, ut tempus nativitatis 

35 summi pontifids et regis Jesu Christi ac deinde Bomanos 

1* 



Juni 7.— 13. 



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— 4 — 

pontifices in columpna* prima et Bomanos imperatores coo- 
temporaneos, ut clarius elucescant, ad modum figure scolastice 
hystorie ex opposito in columpna ^ altera in circulis rubeis * 
describam, eos vero pontifices, qui in numero pontificum Boma- 
norum non ponuntur, preter Linum et Cletum in circulis nigris, & 
similiter^ imperatores, qui in numero imperatorum non ponuntur, 
in circulis nigris et aliquando non geminatis causa discrecionis 
ponendo, tempora sanctorum et virorum illustrium ac cetera 
quedam digna memoria ad modum rivulorum secus alv^eum 
decurrencium annotando. Fateor tamen cum Johanne Andree 10 
in Jeronimiano» libro 4. in prohemio, quod exflorare libros, 
licet Sit utile, non tamen subtile. Scio namque ex preferen- 
dorum vel referendorum omissione facile me posse reprehendL 
Sed gaudeo, quia, sicut adversarius veritatis® vinci non potero, 
ergo semper sicut discipulus benivole edoceri desidero. Noverit 15 
ergo lector, quod mee mentis intencio est nomina pontificum 
et imperatorum Eomanorum ac ceterorum simpliciter, ut in 
cronicis invoni, describere, non singulorum opiniones ac di- 
versitates determiaare. Cum enim proprio mentis cogitacionem 
sermo non explicet et periculosum sit de alterius animo 20 
iudicare, quanto magis periculosius est, singulorum doc- 
torum' ac verborum investigare ac proferre racionem. Ideo 
opus subsequens in nomine eins, qui est Alpha et 0, princi- 
pium et finis, dominus deus, aggrediens omnibus hoc opus pie 
visuris, audituris aut lecturis correccioni pieque memorie recom- 25 
mendo. De hystoricis autem varia dicentibus scribit Tsidorus 
ethimologiarum libro 15. capitulo 1. rubrica de civitatibus sie 
dicens: De auctoribus conditarum urbium pleromque dissensio invenitnr, 
adeo ut De urbis quidem Borne origo possit diligenter agnoscL Nam 
8alu8tiu8 dicit : Urbem Eomam, sicuti ego accepi, condidere atque habueie 30 
in inido Troiani et cum hiis Aborigines. Alii dicunt ab Euandro» secon- 
dnm quod Virgilius: 

Tunc rex Euandrus Bomane conditor ards, 
alii a Bomulo, ut Enuius: 

Huius nata anspiciis illa inclita Borna. 35 

Si igitnr tante dvitatis certa racio non apparet, non mimnii ai in 
aliaruni opinione dubitatur, unde nee hystoriooe nee commentatoies varia 
dicentes imperitis condempnare debemus, quia antiquitas ipaa creayit 
errores. Hec Ysidorus. 



» vel pagina klein übergeschrieben AI., im Text A 2., vor columpna 40 
im Text, aber durchstriche^i B 1. *> vel pagma klein übergesekrieben 
A 1., im Text A 2. B 1. « rubris B 1. ^ similiter — nigiis om. C 7. 
« om. A3. ^ doetonim eorr. dietonun B 1. ^ imperite B 1« 



1 Des berühmten Bechtsgclehrten Johannes Ändreae Werk Hierony- 
mianus divi Hieronymi vitae, mortis, prodigiorum, dictorum ae scr iptoru m 45 
exflorcUümes perstringens. Qedr. {Basel) 1514. Obige Stelle Bl. LVm. 



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— 5 — 

Incipit pagina pontificum. 

(Jesus GhriBtas nascitnr.) Anno a creacione mundi sive ab Adam^^. 
5199. secundum metram: 

Ante Jesum duo C minus uno milia quinque, 
5 ab nrbe condita 752., indiccione 3., anno 42. regni Octaviani Cesaris Augusti, 
anno regni Herodis 30. , universo orbe pacato nocte dominice diei Jesus Christus Mart. 
ex Maria yirgine in Betlehem Jude nascitur. Testimonium Josephi 
hystoriographi de Christo libro 18. iudaice antiquitatis: 
Fuit hüs temporibus Jesus sapiens vir, si tarnen virum eum nominare fas 

10 est. Erat enim mirabilium operum effector et doctor eorum, qui libenter 
audiunt, que vera sunt, et multos quidem Judeorum, multos eciam ex 
gentibus sibi coniunzit. Christus hie erat. Huno accusacione primorum 
nostre gentis Yirorum cum Pylatua in crucem agendum^^ decrevisset, non 
deseruerunt eum hü, qui ab^ inicio eum dilexerant.*^ Apparuit enim eis 

15 tercia die iterum yiyus, secundum quod divinitus inspirati prophete vel 
hec vel alia de eo innumera miracula futura esse predixerant.<^ Sed et 
in hodiemum diem Christianorum, qui ab ipso nuncupati sunt, et nomen 
perseverat et genus. Hec Josephus. 

Incipit pagina imperatbrum. 

20 Anno igitur ab urbe Boma condita 705. per Gaium Julium Bomanum 

inoepit imperium, qui regnavit annis 5. Hie Julius primus monaichaF^. 
Bomanorum inmediate ante Octayianum Augustum imperavit Bomanis 
et secundum Ugwicionem dictus est Cesar, quia extractus fuit de " Hug, 
oeso utero matris 7ei quia f ortiter aiios cedebat in prelio vel quia primo fecit 

25 sibi cesariem vel quia cum cesarie' fuit natus, vel a cesos dicitur, quod 
est elephas, quia in singulari certamine devicit elephantem. EtfuitCesar 
primus s imperator Bomanus, a quo quilibet imperator dictus est Cesar 
sicut et Augustus ab Augusto. Hec Ugwicio. In cronica^ satis 
autentica et antiqua, que habetur in monasterio dicto 

30 Prüf ning^ prope Batisponam ordinis S. Benedicti, sie 
legitur: Ductu illius Julii, qui et Cesar est dictus, 1192 milia hominum^A^. 
cesa sunt. Quadam tarnen die, quia insolencius^ contra conswetudinem 
Bomane libertatis agebat, senatu in curia congregato 23 cultris senatoriis 
confoesus est. Hec ibidem. 

35 (Octavianus. Beg. an. 56, vixit an. 80.) Anno a condicione urbis 

Borne 710. Octavianus Cesar nacione Bomanus, filius Actie sororis Julii 
Cesaris, regnare cepit regnavitque cum Antonio et Lepido annis 12^^, postea 
Bolus 44, qui sunt 56. Hie dictus est Octavianus a prima imposicione, Joe. 
Cesar a Julio Cesare, Augustus ab augmento reipublice, imperator a dig- 

40 nitatis honore. Qui ad diferenciam aiiorum regum primo fuit hoc nomine 

» id est ducendum kkin übergesehrieben A 1. 5., im Text vor 
agendum eingeklammert B 1. ^ eum ab inico A. ^ dilexerunt B 1. 
^ predixerunt A 5., predixerat C. ® ex C. ' id est coma capitis 
klein iibergesekrieben A 1., im Teod A 2., coma vel capitis cesarie B 1. 
45 « prius B 1. C. 2. J» Prufing A 5. Prusing B 1. Prufning C 2. 
Piüfing A 3. C 6. * id est süperbe vel fortiter klein übergeschrieben 
AI., süperbe vel fatue im Text eingeklammert vor insolencius B 1. 

^ Ekkehards von Aura WeUchroniL 

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— 6 — 

Flor, insignitns.* Hie Virgilium Flaccnmqae poetas dilezit et liberalibns stadiig 
in tantum incubuit. ut nuUus quidem laberetur dies, quin legeret, scriberet 
yel dictaret. Leges Dovas protulit suo Domine correctas, auxit ornavitqiie 
Bomam multis edificiis isto glorians diclo: Urbem latericiam reperi, mar- 

Ekk. moream reünquo. Fuit mitis et gratua et civilis animi, toto corpore 5 
pulcher, sed maxime oculis, quorum acies clarissimoram sydenim modo 
vibrabat. A cuius facie dum quidam miles faciem averteret et inter- 
rogaretur ab eo, cur ita faceret, respondit : Quia f ulmen oculorum taoram 

Flor, ferre Don possum. Hudc cives Bomani non hominem, sed deum nominale 

Mart. volebant. Dicebant enim : Te volumus adorare, quia deus est in te. Si 10 

Flor, hoc non esset, non tibi omnia prospere succederent. Sed ipse mortalem 
se intelligens Sibillam yocavit pro consilio. Que orans in palacio vidit 
in celo circulum aureum, in quo virgo pulcberrima baiulavit filium puldi- 

Mart. riorem. Cum autem imperator ad hanc visionem plurimum ammiraretur, 
Joe. audivit yocem dicentem: Hec est ara oeli.^ Intelligens ergo imx)eratory 15 
quod hie puer maior eo esset, ei thura obtulit et deus vocari de cetero 

Flor, recusayit. Hoc autem palacium in honore S. Marie dedicatum est et 
usque hodie dicitur S. Maria ara celi. Denique vir iste erga cives clemen- 
tissimus et in amicos extitit fidissimus. Nee tarnen hie tantus vir vicio 
caruit. Fuit enim paululum impaciens, leviter iracundus, occulte invidus, 20 
palam factio8U8^ dominandi supra modum cupidus, alee lusor studiosos 

JfaW. et libidini serviens inter 12 catamitos totidemque puellas accubare solitus 

Ekk. erat. Cumque esset luxuiie serviens, erat tamen eiusdem vidi sevissimus 
ultor more hominum quorundam, qui in ulciscendis viciis, quibus ipsi 
vehementer indulgent, accrescunt. Nam poetam Ovidium, qui et Naso, 25 
pro eo quod tres libroe artis amatorie scripserat, irrevocabili dampnavit 

Flor, exilio. Hunc mortuum senatus multis modis censuit honorandumdicens: 
Utinam aut non nasceretur aut natus non moreretur. Huius anno 27. 
Quintilius Yarus cum tribus legionibus, id est 20 milibus Bomanorum 
militum, a Germanis rebellantibus radicitus est deletus. Quam cladem 30 
Augustus adeo graviter tulit, ut sepe caput parieti per vim doloris collidens 
clamaret: Quintüi VarCi legiones redde. ' In cuius victorie^ Signum 

* Ugwicio: factiosus, id est fictiosus, qui fingit se faoere, ut 
prosit, facit tamen, ut noceat. Idem: catamitus quidam puer sodomita 
mit et ponitur pro quolibet am liand A 1. B 1. 35 

* id est nobilitatus klein übergeschrieben A 1., im Iket A 2., 
nobilitatns vel insignitus im Text B 1. ^ dei A 2. 

^ Die auf die sogenannten Excerpta ex gaMiea historia sich gründende 
Sage von einer Römersclüacht bei Äicgsburg und die dabei vorkommenden 
Nachrichten über die Göttin Zisa (Cixa) sind besonders eitigehend unter- 40 
sucJit bei Jakob Grimm, Deutsche Mythologie 1 *, 242 ff, (vgl. auch Zeitsehr. 
f. dt. Altert. 8, 587. 10, 201. Sch'Onbach, Studien %. Gesch. d. aÜdt, 
Predigt, 2. Stück, S. in Sitximgsbcr. d. kais. Akad. d. Wiss. Wien, 
Phil.'Hist. GL Bd. 142), dami von G. G. Mex{/er, Über die Sage von einer 
Sueven- und Römerschlacht bey Augsburg, im 3. Jahresbericht d. Hist. 45 
Ver. im Gberdonaukreise 1837, S. 35 (die in Aussicht gestellte Fortsetxung 
ist nie erschienen), jedoch ohne dass die obigen xur Sagengeschichte nicht 
unwichtigen Angaben des Andreas verwertet sind. Auch in der übrigen 
lAtteratur, die in Weilands Vorrede xu seiner Ausgabe des Eoccerptum ex 
gaüica historia SS. 23, 385 a/ngeführt ist, und in letxterer selbst blieben sie 50 
unbeachtet. 



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— 7 - 

adhuc apnd Augastam metropolim Becie in loco, qui 
dicitur Perleich nomen sortitus a re quasi perdens 
legionem, grandis acervus in modum montis plenus cada- 
veribuB prostratorum Bomanorum demonetratur.^ Contra 
5 quos rursusDrusus privignus Octaviani Augusti mittitur. 
Qui gravissimo bello cum Germanie habito ipsos quoque 
Romano subiecit imperio et nobiles Germanie urbesMogun- 
ciam et Augustam mutato nomine instauravit. Augusta 
namque tribus nominibus invenitur appellata. Yocabatur 
10 namque Cycza ab ydolo Veneris nomine Cycza de Cypro 
insula illuc translato, quod in eadem urbe in loco, qui 
adhuc dicitur Cyczzenberga, ob reverenciam Veneris pro 
dea colebatur. Unde beatissima martir Affra^ quondam 
Veneris cultrix precipua de Cypro insula cognoscitur ori- 
15 unda. Alio autem nomine Vindelica aduobus fluviis ipsam 
preterf luentibus, scilicet Vinda et Lico, nominatur, unde 
et gentes inter eosdem f luvios habitantes Vindelici quando- 
que Yocabantur. Tercium nomen ei^ Drusus, ut supra 
dictum est, ob honorem Augusti patris sui Augusta impo- 
20 SU it. Huius temporibus Bome sapientes erant insignes Virgilius, Hora-^^ArA*. 
ciuB Flaccus, Livius, Salustius, Ovidius, Hortensiusc, Athenodorus, 
Tharseus etc. 

(Christus patitnr.) Jesus Christus dominus n oster anno incama- 
cionis sue 33. regnante Tyberio sub Poncio Pylato crucifigitur et die ^ 
25 tercia resurgit. 

(Tyberius I. Beg. an. 23.) Anno dominice incarnacionis 16. Tybe- 
rius, Libie filius, Augusti privignus, mox gener, postremo adopcione 
filius, regnare cepit regnavitque annis 23. Hie repentinis responsionibus ^ 
melior fuit quam premeditatis. Denique delatum a patribus honorem 
30 principatus, quem quidem astu perceperat, finxit se abnuere, quid singuli 
dicerent aut sentirent, atrociter explorans. Que res bonos quosque pessun- 
dedit. Estimantes enim eum ex animo declinare magnitudinem imperiaiis 
molestie dum sentencias suas ad eins voluntatem, ut sibi videbatur, 
promunt, postrema exicia inciderunt. Hie primo aliquamdiu cum mode- Flor. 
35 stia' reipublice prefuit presidibus proviuciarum sie scribens: Tributa 
nnllatenus augeatis. Boni pastoris officium est pecus tondere, non 
excoriare. Sed paulatim mutabatur in peius. Nam ante sumptum Im- 
perium prudens ingenio, clarus eloquio, fortunatus fuit in bello. Sed 
postea resolutis milicie artibus nulla per se bella gerens populum Borna- 
40 nom graviter afflixit Filios suos Drusum et Germanicum veneno inter- ^^^ 
fecit, prefectum suum nova molientem occidit et ex 20 patricüs, quos 
sibi causa consilii elegit, vix duos incolumes reliquit, ceteros diversis 

• Cycznberkch A 5. Cyczenberg C 1. 2. Citzenperg C 6. ^ ei 

nomen C. « Nortensius A. C. Nortensius corr. Hortensius B 1. 

45 d tercia die C. « responsibus C. ^ molestia A 5. C. corr. modestia C 6. 

» Äehnlieh Otto von Freising Chron. 3,3 (SS. 20, 173) und Burchard 
von ürsperg {SS. 23, 356). 

^ Quelle vielleicht des Priors Ädilbert von St. Ulrich xu Augsburg 
Prolog (13. Jh.) %ur Passio S. Afrae; vollständig gedr. nur in: Oloriosorum 
50 Christi eonfessorum Udalrici et Symjterti necnon B. martyris Aphrae 
kistoriae. Augsburg 1516. 



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Qoo^(^ 



— 8 -- 

causis necavit. Qualiter Tyberiua Volusianum ad Pylatum pro Jeeu 
medico adducendo miserit et ipse Tyberius a Veronica ab infiimiUUe 
gravi curatus fuerit et fidem recipi a Komanis assenserit, require in 
novo passionali^ de passione domini et de S. Johanne ante 
portam latinam. 5 

Anno effusionis sangwinis Christi pro saiute generia 
humani Ratispona metropolis Bavarie a Tyberio conditar 
etTyburnia»* vel, ut quldam dicunt, Tyberina^ nominatur. 
Ubi advertendum, sicut colligitur ex cronica magistri 
Oonradi de Monte puellarum canonici Katisponensis 1<> 
ecciesie, qui fioruit tempore Karoli IV. sereniasimi Roma- 
' norum imperatoris et Bohemie . regis, quod quatuor sunt 
civitates' libertatibus Romanorum principum singulariter 
pre aliis civitatibuB Christiane religionisdotate liberaliter 
et exempte, sie quod non recognoscunt sibi dominosneque 15 
uUi homini serviunt aut subsunt nisi apostolice auctoritati 
et imperatorie maiestati. Quarum prima est Roma sita 
iuxta fluvium, qui Tyberis dicitur, s ecunda est Treverie 
Sita iuxta fluvium, qui Mosola^^ nominatur, in qua corpus 
S. Mathie apostoii requiescit, tercia est Oolonia iuxta 30 
fluyium Reni situata, quarta civitas est nostra Ratispona 
in provincia Havarie iuxta flumen, quod Danubius nun- 
cupatur, fundata et corporibus sanctorum tamquam mar- 
garitis candidissimis ornata.<^ 

Versus:* 25 

Gaude, Ratispona, super excellencia dona. 
Concludis duo bis in te gratissima nobis 
Corpora sanctorum. Sacer est Dyonisius horum 
In numero primus, Emmerammua laude nee imus, 
Wolfgangus, Erhardus, neuter medicamine tardus. 3<.> 
Quatuor istorum precibus necnon aliorum 
Hie contentorum ducamur ad astra polorum. 
Hec^ civitas Ratispona septinomia, id est Septem 
nomina habens, reperitur, quibus ipsa per cronicas claret 
in libertatibus et iuribus suis. Dicitur enim antiquitus 35 
Tiburnia a Tiberio Augusto, qui fündaverat eam. Et 
dicitur Quadrata, quoniam ex lapidibus quadratis muri 

• Tiburnia B 1. C. *> Tiberina B 1. C. ^ Molosa A 2. ^ ünde add. C. 

* Jacobus a Voragine rec. Oraesse S. 223 u. 311, 

• Zu dem Glauben, dass Regensburg einmal Tiburnia geheissen hctbcy 40 
mag wohl eine Stelle in des Eugijppius Vita Severini eap. 21 {ed. Mommsen 

S. 31) verleitet habefi, in der von Tiburnia, quae est metropolis Norici, die 
Bede ist. Tiburnia lag aber an der Drau, Regensburg in Rätien. 

^ Megenberg hat die Theorie von den vier besonders begnadeten 
Städten des Reichs offenbar den Oesta Karoli Magni der Regensbttrger 45 
Schottenlegende entnommen. Vgl. die Ausgabe der letxteren von LHirrwäehter 
S. 145 und dessen Ausführungen das. über die sog. Quatemionentheorie, 

* Ob auch diese Verse aus Konrads von Megenberg Chronik stammen^ 
ist zweifelhaft, vielleicht aber der weitere Abschnitt über die 7 Naman 
Regensburgs. Vgl, Einleitung. Die Verse auch NA. 8, 369 und Acta 50 
SS. Nov. Tom. 2, 532. 

' Zu dem folgenden Abschnitt über die Namen Regensburgs vgl. 
Wcdderdorff* S. 7—11, Schmeller 2, 71. 



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Qoo^(^ 



eius a principio fandati fuerant vel quia non orbicularem, 
sed quadratam habebat figuram in ambitu seu circum- 
ferencia murorum ipsius, sicut hodie cernitur in reliquiis 
murorum veterum apparentibus in ea. Dicitur tercioRatis- 

5 pona, quia, cum excrevisaet honoribus et diviciis, merci- 
monia ibi confluebant quam plurima et undecunque navi- 
bus seu ratibus affere.bantur, rates huiusmodi ibidem in 
porticu deponebantur, vel ideo, quia, priusquam pons ibi 
super Danubio fieret, rates crebro propter multitudinem 

10 negociorum frequentabantur transitu et accessu, vel quia 
Karoius Magnus, cum debellaturus esset populum eiusdem 
civitatis, rates ibidem super Danubio fluvio propter exer- 
citus 8U0S transituros crebra.congerie cumulabat, vel ideo 
Batispona hodie dicitur, quia rate, id est firmiter, posita 

15 est et firmis edificiis roborata. Quarto dicitur Hyatos- 
polis, quod quidam dicunt Hyaspolis, cuius interpreta- 
cionem esse* puto, quia olim lon^e rudior erat lingwa 
incolarum eiusdem civitatis, sicut hodie auditur in lingwa 
rusticorum per rura circumflua, qui ore multum hyante 

20 proferunt verba sua, unde hyatores merito dicuntur quasi 
hyantes ore. Inde Hyatospolis^ dicta est quasi hyancium 
ore poiis, id est civitas, vel dicitur Hyatospolis quasi 
hyancium aquarum civitas. In latere namque ipsius aqui- 
lonari tres f luvii grandes et hyantes confluunt, videlicet 

25 Danubius, Naba et Ymber. Dicitur quinto Germanis- 
haim^ a quodam Germano vel Germanico nomine, qui olim 
eidem prefuit civitati vela Germanispopulis, quiconfluere 
ibidem multipliciter solebant. Sezto dicitur Beginopolis, 
quia reges et principes Komani olim in hac civitate cele-. 

30 brabant sue regle et imperatorie maiestatis sollemp- 
nitates, condebant et publicabant ibi leges et publice 
rei utilitates, unde hodie principum et prelatorum eccle- 
siasticorum et temporalium curtes et area domua regle 
intercluduntur muris civitatis eiusdem. Septimo dicitur 

35 Ymbripolis, quod nomen hodie habet communiter et non 
aliud in lingwa theutonica. Et dicitur Ymbripolis ab 
Ymbre fluvio, qui ad latus septentrionale dicte civitatis in 
sinumDanubii fluit statim nomen proprium amittens, cum 
pars Sit facta Danubiana. Sic enim placuit nominis im- 

40 positori. Et ut aliqui referunt, in fimbriis predicti con- 
fluzus olim incepta fuit eiusdem civitatis fundacio; igitu^ 
sie nominata est. Sed m^turiore consilio ultra Danubium 
translata est ad litus Danubii australe sive meridianum. 
Ysidorus ethymologiarum libro 16. capitulo 15. <* rubrica de 

45 vitro: Ferunt sub Tyberio cesare quendam artificem excogitasse "vitri Jsid, 
temperamentum, ut flexibile esset et ductile ^ 

i » puto esse C. ^ Hyataspolis C. ^ Germanshaym 0. ^ cap. 15. om. C. 

^ Die folgenden Abschnitte des Öhr, g. sind meist wertlose Compi- 

UUlon aus den von utis in der Einleitung bezeichneten Quellen. Für sie 

50 sei auf die alten Ausgaben verwiesen. Nur wenige Abschnitte sind, hat4pt- 

sächlich wegeti ihres Ztisanimenhangs mit dem Chr, b , hier abxiidrucken. 



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Qoo^(^ 



— 10 — 

Jam* nunc et deinde apud nomina sive circnlos 
Bomanorum pontificum sicut et Komanorum imperatoram 
duplex numerus signabitur, prior scriptus cum nigro an- 
num domini, quo talis pontif ex cepit presidere, representat, 

alter vero scriptus cum rubrica ordinem designat 5 

Mart. (178. 12. Eleutherius. Sed. an. 13.) Hie Eleutherius accepit 

epistolam a Lucio rege brittauDico, ut Cfaristianus per eiua mandatum fieret 
Cui papa misit duos vires religiosos, videiicet Fugarium et Damianumb, 
qui regem predictum baptizaverunt et populum. Erant tunc in Brittannia 
28 pontifices ydolorum, quos flamines vocabant, inter quos tree archi- 10 
flamines erant. Sed predicti sancti de mandato apostolici, ubi erant 
flamines, instituerunt episcopos, ubi archiflamines, archiepisoopoB. Ipse 
vero rex spretis omnibus mundialibus rebus, sicut iegitur<^ in marti- 
rologio nostro ad S. Magnum, nudus et expeditus per^inacione 
Flor, susöepta partem Bavarorum et totam Beciam inier Alpes sitam miracnlis 15 
et predicacionibus ad fidem Christi creditur convertisse. Et deinde, ut 
legitur in Fioribus temporum, episcopus ordinatus et tandem 
martirio coronatus in diocesi Guriensi sepultus est, ubi signis creberrimis ^ 

illustratur 

Wck. (427 44.. Theodosius ü. Eeg. an. 26.) .... Item Faiamimdus 20 
primus rex Francorum moritur, cui successit Clodius secundus ; hii ambo 
fuere gentiles. Huius Faramundi temporibus Franci leges habere cepe- 
runt, quas gentiles eorum consiliarii Wisogastaldus et Salegast feceront, 
a quo Salegast eciam lex salica inventa dicitur et nominata. Hee leges 
salice adhuc apud nos habentur et incipiunt: Si quis ad 25 
mallum legibus dominicis etc 

Licet intencionis mee principale propositum sitcroni- 

cas antiquorum exf lorare, libet tarnen sepius eciam bist oriis, 

Ekk.ut ad maiorem noticiam peryeniant, immorari. Igitur regnan- 

Mart, tibus Marciano in Oriente et Yalentiniano in occidente Attila rex Hunorum«, 30 

dum cum fratre suo Bela' regnum inter Pannoniam Daciamque gaber- 

naret, Belam? germanum suum regnique consortem peremit 

(476. 47. Zeno. Reg. an. 16.) .... Theodorici.* 

Jam^ nunc et deinde episcopos Batisponensis ecclesie 
in circulis nigris^ geminatis, sed non perf ectisMn^ medio 35 
pontificum et imperatorum Bomanorum describam. 

(Paulinus Batisponensis episcopus primus.) Excro- 
nica magistri Conradi de Monte puellarum^ canonici 
Batisponensis ecclesie: 

* Hunc volgares vocant Dyetreich von Fern, eo quod 40 
ingressus Italiam primo vicerit Veronam am Band A.C. (ohne 
von — Veronam) B 1. 

» Jam — designat om. A 5 Tiebst allen den betreffenden Ziffern, B 1. 
{Enthält die Ziffern). ^ Domianum C. Damnanum A 5. Damiarium 
A 7. c (xm, B 1. d celeberrimis A 5. C. ® id est Ungarorum 45 
Idein übergeschrieben A 1. B. 1. ' Bleda klein übergeschr. A 1. B 1. 
e vel Bledam Mein übergeschr. AI. ^ Hie iam et, om. nunc A 3. 
» viridibus A 5. ^ statt in — Bomanorum: in ordine pontificum de- 
scribam sive illud fuerit in principio vel medio aut fine eorum A 5. 

^ Die Kreise sind unten nicht geschlossen. 60 

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— 11 — 

Hucasque, scilicet ad tempora Gelasii^ P&pe, non 
lego aliqnem episcopum prefectum fuisse Ratisponensi 
civitati excepto primo, scilicet Paulino, qui sab Qelasio 
papa a S. Severino premonitus Batisponensi ecclesie presul 

5 est prefectus.^ Sed in^ quo loco civ tatis eiusdem tunc 
ecelesia kathedralis fundari ceperitb, non invenio scripturis 
insertum. Ex veteribus autem edifieiis probabiliter elici 
potest, qaod a principio in eo loco infra muros civitatis 
versus Danubium, ubi postea continuabatur citra litus 
IG eiusdem fluvii meridionale,^ videlicet structura pusilla 
fuerit incepta capelle<^ adinstar, que crescente fide katho- 
lica per fideles acceperat incrementum. Sunt autem 
huiusmodi structure sepius igne destructe et iterum refor- 
mate quousque nunc, quoniam anno domini 1152. ecclesiali52. 

15 kathedralis S. Petri, S. Marie veteris capelle, S. Johannis, 

inferioris monasterii et tota civitas igne perierunt* in di^Äprü 14. 
S.<^ Tyburcii et Valeriana Sic postea, videlicet anno 
domini 1273., iterum ecclesia kathedralis voragine ignis fuitl275. 
contrita^ et campane omnes liquefacte. Nunc autemdivina 

20 favente providencia in citeriore« loco versus austrum 
sollempnissima eiusdem ecclesie kathedralis inchoata est 
structura, j>ro magna parte consummata, cottidianum 
fidelium elemosinis et auxiliis' suscipiens incrementum, 
quam deus per suam misericordiam perficiat et statum 

25ip8iu8 emendet ex multitudine sue ineffabiiis pietatis- 
Fuit autem olim hec ecclesia consecrata in honores^ B. Ee- 
migii' episcopi et confessoris. Unde canonici dicte Ratis- 
ponensi s ecclesie confraternitatem habebant cumcanonicis 
ecclesie Bemensis, ubi predictus et beatissimus confessor 

30 quondam^ archiepiscopus miraculis fulgebat. Sed postea 
eodem mutato patrono' in honore sancte trinitatis ac 
beate virginis Marie et B. Petri^ principis apostolorum 
eadem ecclesia fuerat consecrata. Redeamus autem^, unde 
sermo de Paulino episcopo. Qui® quando decesserit aut 

35 quis ei immediate successerit vel si aliquis eidem^ subro- 
gatus fuerit™, incertum est. Habuit quidem Ratispona 

• om. A 5. ^ cepit A 5. « capella A3. ^ sanctorum A 3. 
« anteriore A3. ' subsidiis A3. » honorem B 1. ^ om. A 5. 
* cw». A. k ergo C. i ei B 1. ™ om, \ 3. 

40 1 492^496. 

* So herichten auch die Annales Eatisponenses %um Jahr 483 (SS. 
17 j 5 79) wohl infolge irrtümlicher Annahme, dass das bei Eiujippius, Vita 
Severini c. 21 genannte Tilrwmia, als dessen Bischof dort ein Patdinus 
erwähnt ist, Regensburg sei. Vgl. oben S, 8, Anm. 2, 

45 ^ Aelmlich Megenberg im Tract. de lim. p, R. cap, 7, 

* Vgl, Janner 2, 107 und unten unter Papst Eugen III. 
^ Janner 2, 525, 

• Vgl, Janner 2, 539, Anm, 3. NicfU erst Hochwart erxöMt von 
der Aenderung des Kirchenpatrons. 

50 ' Vgl, Megenberg im Tract. de. lim, p, R, cap, 7. 

^ Die beiden nächsten Sätxe ähnlich in Megenbergs Tract. de lim, 
p. R. cap. 2, 



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— 12 — 

postmodum episcopos, sed posteTornm memorie non sant 
commendati, qnoniam aut heretici aut adventicii fnernnt, 
sicut referunt quidam. Sed ut notabiles* et approbatos 
ibidem episcopOB inyeniamnsy reverti congruit ad cronicas 
Bummorum pontificum et imperatoram Bomanorum, abi 5 
dimisimuB prius. Hec omnia magiBter^ Oonradus .... 
Mart, (515. 53. JohanneB I. Sed. an. 2.) JohaxmeB iste nacione fuit Tnaciu. 

Hanc quidam^ Bcribant missam a Theodorico, qui regnnm 
tenebat occidentiB, ad Justinum, qui regnum tenebat ori- 
entis. Sed hoc quidam' intelligunt de Johanne IL huiuslO 
nomin i 8. Huius tempore Fianda ad fidem Christi conversa est .... 
Eerm, (522. 55. BonifaciuB II. Sed. an. 2.) .... Hie, ut habetur in 

cronica Herimanni, que est Batispone ad S. Emmerammum, 
Vigilium dyaconum poet se papam eligi in sinodo sub drographo decreTit. 

Quod tamen poetea 15 

Herrn, (524. 56. Johannes II. Sed. an. 2.) Johannes, qui et Meicnrius, 

Mirt Ekk, nacione Bomanus dampnayit Athemium Arrianum hereticum. Hie deoes- 

Sit 5. Eal. Junii. Hie secundum cronicam antiquam, caius 

mencionem feci in principio' huius operis, quam eciam pro 

maxima parte sum secutus et presertim in annis ab incar- 20 

Ekk, nacione domini, fuit missus a Theoderico rege €k)thorum Constanti- 
nopolim ad Justinum imperatoram, sicut in pagina imperatorum 
habetur. Sed secundum cronicas Herimanni, Martini, 
Fiores temporum, magistri Conradi de Monte puellarum et 
aliam^ satis autenticam de ordine Bomanorum pontificum 25 

et imperatorum dicitur fuisse Johannes I 

(581. 63. Pelagius IL Sed. an. 10 men. 2). Anno' domini 582., 
qui CBt secundus, quo Hildebertus rex Francorum oepit regnaie, S. 
Budpertus Wormaciensis habebatur episcopus. Qui ab infidelibus, qui 
erant in provincia Wormacensi, eiectus venit in Bavariam, ubi Theodonem 30 
gentis eiusdem ducem temporibus Heraclii imperatoris in civitate Batis- 

pona baptizavit et postea sedem Salczpurgensem fundavit 

(583. 53. Mauricius. Beg. an. 21.) Quoniam in legen da 
S. Magni confessoris, patroni nostri, mencio fit Theode- 
berti et Theoderici regum Francie et Agilolfi regis Longo- 35 
bardorum, qui Ulis temporibus regnaverunt, libet digre- 
diendo paululum ipsorum hystoriis immorari. 

Ekk, Igitur regnante Justiniano Bomanorum imperatore Clotharius rex 

Francorum moritur relinqaens filios quatuor, scilicet Heribertum, Guntia- 
mum, Hilpericum et Si^ibertum, qui inter se regnum diviserunt. Ek hiis 40 
Sigibertus Brunihildem puellam pulchram et ingenioeam, filiam regis 
Hispanie, accepit uxorem. Que quia Arriane legi subiecta erat, in nomine 
sancte trinitatis eam baptizari jubebat. Ex qua filium Hildebertum, 

• notabiliores A 5. ^ Conr. mag. A 5. 

* S, unten Z, 23. 45 
» Ekk, 

« S, oben S, 5, Z. 28. 

*• Unbekannt, doch kann sie wenig beniäxt sein, da die OompikUion 
atis den andern Quellen nahexu völlig bestimmt ist. 

' Zur Frage nach der Queüe des folgenden Abschnitts vgl, B, Sepp, 50 
Die Berechnungen des Todesjahres des hl. Rupert, im Oberh. Arek. 49, 419. 



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— 13 — 

cuias Bub Pelagio 11. mencio est facta,* snscipiebat. Hie igitur-SÄ*. 
Hildebertns cum regnaret annis 20, mortuus eet relinquens filios duos, 
senioTem nomine Theodebertnm ex concubina, iuniorem Theodericnm ex 
regina. Sed senior regnum patris accepit, scilicet Anstrasiam, iuniorem 
5 vero, scilicet Theodericnm, avia sua Bmnihildis direxit in regnum Gun- 

irammi regis, videlicet Burgundiam. Hü duo reges, scilicet Theode- c/l VUa S. 
bertuB et Theodericns, gesserunt simul pugnam, quam S. Magnus semota Magni,^ 
longa regione raptus in divina visione vidit pariterque magister suus 
Columbanns. Huius autem pugne, sicut in hystoria Fran- 

10 cornm" legitur, causa ita se habet. Bmnihildis subministrans J^i^. 
malum consilinm nepoti suo Theoderico dixit: Cur non requiris thesaurum 

et regnum patris tni de manu Tbeodeberti 

Poet hec odio nimio infecta pocionem Tenenatam per ministros 
suos* ei direxit, quam ille bibens mortuus est Tatiter refert historia 

15 Francorum.* Sed in vita S. Magni aliter legitur. übi vide, 
si place t. De hac autem controversia scrlptores videant. 

Mortuo autem Theodorico filius eins Sigibertus in regnum suocessit. 
Quem Lotharius filius Hilperici captum oocidit, eo quod fines regni, 
qni sue didoni debebantur, ipse Sigibertus conaretur anferre. Ocddit 

20 eciam quinque fratrea eins filios Theodorici, Brunihildem quoque captam VüaSMagni, 
ligatamque indomitorum equorum caudis, ut digna erat, vita priyavit. 
Post hec cum B. CJolumbanus, Gallus et Magnus aput lacnm Brigancium, 
qui tnnc Constandacensis^ Yocabatur, nunc autem Potamicus«^, 
Tolgaritur Podemse^, populo Christum predicarent, eiectus inde 

25 ob inyidiam S. 'Columbanns febricitantem Gallum ibidem reliquit dimisso 
cum illo 8. Magno sibi in solacium. Ipseque relicta Alemannia in Ita- 
liam Tonit, ubi ab Agilolfo rege Longobardorum et Xheodelinda regina, 
qne fnit filia Garibaldi regis Bavarorum, benigne susoeptus cenobium 
Bobiense constmxit Quomodo autem eyenerit, quod Agi- 

30 lolfus Theodelindam acceperit« in' uxorem, sie colligitur 
ex historia Longobardorum.^ Anno 12., postquam Albinus lexEkk. 
Longobardorum, cuius sub Justino minore facta est mencio, 
obiit, Longobardi sibi quendam nomine Authari regem oonstitoernnt. 
Hoc in tempore Mauridus Imperator 50 milia solidorum misit Hildeberto 
35 r^ Francornm, nt de Italia Longobardos expelleret. Quo ^veniente cum 
magno exerdtu Longobardi civitates suas intraverunt et xenia Hildeberto 
regi miseront paeemque cum eo fecerunt. Qui reversus est in Galliam. 
Quod audiens Mauridus solides, quos d pro dissipadone Longobard(»iim 
dedit, repetere eepit. Sed ille in virtnte sua confidens nuUum ei respon- 
40 sum dedit. Post hec misit Authaii rex Longobardorum legatos suos ad 
Garibaldum regem Babarorum petens filiam suam uxorem. Qui bene 
l^atOB suscepit et filiam suam nomine Theodelindam ei promisit. Quod 

* om. C. ^ Constandensis C. ^ Potamus A 3. Potanieus 
C 6. ^ Podenisehe A 3. Podemsee A 5. C 1. 2. Podensee C 6. 

45 • aocepit A 2. 5. C. ' om. C. 

* Oben S. 12, Z. 28. 

' Atta Sanetonm, 8q>t Tom. 2, 738. 

' D<u hei88t in dem Abseknitt De origwie Frcmcorum bei Ekkehard. 

* Sofft Ekkehard tmd fährt dann fort : Sed in libro actuum Colum- 
50 bani legitur etc. 

^ Bei Ekkehard, 



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— 14 — 

Ehk. dum missi renunciarent Authari, ille cupiens videre sponsam suam elegtt 
secum paucos iuvenes fortissimos et unum fidelissimum quasi pro domino 
et cum summa festinacione perrexit in Bawariam. Cumque starent in 
conspectu Garibaldi regis et ille, qui quasi senior videbatur, dicta sua 
complesset, dixit Authari ad regem: Dominus mens Authari pro ista 5 
causa me misit, ut videam filiam vestram, dominam nostram, ut, qnalis 
Sit forma eius, possim domino meo vere nunciare. Qui statim fecit 
eam venire. Que cum piacuisset Authari, dixit ad regem: Si plaoet 
yestre potestati, de sua manu det nobis bibere, sicut et poethac debebit 
facere. Quod cum fieri rex iussisset, illa tollens calicem pienum mero 10 
dedit primum illi, qui senior videbatur, deinde porrigebat Authari ne- 
sciens, quis esset. Ipse vero, postquam bibit et calicem reddidit, nemine 
vidente digito eam tetigit et manum suam per faciem eins duxit. Qne 
yerecundans cum hoc nutrici sue indicaret, nutrix respondit: Si rex et 
sponsus tuus non esset, te nullo modo tangere presumpsisset. Sed 15 
taceamus, ne audiat<^ hoc pater tuus. Iste, qui talem habet personam, 
dignus est et imperium habere et te uxorem ducere. Erat enim Authari 
iuyenis pulcherrimus et boni Status. Post hec commeatum petentes a 
rege perrexerunt in patriam suam. Authari vero cum pervenisset*» prope 
fines Italic « nitantibus aliquibus Bawaris, appropinquavit arbori, 20 
que stabat iuxta viam, et erexit se super caballum, quantum potuit, et 
securim, quam portabat in manu, in ipsam arborem impegit ibique 
dimisit dicens: Taliter ferire solet Authari. Quo dicto intellexerant 
Bawari, quod ipse esset Authari. Post aliquantum tempus contnrbatus 
est rex Garibaldus de adventu Francorum, et Theodelindä filia eins cum 25 
fratre suo nomine Gundoaldo<^ fugit ad Italiam et mandavit sponso suo 
Authari, ut veniret obviam eis. Qui gavisus est et faciens magnam 
preparacionem perrexit in ^ campum, qui dicitur Sardis, super Veronam 
et suscepit eam cum gaudio. £rat autem et ibi inter alios Longobardos 
Agilolphus dux de civitate Taurinensi. Huic unus de pueris suis, ne- 30 
scitur, quo spiritu informatus, ait secrete: Illa® mulier, quam modo rex 
tulit uxorem, post non multum tua coniunx erit. Qui iratua ait: Si 
alia vice hoc dixeris, caput tuum absei ndam. Cui ille respondit : Verum 
est, quia caput meum abscindere poteris, sed et hoc verum est, quia 
ista femina ad hoc venit in istam patriam, ut uxor tua sit. Quod et 35 
postea factum est. Authari igitur, postquam regnasset annis 6, apud 
Tidnum veneno, ut dicunt, mortuus est. Eegina vero Theodelindä quia 
placebat Longobardis, dimiserunt eam regnare dicentes ei, ut, quemcnnque 
amaret virum, toUeret maritum, talem tamen, qui dignus esset regere 
regnum. Que habito consilio cum sapientibus eiegit sibi maritum ducem 40 
Agilolphum^, qui erat vir sapiens et bellator et per omnia aptus ad reg- 
nandum. Cui statim mandavit, ut veniret ad eam, ipsaque ad castellum, 
quod Laomellum vocatur, perrexit ei obviam. Qui cum inter se haberent 
colloquium, iussit regina afferri vinum bibensque ipsa prior dedit Agi- 
lolpho. Qui cum acciperet, honorabiliter manum eins osculatus est. 45 
Que subridens ait: Non debes manum meam osculari, quia rex et 
maritns meuB eris. Et sie eum amplexa est et manifestavit ei omnia, 
que per consilia sapientum de gubernacione regni et nupcüs suis oidi- 
nata essent. Inter hec fiunt nupcie cum leticia magna, et Agilolphus, 
qui erat cognatus regis Authari, cepit regnare congregatisque Longo- 50 

^ pater tuus hoc audiat B 1. ^ prope perven. B 1. « Gun- 
daldo B 1. ^ ad C. « ea B 1. f Agilolophum A 1. 3. 



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Qoo^(^ 



— 15 — 

bardis apud Mediolanain in regno coDfirmatur. Hiis diebas B. Gregorius Eide. 
papa dyalogum scripsit eumqae Theodelinde regine pro munere misit, qaia 
sciebat eam esse *• christianissimam et timentem deum. Per ipsam quippe 
molta bona in ecclesia dei facta sunt. Nam Longobardi cum adhuc 
5 gentilitatis tenerentur errore, prope omnes substancias ecclesiarum abs- 
tulemnt. Sed ista supplicando et ipsum regem ad catholicam fidem 
adduxit et multaü possessiones ecclesiis contolit. Episcopos quoque, qui 
antea nullum honorem habebant, ad propriam dignitatem restituit. 

Hoc tempore ordinatus est rex Tassiio in Bawaria a Hildeberto 

10 rege Francorum statimque ivit cnm exercitu in provinciam Sclavorum et 
victoriam habens cum magna preda ad terram suam reversus est. 

Igitur dominantibus per omnem Italiam Longobardis, dum Agi- Qreg. 
loifus rex Longobardorum, qui et Agio dictus est, Padum fluvium 
transisset et summopere ad obsidionem Romane urbis festinaret, B. Qiq- Ekk. 

15 gorios in tan tum territus est, ut ab exposicione Ezechielis, sicut ipse 
ibidem^ in principio omelie prime secunde partis testatur, 
oesaaiet. Cepit autem B. Gregorius frequenter per epistolas suas Theode- 
lindam reginam monere, ut hortaretur Agilolfum maritum suum pacem 
cum Bomanis habere. Quod et factum est. Nam in die SS. G^ryasii Joe.' 

20 et Prothasii facta est pax inter Romanos et Longobardos. Et ideo 
Gregorius in eodem die cantari instituit in officio misse: Loquetur 
dominus pacem etc. In nativitate quoque Johannis baptiste predictorum 
pax et conversio amplius confirmata iuit^. Theodelinda igitur meritis 
B. Johannis baptiste, in quem specialem devocionem habebat, gentis sue 

25 couTersionem asscribens apud Modeciam in diocesi Mediolanensi in honore 
ipsius ecclesiam fabrieavit, quam multis omatibus auri et argenti decoravit. Ekk, 

Hoc tempore Hildibertus rex Francorum, cuius superius' facta 
est mencio, per venenum, ut dicunt, occisus est cum uxore sua. Cui 
filii 8ui, sdlicet Theodebertus et Theodericus, succedunt. Item circa hec 

30 tempora destructum est a Longobardis monasterium S. Benedicti in 
Castro Gassino. Item Agilolphus rex Longobardorum, postquam regna- 
Yit annis 20, defunctus est relinquens in regno filium suum Adolandum 
adhuc pnerum cum matre sua Theodelinda. Qui cum regnaret 10 annis, 
perdidit sensum et eiectus est de regno. Huic successit Arioaldus. . . • 
35 (612. 55. Heraclius. Reg. an. 27.) .... Machmet ... De 

plttribus aliis vanitatibus illius require in novo passionali^ 
in Felagia historia. 

Notandum, quod Marsilius^ in tractatu suo de trans- 

lacione imperii capitulo 3. ponit causam, quare Orientales, vide-jf^r«. 

40 licet Ferse, Arabes, Chaldei et alie naciones confines, a dominio Romani 

imperii recesserunt, in hec verba: Tenuitque^ Gonstantinus Magnus 

eiusque successores imperatores Romani pacifice dominium orientis usque 

» om. C. *> est C. « om. B 1., desgl. j aber a/m Rand hinx/Ur- 
verbessert A 1., im Text A 2. 3., N. im Text und am Band Marsilius A 5., 
45 om, mü freigelassenem Baum G. 

^ Migne, Patrologia UUina 76 y 394, Andreas hat das Homiliarimn 
in JSxeehielem unmittelbar benüixt 
« Orässe Ä 827. 
' Z. 9. 
50 * Orässe S. 827 ff, 

* So beginfU das 3. Kap, des Traetaius de iranslatione imperii des 
Marsilius von Padua 



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— 16 - 

Jlfar«. ad 20. annum imperatoris Heradii, qni superius dictus est Herao- 
liusS quo tempore omnes orientales populi a Latinoram dominio recessemnt, 
et modus, per quem recesserunt, communiter ignoratur. Idcirco oonve- 
niens iudicavi causam et modum describere, quo dicti orientales se a 
Grecis et Latinis in dominio et cultu divinorum omnimode dlTiserant 5 
Causa siquidem, quare Orientales, Tidelicet Ferse, Arabes, Ghaldei et alie 
confines naciones a dominio Bomani imperii recesserunt, fuit tirannicuB 
principatus Heradii. Nam post magnam victoriam de Persis hjibitam 
HeracUus Persas et alias naciones nimis crudeli dominatu premebat. 
Propter quod rebellandi causam concorditer assumpserunt. Sed ut ab lu 
obediencia predicta sie recederent firmiter, ut nunquam ad eandem revo- 
carentur, amplius consilio Machometi tunc inter Persas divicüs et poten- 
ciis preeminentem diversum cultum assumunt, ut tarn diverse credalitatis 
et fidei sive secte imitatores ad pristinimi dominium de cetero non redirent, 
a Yeroboam forte sumentes exemplum, qui 10 tribubus ipsum seqaentibns 15 
diversum cultum tradidit, ut in pristinum et debitum dominium non 
redirent. Quod eciam vel consimile Greci fecerunt. Volentes enim ab 
ecclesie Bomane obediencia separari sie ceperunt diveisum cultum seu 
ritum in ecclesia ministrandi et sie in diversos errores scienter prolapsi 
sunt. Omnes enim Grecorum Callogori, qui conservant et nutriunt acis- 20 
mata, vel sunt Nestorini aut Euticiani aut Arriani aut Jacobite aut 
Hebionite. Sic ergo factum est de illis popuüs et nacionibus illaram 
regionum, in quibus iam dicta rebellio et inobediencia contigerunt. Nam 
at taUs rebellio esset duratura, scismata induxerunt et sectas, ut nou 
solum ab imperio christianissimo recederent, verum eciam ab obediencia 25 
Bomane ecclesie resilirent.* Hec ille. 

(642. 57. €k)nstans vel Constantinus III. Beg. an. 28.) ... Item 
B. Emmerammus in civitate Batispona virtutibus et signis 
damit. Cuius epitaphium ibidem in monasteriosui nominis 
ante alt are S. Georii^ hoc^ est:^ Emmerammus Pictaviensis epi- 30 
Bcopus predicando verbum dei venit in Wavariam et ibidem in HelfTen- 
dorf pro Obristo passus est anno domini 652 et hie primo tumulatus est 
Ubi diligenter est advertendum — et sunt verba magistri 
Conradi de Monte puellarum in cronica sua — , quod olim 
temporibus paganismi et infidelium in illo coUe, ubi nunc 35 
est monasterium B. Emmerammi situatum, tuncextra muros 
civitatis fuit lucus arborum silvestrium, ubi diversorum 
simulacra ydolorum ab infidelibus coiebantur. Qua super- 
sticiosa stulticia hominum tandem divina volente gracia 
evanente et fide katholica parumper scintillante ibidem 40 
luco deposito viles case paup er um<^ hominum suburbanorum 
civitatis constructe fuerant et inter easdem casas con- 
structum fuerat humilimum oratoriolum, in quo conse- 
crata fuerat ara per fideles Christi tunc tenuiter clarentes 
in honore B. Georgii<^ martiris. Que capella steterat ibi 45 

^ martiris add, C. ^ id B 1. ^ hom. paup. B 1. ^ Geozü 
A 3. C. 

* Bei Marsilius immer HeracUus, 
' Die Schltissworte si^id etwas verändert, 

° Uncial-Inschrifl der Platte der aus dem Ende des 14, Jhs. stam- 
menden Tumba. Oejiau hei Jamier 1, 50. 5Ö 



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— 17 - 

tngurii more. Qae ara hodie in dicto monasterio in honore 
predicti martiris Georgii* cernitur^ ad latus australe 
versus^ ambitum monasterii supradicti. Ante quam aram 
eciam publice videtur hodie sancti martiris Emmerammi 
5 epitaphium et sepulchrum. Nimirum autem, quod beatus 
martir in eadem capella domino iubente voluit quiescere 
et extremi sentenciam examinis ibidem« prestolari, quia, 
cum<> primo gracia docendi populum in fide orthodoxa in 
Batisponam se transtulisset, post crebros frequenter 

10 labores circa gregem domino nostro Jesu Christo lucran- 
dum in predicta secreta capella tumultui hominum aliena 
ipse felicissimns pater solus soll deo vigiliis et oracionibus 
consweyerat angelica meditacione yacare, Sed'^ quissuis 
temporibus sedi presederit Batisponensi episcopus, non 

15 invenio. Nee ipse ibidem electus seu prefectus canonice 
prefuerat, sed casualis et adventicius pastor tantum. Oui 
clerus civitatis in cxequiis suis, ut in legenda sua scribi- 
tur, reverenciam exhibuit magnam. Utrum autem clerus 
ille tunc habuerit episcopum vel non habuerit«, penitus 

20 snbticetur. Hec^ magister Conradus 

(678. 79. Agatho. Sed. an. 5 men. 6.) Agatho nacione Syculus Afor^. 
constituit, ut distinctus sit habitus virorum et mulierum in yestitu et Flor. 
crinibua. Huius Agathonis tempore 6. synodus universalis in Constanti- j^A-A;. 
nopoli celebratur, in qua dampnatis heredcis taute aranearum tele in 

25 medio populi oeciderunt, ut sordes heresum expulsas omnes intelligerent 
et mirarentur. Quid enim similius hereticorum codicillis' 
quam tele aranearum? Quoniam aranea vermis est vene- 
nosus crebro filans et texens tenuissimam textulum^ sive 
stamen, quod mox debili vento rapitur aut calamo perfora- 

30 tur. Sic heretici aranearum adinstar venenosi et infectiyi 
humane felicitatis scribentes et docentes sophisticas et 
insanas asserciones, que mox divino Spiritus sancti flatu 
propelluntur et in nihilum rediguntur. Huius eciam tempore Ifar^. 
Ravennata eoclesia, que diu sedi apostolice rebellis f uerat, ad obedienciam 

35 rediit 

(687. 83. Canon vel Zeno. Sed. an. 2 men. 11.) . . . Anno domini Mart, 
688 apud Wirtzburch Ostrofrancie, que nunc Herbipolis dicitur, 

S. Kylianus cum sociis suis martirio coronatur 

(697. 60. Leo. Beg. an. 3.) .... Huius imperii anno primo 

40 Appollonius primus abbas monasterio S. Emmerammi 
Batispone preficitur^ 

» Georii C. ^ versum B 1. c wn. C. * quam C. « om. C. 
f ille add. C. » codicibus A 2. ^ textulium B 1. texulum C. templum A 5. 

* Vgl. MegenberffB Worte im I^cuit. de Hm. p. R. am Schlttas von 
45 eap. 3 : Fuit tunc inceptum (das Kloster St. Emmeram) extra ciyitatem 

in eo loco, ubi sepultus est S. Emmerammus, ut includeretur altare S. 
Georgii, coram quo sepultus est, ad latus australe versus ambitum mo- 
nasterii eiusdem, sicut hodie cernitur oculis nostri8. 

' Die folgenden Worte bis invenio ähnlich in Megenbergs Tract. de 
50 lim. p. R. cap. 3. 

* QtieUe ist wohl jenes Emmeramer Äbtsrerxei/'hnis, iU)er welches 
naher handelt Janner 7, 414 ff. 

Quellen and £roGrterunff«n N. F. I. 2 



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— 18 — 

(704. Ratharius.) Anno domini 704. Batharius ex advena 
Batisponensi sedi episcopus est prefectus^. 

(716. 89. Giegorius IL Sed. an. 10.) .... Hie Gregor ine 
Winfridum, qui postea Bonifacius dietnsest, genere Anglnm 
Qermanie gentibus verbam salatis predicantem Mogoncie 5 
archiepiscopam ordinavit, qui multis populis et gentibus 
yerbo et exemplo profuit. (Gaubaldos primus. Sedit an. 22^) Ab' 
illo Bonifacio precepto dicti Gregorii pape huiue nominis II. * 
Gaubaldus Batisponensis episcopus ordinatur primam 
legitimus. Nam antea non erant legitimi pastores. Sed hoc m 
quidam scribunt factum f uisse sub Zacharia papa. Ab illo 
Gaubaido notabiles et approbati episcopi numerantur. Sab 
illo eciam episcopo Babaria nuper fuit ab hereticis mun- 

data et in parrochias divisa^ 

Ekk, (718. 66. Leo JIl. Beg. an. 24.) Anno domini 718. Leo pietor if, 

orientalium, genere Syrus, regnare cepit regnavitque annis 24. Hie 
Jlfar^. sciendum et diiigenter attendendum, quod secundum cronicam^ 
Marsilii primitiva occasio translacionis Bomani imperii de Grecis in 
Francos fuit discordia inter imperatorem Leonem III. et Bomanam eoclesiam 
circa veneracionem ecciesiasticarum ymaginum. Leo enim III. impeiator 20 
Christi et sanctorum ymagines dicebat minime venerancfas, qnia spedes 
ydolatrie videbatur. Gregorius vero JIL, qui tunc Bomane preaidebat 
ecclesie, affirmat Christi et sanctorum ymagines venerandas. In hoc 
siquidem suo proposito Leo imperator predictus sie perseveravit, quod de 
ConstantinopoU Bomam veniens omnes Christi et sanctorum ymagines, 95 
quas Borne reperit, abstulit et secum Constantinopolim asportavit easqoe 
per sentenciam igne dampnanda cremavit. Propter quod dictus pontifex 
Gregorius IIL prefatum Leonem imperatorem anathematizavit' et omnia 
tributa Bomane urbis et Italie sibi dari prohibuit Bomeqoe 
congregans synodum veneracionem ymaginum confirmavit et violatoies 3,3 
huiusmodi anathemate condempnavit ^. Deinde Leo predictus in hoc 
proposito moritur eique successit in imperio filius eius Constantinus V. 
eiusdem cum patre propositi. Et quoniam imperator hie in nullo Bomane 
favebat ecclesie, propterea papa<^ Stephanus IL Imperium Bomanum trans- 
ferre de Grecis in Francos aliqualiter ordinavit veniente Pippino Franoo- 35 
rum postmodum rege, qui dicto pontifici supervixit. Et ideo, quod ab 
aliquibus dicitur tempore huius Stephani fuisse translatum Imperium a 
Grecis in Francos, intelligi debet, quod fuerit huiusmodi ordinata trans- 

» secundo C. *> dampnavit C. » Steph. IL papa C. 

* Aeknlich in Megenbergs Tract. de lim. p. R, eap. 2, 40 
2 739-^761. Vgl. Janner 2, 90. Andreas läset Sindberi schon 752 

folgen. 

■ Aehfüich in Megenbergs Tract. de lim. p. R. eap. 2 und 6. 

* Fast die gleichen Worte das. eap, 2. 

^ Aus Kap. 5 des Tractatus de translaiione imperii des Marsüius 45 
von Padua. 

*^ Andreas mildert hier des Marsüius Ausdruck anathematizare 
praesumpsit wnd lässt vom Folgenden auch die papst feindlichen Worte weg. 
Marsüius fährt fort: et totam Apuliam totamque Italiam et Hispaniam 
ab eius obedientia separari suasit, et quantum in ipso fuit, hoc opere, 50 
quam vis minus debite, adimplevit. Eidem etiam vectigalia, nesdo qua 
Huctoritate, sed bene qua temeritate, solenniter interdixit. 



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Qoo^(^ 



— 19 — 

lacio, non tarnen opere consummata. Fuit i^itur huius pape Stephan! Mars. 
tempore imperii Bomani ad Francos ordinata translacio ^, quorum favorem 

et^ beneficia^ Bomani clerici senciebant in moltis 

(735. 91. Zacharias. Sed. an. 19.) Zachaiias nacione Grecus con- Flor, 

5 stituit, ne sacerdos yelato capite ceiebret nee cum bacuio. Hie in Mart. 
Lateranensi eoclesia corpus B. Georii martiris cum epitaphio grecis litteris 
exaiato reperit et cum magna sQllempnitate ad velum aureum in eociesia 
8ui nominis reoondidit. Item 4 libros dyalogorum B. Gregorii transtuiit ^/(^. 
in grecum. Hie papa omni virtute ornatus moritur et ad S. Petrum tumu- 

IQ latur. Sub hoc papa facta est distribucio episcopatnum de consensui^^. 
Pippini regis Saiczburg, Begenspurg et Frisingen ^. Sanctus quoque Boni- 
facins Moguntinensis archiepiscopus, cuius natalis est Nonis Junii, 
auctoritate ipsius Zacharie pape duos in parrochia sua episcopatns facit ^^ 
Wirczibnrgensem scilicet, cui» S. Burchardum, et Eychstetensem, cui S. 

X5 Willibaldum comprovinciales suos primos episcopos ordinavit 

Quoniam hie incidit historia Pippini, ut sciatur, quis f uerit iste Mart 
Pippinus, Übet per repeticionem precedencium seu anticipacionem Ekk. 
sequencium aliqnantulum huic immorari.^ Pippinus dictus GToasuBfJard. 
filius Ansgiai, in regno Francie primus fuit poet regem et dicebatur maior 

20 domuB, sdlicet ubi nunc est palacium Treverense, a quo palacio modo 
dicuntur comites palatini, qui oUm maiores domus dicebantur. Huius 
Pippini prindpale domicilium erat in Colonia Agrippina in loco, ubi 
nunc est monasterium, quod^ dicitur S. Marie in Capitolio. Hoc siquidem 
Plectrudis dicti Pippini Grossiff coniunx fundavit in^ honore dei genitricis 

25 ibique couTentum monialium congregavit et illum locum multis diviciis 
et omatu regio sublimavit, in quo et post mortem voluit sepeliri. Tandem 
prefatus Pippinus coniugem suam Plectrudem ad tempus deseruit et ilUcite 
exorbitans Alphaidi meretrici adhesit. Super quo dum B. Lambertus 
Traiectensis episcopus ipsum argueret, Dodo prefate Alphaydis frater ipsum 

3Q occidit. Considerans vero Pippinus, quod propter suum peccatum Christi 
sacerdos martirinm subiisset, rubore et verecundia confusus reversus est - 
Coloniam ad Plectrudem coniugem suam^ legitimam Alphayde gravida 
derelicta. Cum autem Alphaydis peperisset, nuncius venit ad regem, ut 
sibi nova nundaret. Sed inveniens regem inter nobiles et cum coniuge 

35 aedentem dixit: Vivat rex, quia Karolus est, cum hoc verborum tegu- 
mento innuens, quod Alphaydis pulchrum filium genuisset. Est igitur 
Karolus lingwa germanica vel^ teutonica^ homo robustus magna habens 
membra. Bespondit rex; Bonum nomen est Karolus. 

Iste Karolus dictus Marcellus expulsis filiis legitimus patris sui 

40 Drogone et Germoldo in amministracione regni patri successit. Erat 
autem tyrannus multas clero et ecclesiis iniurias et dampna inferens, 
propter quod accidit, ut, dum ipse moreretur, pape sompniavit in urbe, 
quod Karolus Marcellus rex Francorum corpore et anima duceretur ad 
infernum. Misit ergo papa nuncios ad Aureüanum, qui aperto monu- 

45 mento serpentem mire magnitudinis invenerunt corpore non reperto- 

* non tamen opere consumata add. A. ^ om. A. ^ Frising C- 
^ fecit C. •cui — Eycnstetensem om. B 1. * quod dicitur om. C. « om. C. 
^ in — genitricis om. C. ^ om. C. 

^ Der folgende Abschnitt ftmlet sich in des Jordanus von Osnabrück 
50 Schrift De praerogaiiva imperii Bomani fAusg. v. Waitx S. 63). Aiisspr 
an dieser Stelle hat Andreas die Schrift des .Tordtnins nif-hi hrriuf^f. 



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— 20 - 

^JtÄ. Anno igitur primo imperii Constantini V., qui est dominice incamacioDis 
742., Earolus Marcellus Pippini filius, maior domus in regno Francoram, 
quem quidam vocant regem, obiit relinquens filios tres, Pippiirain, 
Karlomannum et Griphonem. Quorum Gripho, qui erat minor Data, 
matrem Suanahildem habebat, neptem Odilonis Bawariorum dacis. Hk 5 
Gripho fratribus suis subiectus esae nolens, quam^is sub eis honorifice 
viveret, muita bella ad versus fratres movit, sed panim profedt. Tandem 
Bawariam peciit ipsumque ducatum in suam potestatem redegit; Taasilonem 
cum Hiltrude in dedicionem accepit. Hec audiens Pippinus cum maximo 
exercitu venit in Bavariam fratremque suum Griphonem cum omnibus sems [u 
cepit, Tassilonem in ducatum restituit domumque reversus Griphoni more 
ducum 12 comitatus dedit. Sed ille tali beneficio contentus non fait. 
Qui postea anno 5. Pippino nuuciatur occisus. Pippinus autem et Karlo- 
mannus regnum, quod communiter habuerunt, inter se diyiserunt. Karle- 
mannus Austriam et Alemanniam atque ThuriDgiam sortitur, Pippinus 15 
vero Burgundiam, Neustriam atque Provinciam. Iste Kariomannus anno 
6. sui principatus divino succensus amore Bomam tendens Zacharie pape 
se obtulit et ab eo ciericus factus habituque mutato monachicum capiena *^ 
indumentum, in monte 8oracte sive Syrapti constructo monasterio apad 
ecclesiam B. Silvestri cum fratribus secum ad hoc venientibus per aliquot 20 
annos optata quiete fruebatur. Sed cum ex Francia multi nobiliam ob 
Vota solvenda Eomam commearent et eum velud dominum quondam 
suum preterire nollent, ocium, quo maxime delectabatur, crebra salntacione 
interrumpentes locum mutare compellunt. Nam cum huiusmodi freqnen- 
ciam proposito suo vidisset offioere, relicto monte in Samnium provinciam 25 
ad monastevium S. Benedicti situm in monte Cassino se contaüt et 
ibi, quod reliquum fuit, vite tempus complevit. Pippinus vero anno 
domini 751. S. Burchardum Wircziburgensem episcopum et Folradnm 
archicappellanum, quem quidam abbatem, quidam presbitemm scribunt, 
ad Zachariam Romanum^ pontificem misit, ut consulerent eum super 34^ 
regibuB, qui in tempore illo fuerunt in Francia, nomen tantum regis, sed 
nullam potestatem regiam habentes. 

übi advertendum, ut colligitur ex hystoria Francoram 
et antiquis cronicis, quod anno domini 421. Faramundus primus 
rex Francorum moritur. Cui successit Olodius rex 'secundus. Post qnem 35 
regnavit Aleroveus filius Clodii, a quo reges Francorum Merovingi nomi- 
nati sunt. Aliquibus regibus intermediis Clodoveus suscepit r^rnam 
Francorum anno domini 484. Hie traditur primus rex christianos Fran- 
corum<^ fuisse et per 6. Bemigium Bemorum episcopum cum omni gente 

-E"^^. sua baptizatus. Ab hoc Clodoveo per succedencia tempora imperatoribns 40 
egregiis respubüca Francorum gubernata fuisse dinosdtur usqae ad pro- 
pinqua tempora PippiDorum et Karolorum, qui maiores domas in 
regno Francorum ab historiographis appellantur, eo quod 
regni amministracionem et omnia, que vel domi vel foris agenda erant 
ac dispensanda, per eos procurabantur. Quorum originis descripcio 45 
incipit secundum cronographos ab Arnulfo viro deo dilecto, qui 
floruit anno domini 670. tempore Constantini IV. Horum temporibus per 
levitatem regum respubüca aliquantum düapsa per hos egregios, de quibus 
nunc sermo est, ad dignitatem pristinam magnificencius est redacta. Istis 
prehabitis seiend um, quod Franci ex antiqua regum^ stirpe reges 5a 

a cupiens C. ^ papam statt Rom. pont. C. ^ fuisse Franc. C. 
d ow. B 1. 



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- 21 — 

habere solebant, qui a Meroveo Clodii secundi regia eorum» filio Mero- Eick. 
vingi dicebantur, quemadmodum prenarratum est. Quorum genea- 
logia usque ad Hildericum tunc temporia regem permanebat, in quo eciam 
deficiebat Sed licet in illo finita possit videri, iam dudum tarnen nullius 
5 vigoris erat nee quidquam clarum in se preter inane regis vocabulum 
preferebat. Nam et opes et potencia regni penes palacii prefectos, qui 
maiores domus dicebantur et ad quos summa imperii pertinebat, tene- 
bantur, nee aliud quidquam regi^ permittebatur, quam ut regio nomine 
tantnm contentus crine profuso, barba summissa solio resideret ac speciem 

1^ dominantis effingeret, legatos undecunque venientes audiret eisque abe- 

untibua reaponsa, que doctus erat aut iussus, ex sua veiut poteatate 

redderet, cum preter inutile regis nomen et precarium yite Stipendium, 

quod ei prefectua aule, prout videbatur, exhibebat, nichil aliud possideret 

^ quam unam eciam perparvam redditus yillam, in qua domum et ex qua 

15 famuloa sibi ministrantes atque exequium exhibentes pauce numerositatis 
haberet. Quocunque eundum erat, carpento ibat, quod iunctis bubns et 
babulco more nistico agente trahebatur. Sic ad palacium, sie ad publicum 
conventum, qui Kai. Mail ob regni utilitatem annuatim« oelebrabatur, ire 
solebat et coram tota gente presidens omnesque aalutans et ab eis salu- 

'"^ tatus debitisque obsequiis honoratua, sie domum rediebat aicque secum ad 
alium Maium residebat. At regni amministracionem et omnia, que vel 
domi Tel foris agenda erant ac<^ dispensanda, prefectus aule procurabat. 
Quo officio tunc, cum predicti legati, scilicet Burchardus et Folradua 
Bomam mittebantur, Pippinua Earoli filius itemque Karoli Magni pater 

25 iam velut hereditario iure fungebatur. Zacbarias vero papa super huius- 
modi negocio consultua, acilicet, an ille deberet eaae rex, qui ocio deditua -^«^.^ 
solo nomine regebat, vel ille, qui omnino pondua regni sustentabat ®, reman- 
davit illum debere regem vocari, qui utilius regni gubemacula regeret. 
Qua reaponsione Franc! animati Hildericum cum uxore sua in monasterio 

^ reclusenmt et Pippinum sibi regem constituerunt. Quem S. Bonifacius ^^'^. Mart. 
Moguntinensia archiepiscopua iussu pape in regem unxit in Suessionum Ekk* 
civitate. 

Hiis temporibus', scilicet Pippini regis Francorum et 
filii sui Karoli, qui dictus est Magnus, Erhardus episcopus 

35 Ardinacensis et Albartus^ archiepiscopus» CaselensisJi® 
clari habentur. Qui ambo Ratisponam venerunt et ibidem 
post sanctas et varias doctrinas eorum migraverunt ad 
celestia et apud inferius monasterium sepulti sunt. Erat * 
autem inferius monasterium adhue pusillum et exiguum 

■^^ tarn in capacitate quam in redditibus suis,* ut referunt 
quidam. Sed predictorum sanctorum gracia populus ibidem 
concurrere cepit et suis elemosinis eandem domum domini 
locupletare et augerc satagebat. Tunc temporis fuerunt in 

* om. C. ^ om, A. «= om, C. ^ ac dispensanda om. C. « sus- 
*9 tinebat C. ' Albertus A 2. « Casel. episc. C. >» ow. B 1. * Erat 

— monasterium om, C. 

* Graesse S. 832. 

* Vgl Megenhergs Vita S. Erhardi, cap. 2. Ada SS. Ja?i. 7, 542 b. 
' Quelle vielleicht Vita Alharti; Pex, Tlies, 2,,% 181, 

•^* * So ähnlich Meyenberg im 5. Kap. des Tract. de Lp. Doch schreibt 

c dort den Aufsekwung nicht den beiden Heiligen xu: Vgl. auch Dürr- 
^'Hehler, öesta Caroli Magni S. 21. 



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— 22 ^ 

eodem locomoniales ordinisB.* Augustini.^ In pulpito, qnod 
est in medio chori eiusdem monasterii ^, sunt depicte ima- 
gines duarum reginarum,quarum una vocatur Geysel«*, altera 
Jeuta<*^* In quarum circumferencia sunt scripti hii ▼ersns*: 
nie regine nate greca regione 5 

Templum fundantes hoc huc bona predia dantes. 
Fmid,^ Item Otilo prius rex, postea Bavaria in provinciam redacta dux, 

Herm.*^ Alt ex consilio S. Pirniinii Metensis^ episcopi monasterinm^ Inferius s 
Altach ex suo allodio sub monastica professione fandavit et sepultas est 
cum uxore sua in Osterhoven, ubi nobilissimum monasterium sab regula lo 
S. Benedicti egregie satis dux ipse construxerat. 
Teg.'' Item hiis temporibus in partibus Noricoram, id est Bayaromm, 

erant duo fratres Albertus et Otkarius ex patre Burgundi et ex matre 
Bavari diviciis prepoUentes deumque timentes consangwineitatis affinitate 
proximi Pippino regi, patri Karoli l^Iagni. Horum primus, scilicet Albertus, 15 
noyem comitatus possedit in Bavaria, alter vero, videlioet*» Otkarioa, qui 
et etate proveccior * , ducatum tenuit in Burgundia. Hie habnit filium 
tenerum in aula Pippini regis. Qui dum morum nobüitate filium Pippini 
regis preceileret, ipea nobilitas morum sibi materia fuit odiorum. Difficile 
est enim quemquam in prosperis invidia carere. Cum enim in ludo sca- 20 
corum doccior filio Pippini regis assidue inveniretur et filius regis multodenb 
victus haberetur, animatus forte potencia patris rixam agebat et filium 
ducis graviter super tympora percuciens occidit. Qua «ausa rex cognita 
solito tristior efficitur et res multiplici studio adeo occultatur, ne rumotes 
mentes^^ parentum^ inficerent. Timebat enim potenciam momoratorum 25 
principum, quia principia bonorum contingunt sepe difficilia esse. Nam 
ipse Pippinus eisdem diebus auctoritate Zacharie pape regnandi poteatatem 
in Gallia et in Burgundia, in Alsacia, in Thuringia et™ in Saxonia, in 
Alemannia et in Bavaria et in omni Germania noviter adeptus fuerat. 
Sedente igitur in causis Pippino requisivit in sentenda a duoe Otkario, 30 
quid faciendum sit in causa, que nullo emendacionis cultu emendari poterit. 
At ille nesciens huius sentencie spiculum in se retorqueri respondit: Bes, 
que nuUa racione reformanda constat, equanimiter ferenda est. Que sen- 
tencia dum precipuis principibus placeret, assensu celebri firma stetit. 

* Notandum, quod ista Jeuta in tractatu^ magistri 35 
Conradi de Monte puellarum de limitibus parochiarum Batis- 
ponensium fratr. Henr. imperat. primi. So eingefügt B 1. 

* sancti 0. ^ om. A3. « Gevsel A3. ^ Jewta C. ® episcopi 
Metensis C. ' inferius Altach mon. C. « inferioris A 2. 3. 4. 5. B 1. 

^ scihcet C. * profectior C. ^ mentis B 1. mentem C. " parencium C. 40 
™ om. C. 

^ Dürrtcächter a. a. 0. S. 61. 

* Wohl Oüela, Mutter Kaiser Heinrichs 27., die 1006 in Nieder- 
münster begraben xowrd/e. 

* TToÄ/ Judith, Getnahlin Herxog Heinrichs L von Bayern. 45 

* Inhalt teilweise unrichtig. 
» NA. 24, 685, Anm. 1. 

® Hermann v. Kiederaltaich, De institutione ynon.AUahensis. SS. 1 7, 369. 

' Die folgende Oründungsgeschichte von Tegemsee ist ein Auszug 
aus der Historia fundationis monasterii Tegemseensis (gedr. Pex, Thes. 3,3, 50 
475- 490} wohl in der Forrn, tcie sie in den Fund, enthalten ist {NA. 24, 675), 

* Kap. 5: Inferius monasterium fundatum fuerat promocionibus 
domine Jewtte, que dicitur fuisse ava imperatoris Heinrici I. 



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— 23 — 

Rex vero fluctuabat animo diligenter aDimadvertens, quomodo causam ^^* 
competenter componeret, medius inter spem et timorera. Timor enim 
dilisenciam docet et admonet futura prospicere, inconsulta autem temeritas 
nescit consilium exspectare. Consuicius itaque eo a^nte casum pueri 

5 notifieat primitus patruo, deinde cum patruo patri. Hiis auditis pater 
supra modum coutristabatur et ex insperato malo per longas moras conticuit. 
Multis igitur fidelibus legis ipsum Interim consolantibns et exhortantibus, 
quatenns sentenciam, quam ipse tenore recti edixerat, factis comprobaret, 
babitis loogis suspiriis tandem illustrium virorum precibus mitigatus 

10 memor condicionis humane coUii^re sese animo cepit taleque responsum 
regi dedit: In humanis rebus nichil firmum, nichil perpetuum subsistit, 
sed dies hominis velocius umbra aut yento declinant. Quod cum multis 
clarum sit experimentis, et presentis rei casus suum nobis extnde prebeat 
documentum. Gonsultum est teneriori nos affectu snperstites amplecti. 

15 De morte yero filii ultra, quam credi potest, conturbatus, quidquid in eins 
morte michi gaudii* absumptum est, bonus Status honoris vestri mihi 
carissimus et vita fratris mei comitis Alberti recompensat et in utriusque 
vestri sospitate infiniti doloris remedium sumitur et tante destitucionis 
iactura decenter emendatur. Sed et hunc dare qui potuit, auferre valebat 

20 eundem. Hec dicta maximam yirtutis gloriam pepererunt et uberem apud 
regem graciam. Nam et ipsum et plurimos alios^ ad lacrimandum suis 
lacrimis inflexerat. Inter regem igitur et duoem perfecta amicicia solidata 
Otkarius heredis solacio destitutus cum fratre suo Alberto, qui ei nature 
debito sedule compaciebatur, ad propria reversus premeditantes caducis 

25 rebus fidem adhiberi non debere, terrenis celestia comparantes Christum 
rerum suarum heredem fecerunt et iuxta lacum Tegernse monasterium 
monachorum continuo fundare ceperunt. Exinde acceptis litterarum 
testimoniis a B. Bonifacio Moguntinensi archiepiscopo Rom am causa orandi 
necnon pro reliquiis sanctorum profecti sunt. Quos Zacharias papa 

30 honorifioe suscipiens letatus est et omnis civitas de adventu eorum. Unde 
summoB pontifex cum non modico merore exposuit conquerendo eis, quo- 
modo pagani nudinstercius maiorem partem civitatis devastaverint et 
thesaurum ecclesiarum diripuerint, Bomani<^ quoque<i ad se defendendum 
concordes non esset. Et exhortatus est eos, ut Romanis in concordiam 

35 revocatis, ipsi quoque in vindictam malorum essent cum illis parati, eo 
quod excellens esset in armis vis Theutonicorum, sicut testarentur experti 
robur eorum. Finitis querimoniis principes Noricorum improbantes im- 
probitatem desidie Romanorum dixerunt: Nimis deses residet inimicos 
domi exspectans. Desolacionem civitatis, contricionem gentis, multarum 

40 tnmultum iniuriarum pretenditis. Sera est ista deliberacio. Prius certan- 
dum fuit, ne amitteretur libertas, quam ut amissa reposceretur. Et 
quia conferendi sermonis dabatur eis locus, conversi ad senatores et cetum 
Bomanorum cohortati sunt eos ad bellandum dicentes : Viri Romani, prin- 
cipes nrbis, meminisse vos nominis et generis vestri decet, quorum manus 

45 nemo adhuc effngit. Animadvertite dolorem vestrum, reparate animos et 
de illatis vobis iniuriis non solum consolacionem, sed cciam, quod amplius 
est, vindictam presumite. Pericula rerum vestrarum faciant vos forciores, 
non timidiores. Et confestim coeuntes in concordiam unum corpus ad 
persequendum« paganos sese fecere f. Accepta igitur ab apostolico bene- 

50 » (W/r. C. ^ aulicos A3., klein übergescht\: vel aulicos AI. so int 

Text vor alios B 1. o Romanique C. ^ q^^ a. C. « persequendos B 1. 
^ facere A 2. 3. 4. 5. facere corr. fecere A 1. B 1. 



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— 24 — 

Teg, diocione noricus ensis Romanas aquilas regens valida manu versus mari- 
tima properat, ubi hostes cum magno tripudio ac multo fragore predam 
dividebant. Solent enim ante ruinam corda superborum ezaltari. Unde 
süperbe stultos agere nemo debet mirari. Qui vero adhuc poteet subici. 
non debet dicere : Viel. Finis enim, non pugna coronat. Habita autem 5 
deliberacione, quid aut quomodo agendum esset, quibusdam BoniaDi> 
melius yisum est congressionem belli nocte aggredi dicentes bostes subito 
incursu attonitos et caligine noctis oppressos et faclle posse devinci. Ad 
bec Norid non sine indignacione responderunt : Hie mos, quem soggeritis. 
non est honestatis, sed improbitatis et eorum maxime, quorum summa 10 
spes votorum est dolis nocere et latenti fallere fraude. Absit ergo, ut 
gloria nostra dolo militet, sed ut nichil obsit, quod fuligine labis yaleat 
obscurare candorem fame, aggrediamur hostes de luce, ut victoria, quam 
nos gladiis molimur, aut sit nulla aut sit honesta. Beparate vos quiete, 
ut forciores sitis ad opus crastinum. Et constitutis Tigiliis, fixis tentorüs 15 
castra metantur. Altero die iilucescente prefati principes nichiL de armis, 
nichil de propriis viribus presumentes, sed solum de dei miserioordia con- 
fidentes potenti victoria de hostibus triumphantes Bomam revertantur. 
Unde pontifex Romanus et tota ecclesia cum gaudio exultantes gracias 
debitas deo de tanta victoria egerunt. Datur igitur lärbitrium principibus ^ 
Noricorum vendicandi sibi* partes, quas vellent, de cunctis spoliorum 
facultatibus. Qui^ terrena contempnentes causa oracionis et reliqaiarum 
se patriam deseruisse dixerunt. Impetratur igitur ab eis pre^ oeteris 
reliquüs a summo pontifice difficulter, sed et ooculte corpus S. Quirini, 
quod tunc crebris clarebat miraculis, de quo gloriatur monasterium dictum 25 
Tegemse ab ipsis fundatum. Fuit autem Quirinus iste filius Philip pi 
primi imperatoris christiani, qui fuit^ dominus ante imperium Paimonie 
inferioris et superioris«^ et de uxore sua Severa, que mutato nomine dicta 
est Genoveva, habuit liberos duos, Philippum videlicet, qui cum eo regnavit, 
et Quirinum^ cuius nunc est mencio. Qui sub Claudio capite plexus in 30 
Tyberim proicitur, postea tamen Bome in cimiterio Ponciani honorifioe 
sepelitur. 

Erexerunt quoque prelibati viri Albertus et Otkarius et sororius 
eorum nomine Oto alios titulos et ecclesias per plurima loca in proprio 
fundo, quas reliquüs necnon suis predüs sufficienter dotaverunt. Unde 35 
reliquiis S. Yppoliti ecclesia in partibus Austrie, que adhuc eiusdem 
martiris nomine intitulatur, honorificata est. Nuscia monasterium an. 
cillarum dei adiacens litoribus Beni cipho B. Quirini nobilitatur. Dmi- 
nense cenobium confessoris Christi Arsacii gaudet patrociniis necnon 
sepedicti martiris Quirini gaudet reliquiis. ^^ 

Fund.^ Fuerunt eciam hüs temporibus tres fratres viri clarissimi, Lantfrid, 

Waldram, EUilant, consobrini Karoli patris Pippini et Karlomanni. Qui 
dum aliquando pro conswetudine venacionibus exercerentur, inter fron- 
dose umbracula silve ad sempiterna paradisi virecta suspirabant iusserunt- 
que statim exstirpatis frutectis prope rivum Kalomanbach habitacionem ^^ 
sibi adiuncta basihca construi. Quem quia locum sibi dominus non el^it, 
signorum indicio declaravit. Cesoribus namque repentina incisione volne- 

• oni. C. ^ scilicet! B 1. « ante fuit dominus imperium! A 1. 
2. 3. 4, ebenso ohne imperium A 5. ante imp. fuit dorn. C. ^ tenens add. A 3. 

1 Im Folgenden ist der Text der Quäle stark geJcürxt 51") 

2 NA. 24y 67 G, Anm, 4. 



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Qoo^(^ 



— 25 - 

ratis columbe advolantes cruentata ligni prcsegmina raptim asportaverunt Fund, 
et loco, in quo nunc venerandum altare monasterii in Büren conaistit, 
sparsim inferentcs quasi ex racionabili industria cruciculos composuerunt. 
Animadvertentes igitur seryi domini celestis auspicii omen ^^ que ibi cogita- 

5 verunt, bic perficiunt et cenobium incomparabile structuris et picturis 
constnixerunt. Deinde et alia tria grandi manu diligencie monasteria 
instituunt: primum Chochalense ^, seeundum Slechdorfense ^, tercium 
Schafelense ^. 

(Synbertus. 2. Sed. an. 34.) Anno domini 752. Synbertuß« ^ö2, 

10 Katisponensi ecclesie preficitur episcopus.* Hie anno regi- 
minis sui 32. vel 33. monasterium S. Emmerammi Ratispone ^ 
magnifice fundavit iussu et sumptu Karoli Magni' eo tem- 
pore, quo KaroiuB Magnus adhuc fuit patricius Bomanorum, 
id est pater et tutor quasifl^ pupillorum et viduarum. . . 

15 (754. 92. Stephanus II. Sed. an. 5 di. 28.) * 

Anno domini 768. Pippinus Parisius obiit ibique sepelitur anno Herrn. 
etatis 54. Pro quo filii eins diviso regno Karolus Magnus annos 46 et 

Karlomannus 4 annos regnavit 

(781. 69. Constantinus VI. Reg. an. 18 vel magis vel minus. Hyrene. 

•iO Reg. sola annis 5.) . : . Horum imperio anno 8. facta est saneta synodus Marl. 
Nicee 350 patrum episcoporum, in qua affirmatum est, spiritum sanctum 
a patre et filio procedere. Eodem anno Karolus rex Francorum et patricius ^^^k. 
Romanonim apud Ingilinhem pasca celebravit et generale concilium babuit, 
ad quod Tassilo dux Bavarie sicut et ceteri regni primates advenit. 

25 Huius Tassilonis hystoriam ex diversis pro posse 

collegi et eam utpote de nostrate huic operi inserere curavi. 

Tassilo iste dux Bawarie fuit filius Otilonis et Hillerudis, que fuit Herm.^ Alt. 
soror Pippini regis, qui fuit pater Karoli Magni. Fuit autem Otilo iateFuJid. 
primum rex, postea vero Bavaria in provinciam redacta dux et fundavit 

30 monasterium Inferioris^ Altach, sicut superius^ dictum est. Contra 

* Beatissimus^ Virgilius ex Hybernia insula nobili ortus prosapia 
a Stephan o papa II. et a Pippino rege Francorum in Salczburgam* ad 
suscipiendum regimen eiusdem ecclesie, que^ tunc proprio carebat episcopo, 
est transmissus. Hie a fundamento fabricam monasterii Salczburgensis 

:^5 ecclesie construxit corpusque beatissimi Ruperti, quod in ecclesia B. Petri 
reqnievit, una cum sede episcopali, que ibidem per aliquot annos simi- 
liter™ extiterat, divina<> commonitus inspiracione transtulit ad^ eum 
locum, in quo ad presencia tempora perdurat. Am Band AI. 3., ifn Text 
in /7 B 1. 

40 » id est augurium klein übergeschr. AlBl.Cl. 2. ^ Choca- 

lense B 1. « Slechendorfense A 5. ^ Schachfelense A 2. Schafenlense C. 
• Simbertus A 2. ' Ratisponense C. « om, C. ^ Inferior A 3. 
InferiuB C. ^ Beatus A3. ^ Salzburgum B 1. i carente tunc episcopo 
erat statt que — est A3. ™ oni. A3. ^ divina — inspiracione om. A 3. 

45 in locum^ in quo hodie est. A 3. 

^ So Megenberg im Tract. de lim. p. E. cap. 2. 

* So ebendaseWst cap. 3 und 5. Der SMitss hat Aehrüickkeit ynit 
den unten S. 30 j Z. 26 angefiüirisn. angeblt'ch von Megenberg herrührenden 
Worten faciendo ipsum patricium Romanorum, id est patrem et tutorem 

of) quasi pupillorum et viduarum. Stammt vielleicht der ganxe Abschnitt 
über Bischof Sindbert aus Megefibergs Chronik r' 

* De instiitäione 7non. Altahensis SS. 17, 370. 

* S. 22, Z, 8ff. 



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— 26 — 

J^kk hunc Tassilonem Gripho f rater Pippini Bavariam j)eciit ipsumqae ducatom 
sibi subiciens Tassilonem in dedicionem accepit. Quod audiens Pippinns 
cum maximo exercitu venit in Bayariam fratemque snum Griphonem com 
Omnibus suis cepit et Tassilonem in ducatum restitoit, de quo eclam 
vide 8up^a^ Deinde Tassilo cum primoribus gentis sue veDit ad 5 
Pippinum in Compendio villa, ubi tunc populi sui generalem conventum 
habuit, promittens tam ipsi regi Pippino, quam filiis eins Earolo et Karlo- 
manno fidelitatem iureiurando supra corpus S. Dyonisii. Cum antem 
Pippinus Aquitaniam cum expedicione intraret, Tassilo dux Havarie post- 
ponens sacramenta, que iuraverat, et oblitus omnia bona, que sibi avun- 1<J 
culus suus Pippinus rex fecerat, simulata infirmitate ab hac expedicione 
per dolum se subduxit et in Bavariam rediit et ad conspectum regia se 
ulterius venturum abiuravit. Mortuo autem Pippino Earolus Magnus 
filius eins ei in regno successit. Qui ad preces Adriani pape Desiderium 
ultimum regem Longobardorum, ut supra^ dictum est, debellans 15 
ipsum vinctum cum uxore sua in Franciam duxit Tassilo autem dux 
Bavarie cum esset consangwineus Karoli et Luitpurgem^ filiam Desiderü 

7* «»a. regig Lombardorum haberet uxorem, ab ipso Karolo Magno in regem 
Lombardorum preficitur. Qui bortatu uxoris sue Luitpurgis, que se exi- 
lium patris* per maritum tilcisci putabat, iuncto*> federe cum Hunis, qui ^ 
Bavaris ab Oriente sunt contermini, non solum imperata non facere, sed 
^^'^ et regem bello provocare temptabat. Inter hec Karolus venit Romam et 
ab Adriano papa honorifice suscipitur. Misit itaque Adrianus papa For- 
mosum et Damasum episcopos cum legatis regis Bicholfo dyacono et 
Ebemhardo pincemarum magistro ad Tassilonem ducem, ut commonerent % 
eum de iuramento, quod Pippino et filiis eins olim iuraverat. Qui veni- 
entes cor eius emoUierunt, ut cum eis Warmaciam veniret datisque 12 
obsidibus re^ fidelitatem iuraret. Sed ubi domum rediit, non diu in fide 
permansit. Earolo autem adhuc Rome existente venerunt ad papam legati 

^''*^'* Tassilonis episcopus ^luvavensis«^ et Heinricus abbas** rogantes, ut pacem 30 
Ekk. faceret litemque terminaret inter Karolum regem et Tassilonem. Quod 
cum ille obnixe faceret et rex se id velle diceret, interrogati missi, quo 
pacto pacem firmare vellent ®, responderunt sibi super hac re nichil im- 

-'^ "^- peratum fuisse et se non andere pro seniore diffinitivam proferre senten- 
Ekk. ^iam neque se ad hoc destinatos esse. Videns autem papa eos quasi 35 

Fund, fallaces ac fraudulentos anathematizavit predictum Tassilonem et omnes 
illi faventes, nisi fidelitatem, quam regi Pippino et filio eins Earolo pro- 
miserat, per omnia observaret, et si ipse dux nuUatenus obedire vellet, 
tunc Earolus et exercitus eius absoluti essen t a deo et a^ S. Petro, et 
quidquid in ducatu eius perpetratum esset? incendiis et homicidiis vel 40 

» Luitxmrdem C. ^ iniuncto C. ^ Ton anderer Hand am Rand: 
Arnon AI. ^ Von anderer Hand am Band: Maensenensis A 1. 
e vellet A. f om. Q, g fuisset B 1. 

i Ä 20, Z. 7-^11. 

' Unter Adrian I. nach Mart.; nicht abgedr, 45 

' Vgl. Loserth, Die Öeschichtsquellen von Kreniafnünster S, 87, Z. 15 
V. u. Andreas benutxte vielleicht eine unbekannte Quelle der Krems- 
münsterer Aufzeichnungen, da attch im Folgcfiden sich Anklänge an fetztere 
xeigen, ohne dass direkte EntleJinung wahrscheinlich ist. 

* Im Folgenden ist der Text des Elck. und der Abschnitt Privaeio 50 
Tasselonis der Fund., dem die Annales Laurissenses maiores xu O runde 
liegen (NA, 24, 6S4), vermischt . 



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- 27 - 

qualicunqae malicia, totum hoc super Tassilonem et socios eins verteretur, Fund. 
et rex et Franci essent innoxii. Hiis verbis papa legatos* Tajssilonis ad 
ipsoin remisit. Rex yero acoepta ab apoetolico benediccione rediit in JSkk. 
Franciam, deinde venit in Warmaciam, ubi filios suos et filias cum uxore 
5 Bua Fastrada invenit. Ibi ergo habito generali conventu coram optimati- 
bii8 suis omnia, que facta sunt in itinere sno, narravit eorumque consilio 
l^atos misit ad Tassilonem, qni monerent enm, utrum apostolicis iussis 
obedire^ sibique fidem servare disponeret. Qui cum nollet obedire, rex Fund. 
tripartito exercitu Baioariam petiturus prope dvitatem Augustam ad Licum F!kk. 

10 amnem yenit, qui BavaroB ab Alemannis dividitS Pippino filio suo cum 
italids copiis in Tridentinam vallem confluente, Saxonum vero atque 
oiientalium Franconun exercitu super Danubium in loco, qui Peringa ^ 
dicitnr, conveniente. Videns autem Tassilo se undique circumfusum et^^i^^- 
qaod Bavari magis essent fideles Earolo quam sibi, ad regem supplex reintFkk, 

15 veniamque de ante gestis sibi dari rogavit. Rex autem, ut semper erat 
mitis, deprecanti pepercit, acceptoque ab eo filio eius Theodone cum aliis 
12obsidibn8 in Franciam rediit, sicque bello, quod quasi maximum yide- 
batur futurum, celerrimus est finis impositus. Deinde anno proximo 
sequenti Karolo apud Ingelinheim pasca ceiebrante et generale concilium 

20 habente Tassilo dux sicut et oeteri regni primates ad venit, quemad- 
modum prenarratum* est. Sed a Bavaris aocusatus, quod post 
datoe proxime obsides fidem non senraverit, sed suadente uxore sua Luit- Fund. 
pnrga Desiderii Longobardorum regis filia Avares, id est Ungaros, in Fkk. 
dissipacionem regni vocaverit, multaqae hostiliter et dixisse et fecisse, cum 

25 hec negare nequiret, maiestatis reus iudicatus est. Et dum omnium ore 
capitali dampnaretur sentencia, rex Earolus adhuc patricius Romanorum 
ob amorem dei et quia oonsangwineus eius erat, liberale eum cupiens 
interrogavit, quid iam agere vellet. Ille autem rogans licenciam sibi dari 
pro peocatis penitendi tonsuratur et in monasterium, quod ipse con- 

30 struxerat', missus est. Similiter et filius eius Theodo. Ceteri vero huius 
perfidie consortes per diversa exilia dampnati sunt. Ulterius autem pro- 
Tincia, quam tenuerat Tassilo, non duci, sed comitibus est commissa. Post-^z^''^- 
hec^ Karolus ad Ratisponam venit ibique maichas et fines Bavarorum 
disposuit. Alibi^ legitur, quod Tassilo a Karolo in prelio publice i^un(/. 

35 devictus cum suis vinculis mancipatur et per duarum pelvium ignitarum 
inspeccionem exoecatur. Qui penitencia ductus ad peticionem principum 
absolvitur et libere, quocunque vellet, ire permittitur. Ipse igitur ob spem 
fnturonun prospera mundi cuncta despiciens Lauriasam devenit ibique 
sub specie pauperis habituque religioso et ab omnibus ignotus usque ad 
10 extremum vite sue terminum permansit. Post multorum vero annorum 
curricula iam dictus Karolus Magnus ad ecclesiam Laurisensem pervenit 
ibique solito more una noccium oracioni vacans Tasselonem lumine 
carentem per manus angeli de ara ad aram cum summa reverencia deduci 
proepexit «. 

45 » om. C. ^ vellet add. C. « dicitur Peringa C. <* om. C. « per- 

spexit C. 

• Loserth a. a. 0. S. 86, Z. 17, 

• Ä 25, Z. 22 ff, 

• Loserth a. a. 0, S. 87, Z. 12 r. u. 

50 * Vffl. xum Folgenden meine Ausfiihmngcn NA. 24, 6^2. 



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- 28 — 

Fund, Summo igitur diluculo Karolus Imperator consui^ns patrem eoclene 
advocat diligenterque sciscitatur, quisnam sit, cui tanta beneficia ab aogelo 
impensa fuissent. Qui se ignorare respondit Sequenti itaque* nocte 
abbas cum imperatore bec eadem beneficia iam prelibato TasBÜoni ab 
angelo impensa videre meruit. Post bec Tassilo febre corripitnr et aooeptis 5 
ecclesiasticis sacramentis ex instancia virorum religiosorum vite soe orifp- 
nem gravi ter per singula suspirando Ulis enarrans feliciter migravit ad 
dominum. Ad cuius tumbam dominus quam plurima beneficia auziliom 

Elk.^eiuB implorantibus impertiri non dedignatur. Hie est Tassilo dox, qui 
in servicio et officio divino devotissimus existens inter cetera monasteiia 10 
Fund,* celebria PoUingen canonicorum regularium construxit, item Wessespranne 
sie dictum a quodam suo venatore dicto Wesso, qui fönte m ibidem a 
terra builientem a se repertum ostendit. Vidit quoque Tassilo, dum ex 
venacione aprorum quadam vice pemoctasset ibidem, scalam ad celoa 
porrectam et angelos dei ascendentes et descendentes per illam, sanctum 15 
autem apostolorum principem innixum scale et canentem ea, que in officio 
dedicacionis solent decantari. Item fundavit^ monasterium S. Nicolai 
Herrn,* Alt. Patavie, item monasterio Inferioris Altach *> plura predia dedit. Item 

^7/'/*;.^ Pataviam civitatem Bawarie instaurans et renovans episcopatus sedem, 
que apud Lauriacum, vulgariter« Ens ^, priusquam ab Hunis everteretiir, 2«j 
erat <^, inibi constituit. Denique in choro monasterii inWelten- 
burch versus« **subscripti babentur: 
Tassalo dux Bavarie, fundator baius ecclesie, 
Sex struxit in Bawaria Thassalo dux monasteria: 
Weltenburch, Chrembsmünster', Larch, Weczelsprnnn, 25 

Pfaffenmünster. 
Thassalo dux^ primum, postea rex fl^, sed monachus ad 
imum.** 

* igitur A. ^ Althe C. « ow. C. * 07n. C. « subscripti versus C. 

' rex C. « dux C. 3U 

1 Bexw, Äuct. Ekk. Altah. SS, 17, 362. 

« NA. 24, 685. 

» NA. 24, 695, Anm. 6. 

* De institutione mon. AÜah, SS. 17, 370, 

^ Auct, Ekk. Altah. SS, 17, 362, 35 

* Vgl, Janner, L 87, 

' So alle Hss, Um die Seehsxuhl xu erreichen, ist wohl xu trennen : 
C?hrembs, Münster, wobei unter ersterem Kremsmünster, unter letzterem 
Münchsmünster xu verstehen wäre. Vgl, VO, 1, 97; Jamier 1, 87, 

® Der letzte Vers stammt angAlich von Tassilos Qrahschrift; rgl. 4U 
Loserth a. a. 0. S. 88/89. Der Ingolstädter Üniversitäisprofessor Dietrteh 
Reysacher schrieb 1511 die Grabschrift xu Lorsch ab. Im dm, 1226 sagt 
er am Schluss : Ich Dietrich Reysacher, beder Rechten Doctor, Ozdinari 
der Universität Ingolstadt unnd kaiserlichen Camergerichts geschwomer 
Beysitzer, bin ofil bei dem Grab Tessilonis gewest unnd hab das Epi- 45 
taphium abgeschrieben, also lautent in lateynisch: 

Tessilo dux primum, post rex, monachus ad imum, 
Conditur hac fovea. Quem, pie Ohriste, bea. 
Idibus in ternis decesserat iste Decembris. 

Hoc epitaphium exscripsi de eins sarcophago decima Mail 1511. 50 
(Bayrr. Annalen 18S2, S, 338; Vaterland. Magazin 1838, S. 127.) Vgl. 
NA. 24, 084, ATtm, 4. 



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— 29 — 

Anno domini 792. synodo Ratispone collecta heresls Feliciana sie 
dicta a quodam Feiice episcopo dampnata est, qui Christum secundum 
hoc, qnod homo eat, adoptivum filium* dei dicebant, annoque^ sequenti 
Bvnodo magna in Franconvurt habita heresis item Feliciana dampnata 

5 est et über contra eam communi episcoponim anctoritate compositus est. 
Quem Felicem Engilbertus in preeencia Adrian! pontificis adduxit et post 
confessionem heresim abdicavit. ßynodus eciam, que ante paucos annos 
in Constantinopoli congregata septima universalis ab ipsa appellata 
secundnm cronicam' antiquam, ut nee septima nee aliqua^ dicere- 

10 tur, snperyacna ab omnibus abdicata est. Mortua est^^ antem Fastrada 
regina uxor Kaioli et Moguneie apud 8. Albanum sepulta est. 

Anno domini 795. Huni^^ missis legatis ad Karolum se cum terra 
sua ipei tradunt et christianitatem promittun t. 

(Adelwinus. 3. Sed. an. 24.) Anno domini 788. Adelwinus 766'. 

15 Batisponensi ecclesie preficitur episcopus.^ Hic^ iuxta decreta 
canonum et cum auctoritate Leonis pape LllJ in presencia piissimi 
imperatoris Karoli recta racione in synodali concilio cum iudicio episeopo- 
rum, clericorum necnon nobilium laicorum de loco, in quo nunc est 
monaeterium S. Emmerammi, cathedram pontificalemß^ mutavit et canonica 

20 auctoritate in civitatem in ecelesiam S. &tephani prothomartiris statuit et 
sue SQOcessoramque suorum proprietati ac potestati deineeps in futurum 
abaiienavit. 

Hucusque de Constantinopolitanis imperatoribus trac 
tatum est, sed deineeps tantum de Bomanis imperatoribus 

25 est tra-ctandum propter imperii translacionem. Ubi ad- 
vertendum est, quod post Constantinum Magnum, qui imperavit Ja^.^ 
tempore Silvestri pape, imperialis sedes apud Constantinopoiim 
habebatur, pro eo quod predictus Constantinus Roman am sedem vicariis 
S. Petri reliquit*» et apud predictam urbem sedem sibi ordinavit. Verum- 

30 tarnen propter dignitatem imperatoree Bomani nuncupati sunt usque ad 
illud tempus, quo Bomanum Imperium ad reges Francorum translatum 
est. Poetea vero ilii Grecorum seu Constantinopolitani, isti vero Bomani 
imperatores nuncupati sunt. 

Est autem triplex translaeio Bomani imperii usque 

35 modo regnante Sigismundo Bomanorum rege, qui nunc 
regnat anno domini 1421. 1421. 

Prima^ est de Grecis in Francos, que facta est per 

« dei filium C. ^ Anno quoque 0. ^ aliquid A 2. 3. B 1. 0. 
^ autem est 0. « Hunis El. ' om. C. e pontificiaiem B 1. 
40 ^ reliquerit A. C. 

^ Die Stelle findet sich fast wörtlich in Einhwrds Ännalen x. J. 794, 
doch dürfte sie hier wie die vorhergehenden und folgenden Sätze durch eine 
spätere Quelle vermittelt sein. 

' So Megenberg i?n Tretet, de lim. p. R. cap, 2. Da Andreas nach 
45 der nämlichen Quelle Baturicus 614 folgen lässt, müsste er 26 Episcopats- 
jähre angehen. Megenberg selbst sagt: Sedit annis 26 alias 24. 

• Die folgenden Worte sind der gefälschten Btdle Leos JH. erUno^nmen. 
Vgl Janner J, 117. 

* Qraesse S. 835. 

50 * Die folgende Theorie von der dreifachen Translatio entspricht nicht 

den Ansichten des Marsilius, den man hier, wie oben S. 15 und 18 f., benutzt 
erwartet, sondern dürfte a^is Megenbergs Chronic stammen. 



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— 30 — 

manus Leonis^ pape III., qui Karolum Magnnm regem Fran* 
corum in nrbe inBomanum imperatorem coronavit. Secnnda 
translacio est de Francis in ItalicoB, qne facta est per 
manas Sergii pape, qui^ post Ludowicum III., qni faitde 
genere Karoli Magni, cum omnium Bomanorum yelie Baren- 5 
garinm italicam potentem dominum Bomanornm impera- 
torem fecit, et imperaverant in Italia annis 54 nsque ad 
Ottonem I. Tercia translacio fuit de Francis sew Gailicis 
in Germanos facta per Bomanos tempore Johannis pape 
XII., qni post Berengarium IV., qui fuit ultimns imperator l<i 
Italiens, Ottonem I. Bomanorum^ fecit imperatorem. 

Ekk. (796. 96. Leo III. Sed. an. 20, secundum alios 25.) . . . Post 

hec Leo iste Karolo regi, dum in die natali domini ad missarum sollempnia 
ab oracione surgeret, nichil minus speranti coronam imperialem superposuit 
et imperatorem pronuncciavit et a cuncto populo Bomano acclamatum est: 15 
Karolo Augusto, a deo coronato, magno et pacifico imperatori Bomanorom 
Tita et yictoria. Post qaas laudes unctus ab apostolico et antiquomm 
more principum ab eo adoratus ablato patridi nomine imperator et 

Augustus appeliatur 

Per hunc igitur Leo'nem in. facta est translacio im- ^ 
perii de Grecis ad reges Francorum et ex consequenti in 
Germanos, et sie, ut<^ yerbis magistri Conradi de Monte 
puellarum' utar, per Stephanum II. inchoative translatnm 
est Imperium Bomanorum in personam Karoli Magni in dando 
sibi auctoritatem advocatoriam defendendi ecclesiam dei 25 
et Adrianus I. auxit hanc potestatem in faciendo ipsum 
patricium Bomanorum, id est patrem et tutorem quasi <> 
pupillorum et yiduarum, sed Leo III.® papa huiusmodi 
translacionem perfecit finaliter et implevit. Sed quia 
iustnm est omnia a fine denominare, ergo Leoni pape pocius 3<) 
Jfar^. est huiusmodi translacio asscribenda. Hie Leo fecit porticum 
S. Petri 

Ekh (801. 70. Karolus Magnus. Beg. annos 14.) * **Anno domini 

Ekk *Anno domini 792.' Karolo Magno a natali domini per totam 

estatem Batisoone commorante quibusdam Francis agentibus conspiravit 35 
contra eum nlius eius Pippinus ex concubina itemque alii propter Fast- 
radam reginam, cuius crudelitatem se ferre non poese Franc! dicebant. 
Que conspiracio cum per Fardulfum Longobardum detecta fuiaset, 
ipse ob mehtam fidei servate monasterio S. Dyonisii donatus est, 
auctores yero coniuracionis partim gladio cesi, partim patibulo sob- 40 
pensi sunt. Bege s autem propter bellum cum Hunis susoeptum 
Begenspurc sedente persuasum est ei a quibusdam percommode a Danubio 

» cui Bl. ^ fecit imp. Bom. C. «^ ut — utar om, 6. * om. C. 
e papa III. 0. f 712! B 1. » rex B L 

^ Vgl untm Z. 20^31 45 

* Man sollte ertcartefiy dass gerade diese Worte sich in Msgenbergs 
Tractatus de translaiione imjjerii finden. Dort ist xicar in Kap, 3 und 4 
(Cod. Eichst 698, S, 408—410) in obigem Sinn abgefiandeU, aber mit 
andern Worten. SolUe obiger Wortlaut also aus Megenbergs Chronik 
stammen ? 50 



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— 31 — 

801. Karolus MagnuB rex Francorum , Pippini regia filiosi regnare Ekk. 
cepit regnavitque annis 14. Hie Karolus dictus est Magnus a magnitu- 
dine virtutum. Fuit autem^ nacioneTeutonicus, quiaFrancus^ Germani- 
cus erat. Nam id habet commuDis assercio Germanorum, quod locus 

5 originis sue fuerit YÜia Ingelnheim, que a civitate Moguntina tantum per 
duas lencas distat. Ad quam intencionem magister Conradus 
de Monte pnellarum^ auctoritate cronice Godefridi Viter- 
biensis quondam iinperialis curie cappellani et notarii ponit 
hu nc versum : 

10 Natus in Ingelnheim, cui Berchta fit Ungara mater. 

Puit autem Karolus corpore decorus, sed visu^ ferus^ Flor. 

Ab hoc quoque Karolo primitiva fundacio monasterii in Metern ^ Fund.^ 
exordinm habuit in hnnc modum. Cum enim ipse Karolus Magnus 
provinciam Bavarie optineret, accidit, quod transitum faceret in venacione 

15 positus per locnm, in quo predictum monasterium pronuncest situin, tunc 
silvaticam existentem viditque ibidem hominem disposicione heremitica 
existentem, qui in construcdone cuiusdam ceilule extitit occupatus et 
bipennem, cum quo iigna exscindebat, ad radios solares suspendentem. 
Quo yiso miraculo predictus rex ammonuit prefatum heremitam nomine 

20 in Bhennm nayigari, si inter Badanciam, volgariter Eegnicz, et EH-. 
Aitimonam, volgariter Altmül, fluvios eiusmodi fossa duceretur, que 
esset navium capax, quia horum fluviorum alter Danubio, alter Bheno 
misceretnr. Confestim rex cum omni comitatu suo ad locum huic operi 
aptum venit ac magna multitudine hominum congregata totum autumni 

25 tempuB in hoc consumpsit. Ducta est itaque fossa inter predictos fluvios 
2 milium passnum longitudine, 300 pedum latitudine, sed frustra. Nam 
propter inges pluvias« et terram, que palustris est naturaliter, opus, quod 
fiebat, Stare non potuit, sed quantum terre a fossoribus de die egestum 
fnerat, tantum noctibus humo iterum relabente subsidebat. Quo sie in 

30 hoc opere occupato nunciata est Saxonum omnimoda defectio et Fran- 
corum plurima a Sarracenis interfectio. Quibus rebus commotus in 
Frandam revertens natale domini celebravit apud S. Kilianum Wirciburk, 
Bcilicet iuxta Moenum fluvium, pascha vero super eundem in villa Fran- 
conovurt, ubi et hiemaverat. add, B 1. 

35 **Anno' domini 800. Karolus Augustus» terram Avarorum siye Herrn.* Alt, 

Hunorum per bellum continuum 8 annorum capiens Avaribus expulsis 
ipsam terram Avariam sive superiorem Pannoniam, que nunc nomen ^ 
tenet^ Austrie, totam inter ecclesias Bawarie, pontiiices et abbates, comites 
dividit et barones. Ubi ecclesie Inferioris Altach * non parvam dedit por- 

40 cionem. am Band A 1. B 1, im Text C. 

» om. C. ^ usu B 1. c yerus carr. severus AI. ^ Meten C. 
• fluvioB B 1. ' Hie eciam Karolus C. » Magnus C. ^ dicitur 
Austiia 0. ^ Althe C. 

* Von kier an bis distat fast gleichlautend in Megenhergs Tract. de 
45 transl. imp., Cod. Eichst, 698, S. 411. 

* Megenberg das. : Ad idem Gotfredus {der vorher quondam imperi* 
alis cnrie capellanus et notarius genannt ist) in cronica sua ponit hune 
versum: Natuis ttc. und ebenso in seinem Tractatus de lim. p. R. cap. 5: 
De quo Karolo ponit Gotfredus Yiterbiensis olim imperialis curie capellanus 

50 et notarius in chronica sua hune versum: Natus etc. 

* NA. 24, 696. 

* De instttutione mon. Altahensis SS. 17, 370. 



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— 32 — 

Fund. Uttonem, ut aliquid peteret ad profectum auum, quod presto eaaet se 
daturum. Qui peciit, ut cultus dei in construccione cuiusdam monasterii 
amplificaretnr. Quod rex statim annuit et monasterium ibidem fieri iussit 
et muneribus magnificis legaliter sublimando dotavit 

Eid;. Hie eciam post sueceptum imperium, cum adverteret multa l^bus 5 
populi sui deesse, Gennanis^ sive Teutonicis in lingwa germanica »ve 
teutonica quasdam leges dedit, que a multis hodie habentur 

Flor, Tandem febre et pleuresi pulsatus^ 5. Kai. Februarii deoesait anno 

Ekk. etatis sue 72., regni 46., imperii 14., indiccione 7., sepultus Aquisgrani 

in basilica ^, quam ipse construxerat 10 

Deinceps tantum de Bomanis imperatoribus, ut pre- 
missum est, tractandum propter imperii translacionem. 
814, (Baturicus. 4. Sed. an. 26.) Anno domini 814^ Baturicus 
Batisponensi ecclesie preficitur episcopus. Item a Batnrico 
Batisponensi^ episcopo Hemma regina, mater Karoli im- 15 
peratoris, monasterium beatissime^ semperque Virginia 
matris domini nostri Jesu Christi Marie in civitate Batis- 
pona, quod dicitur® Obernmünster, sollempni et legitime 
concambio recepit***. Utrum autem Karolus iste, cuius hie 
fit mencio, fuerit II. vel III.* huius nominis imperator, 20 
certum habere non potui . 

Flor. (815. 71. Ludowicus I. E^. an. 25.) Anno domini 815. Ludo- 

wicus cognomento Plus, Karoli Magni filius, regnare cepit regnayitque 

Marl, annis 25. Hie habuit duos fratres, unum, qui Teutoniam, alium, qui 
Hyspaniam regebat, et ambos superavit. Qui eciam ultimo malum finem 25 
habuerunt. Hie Ludowicus tres filios habuit, yidelicet Lothariom, 
Pipinum et Ludowicum. Primum, scilicet Lotharium, cesarem feeit, cui 
eciam Italiam regendam commisit. Secundum, scilicet Pipinam, 
Aquitanie regem fecit. Tercium vero, id est Ludwicum, Bayaris et 
Germanis regem et principem fecit. Hie Lud wicus rex Germanorum 14 30 
duces Bohemorum cum suis sequacibus baptizari fecit et in fide christiana 

i^/or. diligenter edoceri. Item Ludwicum imperatorem filii sui capientes ali- 
quamdiu incluserunt, sed eodem anno penitentes yeniam postulantes ipsom 
restituerunt 

* pro monasterio in Mansee^^ quod regina eadem 35 
ecclesie Batisponensi dedit in recompensam. add. C. 

» correptus C. ^ beate Marie culd, C. ^ episcopo Batisp. C. 
^ beatissime — Christi om.y dafür sancte C, oni,, dafür beatissime yirginis 
A3. « Obermünster dicitur C. ^ Mänse C 1. 

^ Der Schiusa dieses Saixes hei Megenberg, De transl, itnp. Cod. 40 
Eichst. 698y S. 411, 

' So auch Megejiherg Tract. de lim. p, B. cap. 2 und 5, aber beide 
Male: Sedit annis 28 alias 30. 

^ Vgl. daselbst cap. 5: Hemma eiusdem Karoli genitrix idem 
monasterium a Balurico Batisponensi episcopo legitimo concambio recepit 45 

* Megenberg a. a. 0. cap. 5 entscheidet sich im Zweifel über Karl 
den Orossen und Karl den Kahlen für letzteren. In G 1 am Rand von 
der Hand des Ghristophorus Hoffmann : Carolus iste f uit III., qui et Crassus. 
Lege Privilegium superioris monasterii a Carolo III. traditum (886 Febr. 16), 

« Mondsee. Über die Urk. (833, nicht 831, Fein; 13) vgl Janner 50 
h 182 ff. 



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Qoo^(^ 



- 33 — 

(Enchanfridu«. 5. Sed. an.9.) Anjiodomini 840.* ErchanfriduscS^f?. 
Ratisponensi ecclesie preficitur episcopus. 

(840. 72. Lotharius I. Eeg. an. 10.) Anno domini 840. Lotharius Flar, 
filius Ludwici imperatoris supradicti regnare cepit regnavitque annis 10. 
5 Hie £x)thanu8 filius Ludwici senior solns sibi usurpat imperium. De hoc Mart. 
alii duo» fratres, scilicet Earolus et Ludwieus, dolentes bellum contra 
ipsum parant et in pago Antisiodorensi convenientes tarn grave prelium Flor. 
coinmiserunt, quod nulla etas meminit tantam stragem hominum in regno 
FrancoTum. Tandem pacto inito Earolus regnat in Francia, Ludwicus Jar.^ 
10 m Germania et Lotharius sibi remanente imperio in Italia et parte Franciei Matt. Joe, 
qne ab ipso Lotharingia dicitur 

(Embricho. 6. Sed. an. 30.) Anno domini 850.^ E mb rieh o 550. 
Katisponensi ecclesie preficitur episcopus. Hiisdem t/^m^oTi- Fund,* 
bus^ Rathardus presbiter apud territoriam^ Diessense <^ ", quod propter 
15 sonitum aque ibidem decurrentis nonlen accepit, monasterium S. Georii 
martiris constrnxit ibique canonicoe reguläres ordinis B. Augustini coadu- 
navit. Hoc postea per Arnulfum duoem et comitem palatinum, perdicionis 
filium, x>enitQ8 est destructum et ab<* inhabitacione hominum per muita 
temporum curricula mansit desolatum, donec per alios Christi fideles 
20 extitit re^^tauratum. 

(871. 107. Johannes VIII. Sed. an. 10.) ... Sub hoc celebrata 3faW. 
est 8. synodus in Constantinopoli 383 episcoporum. Et quia regule 
huius sancte ac® universalis synodi habentnr apud nos, 
canonem unum de eisdem de adorandis imaginibus, quas 
25 heretici hiis temporibus confringunt, cum sua rubrica 
huic operi inserere curavi: 

Yt honoretur et adoretnr imago domini nostri Jesu Christi, eque 

sanctorum über ewangeliorum et figura preciose crucis, simiiiter et inte- 

merate matris eins et dei genitricis Marie et omnium sanctorum necnon 

3() et oelestium ministrorum.' 

(872. 74. Karolus II, Reg. an. 2 men. 9.) Anno domini 872, 
KaroluB II. frater Ludwici II., alibi^ f rater Lotharii imperatoris et rex 
Gallie, imperium invadens regnare cepit regnavitque annis 2 et mensibus 9. . . 

Quid am sc ri bunt hunc fuisse patruum^ Ludwici il. et eodem 

35 mortuo imperium adeptum fuisse. In quadam deniques cronica*' 

in numero impeiatorum non ponitur 

(875. 75. Karolus III. Reg. an. 12.) Anno domini 875. Karolus, MarL 
qui dicitur Grossus vel iunior, rex Alemannie, id est Swevie, filius Lud- 

» fratres duo 0. ^ om. C. ^ Diassense A3. ^ oiti. A. ^ et C. 
40 ^ alibi — Gallie am Rand A 1. om, A 2. im Text ohne frater A 5. die 
übrigen Hss, iyn Text. « tarnen C. 

* Megenberg: 842 und: Sedit annis 10 alias 9. Vgl. Jamwr i, 200 f. 
'' Oraesse S. 887. 

' Megenberg: 852 und: Sedit annis 34 alias 30. Vgl. Janncr 7, 215. 
45 ' NA. 24, 685. 

* Die Quelle nennt das Jahr SÜO. 
'' Diessen am Ammer nee. 

" Folgt Kap. 3 {xu dem auch die vorausgehende Überschrift gehört) 
der RegtUae sanctae ac universalis <S. synodi Consta7itinopolitanae, gedr. 
50 Mansi 16, 161. Harduin 5, 000. 
^ So Flor, 
» Ekk. 

Quellen und Erocrterungeu N. F. 1. 3 



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_ 34 - 

Martmci regia Germanie, qui fuit nepos Karoli Magni et filius Lndwici L, 
regnare cepit regnavitqae annis 12. Hie Galliam et Germaniam padfioe 

Ekk. possidens anno imperii sui 2. a Johanne papa coronatur. Hie habuit duos 
fratres Lodewicom, qui, at aiunt, tenuit OBtrofranciam, et Kariomannum, 
qui tenuit Bavariam et appellabatur rex Bavarie, cuios filius Amolfiis 5 
postmodum obtinuit monardüam 

880, (AspertuB. 7. Sed. an. 4.) Anno domini 880.^^ Aspertas 
Batisponensi ecclesie preficitnr episcoputf 

Ekk. (888. 76. Arnolfus. Beg. an. 12.) Anno domini 888. Arnolfos 

filius Karlomanni, qui fuit f rater Karoli, qui ^ dictus est Grossaa, r^piare 10 
2^?u^.' cepit regnavitque annis 12. Hie Arnolfus regum £urope famosiasimus, 
cum Nortmanni pessimi pagani episcopia et monasteria sanctorum deyasta- 
rent et episcopos unacum canonicis, monachis et sanctimonialibus in- 
differenter necarent, conducto exercitu in fines oocidentalium Francorum, 
ubi hostes consederant, devenit. Tunc ceteris omnibus pre multitndine 15 
nimia paganorum et ob pedestre bellum Francis eatenus insolitum despe- 
rantibus rex solus in rege regum spem suam ponens et exhortadonibus 
vaUdis ad ulciscendum Christianorum sangwinem incitans milites ipee 
yexillum anteferens preliari cepit, et mox subveniente gracia dei victona 
cessit ad Christianos, ita ut ampnis alveus, cui insederant et antea Ulis 20 
pro muro fuerat, tunc cadaveribus interceptus universis stupentibos siocus 
appareret. In eo prelio cesi sunt duo reges Nortmannorum et Danorum 
Bigefridus et Godefridus necnon regia signa 16 ablata<^ et in Bawariam 
pro testimonio 8unt<^ transmissa. Tunc quoque rex cum omni exerdtu 
ad letanias procedens laudes magnificas deo celebrare® preoepit, qui talem 25 
suis tribuit triumphum, ut uno de parte Christianorum occiso mille de 
parte paganorum perirent usque ad unum. ^Hic Arnolfus anno 7. r^^i 
sui a Formoso papa coronatus imperatoris et August! nomen sortitar. 
Hie pre ceteris regni sui locis Ratisponam metropolim Bawarie dilexit. 
Unde eciam ob honorem preciosi dei martiris Emmerammi mnroe eins 90 
ampliiicayit et auxit monasteriumque dicti martiris Emmerammi plurimam 
adornayit ac largis possessionibus locupletavit. Hie cum trinmpho de 
Gallia a cede Nortmannorum In Bawariam rediens ossa S. Dyonisü 
Ariopagite secum tulit, que, quamdiu incolumis vixit, secum retinuit. 
Tandem sendens sibi mortem imminere S. Dyonisii ossa dicto monasterio 35 
S. Emmerammi, quod situm est Ratispone, perpetuo servanda tradidit 
unacum ewangeliorum libro,^ qui sie ornatus' est ab extra auro 
gemmisque preciosis, intus vero aureis litteria scriptus^ per 
singulos margines omnium foliorum singulas habens miran- 
Üfar/.das picturas, quod yix ei similis possit reperiri. Ipee vero 40 
Arnolfus paralisi dissolutus nulla arte medicinali poterat adiuyari^ quin a 

» 880 corr.^ 890 A 1., dw übrigen Hss. 880. ^ Grossi staU qui — 
GroBsus C. ^ sunt add. C. ^ om. C- ® celebrari C. * ordinatus A 2. 

* Megenherg: 886. Vgl. Janner i, 25h 254, 

« NÄ. 24y 698. 45 

* Das Folgende stammt aus Regensburger Atifxeicknungenj von denen 
sich fast gleichlatUende Bruchstücke in den Fund. {clm. 14594, Bl. 66 und 67) 
finden. Vgl NA. 24, 700. 

* Der berühjnte Codex aureus vmi St. Emmeram, jeixt clm. 14000 = 
eim, 55 der k. Hof- U7id Staatsbibliothek xu München, über die Es, vgl, 50 
neuestens Chroust, Monumenta palaeographica, Lief. 2, Taf, 2, und Swar- 
xenski, Die Regensbiirgcr Buchmalerei (Lcipt. 1901), S. 29 ff. 



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~ 35 — 

deepectis iniraicis, qui eum invaserant, consumeretur et nonnulli inde Hart, 
veneiicii et maleficii criminati puniti Bont. Hie aepultus est inchoro 
dicti monasterii S.Emmerammi\ Caius anniversarius agitnr 
ibidem* in die 8. Virgilii*>', concluditurque officinm pro^V. 27. 

5 defunctis cum antiphona^ subscripta: Fidelie Cesar beatis reli- 
quÜB potiri gaudens apud iilas ipse sepeliri preelegit Dyonigü sese 
speranB subaidio et tutela falciri. Unde et desideriaai est impletum 
in hoc viri. fiic est iUe Arnolfus, qui ad Macharii ferbuit cultam, 
quem et dilexit mnltnm. Hie est enim ille Arnolfus, qui ei, quem 

10 vivens eoluit, tandem abesse mortnus noluit, martiri Christi glorioso, 
* quem in celis coronatum novit iapide preeioso. 

(890. 111. Formosus. Sed. an. 5 men. 6.) . . . Qui in Ratis. F/or. 

pona monasterium S. Emmerammi dedicavit 

(Tuto. 8. Sed.an.35.) Anno domini 894.«^ Tuto monaehus5.W. 

15 et custos ecelesie 8. Emmerammi Batisponensi ecclesie 
prefieitur episeopus. 

(901. 77. LudowicuB III. Reg. an. 6 vel 12.) Anno domini 901.F/or. 
Ludowicas Arnolfi imperatoris filius adhuc puer regnare cepit regnavit- 
que annis 6', seeundum alios yerol2^ Hie ad eoronam imperii 

20 non pervenit. Unde ipse fuit finis imperii quantum ad posteritatem Karoli 
cnlpis exigentibus, quia ecclesiaa, quas patres eorum exstruxerant, non 
foyebant, sed dissipabant. Immo Francigene non adiuvabant Bomanoe 3/ar/. 
contra Lombardos rebellantes et ipsis multas iniurias inferentes. Ob quam 
causam seeundum sentenciam Bomanorum facta est seennda 

25 imperii translaeio de Francis in Italicos per Bomanos et 
Sergium papam III. Nam Sergius papa propter multas 
negligeneias Ludwici peractas eum omnium Bomanorum 
yelie^ Berengarium italieum potentem dominum Boma- 
norum imperatorem feeit et sie tempore illius Ludwici dividi cepit 3/ar/. 

30 imperium. Quidam enim, sicut infra patebit, tantum in Italia et 
quidam tantum per Alemanniam imperabant usque ad Ottonem I., qui 
cepit utrobique imperare. Iste Ludwicus Berengarium, qui tunc regnabat 
per Itaüam, fugavit, et cum pro ipso regnaret, Verone capitur et exoe- 

35 * 5. Kai. Decembris, id est add C 6. ^ Vigilii A. B. episcopi 

add, C. « 890 corr. 894 A 1. 895 A 2. C 1 2. 885 A 3. 4. 5. B 1. C 6. 

* Über das arab Walderdorff* S. SSO, 

' ' VirgüiuSf nicht Vigiliua. Auch nach den Nekrolog ien van St. 

Emmeram wurde Aniulfs Gedächtnis am 27. Nov. gefeiert: 5. Kai. Dec. 

40 Pie memorie AmoJfus Imperator fundator huius loci. MB. 14, 402. 
VO. 13, 398. Über abiceichende Daten rgl. Dümmlery JahrbücJier des o.st- 
{rank. Reichs 2, 472. P. Roman /Arngibl berichtet {Neue hist. AbhandL 
der churf. baier. Akad. d. W. 3 (17U1)^ 37S), wie noch xu .meinen Zeiten 
der Jahrtag abgeJiulten icurde. Vgl. auch Gemeiner 1, 96. 

45 ■ Schluss des Officiums der Trantilatio S. Dionysii; gedr. nach clm. 

14600 und dem Druck des Breviarium S. Emmerammi B vom J. 1571 
in Dreves, Atialecta hymnica 13, 108. Atich enthalten in dem Anti- 
phonarium clm. 14084, Bl. ISl, in uelcliem das am Anfang stehende 
Kalendarium xum 27. Nov. auch den Eintrag: Anniversarius Amolphi 

50 aufweist. 

* Megenberg: 890. 8edit annis 36 alias 35 Vgl. Janner 1, 255 f. 
« Mart. 

" Flor. Eid:. 

' Vgl. S. 30, Z. 5. 

3* 



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— 36 — 

Mßnn, catür, et Berongarius imperio restituitur. Hie Ludowicus moritnr et 
Fund,^ Ekk. Batispone in medio chori monasterii S. Emmerammi sepelitur*. Huias 
temporibus Conradus pater Conradi, qui postea per Alemanniam regiuiTit, 
fratrem Adelberti comitis occidit. Fuit autem Adelbertus iste fiiius 
soröris Heinrici ducis ^, sed postea regia, que dicta est ßabam, a qua et 5 
mons Babenberg Dominatur 

Ekk. (Conradua. Beg. ao. 7.) Anno quoque domini 913. Conradus filias 
Conradi, quem Adelbertus occidit, vir strenuus bellorumque exercicio 
doctu3, omnium eleccione in Alemannia regnare oepit regnavitque annis 7. 
Huius temporibus potentissimi principes erant Amolfus in Bawaiia, 1^ 
Burchardus in Suevia, Eberhardus comes potentissimus^ in Francia, GisU- 
bertus dux in Lotharingia, inter quos Heinricus Saxonum et Thnringonim 
dux prepotens pollebat. Secundo autem regni eins anno memorati 
principes huic presertim rebelies extiterant. Quos ille tam sapiencie vigore, 
quam fortitudinis robore superavit suamque ad fidelitatem perduxit. 15 
Amolfus autem nimio terrore coactuB cum uxore ac filiis ad Ungaros 
fugit ibique usque ad obitum Conrad! permansit 

Ekk, (Heinricus I. Beg. an. 17.) Anno domini 921. post Conradum 

Heinricus genere Saxo, fiiius Ottonis ducis, regnare cepit regnavitque 
annis 17. Hie Heinricus appellatus Humilis babuit uxorem nomine ^ 
Mathildam sanete conversacionis feminam, ex qua genuit Ottonem Magnum 
et Heinricum ducem Bavarie. Heinricus dux Bavarie genuit Heinricum 
ducem dictum Hezil. Hie Heinricus genuit Heinricum Babenbei^naem 
dictum Pacificum, qui sine berede discessit Hie Heinricus dictns 
Mart. Humilis inter imperatores non computatur, quia non regnavit in Italia nee 25 
fuit per papam coronatus. Legitur tamen in antiqua cronica, 

Ekk, qaod, cum unccio et dyadema a summo pontifice, qui eo tempore Herigenis 
erat, sibi ofierretur, non sprevit nee tamen suscepit: Satis, inquiens, michi 
est, ut pre maioribus meis rex dicar et designer divina annuente grada 
yestraque pietate. Penes meliores vero nobis unccio ac<^ dyadema alt 30 
Tanto honore nos arbitramur indignos. De isto Herigero summo 
pontifice^ in cronicis nullam inveni mencionem preter- 

E1ck,^VLS,m in cronica antiqua, ut premissum est. Eo tempore 
Amolfus dux audita morte Conradi regis, qui sine berede decessit, cum 
uxore et üliis ab Ungaria rediens honorifice a Baioariis suscipitur nee 3ö 
solum suscipitur, sed eciam, ut rex fiat, vehementer ab eis exoratur. Bez 
autem Heinricus cum inter omnes regni principes sibi obtemperantes 
Arnolfum solum realst ere cerneret, coUecto exercitu prevalido Baioariam 
tetendit eumque iuxta quosdam in presidio urbis Batispone obsedit. 
Quod ille videns seque regi resistere non sufficere perpendens portis apertis 40 
egressus est ad regem tradens semetipsum cum omni regno suo et honori- 
fice susceptus ab eo amicus regis appellatus est. Quidam vero scribunt, 

a om. alle Hss.^ ^ om. C. c et C. 

' NA, 24, 700. Vgl. Janner, l 282. 

2 Über das Grab Walderdorff* S. 337. 45 

• Aus dem Ausdruck summo pontifice bei Widukind, auf den die 
folgenden Quellen ^zurückgehen, ist ein Irrtum entstanden, der sich in 
viele Quellen fortgepflanU hat. Nicht um einen Papst, sondern um den 
Erxbischof Heriger von Maiux- handelt es sieh. Vgl, WaitXj Jttkrb. d, 
dt. Beichs unter Heinrich L, S. 220. Beachtenswert ist, wie Andreas seine 50 
Quelle Icontroliert. 

* Steht so bei Ekk. 



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— 37 — 

quod noD passus sit Arnolfus adventum regia in Bawaria, sed collectis, J^A:/«:. 
qoibus potuit, copiis obviam ei processerit ad pugnatn. Cumque in 
eo essent, ut bellum inire deberent, rex Heinricus, ut vir sapiens et timens 
deum, cogitans ex utraque parte dampnum irreparabile posse acddere, 

d Arnolf 0, ut solus cum solo loquatur, denunciat. Heinricus igitur prudenti 
sermone alloquens Amolfum increpat eum, cur dei ordinacioni resistere 
velit, cum se ab omni populo electum sciret, quod nisi deo disponente 
non fieret, affirmans, quia, si populus eque comm uniter eum eligeret et 
se, forte ipee primus in eius eleccionem acclamaret. Hiis verbis demnlsus 

O Arnolfus ad suos rediit indicans eis Heinrici sermones. Qui consilio 
eorum eleccioni ipsius Heinrici consensit, ea tarnen condicione, sicut ex 
coDsilio habuerat, si sibi hoc, quod deoessores eius non habuere, conce- 
deiet, flcilicet ut tocius Bavarie pontifices sue poteetati subiacerent uno- 
qae* defuncto alterum ordinäre lioeret. Arnolfus igitur miles Heinrici 

5 efficitur et ab eo, ut dictum est, concessis sibi tocius Bawarie pontificibus 
bonoratur. Hie est Arnolfus ille, super cuius denotacionem S. Udalrico 
Augnstensi episcopo, ut in libro gestorura eius legitur^, ostensus est 
gladius sine capulo. Qui rex fieri frustra cupiens Invasor regni extitit 
et pro huins acquisicione ecclesias monasteriaque destruens res earum 

distribuit in beneficia laicorum , 

(Isengrinus. 9. Sed. an. 11.) Anno domini 921.' Isengrinus^J?i. 
Ratisponensi sedi preficitur. 

(Conradus.) Sciendum, quod post Isengrinum^ quidam 
Ratisponensi ecclesie dicunt^ Conradum presedisae, et sedit 

ö mensibuB 6. 

(Gunthariua. 10. Sed. men. 6.) Cui successit Guntharius, 
qui eeiam eedit mensibus 6*. 

(Michahel. 11. Sed. an. 27.) Cui anno domini 934.'* successitÄV^. 
Michahel, qui sedit annis 27 ^ Hiis temporibus Eberhardus comes Fund.^ 

JO prepotentissimus, genere spectabilis fraterque eius Adelpero in Castro 
Ebersperg monasterium ordinis B. Augustini canonicorum regularium 
fundavernnt. Postea tarnen Udalricus filius dicti Adelperonis ordinem 
canonicorum ibidem in nigros monachos commutavit. Dicitur autem 
Ebersperg ab apro, qui locum eundem, antequam ibidem esset castrum, 

36 cum venaretur a Sighardo comito, qui fuit avus dictorum comitum, scilicet 
Eberhardi et Adelperonis, designavit, de quo longa esset hystoria, 
quam causa brevitatis obmitto. Item predictus Eberhardus ecisim f\ind. 
monasterium super llmam fluvium, dictum Geysenvelt ordinis S. Bene- 
dict de bona voluntate sue^ coniugis Alheidis ad laudem et gloriam 

10 nominis dei inchoavit et laudabiliter domino conceilcnte consnmavit. 

* uno quoque A. *» Sengrinum B 1. ^ credo melius 37, von 
späterer Hand am Band C. ^ coniugis sue B 1. 

* Sf) eitieri .schon Ekh. 

« Megenberg: 926. Vgl. Janner 7, 310. 
45 ' So auch Megenberg : Post illum aliqui habent Conradum, quem 

dicunt presedis-se mensibus 6. Also nicht erst Hoch wart y nie Janner h 321 
ctngiebt; die Bischof arcihen in ctm. US 71 sind erst nach 146.') geschrieben, 

* Megenberg: 30 ebdomadis. Vgl. Janner 7, 32 L 

■' Megenberg: 938. Sedit annis 30 alias 27. Vgf. Janner 7, 320'. 
Ol» « .V^. 24, 6SfS, 



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— 38 — 

(Otto I. Reg. ED. 26.) Anno domini 937. Otto filiu8 Heinrici 
regis in Alemannia regnare cepit regnavitque annie 26, priasquam ooiODam 
imperii acciperet. Huius regni anno 19. Ungari totam Bawariam vastantei 
dvitatem Auguatam, ut in legenda 8. Udalrici legitur, obaident. 

Ekk, Otto igitur rex suos alloquens ac monens, ut modo in patria non cederent, 5 
qui sepius in terra aliena victores existerent» illos hello aggiesaus devidt. 

Flor, übi dux Conradus fortiter pugnans fraterque S. Udalrici Dyepoidus ocda 
sunt. Beges autem Ungarie suspensi Bunt Batisp one in patibulis. Qui 
in quibusdam cronicis^ tres fuisse* leguntur, in legenda 
autem^ S. Udalrici principes appellantur 1" 

Mart, (951. 82. Berengarius IV. Beg. an. 11. Albertus.) Anno domini 951. 

Berengarius IV. cum Alberto filio suo in Italia regnare cepit regnaTitqne 
annis 11. Hie Berengarius IV., ultimus Imperator italicus, non sicat 
Imperator, sed velud tyrannus Italiam gubernabat et cum cradelitatibus 
ipsam opprimebat, et eciam Sarraceni in multis locis Italiam usurpabant lä 
Tunc papa Johannes XII. et Romani et Italici sollempnes legatos ad 
Ottonem regem Alemannie destinarunt et coram Ottone de iniquitaübos 
ac male gestis Berengarii et filii sui conqueruntur, Ottonem hiuniliier 
supplicant, quod imperii gubemacula suscipiat et quod Italia a Sarracenü 
per eum et a Berengarii manibus defendatur. Otto igitur Italiam intrans ^ 

Ekk, pro imperii corona Berengarium posuit in conflictu et ipso capto in 
Bawariam cum coniuge sua nomine Willa in castellum Babenberg misit, 
ubi et presentem vitam clausit. Postea Otto Bomam pergena honorifice 
suseeptus est et a Johanne papa XII. et Bomanis triumphabiliter corona- 
tur. Hie' incipit tercia imperii translacio de Italicis in ^ 
Teutonicos. Et hie iscipiunt Teutonici imperare amisso 

imperio per Italicos 

(962. 83. Otto I. Beg. an. 12.) Anno domini 962., qui est 26, 
quo Otto I. regnavit in Alemannia, idem Otto rex Alemannie et dnx 

Mart. Saxonie suscepit Imperium regnavitque annis 12. Hie fuit primus impe- 30 
rator Teutonicorum. Exempto enim imperio ab Italicis soli Teutonici 
imperaverunt usque ad presens tempus^ scilicet quo numeratnr 

1420, AU uns domini 1420 ^, Hie pacata Italia cum uxore sua Longobarda 
nomine Adaleyda ^, que fuit relicta Lotharii imperatoris, quam ipse Otto 
eciam ^ de carcere Berengarii imperatoris liberavit, in Saxoniam rediit, de 35 
qua filium tam regni quam sui nonünis successorem genuit. Cui eciam 
filiam Theophanu Constantinopolitani imperatoris de Bomano sangwine 
procreatam in coniugem dedit* 

S. Wehr. ♦ Legitur^ in quadam cronica' volgari, quod Otto I., post- 

quam subiecit Lombardos et adhuc coronam imperii non haberet, ex 4(1 
edicto statuit fieri monetam ibidem a nomine suo Ottlein vocitatam. Dum 
autem idem Otto ab ipsis recederet, statim ipsi Lombardi in contemptum 

» esse A 2. »> om. A 2. ^ 1421 c. 1425 B 1. d Adaley- 
dam A. B 1. « et C. ^ Legitur — quod om.; dafür Hie eciam G. 

^ Bei Ekk.; ferner in den wahrseheinUch von Megenberg (ron 45 
Andreas selbst kaum) benütxten Annales Batisponenses, so dass hier eine 
aus Konrads Chronik entiiommene Stelle vorliegen könnte. Auch bei 
Hermann v. Atta ich SS. 17,370 unter Berufimg auf die gesta S. Udalrici. 

^ Quelle Megenberg? 

' So wörtlich bei Mart, 5«J 

* Sächsische Weltchronik, MG, Dt, Chron. 2, 162, 35. 



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— 39 — 

Hie eciam Otto propter bonum statom Bomane* ecclesie plunes Mart, 
Bomam veniens et iteram ad partes suas rediens piis operibus inten- 
dendo in allodio apud Maidburch ecclesiam mire pulchritudinis ad honorem 
S. Manricii fabricavit et eam maximis possessIonibuB ampliavit. Tandem 

5 cum mnltitudinem paganornm ad fidem Christi convertisset, feliciter est 
defunctns et in Maidburch in eodesia S. Mauricii^ sepultus. Hie eciam Jac;.^ 
Otto Tocatus Magnus dum in pascali soUempnitate principibus convivium 
preparasset, antequam sederent, cuiusdam principis filius more puerili 
ferculum de mensa accepit, quem dapifer fuste prostravit. Quod oemens ^ 

pedagogus pueri ipsum dapiferum mox peremit. Quem cum sine audi- 
encia cesar condempnare vellet, ilie cesarem ad terram deiecit et suffo- 
care cepit. Qui cum de eins manibus vix erutus f uisset, ipsum reseryare 
iussit se culpabilem clamans, eo quod festum non honorasiiet, unde 
ipsum liberum abire permisit. Huius Ottonis temporibus S. Wenzeslaus Flor. 

15 dux Bohemie invidia fratris sui oeciditur, propter quod ipse Otto Bohemi- 
am 14 annis impngnans totam deVastat. 

(S. Wolfgangus. 12. Sed. an. 22.) Anno domini 962^ ye\^962. 
sicnt in quadam cronica satis autentica legitur, 972.^, q\io972, 
Otto I. obiit, S.Wolfgangus Katisponensi ecclesie prefici- 

20 tur episcopus. Hie nomen suum, sicut in legenda^ sua legitur, V, S, W. 
per semetipsum interpretatus est. Nam in quodam armario, quod ipse 
construi precepit, inter reliqua, sicut erat peritissimus poematis compositor, 
ita Bcripsit: 

Struxerat ediculam mandrita Lupambulus istam'^. 

fö Hie Batispone fundavit monasterium S. Pauli insti- 

tuens ibi sanctimoniales ordinisB.« Benedicti^ Hic^S. Wolf- 

ipsius Ottonis monetam istam abiecerunt. Quod audiens Otto ipsos ^S^. Wehr. 
iterum subieeit et, ut haberent monetam de coreo facta m, eoe^t. ^ 

Hie Otto fratrem habuit Brunonem Coloniensem arehiepiscopum. 

30 Hie eciam fuit dux. Tuncque seeundum dictam^ volgarem 

cronicam* episeopi primum ceperant habere gladium temporalem. Quod 

quam plurimi in Brunone tamquam in viro deo devoto mirabantur. add, 

B 1. C. 

» ow. C. b est add. 0. « cemes C. ^ 962 — legitur om. C ; 

35 eine spätere Hand schrieb in A 1 daxu : vel 977. « om. B 1. sancti 0. 

^ Hie — ibidem dedicavit am Raml AI., aw. A 2. /f., im Text B 1. C. 

» Oraesse S. 838. 

- Keine dieser beiden Zahieti bei Megenberg^ der 968 angiebt. Da 
Andreas oben S. 38 Otto L von 962 an 12 Jahre Kaiser sein lässt, müsste 
10 er den Tod Ottos ins Jahr 974 seixen, wie dies bei Ekk. geschieht. Aus 
dem hier rorliegenden Widerspruch ist anxunehmen, dass die Worte quo 
Otto I. obiit atts der hier — da Ekk. vom Amtsantritt Wolfgangs 7iichts 
meldet — nicht mit diesem identischen cronica satis autentica stammen. 
Welches diese Chronik isi^ ist nicht fesfxustellen, da Wolf gang thatsächlich 
45 072 Bischof wurde und alle guten Quellen diese Zahl angeben. Für die 
Zahl 962 finde ich keine Quelle. 

» Vita S. Wolfkangi ed. Delehaye in Act. SS. Xor. Tom. 2, 567, 
Auch separat in Acta S. Wolfkangi (1894) S. 43. 

* Diese/t* Vers auch bei Megenberg, Tractatus de lim. p. R. cap. 7 
50 mit folgender Erklärung : Se namque Lupambulum vocat a lupo et ambu- 

lando conformans se proprio suo nomine in lingua thewtonica, et cum 
hoc mandritam, id est pastorem oyium, se nominat, eo quod episcopus esset. 

* Janner 1, 396 ff. 

« Sächsische Weltchronik, MO. Dt. Chron. 2, 162, 24. 



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Qoo^(^ 



^ 40 ^ 

gaiigus altare prime fundacionis monasterii in Malherstorf ^' 
quod Hcinricus et ErneBtus eius filius comites de Chircfa- 
perg, f undaverunt-, procurante Purchardo primo eiusdem 
' loci abbate in honore S. Johannis ewangeliste dedicavit-. 
Hie eciam montem prope Weltenburg incastellavit et 5 
ecclesiam S. Marie<^ virginis ibidem dedicayit^* 
V, S. TF. Hic^ in Boheniia provincia, que tunc 8ub BatispoDensis eoclesie 

parrochia extitit et noviter christiana fide iinbuta sacrilega^ ydola abiocerat« 
rogatu Ottonis ceearis episcopatum ibidem per modum concambiii fieh 
concessit, super quo^ et ipse Privilegium composuit. Dum autem primates h» 
aui sibi consulerent, ne ipse in hoc consentiret, dixit: Preciosam maiga- 
ritam sub predicte provincie terra latentem conspicirous, quam nisi 
venditarum comparacione <^ rerum non acquihmus. 
Ekk, (975. 84. Otto II. Reg. an. 9.) Anno domini 975. Otto IL, 

Mart. Ottonis Magni filius, regnare cepit regnavitque annis 9. Hie filio suo 15 
Ottone in Saxonia relicto cum regina et exercitu magno per Italiam 
transiens Komam venit ibique a Benedicto VII. cum magna leticia est 
Joe. coronatus cum regina. Hie Otto, dum Italici sepius pacem violarent, 
iterum Bomam venit et omnibus proceribus, ma^natibus et pontifidbus 
apud gradum eoclesie convivium grande fecit. Quibus epulantibus omnes 2^^ 
8U0S ministros latenter accingi fecit. Deinde de violata pace querimoniam 
movens iubet in scriptis culpabiles recitari, quos statim decollari ibidem 

Flor, faciebat, alios vero gaudenter epulari precepit. Qui omnes timore coacu 
leticiam simulabant. Hie contra Agarenos et barbaros cum Romanis, 
Teutonicis, Gallicis et Longobardis in Calabriam procedens Romanis et *25 

* Item in muro prope sepulcrum Purkhardi^ primi 
abbatis in Malherstorf, quem ferunt fuisse de Micbelveit % 
sie legitur: Carmine quivis discere si vis, corpore quid als, 
inspicias me; sis quid apud te, panditur ex me. £n ego 
Purchart, cura gravabat quem nova celle credita primum, 30 
qui levis hie sum turbo faville. Comprobo plane, quomodo 
vane quisque superbis terra functurus mox ruiturua flos 
ut ab herbis. Hec, homo, noscens sis michi poscens gaudia 

Juni 25. y BIS. y cui Julii sunt hepta Kaiende meta secura. Anno 
1100,Aom\TLi 1109. constructum est monasterium veteris capelle 3ö 

in Malherstorf per nobiles comites quondam ibidem resi- 
i2ö5. dentes^ Anno domini 1265. monasterium novum in Malhcrs- 
torf in honore S. Johannis ewangeliste in presencia domini 
Heinrici abbatis undecimi ex toto est constructum.^ add. 
am Rand A 1. im Text B 1. 44 ' 

» om. B 1. C. ^* sacrilegia A 2. c Qyn, A3. ** comparicione C 2. 

^ Mallersilorf, 

- Erst 1100. Vgl MB. 15, 255. 

«» Janner. h .^.'>^. 000. 

* V(jl. J\fB. 13, 353; Janucr 7, 392. Die an letzterer Stelle eiiieric 45 
angebliehe Bischofschronik Konrads von Ufegenbcrg ist, wie ich in der 
Einleitung darlegte, nur Ausxrnj aus Andreas Chr. g. Unter Berück- 
sichtigung dieser Feststellung vgl. auch Delehaye a. a. 0. S. 550. 

^ Der folgende Abschnitt aus Kap. 29 der Vita; a. a 0. S. 5 TS. 
" r 2122; MB. 15, 252, 5«) 

' Michelfeld bei Bamberg. 
« Janner l 392. 599. 
^ Das. 1, 393. 2, 767. 



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. — 41 « 

Beneventanis terga vertentibus totum pene amisit exercitum et solus in Flor. 
na vi a Grecis sub forma militis est receptus. Qui estimantes euni im- Hart. 
peratorem, sicuti erat, grece loquebantur, quod eum^ velleDt Constantino- 
polim ducere. Quod ipse audiens diesimulavit se intelligere et invocans Flor. 

5 S. Petrum finxit se thesaurum yelle effodere. Nautis igitur ad litus eum 
ducentibuB et sperantibus se thesaurum divisuros veuit quidam episcopus 
armatus cum multis et Ottonem liberans nautas occidit. Letus i^^itur 
Otto ad imperatricem rediit. Sed Borne langwens moritur et apud S.Mart. 
Petrum honorifice sepelitur. Hie Otto in quadam cronica Rufus ^ 

10 vocatur. 

(984. 85. Otto III. Eeg. an. 17.) Anno domini 984. Otto III., Ekk. 
filius Ottoxds II., adhuc puer, mirabiiia mnndi vocatus, regnare cepit Flor. 
regoayitque annis 17. Hie a Gregorio V. in imperatorem est coronatus. *3/ar/. 
Hie monasterium Inferioris Altach consilio episcoporum Wolfgangi Ratis-fierw/.' Alt. 

15 ponensis et Pilgrini Pataviensis reformavit. In prima namque fundacione 
instituti erant ibi monachi secundum regulam ß.<^ Benedict! <^, de quo 
habetur superius^ sub pagina Zacharie pape. Dum autem 
Arnoifus dux regnum ambiret, eiusdem ecclesie aliarumque proprietates 
fere totas in Bavaria et Austria diripuit et sibi militantibus distribuit. 

20 Unde hiia necessitatibus norma monachica ibidem defecit. Sub regula 
tamen canonicorum usque ad tempus huius Ottonis III. perstitit locus 
idem quasi per 100 annos et tunc per ipsum Ottonem imperatorem in 
priorem regulam reformatur.« Huius Ottonis uxor cüidam comiti se pro- Jac.^ 
stituere voluit. Sed cum ille nollet tantum facinus perpetrare, illa indi- 

25 gnata comitem apud imperatorem adeo infamavit, quod eum im|)erator 
sine audiencia decollari fecit. Qui antequam decoUaretur, rogavit uxorem 
soam, ut iudicio candentis ferri post mortem eum com probet innocentem. 
Adest dies, in quo cesar pupillis et viduis se asserit iudicium facturum, 
adest et vidua mariti caput secum in ulnis suis portans Tunc quesivit 

30 ab imperatore, qua morte dignus esset, qui iniuste aliquem occidisset. 
Qui cum privacione capitis eum dignum assereret, illa intulit dicens: 
Tu es ille vir, qui maritum meum ad suggestionem uxoris tue innocenter 

* Hic^ Otto III. factus« rex, dum adhuc puer esset et secundum ^ *S. Wehr. 
cronicam* volgarem sub iugo Brunonis archiepiscopi Coloniensis, 

35 qui erat avunculus patris sui, esset, idem Bruno ipsum Ottonem sepius 
virgis corrigebat. Otto igitur volens se in eo vindicare puer um mortuum 
in sui ipsius lectum posuit. Videns autem Bruno puerum mortuum 
existimabat esse Ottonem, unde perterritus incidit in infirmitatem. Dum 
autem famuli maxime flerent, Otto ingreditur. A quo Bruno quesivit, 

40 cur hoc fecisset. Qui respondit: Quia sepius me correxistis, volui me 
vindicare. Post hec Bruno convocat* curiam Maguncie, ubi regnum cum 
ipso Ottone nrincipibus resignat ^. Qui ipsum regnum cum Ottone 
archiepiscopo Maguntino committunt. a7n Rand A 1, im Text, aber ein- 
geklammert B 1. im Teoct nach reformatur C. 

•15 a vellent eum A. *> Ruffus C. ^ sancti C. ^ Augustini ! A 5. 

^ hier in C der Zusatx *. ' om. AI. 8 factus rex om. C. ^ se- 
cundum cronicam voJgarera om. C. » om. AI. ^ regnat B 1. 

* De institutiotie mon. Allah. SS. 17, 371. Nicht urspriitigUche 
^litteiluny des Andreas, wie Janner 1, 403 annimmt. 

30 -^ S. 22, Z. 7 ff. 

* Graesse S. 830. Über das Vorkomwen dieser Geschichte in 
diulereii Quellen vgl. Massmann, Kaiserrhronik 3, 1084. 

* Sächsische Weltchronik, MO. Dt. Chron. 2, 165, 36. 



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Qoo^(^ 



— 42 — . 

Jac. occidi mandasti. Et ut verum me dicere comprobes, hoc candentis fenri 
iudicio comprobabo. Quod cesar Tidens obstupuit et in manus femine 
se dedit puniendum. Intervestu tarnen pontificum et prcx^rum indacias 
decem dierum, deinde octo, tercio Septem, quarto sex a vidua aocepit. 
Tunc Imperator causa examinata et veritate cognita uxorem vivam con- 5 
cremavit et ob redempcionem sui quatuor castra vidue dedit. Qaecastra 
sunt in episcopatu Lunensi et vocantur ab induciis dierum Decimnm, 
J/ar^ OctaT um, Septimum et Sextum. Hie Otto in urbe, id» est Borna, 
que sie dicitur per excellenciam, sed cetera opida cum ad- 
iuncto, ut urbs Eatispona, urbs Parma etc., cepit constmere W 
grande palacium in palacio Juliani imperatoris. Sed Bomanis resistenti- 
bus imperator multis persecucionibus Romanis illatis post panooe dies 
vitam finivit. Et licet isti tres Ottones per suocessionem generia r^na- 
verunt, ut habetur in versu: 

Otto post Otto regnavit tercius Otto, 1^ 

post tarnen Bomani propter persecuciones ab Ottone ipsis illataa unacnm 
papa instituerunt ^ quod non per suocessionem, sed per eleccionem 
imperii gubernacula eligantur et presertim per imperii officiaiea. Qui sunt 
Septem, videlicet tres clerici, scilicet Maguntinensis archiepiscopus, qni 
est cancellarius Germanie, Treverensis, qui est cancellarius Gkillie, Coloniensis 20 
archiepiscopus, qui est cancellarius Italic, et quatuor layci, marchio Bran- 
deburgensis camerarius, comes palatinus dapifer, dux Saxonie portitor 
ensis, rex Bohemu8*> pincerna. Versus*: 

Maguntinensis, Treverensis, Coloniensis, 

Quilibst imperii fit cancellarius horum. ^ 

Est palatinus dapifer, dux portitor ensis, 

Marchio prepasitus camere, pincerna Bohemus. 

Hü statuunt dominum cunctis per secula summum. 
•'^^^. (Gebehardus. 13. Sed. an. 26.) Anno domini 997.» Gebe- 

hardus I. huius nominis Batisponensi ecclesie preficitur 3^ 
episcopus. Hie in territorio urbis Batispone quendam 
locum communi nomine Prtil vocitatum monachice vite 
aptum dei servicio construendum et asscribendum elegit\ 
Quem videlicet locum, prout eins erat facultas, construens 
construendoque usque ad finem perducens temporibas 35 
Heinrici II. piissimi et invictissimi ac magni et a deo coro- 
nati regis, successoris et consangwinei dive memorie Ottonis 
imperatoris Augusti, in honore sancti Spiritus paracliti 
et SS. Bartholomei, Yiti, Georgii et aliorum multorum, 
quorum nomina in ipsa ecclesia sunt scripta, dedicavit. ^ 
Et quia isdem locus monachis S. Emmerammi famulando 
subiacebat, ne aliqua exigente penuria murmur et recla- 
macio in posteris temporibus haberetur, quedam bona S. 
Emmerammi monachis firmiter concambiendo concessit. 
Hie Privilegium, quo dictum monasterium Prül privilegi- ^o 

» id — etc om, C, dafür Romana. ^ Boemie C. 

^ Quelle: Megenberg? 
' Vgl Forschungen 18, 8S, 
3 Megenherg: 990. Sedit annis 30 alias 28. 

* Das Jahr ist unbestimmt. Die Annahme des J, 997 scheint auf 5^^ 
die am Anfang dieses Abschnittes genannte Jahrxahi xurückxufiihrefi sein. 



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— 43 — 

ayitS unde et predicta sunt excerpta, cum clausula sub- 
scripta conclusit: Proinde quisquis es, maus futurus suc- 
cessor, te precor, te efflagito, te posco, te peto, te am- 
moneo*, te obtestor per spiritum paraclitum, quem in bap- 

5 tismo accepisti, in cuius Yidelicet honore hec domus 
speciaiiter est consecrata^ ne regulärem vitam inibi paciaris 
destrui nee in aliquo minui, sed certus de eterna remune- 
racione facias augeri et semper in melius profici. Eadem 
clausula duo successores eins equivoci nominis, scilicet 

10 Gebehardus II. et Gebehardus III., priyilegia, quibus dictum 

monaaterium privilegiaverunt, concluserunt 

(1001. 86. Heinricus I. vel II. Reg. an. 23.) Anno domini 1001. M/;. 
Heinricus dux Bavarie primus, qui ab officialibus imperii seu ^ principibus Mart, 
Alemannie in imperatorem Bomanorum est electus, regnare cepit regnayit- Ekk. 

15 que annifl 23 ac mensibus 5. Hie finita progenie Ottonis I., II., III. 
sine heredibuB Eomanum suscepit Imperium, d e cuius genealogia vide 
superius* sub Heinrico I. Hie notandum, quod plures sunt Hein- 3/ar^. 
lici reges quam Heinrici imperatores. Unde cum legitnr Heinricus I., 
racione nominis dicitur II. Fuit enim quidam Heinricus rex ante ipsum* 

20 Idem inteUigas de Conradis. Hie tarnen Heinricus, cuius hie fit 
mencio, Heinricum U., Bomanorum regem, in privilegiis 
suis se scripsit, prout«» in antiquo registro cuiusdam 
monasterii reperi. Denique hoc patet in priyilegio, quod 
Gebehardus I. huius nominis Batisponensisf^ episcopus 

25 monasterio in Prul dedit, de quo superius" vide. Quamvis 
enim mortuo Ludwico III. imperium Bomanum de Francis ad Italicos 
esset translatum, nichilominus tamen Alemanni suos reges habebant, 
quod plane patet superius^, licet imperiali benediccione carerent. 
Utrum autem Heinricus iste post acceptam imperialem 

30 benediccionem, quam anno 13. sui regni a Benedicto papa 
Rome accepit, scripserit se Heinricum I. vel II., in scriptis 
invenire nou potui. Hie Benedictum papam in Babenberg deduxit, 
ubi ecclesiam B. Btephani dedicavit. Hie Heinricus Stephano regi Ün-Jac. 
garie adhuc gentiU sororem suam Gisilam in uxorem dedit et tam ipsum 

35 legem quam totam suam gentem ad fidem Christi convertit. Qui 
Stephanus tante rellgionis fuit, ut multorum miraculorum gloria deus 
illum Illustrem reddiderit. Huius Heinrici uxor fuit« S. Kunegundis etMart. 
ambo yirgines permanserunt et in Babenbergensi ecclesia, quam edifica- 
Terunt, requiescunt miracuUs coruscando. Hie Babenberg civitatero, que 

40 fuit S. Petri, pro Narniensi apud papam commutavit. Hie cognita Herm^ Alt. 

» ammaneo A 1. 2. *> a add. C. « prout — reperi om. C. 

^ ecclesie add. C. « om, C. 

* Diese Urkunde ist nickt erhalten^ ebensowenig die Bestätigungs- 
Urkunden der Bischöfe Qebhard IL und UL, von denen am Schluss des 

45 Absckndtts die Rede ist, Andreas scheint sie gesehen und direkt benütxt 
XU haben. Durch ihn allein sind wenigstens obige Bruchstikke erhalten, 
Eochwart (Oefele 1,178) seh reibt aus Andreas ab und der von Janner 1, 434 
(Htterte Conradus de mmtte puell, ist der von mir als Ausxug aus Andreas 
erwiesene E^card'sche Bischofskatalog. 

50 ^ S, 35. 

•'» S, 42, Z, 30, 

* S. 35. 

^ De inst Hut ione man. Alf ah. *y.S'. 17, 371. 



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— 44 - 

Ilcrm. AU. sanctitate beatissimi Godohardi Inferioris Altach tnonachi et postea Hildes- 
imensis episcopi eiusdemque di8cipuli Gnntheri, quorom secretis consili» 
fruebatur, monasierium Inferioris Altach larga manificencia ditavit. Hie 
in civitate BatiBpona ecclesiam^que dicitur vetus cappella, 
ampliavit in venerabile collegium canonicorum^ In hac 5 
eccies:a usque ad tempora, quibus hec» cronica cepi*» 
scribere, permansit cappellula^ S. Marie^ Bub gradu yeraus 
occidentem et Beptentrionem, que tunc ampllata fuit; nam 
ante in latitudinem non plus habebat quam longitudinem 
altaris, quod permansit immobile. Hec cappellula, nt 1'^ 
fertur, fuit prima* ecclesia in terra Bavarie, unde et nomen 
vetus cappella accepit 

Flor. Item in Moguncia fuit archiepiscopus Willikinus, cuius pater bigas 

et currus facere solebat. Igitur ad parietes oratorii sui rotas snspendit, 
ubi causa hun^iiitatis ita scripsit: Willekis, Willekis, gedenke, wanne da 15 
kumen pist. Olavem huius camere Bolus episcopus servabat, unde the- 
saurum repositum ibi putabatur habere, donec imperator semel intromissus 
fuit Ideoque adhuc in vexillo Moguntino rota^ aratri est depicta. . . 

1022. (Gebehardus II. 14, Sed. an. 13.) Anno domini 1022.« Gebc- 

hardo« I., Batisponensif^ episcopo, successit in episcopatu Ä) 
Gebehardus II., Augustensis® canonicus. 
Etck, (1025. 87. Conradus I. vel II. Beg. an. 15.) Anno domini 1025. 

Conrad US ^ ex regni primoribus unus regno ante per rebellacionem adversos 
regnare cepit rcgnavitque annis 15. Hie anno 2. regni sui Bomam pergena 

Mnrt. imperialem benediccionem accepit. Hie multas leges condidit. Hie paoem 25 
in terris servare cupiens statuit, ut, quicunque pacem infringeret, capite 
Jac.'^ Flor plecteretur. Cuius edicti transgressor comes Leupoldus* cum uxore sua 
in silvam nigramff fugiens in quodam tugurio mnltis temporibna tanquam 
heremita latitabat. Quo dum imperator causa venacionis a suis elongatus 
divertisset, comes fugit et coraitissam ibi parturientem reliquit. Qua 30 
parturiente vox ad imperatorem facta est tercio dicens: Scias, Conrade, 
quod puer iam natus gener tuus erit. Qui territus, eo quod honÜDes 
rusticos esse putaret, duobus armigeris precepit, ut puerum occiderent et 
cor sibi afierrent. Uli cor leporis imperatori ferentes puerum super arborem 
posuerunt. Heinricus autem dux Swevie causa venacionis ibi transiens 35 
puerum invenit et eum sterili uxori sue clam attulit precipiens, ut dili- 
genter educatum filium suum simularet. Quod et factum est, vocavitqae 

* de Calwe klein iibergeschr. A 1. B 1. im Text C. 

a hanc cronicam C. ^ cepit scribi A3. ^ Eberhardo! A 3. 
^ Batisponensis ecclesie C. ^ Augustinensis B 1. ^ dux Franconie 40 
dictus Salicus add. C. » om. C. 

^ Rißil l 110. MB. 28 a, 298. Janner i, 441. 
' Nicht erst Ulrich Otisorg berichtet das, wie Janner 1, 228 und 
Walderdorff* S. 262 angeben. Andrea^s ist Onsorgs Quelle. 

^ Später Rupert ikaiHille genannt: Janner i, 229. 45 

* Megenberg, Traci. de lim p. R. cap. 7: forte temporibus Karoli 
Magni incepta und ähnlich cap. 6. Vgl. auch Janner 1, 229^ Anm. 1, 

^ Flor,: duae rotae. 

" Megenberg : 1020. Sedit annis 14 alias 13. 

' (irässe S. 840. Der Tecct des Jac. ist im Folgefuien vermisdä mit 50 
dem der Flor 



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— 46 — 

eum nomine sno Heinricum. Gamque iam crevisset, erat corpore pul- Jac. Flor. 
cherrimus, ore facondus et omnibus gracioeus. Imperator ergo eum semper 
suis aspectibus astare fecit, licet patre, scllicet duce, plurimum renitente. 
Sed timens, ne forte ille esset, quem ipse occidi mandaverat, scripsit per 

5 eum litteras * imperatrici in bunc modum : In quantum tibi cara est Tita 
tua, moz ut litteras istas perceperis, puerum buuc necabis. Qui pergens 
in domo cuiusdam^ litterati pemoctans fortiter obdormivit. Hospes 
curiositate ductus sigillo salvo litteras aperuit et scelus abborrens, ubi 
scripsit y^necabis*", delevit ita scribens «filiam meam iu uxorem sibi dabis**. 

10 Quod et factum est. Quc nupcie Aquisgrani celebrate sunt. Veritate 
igitur aperta a duce et armigeris dixit iniperator: Video, quod divine 
ordinacioni nemo resistere potest. Qui post socerum regni gubernaculo 
suscepto in loco nativitatis sue monasterium construxit, quod usque 
hodie Uisania^ dicitur, prout habetur in novo passionali, si. 

15 saltem vicio scriptorum non est depravatum. Hie Conradus i^/or. 
sepultus est Spiro. 

(Gebehardus 111. 15. Sed. an. 27.) Anno domin i 1036,- /aVÖ. 
Qebehardus III. huius nominis Batisponensi ecclesie prc- 
ficitnr episcopus. Hie Gebehardus f uit patruus Heinrici imperatoris II. Ekk. 

20 Dum autem Ungari anno 11. regni sui iterum rebellarent, ipse Gebe- 
hardus vice ipsius imperatoris eis ob via m veniens ipsos in fugam con- 
versos non minima cede afflixit. Insuper urbem Hein bürg in marcha 
positam edificiis restauravit et militari custodia muniri fecit ipsequo cum 
summa pace regressus est. Postea tarnen anno 7.^ ipse Gebehardus hostis 

25 occulte pessimus Heinrici imperatoris deprehensus et convictus custodic 
mancipatur, sed misericorditer tractatus exilio remittitur et sedi pristine 
restituitur. 

(1040. 88. Heinricus II. vel HI. Eeg. an. 17.) Anno domini 1040. Ekk. 
Heinricus U. vel III., Conradi imperatoris filius vel secundum alios gener Mart 

30 ipsius, regnare cepit regnavitque annis 17. Hie ßoemiam ingressus igue Ekk. 
predaqne cuncta vastat et rebellem ducem obsidcs dare ipsumque post se 
Ratisponam ad dedicionem humilimam^ venire^ sibique iureiurando üdeli- 

tatem ac servicium confirmare cohortatur ^ 

Anno^ domini 1050. Altmannus cum coadiuvacione® Agnetis impera- Fund:^ 

35 trids erexit collegium S. Nicolai Patavie, quod^ primitus f undavit Tassilo 
dux Bavarie** 

* a Mediolano klein übergeschr. B 1. im Text C. 

** Invenimus in speculohystoriali 25.« cap. 18.: Post quem F///r. 

et infra: Helynandus. Hie Heinricus Vindelicos subegit ad 

40 coquinam vectitarent. 

Item ibidem cap. 19.: Idem Heinricus celebrabat penthecostem 
apud Magunciam ipse superflua ciborum abstergens. Hec ibi. 

Item ibidemcap. 18.: Idem Heinricus iocundus et hylaris erat 
. . . . ilU a flagicio destituerunt. Hec ibi. add. B 1. 

45 * decani ecclesie Spirensis statt cuiusdam litterati C. ^ om. A. 

^ So statt coartat A. B. Ö. <* Anno — Bavarie om, A3. « adiu- 
yacione C. ' quod — Bavarie om. A. B. s XXVI. Ha. 

* So auch Joe. Das Kloster ist Hirsau. 

' Megeiiberg: 1034. Sedit annis 28 alias 27. 
50 ' Eide, ^nemU das 17, Jahr, 

* NA. 24, 695, Ärmi. 6. 



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— 46 — 

Mart (1049. 155. Leo IX. Sed. an. 5 men. 2.) Leo IX. genere fait 

Alemannus de Lotheris regno. Bomani ex prava consuetudine postquam 
petissent ab imperatore Heinrico pontificem dari, imperator, cum nullam 
Teutonicorum aid hoc, ut reciperet, posset inducere, episcopum TalleDsem, 
Brunonem nomine, yirum simplicem, ad hoc inclinayit. Qui ad iirbem 5 
veniens et ex hoc conscienciam habens omnino dignitatem papalem resIgna* 
Vit et denuo ab omnibus electus et Leo vocatus post laudabilem vitam 
13. Kai. Mail decessit et in ecclesia S. Petri tumulatur manifestis 

1052. claieäceuB miracnlis. Hie anno domini 1052., pontificatus sni 
anno 4., per instanciam Serenissimi imperatoris Heinrici 1( 
ad partes Germanie et precipue ad urbem nostram Ratis- 
ponam ad venerabiie corpus B. Wolfgangi huius sedis epi- 
scopi transferendum est evocatus. Quo ea, qua decuit, reve- 
Okt. 7. <9.reucia Non. Octobris translato^ in crastinum, hoc est 8. Jd. 

predicti mensis, ad preces imperatoris et alioram fidelium 15 
necnon sanctitate et meritis B. Erhardi Ardinacensis epi- 
scopi corpus transtulit in monasterio inferiori'. Sicque 
sanctus papaLeo plurima urbis Batispone loca perlustrans 
tandem rogatus a fidelibus basilicam^ super testudinem 
in honore sanctorum apostolorum Symonis et Jude per- 20 
sonaliter consecravit. Cuius anniversarius dedicacionis 
Okt. 28. die» proxima dominica post predictorum festum aposto- 
lorum annis singulis ceiebratur. Hie eciam rogantibus 
Parisiorum legatis litem, que inter ciyitatem Batisponam 
et regnum Francorum diu erat de reliquiis S. Dyonisii 25 
Ariopagite, que illuc translate fuerant ab Arnolfo impera- 
tore, determinavit et eas apud S. Emmerammum haberi 
probavit. De quo inter cetera sie scribit* regi* Francorum: 
Yos autem, dilectissimi in domino fili, rex Francorum tuique fideles, 
quamvis invidendi*> Teutonie gaudio videamini iustam quidem habere 30 
materiam, ita ut merito putatis, de Alemann orum Tobis leticia sit dolendum, 
eonsiderantes tarnen et dei omnipotentis et invicti martiris sui, quem 
ablatum plangitis, consolacionis tandem admittite plaeamentum pensantes 
atteneius, quod nee totns yobis ablatus est, quippe qui karissimos pre- 
dicacionis sue et passionis eonsortes Busticum et Eleutherium in dilecci- 35 
onis adhuc et tutele pignus et certitudinem dereliquerit ^, nee dolete, si 
Germanos yisitare dignatus est vel defunetus, qui vobis adhuc vivens 

predieavit ete 

(1057. 89. Heinricus IIL vel IV. Reg. an. 50.) * 

* ad fol. 72.5 40 

* regi -Francorum om. C. ^ invidendo A. ^ dereliquit B 1. 

1 Vgl. Janner 1, 499. 

^' Das. 502. 

8 Die sog. AhakircJie; vgl. Janner 7, 503. 

* In der bekannten gefälschtefi Buüe. Unrichtig ist, wenn Janner 1, 543 45 
sagt, Andreas fiabe hier aus dem Ghronicon des Henrichs de Eervordia 

^geschöpft. 

* So Es. S, 451. Das heisst: xur Geschichte Heinrichs IV., wo 
am Rand S. 434 : fol. 72 q. in pag. 451. Der in der Vorlage auf fol. 72 
(toahrscJmnlich am Rand) stehende Zusafx uurde in Es. B 1 erst weiter 50 
imten abgeschrieben. 



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— 47 — 

Heinricus autem Imperator ab Italia rediens ^ Batisponam Bawarie EkJt, 
nrbem veoit ibique aliquamdiu moratus Judeis, qui baptizari coacti sunt, 
legibus suis iudaizandi ritum uti' concessit. 

Notandum, quod Heinricus dux Bawarie, dictus Hezil, oxhdXn'A FumU 
5 duobuB filiis, quoe sibi Huni peremerunt, Christum sibi heredem faciens 
sub Benedicto IX. summo pontifice locum in Osterhoven fundare et 
magnificare adorsus est, sed morte preventus Henricum imperatorem I. 
sui propoeiti heredem reliquit. Qui Babenbergensem episcopatum f undavit 
et monasterium in Osterhoven cum predicti ducis patrimonio episcopatui 

10 subiedt secularesque canonicos in predicto ioco ordinavit. Que institucio 
permansit usque ad S. Ottonem Babenbergensem episcopum. Hie consilio 
Korberd Magdeburgensis arcbiepiscopi, magne sanctitatis viri, canonicis 
secularibus ibidem amotis ordinem Premonstratensium, qui per predictum 
Norbertnm archiepiscopum inicium habuerat, instituit presidente^ Bomane 

15 ecclesie Honorio papa II., regnante Lothario HI. Cum autem monasteri- 
um in Osterhoven iure pheodali ad episcopatum Babenbergensem pertineret, 
dictus S. Otto voluit predictum monasterium sive ecciesiam esse liberam 
et in perpetnum indempnem conservari. 

f. 72 V. in pag. 434 ^. Notandum unicuique devoto» quod \oQMA,Fund,* 

20 in quo constrnctnm est monasterium S. Emmerammi Katispone, mons 
martirum antiquitus vocabatur pro eo, quod tunc fide katholica puliu- 
iante in eodem Ioco infiniti pro fide katholica martirium subierunt. Et 
omnes isti martires in cripta S. Banuoldi patruelis^ S. Wolfifgangi corpora- 
liter sunt sepulti, et altare S. Johannis, quod propter eosdem sanctos „ad 

25 pedes sanctorum*' vocatur, ob eorundem martirum reverenciam versus 
orientem est constructum. 

Fuit autem S. Emmerammus ex Aquitania oriundus et 
Pictaviensis episcopus. 

Ubi sciendnm, quia Thomas Cardigan magister in 

30 theologia, ordinis predicatorum, nacione Anglicus, dum 
requirerem« ab eo*, quid esset Aquitania, dixit michi: Aqui- 
tania, dixit michi, Aquitania anglice vocatur Gyen' et est 
maximuB ducatus ymo tocius christianitatis et est sub 
dominio regis Anglie. Dixit eciam, quod quadam die rex^ 

35 Anglie, dum sibi familiariter loqueretur, eo quod medicus 
8UUS esset, inter cetera dixerit, quod in registris inventum 
esset maiores esse redditus et proventus ducatus Aquitanie 
quam corone regni Anglie. Pictavia autem vel Pictavis'^ 

» presidentem Es. ^ So Hs, am Rand S, 451. « requireret Hs. 

40 * 1097. 

• So die Worte, die infolge einer Correldur in der betr, tls. des Ekk, 
versleüt sind, vgl. SS. 6, 208, 48: iudaizandi ritum sive legibus suis uti. 

• l^A, 24, 695 (Fundatio monasterii OsterJiofensis SS. 15, 2, 1105). 

• NA. 24, 699. Daxu auch Janner 1, 376. 

45 *^ Also nicht erat Hochwart bezeichnet Bamwold als patrneh's Wolf- 

gatigs, toimach Jantier 1, 361, Anm. 3 xu berichtigen ist. 

• Anseheinend als der englische Predigermi/nch xu Regensburg eich 
aufhteU, vielleicht wie der unten erwähnte Bischof Richard von Lincoln 
1422 xu dem dahin ausgesckriebemn Reichstag. 

50 ' Qudenne. 

» KJönig Heinrich V. von England? 
® Poitiers. 



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— 48 — 

Ekk. Anno seqncnti ^ ipse Heinricus Imperator natalem domini Batis- 
pone» celebravit. Dum autem ibidem aliqoamdiu moraretnr et Frand 
vel Saxones familiarius et honorabilius quam indigene tractarentur, Sigi- 
hardus comes^ qui boc specialiter notabat ^, pre cunctis, qui tunc ader&nt. 
habundanciori militum copia illuc venit, ex quo invisus imperatori cepit .1 
haberi. Cum autem idem comes post aliquot dies iara securior facto e 
suorum turmas diffluere permisisset, excitatur contra illum furibuntia 
sedicio. Und ab hora diei tercia usque ad horam nonam in hospicio 
obsessus tandem fractis foribus ipse prius confessione facta, sumpto eciam 
dominici sacramenti viatico, capite truncatus occubuit 1" 

Ekk. Exinde Heinricus rex contra patrem rebellacionem parat. Et 

primum Pascal apostolioe sedis pontifici debitam obedienciam profitetnr 
fitque conventus generalis in yillam regiam, que Northusun ^ dicitor. Ubi 
Heinricus rex Christi sacerdotibus dignam exhibens reverenciam testatus 
est per regem celi cunctamque celi miliciam se nulla regnandi cupi- 15 
ditate paternum sibi regnum usurpare neque dominum et patrem suum 
a Romano deponi imperio exoptare, immo debitam pertinacie et inobe- 
diencie compassionem semper exhibero sicque S. Petro suisque suooes- 
soribus lege christiana subici velit sive regno cedere sive serviliter 
ipsi se Bubesse promisit. Exinde ipse Heinricus episcopos, quos pater ex- 'i^' 
pulerat, restituere curavit et primo Buthardum Moguntinensem archi- 
episcopum, sed resistente sibi patre non potuit. Venit igitur in Wircad- 
burg, ubi Errolongiim, quem imperator episcopum desi^naverat, expulit et 
per predictum Ruthardum Moguntinensem arcbiepiscopum quendam 
nomine Rupertum electum a clero et populo intronizavit. Deinde castellum 25 
Novrinberc obsedit. Quo post duos menses prospere capto soluto exer- 
citu Ratisponam se contulit. Quem pater e vestigio sequens Rupertum 
expulit et Errolongum Wircziburgensibus restituit yeniensque Ratisponam 
faventibus sibi civibus* filium ex urbe fugayit. Qua residens pre- 
sulem eidem kathedre quendam adolescentem nomine Ulricum prefecit. 'Vi 

est civitas Aquitanie, anglice Peytaro nuncupata, Ande- 
gayis*^ anglice Andegavo, et est eciam nomen civitatis. 

Fvnd.* Notandum eciam, quod temporibus Ranuoldi abbatis, patruelis 

S. Wolffgangi, quedam puella, ülia regis Francie, Aurelia nomine, fugiendo 
coniugale commercium profuga venit ad mooasterium S. Emmerammi S5 
Ratispone. Quam Ranuoldus abbas predictus elemosinam petentem adesse 
cognovit in spiritu eamque locavit ad unam solitudinem, que vocatur « 
cappella S. Andree, ubi vigiliis et oracionibus 52 annis vixit migravitque ad 
dominum Id. Octobris et in ambitu^ S. Emmerammi ad partem australem 
monasterii est sepulta. 40 

Fimd.^ Anno domini 995. Kai. Novembris obiit Heinricus pius dux Bawarie 

ad S. Emerammum sepultus Ratispone in latere aquilonari. Versus: 
H. Rome regis pater et defensio legis 
Bawarie cultus pius est hie dux H. sepultus. add. Bl. 

* Ratisponensis AI. *> de Sempt klem ühergeschr. C 6. ^ nomi- 4ö 
nabat Bl. ^ North usum A5. B 1. Northusen C. « vocabatur eorr. 
vocatur Hs. ^ obitu! Hs. 

^ 1103. 

' Ekk.: faventibus sibi dolis Ratisponensium. 

^ Angers. 50 

* cbn. 14594, Bl. 61; vgl. XA. 24, 696, Amn. L 
^ NA. 24, 699. 



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Qoo^(^ 



— 49 — 

De hoc tarnen in kathalogo pontificum Batisponensiam, 
qni commaniter habetur, nulla fit mencio^ Post hec Imperator ^A:^. 
undecunque congregavit exercitum cum filio bellum commissuruB. Con- 
veDiunt igitur et, dum ex una ripa Begini fluminis imperatoris et ex altera 
5 regia signa volitarent, ea die, que certissime generalis belli congressionem 
precedebat, prineipes, qui utriusque exercitus capita esse videbantur, con- 
cessis invicem pacificis colloquiis divino, ut creditur, spiritu edocti fratribus, 
id est populo ex utraque parte christiano, parcendum, immo parricidiali 
pugna cessandum pari voto iudicabant. Soluto itaque sie exercitu utroque 

10 filius commotis visceribus super patre suo lugubriter fertnr inclamasse: 
Grates, inquit, o boni commilitones, affectui vestro circa me summopere 
referoy unicuique quoque vestrum par pari referre, si res exegerit, non 
abnuo. Nemo tarnen in hoc me sibi* velit vel credat fore federatum, ut 
dominum et patrem meum per se glorietur occisum vel unquam estimet 

15 occidendum. Noveritis ergo me non impugnatorem esse patris, sed, ut 
apostolice se subiciat obediencie, patemi regni propugnatorem. Exinde 
Heinricus rex firmato federe cum civitate Batispona Hartwicum virum 
utique probatum, katholicum atque nobilem, abdicato Ulrico, quem pater 
8UU8 episcopum prefeoerat, intronizat. Fit deinde apud Mogunciam tocius 

'20 regni teutonid conventus, in quo presentibus apostolice sedis legatis Hein- 
ricus Imperator iuxta summi sacerdotis todusque ecclesie decreta sue 
consulturum anime promisit, ibique Heinricus rex primum a patre, deinde 
ab universis regni principibus in regem iam secundo eligitur et ab 
apostolice sedis legatis per manus imposicionem katholice confirmatur. 

25 Hucusque cronica,quam in hoc opusculo antiquam appellavi» 

est perducta 

Anno domini 1077. Haizka^ comitissa felicis recordacionis, ßh&Fund.* 
regis Arrogonie et primitus nupta Hermanno comiti de Castel, sed non 
ab eo cognita, quo decedente sine liberis copulata est^ Ottoni comiti 

30 de Scheyren, per quem habuit tres filios egregie indolis. Mortuo vero 
OttoDe relicta Haizka in quodam predio, quod primitus ipsi donatum 
erat in dotem, iniciavit structuram novam congregans ibi<^ 12 personas 
monastice religionis. Postmodum, quia locus nimis artus erat, monasteri- 
um in Vischpachow construxit et predictos monachos illuc coilocavit et 

35 inibi feliciter obiit 

Anno domini 1107. Bertoldus nobilis comes de Purgek et Otto 
iunior comes de Scheyren commune castrum habuerunt dictum quandoque 
Glanek, nunc vero Usenhofen vel Mons S. Petri. Cui Castro renunciantes 
nionasterium inibi in honore S. Petri construxerunt et fratres de Visch- 

4<) pachow ibidem coUocaverunt, quod ibidem per 17 annos permansit. 
Transeunte autem hoc tempore anno^ 1124. Otto dux Bavarie et Agnes 
uxor eius rogaverunt et persuaserunt omnibus, qui habuerunt partem 
hereditariam in Castro Schyren, scilicet duces de Dachaw, comites de 
Schiren, palatinos de Witelspach aut marchiones de Andechs, ut B. 

45 Marie resignarent et offerrent predictum castrum, quia negligencia horum 
oninium cepit desolari et destitui. Qui omnes rogatu dicti principis 
unanimiter obtulerunt S. Marie. Preterea idem dux cum uxore sua 

* Haczka A 2. 5. Hatzka A3. ^ am. A. « ibidem C. 

*^ domini add, C. 

•"XJ 1 Aiu^i ganx selten in späteren Quellen; rgL Jamier 1, 581. 

2 N± 24, 676, 
Qaellen and Eroerterungen N. F. I 4 



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— 60 ~ 

Pund. Agnete transmutacionem fecerunt et caput monastice religionis in Schyren 
Statuerun t et ibidem ecclesiam in honore B. Marie edificaverunt. Quam 
eciam multis prediis et beneficiis dotaverunt, ita tarnen et eo pacto, nt 
predicta monasteria Vischpachow et Usenhoven cum omnibus suis respectam 
haberent ad ecclesiam Schyrensem », et sie predictum castrum^ Schyren 5 
in monasterium mutatum est 

Fund.^ Anno domini 1085. Norpertus episcopus Curicensis fundavit collegiam 

canonicorum secularium de 8 canonicis in propria ecclesia sua Heybach. 
Quod longis postea temporibus per nobiles de Sevelt desolatur, sed per 
Ludwicum imperatorem accepta advocacia, quam claustro Etal dedit, i(» 
reformatur. 

Fund.^ Circa hec tempora monasterium Dyetramszeli fundatur sie 

Tocatum a quodam venerando sacerdote nomine Dyetramo 

1062. (^Otto. 16. Sed. an. 40.) Anno domini' 1062.» Otto Ratis- 

ponensi ecclesie.preficitur episcopus. Septem fratres de nacione 15 
Scotorum, quorum nomina sunt hec: frater Marianus, f rater Machantinna ", 
frater Murchertachus, fraler Clemens, frater Gervasius, frater Ysaac, frater 
Donatus, yenerunt Ratisponam et, sicut legitur in cronicis*, quen- 
dam mortuum nomine Zandolfum^ nuper in patibulo eiusdem civitatis 
Buspensum precibus suis resuscitaverunt ac tempore Ottonis tunc Ratis- 20 
ponensis episcopi locum, ubi nunc est prioratus S. Petri extra muros 
civitatis, inbabitare ceperunt. Quo modo autem hystorie con venia t <^, 
quod legitur'^ Marianus cum sociis et Otto Rntisponensis 
episcopus fuisse tempore Karoli Magni, cronicorum scrip- 
tores videant. De hoc tamen quoddam Privilegium*^ in 25 
quodam registro reperi, cuius tenorem huic operi inserui. 
Quod lege, si placet. 

In nomine sancte et individue trinitatis. Heinricus divina favente 
clemencia III. Romanorum imperator Au^ustus. Omnibus Christi fideii- 
bus tam^ futuris quam presentibus notificamus ac manenti memorie 30 
committimus, quaiiter tempore Ottonis Ratisponensis civitatis episcopi 
quidam Scotigene pro cruciando corpore salvandaque anima patria 
sua exularanti? ac diu oracionum loca visitantes Ratisponam tandem 
venerant. Qui dum licencia predicti episcopi assensuque domine abba- 
tisse Wille, que tunc a{)ud S. Mariam in monasterio superiori preerat, 35 
ecclesiam in Wihen S. Petri volgo ^ dictum ad idem superius monasterium 
attitulatam -ministerio oracionis providendam susciperent, mos officinas 
claustri adiutorio bonorum edificant monachicamque vitam inibi celebrant 
et ab elemosinis tantum victitant. Tandem pro dei misericordia concessum 
est eis aliquantulum iusticie et utilitatis ad eandem ecclesiam pertinentis. 40 
Deinde ad me Heinricum dei gracia Romanorum imperatorem * III. veni- 



» Schyren C. *> in add. C. ^ Marchantinus B 1, «* Zendol- 
fum A3. • conveniant C. ^ cum Bl. ? exulerant A. B. exula- 
runt C. ^ om. C. ^ tercium imp. A. 



45 



* NA, 24, 676, 
^ NA. 24, 675. 

* So auch Megenherg u)kI : Sedit annis 36 alias 40. 

* In der Begensbtirger Schottenlegende. Gedr. bei Därrtcäehterf 
Qesta Caroli Magni S. ISSff. 50 

* Ebendort, 

^ Gedr. Ried 1, 166. MB. 29 a, 209. 



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^ 51 — 

unt et mundibnidinm & defensionis mee expetunt. Ego vero peticionibus 
eonim acqniescens in mundiburdium ^ defensionis eos suscepi et talem 
libertatem a predicto episcopo Ottone et abbatissa Hazega, que tunc locum 
S. Marie in snperiori monasterio r^ebat, eis acquisivi, ut nulla persona 
5 maior vei minor in eoe aut in bona eorum qnaliacunque dominacionem 
habeant preter me et snccessores meos reges vel imperatores, aed securi 
maneant absque omni eieccione vel turbacione orantes pro se et pro salute 
tocius ^ecclesie. Locus tarnen subiectus sit superiori monasterfo, cui atti- 
tu latus est, ad defensionem pocins quam ad destruccionem etc. Datum 

10 Kalendis Februarii anno dominicec incamacionis 1088. ^S indiccione 12., Febr. L 
anno Tero ordinacionis domini Heinrici 36., imperii yero anno 5. Actum 
Ratiapone in dei nomine feliciter. Amen ®. 

(1088. 163. Urbanus II Sed. an. 11 men. 4) Versus*: 

Anno milleno centeno ^, sed minus uno 

15 Virginis a partu, peperit que gaudia mundo, 

Urbem tunc Franci capiunt virtute potenti. 
.... Igitur dum pene omnes popuii teutonid causam huius passagii in Ekk, 
principio ignorarent propter scisma, quod tunc erat inter regnum et 
sacerdocium, Tidentes tot legiones equitum, tot turmas peditum per terram 

20 suam transeuntes, eos quasi delirantes subsannabant, utpote qui pro oertis 
incerta captantes terram nativitatis sue vane relinquerent. Tandem tamen 
ex reapectu divine miaeracionis gens nostra ad integrum edocta ad tam 
salatare iter inclinatur. Nam et Welfo dux Bavarie Hierosolimitanum Fund.^ 
iter arripiens in Cipro de hac vita discessit Cuins ossa deinde sublata 

25 ad Aitorfense monasterium translata ibidem reposita sunt. Socii vero 
peregrinacionis et laboris eius vel interfecti vel yivi machinante perfi- 
dissimo imperatore Grecorum Alexio Sarraoenis traditi sunt. Inter quos 
Tiemos Salczburgensis episcopus, qui primum fuit Inferioris Altach ^ 
monachus, comprehensus exquisitis suppiiciis martirioestcoronatus. Hic^ 

30 Welfo fundator extitit locorum Steyngadem, Altorf, quod nunc Wyngarten 
Tocatur, Altenmuhster et Bejtenpuch. 

(Gebehardus IV. 17. Sed. an. 7.) Anno domini 1103* Gehe- 1103. 
hardus IV. Ratisponensi ecclesie preficitur episcopus. 
Hie anno 7. eleccionis^ sue in Pechlarn ocdditur, et quia non consecratus 

35 defunctus est, alii non ponunt eum in cathalogo pontificum ^ 

(1107 90. Heinricus IV. vel V. Reg. an. 20.) Anno domini 1107. 
HeinricusIV. vel V.,* Heinrici imperatoris III. filius, regnare cepit regna- 
vitque annis 20. Hie Imperium adeptus patrem suum captivavit et 
in vinculis usque ad mortem tenuit. Ideo deus ipsum sine berede mori 

40 permisit. Qui sepultus est Spire cum aliis regibus hunc versum habe ns Joe.*' 
in epitaphio: 

Filius hie, pater hie, avus hie, proavus iaoet istie. 

* mundibiurbium sie A. C. mundibiurdium B. ^ mundium A. B. C> 
« domini C ^ 1098. A. • om. C. etc. add. A 1. ' ducenteno C 

45 « Tyemo C. ^ Althe C. ^ sue eleccionis C. ^ Ratisponensi um add. C. 

» Falsch statt 1089. 

' M vielen Quellen ähnlich vorkommend; vgl. Forschungen 18 j 25 ii 43. 

» NA. 24, 681. 13. Kap. d. Hut. Weif. Weing. SS. 21, 461. 

* Fund, elm 14594, Bl. 21'. 

5iJ * Megenberg: 1098. Der nächste S(U% ganx im TraH. de lim. p. R. cap. 2. 

« Qraesse S. 842. 

4* 



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- 52 - 

^Hic Heinricus ob regni negocia proouranda cnrUm 
in nrbe Batispona celebravit. Ad quam venerabilis Otto 
Babenbergensis episcopus utpote primus inter primos prin- 
cipes vocatus venit. Hie colioqaio imperatoris, quod in 
urbe gerebatar, intererat, tentorium vero sibi suisque in 5 
loco opaco et ameno, io quo erant arbores nuces portantes, 
extra urbis menia causa comoditatis collocari precepit 
Ubi dum ^uiesceret, vidit in sompnis scalam, cuius summi- 
tas celos tangebat et angelos dei ascendentes* et descen- 
dentes per eam. Qui evigilans a sompno ex visione aibi lit 
celitus facta animatus monasterium Prüvining^ sie vocatam. 
ut dicitur, das mans prüyen schol S ibidem fundavit iubens 
fieri altare in eo loco, quo dormierat, fuditque oleum 
desuper, cum ipse et Hertwicus episcopus Batisponensi? 
consecrarent idem altare in honore dei et omnium sanc- 15 
torum, principaliter autem in honore bellatoris fortissimi 
Georgii martiris Christi. Dum'autem locus, in quo fnn- 
dandum^ erat dictum® monasterium, ad canonicos de veteri 
cappella in urbe Batispona pertineret, qui, sicut hodie 
perspicuum est, sub tutela et dominio episcopi Baben- 20 
bergensis degunt, ipse studiose egit cum eis, ut ei hoc 
predium darent in commutacionem^ al terius predii. Quod 
et factum est. Hiis ita peractis venerabilis episcopus 
Erminoldum virum venerabilem de monasterio, quod 
Hirsaugia dicitur, a Brunone eiusdem monasterii abbate 25 
peciit et impetravit eumque suo monasterio Prüvining? 
dicto prefecit.* Uuius Erminoldi virtus ceteris obmissia 
specialiter refulget in duobus. 'Primo quia, cum ipse Er- 
minoldus cum confratribus suis nichil de adiacentis terre 
bonis preter solum monasterium, in quo habitabant, pos- ^) 
sideret, abbas S. Emmerammi nomine Beginhardus, ad 
cuius monasterium pertinebant fere omnia, que in circu- 

1114, * Anno domini 1114. Lewpoldus marchio Austrie, qui cognomina- 

batur Pius, duo claustra fundavit, scilicet Neunburch" primo cum cano- 
nicis secularibus et monasterium 8. Crucis * ordinis Cisterciensis. Sequenti 3.i 
anno amotis de Neunburch canonicis secularibus substituti sunt reguläres '*. 
add. Bl. 

» descendentes et ascendentes C. ^ Prüving Bl. Prüfning C 1. 
c sol 0. ^ fundatum C, « om. B 1. ' continuacionem A 3. com- 
municacionem B 1. « Prüving B 1. Prüfning C 1. 40 

* Die folgende Erxählmig tat dem Wortlaut nach mit keiner andern 
Gründung sgeschichte Prüventngs verwandt ^ weder mit jener in Kap. 7 der 
Vita Erminoldi (SS. 12, 480—500) noch, mit der in einigen Hss. der 
Vita Ottonis ep, Babetib. Herhords interpolierten Oründimgsgeschichte 
(SS, 12, 758 f.) noch mit jener in Kap. 10 des 1. Buches der Vita Ottonis 45 
eines unbekannten Prüveninger Mönches (SS, 12, 886) noch mit der Ein- 
leitung des Prüveninger Traditionscodex (MB. 13, 2; SS. 15, 2, 1075). 

* Die folgende Geschichte — ungenauer — auch in Kap. 12 der 
Vita Ermitwldi mit arideren Worten, SS. 12, 487. 

* Klostemeuburg. 50 

* Heüigenkreux. 



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O 1 



— 53 — 

itn erant, graviter cum fratribus suis tulit dictum monas- 
teriam Prüyiningense* in medio suorum boDorum situm. 
Unde exardescens iracundia operarios mercede conduxit, 
qui omne monasterium vallo circumdarent et undique iocum 
ipsum coangnstarent. Cnm igitur opus iam usque ad finem 
peryenieset, abbas Erminoldus nichil permotus ex hiis, que 
gerebantur, alacriter suis precepit, ut magnam ciborum 
habnudanciam prepararent. Quos vocatis ipsis operariis 
apponit dicens: Multum laborastis, corpora vestra quiete refi- 

10 die, libentei comedite, libenter do vobis. Comederunt igitur 
et biberunt et admirantes beati viripacienciam et karitatem, 
statim nt egressi sunt, vallum omne repleverunt liberum^ 
intrantibus et exeuntibus iter facientes et sie ad sua sunt 
reversi ^. Hiis auditis abbas de ß. Emmerammo et fratres 

15 eins miciores sant effecti. Secundo yirtus Erminoldi in 
eo^ refttlget, quia, dum Heinricus illius nominis IV. i m- 
perator, rex vero V., res illicitas ab antecessoribus suis 
nsurpatas ipse nichilominus usurparet, scilicet investi- 
turam episcoporum et prelatorum^ sicut patet in pagina 

'jO pontificum, et frequenter ab apostolico faissef* admoni- 
tus et tarnen salubri consiiio nullatenus acquiescens sen- 
tenciam excommunicacionis ab eo accepisset, in hac ex- 
communicacione dum esset, venit ad® monasterium Pru- 
viningense ^ Cogitans igitur Erminoldus, que dei sunt, 

25non timet iratum regem offendere, ut deum placatum 
haberet. Precepit suis, ne quis eum susciperet vel aliqua 
processio ei more regio fieret, sed ipse tantum solus ei 
obviam processit, non ut adulator, sed ut verus veritatis 
amator. Imperator igitur nobiliter ire impetus temperans 

oU ipsum convenit estimans se eum in aliquo prius lesisse. Ad 
quod abbas: Non est, inquit^f, ita, ut suspicaris, o rex. 
Non sum a te lesus vel ab aliquo tuorum, sed quia ex- 
communicatus es, maculam offensionis et crimen peccati 
veremur per te incurrere. Et hec est causa, quod honor 

35 congruus tibi a nobis non impenditur. Episcopi, qui forte 
tune imperatoris latus ambiebant, nequaquam impera- 
torem excommunicatum esse dicebant. lUe de contrario: 
Veraciter, inquit, dico vobis, quia ita est, quia interfui et 
vidi et audivi, quando sentencia excommunicacionis in eum 

40 processit. Per hoc itaque, quod animositatem regis non 
timuit, intelligi potest, quanta in eo virtus animi fuerit. 

Anno domini 1118.** Diepoldus marchio de Vohburch peticione Chr. Reich.^ 
matris sue Leukardis et uxoris sue Alhaidis cepit construere monasterium 

» Prüfning C. *> liberum— facientes om. C 2. ^ conversi C 2. 
i5 d admonitus fuisset C. « ow. C2. ' Prüfningense C 1. «in quid! 
AI. 2. 5. »»1108. A3. 

* Die nächste Geschichte mit anderen Worten aitch in Kap, 10 der 
Vita Emiifwldi, SS. 12, 485, 

• Aus dem Ghronicon Reichenbacense, gedr. Oefele i, 402. Berührt 
50 sieh wenig mit der SS, 15, 2, 1078 und vortier an andern Orten ab- 
gedruckten Fundaiio Beichenbacensis, 



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— 54 — 

Ckr, Beich. in Beichenbach in honore beate dei genitricis Marie et onoLnium sanctoram 
Et hec fuit causa fundacionis eiusdem loci: Predicta Leukardis com 
quadam vice infinnaretur, apparuit ei beata virgo dormienti significans. 
quod sue esset voluntatis, ut sibl a marchione Diepoldo mons in Beicben- 
bach offerretur et fundaretur ibidem in suo honore monasteriain serronnii 5 
dei, a quibus deus ibidem iugiter laudaretur, dans eidem Leukardi pro 
signo, qnod, postquam evigilaret a sompno, in quo hec yiderat, staüm se 
ab infirmitate sanatam scntiret. Quod et factum est ita, quasi nulliof 
infinnitatis molestiam ante pertulisset. Tandem precibus, quibos potuit, 
institit^ suo filio marchioni, ut locus in Beichenbach deo et B. Marie et I' 
Omnibus sanctis manciparetur. Et cum iam duabus vicibus consensum 
filii impetrasset et fundamentum ponere cepisset, cepit ei resistere marchio. 
quia volebat ciyitatem in predicto loco et castrum poeuisse. Tanc^ipsa 
Leukardis mittens manum ad foicia obtinuit per ordinem iudidarium 
coram imperatore Heinrico huius nominis IV., quod ipse marchio fiUus h'> 
eins plenarie consensit et cum diligencia et devocione cepit esse auctor 
fundacionis monasterii in Beichenbach instituitque ibidem monachos ordiniä 
S. Benedicti vocans de monasterio in Castello, unde nata fuit mater sua 
Leukardis predicta, quosdam fratres, inter quos fuit Witigo primus abbas 
eiusdem loci. Huius marchionis filia fuit domina ileicza ducissa Bohemie. '^■ 
que oonstruxit monasterium in Cladruna. Hec transitum faciens in 
Beichenbach mortua est ibidemque in capitulo cum^ liberis suis sepulta 
^Anno domiiiill33. predictus Diepoldus marchio dedit^ monachis Cjster- 
ciensis ordinis in Waltsahsen ^ aream, in qua constructum est monasterium 
eorum, et de silva, quantum ipsi fratres per unam diem poterant in 2ö 

circuitu perlustrare. Unde et ipse est fundator eorum * 

Fund* Circa hec tempora monasterium Superioris Altach« inidatur et sub 

Honorio papa II. libertaci traditur a Friderico Batisponensis ecclesie ad- 
Yocato cum consensu conthoralis sue et Adelberti comitis de Windeberge 
et uxoris sue filiorumque eorum, scilicet Perchtoldi et Adelberti ', ad- 3" 
modum parvulis «, ad quorum dicionem idem locus hereditario iure per- 
tinebat 
1110. (Hartwicus L 17. Sed. an. 16.) Anno domini 1110.» Hart- 

* Legend a S. Ottonis Babenbergcnsis episcopi^. 

Anno domini 1139. indiccione 2., 2. Kai. Julii S. Otto Baben- '^^ 
bergensis episcopus ordinacionis sue anno 32. rebus exoessit humanis. 
Hie S. Otto ad dilatandam laudem divini nominis quedam cenobia a 
fundamentis construxit. . . . add. Bl. 

» instetit C. *> filiis add. A 5. «= g^jit A 2. <* Walthawscn 
A5. Waldsachsen C. • Althe C. ' Adberti sie A 1. 5. « par- 4<» 

▼uli AI. parvulis übrige Hss. 

* Auch xum Folgenden ist des Andreas Quelle das Ghrotticon 
Beicßienbaeense, nicht die Fundaiio monasterii Waldsassensisy tcie der 
Herausgeber der letxterefi, Holder-Egger, SS. 15, 2, 10S9 bemerkte. 

* NA. 24, 697. 4.-) , 
» Megenberg: 1106. Sedit annis 20 alias 5, sed hoc est falsum. 

Andreas hat oben S. 49 von der Einsetzung Hartwiclis xu Lebzeiten 
Heinrichs IV. berichtet {nach Ekk.). j 

* ht aus der Früveninger Vita Ottonis episc. Babenbergensis 3, 15 ' 
dann l 9-12 (gedr. SS. 12, 903 und 886 f. nach 3 in österreichischen 50 
Bibliotheken befindlichen Hss.) ^usamynengesetxt. 



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— 55 — 

wicuB Ratisponensi ecclesie preficitur episcopus. Hie 
monasterium Prülense» ab antecessoribus suis constructum, 
ßed postea annichilatum et lapsum, a Ruthardo autem 
Beptimo eiusdem loci abbate adiuvantibus Christi fideli- 

5 bu8 reedificatum et, ut cernitur, venuste restauratam 
dedicavit pontificatus sui anno primo'. Anno domini 1120,1120, 
conaecratum* est monasterium S. Jacobi Batispone a vene- 
rabili Hartwico *>. 

(1119. 116. Kalixtna IL Sed. an. 5 men. 10 di. 13.) . . . Item Fund.* 

lU monaaterium <^ Pewberg ab Ottone de Castro Yringi fundatur et a Kalixto 

papa confirmatur 

(Chuno I. 18. Scd. an. 6.) Anno domini 1126.* Chuno, qu^i/Pff. 
fuit abbas in Sigbert«^*, Ratisponensi ecclesie preficitur 
episcopus. Item« Ebrach^ fundatur®. Ann, Hai. 

15 (1127. 91. Lotharius III. Reg. an. 11.) . . . Item Renus ita 

siccus fuit, quod sicco pede transiretur. Versus«': 

Annis nongentis ter denis atque duoentis 1130, 

Christi camati Renus ardore coactus 

Renus siccatur, sicco pede transpeditatur 

20 Anno domini 1130., anno scilicet 35. ab institucione ordinis Cistercii, Fimd,* 

vivente adhuc B. Bernhardo annis 17 fundatnm est claustrum Cesariense, 
Tolgariter Keiserheim vocatum, ordinis Cisterciensiura, per Heinricum 
comitem de Lechsgemunden et Luitgardim uxorem suam et Yolradum 
filium SU um. 

25 (Heinricus I. 19. Sed. an. 24.1 Anno domini 1131.« Hein-i75/. 

ricus Babenbergensis canonicus Ratisponensi ecclesie pre- 
ficitur episcopus. Hü omnes supradicti Ratisponense ^ 
episcopi sepulti sunt apud S. Emmerammum exceptis duobuS' 
scilicet Gebehardo IV. et Hartwico*^ lam dictus vero 

:iO Heinricus Ratisponensis episcopus anno domini 1155. apudii55. 
t^. Emmerammum monachus factus*° obiit. Hie Heinricus fuiti^\*wf." 
lilius Ottonis de Wolf arthausen, maior domus. Qui, in quam, Otto 
habuit duaa filias, Rikenzam Lotharii imperatoris uxorem et Mariam 
imperatricem Grecorum. Item Halsprunn fundatur *' Ann. Hol. 

".5 (1138. 92. Conradus II. vel III. Reg. an. 15.) Anno domini 1138. FUyr, 

Conradus II. vel III., f rater Friderici ducis Suevorum et Heinrici ducis ' 
Havarie, regnare cepit regnavitque annis 15. Hie Conradus a S. Bem- 

» Prulense B 1. *> cpiscopo Ratisponensi add. C. « in add. C. 
^ Sichberr A3. ® monasterium in add, 0. ^ tunc oM, A3, ff om, B 1. 

40 * Also 1110 nach Afvdreas' Rechnung. Richtig, was gegenüber Janner 

Ij 592, Anm. 2 xu bemerken ist. 

* Über eine vorausgehende Einweihung vgl. Janner 1, 603, 
» NA, 24, 676. Beuerberg. 

* Megenberg: 1126 alias IUI, quod falsum. Sedit annis 4. 
45 » Siegburg bei Köln. 

* 1126. SS. 25, 43. 

» Auch gedr. Forschungen 18, 23. Quelle? 
» NA. 24, 701. 

^ Megenberg: 1130. Sedit annis 30 alias 23. 
50 *« Ähnlieh Megenberg. 

" NA. 24, 685 {SS. 17, 331, 10—12), 
" 1132. SS. 25, 43. 



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- 56 — 

Fhr, hardo apud Frankchenfurt cum multis principibus cruce signatis de 
Lotharingia, Flandria et Anglia fortissimis pugnatoribus adunatis Yconram 
venit, ubi Ludowicus rex Francie per Ungariam venit ad eum. Sed Greri 

Mart. calcem farine miscentes magnum fecerunt exercitui detrimentam. Tandem 

Fhr. ad terram sanctam pervenientes multa bella gloriose gesserunt et pros- 5 

ITar^ pere sunt reversi. Hie Gonradus licet 15 annis regnaverit, tarnen beoe^ 
diocionem imperialem non habuit. Huius tempore moritur Johanne« 
armiger Karoli Magni, qui vixit annis 361. 

ü^5. Anno dominill38. incarnati salvatoris, qui est terciu^ 

inchoati pontis^ super Danubium Batispone, ripensis agri- i<i 
cultura, id est monasterium S. Magni in preurbio Kati»- 
pone, mutari cepit in edificia per venerabilem dominum 
Gebehardum presbiterum canonicum Batisponensis ecclesie. 
Ad cuius peticionem rex Conradus predictus eo tempore-, 
quo castrum Ottonis palatini comitis in Chelhaim obsederat* 15 
cum consilio fratris suiHeinrici ducisBawarie preurbium 
Batispone monasterio S. Magni largitus est. De ponte 
Batisponensi per Danubium hii habentur versus': 
Pons fieri cepit, domini dum annus incepit 

1135. Mille centenus tria decem semi quoque» denus *». ?• 

(1144. 170. Lucius IJ. Sed. men. 10 di. 4.) . . . Hie monas- 
terium nostrum^, scilicet S. Magni in preurbio Batispone, 
privilegiavit*. 
Fund.^ (1145. 171. Eugenius III. Sed. an. 8 men. 4 di. 20.) . . . *Annii 

domini 1142. Albertus comes illustris de Pogen fundavit monasterium 25 
in Windberg ordinis Premonstratensis et sepultus est ibidem cum suc- 
ceesoribus suis, videlicet«* Hartwico et Perchtoldo, filiis suis. Hie Porch- 
toldus genuit Albertum, qui vicit civitatem Spoletanam in Tuscia et inde 
transtulit duo corpora sancta, scilicet S. Sabin! episcopi et S. Sereoe 
vidue et martirum, in Windeberge. Idem Albertus genuit tres filios, 3i' 
Lupoldum, Perchtoldum et Albertum ultimum. 1143. locus dictus Walder- 
bach inoorporatus " est ordini Gysterciensi amotis inde canonicis regulari- 

1150, huB, qui quondam ibidem habitasse feruntur. Anno domini 1150. 

1147. Mai 19. * Anno domini 1147.' in feste Potenciane virginis 

omnes principe» Bavarie obsederunt Batisponam add. im Text o^^ 
Ann. Rai^C, am Band B 1., letztere ausserdem: Anno dominice incarnacionis 1148. 
factum est iter euncium Hierusalem 2. Jd. Feb. 

» semique Gl. *> denis A 5. « nostrum scilicet ow. C. 

^ scilicet C. 

^ Vgl. Bied 1, 204; ferner Sepp, Patd und Gehhard, die Gründer ^^ 
des Klosters St. Ma/ng, in VO. 46, 285. 

* 115L Janner 2, 106; Sepp a. a. 0. S. 2S9, 
» Vgl. Forschungen 18, 40. 

* 1154, Dex. 28. Jaffe Reg. 6109. 

* NA. 24, 697. 45 
® Der gleiche Ausdruck in der wohl als Quelle dienenden Fundatio 

monasterii in Walderbach. Hsg. nach einer Melker Es, von Th. Mayer im 
Archiv für Kunde öst. Gesch.- Quellen 12, 263. Die Fundatio aucft, in 
dm. 14053, 14440, 14511 und 14870. 

^ Vielmehr 1146. 50 

8 Zum J. 1147. SS. 17, 586. 



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Qoo^(^ 



- 57 — 

B. EberharduB sancte Salczbargensis ecclesie, que* Juva- 
via dicitur, archiepiscopns in synodo, quam Batispone 
suffraganeis suis assistentibus habait, octavas nativitatis 
ß. Marie virgini8*>in8tituit^ 1152. urbs Ratispona maximo con- -Anw. Hat.'- 
5 flagravit incendio, in qua precipua monasteria, videlicet ecclesiam S. Petri, 
S. Johannis, veteris capelle, inferioris moDasterii et S. Pauli tempore ^ 
pascalj, scilicet 18. Kai. Maii, feria^ 2. ebdomade secunde^ vorax® flamma 
consumpeit. 

(1152. 93. Fridericus I. Reg. an. 38.) ...*... Anno domini -Her/w. AlL 
10 1156. ducatus Bohemie mutatur in regnum per Fridericum imperatorem 
et Liadezlaus dux Bohemorum rex constituitur. 

1157*. Fridericus imperator Heinricum marchionem Austrie tünc i/e/7». Alt. 
ducem Bavarie ab eodem ducatu removit. £t quia eiusdem marchionis 
magna nobilitas et multa exigebat honestas, ut nomen ducis non perderet 
15 et ut duces Bawarie minus deinceps contra Imperium superbire valerent, 
imperator de voluntate et consensu principum in curia Ratispone habita 
marchionatum Austrie a iurisdiceione ducis Bawarie eximendo et quosdam 
ei comitatus de Bawaria adiungendo convertit in ducatum. 

1158. Vilsa fluvius in Ensdorff 3. Kai. Februarii siccum iter prebuit. Fuml/" 
20 1163. Mediolano, cuius muri erant altissimi, a Friderico impera- Mart. 

tore funditus deatructo Rudolfus, alibi Reynoldus, archiepiscopus Goloni- 
ensis trium magorum corpora Coioniaro transportavit, que de Perside 
olim per Helenam matrem Constantini^ Magni Constantinopolim trans- 
lata et in ecclesia S. Sophie reverenter collocata inde a S. Eustorio et 
25 Arsacio regnante Theodosio I. Mediolanum miraculose sunt translata. 

1164. B. Eberhardus primum monachus Prüviningensis, deinde abbas Ann. Rat. 
Biburgensis, postremo archiepiscopus Salczburgensis, feliciter rebus excessit 
humanis. ^ 

1166. ordinantur canonici reguläres in Salczburg. Ami. Hai. 

30 1180. marchionatus Stirie mutatur in ducatum. Eodem vmno Serm, Alt. 

Heioiicus dux Bawarie et Saxonie a Friderico imperatore per sentencias -4/iw. Hai. 
principum deponitur et Otto comes de Schyra dux Bavarie constituitur. 

* Legitur» in quadam cronica® volgari, quod Alexander^ Wehr. 
papa^ Fridericum imperatorem excommunicavit pro eo, quod legitimam 

35 uxorem dimisit et aliam duxit. Ex hoc Fridericus motus Alexandrum 
papam repulit et alium* constituit. am Band Bl. im Text C. 

* que — dicitur om. C *> orn. C. ^ tempore — scilicet om. C. 
^ feria — secunde om. C. « vorax consumpsit om. A. ^ Constantini 
Magni om. A, k Legitur — quod om., dafür quia ipse C. ^ ipsum 

40 add. C. ^ alium constituit am. 0. 

* Janner 2, 103 cüiert, anscheinend Gemeiner (i, 245) folgend, als 
erste Quelle für diese Angabe fälschlich: y,Adam (!) Kr äfft von Cham hei 
Ecrafd ly 207V'. Über Joha?mes Ghraffts VerhäUnis %um Chr. g. vgl. 
Einleitung. 

45 « SS. 17. 586. Vgl. oben S. 11, Z. 14 ff., wo die Benützung der 

Annales Ratispofienses durch Megenherg walirscheinlich ist. 
, ^ Nicht sanctae, wie bei Janner 2, 107 falschlich gedruckt ist. 

* Falsch statt 1156! 
^ NA. 24, 686. 

50 « Sächsische Wdtchronik, MG. Dt. Chron. 2, 228, 6. 



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— 58 — 

Fund? Hie Otto genuit duos filios, Ludwicum et Heinricam. Ludwico« 
duxit uxorem Mariam duciBsam Brabancie. Qua mortua sine liberis 
aocepit in coniugem domiDam Annam filiam ducis Polonie. Ex qni 
genuit filiam Agnetem et Ludwicum egregie indolis virum. Mortua domin& 
Anna gloriosissimus rex Budolfus filiam suam domiuam Methildim aibi 5 
tradidit in uxorem. Ex qua genuit Budolfum et Ludwicum duoem 
iuniorem, qui postea regnum Romanorum est adeptus 

1155. (HartwicuB IL 20. Sed. an. 9*.) Anno domini 1155». Hari- 

wicuB SalczburgensiB ecclesie canonicus Batisponensi 
ecciesie preficitur episcopuB. Hie monaaterium nostmm'.lo 
Rcilieet S. Magni ordinis ß. Augustini canonicorum regu- 
iarium, dedieavit et auctoritate ordinaria priviiogiavit\ 

1165. (Eberhardus. 21. Sed. an. 2.) Anno domini 1165. Eberhardua 

Suevus Augustensis canonicus Batisponensi ecclesie pre- 
ficitur episcopus^. 15 

1167. (ChunoIL 22. Sed. an. 18.) Anno domini 1167. ChunoH. 

Ratisponensis canonicus Batisponensi ecclesie preficitar 
episcopus *»*. 

1185. ^Anno domini 1185. Chuno Ratisponensis episcopus obiit 

Postea vaeabat episcopatus per annum. Legitur autem. A 
quod anno domini 1185. Gotef ridus cancellarius Fri<l erici*^ I 
electus fuerit in Ratisponensem episcopum. Qui fere anno 
transacto huiusmodi eleccionem^ resignavit«,et sie dicitur 

1186. ^oite vacasse per annum. Postea anno domini 1186. eligitur 
(Conradua I. 23. Sed. an. 18.) Conradus de Laychling^ Ratis- ^ 
ponensis^ canonicus, vicedominusv cognominatus. Qui^ 
sedit annis 18. 

Flor. (1190. 94. Heinricus lY. vel. V. Reg. an. 8. Philippus.) . . .Hie 

Philippus a palatino de Witelspach in Babenberg ocdditur. Palatinus 
vero ad grangiam quorundam monacborum secedens cum causa de- 30 
duccionis yervecem^ cum clipeo provocaret, irruentes Philippi complices 
palatinum occiderunt. 
Fund.'' Anno domini 1200. Gerdrudis regina Ungarie occisa est. Hec 

fuit mater S. Elyzabeth et Bele, qui f uit rex Ungarie, qui genuit 
Elyzabeth ducissam Bavarie. Causa autem, quare Gerdrudis re- -^ 
gina sit occisa, sie se habet: In desponsacione S. Elyzabeth filie sue, 
que duxit Ludwicum lantgravium Thuringie, nupcie celebrate sunt in 
civitate Ungarie Ovena K Quibus nupciis interfuit Perchtoldus patriarcha 
Aquilegiensis , filius Perchtoldi ducis Meranie, f rater prescripte regino. 1 

» nostrum scilicet om. C. *> om. 0. ^ imperatoris add. C. 40 , 

^ eleccioni renuneciavit C, ® id est renunciavit klein ubergeschr. A 1. B 1. I 
^ Batisp. canon. om. 0. ^ Vicedens ^o AI. 2. 3. 5. ^ Qui — 18. 1 

om. 0. ^ Veruente C. ^ que alias Buda dicitur add. C. 

^ Notae Füratenfeldenses, NA. 24, 686. 

* So auch Megenberg. 45 
» Vgl. Janner 2, 129. 

* Bei Megenberg die gleichen Zeitangaben. 

* Der Inhalt des folgenden Abschnittes stimmt mit Megenberg überein^ 

* Konrad Hof er von Lobenstein in Leichlingy bischöflicher Vitxthum; 
Janner 2, 195. 50 

' NA. 24, 685; de fundatoribus monasterii Diessensis 8S. 17, 331. 



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— 59 - 

Qui videns comitissam ^ quandam uDgaricam valde formos>am drcumvenit Fund, 
eam et vi oppressit. Dum yero comitissa hoc malum marito suo con- 
questa fuisset ^, patriarcha querimooiam illam vilipendens ad propiia 
remeavit. Temporibus igitur paucis elapsis predictus comes saspicionem 

5 äisistrani faabuit, quod regina conscia fuerit et consensum prebuerit huius 
mall, quod uxori 8ue acciderat. Unde tempore sibi congruo convenit 
(^uosdam maleficos pro pecunia, qui nocturno tempore intraverunt cameram 
regine et ipsam strangulantes suspenderunt. Quo facto omnes simul et 
isemel contraccionem membrorum inciderunt et de maae familiaribu8 

10 iDtrantibus omnes muti inyenti sunt excopto uno, qui totum negocium 
confitebatur. Qui propterea condignam mortis penam ^bierunt. Hec et 
alia Signa apud reginam claruerunt; que postmodum auctoritate ecciesie 

Bollempniter fuit canonizata 

1203. propter gwerram inter episcopum Batisponensem et ducem Fmid} 

15 pene tota provinda periclitatur. 

(1197.180. Innocencius III. Sed. an. 18 men. 4 di. 23.) . . . • 
Hie anno 17. sui pontificatus in festo omnium sanctorum in basilica Marl. 
Lateranensi , que Constanciana vocatur, celebravit concilium generale. 
Pro subsidio terre sancte et pro statu universalis ecciesie multa 

-<^ statuta fuerunt ibi^ promulgata. In quo fuit cum patriarchis, archi- 
episcopis <^, episcopis et aliis prelatis summa prelatorum 1215. De hac 
synodo generali in cronicis nonlegi, quota dicatur inordine 
fuisse. In respectu tarnen synodi, que in ConstantinopoU 
.«»üb Johanne papa VIII. celebrata est et que octava legitur* 

2i^ ut ex precedentibus^ habetur, hec sancta Lateranensis syn- 

odus nona videtur computanda 

Anno domini 1204. Lanczhuta construitur. 1208. «' Perchtoldus -<!^'*w. Hai. 
comes de Pogen obiit^. Eodem anno ^ Strawbinga nova construitur. ^w«fl?. 
(Conradus IL 24. Sed. an. 22.) Anno dorn ini 1204.» Con' J204. 

30 radus Frisingensis ecciesie prepositus Ratisponensi eccie' 

sie eleccione universorura preficitur episcopus. Hie vir -^- -^^^'*»* 
iustus et per omnia reügiosus et castus vendito patrimonio suo 7 milibus 
librarum «, cum esset ex antiqua et nobili prosapia, filius Heinrici 
comitis de Frontenhusen ', hospicium pauperum in ponte Danubii feciti 

35 possessionibus extulit; castrum Dispach^', Werde, Chünigswarte * et 
alteram Puren ^'^ episcopatui adiecit, ecciesiam ^ S. Emmerammi in 
multis defensavit. Obiit anno domini 1226. Hie Conradus epi-^^^^- 
scopus per amicabilem composicionem determinavit super 

> quandam comitissam C. ^ esset C. *^ ibidem C. ^ et add, C 
40 « 1213 A. ' moritur C. « om. A 5. ^ Deyspach C. * Chunigs- 
warte B 1. Kunigswartt C 1. ^ Pewren C 1. * ecciesie A 8. 

^ N± 24, 686, 

» Oben Ä 33. 

« Falsch statt 1218. 
45 * Bei Herrn, AU, x. J. 1218. 

^' So auch Megenberg. 

® Notae S. Emmerami (SS. 17, 574) aus clm. 14613, jener die Chronik 
Hermanns von Reichenau enthaltenden Hs , die Andreas oben S. 12 als xu 
St, Emmeram vorlianden erwähnt. 
5ü ' Frontenhausen. 

^ Teisbach, Wörth, Königsmirt, Alt- und Neubeuern; Janner 2,325. 



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— 60 — 

eleccione ac institucione * prioris S. Petri extra mnros 
civitatis b Ratispone <^ inter dominam abbatissam et con- 
ventum superioris monasterii ex una parte et ex altera 
inter abbatem et conventum S. Jacobi. Forma aatem eompo- 
Bicionis, que habetur in privilegio' desuper confecto. talis 5 
est: Quando prioratus S. Petri vacabit <* priore, abbatissa superiari? 
monasterii veniens ad abbatem et conventum S. Jacobi et deum pre oealis 
habens petat aliquem Scotum de ipso conventu vel de fratribus S. Petri 
idoneum sibi dari priorem, et si bonus ac ^ ydoneus est, quem postoia- 
verit, dandus erit in priorem ecclesie prenominate. Si vero abba3 et 1'» 
conventus S. Jacobi vel maior et sanior ^ pars eiusdem bona fide ac sana 
secundum s deum consciencia et in salute animarum suarum melioiem 
et utiliorem inter se poterunt ^ abbatisse demonstrare, hunc sibi, si preseos 
est, demonstratum vel absentem denominatum > a primo recedens ^ abba- 
tissa po6tu!et recepturum primo de manibus eiusdem temporalia tantom, 15 
que ex beneficio superioris monasterii ad prioratum S. Petri noscantur 
pervenisse. Quibus receptis abbas ipsum soUempniter investiat spiritu- 
alibus et cura ^ prioratus, ut ex hiis ad ipsum abbatem principaliter salvo 
iure nostro respectus habeatur. 

Itemhystoriam quandam hiis temporibus ab abbatissis '^^ 
superioris et inferioris monasterii actam vide in privi- 
legio*, quod sequitur: 

In nomine sancte et individue trinitatis. Fridericus II. dei gracia 
Bomanorum rex et semper Augustus. Cum ad summam instanciam 
precum dilecti principis nostri Chunradi Batisponensis episcopi cum ipso -o 
episcopo nomine ecclesie sue quoddam concambium fedssemus de duobus 
principatibus, scilicet de inferiori et superiori monasteriis in civitate Ratis- 
ponensi constitutis, pro quibusdam aliis prediis et possessionibus ad 
prenominatum episcopum et episcopatum suum pertinentibus , accedens 
ad presenciam regie excellencie in curia soUempni Herbipoli domina •> i 
Tuta inferioris monasterii abbatissa personaliter necnon domina Gerdrudis 
superioris monasterii abbatissa per suum procuratorem cum aliqua honesta 
utriusque capituli parte coram principibus et baronibus atque tota curia 
nostra gravi querimonia proposuit se et ecclesias suas indebite a nobis 
fuisse gravatas et super hoc adiutorium et sentenciam principum poetu- 35 
larunt proponentes firmiter nullum principatum posse vel debere commu- 
tari vel alienari ab imperio vel ad alium principem transferri sine voluntate 
presidentis principis illius principatus et de piano consensu eiusdem 
ministerialium. Super quo facta a nobis inquisicione per sentenciam 
principum et subsecucionem tarn nobilium quam baronum atque mini- 40 
sterialium et omnium, qui aderant, iudicatum est nullum principatum 
posse vel debere nomine concambii vel cuiuscunque alienacionis ad aliam 
personam transferri ab imperio nisi de mera voluntate et assensu prin- 
cipis presidentis et ministerialium eiusdem principatus. Nos igitur iusticie 
protectores nuUo conamine iuri reniti volentes sentenciam ipaam du- 45 

» constitucione A3. ^ om, C. ^ Ratisponenses 0. <* vaca- 
bat A 5. e et C 2. ^ senior A3 8 consciencia sec. deum C. 

*» poterint A 3. » nominatum C. ^ recedat A 5. ^ curam C 2. 

* 1216y Okt, 13. Qedr, Ried, i, 317. Vgl Janner 2, 287. 
» Bökmer-Ficker, Reg. No. 863 {1216, Mai 15.), wo die Druckstellen 50 
angegeben sind. 



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— 61 — 

ximus approbandam et, quod contra memoratas ecclesias et earum principe» 
pro episcopo et pro ■ ecclesia Ratisponensi minus debite feceramos, om- 
nino retractavimus in continenti presente episcopo prefato. Et ne de 
cetero similia contingant, decernimus et perpetua firmitudine observandum 
t iudicamus, quod non liceat ulli successorum nostrorum, Bomanorum regi 
seu imperatori, principatum aliquem, ut superius sentenciatum est, ab 
imperio aliquo modo alienare, s^ omnes imperii principatus in suo iure 
et honore illesoe observare. Ut itaque dilecta fidelis nostra Gerdrudis et 
sucoesaores eins abbatisse necnon regalis ecclesia superioris monasterii bac 
) sentencia gaudeant in antea et glorientur in perpetnum, boc scriptum 
eis * indulsimus sigiDo maiestatis nostre roboratum. Acta sunt bec etc. 
anno domini 121 G. *> etc. 

Anno <: domini 1210.^ castrum Abacb dux ^ L. edificat. Fund. 

Item versus ® : 
5 Annis millenis bis contum et duodenis 1212. 

Est cruce signata puerorum magna caterva^ 
(1216. 181. HonoriuB III. Sed. an. 10 men. 8. di. 23.) . . . 
Anno domini 1224. ' Landau construitur. Henn. Alt. 

(1216. 96. Fridericus II. Sed. an. 33.) . . . Dixit enim andiente Fk»-. 
H.s * lantgravio^: Tres seduxerunt totum mundum, Moyses Hebreos, 
Jesus Christianos et Machmet Sarracenos. Quamobrem si principes assen- 
tirent constitucionibus meis. ego muitum meliorem modum vivendi et 
credendi cunctis nacionibus ordinärem. Propter bec et hiis similia de- 
positus Fridericus, cum Parmam obsidione cingeret, victus in Apuliam 
Ih rediit et veneno **ex6tinctuB sepuitus est anno domini 1250. in die 8. 
Lueie tam occulte, quod multi per annos 40 putabant eum vivere venturum 
in proximo manu forti. Hec ex' floribus temporum. In quadam 
tarnen cronica^ Fridericus iste in omnibus gloriosus fuisse legitur. 
Denique cftusa discordie inter Fridericum et Gregorium papam magis 
30 Gregorio quam Friderico ^ imputatur. Quid autem horum verius 

sit, prudentum discrecioni relinquo. . . . ' 

Mortuo Friderico remanserunt de eo plures filii et nepotes, inter 
quos fuit Conradus filius legitimus, qui fuit rex Sicilie et Jerusalem. . . 

* boc secundum quandam cronicam* volgarem intelli- 
S5 gitur de Heinrico lantgravio Thuringie am Rand AI. im Text vor 

Dixit! A 5. im Täd nach lantgravio B 1. 

** Secundum cronicam'^ volgarem Fridericus imperator ,9. Wehr. 
veneuum in botro accepit, quem sibi medicus suus, dum post balneum 
secundum conswetudinem ingressus fuisset ortum, porrexit. a?n Rand 
4u mit Zeichen auf veneno A 1. im Text nach sepuitus est A 5. im Text 
eingeklammert vor! veneno B 1. Secundum — acoepit om.y das übrige 
mit quod beginnend nach veneno im Text 0. 

» am. C. ^ 1208. A 5. ^ Anno — caterva am. A 5. ^ dux 

edificat Ludowicus C. « Die 2 Verse folgen in G erst nach dem Abschnitt 

45 über Otto IV. mit den Worten: De jieregrinacione puerorum habes hos versus : 

f 1234. A3. 8 Heinrico A 3. C. »^ Thuringie add. C. * in C. 

^ Heinrico A5. 

* QueOe xu J. 1200. NA. 24, 693, Anm. 2. 

» Andere Verse bei Herrn. Alt. Vgl. Forschungen IS, 26. 
30 ' Quelle? 

* Sächsische WeUchronüc, MO. Dt. Cltran. 2, 256, 31, bexw. 2, 323, 28. 
» Sächsische Weltchronik, 1. bayer. Forts.; MG, Dt. Chran. 2, 324, 26. 



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— 62 — 

Hunc piito ^sse Conradum regem, qui, ut legitnr in 
Fund. cronicsL^ ad S. Emmerammum Batispone*, anno domini 1251. 
Tocatus a civibus Ratisponensibus apud S. Emmerammum incaute dor- 
miens cum suis a Conrado de Hohen vels invasus est nocte et vix mortem 
evasit occisis duobus militibus de suis et quibusdam captivatis. Legitur 5 
eciam ibidem, quod Conradus rei in Apulie partibus 
moritur excommunicatus et interdictum positum a papa 
per 7 annos duravit, ita quod nee divina fiebant nee sepul- 
ture nisi eis, qui cruce signati^ declarabajit se scismati 

tali non favere* 10 

Herrn} AU. Anno domini 1241. Albertus ultimus comes de Pogen obiit. Hie 

Fund} ad terram sanctam volens transfretare in obsequium cracifixi dedit ecclesie 
Superioris Altach <^ terciam partem fori in Pogen cum omnibus attinencüs 
et iure forensi. 

Anno domini 1244. post promulgacionem sentencie excommuni- 15 
cacionis per Innocencium IV. in Fridericum imperatorem factam princi- 
Flor, pes Alemannie electores de licencia pape H.^ iantgravium Thuringie ** 
in ® regem Bomanorum elegerunt, qui anno domini 1247. Conradum 
regem, filium Friderici imperatoris, cum suo exercitu *** apud Frankchen- 
furt ignominiose fugavit, et ipse Heinricus eodem anno profluvio ventris 20 

obiit sine berede sepultus in Hisnaco v> . . . - 

Ann. Hal.^ Anno domini 1251. f rater Berchtoidus nacione Batisponeiisis ordinis 

fratrum minorum predicare cepit. Ad cuius predicacionem dicuntur ali- 
quando 100 milia hominum confluxisse. Hie sepultue estBatispone 

* Huius Gonradi iste fuit tytulus: Cüonradus divi Augusti 25 
imperatoris Friderici filius, dei gracia in Bomanorum rege electus, semper 
Auguatus et regni heres Jerusalem. Begale fastigium tociehs leditur, 
quociens in defectu clemencie reperitur, et quanto benign! us compassi- 
onibus pietatis immergitur, tanto glohosius exaltatur^ etc. Hec ex 
privilegio quodam, quod dedit monasterio S. Emerammi. 30 
add. El. 

** secundum cronicam*^ volgarem Ludwicus dux Bawarie, 
sororius Heinrici regis, iuvit ipsum contra add. B 1. 

*** cum adiutorio Ludwici ducis Bavarie, sororii ' aui, cM, C. 

» Batispone — Emmerammum om, C 2. *> signa so C. ^ Althe C. 35 
d Heinricum C. «in — 1247 am Rand mit Einfügun^sxeichen, dafür 
im Text Zusatz ** B. ' sorii C 1. 2. 

' Der folgende Satx findet sich auch in dm, 14594, den Fund., aber 
X. J. 1254 {NA. 700, Anm. 3) unter anderen St. Emmeram^r Aufzeichnungen. 
Die obeft genannte Chronik, der auch der in elm. 14594 nicht enthaltene 40 
nächstfolgende Satx entnommen sein soll, ist nicht festzustellen. 

' Aber x. J. 1242. 

* NA. 24, 697, Anm. 6. Z. J. 1220. 

* Anfang der Urkunde von 1251, Jan.; Böhmer-Fieker Reg. 4530. 
Das. die Druckstellen. 45 

* Sächsische WeltchroniJc, 1. bayer. Fortsetzung; MG. Dt. Oiron. 2, 
324, 18. 

* Aber x. J. 1250. Herrn. Alt., den die Ann. Hai. benutzt haben, 
giebt die Menge der Zuhörer nur auf 60000 an. 



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— 63 — 

ad fratres minores hoc habens epitafiumM^ Anno domini 1272. 727^. 
19. Kai. Janoarii obiit frater Berchtoldos magnus predicator hicZ^. 14, 
sepnltus Lucie yirginis. Dex. 13. 

1255. Ludwicus et Heinricns duoes Bayarie, filii Ottonis, dividunt Herrn. Alt 
5 Bawarlam. Ludwico , qui fuit maior natu , oeasit in partem Bawaria FundJ^ 

supeiior cum comitatu palatino Beni et civitate Monaco, Heinrico vero 

Bawaria inferior cum civitate Lanczhuet. Eodem anno dax Otto pater Ann, Bai. 

predictorum, qui fuit comes inScheyrn, et Conrad us rex moriuntur. 

1256. LudwicuB dux Bawarie, comes palatinus, dominam Mariam 
10 uxorem suam, äororem ducis Brabancie, in Werde Suevico decapitari 

iussit. Miserat enim ipsa duas litteras, unam duci, qui tunc in partibus 
erat Rani, alteram H. *» * comiti hireuto, que eciam ex errore marito proprio 
fuerat presentata. Pro emenda vero occise uxoris abbacia in Fürstenveit 
a Ludwico fundatur**. Hie Ludwicus montem ^ oppositum ponti ^ 

15 Ratispone, qui dicitur Geyrsperkch*, invitis civibus in- 
castellavit ac ipsum castrum Lanndeschron^ appellavit . . • 
(1226. 182. Gregorius IX. Sed, an. 14.) . . .* 
(Sifridas 25. Sed. an. 18.) Mortuo <* Conrado IL « episcopo 
Batisponensi ' sedes vacabatcf per annum^ Nam dissensio A*! Emm.^ 

20 gravis orta fuit inter chorum et ministeriales. Minor pars chori Gotfridum 
prepoeitum elegit, cui favebant ministeriales laici asserentes 
eieccionem pontificalem in suo plus quam cleri debere 
consistere arbitrio. Contraria vero pars chori cum abbate S. £m- 
merammi Perchtoldo viro per omnia venerando Bomam venit et rebus 

25 suis apud Honorium papam bene determinatis, cum isdem papa in festo 
S. Gerdrudis obiisset, apud successorem suum Gregorium IX. Sifridum 
canonicum et cantorem Moguntinum, qui tunc Borne eciam aderat, 
virum litteratum et ^ castum , e^egit et in episcopum ab ipso apostolico 

* Anno domini 1231. prepositus Salzburgensis, abbas S. Fetri ^ , Ann. S. R.^ 
30 abbas Agmundensis de licencia domini pape ab archiepiscopo in die sancto 

pasche mitris pontificialibus sunt insigniti et privilegiati. Sequenti anno 
archiepiscopus de licencia domini pape preposito ßakbur^ensi usum virge 
pastoraüs et anuli et cyrothecarum indulsit. am Rand B. 1 im Text B. 2 

35 * Heinrico C. *> pontem corr. montem Bl. « monti C 

^ autem add. A 5. « om. Ab. 'de quo prius dictum est add. A 5* 
e vacavit A3. ^ in episcopum statt et castum A 3. ^ ibidem add. B 2' 

* Die Aufschrift des noch vorhandenen Grabsteins lautet anders. 
Abbildung bei Walderdorff^ S. 243. Über den Widerspruch in den 

40 Tagesangaben bei Andreas, der sich durch die Benütxung xweier ver- 
schiedener Anniversarien erklären dürfte, äusserte sich neucstens Rieder , 
Das Leben Bertholds vmi Regensbtirg (Freihurg i. B. liH)l\ S. 5 u 24. 
' Notae Fürstenfeldenses SS. 24, 75. 

• Heinrico, Ann. Bai. 
45 * Z. J. 1263 Ann. Bai. 

^ Vgl. Berm. AU. 

« IXe Chronik aus PriU, die Riexler 2, 125 hier ah Quelle eitiert, 
ist nur ein Auszug aus des Andreas Chr. g., wie ich oben in der Ein- 
leitung nqehunes, 
50 ' Ähnlich Megenberg. 

• Notae S, Emmerami SS. 17, 574; vgl. oben S. 59, Anm. 6. 
» Annales S. Rudberti Salisburgenses, SS. 9, 785. 



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— 64 -^ 

1228. consecrsLtum secum Katisponam adduxit anno domini 1228 ^ Ne 
N. Etnm, autem quid tale de & cetero a laicis presumatur, omnis adversa pars 
chori, scilicet Gotfridua electus, magister Hugo et ceteri' omnes ab 
ecclesiasticis beneficiis et chori consorcio ^ sub pena excommunicacionis 
sunt sequestrati imposito sibi tocius iuris silencio, quousque sub pericolo 5 
suarum rerum et personarum JEtomam adeuntes tercio vix anno restitu- 
cionem sub gravissima pena meruerunt.* Hie Sifridus imperialis 
aule cancellarius de consilio canonicorum, fratrum quo- 
quec predicatorum et fratrum minorum ordinavit statuta 
presbiteris et fratribus laicis atque sororibus, que ad ser- 10 
vicium pauperum ydonee sunt, in domo hospitalis' Batis- 
pone iuxta pontem siti. Hie aliqua privilegia utiliaecciesie 
Batisponensi a Friderico H. impetrayit^ Hie sepultus 
est ^ in ecclesia kathedrali Ratisponensi hoc habens 
epitaphium: 15 

ßecietis gratum regalibus hie kathedratum 
ßeyfridum stravit mors et cinis incineravit. 
Het-m, Alt Anno domini 1231. Ludwicus dux Bawarie apud Eelhaim a quo- 

dam ignoto presente sua familia occiditur. 

1237, 1237. Heinricus comes de Ortenberkch, dum esset in 20 

Castro Murach, dedit° sororibus ordinis S. Sixti ® in sub- 
urbio Batispone ecclesiam in Swarczhofen ea condicione, 

* Hie Sifridus de bona voluntate^ Oonradi decani ac 
universitatis ' capituii Batisponensis ecclesiam S. Blasii, 
que ad eos pleno iure spectabat, contulit' fratribus ordi- 25 
1229, ii\% predicatorum anno domini 1229. £t factum est ibi 
postea solJempne monasterium auxiliantibus ad « hoc pre- 
cipue, ut dicitur, nobilibus dictis Drukchsäz *» de Ekken- 
müll'^ Dicunt^ fratres minores Batispone, quod in eoloco, 
in quo nunc est monasterium et conventus ipsorum, quon- 30 



dam fuit cappella salvatoris, quam ipsis episcopu.s Batis - 

fonensis ad inhabitandum contulit. Comes vero de Bogen'' 
ocum ipsum per adiacentem aream, (juam hereditario iure 



possidebat, amplia vit. 7iach impetravit im Text Bl. nach meruerunt 
ivi Text C. 35 

» ceterum stait de cetero A3. b consorciis A5. ^ fratrum- 
que 0. ^ om. A5. « Benedict! auf radierter Stelle von spät. Hand; 
daxu am Rand: sie habetur in originali C 1. ' universitate Hss. 

e adhuc Bl. ^» Druchsäzz Gl. » Item in loco, ubi modo constructum 
est monasterium fratrum minorum Batisp., quond. f. ca'p. sancti salvat., 40 
quam ep. Bat. fratribus minoribus ad inhab. cont. so diesen Sat\ C. 

' Viebriehr 1227. 

'^ In der Quelle toeitere Namen. 

^ Kaiharinenspital. Die Statuta sind nicIU erliaÜen. 

* So Megenbergy der auch die folgenden Verse miiteilt, Hienach 45 
ist Janner 2, 414 xu berichiigen. 

* Urkunde hei Ried 1, 381. 

® Abtretungsurkunde y die dem Text dieses Satxes xu Grunde liegt f 
bei Ried 1, 361. 

' Vgl. Urkunde bei Ried i, 350. Daxu Janner 2, 348. 50 

® Truchsess von Echnühl, von denen riefe in der DominikanerkircJie 
beerdigt sind. Vgl. Walderdorff* S. 390 f. 

® Qraf Albert von Bogen. Urkunde bei Ried 1, 373. 



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— 65 - 

ut locus ille, in quo adhuc monstratur cappella S. Sixti, 
de fructibus et redditibus ecclesie prefate debeat con- 
strui. Hie est locus ille, in quo est modo monasterium» 
quod dicitur ad sanctam crucera, ubi nunc est sollempnis 

5 conveutus religiosarum dominarum ordinis predicatorum.' 

(1241. 184. Innocencius IV. Sed. an. 11 men. 6.) . . . Huius 

Innocencii Guilhelmus Duranti^ in principio speculi iudi- 

Cialis, quod ipse composuit, memoriam facit hiis yerbis: 

NoBtris temporibus due stelle lucidissime rutilarunt, videlicet sanctissime 

10 recordacionis dominus Innocencius papa lY., noster patronus, pater iuris, 
et reverendus pater dominus mens Heinricus dei * gracia Hostiensis epi- 
scopns, lumen iuris, quorum veneranda memoria fulget ut splendor 
firmamenti perpetui velud stelle in etemitates perpetuas permansura. . . . 

Anno domini 1241. eclipsis ^ solis facta est in octava WßYiaheMs Ann. Hai. 

15 inter nonam et vesperam, ita ut clare stelle viderentur. Eodem anno 
Conradus rex duxit üliam Ottonis ducis Bawarie, que post obitum viri 
comiti Meinhardo Tiroliensi nupsit, ex qua genuit Elizabeth, quam duxit 
Albertus dux Austrie, postea rex Bomanorum. 

(Albertus. 26. Sed. an. 13.) Anno domini 1247.» Albertusi547. 

20 canonicus Halberstatensis de Pittengaw^ Batisponensi ec- 
clesie preficitur episcopus. Qui rexit annis 13 et depositus 
est factusque est monachus in Sitthinberch<^^ 

1250 cives Eatisponenses meliores captivantur^ Skhl250. 
episcopo et ducuntur in Stawff.* 

25 1255 quidam presbiter in civitate Batispona portansi255. 

corpus Christi infirmis cecidit in profundum luti in eo 
loco, qui dicebatur Judenprukk^, dispersis particulis salu- 
taris hostie. Ubi statim facta cappella in honore corporis 
Christi' largicione fidelium postea*^ monasterium Augusti- 

30 nensium fratrum heremitarum ibi dem fundatur Conrado 
Hilprant« et ülrico von der Prunnlait^ civibus Batis- 
ponensibus magistris structure existentibus. 

(1253. 185. Alexander IV. Sed. an. 7.) . . . 1256 ossa S.1256. 
Willibaldi de tumulo sunt levata apud Eyhstett. 

35 (Albertus IL Magnus. 27. Sed. an. 1.) Anno domini 12ß0.^1260. 

Albertus IL, dictus Albertus Magnus, lector Coloniensis, 

* Item 1250 incepit ordo fratrum S. Augustini in 
heremo am Rand A 1. 5 im Text am Schluss des Abschnitts A 3. im 
Text hier A 2. ebenso mit Eodem anno incepit . . . C. 

40 * dei ^acia Mn. C. ^ eclipsis — anno om. C « Sitigenbech 

A3. Sittchinberch B 1. d Judenpurck C6. e Hiltprant A5. Hilt- 
prandt C. ^ Prunnlant A 2. PrumilaitBl. Prumilaitt 1. Prunn- 
laitt 02.6. 

1 Da^ Frauenkloster xum hl. Kreux in Regensburg j das heute noch besteht. 
45 ' Bischof Wilhelm Duranti von Mende in seinem Speculum iudiciale. 

' Megenberg: 1250. 

* PietengaUy Peiting bei Schongau. 

^ Sittenbach in der Diöcese Halberstadt. 
® Siihnungsurkunde bei Ried 7, 480. 
50 ' St. Salvatorkapelle bei der Judenbrücke. 

» 1267. Janmr 2, 504. 
"" Idegenberg : 1264. 

Qaellen und Eroerterungen N. F. 1. 5 



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- 66 -- 

ordiniB predicatoruiU) vir utique magnarum scienciarnm, 
sicut scripta sua instruunt, Batisponensi ecclesie prefi- 
citur episcopus et sedit tantum anno uno et reeignavit 
episcopatum propter gentis proterviam et populi vpni- 5 
tatem. Hunc populus ligatum calceum cognominabat, eo 
qnod ferret ligatos calceos, sicut mos est fratrum * predi- 
catorum^ 

1262, (Leo. 28. Sed. an. 15.) Anno domini 1262.» dominus Leo 

Batisponensis decanus Ratisponensi ecclesie preficitur 10 
episcopus.* 

Mart. (1272.188. Gregorius X. Sed.an. 4di. 10.) Gregorius X. nacione 

Lombardus de civitate Placencia cum esset archidiaconus Leodiensis et 
devocionis causa usque ultra mare transfretasset, ibidem existens in palacio 
Yiterbiensi in papam a cardinalibus est electus. Hie 3. pontificatus sui 15 
anno pro ntilitate terra sancte, quam personaliter visitare intendebat, 
Lugduni sollempne celebravit concilium, in quo et Grecorum et Tarta- 
rorum sollempnes nuncii interfuerunt, Greci ad unitatem ecclesie redire 
promittentes. In Signum cuius spiritum sanctum confessi sunt a patre 
et filio procedere symbolum *> in concilio sollempniter decantando «. 20 
Hanc<^ rem Gwilhclmus Duranti'' Mininacensis® ecclesie < 
episcopus in rational! suo, quod« incipit: Quecunque in eccle- 
siastids officiis etc. lib. 4. cap. de simbolo se^ dicit vidisse. Unde 
et miratur, qua temeritate Greci spiritum sanctum a filio procedere 

Mart. presumunt negare. Nuncii vero Tartarorum infra concilium baptisati sunt 25 
et postea ad propria redierunt. Numerus autem prelatorum, qui fuerunt 

1273, * Anno domini 1273. ecclesia katbedraiis S. Petri 

Batispone voragine ignis penitus est destructa^, et carapane 

April 20,omnes eciam^ sunt exuste 12^ Kai. Mail, feria 5. in ebdo- 

mada Quasimodogeniti, 5. die ante festum^ B.i Georii®. 30 

1276, Anno™ domini™ 1276. in festo B. Pauli apostoli conse- 

Juni 30. CT SitvLB est primus lapis^ katbedraiis ecclesie S. Petri ° 
Batispone a venerabili episcopo domino Leone, add. am 



spon 
ßl., 



Rand Bl., im Text B2. C. 

» predicatorum fratrum C 1. predictorum fratr. C 2. *» symbolum 35 
— decantando om. A3. « decandando! AI. ^ Hanc — negare am 
Bernd mit Zeichen auf die Einfügungsstelle A 1. om, A 2. 3. e ^q ^^ ß^ 
episc. Mimnacensis C. * om. C. ff quod — etc. om. C. ^ dicit se C. 
^ om, 0. k 15. die Aprilis statt 12. — Georii C. » <wi. B2. 

^ om, C ^ apostoli add. B 2. 40 

* Dieser Abschnitt fast gleichlatäend bei Megehberg. 

■ Megenberg: 1265. 

■ Bischof Wilhelm Duranti von Mende, dessen Spectdum iudieiale 
Andreas oben S. 65 auch erwähnt und benütxt hat, in seinem Rationale 
divinorum offtdorum. 45 

* S. oben S. 11. 

** Diese dreifache Bexeichnung des einen lages dürfte den Vorzug 
der Biehtigkeit haben vor andern Quellenangaben. Auch die Annales I¥u- 
veningenses (SS, 17, 608) sagen: 12. Kai. Maii {April 20,), dazu aber 
feria 5. ebdoroade secunde (= April 27.). Letzteres Datum enthält auch 50 
die Angabe bei Herrn, AU : feria 5. post Misericordiam domini. Der in 
der Hss.'Oruppe G genannte 15. April ist sicher falsch. 

' Anders VO. 11, 78. 



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- 67 - 

in ooncilio, fuit 500 epiacopi, 60 abbates et alii prelati circa milie. Hie Mart. 
in concilio multa bona constituit, videlicet pro subßidio terre sancte et 
pro statu universalis ecclesie. Hoc concilium Lugdunense sub Gregorio Ann, Hai, 
papa^ X. celebratum, quod in multis locis libri^ sexti decre- 
5 talium generale legitur, licet taceatur, quotum fuerit in 
ordine, in respectu tarnen ad concili um Lateranense su b 
Innocencio III. celebratum, quod superius^ nonum concili- 
um universale computatur, hec sancta synodus Lugdu- 
nensis decima universalis salva correccione sapientum 

lOvidetor computanda. In hoc concilio ordines mendicanci um sunt i^/or. 
fere omnos casoati et ecclesiarum decime ad terre sancte subsidium per 
G annos deputate. Pensa ibi, lector, si te delectat, quomodo 
hec concurrunt: Gregorius« decimus, ecclesiarum^^ decima, 
concilium*^ decimum. Est animadvertendum ^, quod ordo Cyster- ^wn. Hol, 

15 ciensis, quem papa Gregorius speciali prosequebatur afiectu, de 6 sBnis, 
quibus danda erat decima, pro 80 millibus marcarum convenit, quam 
summam patres abbates inter filios suos dividebant annis singulis. De 
hac summa domus in Fürstenveit dedit annis singulis 4 marchas. . . 

(1273. 97. Rudolfus. Heg. an. 18.) Anno domini 1273., cum Ann,' Hol. 

20 bona imperii iam diu vacante imperio distracta esseiit, Gregorio papa 
mandante electoribus de rege Eomanorum, cum concordare non 
possent, Vota« sua in ducem Bawarie transtulerunt, a quo Rudolf us -F^o»'- 
genere Alemannus, comes de Habspurch, utpote homo bellicosus et Ann, Hai, 
ab infancia in armis nutritus, rex vocatus et electus regnare cepit ' 

25 regnavitque? annis 18. Hie fuit vir probus et ab infancia bellicosusi 
iustus, Simplex ac ^ timens deum, sed tarnen ad Imperium non ascendit.'*' Flor, 

* Notandum *, quod rex ^^ Rudolfus fuit^ sapiens. Ad 
quem accessit unus™ in civitateLangingen°* dicens: O dorn ine, 
date mich! aliquid. Qui respondit: Quare, karissime? At 

30 ille: Quia estis cognatus meus. Tunc dixit® rex: Unde, 
karissime? Tunc dixit ille: De costis Adam. Dixit ei rex: 
Vade ergo et porta magnum saccumP lile letus putans, 
quod vellet sibi implere, apportavit. Tunc rex recepit unum 
denariura et proiecit sibi ad saccum et dixit: Modo vade 

35 et fac tibi unumquemque tantum dare, qui tantum attinet 
tibi ut ego, et habebis saccum plenum.** add.^ Bl. nach dem 
* Zusatz S. 68 B2. C. 

** Notandum % quod idem rex venit semel^ Basileam ^ 
ubi« erat civis quidam valde dives. Tunc quesivit: Cuius 

40 est domus illa? Dicebatur: lllius civis. Cuius et illa? 

» om. C. *» VI. libri C. ° In den Hss. Je über das folgende 
Wort decim.. geschrieben; om.! A2. ^ advertendum C. « vocem suam 
A ß. 7. ' 1273. add, A 6. 7. « que om, A 6. 7. i^ et A 6. * Notan- 
dum quod om,y dafür Hie B 2. C. ^ Rudolfus rex C. ^ sapiens fuit C. 
45 ™ quidam C. ° so B. Laubing C. <> rex dixit C. p factum! Bl. 
^ Item stall Notandum quod B 2. r Basilenam B 2. • ut B 2. 

1 S, 59, 

* Wohl Lauingen. Dieselbe Sage aus Nürnberg bei SckÖppner, Sagen* 
buch d. bayer, Lande 1, 134; vgl. das. 5, 360. 

50 ^ Quelle: des Magisters Konrad Derrer von Augsburg Geschichten- 

buch? Vgl, Einleitung. 

* Aus dem deutschen „einmal*^ falsch übersetzt Y 

5* 



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— 68 — 

Hie ad peticianem Gregorii pape cruoem snscepit, nt* com craoe signatis 
ultra mare sanctnm passagium acciperet, sed non potuit transfretare 
propter gwerram Ortachari regia Bohemie. Qui poetea a sqIb traditos ^ 
in bello ab^ eo est oocisus, eo^ quod sibi rebellans ab eo contempsit aoci- 
pere collacionem «. Versus'^: 5 

Anni dum domiui fluxissentff mille duoenti 
Octavo numero completo septuageno, 
Dum 8ol in geminis fuit Augustique Kaiendia 
Inclitus Ortacharus rex hostibus eins amarns, 
Succumbit^ bello pugnans cum rege Rudolfo, 10 

Non vi Sueyorum ' ceddit, sed fraude suorom. 
Heffn, AU, Hie Ortacharus rex Bohemie parum ante' cum magno exercitu 

intrans Bawariam destruxit Begenstauf et Nitenaw. 
1272, *Anno domini 1272.* summum Ratispone exuritur. 

Fhr. Huius temporibus 200 homines 15. Eal. Julii in ponte super Muslam 15 
choreyzantes oessare nolebant y donec plebanus transiret portans sacratissi- 
mum^ corpus Christi. Igitur pons cecidit, et choreyzantes omnes penitus ^ 
Ann. Eal, saut submersi. Item quidam nigromanticus, qui se Fridericum impera- 
torem publice affirmaverat, iussu ipsius regis Budolfi est adustus. 
Fund.^ Item comes de Mosburg moritur, et comitatus ad duces Bawarie 20 

devolvitur. ^ 
Hart. (1277. 191. Johannes XXI. Sed. men. 8 di. 1.) . . . in eoclesia 

8. Laurencii sepelitur. 

' Hucusque frater Martinus cronica"» perduxit. 
Fund."^ (Heinricus II. 29. Sed. an. 19.) Anno domini 1277. Heinricus 25 

comes de Botenek, Batisponensis ecciesie canonicus et archidiaconns, Batis- 

Iterum dicebatur: Eiusdem. Et sie ostendernnt sibi mnltas 
domos, que erant unius. Tunc dixit rex: Eya >>, quantum 
ille pepercit. 81 voluisset omnia vindicasse, nunquam 
obtinuisset illas. a^.^Bl.2. 30 

"* ^Anno domini 1261. Ottacherus rex Bohemie aggressus est regem 
Ungarie °y Belam nomine, in campo Marchveld et obtinuit yictoriam 
auxiliante sibi Ulrico duce KarinthieP et fratre suo Philippo electo Salz- 
burgensis ecciesie. Et in Signum yictorie condita est civitaa in eodem 
loco, que dicitur Marchek. Poetea in iam diclo camno Marchvelt ^ dictus 35 
Otacherus rex Bohemorum' pugnans cum Rudolpho rege Bomanorum 
Bohemis terga vertentibus cum multis nobilibus est occisus. add, nach 
devolvitur B 1. hier B 2. C. 

a et A 7. C 2. ^ om. A. ^ sb eo om, Bl. d eo -— re- 

bellans om. A 5. « unde add. C. ' om. A 1. 2. 5. « fluxisse aile Hss. 40 
^ buccubuit A7. * corpus dominicum statt sacr. corp. Chr. C. ^ om, 
A 5. C. 1 Hier hat Bl den Zusatx *. ^ cronicam A 5. C. » EaB 2. 
o üngarorum B2. p Karrathie! Bl. <i Marchek! B1.2. r om, C. 

1 Auch aus Bamberg überliefert SS. 17, 639. Vgl, Forschungen 
18, 21 u, 563. 45 

• Dafür multorum SS. 17, 639. . ' 
8 1266. 

* Vielmehr 1273. Vgl. oben S. 11 und 66. 

• Aus Oster ho fener Annalen, NA. 24, 695. 

* Aus JSberhardi archidiaconi Batisponensis Amiales, SS. 17, 594. 50 
Vgl NA. 24, 702. 

' Quelle: Derrers Oeschichtenbuch? 
« Quelle? 



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— 69 — 

poDensi eoclesie pieficitur episcopus. Hlc dictam kathedralem ecclesiam Fund. 
S. Petri Ratispone consumptam et destructam incendio et ab antecessoie 
8U0 reedificari inoeptam sumptuoso opere, quod et materiam supeiabat, 
ut ad finem peiduci posset, multis laboribus procuravit et multa preciosa 
5 ornamenta dicte ecclesie dedit. Hie eciam Patrimonium auum, acilicet 
comitatum et castrum in Rotenek cum pertinuncüs suis, Ludwico duci 
Bawarie vendidit et Batisponensem ecclesiam multis debitis oneratam ab 
usuris et dampnis aliis liberavit. Item* advocaciam in Velden, Ebers- 
peunt, Teispach, FrantenhauseDi Ergolczpach, Esseubacbi Püstingen^ et 
.0 Erliiig^ a dominis ducibus Bavarie et alia multa magna pecunia compa- 
rayit. Item<^ feci t f ieri duas campanas', quarum una dicitur 
apostolorum, altera S. Petri. Item per duoe monachos de HaJiz-Ann. Hol, 
prunn edoceri fecit musicam in sua ecclesia cantu usuali in musicam 
permutato. Hie' sepultus est retro summum altare in ec- 
15 clesia sua katbedraii hoc habens epitaphium: 

Hanc kathedram rexit Heinricus, quem petra texit, 
De Botenek ortns. Oeli pateat sibi portus. 

Anno domini 1285. dominus Albertus de Hals sua virtute ei Fund,* 
Btrenuitate meruit a Rudolfo Bomanorum rege honore et nomine comitis 
20 insigniri. Item ^ in Paterach Judei bonum hominem christianum, Wem- 
herum nomine, occiderunt occulte, qui dicitur miraculis claruisse. ßimile 
priori anno accidit in dvitate Munacensi ^. 

1286 in« dominica prima' quadragesime* soiOTeBl286. 
ecclesie, que nunc dicitur ad 8. Ciaram Batispone, volga-ifan^ 3. 
^5 riter ob penitenciam rewsarinn'' nuncupate, ordinem 8. ^ 
Marie Magdalene mutaverunt et hortantibus fratribus 
minoribus ordinem et regulam 8. Cläre receperunt^ 

Item Mfildorf civitas a duce Heinrico restituta est episcopo Salcz- Fund»^ 
burgensi, quam anno priori expugnaverat. 
30 1288 i tonitrua in die 8. 8tephani circa nativitatem domini sunt 

per multas terras andita. 

1289 Lndwicus bone indolis filius Ludwici dudsi^ Bawarie com Ann. HcU, 
hastiludio Nümberge intenderet, lancea cuiusdam baronis de Hohenloch ^^ 
tactuB gntture oocnbuit 

35 * Item — comparavit om. A3. ^ Pilsting C. • Item — portus 

om. A7. ^ Monacensi A5. C2. 6. ^^ in dominica om. A5. ' In- 
vocavit stcUt prima quadra^esime C. 8 Bewserinn A 7. Bewsärinn C 1. 2. 
Bewerin C 6. ^&.^ or£nem o/n. B 1. > 1288 — audita om. B 1. C. 

k OOT. B 1. 

40 1 So falack für Aeuting, Eutting. Auch SS. 17, 694 unrichtig 

Aueting. Vgl die Urkunde Ried 1, 679. 

* VgL Eberhardi arehid. Bai. Amuües, SS. 17, 594. 

' Die folgende Nachricht mit den Versen auch bei Megenberg. 

* Aber %. J. 1280, aus Osterhofener Annalm. NA. 24, 695. 
45 » Ebendaher x. J. 1285. NA. 24, 695. 

« Jamner 3, 53 falsch Febr. 24. 

^ Reuerifmen, Büsserinnen. 

» VgL die Urkunde Bied 1, 617. 

« N± 24, 689. 
50 ^0 Die Ann. Hai. nennen sttUt Hohenloch einen de 8chelklingen; 

. per Eraftonem de Hohenloch heisst es in den Notae Fürstenfeld. (Fund.) 
SS. 24, 75. Vgl auch SS. 24, 54 x. J. 1290. 



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Qoo^(^ 



— 70 — 

Mmd.^ 1290 Heinricas dux Bawarie, f rater Ludwici, bono fine apud 

Ämi, Hai. Purghausen obiit relinquens tres» filios, Ottonem, Ludwicum et Stephannm. 
Huius Heinrici ducia Bawarie*» uxor fuit Elyzabeth filia 
Bele regis üngarie, qni fuit frater S. Elyzabeth. Item<: yems 
calidissima fuit.' 5 

Ann. Hai. 1291 rex Rudolfus obiit in divisione apostolorum sepultus Spire. 

Flor, Huius ^ eciam Budolfi temporibus in Diessenhoven mortuus, qui 10 annos 
sub terra iacuerat, loquebatur fossori sepulchri, cui diem sui obitus 
veraciter predixit. Item in diuoesi Wormaciensi in viila Garrach anser 
duorum capitum fuit et anser alius quatuor pedum. Item in diocesi 10 
Constanciensi in Swandach mulier nobilis leonem dicitur peperisse. 
Fund} Item Rudolfus episcopus ßalczburgensis obiit, cui successit dux « 

Bawarie Stephanus. Sed missis* nunciis Romam, videlicet Conrado tunc ^ 
episcopo Laventensi^ cum muitis aliis, super confirmacione eiusdem 
Stephan! dominus papa ipsum reprobavit et dictum Conradum Laven- 15 
tensem * episcopum per se ipsum in archiepiscopum Salczburgensem ordi- 
navit magistrum Heinricum prothonotarium et canonicum tunc^ Salcz- 
burgensem iurisperitum similiter ordinans ecclesie Laventensi ^ episoopum. 
MaH} (1278. 192. NicolauB III. Sed. an. 2 men. 8 di. 28.) ... Hie 

constituciones fecit tam de eleccionibus prelatorum quam de eieccionibus ^ 20 
senatorum urbis, de^ quibus vide libro sexto decretalium. 

(1288. 195. Nicolaus IV. Sed. an. 4 men. 2 di. 17.) . . . Hucus- 
que frater minor cronica, que flores temporum dicuntur, 
perduxit. 

(1292. 98. Adolfus. Beg. an. 6.) Anno domini 1292. Adolfue 25 
comes de Nassawe in Frankchenfurt ab omnibus principibus electus regnare 
cepit regnavitque annis 6. Hie benediccionem imperialem non habuit. 
Fimd,'E\c anno domini 1299. <> cum Alberto duce Austrie et Gerharde p arcfai- 
episcopo Moguntino conüictum habuit iuxta castrum, quod Pönlant ^ 
dicitur. Ubi dux Austrie obtinuit victoriam et rex Bomanorum occisue est 30 
in die SS. Processi et Martiniani*. 

Ann, Hol. Anno domini 1294. Ludwicus dux Bawarie est defunctus et in 

Furstenvelt sepultus relinquens duos filios, scilicet 
Budolfum, qui ei successit in regimine principatus, et 
Ludwicum postea Bomanorum imperatorem. 35 

Amt, Hai. 1295 '^ terremotus magnus factus est in octava S. Augustini circa 

mediam diem. Specialiter autem in episcopatu Turonensi' turres et castra, 

» filios tres C. *» om, C. « Item — fuit om. C. ^ Huius 
— pedum om. C. ® Steph. dux Baw. C. ^ nunciis missis C. «f om. C. 
^ Laven tinensi A7. C. * Laven tinensem A7. C. ^ om. C. ^ Laven- 40 
tinensi A7. C. ™ eleccione C. *» de — decretalium om. dafür: Hie 
sepultus est Rome apud 3. Petrum. C. <> MCCXCXimi AI. 
1294. A 2. 5. 6. 7. 1304. A3. p Gebhardo C. ^ Poenlant A 2. Ponlant 
A3. Bl. PöillatAö. Porlat A7. ' 1295 — quoque <w». C. 

^ Au8 Osterhofener Amialen, NA. 24, 695. 45 

» Quelle? 

3 NA. 24, 689. 

* Conlin. PwU. Rom, SS. 22, 476. 

* Qiieüe vielleicht Fund.; NA. 24, 700, Anm. 4. 

^ Die Quelle sagt Ourensi; die Es. 2 derselben liat jedoch schon 50 
Tksrensi, so da$s ein weiterer Abschreiber leicht daraus Ikironensi machen 
konnte. 



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— 71 — 

ut dicitur, evertebat. Item quidam novicius iurans se de oetero non Aanfn, Bai. 
comestaraiii* post 17 dies, quibos non comedit, obiit^ 

Hiis quoque^ temporibus' rustici et volgares populi<^ audientes 
sacramentum corporis dominid per Judeos Mei^ inimicos circa partes 
5 Franconie sive«^ Francie« orientalis in suis latibuÜs prophanari uno animo 
et eadem inspiracione moti per se nullo anganaote aut compellente undi- 
que oonveniimt et primo in parvis oppidis, deiode in Herbipoli, Nürnberg, 
Botenburkch etc. usque in Amberg ciTitatem Bawarie ipsos Judeos in 
castris et edificiis munitissimis cede et incendio cogunt interire. Bex 

10 autem Albertus recepta Corona necem Judeorum fortiter yindicavit in 
pauperes rusticos atque cives humiliando eos et res eorum diripiendo et 
Jndeoe alios recoUocans in civitatibus, de quibus ezterminati fuerant 
priores <". 

(1293. 196. Celestinus V. Sed. men. 5 di. 8.) . . . Alibi sie 

15 legi: Celestinus papa, qui propter vite sanctitatem et miraculorum famam Ann. Hol, 
electus fuerat de beremo et vita monastica in papam, per machinacionem 
Benedict! tunc cardinalis de sede, ut dicebatur, delusus in custodia tarnen 
honesta aervatur, et Benedictus predictus mutato nomine Bonifadus ei 
successit. 

Ä) (1294. 197. Bonifacius VIII. Sed. an. 8 men. 9 di. 18.) Boni- 

facius VIII. nacione Campanus, ante dictus Benedictus, 
presbiter cardinalis, feeit sextum librum decretalium et 
litem, que inter cierum quasi tocius mundi ex una parte 
et fratres predicatores et minores ex altera diu duraverat, 

25 decidit per unam constitucionem^ que incipit: Super 
kathedram. Quam eciam constitucionem, cum in quibus- 
dam suis articulis videretur fratribus dubia, ad preces^ 
Conradi Salczburgensis archiepiscopi et suorum suffraga- 
neorum per constitucionem aliam, que Cupientes^ incipit, 

30 declaravit. 

Hie Bonifadus post legittimam citacionem in regem Francie eK'Änn, EcU,^ 
communicacionis sentenciam fulminavit ^. Propter quod idem rex corruptls 
Ananiensibus, ubi tunc papa manebat, muneribus per quosdam suos 
fautores ipsum papam armata manu invasit. Sed Ananiensibus de male- 

35 ficio penitentibus eadem die papa^ restitutus est« pristine libertati \ Qui 
statim reversus ad curiam Romanam consternatus animo mortuus est 
ibidem et sepultus' apud S. Petrum. 

Huius temporibus ^ Flandrenftes iugum regis Francie ferre noientes, 
licet ipse rex dominum eorum in captivitate baberet, omnes barones, quos 

40 idem rex ad conservandas municiones Flandrie locaverat, occiderunt. 
Propter quod idem rex Francie exercitum infinitum ad delendum eos 

* commessorum A 1. 2. commessurum B 1. ^ Huius autem tem- 
poribus C. « om, C. d pociores C 2. « promulgavit C. ' om. C, 
« et C. J» libertatel A 1. ^ apud S. P. sep. C. 

45 * Offenbar in Kloster Eeüshronn (1296), 

' Ann. Hai. x. J. 1298: Eodem anno etc. 
» 1300y Febr. 18. BtUlarium Fraficiscanum 4, 498. 

* Vgl. SS. 17, 598; 9, 815. 

* Vielmehr Inter cunctas. Mit Cupientes beginnt der 3. Absaix, 
50 1304, Febr. 17. Wadding, Annal Minorum 6, 58. 

* Z. J. 1303. 

' Ann. Hai x. J. 1302. 



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— 72 — 

Ann, Hol, funditus destinavit. Quibus Flandrenses resistentes yiriliter oocisis multis 
milibuB semel et iterum ac tercio victoria sunt potiti. Nee taoendam, 
quod rex ipse, qui in tercio conflictu affnit, personaiiter vix evasit. 

Item dux Budolfus» matrem^ propriam de suspecta familiaritate 

cuiusdam militis dicti Ottlinger nimis notabiliter infamavit* 5 

1296, (Conradus III 40. Sed.'an. 17.) Anno domini 1296.* Oon- 

radus comes^ de Luppurkch, prepositus, Batisponensi 

ecclesie preficitur episcopus. Hie castrum Luppurkch ded It 

* cNofandum, quod ea, que scripta sunt in originali 
schedula, reperta sunt in quibusdam cronicis, que scripsit 10 
C. Derrerius'* rector scole ad ß. Mauricium Auguste tempore, 
quo Jobannes papa XXII. 

Notandum, quia Bonifacius papa volebat celebrare 
ordines per se, et venerunt multi illuc. Tunc venit unus 
honestus Scolaris et recens de Suevia, et ibi in examine 15 
erat magnus tumultus ac strepitus, et ipse venit ante 
examen transeundo in capitibus hominum. Tunc dixerunt 
examinatores, quis esset et quid veliet. Ipse dixit, quod 
vellet examinari et ordinari. Tunc examinatus erat et 
optime cantavit et iegit. In fine quesivit examinator: 20 
Dicas michi: Quot genera lignorum erant in sancta cruce 
et quot frusta habuit? Tunc aixit Scolaris : O domine, ego 
babeo hie in pedibus meis duos stivales. Adhuc non est 
annus, quod emi. Erat vacca alba vel nigra, de qua facti 
sunt? Et ille dixit: Nescio. Tunc dixit Scolaris: Et quo- 25 
modo ego deberem scire de sancta cruce, cuiua materie 
esset, cum iam sint bene 1300 anni? Et ipse promotus fuit 
a domino papa ad bonam prebendam et ordinatus eciam. 

Simile legitur ibidem in hiis verbis: Item fuit unus 
in examine sacerdocii. Quesivit unus ab eo: Leccio epi- 30 
stole B. Pauli ad Corinthios f ratres, que pars? Bespondit: 
Mein mueter hat ein küniglein^ kürsen kaufft vmb 10 vnd 
3 d. ®; rat, wie komt ein palg? Quo casu quereritur, eodem 
respondere iubetur. 

^Notandum, quod sedes sie fuit translata a Borna 35 
Avinionem: Accidit, quod moriebatur papa Benedictus XI. 
Cum autem cardinales essent inclusi ad eligendum, volentes 
se liberare, eo quod ita breviter in eleccione non poterant 
concordare, auaiverunt et perceperunt, quod episcopus 
Burdegalensis esset mortuus. Quem dixerunt se elegisse 40 
et sie emissi erant. Miserunt sibi autem legaciones, ut 
veniret Bomam, quia electus esset in papam. Quelegacio 
cum ad eum veniret, ipse adhuc vixit et deum de sua 
gracia laudavit et dixit legatis, quod ipsi dicerent cardi- 
nalibus, quod ipsi ad eum venirent, eo quod Francigena 45 
fuit. Quod et fieri oportebat, et ille sedem Avinionem 
transtulit et se etc. etc. add, B 1. 2. 

» Austriel add. C. ^ suam cuid. C. ^ i^ gched. v. f. 90* 
add, am Rand Bl. ^ künlem Bl. kunigleine B2. ^ om, Bl. 

^ Megenberg: 1293, Daselbst ähnlich der gafixe ÄbsckmU, Auch JiO 
die Örahschrift; nickt erst bei Hochwart f den Janner 3, 136 citiert. 
2 Dagegen Janner 5, 100, Arnn, 1. 
■ üeber diese Quelle vgl, Einleitung, 

^ Quelle für den folgenden Abschnitt auch Derrers Oesehichtenbuch? 
^ Also Zusatx auf einem Zettel bei Bl, 90 der Vorlage von Es, B i. 55 



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— 73 — 

ecciesie. Hie sepultus est in ecclesia kathedrali coram 
altari S. Andree apostoli hoc habens epitaphium : 
Hec servat fossa Conradi presulis ossa. 
De Lupparg natus sit tibi, Ohriste, datus.* 
5 (1299. 99. Albertus. Reg. an. 10.) Anno domini 1299. AI- 1299, 

bertus dux Austrie primogenitus Budolfi qnondam Roma- 
norum regis regnare cepit regnavitque annis 10. Hunc 
Bonifacius papa coronare noluit, eo quod monoculus esset. 
Postea tarnen suborta gravi discordiainter Philippum regem 

10 Francie et Bonifacium papam causa capcionis sue per illos 
de Columpna ipso Philippo favente idem Bonifacius pro 
detrimento regis Albertum ducem Austrie in Romanorum 
regem confirmat. Hie tantum res, non imperator fuisse 
legitur. Hie habita congregacione exercitus circa Nürnberg cum mul- Ann, H<ü} 

15 torum auxilio contra regem Yenzeslaum Bohemiam est ingressus. Ubi 
cum Kuttam, quam obsedebat, expugnare non posset, parum ibi proficiens 
ad propria est reversns. Multi autem eorum nobiles et ignobiles, qui 
secum lerant, ibi manendo et redeundo post reditum ad propria propter 
infeccionem aquarum, ut dicebatur, et corrupdonem aeris, quam ibi 

20 sustinuerant, defuncti sunt. Post hec' rex Albertus cum infinita multi- 
tudine Bohemiam, ut cogitaverat, iterum intraturus, inopinata morte est 
preventus. Nam Johannes filius fratris sui, ducis Suevie et Austrie, genitus 
de filia regis Bohemie, sorore Venzeslai, pro eo, quod ipsum hereditate 
paterna priyayerat et sepius requisitus nichil certi super eodem negodo 

25 sibi responderat, in die Philipp! et Jaeobi cum quibusdam suis fantoribus 
iuxta civitatem Badem manu propria interfecit. 

Huius temporibus^ Gebhardus comes de Hyrsperg est defunctus 
sine heredibus**. 

Eodem tempore, scilicet anno» domini» 1305., Venzeslaus lex Bohe- 

30 mie, homo mire devocionis, specialem circa ordinem Cysterciensium devoci- 
onem habens moritur et in Aula regia monasterio Cysterdensi *, quod 
ipse fundaverat, sepelitur. Cui successit Venzeslaus filius suus, qui anno 
primo regni sui occiditur. Exinde^ Albertus rex Rudolfum filium suum 
ducem Austrie coronatum per episcopum Moguntinensem regem Bobemie 

35 fecit. Qui eciam post unum annum in obsidione cuiusdam castri infirmi- 
tate^correptus vel, ut alii dicebant, intoxicatus morte moritur immatura. 
Nee silendum, quod idem Rudolfus melior inter lupos communiter 
dicebatur. 

* Anno domini 1299. consecrata est cappella 8. Lazari'i^^d» 
40 extra muros civitatis Ratisponensis a Conrado episcopo 

Ratisponensi in octava pasche, quam Heinricus Zand" civisiLpr. 26, 
Ratisponensis fundavit. add, Bl. 2. 

'* sepultus in Rebdorf, add, B 1. est s. i. R. B2. 

»om. C. 

45 1 Z, J, 1304. 

* Das, X, J, 1308. 
» Das, %, J, 1305, 

* Das, X. J, 1306, 

' Im Leprosenhaus Si. Laxa/rus. 
50 • Vgl. besonders VO, 11, 80, 



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— 74 — 

Ann. Hai, Hüb quoque temporibus' Otto dnx Bayaiie a baronibus üngarie 

per sollempnee DUDcios vocatus in ciyitate quadam iuxta Budam in tegem 
soUempniter est coronatus. Sed resistente sibi rege Eomanorum Alberto 
et rege Sicilie, filio sororis eiusdem Alberti, qui ex magna parte ipsum 
regnum occupaverat \ qui eciam a papa ipsum regaum receperat ^, non 5 
sine multis periculis infecto negocio ad propria est reversus.* 

(1303. 198. Benedictus XI. Sed. men. 8 di. 16.) Benedictus nacione 
Ytalicus, ante dictus Petrus, Hostiensis episcopus, ordinis fratrum predi- 
catorum, statuta contra mendicantes a predecessore suo facta <^ revocavit. 
Hie regem Francie eciam ab excommunicacione absolvit. De illo didtur, 10 
quod uno die 12 episcopos de ordine predicatonim creaverit. Hie mortuus 
est Perusii et sepuitus ibidem, et vacavit sedes mensibus 10 
diebus 18. 

(1305. 199. Clemens V. Sed. an. 8 men. 10 di. 15.) Clemens V. 
ante Burdegalensis archiepiscopus acetu cardinalium electus traxit 15 
curiam Romanam de Roma et Ytalia. Et primo sedit in Lug- 
dun o, deinde ceiebravit concilium Viennense et dedit Clemen- 
tinas, quas successor suus Johannes XXIi. bullavit. Iste 
primus venit ad Avinionem et sedit ibi. Hie templarios 
destruzit cum adiutorio regis Francie et sua voluntate et 20 
multa alia fecit. Post cuius obitum sedes vacavit annis 2 
mensibus 3 diebus 15.** 

* Notandum d, quod rex Albertus semel exiens civi- 
tatem Dinchelspübel« dixit unus ad alterum: Quid vis acci- 
pere, quod dicas rege iam exeunte civitatem: O rex tu 25 
monoculus, nequam, ^uo equitas tu?, quia monoculus erat 
Albertus' rex. lUe dixit, quod vellet accipere unam tuni- 
cam. Tunc ille promisit sibi. Quando ergo rex exivit, 
alter stetit in muro et clamavit: rex tu monoculus, 
nequam, quo vadis? Tunc rex retrospiciens dixit: Karissime 30 
socie, quid solvit tibi? Tunc dixit ille: Unam tunicam, 
domine. Tunc dixit rex: Tunc clama et vitupera fortiter, 
quantum velis. 

Notandum, quod rex Albertus occisus fuit per hunc 
modum per Johannem ducem de Austria, cuius materteram 35 
habuit. Ipse autem rex Albertus occupavit sibi, scilicet 
Johann! duci, terram suam. Et cum una die transirent 
Renum in navi et cum venirent ad litus et terram, tunc 
dux Johannes e(][uitavit cum rege forte cum 20 viris, qui 
adherebant duci Johanni, et evaginatis gladiis trans- 40 
fixerunt regem. Exercitus autem regis aliquomodo elon- 
gatus ab eis credebat, quod iocarentur. Cum autem vide- 
rent alios fugere et regem non venire, tunc equitabant ad e 
locum et invenerunt eum occisum. add.'^ Bl,2, 
Fund.^ ** Anno domini 1304., quando aqua Danubii transiens per pontem 45 

Ratispone omnino versus litus aquilonare declinasset et litora prope elvi- 

» oecupaverat — regnum om. B 1. *> susceperat B 1. aoceperat B 2. 
^ om. C. d Hie statt Notandum quod B2. ^ Dunchel^ühel Bl. 

' rex Alb. B 2. s ad locum om. B 1. 

* Ann. Hai. x. J. 1305. 50 

* Quelle: Derrers Oesehichtenbuek? 

° Aus Eberhardiarehid.Iiatisp. Annales, SS. 17, 600. Vgl. NA. 24, 702. 



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— 75 — 

(1309. 100. Heinricus VI. vel VII. Reg. an. 5.) Anno domini 1309. Ann. Bai, 
Heinricus comes de Lüczelburch eleccione principum regnare cepit regna- 
vitque annis 5. Hie Heinricus huius nominis VI. inter imperatores et VII. 
inter reges anno domini 1312.* in feste apostolorum Petri et Pauli Bome 
5 per quosdam cardinales benedicitur et ad dignitatem imperii sublimatur. 
Notandum autem, quod sedes imperialis dignitatis a tempore Friderici II., 
qui mortuus fuit anno domini 1250., ad hanc diem vacaverat annis 
scilicet*» 62. Hie Heinricus vir magnanimus, probus, sapiens, katholicns 
et in Omnibus gloriosus ^ post assumpcionem beate virginis, quo die com- 

10 munieaverat, secundum quod in omnibus sollempnitatibus contra morsm 
aliorum principura facere consweverat, viam est universe carnis ingressus. 
Legitur, quod a malo homine imoio et pessimo pessime quoque <^ 
venenum habuerit'. Ex cuius morte qualis luctus suorum iuxta enmÄnn, Bai. 
existencium, qualis dolor in cordibus omnium per totam Alemanniam 

15 suam mortem audiencium generatus sit, difficile est, sicut legitur, ali- 
quem posse sermonibus explicare. Denique ille gloriosus princeps' 
Maguntinus, sicut <^ legitur«, fertur dixisse: In qningentis anni? non 
credo hominem vixisse, cuius mors malus dampnum intulerit toti mundo.* 

Anno domini ' 1312. obiit dominus Otto rex Ungarie et dux Bavarie Chron. 

20 inferioris relinquens fiiium fere 13 dierum dictum Heinricum, qui postea 
a Castro, in quo nutritus fuerat, vocabatnr prinoeps de Natemberkcb. 

tatem sicca et arida reiiquisset, dves Ratisponenses artificioee multisque ^^^^tm^- 
laboribus et expensis ipeam aquam, ut iterum prope civitatem flueiet, ad 
loca pristina per strues lignorum et congeries lapidum reduxerunt. 

25 Anno domini 1314. venerabilis dominus Lewpoldus^^^'^. 

plebanus in Newnkircben^ Babenbergensis diocesis, canoni- 
cus quoque in Babenberg extra muros in Tewrnstatt' in 
ecclesia collegiata beate virginis ?, in eadem sua parrochiali 
ecclesia instituit ordinem B. Augustini canonicorum regu- 

30 larium. Qui venerabilis dominus primum venit in Bebdorf 
Eystaviensis dyocesis petens sibi dari prepositum. Ubi 
sine honore proiectis in eum calceis passus est repulsam. 
Quapropter idem venerabilis dominus venit ad monasteri- 
um nostrum^ S. Magni^ petivitque ibidem sibi dari unum 

35 de fratribus futurum prepositum et per instantem petici- 
onem obtinens dominum Fridericum fecit ipsum prepositum 
primum in Newnkirchen*^ nionasterio sie dicto a novem 
ecclesiis ad ipsum spectantibus ^. add, B1.2. 

* Hie Hemricus Imperator curiam Spire celebravit, ad quam venit S, Wehr.^ 
40 filia Wenzeslai quondam™ regis Bobemie, quam ipse Heinricus^ filio suo 

oopulavit. add, am Rand B 1., im Text B 2. 

» 1313 A. b om. C. c que C. ^ sie A. « Durchstrichen 
A 1. om. A 2. 5. 6. ' om. C. « Marie add. B 2. >» cw». B 2. » Ratis- 
pone cM. am Rand B 2. ^ Newenkirchen B 1. ^ spectantes B 1. 2. 
45 ^ quandam B 2. » Heinrico B 1. 

> Ändere Quelle. 
» Quelle? 

* Die Worte der Quelle dominus Petrus sind von Andreas ausgelassen. 

* Neunkireheny Bex.-A. Forchheim. Das Augusthierldoster bestand 
50 bis 1555. 

* St. Oangolph in Theuerstadt-Bamberg. 

* Quelle mahrseheinlieh Sächsische Weltehronik, 1, bayer. Fortsetzung,' 
MG. Dt. Chron, 2, 332, 23. 



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— 76 — 

Ckron, Dum antem predictus Otto rex Üngarie et dox Bavarie consideraret se 
in prozimo moritunim, commisit filium predictum Heioricumet fratris 
sui Stephan! defuncti» pueroe Heinricom et Ottonem, quorum primiu erat 
circa 8 annos, secnndus circa 4 vel 5, civibus Bew civitatibus Lanczhuet 
et Strawbing conteBtans eoe iaramento publico et fideli, ut predictos pueroa 5 
et principatiun eorum nuUi alii committerent quam patruo suo Ludwico, 
tunc principe^ in superiori Bawaria et post Romano rum impera- 
tore c. Quod et fecerunt, non tarnen sine maxima discordia et disturbio 
principatus. Nam ^ fere omnes ministeriales et milites caatellati nitebantur 
predictoe pueros unacum principatu ducibus Austrie commendare. Hac 10 
igitur de causa per totum principatum non potuit pacificus angulus 
reperiri, donec anno domini 1313.* in die S. Tbeodori publico et forti 
bello iuxta villam Gameisdorf commisso discordia est complanata, ubi 
pluribus occisis dux Ludwicus nobiliores omnes captivavit et suo dominio 
snbiugavit. 15 

(NicfaolauB. 31. Sed. an. 27'.) Anno^ domini 1313. dominus 
Nicbolaus regis Bohemie cancellarius Batisponensi® eccle- 

CAron. sie preficitur episcopus. Hie maxima debita, que anteoessor suus 
contraxerat, integraliter persolvit et omnia castra ac^ municiones, que 
idem anteoessor suus potentibus personis obligayerat, redemit ac ^, quam- 20 
diu vixit, in sua habuit potestate. Que et moriens plena dereliquit quasi 
eructuancia ex hoc in iUud. Hie inter regni et sedis dissensionem sie 
sibi et suo clero seu episcopio providit, quod a processibus et ^ sentencüs 
contra imperatorem Ludwicum fuhninatis seu fuLminandis ex spedali pape 

Fund} gracia subportatus indignacionem cesaris non incurrit. Hie duobus here- 25 
mitis, scilicet Gotfrido et Alberto, ob humilem eorum devodonem necnon 
intercessionem dilecti ac fidelis sibi Eeymari ^ de Prennberg concessit, ut 
in nemore quodam apud castrum Prennberg in pede montis Schophloch 
cellam duorum yel trium et aliorum possint construere et Oratorium edi- 
ficare. Hie est locus ille, in quo nunc est prioratus^ ordinis 30 
S. Benedicti Unser Frawn Zell volgo nuncupatus ^ 

Hie cum quedam gravamina monasterio 6. Emme- 
rammi^ inferret, Paldwinus abbas dicti monasterii ad 
sedem apostolicam, que tunc in^ Avinione°> erat, appella- 
vit. Ubi fideliter prosequens causam et principaliter Über- 35 
tatem et exempcionem sui monasterii moritur et sepelitur 

» am. C. ^ principi B 1. 2. « imperatori B 1. * Anno — 
punitus om, A7. • ecclesie Rat. C. ' et C. « Reymaro C. 

°abbacia^O. < nuncupata nur 06. ^ Ratisponensi add, 0. 

om. 0. "> Avinionis 0. 40 

^ Der folgende Text kürxt die Quelle. 

' So hier richtig Andreas; in seiner Abschrift der Quelle in elm. 
903 sehrieb er: 1314. Ebenso im Chr. b. 

' Megenberg: Sedit annis quasi 28. 

^ et — incurrit hat Oefde im Druck des Chron. ausgelassen; vgl- 45 
Weiland in Nachrichten v. d. k. Ges. d. Wiss. Oöttingen 1883, S. 24h 

* NA. 24, 697 {JFVauenxelt). 

* Die Erhebung von FrauenpM vmtr Abtei geschah am 18. Nov. 1424. 
Diese Thatsache ist bexeichnend für das VerhäUms der Hss.-Qruppe A.B. 
gegen C. 50 



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— 77 — 

ibidem^ Cui dominus papa, yidelicet Johannes XXII., 
fratrem Albertum dicti* Paldwini, cappellanum, qui in 
tota causa fidelis ei coadiutor extiterat, auctoritate 
apostolica subrogavit et sentenciam tulit pronnncians 
5 dictum monasterium S.Emmerammi esse liberum et*exemp- 
tum, episcopo tamen Batisponensi annis singulis minis« 
trari^äo libras Turonensium parvorum«'. 

Hie' fecit fieri campanam^ magnam, que* yolgo vnser 
frawen glokken nuncupatur. Cnius superscripcio inter ^ 

10 cetera continet hunc versum: Sanctos collaudo, tonitrus 
fugo, funera claudo\ 

Qnoniam plerumque tabulata forcia unius scintilie 
lesione ruere noseuntur, rem gestam huiusNycolai tempori- 
buS; prout fertur, refero. Quidam pistor in civitate Batis- 

15 pona per saltum gradus, qui volgo Pekchensprengv dicitur, 
culpis suis exigentibus punitus est^ Qui dum de palude 
egrederetur, per insolenciam cuiusdam civis in paludem 
retruditur. Quod dum pistor calamitoeus egre ferret, civis 
hoc utpote gloriosior non curavit. Fit igitur die quadam' 

20 transeunte quodam presbitero causa infirmi c)iiusdam cum 
corpore Christi, quod idem pistor sequeretur eundem pres- 
biterum et a casu, dum civis ille ob reverenciam corporis 
Christi in vico prope turrim episcopalis curie genicularet, 
pistor civem in eodem loco interfecit et fugiens in aulam 

25 episcopalem usque ad penetralia ipsius Nicolai episcopi 
yiolenter a ciyibus extractus est et decapitatus. Quod 
egerrime ferens ipse^ episcopus egressus civitatemfirmavit 
se nunquam vel vivum vel mortuum in Batisponam ven- 
turum, quousque de huiusmodi violenta* fraccione liber- 

30 tatis debita talio redderetur. Sic itaque extra civitatem 

moritur et in Superiori Altach sepelitur^ Dicitur, quod postea C%ron. 
nuUus in huiusmodi gradu siveoscillo sit punitus. 

(1315. 101. Ludwicus IV. Beg. an. 32. Fridericus.) Anno 
domini 1315. Ludwicus filius Ludwici ducis Bavarieidiö. 

35 regnare cepit regnavitque annis 32. Ubianimadvertendum ^^ 

* ab omni iurisdiccione episcopi Batisponensis penitus 
add. C. 

* domini add. C. ^ om, C. ^ teneri ministrare cM. C. 
^ magnam camp. C. ® que B. Marie apud volgus vocatur ^tatt que — 

40 nuncupatnr C 6. ' inter cetera om, C. ^ Peckenspreng A 8. 

Pekchensperg A 5. Peckchenspren^ Bl. Pekchenprukg C 1. 2. Pecken- 
pruck C 6. ^ om. C. * yiolencia fraccioneque C. * advertendum C. 

* 1324. Jammr 5, 168. 

* BuXU 1326, Juni 27.; vgl. Jamier 3, 170. 
45 * Nämlich Bisehof Nikolaus. 

* Die äÜeste der noch vorhandenen Domglocken; Janner 3, 139. 

* Gemeiner 1, 509, hexw. 519: „Jeder Bäcker, der xu leichtes Brod 
ausbuk, wurde geschupft, d. h. in eine mit Wasser angefiäUe EüUe, die 
davon den Namen der Beekenspreng bekommen, gesprengt.^* 

50 • Orabsehrift in clm. 9503, Bl. 236, was xu Janner 3 208 hier 

bemerkt sei. 



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— 78 — 

qnod hoc in« tempore electores se in duo diviseruDt. Una 
pars elegit Ludwicum de Bavaria, cuius frater erat 
Budolphus comes palatinus Reni, altera pars Fridericum 
ducem de» Austria *>, filium Alberti quondam» regis Borna- 

Chron. n Ol um. Horum uterque se ecripsit regem Bomanorum. Unde cottidi- 5 
anis preliis se mutuo persequentes in metis exercebant incendia et rapinas, 
donec anno domini 1322. c Fridericus dax Austrie habens 8ecum fratrem 
suum Heinricum cum copioso exercitu venit in Bavariam volens eam 
cum potencia pertransire. Cui dominus Ludwicus cum paucis Tiriliter 
occurrit inter Müldorf et Oeting, et ibidem prope villam Amphing in 10 

JFWt^. pratO; quod volgo dicitur dy vechwis, in vigilia 6. Michahelis forti belle 

(y^ron. commisso Ludwicus de Friderico gloriosissime triumphavit. Nam pluri- 
bus Australibus interfectis et occisis et maxime de Ungaris et paganis 

' ipse dominus Fridericus dux<^ Austrieb et frater eins Heinricus cum aliis 

de exercitu suo potentibus et nominatis circiter 1300 est captivatus et 15 
in castrum Trawsnichtz deductus."^ 

Ubi animadvertendum ®; quod dominus Ludwicus 
habuit quendam vicedominum Vicztum Weygel volgo 
nuncupatum, qui, quamvis non esset nobilis genere, ob 
virtutem tarnen animi erectus de stercore in actu militari 20 
nulli secundus est habitus. Fuit namque in rebus bellicis, 
prout eventuum se qualitas obtulit, vir valde strenuus et 
famosus. Hie edificaverat^ castrum, cui nomen Trawsnichtz 
imposuit, quod distat a civitate Napurga circiter unum 
miliare. Huic vicedomino dux Fridericus captivatus fuit 25 
commissus atque ab ipso Ludwico Bomanorum rege primum 
in Batisponam, sicut' dicitur^, deductus in domum cuius- 
dam civis Gumprecht^ cognominati — que domus est sita 

1324. * Anno domini 1324. in die 8. Panthaleonis^ in porta 

Juli 28. S. Emmerammi depositum est tectum de parva turri parrochi- 30 
ali et superedificata est specula, in qua Ludwicus rex 
personaliter residens per capelianos suos sancta insignia 
imperialia ostendit populo. Que cum essent numero 120, 
ostensa sunt tantummodo hec, scilicet laucea salvatoris, 
unus clavus, de ligno sancte crucis ad longitudinem unius 35 
palme, brachium S.Anne, dens S. Johannis baptiste, Corona 
aurea 8. Earoli imperatoris et gladius eins, qui fuit sibi 
allatus ab angelo, gladius et lancea S. Mauricii martiris. 
add.^ andere Hand wm Hand C 1. Abseltr. C 3. 

» ow. 0. »> Austrie C. « 13171 ßl. ^ om. C. « adver- 40 
tendum C. ^ om.. C. ' «an der haid add. hier, dagegen om. que — 
Granär C. 

^ Die Burg Trausnitx bestand schon früher unter diesem Namen. 
1305 Atig. 21. taurde der Vüxthum Weichnant, Weigl genannt^ mit der 
Hälfte derselben belehnt (Orig.-Ürk im k. Reichsarchiv.J. Vgl. Schütx, 45 
Chronik des Schlosses Trausnitx im Thal S. 17, Anm. 1, wo fälschlich 
Friedrich statt Ludwig gedruckt ist. Vielleicht hat Weigl einen Neubau 
vorgenommen; Schütx a. a, 0, S. 12. 

' Ludwig urkundet am 20. wid 28. Juli in Begensburg, Böhmer 
Reg. No. 730 und 734, 50 

• Diese Notix findet sieh auch in clm, 14196, BL 174'; daraus bei 
Janner 3, 186. 



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— 79 — 

in mirica volgariter an der hayd et est modo dictorum 
Oranär* — , eo quod idem Gumpertus ipsi domino Ludwico 
tanc temporis, ut se terramque suam defenderet, magnam 
pecnniarum summam comodaverat^ Deinde dux Fridericus 
5 a dicto yicedomino deductus, dum appropinquaret ad ^ 
Trawanichtz, dixit: Quod est nomeD loci huins? Bespondit 
vicedominus: Trawsnichtz. Ad q.uod dux: Es bayst pilleich 
Tra wsnichtz, wann ich sein nicht entrawt han, daz ich in 
solcher mazz her acholt gefürt werden. Dum igitur ali- 
10 qaamdiu in hoc Castro esset in captivitate, plurimas in- 
sidias hostis antiqui pertulit, qui eum nitebatur a captivi- 
täte liberare agente hoc, ut dicebatur, per incantaciones 
uxore* sua, propter quod ferree cruces in omnibus fenestris 
prefati castri Trawsnichtz c, prout hodierna die apparent, 
15 sunt facte. 

Tandem inter ipsos concordia et pace firmata nohUls Gkron, 
Ludwicus rex Bomanorum sine omni pecuniarum, castrorum, dyitatum 
ac terrarum exaccione more liberalis principis ipsum Fridericum pristine 
reddidit libertati^ nichil alind quam regni Bomanorum ab eo 
20 et suis successoribus, ducibus Austrie, quocienscunqne 
aliqnis ducum Bavarie^ esset in eleccione Bomanorum regni, 
aocipiens in litteris abrenunciacionem. Legitur, quod in Signum 
et robur tante amieicie inter eos contracte simul sumpserint* corporis et 
sangwinis domini sacramentum. Ipse autem Fridericus in Austriam re- 
25 versus obiitus, sicut' legitur^ promissionis, quam sub sacri corporis 
Christi sumpcione fecerat, regem se Bomanorum nominabat sicut prius 
et scribebat, unde eciam post aliquot annos a pedicnlis est devoratus. 

Postea Ludwicus solus regens quasi tot! Alemannie 

dominatur. Parum post Ludwicus pro tanta victoria cum 

30 magno exercitu Ytaliam intrat et in primo impetu Pisas obsedit 

et yicit. Deinde Bomam veniens a popuio Bomano et magna- 

tibus honorifice est susceptus et ad imperatorie dignitatis nomen 

obtinendum nemine nisi solo Johanne papa XXII., qui tenebat sedem 

Ayinionensem, resistente, ünde Bomanorum inductus vel pocius 

35 seductus consilio gloriam, quam gloriose acquisiverat, maculavit. Quendam 

enim papam vel pocius antipapam in Bomana ecclesia sublimavit appellan s 

eum Nicolaum V., prout patet in pagina pontificum, a quo 

eciam in ecclesia S. Petri imperialem benediccionem accepit. 

Quapropter Ludwicus iste in curia Bomana in imperatorum 

40 numero non ponitur, quoniam a vero pontifice imperialem 

» Granar ß 1. ^ castrum add. C. « ow. C. «* om. B 1. 

« sumpserunt A 5. 7. C. ^ om. C. 

* Vgl. Quellen und Erörterungen 6, 242. 

* Elisabeth von Arragonien. Andere Quellen berichten von «*J?^ 
I 45 von Friedrichs Bruder Leopold veranlassten Befreiungsversuch; Riezler 2, 358. 

» Die folgende fabelhafte Erweiterung der Überlieferung des Otron. 
' ist dem Andreas eigentümlich. Döbner, Die Auseinandersetzung f«^^^ 
Ludwig IV. d. Bayer u. triedrieh d. Schönen v. Oesterreich tm Jahre 13 ^ö^ 
Bckreibt sie (das. S. 32) mit Unrecht dem Passauer Chronisten Johannes 



50 Staindd mi. 



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Qoo^(^ 



- 80 — 

benediccionem non habuit. Appellatur autem Magnus 
Bavarus. 

Causa autem discordie inter Johannem papam etLud- 

(MrofKwicum imperatorem sie legitur accidisse. Domino Ludwico in 
regem ßomanorum confirmato nichil de omnibus, que ad virum sapientem 5 
et regni gubematorem pertinebant, sibi defuit, nisi quod lingwam latinam 
minime intellezit, ex quo inter alia, que ei evenerunt, indignacionem domini 
pape» Johannis XXII. incurrit. Que sumpsit inicium tali modo. Habuit 
enim quendam cancellarium, qui Yocabatur magister Ulricus Hanngenor^ 
de Augusta, cui suum sigillum et omnia scribenda et ezpedienda commen- 10 
davit. Hie de quodam crimine enormi et infami apud regem est accu- 
satus a quibusdam prepotentibus, quibus ipse rex iusticie complementum 
non potuit comode denegare. Quapropter partibus se rex interpoenit et 
per quedam^ placita ad hoc perduxit, quod predictus magister Ulricus 
deberet se cum 50 prelatis expurgare«^ de obiectis. Quod cum factum in 15 
fifümberg fuisset, ipse magister Ubicus officio est canoellarie et dignitati 
pristine reetitutus. Eodem tempore dominus Ludwicus lex^ Romanorum 
festinabat pro gracia sedis apostolioe impetranda soUempnee ad curiam 
mittere nuncios unacum litteris voluntariam obedienciam et omnem sub- 
iecdonem continentibus. Ex quo predictus cancellarius occasione mali- 20 
gnandi inventa, ut suprascriptam suam infamiam false vindicaret, litteras 
apoetolico dirigendas viciavit falsa pro veris scribendo, dominum papam 
beetiam a mari ascendentem vocitando et plura simiiia ad similitudinem 
illius, sicut legitur, qui quondam Petrus de Vineis yocabatur, ponendo. 
Quapropter dominus apostoiicus provocatus vel pocius deceptus contra 25 
ipeum regem excommunicacionis sentencias promulgavit et contra eum 
reges et principes instigavit «. Tantarum autem discordiarum seminator 
tam occulte et dolose et tam diu semen suarum maliciarum inter mundi 
capita seminavit, quousque rege de Boma, ubi nomen imperatorie^ digni- 
tatis obtinueraty reverso maliciam suam dei gracia ordinante in mortis 30 
articulo imperatori personaliter est confessus et, quod hoc fecerit et pro- 
curaverit in vindictam pro eo, quod criminatores suos, de quibus supra 
scriptum est, non statim occidit, sed eos ad iudicium venire permisit in 
sue confusionis augmentum. Quantum autem imperator gemuerit, fleverit 
ac doluerit super hiis, scribere nemo potest. Verumtamen cogoito a 35 
medicis, quod in tribus vel quinque diebus esset sine dubio moriturus, 
dixit: Quamvis ipse nequam onmi esset genere tormentorum puniendus, 
eins tamen, qui eum percussit, iudicio vel misericordie eum voiumus 
conmiittere iudicandum. 

f^und,^ Hie Ludwicus anno domini 1327. Borne accepta imperiali bene- 40 

diccione, dum poet splendides ac magnos sumptus fiscus imperiaiis deficeret, 
suis eciam magnatibus radone sumptuum in obsides datis quadam die 
nimium anxiaretur et solus existens tractaret, quomodo ad propriam 

* Johannis pape C. ^ quendam B 1. ^ de obiectis expurg. C. 
^ Boman. rex C. « exdtavit C. * maiestatis seu add. C. 45 

^ Dieser 2kmame des ungetreuen Kanxlers findet sich nicht in der 
Quelle; Andreas ist der^ erste, der ihn nennt Vgl. dazu Riexler, Kaiser 
Ludmg der Baier ^ Meister Ludwig der Wilde und Meister Ulrich der Hof- 
meier von Augsburg, in Forschungen 14, 16. Ergänzungen xu Eiexlers 
IMtersuehungen lieferte Buff in Zeitschrift d. hist. Ver. f. Schwaben u. 50 
Neuburg 16, 161-^209. Vgl. auch Riexhr 2. 353. 

^ NA. 24, 677. 



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— 81 - 

terram, sciüoet* Bavariam, posset reverti, quidam canus monachus astitit Fund. 
dicens: Ludwice, si assentire velles consilio meo, ego tibi darem conailium, 
mediante quo finem curia tuis imponeres. Qui respondit dicens, quod 
eins consilio libenter acquiesceret, dummodo deum per hoc graviter^ non 
5 oifenderet. Ad quod monachus : Per hoc deus et mater eins Maria honora- 
tur. Et Imperator: Quomodo? Bespondit monachus: Habes in terra tna 
locum dictum Ampherang, in quo ad honorem dei et gloriose virginis 
Marie monasterium edificabis. Ad quod imperator: Locum hunc ignoro 
et nunquam nomen eius^^ audivi. Ad quod monachus: Si hoc facere 

10 Yolueris, cum ad terram tuam reversus fueris, locus iste tibi ostendetur. 
Tunc nomine loci ab imperatore notato monachus dixit imperatori: 
Quidam dominus italicus ad te Yeniet petens a te libertatem sui et sue 
terre, qui tibi tantum dabit de pecunia, quantum postulabis. Qua habita 
domum ^ poteris reverti. Hoc audito imperator seriöse promittit monaste- 

15 rium hoc se esse fundaturum. Tunc monachus imperatori dedit imaginem 
virginis Marie factam de alabastro et continuo disparuit et nusquam ulterius 
potuit repeiiri. Accidit, ut quidam dominus, sicut monachus dixerat, 
veniret et libertatem postularet. Qui tantam summam pecuniarum, 
quantam imperator postulaverat, dedit et super hoc imperatrici 50 milia 

20 fiorenorum propinavit et ad cancellariam 2 milia Üorenorum. 

Hanc<^ hystoriam sie scriptam de volgari^ in latinum 
transtuli. De qua eciam a quibusdam fide dignis, adquorum 
noticiam ex antiquorum relacione hoc, quod sequitur, 
devenit, audivi, quod predictus monachus eive beghardus ' 

25 in ecclesia S. Petri imperatore solo existente apparuit modo 
predlcto et imperator secundum consilium magnatum 
saorum postulaverit 100 milia fiorenorum, que dominus, de 
quo snperius fit mencio, voluntarie dedit. Et inde sit ortum 
proverbium, quod dicitur, quod 100 milia fiorenorum 

30 maximas sit summa, quam sciat Bavarus sive^ Alemannus 
postulare. . Hec*, sicut ab illis audivi. 

Igitur imperatore ad terram suam reverso locus Ampherang in Fufid, 
quadam densa siiva, in qua a vispilionibus piurima homicidia fiebant, a 
venatore monstratur, et monasterium ibidem, prout imperator voverat, 

35 fundatur, et Etal nomen imponitur, poniturque lapis primus ab impera- 
tore anno domini 1330. in die ^ Vitalis martiris. Fit itaque ibidem abbacia 
ordinis S. Benedicti cum 22 personis, et primus abbas accipitur de 
Beychenbach nomine Fridericus Heinreichrewtar '. luRtituitur eciam ibi- 
dem mansio 12 militibus et uxoribus eorundem et 6 viduis, quibus dabatur 

40 prebenda sicut et monachis. Et duravit hoc imperatore vivente. Quo de- 

fiuicto filii sui bona, que dederat imperator™, sibi usurpaverunt. Propter 

quod milites ibidem esse desierunt et monasterium multum est atteonatum. 

Hie' Ludwicus litem habuit cum cvivitate Batispona. 

* videlicet C. ^ non graviter C. <^ om. A. ^' poteris ad 
45 domum reverti C. « Et asseritur, quod imperator pro parte sua tantum* 

100 milia fiorenorum postulaverit., unde ortum habuit proverbium istud 
statt Hanc — dicitur C. ^ Berghardus B 1. sive beghardus oj)t. B 2. 

« sit maxima C. ^ seu C. ^ Hec — audivi om C. ^ beati add. C. 
* Heinreichrewtar B 1. Heinrichsrewtär Ol. °^ pater C. 

50 * S. den von mir xtterst herausgegebenen deutschen Text XÄ. 24, 077. 

* Etwas anders ist die folgende Geschichte im Chron. dargestellt: 
gedr. bei Weüamd a. a. 0. S. 240, Auch die Xoti\ x.J. J:J37 in den Fund. 
(NA. 24, 697) hai anderen Wortlaut. 

QaeUen und Eroertorungen N. F. I. 



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— 82 — 

Quam cum per mnltos annos expugnare non posaet, tandem 
cum scitu et iuvamine quorundam civium eciam potentum, 
utpote consulum, in domo ducum Bavarie apud S. Egidium 
fecit foramen sub terra ipse laborando ab extra civibus 
iuvantibus ab intra intendens per hoc foramen civitatem 5 
intrare et eam obtinere. Sed frustra. Nam ea die, qua per 
foramen semper duo et duo debebant intrasse civitatem, 
foramen fuit inventum. in cuius rei Signum in eo loco, in 
quo foramen fuit factum, lapisMmpoaitus est muro co nti- 

1337 Ma420.neii6 inscripcionem, que sequitur: Anno domini 1337. des ertags ^ 10 
vor sand ürbans tag ward das loch funden und zwen darinn gevangen, 
Mai 27. dy das loch gruben, und wurden des nächsten eritags darnach in dy 
zinnen gehangen. 
Fimd. Hie Ludwicus antequam regnaret^ cum fratre suo Budolfo 

fundayit monasterium Augustinensium in Monaco. Hie eciam Ludwicus 15 
fundavit claustrum^ in Windespach locavitque ibidem fratres de ordine 
8. Wilhelmi prope caatrum Furstenberg. HiceciamLudwicusimpera- 
tor et pater suus Ludwicus dux Bavarie dicuntur esse fun- 
datores monasterii sanctimonialium* in Pettendorff. 
Fund,* Huius regni anno primo, scilicet 1315., facta est fames 20 

magna, ita ut scafa siliginis solveret 5 libras et 60 denarios monete Ratis- 
ponensis. Versus^*: 

Ann, Straub. Ut lateat nullum tempus famis, ecce CVCVLLVM.** 

Ckron. Anno 1320.^ dominus Fridericus dux Austrie regem Romanorum 

ae scribena intravit per^ civitatem Müldorf Bavariam cum magno exer- 25 
dtu atque forti. Cui Ludwicus dux Bavarie eciam Romanorum regem 
se scribens occurrit ibidem, videlicet iuxta Mfildorf, et contra eum castra 
metatus est tamquam viriliter pugnaturua. Baronibus autem podoribus 
pecunia, ut dicitur, corruptis Bawari sunt mirabiliter decepti et in fugam 
conversi nuUo penitus persequente. Quod cum ducea^ Austrie cogno- 30 
vissent, nitro progredientes cum suo exercitu omnes villas et habitaci- 

* ordinis 8. Dominici add. B1.2. ordinis fratrum pre- 
dicatorum add. nach Pettendorff 0. 

** unde habetur hie versus: üt lateat etc. Hec enim diccio 
i5/5.numerum annorum domini ostendit.. quo Monacum cepit 35 
esse opidum vel civitas^, et tempus famia. add. andere Hand am 
Rand 1. Abschr. C 3. 

» eritags C. *> monasterium C. c Versus — CVCVLLVM am. C. 

^ Der Stein mit seiner Inschrift ist heute noch vorhanden im Hofe 
des katholischen Krarücenhauses in Regensburg; Waiderdorff* S. 373, 40 

« Die Quelle (NA. 24, 676) nemü das Jahr 1301. 
' Vgl. Riexlers Bemerkung in Aventinus, Sämmtl. Werke 3^461, 7, 
Jer'tv&r Riexler 2, 217, Anm. 3, u7id Walderdorff * S. 601. 

* Aus Straubinger Annalen, von denen in den Fund. (NA. 24, 694) 
Reste erUhaÜen sind. 45 

^ Auch in vielen andern Quellen; vgl, Forschungen 18, 43, 

« Falsch tote die Quelle statt 1319. 

' Im Druck des Chron, bei Oefele: prope. /n dm, 903: per und 
klein darüber: prope. 

® Im Chron, ist nur von dux die Rede. 50 

' Von jenem Jahr an galt den älteren Oeschiehtsehreibem MUneken 
als Residenzstadt. Vgl. Bergmann, Oeseh, v, München S, 24, 



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— 83 — 

ones pauperum usque Ratisponam vastayerunt ^ inceDdiis et rapinis, sed öhron, 
nuUum potuenint castivun qnaDtuinyis modicum obtinere. Cum autem 
prope Batisponam yenissent, pecienint a ciyibus, ut sibi ad partes Beni 
tendentibus darent copiam per ciyitatem eoram com exercitu tranBeundi. 

5 Quod cum eis quodam prepotente dicto Gumperto contra multorum 
yoluntatem procurante fuisset denegatum, omnibus itineri suo adiacenti- 
bnB deyastatlB ad Austriam sine omni infestacione reyersi Batisponensibus 
mnlta dampna et pericula intulerunt, yestiaria eorum, que Wienne habe- 
bant, miserabiliter spoliando. 

10 1381 ' facta est magna dissensio inter principes inferioris Bawarie, 

yidelicet Heinricum seniorem, qui habebat filiam Johannis regis Bohemie, 
ex parte nna et inter Ottonem fratrem eins et Heinricum iuniorem 
patmum eorum ex parte altera. Imperator igitur, cuius auxilium iuniores 
principes inyocayerant, et Johannes rex Bohemie, socer senioris Heinrici, 

15 yenerunt cum multis principibus et comitibus Batisponam, ut predictos prin- 
cipes ad concordiam reducerent atque paoem. Sed cum multis yiis attemp- 
tatis nichil yiderent se proficere duricia principum obsistente, tandem 
beneplacitum fuit illis^ ut principatus inter eos diyideretur. Quod et 
factum est. In eadem autem diyisione cesslt Heinrico seniori Lanczhuet, 

20 Strawbing, Schärding, Pharchirchen et plura hiis adiacencia, fratri autem 
Ottoni oessit Purkchausen, Oting, Trawnstain, Hall et plura adiacencia 
usque in Salczburg et ad montana. Porro Heinrico iuniori patruo pre- 
dictorum cessit Dingolfing, Landaw, Vilshoyen, Dekkendorff, Cham, Pogen, 
Eelhaim et plura adiacencia. Facta est* autem hec terre diyisio anno 

25 prescripto circa festum S. Bartholomei apostoli. 

1832 in die cinerum cepit Heinricus senior dux Bayarie fratrem 
suum Ottonem et patruum ^ Heinricum impugnare cottidianis preliis, in- 
oendiis et rapinis. Qui se defendendo seu yindicando totam ex utraque 
parte terram a die cinemm usque ad festum 8. Johannis Baptiste nulla 

30 Interim inter eos pace habita miserabiliter deyastayerunt. Juniores igitur 
yidentes se non posse resistere seniori imperatoris Ludwici auxilium tam 
fortiter implorabant, quod cum forti exercitu Strawbingam ciyitatem seni- 
oris« Heinrici potenter circumdedit et obsedit feria" 2. post festum B.'^n. Stratsb. 
Udalrici et mansit ibidem in obsidione usque ad feriam 5. ante festum 

35 8. Bartholomei. Et quamyis ciyitati nuUam yim inferre potuerit, man- Ghron, 
sisset tamen diucins et seyerius laborasset, si rex Bohemie Johannes^ non 
yenisset et tam imperatorem cum principe Heinrico quam principes inter 
se concordasset amicabiliter et sapienter. 

» autem est C. *> suum add, C. ^ Heinrici sen. B 1. «^ om. C. 

40 * Hier steht auch in der Quelle der Plural. 

* Die folgenden 2 Abschnitte fehlen im Druck des Chron. bei Oefele; 
vgl Weiland a. a. 0. S. 239/40. 

• Während Andreas im dir. b. dem auch dort benutxten Chron. 
folgend den Aufenthalt des Kaisers bei der Belagerung auf circa octo 

45 septimanas angiebt, verwertet er hier die genaueren Angaben von Straubinger 
(so richtiger als „ Windberger") Annalen. Die obige Zeitangabe findet sieh 
in dem aus Niederaltaich stammenden Wietier Cod. pal. 413. Vgl. Ebner 
in Sammelblätter x, Oesch. d. Stadt Straubitig S. 658 und meine Ab- 
handlung in NA, 24f 693. Die Fund, bringen die Zeitbestimmung etwas 

50 veränderty so dass sie hier nicht als Quelle des Andreas in Betracht kommen 
können. Da die Zeit vom 5. Juli bis 19, Aug. noch keine 7 Wochen 
ausmacßU, hat Andreas die ungenauere Angabe des Chron. von 8 Wochen- 
weggelassen; vgl. Weiland a. a. 0. S. 249. 

6» 



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— 84 — 

Gkrmi. 1335^ dominus Ludwicus Imperator constituit Heinricum duoem 

ßavarie infehoris procuratorem regni per Alemanniain et super hoc suas 
patentes litteras sibi dedit. Mox igitur idem Heinricus vir potens et 
divefl ad partes Beni se transtulit, ubi pro ostensione glorie sue muita 
pecunia expensa civitatem Acwensem et quasdam alias cepit attemptare 5 
non per se, sed per interpositam personam, regem videlioet Bohemie, ut 
eum litteras imperatoris habentem susciperent et ei tamqoam domino 
fidelitatis facerent iuramentum. Mox igitur civitates in termino, quem 
ad respondendum acceperant, ad imperatorem misenint suum super taH 
responso consilium requirentes. Qui expavescens non solum probibuit, 10 
sed eciam litteras ad omnes dvitates regni festine direxit *, quibus litteras 
de procuracione regni Heinrico principi datas seriosius revocavit. £t sie 
princeps \ qui pro magna gloria aoquirenda exierat, minus glorioee ad 
propria est reveraus. Mox igitur ut in terram suam est re versus, cepit 
imperatorem cottidianis rapinis et incendiis infestare. 15 

1336° Johannes rex Bohemie veniens Ayionam conquestns est 
domino pape Johanni XXJI., quod imperator Ludwicus magnam Heiniioo 
genero suo, quem semper filium nominavit, fecerit iniuriam in eo, quod 
litteras de procuracione regni sibi datas tam subito et sine debita causa 
in eorum confusionem revocaverit et annullaverit. Super quo diversis 20 
consiliis hinc inde habitis multisque a papa promocionibus promissis 
promisit se velle imperatorem in anni spacio ipsi apostolico aut vivum 
aut mortuum assignare. Quo imperator comperto intrayit inferiorem 
Bavariam cum gloriosa milicia^ et in campestribus civitatis Landaw, sitam 
quasi in medio eiusdem terre, castra metatus est iuxta fluvium Ysaram. 25 
Ouius profunditatem si transire potuisset, versus Bohemiam libenter et 
secure festinasset. Cum autem ibidem per aliquot dies graviter pre victu- 
alium penuria adversarios exspectaret, venerunt rex Bohemie et dux 
Heinricus cum exercitu^ iuxta fluvium ^ Ysaram ex opposito exerdtus 
imperatoriB. Imperator autem cum ad eos hostes transire non poeset et 30 
ipsi per 8 dies ab eo ad pugnandum exspectati non transirent vel transire 
formidarent, penuria victualium coactus a loco recessit et secundum ripas 
^uviorum Ysare et Danubii Pataviam descendit. Ubi hominibus et 
iumentis revocilatis curribusque eorum victualibus onustatis omnia intcr 
fluvios Eni et Ysare preter civitates devastantes ad propria redierunt 35 
nemine eos molestante. Bex autem Bohemie et dux Heinricus in eodem 
loco, ubi imperator et ipsi castra metati fuerant, ad triduum permanserunt, 
quasi imperatore fugato triumphaverint gloriose. Unde et^ ipse rex Bohe- 
mie volens se de promissis pape, ut supra scriptum est, excusare scripsit 
apostolico sub sigillis quorundam principum Sclavorum et aliqnorum in 40 

» principes B 1. *» Ysaram fluvium C. « om, C. 

^ Vgl. XU dieser Angabe Böhmer, Fontss 1, 143, Arvm, 1, 

'■^ Vgl. Böhmer, Fontes 1, 144, Anm. L 

" Die folgenden 2 Abschnitte fehlen im Druck des Chron. bei Oefeh; 
vgl. Weiland a. a. 0. S. 240. 45 

^ Andreas lässt hier folgende in der Quelle stehende Worte aus: 
quod ad mille milia coronatarum galearum estimabatur. 

^ In der Quelle stehen hier weiter die von Andreas ausgelassenen 
Worte: qui ad 4000 galearum non poterat estimari. Et prindpes et 
potentes in civitatem se receperunt, sed exerdtus ante civitatem castra 50 
metatus est. 



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- 85 — 

Bawana prelatorum, quod sibi imperatorem, bI quantocius non fugisset, Chron. 
aut vivurn aut mortuum obtulisset. 

Eodem tempore quidani fratres de ordine minonim, videlicet Fran- 
ciscus Wilhelmus Okka, a quo quidam dyalectici Tocantur Okkaniste, 

5 viri iitterati \ graciam apostolici non haben tes venerunt ad Ludwicum 
imperatorem in Monacum et ei appeliacionem contra papam formaverunt, 
qua ipse imperator in Frankchenfurt appellavit contra sentencias pape in 
86 lataa. Verum quia multi huiusmodi appellacioni derogabant, ipsi 
quendam tractatum fecerunt, in quo probarc nitebantur, quod potestates, 

10 scilicet pontificalis et imperialis, sunt immediate a deo et distincte, quia 
una, scilicet pontificalis, est in spiritualibus, alia, scilicet imperialis, est 
in temporalibus, et quod Imperium non habetur a papa, et quod electus 
in imperatorem ex sola eleccione est verus rex Romanorum, et quod papa 
non habet universalem iurisdiccionem et plenitudinem potestatis in tempo- 

15 ralibus, et plura similia'^. In quibus, sicut minores defendere, sie predi- 
catores offendere imperatorem nitebantur. Ipsi enim predicatores sentencias 
interdicti et excommunicacionis in imperatorem et contra imperatorem a 
domino Johanne papa XXII. dudum et ante plures annos factas tunc 
primum in Batispona et Lanczhuet, cum princeps Heinricus cum impera- 

20 tore discordabat, in se receperunt divina non nisi clausis ianuis celebrantes. 
Mortuo^ autem Heinrico principe et filio eins Johanne cum principatus 
in manus Ludwici venisset, cum quodam satrapa dicto de Dekch clam 
composuerunt, ut violenciam minitando occasionem vel excusacionem eis 
pararet divina publice celebrandi. Quod et factum est. Cum enim im- 

25 perator in Lanczhuet esset, tunc quadam die dictus dux de Dekch venit 
cum accensis faculis in monasterium ipsorum predicatorum clamitans, 
sicut legitur, quasi iratus et nimium furibundus, ut sine mora publice 
divina cantarent aut sue ecclesie ac omnium rerum suarum in instanti 
incendium paterentur. Qni mox, sicut legitur, occasione excusatoria 

30 inventa absolucione papali non exspectata divina publice celebrare ceperunt. 
Predicatores eciam in Batispona cum circa 20 annos divina clausis ianuis 
celebrassent, tandem, cum dominus papa nuilam eis graciam faceret, 
dixerunt quendam episcopum, sicut legitur, cum eis dispensasse et sie 
ceperunt divina publice celebrare. 

35 Originaiis autem causa controversie inter predica- 

tores et minores, sicut^ audivi a quodam viro famoso, qui 
se sie rettulit legisse, sie se habet. Quidam vir m agnus 
ordinis predicatorum Inquisitor fuit hereticorum. Qui 
quendam ob heresim conveniebat, quem quidam fratrum 

40 minorum defendere tamquam katholicum nitebantur et 

* sicut — legisse om. C. 

^ Die Quelle sagt: solempnes et Iitterati. 

' que ad prc^ens subticendo predicatoribus et ininoribus disputando 
relinquo setxt hier der Verfasser des Chrmi. hin^u. 

45 * Von hier an bis xum SMwss des Abschnitts publice celebrare 

druckte Preger den Text des elm, 903 in seiner Abliandlung : Der kirchefi- 
poiitische Kampf unter Ludtrig d. Baier fAbh. d. hiat. Gl. d. /.-. b. Ahad. 
d. W. 14, 42) ab, weil Andreas „gerade das Ikxeirknende bei diet^er Oe- 
achichte (nämlich die Verabredung der Mönclie mit dem Hcrxog von Tech) 

5^» iceggelassen" habe. Das ist ni/fht richtig. Andreas .schreibt die Quelle 
roHständig Uful wörtlich, af). Wohl al)er Imt (kfde in seinem Abdruck des 
Chron. aus dm. 003 den ganxen Abschnitt nicht aufgenommen. 



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— 86 — 

principaliter in materia de paupertate Christi. Qne res 
ad apostolicam sedem devoluta, que tunc in* Avinione erat- 
ita ventilando invaluit, ut sedes apostolica, sicut in parte 
superius tactum^ est, eciam manifeste contra quosdta 
fratres ordinis^ minorum procederet. Nam quidam ex ^ 5 
fratribus minoribus in hoc non assenciebant. Sicque factns 
est, ut Ludwico Bawaro existenti in indignacione sedi« 
apostolice fratres minores sibi iungerentur lacientes anti- 
papamPetrum deCorbaria ordinis fratrum minorum appel- 
lantesque eum Nicolaum® V., prout premissum est. V 

Chron, 1338^ orta est suspicio et maxima fama vel pocins infamia de 

ladeis, quod in synagogis suis venerandam ^ et salutarem hostiam oorpom 
Christi irriserint et inter alia ludibria spinis acutis usque ad effunonea: 
sangwinis transfixerint. Propter quod circa festum S. Michahelis in 
Omnibus civitatibus preter Batisponam et Wiennam a popuio paopenxm 1^ 
miserabiliter et crudeliter sunt occisi. Quod autem hec viDdicta a deii 
processerit, patet, quia principes et omnes eorum offidales pro eomm 
defensione seriöse laborabant nee tarnen eos defendere poterant. Quidam 
enim princeps'', qui pro eis personaliter cum suis militibus^ atetit, cum 
ad trncidandum ventum esset, cum eis fere fuisset trucidatos, ei quant- :^; 
ocius non fuisset. Unde et in se reversus dixit: Nunc scio vere» quia 
vindicta hec a deo est, cuius voluntati resistere nemo potest Versus^ 
Ann, Straub.^ Annis millenis ter denis et octo treoentis 

ludaicus populus tunc temporis est trucidatus. 
Item^ alii versus': ^ 

1340 Anno milleno tria C quater X quoque nono 

Marx 21, Sunt interfecti ludei die Benedicti. 

Hos duos postremos versus estimo intelligi de ludeis 
postea Batispone crematis^ 

Chron. Anno^ eodem, scilicet^ 1338. ff, circa festum S. Affre martiriä 3*> 

innumerabiles iocuste ab Oriente venientes in Bawaria apparuerunt aenas 
habentes alas, sex pedes, duos dentes lapidibus duriores. Dicunt^" 

» oni. C. ^ tacta C. ^ minores st<Ut ord. min. C. ^ fratres 
minores statt ex fratr. min. C. « Benedictum C. eorr, Nicolaum C6. 
' Item — crematis om. C. ff om, C. 35 

^ Der folgende Abschnitt feldt im Druck des Chron, bei Oefele, Vgl 
Weiland a. a. 0. S. 241, 

^ katholicam eukaristiam sagt die Quelle statt venerandam — Christi 

* Gemeint ist wohl Herzog Heinrich von Niederbayem. Die Chronik 
aus Priil, die Riexier 2, 523 anßhrt, ist Ausxug aus dem Chr, g. des ^ 
Andreas. 

* Andreas lässt hier die Worte der Quelle: contra suos pauperes 
und damit einen Vorumrf aus, 

^ Auch gedr. Forschungen 18, 22. 

« Sammelblätter x. Oesch. d. Stadt Straubing S. 659. 45 

' Vgl. Forschungen 18, 28, 

" Judenverbrennungen xu Begensburg 1349 werden sonst nirgends 
erwiihnt; Gemeiner 2, 57, Janner 3, 229, Riexier 3, 22. 

" Der folgende Abschnitt ist von Ocfele im Druck des Chron. iceg- 
gelassen; vgl. Weiiand a. a, 0. S. 241. b^ 

" Auffälliges Präsens. Man könnte\vermuten, dass diese Notix auf 
Konrad von Megenberg xurüchxuführen sei. In seinem „Buch der Natur' 
kommt der Ausdruck human snäbel nicht vor. 



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— 87 — 

volgares, qui has locustas viderunt, hürnan* snabel, utChron, 
castrorum acies turmatim volantes, spacium diurni itineris tribuB ant 
quataor miliaribus extendentes^ omnia viridia in herbis et arboribus deva- 
stantes. Quo autem pervenerint, oertum non est, licet quidam dicant eas 
5 in mari submersas. Postea post duos annos cassiodoli, id estl340, 
pisces, qui volgo charpfen^ nominantur, ab Ungaria in 
Danubio venerunt, ita quod ubique in terra secuB Danubi- 
um tot pro denario venderentur, quod popuius eos quasi 
immundos comedere abnueret^ 

10 1341 c * prima die mensis Marcii ingressus est Satumus primum Chron. 

punctum capricomi, et tunc iniciabatur pestilencia illa magna, quam 
totus expertUB est mundus. Sed priusquam veniret ad partes nostras, 
hoc<^ est in Bawariam, regnavit primo in partibus transmarinis, deinde 
galiicanis fere per 8 annos*. Hec ubicunque sevitura erat, ibi primo in 

15 pueros, deinde in forciores seviebat. Quam magna autem seu seva fuerit 
in popularibus civitatibus aut tüüs, si scribatur, incredibile estimatur. 
Invasit autem homines et in lectos prostravit aliquando per nimium caiorem, 
aliquando per frigus, aliquando per capitis dolorem, inter que glantes « 
ernmpebant in corporibus eorum et crescebant aliquibüs sub ascellis^, 

20 aliquibüs in igwine, aliquibüs in coxis, quarum tarnen multe evanescentes 
aut saniem emittentes mortem hominibus non intulerunt. Inter hec 
autem amara dulcis et rectus dominus fidelibus suis dulcem suam consola- 
cionem multociens demonstravit in eo maxime, quod anime multorum 
puerorum, qui tunc moriebantur, in hora exitus sui dulcissime de deo 

25 loquentes vel canttintes iubilabant, quasi gaudia celestis patrie pregu- 
starent. Adultorum quoque multitudo quanto mortem sibi certius adesse 
et yicinius cognoscebat, tanto exitum suum devocione et sacramentis 
fidelius munire studebat, propter quod non dubium est eos sie munitos 
celi gaudia ^introisse. Fuit hiisdem temporibus puella quedam cirdter 

30 annos 12^, facie pulchra, moribus curialis, hac peste glantina prostrata 
in lectnm. Que dum ad extrema venisset, pulchra eins facies cepit pul- 
cbrior apparere. Jacebat enim et quasi iubilans et ammirans in celum 
reepiciebat. Cui pater ait: O filia, quomodo vales? Cui illa: Bene. Et 
pater: Ut quid tam fortiter sursum respicis? Cui illa: Non videtis 

35 celum apertum, sicut ego video? Uli yero non videntes interrogaverunt 
eam dicentes: Quomodo vides celum? Quibus illa respondit dicens: 
Video celum apertum et innumerabilia lumlna a terris ascendere et in 
ipsum intrare. Illis autem non videntibus interrogabant eam dicentes: 
Quid, putas, sunt lumina illa? Bespondit: Anime electoruni celos ascen- 

40 dencium. Parentibus autem et pluribus, qui aderant, tacentibus et miranti- 

* human snabel Bl. hürnän snäbel Cl. ^ chärpfen C 1. 
« 1351 B 1. d videücet statt hoc est C. ^ glandes A 1. gladentes 6. 

^ Diese Nachricht ist auch deutsch von Andreas in clm. 903, Bl. 10 
45 eitigeschrieben. 

* Die 2 folgenden Abschnitte fehlen im Druck des Chron. bei Oefele; 
tgl. Weiland a. a. 0. S. 241. 

* Die Quelle sagt hier weiter : Unde autem eadem pestilencia causa- 
retur, vel quomodo ei succurrendum esset, nuUus adhuc potuit medicus 

50 invenire. 

* Die Quelle dafür: umbris. 

* habens der Quelle lässt Andreas aus. 



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— 88 — 

Ckron bas alt : Ut me verum cognoscatis dixisse, dico adhuc unum : £n ego hac 
nocte moriar, et tu, mater, tercia die sequaris. Deinde nominavit Septem 
persouas, que tunc preseutes' erant et hoc audiebant, et unicuique diem 
sui^ exitufl prophetavit. Obstupescens autem pater ei üb dixit: £t quid 
erit de fratre tuo sacerdote et monacho? Bespondit: Et ipse morietur 5 
in hoc mense. Cui pater: Et quid erit de me? Eespondit: Adhuc non 
morieris. Et cum hoc dixisset, paululura intra ee iubilans et orans mortua 
est. Et que locuta fuerat b, omnia sunt impleta. Subdit^ ibi hie, 
quia ea, que ego hie transsumptive posui, originaliter 
scripsit: Hiis autem similia audivi multa in aliis provinciis contigisse, 10 
que pre multitudine scribi non poesunt. 

1344 abbas et conventus monasterii S.<^ Petri in^ Superiori Altach 
ordinis ^ 8. Benedicti Batisponensis dyocesis inceperunt magnum et arduum 
opus multis incredibile. Magnus enim ille fluvius et nominatus Danubius, 
iuxta quem claustrum illorum fundatum est, per longa tempora fundo 15 
illorum sie appropinquavit, quod ab eo distans ad unius sagitte spacium 
crebra litoris sulcacione minabatur ipsum oenobium cum suis silvis, piatis, 
agris, pascuis funditus subvertendum «. Unde ipsius Danubii iluvium ab 
antiquo suo decursu retractum per novam, quam in magna a looo suo 
distancia foderant, vallem a suo cenobio abduxerunt^ continuantes huius- 20 
modi laborem plus quam per 10 annos expensisque plus quam mille 
libris denariorum Batisponensium, propter quod multi redditus a dicto 
monasterio sunt alienati. 

Hiis temporibus orta est gwerra et dissensio, que 
iam ante fuerat multis de causis inter Phiiippum regem 25 
Francie et Addoardum regem Anglie. Nam domus Francie 
ab antiquo violenter tenebat in Vasconia supra mare de 
regno Anglie multas inclitas civitates.* Aliqui^ autem, 
sicut legitur', dicunt, quod pro matre regis Anglie magis 
quam Philippe regi Corona Francie succedebat. Unde ex 30 
istis causis, cum alter iura alterius occupat, quod est ab- 
hominabile et iniustum apud omnes, quod eciam frater, ei 
potest, a fratre non patitur, ob hoc gwerre ac inimicicie 
pestifere nascuntur et multis preliis comprobatis tandem 
13'U,a.nno dominl 1344. temporibus^ Clementis pape VI. ipse 35 
Philippus rex Francie et Addoardus rex Anglie campestri 
bello^ conveniunt. In hoc hello Ludwlcus imperator regem 

* NotandumS quod Aquitannia anglice vocatur Gyen 
et est maximus ducatus sub regno Anglie. Huic ducatui 
adiacet terra, que Vasconia vocatur, anglice autem Gaskyn^ 40 
add. am liand B 1. 

a exitus sui C. ^ erat A 6. 7. « Subdit — possunt om, C. ^ g^ Petri 
om. C. ö in Sup. Altach am. A3. ^ ordinis — dyocesis om, C. 

ff evertendo A3. ^ Antiqui A 3. * om, C. 

* Der folgetide Sckluss ist gegen die Quelle etwas verändert; vgl, 45 
Weüand a. a, 0. S. 2 iL 

' Quelle? 

^ Die Schlacht hei Crecg 1346. Konrad von Megenberg erwähnt sie 
in seinem Buch der Natur fAusg, r. Pfeiffer S. 76, 16) als Folge der Er- 
sclieinung eines Kometen. 50 

* S. oben S. 47. 
" (Jascognc. 



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Qoo^(^ 



— 89 — 

Angiie auxiiiis confovebat, Johannefl vero rex Bohemie ex 
adverso personaliter, quamvis cecus esset, regem Francie 
auxiliabatnr. Cernentes igitur milites custodie regis « 
Johannis exercitum regis Francie bellum contra Auglicos 
5 sustinere non posse ipsum regem Johannem viriliter pre- 
liantem cum cautela a bello deducunt. Qui senciens se in 
rumore belli non esse dixit militibus: Ubi sumus, quod 
clangorem armorum cum percussione non sentimus? Qui 
dixerunt: Domine, bellum pro nostris iam quasi penitus 

10 est amissum; volumus vos de manibus inimicorum eripere. 
Tunc rex Johanne furiose in talia verba prorupit: In mea 
iuventute nunquam inimicorum facies^ evitavi; modo, 
quia sum senex et orbus, volo meum virile« nomen in mea 
senectute delere? Melius est cum virili tatis honore m ori 

15 quanx cum obprobio et vilitate«^ in vita<^ marcescere T 
Obsecro itaque vos, ut ad prelium me conducatis, etibicum 
ense in manu meam faciam sepulturam. Quod et factum 
est. Nam iterum bellum conserttur, et dictus Johannes rex, 
licet fere Francorum recuperasset exercitum, in fine tamen 

2U cum suis militibus letaliter prostratur. Kex autem Angiie 
pro tanta yictoria cum suo exercitu usque ad portas versus 
Parisius militavit multa dampna inferendo. Hie Johannes 
rex Bohemie filius fuit Heinrici imperatoris, comitis de 
Lüczelburchk, et pater Karoli imperatoris Bomanorum. 

25 Hie ipse Johannes rex fuit in comitatu Ludwici tunc electi 
regis et postea Bomanorum imperatoris ipsu m auxiliando^ 
dum deFriderico duceAustrie bello campestri in Am phing, 
ut supra dictum est, gloriose triumpharet. 

1347 in die Gereonis^ martiris et sociorum eins Lud- i:f47 

30 wicus imperator obiit sepultus in ecclesia parrochialis S. Okt. 10 
Marie, que^ est in Monaco. Dicitur^ quod, dum ipse Lud- 
wicuB imperator essei in venacione, quedam' ducissa 
Austiie sibi potum in flascone porrexerit. £t dum ille ob 
suspicionem bibere contempneret, illa prior bibit. Quod 

35 videns imperator et ignorans, quod calliditate qiiadam 
geminus potus sibi in eodcm flascone offerretur, con- 
fidenter bibens letale virus suscepit et mox corruens de 
equo in gremio cuiusdam rustici mortuus est. Ipsa vero 
ducissa statim, ut bibit imperator, fugiens evasit. 

40 HicLudwicus rcliquit plures heredes et multitudinem 

ierrarum. Senior filius suus vocabatur Ludwicus marchio 
B ranburgensis, dux Bawarle et Carinthie, comes Tyrolis, 

> Johannis regis C. ^ arma evitavi neque facies eorum A 3. 

<• nomen virile A3. ^ vtiUtatel El. e ß^ea add. C. ' mardescere C. 
i5 s 8. Marie parrochiall 0. ^ que est om. C. 

^ So (vuch die Stravhinyer Annalen; Samnielbläfter S. 6(i0. 
.' Dass Kaiser lAidw-ig angeblich vergiftet worden sei, berichtet mit 
icenigen Warten zuerst das Chron. Andreas benütU hier dieses aber nicht. 
Vgl. Oefele 1, 42, Anm. c. 
50 ® Johanfia, die Gemahlin des Herzogs Albreeht von Oesterreioh, 

befand sich damals xu Besuch beim Kaiser; vgl. Riezler 2, 500, Antn. 



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— 90 — 

advocatuB Aquilegiensis, Brixinensis et TridentinuB. Hie 
erat vir strenuus et bellicosus et largus et transactis ali- 
quibus annis post obitum patris sui divisit terras et pro- 
vincias inter fratres. Item dominus Stephanus frater eius 
ex parte patris et matris possedit* Lanczhutam et terram, 5 
que est versus Saiczburgkch. Item alii fratres ipsius^, 
quorum mater^ nacione fuit de Hoiandia: unus illorum, 
dominus Albertus, possedit Strawbingam et inferiorem 
Bavariam, alter vero nomine Wilhelmus^* possedit Uolan- 
diam, Selandiam, Henigoviam, cuius gubernator dominus 10 
Albertus extiterat, quia furibundus factus ex intoxicacione 
quadam fuerat. Item alter frater ipsorum nomine Lud- 
wicus, cognomine Bomanus, quiaBome natus fuit, unacum 
iuvene fratre dicto Ottone pro hereditate receperunt 
marchionatum Branburgensem, quem frater senior* ipsis 15 
resignavit et sibi superiorem Bawariam et Carinthiam j 
retinuit sponte pro hereditate. j 

Ab hiis principes Bawarie superioris et inferioris | 
1421. i&m, cum numeratur annus domin i 1421. d, dominantes de- 
scenderunt hoc modo. 20 

Stephanus, qui possedit Lanczhutam, genuit filios 
tres, scilicet Stephanum, Fridericum«et Johannem. Horum 
sagacior® erat Fridericus. Unde cum paternam dividerent 
hereditatem, ipse Fridericus faciens tres partes princi- 
patum in Lanczhuet fecit eminenciorem^ ceteris, quem sibi 2ä 
retinuit promittens equi valenciam facere aliis principati- 
bus in certa pecuniarum summa. Quod et fecit, quamdiu 
vixit. Post mortem vero eius multa mala exinde evenerunt, I 
sicut postea suo locodicetur. Stephanus vero possedit Ingel- | 
stat et fuit vir bonus? diligens*^ mulieres. Johannes autem 30 
possedit Monacüm. £x hiis Fridericus et Stephanus 
duxerunt in uxores duas< sorores^^, que fuerunt filie domini 
Mediolanensis. Fridericus genuit Heinricum tenentem 
iam principatum in Lanczhuet etElyzabet uxorem Friderici 
marchionis Branburgensis ^, qui* et burgravius Nürn- 35 
bergensis. Stephanus autem genuit Ludwicum iam tenen- 
tem principatum iningelstat et Elyzabeth'" uxoremKaroli 
regis Francie. Johannes autem duxit uxorem^ de Goricia, 
ex qua genuit Ernestum et Wilhelmum iam.tenentes princi- 
patum inMonaco etSophiam uxorem Venzeslai quondam° 40| 
regis Bomanorum et Bohemie. | 

a possidebat A3. »> sui A3. ^ Bilhehnus AI. 2. d 1321 ! 
A5. C4. « ingeniosior klein übergeschr, A 1. statt sagacior A2. C. sive 
ingeniosior add. A 5. ingeniosior sagacior «o A 7. B 1. ^ ceteris emin. 0. 
s iocundus et add. C6. ^ amator mulierum C. ^ om. 0. ^ de 45 
Brandburg C. * qui — Nürnb. om. C. » N. klein übergeschr, Elyza- 
beth A 1. 5. B 1. om. A3. ^ regis quondam C. 

^ Margarethe. 

* Magdalena und Thaddaea, Töchter des Herxogs Barnabas Visconti 
von Mailand. 50 

* Katharina, 



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— 91 — 

Principes autem Bawarie inferioris, scilicet princi- 
patuB in Strawbing, descenderunt a Ludwico imperatore 
hoc modo: AlbertuB filius Ludwici imperatoris, qui posse- 
dit Strawbingam, dnzit Margaretam filiam ducis Ludwici 
5 Polonie de^ Briga. Que genuit tres filios, Wilhelmum, qui 
tenuit Holandiam et mortuus eat superstite tantum una 
filia nomine Jacoba, et Albertum, qui tenuit principatum 
in Strawbing, virum benignum, qui mortuus est sineliberis 
— non enim duzerat uxorem — et sepultus est in Strawbing 

10 in monasterio fratrum Carmelitarum, Johannem quoque» 
electum Leodiensis episcopatus, quem tamen mortuo^ fratre 
suo Wilheimo reliquit«. Et iam^ tenet® principatum in 
Strawbing, quem regit^ per suums yicedominum; ipse vero 
dominatnr** per Holandiam, Selandiam etc. 

15 Hie eciam* animadvertendum i^, quod Budolfus frater 

Ludwici imperatoris, comes palatinus Beni, in eleccione 
Ludwici' fratris sui non elegit ipsum Ludwicum, sed 
Fridericum ducem Austrie. Hie Budolfus ex Methildi, 
que fuit filia Adolfi regis Bomanorum, genuit tres filios^ 

20 scilicet Budolfum, Bupertum et Adolfum. Budolfus™ et 
Bupertus volgo*^ Bufus nuncupatuso decesserunt sine 
liberisP, Adolfus autem, qui decessit ante obitum fratrum 
suorum predictorum <i, genuit Bupertum. Iste Bupertus 
▼ olgo Adolfus nuncupatus genuit Bupertum rolgo Chlem 

25 nuncupatum, postea Bomanorum regem. Hec per quaudam 
anticipacionem sunt dicta, ut postea de nostratibus clarius 
pateant bystorie.* 

• i'Nota de imperatore Ludwico notabile verbum.^ 
Cum una die sederet cum militibus et baronibus suis, 

30 tunc dixerunt ad eum, quod ipse eiset nimis morosus in 
factis suis et nimis" tardus^ Ipse tacuit et recepit unum 
ciphum et dixit ad unum: Infundas vinum t. nie infudit. 
Dixit cesar: Infundas ad plenum. Ille fecit. Tunc dedit 
sibi ciphum, scilicet infundenti, et dixit: Gurre valde cito 

35 ad ianuam, quantocius possis, et noli scutere vinum vel 
male habebis. Ille dixit: Domine, nullo modo possum 
currere, quin scuciam vi^um. Tunc dixit: Tunc vade morose. 
Quod ille fecit et vinum non scussit. Tunc dixit Imperator: 
Videte, domini, si ego volebam festinasse, diu vitam ter- 

40 minassem et scussissem. 

• et A 7. *» orn. C. « resignavit klein übergesckr. liquit A 1. 5. 
reliquit klein übergesckr. signavit B 1. ^ om. G. « tenuit' A 2. C. 
' rexit' C. » om. C. ^ domin abatur* C. * est add. C. 
^ advertendum C. ' fratris sui L. C. ™ Budolfus — liberis om. A 6. 7. 

45 n om. C, o Tocatus Bufus C. p filiis klein übergesckr. liberis B 1. 

filüa C. « om. C. r Ad fol. 91 v. f. 93 im Text tmd: Ad ßched. v. f. 93 
am Band add. B 1. ■ minus B 1. < vnum B 1. 

' Quelle, une für die folgenden Oeschichieny Derrers Sammlmig? 
' Ähnlieh Heinrieus Surdus, Annales Eistettenses (Böhmer^ Fontes 
50 4, 513) : tardus ad kborem. 

• Johann starb am 6, Jan. 1425. 



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-^ 92 ~ 

(1316.200. Johannes XXII. Sed.an.l9men.5. Nicolau». Sci8ma24.) 
Johannes XXII. ante» dictus Jacobus de Caturcho, electus 
canonice habuit antipapam quendam fratrem minorem 
nomine Petrum de Corbaria, qui se appellavit Nicoiaum V., 
electiim in papam per dominum Ludwicum BaTarnm, qui 5 
se imperatorem vocaverat et qui Rome in concilio congre- 
gato papam Johannem deposuerat tamquam hereticum et 
maiestntis iraperialis invasorem. Sublatum est autem hoc 
scisma per capti vacionem ipsins antipape et in carcere 

*> Exc cronicis C. Derrerii. 10 

Nota Benedictus papa XII. filius pistoris, homo iustus, 
bonus<* et sapiens", ut dicebatur. Cum autem<^ exaltatus 
esset in apostoiatu, tunc pater suus vendidit omnia, que 
habuit, et emit sibi vestimenta pulchra et^ bona^ cum vario 
et matri pape et sororibus et fratribus suis et veneruntante 15 
papam. Postquam autem videret patrem et matrem sie in 
vario, puscepit eos dicens: Beneveneritis, domine. Pater 
autem dixit: Odomine, sanctissime pater, quomodo facitis? 
Nescitis, quod sum pater vester? Tunc papa respondit: 
Vos estis dominus. Pater vero<* mens est pistor et vadit in 20 
viiibus vestimentis. Tunc oportebat, ut irent domum et 
induerent vilia vestimenta, sicut si vellent iam laborare. 
Et sie fecerunt. Tunc optime suscepit eos dicens: Bene- 
venias, karissime pater, modo cognosco te, et tunc«« iuvit ^ 
eos. Sed dictum erat sibi: Ex uno debetis facere comitem 25 
et sie de aliis. Ipae dixit: Nolo, sed volo eis providere in 
Omnibus necessariis suis et non plus. 
Items ibidem aliud. 

Nota^, audivi, quod cardinales accessissent papam 
Benedictum rogantes eum, quod crearet plures cardinales, 30 
dicentes se non sufficere ad gubernandum totum^ mundum. 
Tunc respondit papa et dixit: Si deberem creare plures, 
tunc oporteret me creare novummundum, quia totus mundus 
non potest vos cum vestra superbia nutrire. 

Item'' ibidem aliud. 35 

Kota^, quod papa Benedictus postulavit ab impera- 
tore Ludwico, quod ipse iuvaret eum et quod dimitteret 
sibi ea, que imperium Romanum habet in Francia et 
in provincia circa Avinionem. Tunc ipse vellet sibi et 
suis heredibus dare et assignare omnia, que habet iniperi- 40 
um in terra theutonica. Quod Imperator noluit facere. 
Eciam papa Benedictus postulavit ab elecioribus regni, 
quod resignarent sibi dignitatem eligendi imperatorem. 
1347. Anno domini 1347. Romani volentes habere auctori- 

tatem et potestatem et iurisdiccionem in toto orbe terrarum, 45 
quas habuerunt a principio, omnia privilegia facta in 
preiudicium auctoritatis, potestatis et iurisdiccionum 
huiusmodi ad se revocant ezpresse. Unde et Ludwicum 
imperatorem et Karolum regem Bohemie, qui se asserebat"^ 
regem Bomanorum, et omnes electores Romani imperii, ut 50 

* prius C. ^ Ad Seh 95 im Tcat wuh Ad f. 95 pag. 591 am Band 
fuld. B 1. c Offne Überschrift B 2. '» om. B l. e om. B 2. ^ avit .so.' 
B 1. s Item — aliud otu. B2. b Statt Nota — Bened.: Ad hunc B. 
accesserunt cardinales B 2. ^ Universum klein übergesehr, B 1. ^ Item 
— aliud om. B 2. > Hie statt Nota quod B 2. ^ asserebant B 2. 55 



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— 93 — 

exstincti. Alii dicunt, quod facta reconciliacionc inter papam 
et imperatorem dictus antipapa sponte Avinionem venit 
anno domini 1333. et ibi coram papa et cardinalibus snum 1333. 
recognoscens errorem in publico consistorio receptus est 
5 honorifice et ecclesie reincorporatus. Auetores huius scis- 
matis fuerant Lndwicus predictus et aliqui valenciores 
ordinis fratrum minorum propter opposiciooem pape in 
materia de panpertate Christi. Hie Johannes papa beg- 

personaliter in* urbe Borna compareant^ in certo termino, 

10 citavernnt^ Sed quis fuit illius citacionis effectus^ in 
acriptis non reperi. 

Nota de duce Heinrico^ de Bavaria inferiori, qui fuit 
tempore Ludwici imperatoris, auod seryitores et domini 
terre sue, sciiicet unus Messenhusius*^ sine naso^ et unus 

15 dictns Qrans^ et alii quam plures, ita occupabant sibi 
terram suam, quod nullam potenciam poterat habere in 
terra sua. Ipse videns hoc iniit consilium, quod mitteret 
pro Omnibus eis dans eis conductum veniendi et recedendi 
ab ipsO; quia vellet habere consilium eorum et cum hoc^' 

20 veiiet «habere hastiludia et deducciones. Ipsi venerunt ad 
eum ad unam parvam civitatem, ubi erat et castrum. Ipsis 
venientibus solaciabatur^ cum eis et stetit in magno 
gandio. Cum sie esset^ per aliquot dies, sciiicet duo vel 
tres^ipse transivit civitatem et convenit cum quodam fieulo, 

25 quod deberet plures ollas ponere in quodam ordine. Tunc 
ipse vellet accedere ad eum et vellete^ dicere: Cuius est illa 
o IIa? Tunc figulus deberet respondere: Illius de Messen- 
husen. Cuius est illa? Illius dicti Grans, et sie, donec 
Yeniret ad ultimam ollam. Tunc deberet dicere: Ipsiui 

:^ ducis, et illam tunc deberet percutere. Quod figulus fecit. 
Postquam autem fecisset, dixit dux Heinricus: karissimi 
servitores mei^ nonne videtis, quam impotens sum, quod 
ille figulus percutit michi ollam meam et nulli alteri suam? 
De isto possetis misereri. Ipsi vero tacuerunt et ne- 

35 sciverunt, quid dicerent. Postquam venireut ad castrum, 
ipse captivavit omnes illos, qui occupabant sibi terram. 

Nota, quod anno 1337. dux H.»»^ et "rex Bohemie con-i557. 
struxerunt Optimum castrum Mn Bruscia^ contra pnganos. 
add. B1.2. 

40 'in urbe R am. Bl. ^ compareat Bl. c Messenhawser B2. 

^ huc B 1. « placiabatur B 1. ' essent B 2. 8 velle B 1. 2. ^ Hein- 
ricus, dux Wavarie inferioris add. B 2. ^ Brucia B 1. 2. 

* Proklamation des Tribuyien Cola di Rienxi 1347 Äug. 1. Vgl, 
GregorovitiSy Gesch. d. Stadt Rom im MÄ. 6, 272. 

45 ' Heinrich IL, der Ältere, ron Niederhayem 1310—1339. Vielleicht 

steht die folgende Anekdote im Zusammenhang mit der Thätigkeit des 

niederbayerischen Rates; Riexler 2, 391. 

^ J.Herr Arnold von Mässcfihausen, Ritter, so kein Nasen gehabt" 

(Hund, Bayrisch Stammenbuch J, 273), Vgl, Schöppner, Sagenbuch 1, 447. 
5() * Wohl Wemher {^Wemliart) Orans (Hund a. a. 0. h 210), der mit 

Arnold von Mässenhausen xu Herxog Heinrichs Räten gehörte. Quellen u. 

Erörterungen 6, 282, 345. 

* äeinrieh der Ältere von Niederbayem. 

^ Johann, der Schwiegervater Heixog Heinrichs. 
55 ' Die Bayerburg an der Memel. 



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hardos et beginas condempnayit et eorum sectam et doctri- 
nam. Hie est Johannes, de qao intellignntur versus sub- 
s c r i p t i : 

Tu Jesus in missa quociens audisque Maria 
Et flectis genua, dat Johannes tibi papa 5 

Hanc veniam scelerum, viginti nempe dierum. 
Hoc quoque confirmat Benedictus et totidem dat. 
Quod intelligitur de Benedicto XII. 
Hic^ de fratrum suorum concilio auctoritate aposto- 
lica statuit et ordinavit*, ut fratres ordinis heremitarum 10 
S. Augustini iuxta ecclesiam S. Petri in celo au reo Papiensi, 
ubi corpus B. Augustini esse dicitur et veraciter scitur 
solempniter esse tumulatum, cui preest abbas et conventus 
canonicorum regularium, debeant insimul perpetuis 
futuris temporibus habitare hoc inter cetera observato, 15 
nt idem abbas, quia antiquior in loco et dignitate maior 
existit, in omnibus sollempnioribus eiusdem monasterii 
preferatur. 

Item versus de ordine heremitarum B. Augustini: 
Alma Petri sedes caput ordinis efficiens est. ' 20 

Hoc in concilio tercius Inno -> 
Cencius acceptat fratres ipsosque registrat. 
Inde kathedratus sub eodem nomine quartus 
Approbat hiis formam dans officii quoque normam.'*' 

* bDec indulgencia eorum, qui secuntur corpus Christi. 25 
De pulsacione^ ad Ave Maria in occasu solis. 
Sanctorum meritis inclita gaudia fideles Christi minime dubitamus, 
qui eorum patrocinia per condigne devocionis obsequia promerentur. 
llium quoque venerantur in ipsis, quorum gloria ipse est et retribucio 
premiorum. Verum etenim gloriosus deus in sanctis suis in ipsorum 30 
glorificacione congaudens precipue tamen in veneracione S. Marie semper 
virginis eo iocundius delectatur, quo ipsa utpote mater eius efiecta meruit 
alcius ceteris sanctis in celestibas coUocari. Sanctissimus igitnr in Christo 
pater dominus Johannes provisioiie celesti papa XXII. ad assequenda pre- 
dicta<> gaudia causam dare fidelibus cupiens propter maximum miraculum, 35 
quod nuper aocidit' Avinione in vigilia annundacionis eiusdem virjginis 
gloriose ae quodam puero sentencialiter condempnato et in ignem proiecto, 
qui altis vocibus et clamoribus matrem misericordie invocavit, quod ipsum 
liberare dignaretur rememorans, si unquam exhibuisset sibi aliquem 
honorem ieiuniis et huiusmodi, et adhuc in igne positus mnltipliciter 40 
aoclamabat invocando eam. Et ecce vestibus inustis et corpore illesus 
nonnisi ligaminibus combustis, quibus collo et manibus ad stipitem ligatus 
fuit, de igne exiliit et iterum proiectus iterum exiit. Qui ductus ad 
maiorem ecclesiam Avioni, ubi est precona in summa, ibique cum multa 
devocione de sui liberacione gracias agens virgini gloriose, — - propter 45 
quod tarn grande miraculum predictus papa ob reverenciam eiusdem 

» Hie — normam ow. C. *> Sched. 92. add. am Rand El. 

«De — Christi om. B 2. ^ compulsacione B 2. e perdita B 1. 

^ Vgl. Roholinij NoHx4e appartenenie aüa storia deüa sua patria 
Pavia, 4, 2, 102 if. 50 

' Vgl. Raynaldiis, AnnaUs ecel. ad a. 1320, n. 51. 



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(ia36. 201. Benedictus XII. Sed. an.5.) Benedictus XII., ante 

dictus Jacobus cardinalis, ordinis Cysterciensis, sedit 

Ayinione^ Hie fuit vir magno bonitatis et iusticie et bene 

rexit papatum. Diversis namque ordinibus sanccivit 

5 regulas et consti tuciones. 

Anno domini 1337.^ inventum est corpus dominicum in Dekken- ^n^^.^ 
dorf, quod martirizaverunt ibidem Judei, qui propter hoc cremati sunt ^ 
anno^ domini« 1338. 

(Fiidericus. 32. Sed.an.24.) Anno domini 1341. Fridericusld^/. 
10 prepositus ecclesie Batisponensis, nacione burgravius de 
Nürnberkch, Batisponensi ecclesie preficitur episcopus. 
Hie episcopatum multum destruzit et capitulum flebiliter 
attenuayit'. Post cuius obitum episcopatus vacavit per 
trienninm.* 

15 Virginia institoit, quod omni die pulsetur campana ter in sero tarde ante 
crepuseulum, et qnicunque fidelis ter geniculando ad triplicem sonum 
iUum dizerit: Ave Maria f, hoc est tria Ave Maria tantum, habet 20 dies 
indulgenciarum 8, item sequentes corpus Christi similiter habent 20 dies 
indulgenciarum. Preterea idem papa sanctissimus in trutina sue mentis 

20 revolvens, quod deus ezaltavit Christum suum et dedit illi nomen, 
quod est super omne nomen, ut in nomine Jesu flectatur omne genu 
ceiestium, terrestrium et infemorum, volens eciam huic sanctissimo 
nomini reverenciam ezhiberi, quociens nominatnr in missa nomen 
Jesu vel Christi, qui geniculaverit, similiter habet 20 dies ab eodem 

25 sanctissimo patre nostro, vel eciam tundat pectus et inclinet se faciendo 
reverenciam huic nomini sanctissimo^ Jesu. Ut igitur mater miseri- 
cordie nostri misereatur et unacum dilecto filio suo Jesu in tribuladoni- 
bus nostris nobis succurrat, mandamus vobis omnibus et singulis in virtute 
sancte obediencie et sub ezcommunicacionis pena firmiter et distripte, 

30 quatenus puleacionem campane, ut premittitur, in vestris ecciesiis fieri de 
cetero faciatis^ ac tantum miraculum unacum indulgenciis prelibatis 
plebesanis vestris fideliter publicetis K ut consumato huius vite curriculo 
una vobiscum in celesti patria recipere mereamur bravium concupitum. 
Datum Salerni anno domini 1320.^ die S. Georii martiris gloriosi. 1320 

35 De> geniculacione, quando in missa nominatur nomenÄpr, 23, 

Jesu vel Christi.^ add. El. 2. 

* Ex™ cronica Conradi«» Derrerii.o 

Papa Johannes XXII. fuit filius calciatoris^, iitteratus 

» Avinionis C. *> 1335! A3. « sequenti add, A3. * anno 

40 domini ow. C. • domini 1338 om. A 3. ' ter add, B 2. « indul- 

gencias B2. ^ saneto Bl., ' faciatur Bl. ^ publicetur Bl. 

» De — Christi om. B 2. "> Übersekrtß im Text B l. Ex cronica Conradi 

Der Rest beschnitten, am, Jland B2. «> C. Bl. <» f. 93. add. Bl. 

* NA. 24, 69^, Änm. 5, 
45 ' Ähnlich Megenberg. 

■ Die Konstitiäion Johanns XXII. über das Afigelus-Lätäen verlegte 

man bald ins J. 1318, bald ins J. 1327 (vgl. Raynaldus a. a. 0. 1327, n. 54); 

Wetxer u. Weite, Kirchenlexikon ^ 1, 846. Vgl. Pastoralblatt f. d. Diöcese 

Attgsburg 1860, S. 273, wo Valentin Tlialhofer die betr, Bulle als nicht 

50 auffindbar bexeiehnete. ^^ 

* Anseheinend Überschrift, aber auf den rorausgehenden Teoct be- 
xügUeh. 

* Die hauptsächlichsten Quellen über die Herkunft Johanns XXII. 
sind angegeben bei Verlaque, Jean XXII., S. 4. 



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(1342. 202. Clemens VI. Sed. an. 10.) Clemena VI. ordiDi- 
fuit 8. Benedict! et magnus magister in theologia. Hi- 
sedera tenuit Avinione et multum piua et Überaus con»oU- 
batur quemlibet, et principes dilexerunt enm. 
I'i47. Anno^ domini^ 1347. obiit^ magister Johannes Andre* 

Bononiensis, ut dicit Johannes Calendrini^ in repeticiosf 
capituli vestra de cohabitacione clericorum et muliera& 
Hie scripsit novellas super decretalibus et Sexto cor 
questionibus mercurialibus. Hie eciam fecit giosa.s«^ Seil- 
et Clementinarum et excellenter scripsit addiciones sp'^cc.. •< 
Ubi in tytulo'de filiis presbiterorum se fatetur- fai$«e 
filium presbiteri excusans tamen se, quod pater saus anit 
presbiteriu m habuerit uxorem legitimam, dequaipse>r. 
natus. Hie ex singulari zelo, quem in B. Jeronimum habnir 
omnia eius opuscula exfloravit et in unum volumen com-Ü 
pegit, quod incipit sie; Jeronimianum hoc opus.' 
Chron. 1348 in conversione S. Pauli hora vesperorum factus est terrecDotib 

magnus, qui in diversis mundi partibus diversas evertit dvitate*. 

et sapiens. Qui prius fuit scriptor regis Buperti anglicr 
et erat inimicus Alemannorum et principaliter Ludowici^ 
imperatoris ob hanc causam, ut homines dixerunt, qui:> 
libenter promovisset regem Bupertum ad imperinm. Ali' 
autem dixerunt, quod«^ propter hoc etc. 

Notandum, quod accidit, quod minores venerunt td 
papam Johannem et dixerunt, quod licenciaret eis, quo*, 
emerent propria. Tunc dixit eis: Habetisne aliquam 
ecuniam? Tunc minores apportabant duos mulos cue 
lorenis et dixerunt: Accipite, domine, illam peeuniam e; 
licenciate nobis emere propria. Tunc dixit: lUud adhai 
non sufficit ad hoc, ut ematis redditus sufficientes. It« 9| 
domum, vos malivoli, et sitis pauperes, sicut fuerunt ante- 
cess ores ves tri. 

Notandum, quod quidam papa accepit unum ma- 
gistrum in theologia et ostendit sibi thesaurum suum« e; 
ecclesie et dixit: Vide, fili, nos non possumus dicerc:-^ 
Argentum et aurum non est michi, quia multum habemu^ 
de auro et argento. Tunc dixit iste magister: Pater sancte. 
sicut ergo non potestis dicere: Argentum et aurum non en 
michi, sie eciam non potestis dicere: Surge et ambula, sicut 
S. Petrus dixit ^ arid. Bl. 2, 4 

» ofti. C. ^ mich Bononiensis C. « gloriosas A2. J alittr 
staU quod — etc. B 2. « om. B 1. ^ etc. add. B 2. 

* Miannes Calderinus, Adoptivsohn des Johannes Andreae, beriUnnUr 
Kationist in Bologtia, f 1365, in seinen Repetitiones in ius canonicum. In 
den mir vorliegenden Inkunabeln s. l. s. a. wid Venetiis 1490 (= Hain * 42'i'J ^ 
und * 4251) steht an der oben citierten Stelle (Bl. 48' he\io. 25') die — rieht i^t 
— Jahrxahl 1348. 

' Joliannes AndreaCj Additunies ad spectUu?n OuHelmi Dttrantis 4, 1 
3 Von Andreas oben (S. 4) beniitxt. 

* Fabelhafte Verwechslung mit König Robert von Neapel, bexur. desstt* l 
Vater Karl, dessen Kanxler Johann einst gewesen war. Vgl. Freger, IHr 
Pohiik des Papstes Johann XX TL, in Abhandlungen d. k h. Akad, d. H'. 
3. Gl. 17, 513. 



?. 



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moDasteria et castra' et precipue in Villach civitate Carinthie. 
Montea eciam in Carinthia in vallibus iungebantur, ita 
quod aqais non patebat» ezitns, unde simul congregate 
quasi ad 10 miliaria secundum longitndinem concluserant 
5 terram et populum. Terra eciam abinvicem separabatur et 
suscipiebat homines ueque ad cingulum, ex quibus quidam 
moriebantar^ quidam vero salvabantur, et duravit ad 8 dies. 

Eodem^ annO; scilicet<^ 1348. **, sevire cepit in Bawaria et ia Chran, 
Bohemia ac eciam in Austria illa magna pestilencia, de qua supra scriptum 

10 est sub Ludwico in<ipagina imperatorum^ et per annos multos 
nunc hiCy nunc ibi regnando multa habitacula evacuavit. Ob 'hoc 
Clemens VI. missam^ cuius introitns est!' Becordare, domine, 
testamenti tui, pro pestiiencia celebrari instituit*. 

(1346. 102. Karolus IV. Beg. an. 32.) Anno domini 1346. i^^^. 

15 adhuc« vivente Ludwico Romanorum^ imperatore Karolus 
rex Bohemie, nepos bone memorie Heinrici imperatoris et 
filius Johannis regis Bohemie, in detrimentums^ Ludwici 
imperatoris de consensu aliquorum electorum per demen- 
tem papam VI. in Avinione in imperatorem coronatus, quia 

20 scisma erat inter sedem etLudwicum imperatorem, regnare 
cepit regnavitque annis 32. Hoc autem ordinatum fuit per 
Philippum regem FranciC; qui cum demente papa VI. taliter 
tractayit, ut huiusmodi coronacio Karoli sequeretur, 
Yolens per hoc facere vindictam in Ludwicum imperatorem, 

25 similiter et remunerare serviciura defuncti regis Johannis 
pro eo, quod, sicut supra^ dictum est, Ludwicus imperator 
regem Anglie in hello campestri contra ipsum Philippum 
regem Francie adiuverat, in quo eciam ipse Johannes rex 
Bohemie occubuit. Unde licet multa mala ex hoc sint se cuta» 

30 Ludwicus tarnen, quamdiu vixit, quasi per totam Alemanni- 
am dominabatur. 

^ Alibi sie legi: Quomodo autem vel ubi aut quando seu & Chron, 
quibus electoribus Karolus sit electus, nunquam leviter experiri potui. 
Veramtamen* comes de Swarczburg, vir magnanimus et optime paten- 

35 tatus cum eligencium regem favore vel, ut alii dicunt, cum eorum elec- 
done opposuit se predicto Karolo regi Bohemorum regem se scribens et 
uominans Bomanorum. Qui cum negocium, quod in manus acoeperat, 
contra Bohemum viriliter agitaret nee ab eo uUo modo flecti posset, 
mortuus est ex intoxicacione, quam predicto rege Bohemie, ut multi 

40 dicunt, procurante quidam phisicus sibi propinavit, et sie sepedictus 
Karolus regnum obtinuit Bomanum nemine sibi resistente. H e c , 
sicut legi. 

» patebit A 6. 7. *> eciam add. C. <^ om. C. * cum A 6. 7. 
« am, A3. ' am. C. « detrimenti C. ^ Item alibi sie legitur A 6. 7. 
45 ^ GOntherus add. C. nach Swarczburg A3. N., secundum aliquoe vero 
Guntherus am Band A5. 

* Das Folgende ähnlich in clm, 003^ Bl. 9. Vgl. dessen Beschreibung 
oben in der Einleitung. 

^ S\ 87, 
50 " Berichtet auch Konrad von Megenherg im Buch der Natur {Jisg. 

V, Pfeiffer) S. 109, 36. 

* Ä 88 f 

Qoellen and Eroerteruiigen N. F. I. i 



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Hie Karolas astutns fuit et in sensu natarali et acci- 
C%ron. dental i acutus. Hie statim^ post obitum Ludwiei imperatoris cum 
exercitu intravit Bawariam devastans' eam inoendiis et rapinis et venit 
usque in campum Beychs^ prope Batisponam et ibi ali- 
quantulum pausans cum quibusdam de exercitu venit in 5 
civitatem Batisponam, ubi faonorifice suseeptus^ est. 

Hie accensus flamma divini fervoris diversa monasteria 
in civitate Praga eonstruxit in singulis singulos instituens 
ordines sive religiones, utpote Ambrosianorum, Selavorum 
Currencium etc. Hie eciam dotavit et erexit Studium gene* 10 
rale in civitate Pragensi, quod inehoavit per magistros in 
artibus de collegio Erfordensi tune eciam noviter erecto^. 
Inter quos erat magister Gerhardus, qui primus est doctor 
postea in eodem studio generali Pragensi in theologia 
graduatns. Fuit eciam unus ex eis nacione Bawarus, qui 15 
nacionem Bawarorum ibidem introduxit. Fuerunt enim 
in eodem collegio quatuor naciones, seilicet Bavarorum, 
Bohemorum, Saxonum et Polonorum. 

Hiis temporibus in viila^ sew^* opido Wiennensi Pata- 
viensis diocesis a Budolfo duce Austrie Studium generale 20 
erigitur et privilegiatur. Quod postea Albertus III. dei ^ 
gracia^ dux Austrie, frater ipsius Budolfi, ex speeiali 
concessione et indulto domini Urbani pape V. suis eciam 
privilegiis dotavit et erexit ordinans et distinguens clerum 
eiusdem studii generalis ad instar Parisiensis«: studii in ^ 25 
quatuor partes, quas solitum est naciones vocari, seilicet 
Australium, Benensium, Ungarorum^et Saxonum. 

Hiis eciam temporibus a Budperto comite palatino 
Beni, qui^ volgo dicitur der rot herczog, eo quod rufos 
crines habuit, erigitur in Haydelburg Studium generale. 30 
Ubi animadvertendum «, quod in hiis quatuor studiis gene- 
ralibus, seilicet Erdfordensi, Pragensi, Wiennensi etHaydel- 
burgensi tune noviter erectis fuerunt primum tantum tres 
facultates, seilicet arcium, medieine et iuris, sed tamen 
postea statin], utpote temporibus Gregorii XL et hiis fere 35 
temporibus, introdueta est facultas quarta, seilicet theo- 
logie *». Floruit* tune inter preeipuos Bononie Hugolinus 
doctor theologie, frater ordinis heremitarum S. Augustini. 
Fund.^ Anno ^ domini ^ 1348. Conradus dux de Dekch fuit oecisus per 

Sweykerum de Gundolfing in domo sua in Monaco. 40 

» est susceptus 0. ^ om. C. « studii Paris. C. ^ om, A. 
• Saxonum et Ung. C. ^ qui — herczog ow., dafür Bufo dicto C. « ad- 
vertendum C. ^ theologia A 7. C. * Floruit — Augustini om. C. 

* Die Quelle sagt: fere circa 4 vel 5 dies. 

' vastaturus fiat ricJüiger die Quelle; dann Jieisst es : Audita morte 45 
imperatoris Bomanum aspirans ad regnum festinabat Batisponam etc, 
^ Weichs. 

* Während die Universität Prag 134718 gegründet wurde, gesckaJi 
die Gründung von Erfurt erst 1392. 

* NA. 24y 676. Dort ist Zeile 4 die JaJirxM 1348 beizufügen^ 50 
unier der obige Nachricht steht. 



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Qoo^(^ 



— 99 — 

Anno dominil349^ cum seviret in toto mundo illa. peati- 1349. 
lencia magna, de qua dictum est in pagina pontificum sub 
demente VI.', orta est quedam secta' in Alemannia inter 
nobile» et ignobiies et maxime in civitatibus et opidis, ut ^ 
5 interduni in una societate 200 vel plures^ per diversa loca 
transirent et dicerent se esse vere penitentes. Et hii talem 
modum^ habebant. Cum primo exiebant de suis parrochiis, 
eiegerunt^ sibi unum laicum pro magistro, qui plenam 
auctoritatem supra singulos iiabebat, sine cuius licencia 

10 nulluB ipdorum, quamdiu penitebat, aliquid agebat bibendo 
aut comedendo. Transiebant de loco ad locum secum defe- 
rentes pulcherrima vexilla et candelas', cantantes pnew- 
ma8<*et cantus spirituales in volgari, etdeelemosina pariter 
vivebant ^. Erant omnes*^ signati rubea cruce et, quando 

15yeniebant ad cimiteria ampla, coram omni plebe vestes 
exuebant et ibidem se crudeliter^ flagellis in scapulis per- 
cuciebanti^, ita ut sangwis defiueret, unde et flagellatores 
dicebantur. Habebant camisias a femore usque ad talos, 
sed superior pars corporis denudata erat, et facies operie- 

20 bant^ in parte, ne ab hominibus cognoscerentur, et multos 
errores et opiniones contra ecclesiam et statuta canonum 
habebant, contra^ quos Clemens VI. generalcm processum 
dedit. Processit et^ contra eos Fridericus^ Batisponensis 
episcopus cum bona et matura deliberacione necnon consilio 

25 vi rornm*^ litteratorum, quod tota illa truffa* cessavit. Sed 
durayit bene ad triennium. 

1354' circa festum S, Jacobi Karolus°^ cum uxore yenitl354 
Romam, ubi honorabiliter a Bomanis susceptus multOBMai25. 
noYOs milites ordinavit, sed multa adversa passus est in 

30 via. In reditu autem emit® castrum Stawff a Friderico 
burgravio, Batisponensi episcopo. In hoc Castro ipse 
Earolus Imperator quodam tempore^ constitutus in Batis- 

a et A 7. b habebant modum A 6. 7. <* pnewmata C. ^ vixerunt 

A3. « autem C2. ^ flagellis crud. A3. » percucipiebant! AI. 

35 percuebanti A2 ^ cooperiebant A7. * eciam C. J^iurisperito- 

rum statt virorum litterat. C. * supersticiosa malicia C 6. "* rex add. C 

» S. 97, Z. 8 ff. 

• Vgl. Konrads von Megenberg Bericht Über die Geissler v. J. 1349 
im Buch der Natur (hsg. v. Pfeiffer) 8.217,10 ff ^ der einzelne Berührung.^- 

40 punkte mit obigem Abschnitt aufzuweisen scheint. 

' Megenberg (S. 217, 17): ir hundert oder zweihundert oder mer 
oder minner. 

* Megenberg (S. 217, 17]; und namen . . . ainen maister, der ain 
lauter lai was. der selb hört ir peiht und satzt in puos. 

45 * Megenberg (S. 217, 19); wider die selben ketzer schraib Clemens 

der pabst, der sehst seins namen, dem pischolf von Augspurch . . . ainen prief . 
^ Das berichten also nicht erst Onsorg und Ilochtvart, wie Janner 
3, 229 angiebt. 

' Vielmehr 1355 April 2. 
50 « 1355 Juli 12. Janner 3, 240. 

^ Gemeiner 2, 98 verlegt dis folgende Geschichte, anscheinend mit 
Recht, ins Jahr 1356, wobei er allerdings in Widerspruch mit sich selbst 
kommt, indem er die Vorgänge an Ereignisse des JaJires 1357 anknüpft. 



19(V15A«8^^ 



— 100 — 

ponam venire dedignabatur. Miserunt igitnr Ratisponenses 
ad eum sollempneB nuncios querentes, quare ad eos non 
veniat, ac invitantes eum rogant, qaatenus ad eos* venire 
dignetar, promittentes ei velle secundum poase exhibere 
honorem condignum imperial! maiestati. Hec ille audiens 5 
prefigit certum diem veniendi, sed callide. Ipsum enim^ 
diem, qno sperabatur, sicut dixerat, venire, aliquot diebus 
prevenit. Nam ex insperato ante terminnm prefixum, sicut 
dicitur, per omnes portas cum tanto exercitu venit in civi- 
tatem, quod presumebat eciam sic^ civitatem posse obtinere. 10 
Cumque sie usque^ ante pretorium venisset, consulibus 
Omnibus tunc temporis in pretorio congregatis ministri 
ipsorum abhorrentes armatos sie extimplo venientes fores 
pretorii clauserunt Divina igitur largiente providencia 
dolus hie fructum non habuit Nam subito in defensionem 15 
civitatis« Saczenhofär '^ magister civium cum turba armata 
venit ex parte una et^ Zand schultetus ex parte altera, 
concludunturque cathene per vicoi civitatis, ita ut nullua 
pateret exercitui divertendi locus. Quod videns imperator 
turbe cedere temptans petivit a*^ Gumperto, cuius domus 20 
iuncta erat pretorio, ut eum in domum suam susciperet. 
Quod cum ille de favore consulum* faceret, imperator 
descendens in domum, cum nichil preter armatos in^ ea 
conspiceret, dixil: Et quid hie sumus acturi? Ad suos 
igitur reversus per^ conductum magistri civium ex latere 25 
uno et schulteti ex latere altero ipse imperator, qui per 
diversas portas intraverat, per unam, scilicet orientalem» 
turbis in eum frementibus egreditur. 
1356 1356 in die S. Luce ewangeliste hora vesperorum factus 

Okt, IS.eat terremotus per totam Alemanniam°» necnon in quibus- 30 
dam Gallie^ partibus tam magnus, ut Basilea sollempnis ^ 
civitas quasi tota fuerit destructa, et quam plurima opida 
et castra nocte eadem circnmiacencia civitati predicte per 
terremotum ruerunl. Partibus vero in eisdem continuis 
noctibus postea per tres menses erat terremotus, Pquod 35 
paucissimi homines propter timorem terremotus in<i opidis 
manebant. 

* veniat et add. A3. ^ autem A3. ^ civitatem sie A3. 
d ow. A 6. 7. e N. add. C 1. xwei Putikte . . A 1. B 1. C 2. 6. ^ Satzen- 
hofar A3. Saczenhofer A5. 7. Salzenhof ar El. «Heinricus add. G. 40 
xwei Punkte ..AI. ^ xwei Punkte . . add. A 1. einen Punkt A 2. 

> consilium A 7. ^ conspiceret in ea A 2. C. ^ om. A 6. 7. ™ om. A 3. 
° partibus Gallie A 2. ^ tam magna A 5. p ita add. C. 4 villis 
vel add, AI. 

Ihm folgt in letxterer Bexiehung Würdinger 1, 36. Riexkr 3, 50 verseixt 45 
sie m den Juli 1355; dagegen erscheint bedenklich, dass als Bürgermeister 
Saixenhofer genannt ist, der damals diese Würde noch nicht bekleidete. 
Vielleicht steht die Geschichte in Zusammefihang mit dem xtcölftägigen 
Aufenthalt Kaiser Karls xu Stauf im September 1356 {Böhmer-Huber, 
Eeg. No. 2506a). 50 

* Dietrich Saixenhofer war seit Michaelis 1355 Bürgermeister; Öe- 
meiner 2, 86. 



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— 101 — 

1357^ Albertus filius Ludwici imperatoris, dux Bayarie 1557. 
et gubernator Holandie, unacum fratre sno Stephano' ob- 
sedit castrum, quod* Naternberch vocatur^ in qno quidam 
miles dictus Petras Ekkar residenciam^ tunc temporis 
5 habebat 

Hnins consangwinei cum sevidam predicti principis Alberti ' C7^bron. 
mitigare non possent, licet dictus Petrus ipsi principi multa bona fecisset, 
Boemiam properant constanter invocantes auzilium Karoli impera- 
toris Romanorum® Boemieque regis. Qui victus precibus et muneri- 

10 bus congregato exercitu Bohemonim venit in Stawff et pertransiens pontem 
Danabii ibidem bene ad 7 dies pausam fecit corrumpens Interim 
muneribus quosdam milites et ministeriales dominorum 
Bawarie et faciens incendia multa. Postea quasi Tolens 
cum predictis principibus inire bellum versus Natern- 

15 berch descendit et castra metatus est iuzta exerdtum Bawarorum in 
spacio dimidii miliaris. Cum autem Bawarorum principes^ forciorem 
haberent miliciam et pugnaturos iam« se sperarent/ipsi, qui pecunia 
corrupti f uerant, partibus se interponentes pladtaverunt, quod predictus 
obsesfius miles castro principi assigoato in persona et rebus securus esset, 

20 donec de obiectis vel obiciendis ooram imperatore et aliis principibus 
responderet. Quod tamen non est factum, quia miles predictus tantam ' 
in obsidione perpessus fueratfl^ penuriam, quod tempus modicum supenixit. 

Post hec circa diem nativitatis Christi*^ tres regesZ^. 25. 
paganorum de Lituonia^ poscebant se baptizari^ ab impera- 

25 tore. At ille occurrit Ulis cum nobilissimo comitatu, scilice^ 
principum, baronum et militum, inter quos erant duo duces 
Bawarie. Videntes autem pagani tantam gloriam Christi* 
anorum mentiti sunt et fugam inierunt. At illi illos in- 
sequentes multos occiderunt. 

30 Post hec' in die innocentum^^ Beychh^* civis Batis-Z^. 25. 

ponensis occidit magistrum Conradum de Pronovia»^^ 
canonicum kathedralis^ ecclesie, cum ipsi equitarent in ° 
civitate cum suo episcopo, scilicet puerorum. Propter quod 
Fridericus episcopus posuit interdictum, et facta est 

35 magna guerra inter clerum et cives, ita quod eciam<> cives 

* am. C. ^ reeidebat statt residenciam tunc temp. hab. C. 
e Boman. -* regis am. 0. ^ princepe ^ C. « se iam A 3. 7. G. 
' in obsid. tantam A3. « fuit A3. . ^ domini C. ^ id est Idttaw 
klein übergeschr. B 1. im Text C. ^ T^. add. Q 1. xwei Punkte ..AI. 

40 einen Punkt A2. > Beicher A6. 7. °^ Pranovia, klein übergesökr. 
Prawnaw B 1. ^^ in civitate am. C. ^ am. A 6. 7. 

^ Für den folgenden Äbaeknitt henütxt Andreas neben dem Chran. 
noch eine xtceite nicht bekannte Quelle. 

' Von diesem weiss hier das unten benutzte Chran. nichts. 
45 ' Das Chran. nennt den Namen in der ganxen Erxahhtng nicht. 

^ Die Angelegenheit, hier fabelhaß ausgeschmückt, fällt ins J. 1358. 
Vgl. Böhmer-Huber, Reg. No. 2810a. 2865a. 

* 1357. 

* Matthias Reich. 
50 ' Braunau. 

^ So und haberet ai4ch die Quelle, die Stephan nicht erwähnt. Wie 
die Queue, so das Chron. 6., in dem jedoch Stephan genannt ist. 



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- - 102 — 

statuerent* inter se, ut nullus ex eorum filiis seu Scolari- 
bus in suromo vel in veteri cappella scolas yieitare deberet. 
Quod aliquantulnm temporis duravit. Tuncque cesearit 
ludns ille^quem volgaris elocucio^ episcopatum paerorum^ 
appellat. Qui fiebat cum magnis expensis de statutis 5 
noYorum canonicorum, decretumqae tunc' est, ut huius- 
modi statuta per novos canonicos solvenda ulterius ad 
sacrarium darentur pro augmento ornamentorum. 
Fimd. 1360, 1360 Albertus«^ dux Hilkersberg^ obsedit et potenter obtinuit. 

Äug, 5. Eodem tempore in die S. Oswaldi factum est incendium 10 

Batispone in foro et combusta est turris^^ in qua lique- 
facte sunt due bone' campane. 
Fund, Eodem tempore Albertus dux construxit castrum in Strawbing. 

1361, 1361 Ludwicus senior, filius Ludwici imperatoris, 

dictus margravius, obiit relinquens filium unum, scilicet 15 
Meinhardum, qui erat comes Tyrolis. Quem, quiaiuvenis 
erat, quidam barones et milites de Abensperch, de Laber 
iiberi necnon alii potentes contra voluntatem patruorum? 
suorum gubernant et regunt aliquo tempore. Fit igitur, 
ut predictus iurenis Meinhardus et quidam iuTenis nomine 20 
Fridericus filius Stephan! ducis de Lanczhuet, cumi> adiu- 
torio predictorum baronum et militum in obprobrium dicti 
Stephan! ducis obsiderent^ castrum Chotingwird^ ^ appel- 
latum. Quod considerans ipse Stephanus dux de Lancz- 
huet, pater dicti Friderici, cum filio suo Stephano dictum 25 
Castrum nititur defendere. ®Cum igitur bellum inirede- 
i>erent, Fridericus dux patri suo Stephano de consilio 
suorum versus Ingelstat cessit. Tunc, sicut dicitur, filio 
^ugiente et patre persequente, invicem tamen se^ non 
Udentibus in utroque exercitu tyrones, !d est nov! milites, 30 
^ot facti sunt, ut exinde ortum sit proverbium ad modum 
nivis descendentis milites factos fuisse. Exinde per placita 
fuit deductum, quod dictus Meinhardus de cetero in Monaco 
morar! deberet et reg! secundum consilium^ suorum patru- 
orum. Qu! post breve tempus occulte recessit ad montana 35 
etTyrolis moritur. Uxor' vero ipsius soror domini Budolfi 
ducis Austrie erat, que unacum matre^ domini Meinhardi 
eandem terram predicto duci Austrie subiugayerunt, de 

» statuerunt A 2. C 1. ^ locucio A 6. 7. o Albertus — tempore 
om. A 6. 7. ^ obsedit Hilk. C. • in foro add. C. ^ magne C 40 

ff patruum C. ^ cum — Lanczhuet om. A 3. * Chotingwerda C 1. 
Chotingwerd C2. Eötingwerd C6. ^ non se Ol. ^ suorum patr. 
cona. C. 

^ Gemeiner 2, 102. {Vgl, auch das. 1, 357.) Janner 3, 244. 282. 
» 1365 Äprü 15; Janner 5, 245, 45 

• Der Marktturm; Oemeiner 2, 118. 

* Dagegen Würdinger 1, 42; Biexler 3, 65. 

^ KottingS' oder Rittersicörth bei Geisenfeld an der Um. 
® Das Folgende ausführlicher im Chr. b., anscheinend aws anderer 
Quelle. Vgl, Weiland a.. a. 0. S. 248. 50 

Margarete von Österreich. 

Maraarete Maultaseh, 



7 



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— 103 — 

quo gravis inter dominos de Bawaria et ducem Austrie 
oriebatur lis et gwerra. 

1363^ a festo nativitatis Christi fuit tarn excellens^d^^ De».25. 
frigus, ut post mediam quadragesimam homines cum cvLTTi'1363 
5 bus et equis in pluribus locis fluvios in glacie pertrapsirent. Iför« 12, 
1364 principes Bawarie obsident Müldorf civitatem archiepiscopi Ckron, 
Salczburgensis, qui Budolf duci Austrie adherebat. Budolfus/d^^. 
igitur duz Austrie^ defensurus predictam civitatem venit 
in Bawariam. Quod audientes principes Bawarie relicta obsidione 

10 ducibus Austrie occurrunt^ viriliter cum eis pugnaturi. Interea duces 
Austrie cum audissent Bawaros^ ab obsidione Müldorf recessisse, dixe- 
runt<^: Sufficit nobis, quod civitate ab obsidione liberata nostrum ob- 
tinuimus et perfecimus inten tum. Sicque Bawaris non exspectatis fugi- 
e n t e 8 ' in Austriam sunt reversi. Quo predicti principes audito et ipsi 

15 ad propria redierunt Müldorf amplius non impugnantes. 

1365^ Karolus Bomanorum<^ Imperator in Avinionem;/dß5. 
ubi tunc sedes apostolica erat, ad dominum Urbanum 
papam V. venit. Qui ex speciali gracia dicti domini pape 
obtinuit^, quod ecciesie et episcopatus Babenbergensis , 

20 Batisponensis et Misnensis ammodo subiecte esse debeant 
archiepiscopo Pragansi tamquam apostolice sedis legato. 

1367^ 17.cr Kai. Aprilis ex superhabundancia nivis Aqnel367 
in tautum excreverunt, quod in choro monasterii nostri i^ii^;c 16. 
gradus altaris S. Andree attingebant. 

25 Eodem anno Albertus Steinhawff civis et prepositus 

dominorum Augustensis ecciesie in Strawbing accedente 
assensu'^ Alberti ducis, filii Ludwici imperatoris, in area 
sua dicte civitatis in^ Strawbing fundavit claustrum fratrum 
Carmelitarum. Huius predicti Alberti filius nomine 

30 Albertus ibidem in medio chori est tumulatu8^ 

1368^ ürbanus papa*^ vocat Earolum imperatorem in Italiam etOhron, 
ambo iuncti exercitum movent contra comitem Mediolanensem ^ i^&<9. 
pro eo, quod dominum papam et omnia eins precepta pro nichilo repu- 
taret ^ Dum autcm diu incassum laborassent, Imperator Bomam in- 

35 gressus dominum papam predictum cum omni soUempnitate et reverencia 
ac Bomanorum tripudiö in kathedram collocat apostolice dignitatis. 

» 1363 — pertransirent om. C. » occurrerunt C 2. c ^^ x g, 
^ am. C. ^ om. A3. ' 1368 A 5. e 17. — anno om. C. ^ hoc 
est Batispone ad S. Magnum add. A 6. 7. * om. C. ^ V. add. C. 

40 1 reputarent A 3. 

* Das Chron, nennt den Namen Rudolfs nicht, sondern sagt: 
duces Austrie. 

• Die Quelle sagt hiefür: barones, 

• Dies Wort ist Zuthat des Andreas und im Chr. b., wo er die 
45 gleiche Quelle benutzt, weggelassen. 

* Der folgende Abschnitt ähnlich im Chron.; doch ist dort von 
Meissen nicht die Rede, so dass andere Quelle hier vorliegen dürfte. 

^ In den Fund. (NA. 24, 695) wird Herxog Albrecht selbst als Stifter 
beteicknet. 
50 « t 1397. Vgl. Sammelblätter x. Qesch. d. Stadt Straubing S. 724, 

^ Das Chron. hat falsch 1367. 
® et Veronensem setxt das Chron. hinxu. 



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Qoo^(^ 



— 104 - 

(7 Aron. Imperatore autem in Boemiam reverso papa, cum tyrannidem Medio- 
laDensium restriDgere non posset, iterum se Avinionem transtolit. obi 
eciam tempus modicam sapervixlt. 
1371, 1371 pestilencia fortissime sevivit Batispone. 

, Eo* tempore fnit lia inter Karolum imperatorem e: ' 
principes* Bawarie. Unde Imperator direxit cum exercita 
in Bawariam episcopum^ Mindensis ecclesie, qui qaedaa 
oppida ibidem incendit. Hie est episcopus ille, qui a Tolgo 
vocabatnr^ Gngelweit<^',eo quod amplum capucinm deferreL 
Tunc<^ enim temporis non erat conswetudo deferendl ampi&l*- 
et magna capncia sicut modo. Differebant« eciam tnnc 
Christiani ab Hebreis habitu in eo, quod Christian! capncia 
sua Bupponebant palliis^, Hebrei autem superponebaat 
palliisff, quod modo omnino non est conswetudinis. Ego 
autem^ ad hanc conswetudinem servandam a senioribnsl^ 
meis coactus sum. 
1371 1371.^ eciam anno circa festum B. Jacobi apparuit in 

Juli ^J.civitate Batispona quidam Spiritus, qui videri non poterat, 
sed audiri, qui verba intelligibilia in aures audiencium 
proferebat respondendo ad quelibet interrogata. Interalia^ 
interrogatus de pestilencia, que tunc temporis latiasime 
regnabat, noluit directe respondere, sed dixit: Quid me 
interrogatis, cum deus matri sue noluerit omnia secreta 
sua revelare? Alia autem vice de eadem pestilencia instan- 
tissime requisitus ab hiis, qui ei f amiliariores effecti^ 
fuerant, respondit: Ho, non videtis superbiam et avariciam 
huiuB mundi, quam deus impunitam non volt relinqnere 
nee inultam? Item interrogatus de lite, que tunc inter 
Karolum imperatorem et duces Bawarie erat in finibus 
eorum, respondit: Lites hec sine pugna sopientur. Quod^ 
et factum est. Item requisitus de contencione, que tunc 
temporis erat inter imperatorem Karolum predictum et 
principes Bawarie pro marchionatu Brandeburgensi, dixit: 

a duoea A 6. 7. *> om. C. « Qugelweyt B 1. d Xunc - 
angelo <ym, C. ^ Deferebant A 6. ^ om, A 5. 6. 7. e om, B 1. ' 

^ enim A 3. 

* Die folgende Stelle bis deferret teeist Weiland (a. a. O. S, 24S) 
wohl nicht mit unrecht dem Chron, xu. 

' Die Nennung des Bischofs vo7i Minden (Dietrich, später Erxbisehof 
von Magdeburg, f 1367) an dieser Stelle dürfte, wie Riexler 3, 93 richtig ^ 
bemerkt hat, auf Verwechselung mit den MnfaUen von 1357 (Riexler 3,52} 
beruhen. 

^ Über den Beinamen rgl, Sello, Erxbisehof DietricJi Kagebcit von 
Magdeburg, Sep.-Äbdr, a, d. 23. Jahresb., Heft 1 d. AUmUrk. Oesckiektt- 
Vereins, S. 12 f. (woxu xu bemerken, dass die obige Stelle von Andreas selbstf ^ 
nicht erst von dem „Bearbeiter*^ Joh, Chrafft stammt). 

^ Die folgende Geschichte gehörte auch noch xum Chron.; denn 
Andreas schliesst dessen Abschrift in clm, 903 mit den Worten: Anno 
domini etc. Bequire residuum in cronicis, que alibi scripsi, et est de 
quodam spiritn, qui Batispone (apparuit etc. ausgestricher^ anditus est, ^ 
sed non visus. 



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Qoo^(^ 



— 105 — 

Düces Bawarie prevalebunt. Quod et factum est.^ Dicit 
hie, qui ea, que ego hie transsumptive posui, originaliter 
scripsit*: Audivi tarnen, quod multa dizerit, que aliter 
evenerunt. Tante eeiam erat natura eius subtilitatis, quod 

5 inter alia, 'que faciebat, quadam viee ipsum* nemine vi- 
dente ollam, quam omnes, qui intererant, videbant, 
plenam laete de subseampno recepit et sursum, quasi 
in aere penderet, tenebat ipsamque laete omnibus videnti- 
bns effuso leniter deponebat. Item quedam matrone Tel 

iO pocius 80cie in eadem, qua versabantur, domo exietentes 
quadam die ieiunii fecerunt pistella?, hoe est eomestibilia, 
que a volgo küechel nuncnpantur, quas de sero cum suis 
sodalibuB et amicis comedendas in quodam armario serva- 
vernnt. Tempore autem comestionis instante cum simul 

15 comesturi aliqualiter conveniBset, venit et Spiritus ipse et 
oliam cum pistellis de armario reeepit seris non apertis 
ianuisque elausis manentibus et illesis et eadem pista sive 
pi8ta8*> in canali teeti eiusdem domus posuit Ordinate. 
Interim autem unus eorum, qui comesturi erant, intravit 

20 domum et audiens, que facta fuerant, cepit subsannare 
et yituperare dicens ei sicut dyabolo non esse eredendum 
nee ipsum esse timendum. Quo audito spiritus mox super 
nasum eum proiecit, quod sangwis omnibus, q\ii aderant, 
Tidentibus effiuebat. Igitur interrogatus, cur hoe feeerit, 

25 respondit: Quia me vituperavit et michi non credit. Nole- 
bat autem ab hiis^^, qui cum eo loquebantur, appellari 
aliter quam lyes^^. herrel.^ Sacerdos quidam yenerabilis 
nomine Ernestns in eins familiaritatem venit et inter aiia, 
qua secum loquebatur, quadam vice dizit: Lyes^ herrel, 

^ porrige michi manum tuam, ut tangam te. Bespondit: Non 
faeiam. Cui ille: Et quare non faeis? Bespondit: Quia 
nimis horribile tibi esset nee posses sustinere. Interroga- 
tus a quadam virgine, que ei valde familiaris erat, cur pre 
multis aliis ad eam in domum eius venisset, respondit: 

35 Hoc feci causa tui, quia, si non venissem et te premuni- 
viBBemff, talis, quem nominavit, te impregnasset, et tu pre 
nimia eonfusione puerum occidisBes, ex quo multa mala 
incurrisses. ütrum autem hoe verum fuerit vel ita evenis- 
set, neBcitnr, sed verisimile videbatur hiis, qui eurialem 

^ utrinsqne persone familiaritatem, quam habebant ad in- 
vicem, cognoscebant. Cum quadam viee interrogatus, quis 
esset, non responderet, dixit interrogans: Angelus es 
tu? Bespondit: Non. Cui interrogans: Demon es tu? Be- 



» ipso A 1. 2. 5. 6. 7. »> pistellas B 1. ^ aliis A 6. 7. diie8A6.7. 
45 « liez herrl species ydolatrie mn Rand add. A6. ^ Lies A2. 3. 

liezz A 6. 8 premouuissem A 2. 3. premunissem A 6. 



* Vgl. was Weüand a. a. 0, Ä 24213 richtig über die Äbfaasungs- 
xeü der vorangehenden Geschichte sagt. 

» Der gleiche Ausdruck oben S. 88 Z. 8 ff. 



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— 106 — 

spondit: NoD. Cui interrogans: Et quid ergo es? Respondit: 
Nuncius sum de angelo.^ 
1S73. 1373^ marchif>natus Branburgensis a ducibns Bawarie 

veoditur. 
Fund} 1375 in die 8. Gregorii^ obiit Leupoldus ultimus comes de Haie 5 

in Osferhoven sepultos. 
1378 1378 KaroluB imperator in vigilia S. Andree moritur 

Nov. 2ö. et Präge in summo sepelitur relinquens filiostres, Venzes- 
laum, qui ei succ^ssit in regno Romanorum et Boemie, 
Sigismundum regemUngarie et postea regem Romanorum ^ 10 
et Johannem ducem Görlicie, qui genuit<* filiam nomine 
Margaretam« et obiit' sine heredibua sexus« virilis.* 

(1352. 203. Innocencius VI. Sed. an. 10.) Innocentius VI., 
magnus doctor, vir fuit durus et magne probitatis. Hie 
sedit Avinione et multum bene rexit. 15 

7557 Nov. 8. Anno*»domini 1357. die 8. mensis Novembris apud Avi- 

1349. * »Anno domini 1349., cum iam instaret annus 50. ab 

anno iubileo proxime transacto, quem Bonifacius VIII. per- 
petuo'' de anno 100. in 100. instituit celebrandum, S. PetruB in 
vißione apparnit^ Clementi pape VI. gerens duas claves in manibus et > 20 
dicens: Apcri os tuum et ignem ex eo mitte, quo calefiat et illuminari 
valeat totus mundus. Qui Clemens in crastino celebrans unam missam 
de saneta trinitate oravit, ut, si ista visio a deo esset, iterum sibi appa- 
reret, si autem fantasma esset, ut totaliter evanesceret. Prenüssa igitur 
huiusmodi oracione secunda nocte Clemens papa vidit visionem consimilem. 25 
Quare ipse de consensu fratram suorum cardinalium ianuam paradisi 
peccantibus reseravit et transactis annis 49 a proximo iubileo 
sub Bonifacio celebrato ipse annum iubileum celebravit 
faciens hanc graciam, quod indulgencia iubilei in Romana 
civitate semper debet in 50. anno reperiri'", et si quis contra- 30 
dixerit, quod ille debet esse dampnatus. Item Clemens papa 
VI. predictus^ in bulla* institucionis iubilei confirmat et 
solidat omnes gracias et indulgencias quascunque 203 
pontificum, qui fuerunt a B. Petro. übi** notandnm, quod 
secundum presencia cronica Clemens VI. computatur 202. 88 
aB. Petro, et hoc ideo, quiaLinum et Cletum sum mos ponti- 
fices non posui in numero pontificum Romanorum, cuius 
causa patet in cronicis^ Igitur computatis in numero 
Romanorum pontificum Lino et Cleto patet, quia 203 Romani 
pontifices precesserunt dementem papam VI. add. Bl. 2. 40 

»1378 Bl. »> pape add. C. c et imperatorem add. A6. 7. 
^ genuit — et om. C. « Elyzabeth klein übergesckr. B 1. ' decessit C. 
« virilis sexus C. ^ Anno — quibuscunque am Rand mit Zeichen auf 
diese Stelle AI. 07n. unter Beibehaltung des eigerUianlicJien Zeichens! A2. 
om. 0. * Ad seh. 100 im Text und: f. 100 am Rand add. Bl. ^ per- 45 
petua B 1. 1 om. B 1. ™ inveniri B2. ^ om. B2. 

' Schöppner, Sagenbuch 2, 115. 

2 NÄ. H 695. Anm. 7. 

" Quelle ist die Jubiläumsbuüe Clemens VI., die Andreas in dm. 
903, Bl. 149 ff. (vgl. BL 225) abgeschrieben hat. 50 

* 1349 Jan. 27. Vgl. auch Extrav. comm. 1.5., tit. 9,, c. 2.^ 

^ Vgl. oben S. 9, Anm. 1. An der betr. Stelle verwendete Andreas 
die Worts Ekketiards. 



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Qoo^(^ 



— 107 — 

nionem facta est proposicio Richardi^ archiepiscopi Hermi - 
caiie ecclesie et tocius Hybernie primatis, in consistorio 
coram papa ac cardinalibus et prelatis ad utilitatem cleri 
ao populi christiaDi snper materia mendicitatis* acprivi- 
5 legiorum contra fratres de ordinibus mendicancium quibus- 
cunque. 

(1362. 204. ürbanus V. Sed. an. 10«) Urbanus V., abbas 

monasterii S. Victoris Marsiliensis, nomine Guilbelmus, 

ordinis S. Benedict!, doctor decretorum ezcellentissimus, 

10 non cardinalis, sed extra collegium cardinalium^ ex eorum 

discordia est electus. Versus: 

Papatum munus accepit monachus unus, 
Quem patrem patrum fecit discordia fratrum. 
Hie, sicut dicitur, ante papatum in legäcione sedis 
15 apostolice causa concordie faciende cum litteris ad domi- 
num Mediolanensem, qui contra ecclesiam plurimum conten- 
debat, missus fuit. Qui lectis litteris ab eo quesivit, 
utrum magis esuriret vel magis sitiret. Qui dixit, quod 
magis esuriret. Quo audito statim vim ei facit, ut aut 
20 litteras unacum bulla comedat aut moriatur. At ille timens 
mortem bullam cum lima in pulveres redegit et sie ipsam 
cum litteris comedit. Deinde impositus aselle data sibi 
cauda pro freno extra Mediolanum deducitur et nullum 
aliud habens responsum ad eos, a quibus missus fuerat, 
-5 remittitur. 

Hie factus papa modicum curavit cardinales. Hie C krön. 

Karolnm imperatorem contra dominum Mediolanensem vocavit, de quo 

vide in pagina imperatorum. Hie anno 5. sui pontificatus 

cum cetu cardinalium de curia Avinionis se Bomam trans- 

•iO tulit relinquens ibidem tantum duos cardinales ad guber- 

nandam provinciam, deinde iterum ad Avinionem reversus mortuus Chron. 
est ibidem et claret miraculis. Hie est Urbanus ille, qui in eccle- 
siis depingitur cum aureo pectore, in quo depicte sunt yma- 
gines apostolorum Petri et Pauli. 
35 (Ck)nradu8 IV. 33. Sed. an. 13.) Anno^ domini 1368. Yell368. 

quasi Conradus de Haymberg' prepositus Batisponensi 
ecclesie preficitur episcopus etabürbano papa confirraatur. 
Hie fuit humilis et dilexit clerum. Hie festum S. Barbare 
instituit ad celebrandum^ Hie decessit In die*^ S. Petri^iti^. 1. 
40 ad vincula sepultusque est in summo ante altare S. Barbare. 
Huius temporibus ecclesia S. Johannis canonicorum secu- 
larium a predecessoribus suis episcopis fundata propter 

* mendacitatis A5. ^ am. C. « Anno — presedit ecclesie om.Al. 

* Erxbischof Richard ton Armagh in Irland. Vgl. Raynaldus, Ann. 
45 eecl 1358, n. 5. 

' Vielmehr 8. Bis 1370. 

3 Haimburg, Dorf xwi^chen Neumarkt und Alidorf. 

* In der Diöxesansynode 1377 Nov. 6. MB. 15, 560 ff . 

* Vielmehr in vigilia, also Juli 31; so die Grabschrift {Janner 3, 283) 
öO und auch die Fortsetzung bei Megenberg. 



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— 108 — 

ampliacionem ecclesie maloris est disrupta et in eo loco, 
ubi erat taberna* et dicebatur auf den pretern, venaste et 
honorifice reedificata. Fuit autem ecclesia 8. Johannis 
primum fnndata in area kathedralis ecclesie in eo loco, 
qui nunc monstratur in medio duorum altarium, quorum 5 
nnum est S. Florini, quod fundavit^ Albertus Stawffär, 
priusquam^ fieret episcopus, et aliud S. Thome ex opposito 
versus meridiem, quod fundavit ^ . 'Babiczär<^ canonicus 
eiusdem<^ kathedralis' eof tempore, quo dictus Albertus 
Stawffär Batisponensi presedit ecclesie. 10 

(1372. 205. Gregorius XI. 3ed. an. 6.) Gregorius XI., filiua 

fratri^ Clementis VI., prius appellatus Petrus Bellifortis, 

in Avinione electus^ est. Hie fuit homo pius et largus^, 

7d7<9diligens sangwinem suum. Hie tandemBomam se transtulit, 

Marx ^Z.nbi et mortuus est in pallacio apostolico sabbato Letare. 15 

(1378.206. UrbanusVI. 8ed. an. 11. Clemens VII. 8ci»ma250 
Urbanus VI. nacione Neapolitanus, ante Tocatus Bartholo- 
meus, archiepiscopus Barensis, a cardinalibus Borne in 
concordia est electus et in die pasche coronatus. Quem 
venerantes forsan per 5 menses ducti quodam spiritu re- 20 
cesserunt ab eo et in Fundis dominum Bobertum^ de 
Gebennis basilice duod'ecim apostolorum presbiterum cardi- 
nalem elegerunt, cum quo iverunt Avinionem appellantes 
eum dementem VII., allegantes, quod Bome existentes 
metu Bomanorum, qui petebant eligi Bomannm yel Ytaii- 25 
cum, dominum Bartholomeum elegerint ^ Bemanserunt 
autem- cum papa Urbano cardinales quatuor, Tidelicef» 
S. Petri, Florentinus, Mediolanensis et de ürsinis. Gardi- 
nalis S. Petri in agone recognovit papam*^ Urbanum esse 
verum papam. Hie ürbanua cum dictis tribus cardinalibus 30 
in civitate Tyburtinensi confirmavit Venzeslaum regem 
Bohemie in regem Bomanorum. Hie de fratrum suorum 
consilio statuit annum iubileum perpetuo de anno dS. in 33. 
reduci. Hie obiit Bome, et dicitnr, quod fuerit intoxicatus 
propter nimiam suam duriciam. 35 

Sequitur bulla de anno iubileo. 

Urbanus episcopus, servus servorum dei, ad perpetuam rei memori- 
am. ßalvator noster, unigenitus dei filius, de sinu patris in uterum 
dignatus est descendere matris, in qua et ex qua nostre mortalitatis sab- 
stanciam divinitati sue in suppositi unitate inefiabili unione coniunxit id, 40 
quod fuit permanens et quod non erat, assumens, et ut haberet, unde 
lapsum hominem redimeret et pro eo satisfaceret deo patri. Ubi enim 

• domuB statt taberna et dicebatur C. ^ dominus add. C. 

« N. add. C 1. 6. zwei Punkte . . A 1. B 1. C2. d Babiciar A2. 3. B 1. 
Babitczer A5. Babiczer 0. ^ dicte A3. ' ecclesie kathedralis C. 45 
8 temporibus predicti domini Alberti episcopi Batisponensis statt eo — 
ecclesie C. ^ est electus C. * et add. 0. ^ Bopertum A6. Bu- 
pertum A 7. ^ elegerunt A 6. 7. <° scilicet C. ^ om. 0. 

^ 1398 Sept. 28. VO. U, 172. 12, 23. 

» Bartholomäus Babitxer f 1417. VO. 11^ 172. 12, 30. 50 



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— 109 — 

yeDÜ plenitudo tempons, misit dens filium suum natum ex muliere, factum 
sab lege, at eos, qui sub lege erant, redimeret et adopcionem reciperet 
filiomm. Ipee namqne f actus nobis a deo sapiencia et iusticia, sancti- 
ficacio et redempcio non per sangumem hircorum aut vitulorum, sed per 

5 proprium sanguinem introiyit semel in sancta eterna redempcione inventa. 
Non enim corruptibili auro et argento, sed sui ipsius agni incontaminati 
et immacnlati precioso sanguine nos redemit, quem in ara crucis pro 
nobis innocens inmolatus non guttam sanguinis modicam, que tarnen 
propter unionem ad verbum pro redempcione tocius humani generis 

10 suffedsset, sed copiose velud quoddam profluvium noscitur effudisse, ita 
ut a planta pedis usque ad Yerticem nulla sanitas reperiretur in eo. 
Quantum ergo ezinde, ut nee supervacua, inanis aut superflua tante 
efFusionis miseracio redderetur, thesaurum militanti ecclesie acquisivit 
Tolens thesaurisare suis filiis pius pater, ut sie sit infinitus thesaurus 

15 hominibus! Quo qui usi sunt, dei amicicie participes effecti sunt. Quem 
quidem thesaurum non in sudario positum, non in agro absconditum, sed 
per B. Petrum celi clavigerum eiusque suocessores suos in terris vicarios 
commisit fidelibus salubriter dispensandum et pro piis et racionabilibus 
causis nunc pro totali, non parciali remissione pene temporalis pro peccatis 

20 debite tam generaliter quam specialiter, prout cum deo exp^ire cogno- 
scerent, vere penitentibus et confessis misericorditer applicandun^. Ad 
cuius thesauri cumnlum beate et gloriose genitricis Marie et omnium 
electorum a primo iusto usque ad ultimum merita adminiculum prestare 
noecnntur. De cuius consumpcione seu diminucione non est aliquatenus 

25 formidandum tam propter infinita Christi, ut piedictum est, merita quam 
pro eo, quanto plures ex eius applicadone trahuntur ad iusticiam, tanto 
magis accrescit ipsorum cumulus meritorum. Quod felicis recordacionis 
Bonifacius papa, predecessor noster, primo pie, prout indubitanter credimus, 
consideranB et debita meditacione revolyens, quanta apud homines glori- 

30 001 principes terre Petrus et Paulus, per quos ewangelium Christi Bome 
reeplenduit et per quos religionis sumpsit exordium, qui sanctum christi- 
anum populum per ewangelium generantes gregisque dominici pastores, 
fidei Inceme, ecclesiarum columpne pre ceteris peculiari quadam prero- 
gatiya in ipso salvatore fidei virtute precellunt, quorum uni sicut 

35 apoetolorum principi, sicut bono dispensatori claves celestis regni commisit, 
alter! tamquam ydoneo doctori magisterium ecclesie erudicionis iniunxit, 
ut epeciali Teneracione haberi debeant et debita honorificencia honorari, 
pro ipsorum memoria recolenda crebrius et reverencia a cunctis Christi 
fidelibns eis devodus exhibenda ipsorum patrocinio favorabilius assequendo 

40 inconsumptibilem thesaurum huiusmodi pro excitanda et remuneranda de- 
Tocione fidelium Toluit aperire decernens de fratrum suorum consilio, ut 
omnes, qui in anno a nativitate domini 1300. et quolibet anno 100. tunc 
secnturq ad dictorum apoetolorum basilicas de urbe accederent reverenter 
ipeasque, si Bomanus, ad minus 30, si vero peregrinus aut forensis, 15 

45 diebus continuis aut interpoaitfs saltem semel in die, dummodo tarnen 
yere penitentes et confessi existerent, personaliter Tisitarent, suorum omnium 
obtinerent plenissimam veniam peccatorum. Et deinde felicis recordacionis 
Clemens papa VI., predecessor noster, de» fratrum suorum consilio ex 
certis causis ad annum 50. reduxit statuens de fratrum suorum consilio, 

ÖO ut uniTersi Christi fideles, qui vere penitentes et confessi in anno nativi- 
tatiB eiusdem 1350. tunc proxime futuro et deinde perpetuis futuris 

* de — statuens om. C. 

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— 110 — 

temporibus de 50 in 50 annos predictas ipsonim Petri et Pauli baBilicas 
et Lateranensem ecclesiam causa devocionis modo premisso visitarent, 
plenissimam ornuium peccatorum suorum veniam consequantur. Nos 
coDsiderantes, quod etas hominum amplius solito in dies dilabitnr pauciores, 
et desiderantes quam plurimos participes fieri indulgencie memorate, cum 5 
plurimi ad annum 50. propter vite humane* brevitatem non perveniant, 
et ut cunctorum populorum augeatur devocio, fides resplendeat, spes 
vigeat et Caritas vehemencius invalescat, ac attendentes, quod anno 33. 
salvatoris domini nostri Jesu Christi ipse noster salvator pro nobis etemo 
patri ade debita solvit et veteris piaculi caucionem pio cruore detersit 10 
destructisquo mortis yinculis victor ab inferis resurrexit et per 40 dies 
per multa argumenta suis apparens discipulis videntibus illis ascendit in 
celum ac dem um dono carismatum promissionem sancti Spiritus in filios 
adopcionis effudit, et quod nutuero huiusmodi 33 annorum, qui fuerant 
totum tempus vite ipsius nostri salvatoris, quibus conversatus in mundo. 15 
miro clausii ordine moras sui incolatus — plurima eciam alia et grandia 
divinarum scripturarum misteria adaptari possunt — , et ut iugis ipeius 
salvatoris et eorum, que pro humani salute generis gessit ac verbis docuit 
et exemplis, fidelibus insit memoria, de fratrum nostrorum consiiio ex 
supradictis et aliis iustis causis ad annum 33. reducimus per presentes 2() 
Statuen tes de eorundem fratrum nostrorum consiiio et apostolice pleni- 
tudine potestatis, ut universi Christi fideles vere penitentes et confessi, 
qui in anno a nativitate eiusdem domini 1390. proxime futuro et deinceps 
perpetuis temporibus de 33 annis in 33 annos predictas ipsorum Petri 
et Pauli basilicas et Lateranensem et S. Marie maioris de urbe eodesias, 25 
que ob ipsius reverenciam virginis inter alias predicte urbis eociesias 
devotissime honoratur et ad quam causa devocionis populi confluit multi- 
tudo, et ut cunctus populus ipsius precibus virginis et meritis, que pre 
sanctis omnibus ab eodem salvatoie nostro meruit exaudiri, huiusmodi 
consequatur indulgencie largitatem, in hoc ex huiusmodi et aliis certis 30 
causis racionabilibus censuimus honorandam, causa devocionis modo pre- 
misso visitaverint, plenissimam omnium peccatorum suorum veniam conse- 
quantur; ita videlicet, ut, quicunque voluerit huiusmodi indulgencias 
assequi, si Bomanus, ad minus 30 continuis vel interpositis saltem semel 
in die, si vero peregrinus aut forensis extiterit, modo simili 15 diebus ad 35 
dictas basilicas et ecciesias accedere teneatur, adicientes, ut hii eciam, 
qui pro eadem consequenda ad easdem basilicas et ecciesias accedentes 
post iter arreptum contingeret legitime impediri, quominus ad urbem illo 
anno valeant pervenire, aut in via vel dierum pretaxato numero non 
completo in dicta urbe decesserint vere penitentes, ut premittitur, et con- 40 
fessi, eandem indulgenciam consequantur. Omnes nichilominus et siogulas 
indulgencias per nos et predecessores nostros Romanos pontifices tam 
prenominatis quam aliis basilicis et ecclesiis de dicta urbe conoessas ratas 
et gratas habentes ipsas auctoritate apostolica confirmamus et appro- 
bamus ac eciam innovamus et presentis scripti patrocinio communimus. 45 
Nulli ergo hominum etc. nostre reduccionis, constitucionis, adieccionis, 
id^d confirmacionis, approbacionis et innovacionis infringere etc. Datum Borne 
April 8. apud S. Petrum 6.^ Id. Aprilis pontificatus nostri anno 11. 

» hominum C. 

^ Theodorus a Spiritu Sancto, Tractaitis histAheoL de jttbtiaeo 50 
(Eo7n 1750), S, 32. Nach andern Quellen (vgl. Theoderictis de Nietn, De 
Scismate, rec. Erler, S 118, Anm. 4): 3. Id, Aprilis. 



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— 111 ^ 

Item Dotandam, quod orto scismate inter UrbaDum VI. 
et ClemeDtem antipapam Avinionensem Imperator Karo las IV. 
rex Boemie, reges Ungarie, Polooie, Swecie, Apulie, Ciprie, 
Portugalie, tota Alemannia, Ytalia et pars maior christi- 

5 anitatis adheserunt ürbano VI. ex parte una, Clement! vero 
reges Francie, Castelle », Arragonie, Navarie, Scocie ad- 
heserunt ex parte altera, et duravit hoc scisma usque ad 
concilium Constanciense, in quo electus fuit papa Marti nusV. 
Hiis temporibus in universitate Wiennensi*» Heinri- 

lO cus de Oytha, Leonhardus de Carinthia ordinis f ratrum ° 
heremitarum<^ S. Augustini <^, Conradus de Ebraco ordinis 
CisterciensiSy Heinricus Langenstain dictus de Hassia 
clari habentur. Item Präge Albertus Engelschalker nacione 
Bawarus de Strawbing oriundus doctor^ theologie clarus 

15 habetur. 

(1379. 103. Tenzeslaus. Reg. an. 20.) Anno domini757P. 
1379. Venzeslaus filius Karoli imperatoris per ordinacionem 
factam ab ipso Karolo et munera, sicut dicitur, ab electoribus 
electus regüare cepit regnavitque annis 20. Hie tantuni rex 

20 fuit, non iraperator. Hie fuit homo ferus et horribilis aspectu. 
Hie quamdiu sobrius erat, subtilis erat ingenio, muriscidus 
tarnen, hoc est ignavus et remissus, in regni negociis; postquam 
Tero bibit, omnino regni negocia non curavit Hunc fama, 
non faraa, fecit famosum, unde more antiquorum pauca de 

25 plurimis eins gestis^ hie inserere curavi* 

Hie namque habuit canem, qui mordende invasit, quem- 
cunque sibi* demonstravit, nuUo audente offendere canem 
illum, in quo plurimum delectabatur. Hie eciam, ut iramitteret 
aliis timorem et terrorem, semper a latere habuit tortorem, quem 

30 vocavit compatrem, eo quod sibi puerum de baptismo levarat. 
Habuit eciam conswetudinem, ut a suis deferretur pellis, et, 
quemcunque designabat, super hanc pellem in aera iactabatur 2. 

* N.* frater Karoli imperatoris reliquit Jodocum marchi- 
onem Branburgensem et Moravie, qui postea ab una parte 

35 electus est in regem Romanorum, et Procopium, qui defunctus 
est sine liberis. add, am Rand Bl. 

* Arrogonie, Castelle C. ^ M. Heinricus Langenstein dictus de 
Haasia hier C. © om. C. ^ 8. August, herera. C. e et add, C. 
f sacre theologie doctores add, C. « Engelschak AI. 2. Engelsack A3. 

40 Ellschalkch A 7. ^ sacre theologie professor statt doctor theol. C. 

* om. C. 

* Zu den folgenden Geschichten vgl. Lindner, Geschichte des deutschen 
Reiches unter König Wenxel 21 170 ff. und besonders 2, 469 ff. 

' Daxu Aventinns, Annales 7, 22 {Sämtl. Werke .9, 476), der dort 
45 als Gewährsmann für jene Mär den Erxbisctwf Johann IL. von Mainx nennt, 
' Jofiann Thinrich. 



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Qoo^(^ 



— 112 — 

Hie dam* quadam vice intempestive a coco suo cibum peteret 
et ille sibi denegaret, iussit eum impositum** veru ad moduip 
assature torreri. Hie Johannem ^ doctorem egregium® tbeologie 
submersit, eo quod dixerat hunc esse dignum nomine regis, 
qui bene regna regeret. Aliusque nomine Buehnico \ in quem 5 
tortor feeit miserieordiam, dum ipsum ad mandatum ipsius cum 
glossa accensa cremare deberet, vix evasit. Quem tamen 
postea promovit in Pragensem archiepiseopum, sed modicura 
tempus supervixii 

Hie, cum civitates Bomani imperii de diversis incommodis 10 
sibi eonquererentur, fecit cum eis ligam, quam ^ volgares vocant 
punt", in qua erant omnes civitates Romani imperii per Ale- 
manniam neenon archiepiscopus Salczburgensis et civitas 
Batispona. Dum autem invasores reipublice per huiusmodi 
ligam sive conspiracionem graviter urgerentur et civitates 15 
quodammodo de hoc intumescerent, suspicati sunt prineipes, 
quod forsitan hoc modo potestas ipsorum postremo posset 
turbari. Succedentibus igitur sibi invicem malis Tenzeslaus 
rex civitates iuvare dissimulat, Pilgrinus' archiepiscopus Salcz- 
burgensis in monasterio Botenhaslach in treugis captivatur, 20 
communis gwerra inter civitates Bomani imperii et omnes 
principes Alemannie concitatur. Budpertus comes palatinus 
Beni, qui et postea lex ßomanorum, in monte^ opposito 
eivitati Batispone contra ipsam eastra metatur. Castrum Stauff 
a dueibus Friderico de Lanczhuet, Stephane de Ingelstat eins- 25 
que filio Ludwico, Johanne de Monaco eiusque filio Emesto, 
Alberto de Strawbing neenon predicto Budperto obsidetur 
1388. anno domini 1388.^ Forus ibidem assultu impetitur et obtine- 
tur, eongregacio prineipum per obsidionem impugnato, sed 
non .expugnato dicto Castro dissolvitur, preurbium Batispone a 30 
Batisponensibus subvertitur, et hoc fuit** dampnum non* repara- 
bile nostri^ mon&sterii. Erat eciam^ iam in meta, uf mona- 
sterium*" subverteretur, quod tamen divina clemencia non est 

* cum A 6. 7. *> veru impos. C. ^ ont., sacre add. C. * quam 
— punt om. C 6. « punth A 3. puntt A 6. 7. C 1. 2 f Pilgrimus C. 35 
? ex add. C. ^ erat C. ^ irreparabile A 2 3. ^ nostro monaaterio 
A 3. inonasterü S. Magni ibidem B 2. monasterii S. Magni statt noetri 
mon. C. * enim C. ™ dictum add. C. » S. Magni add. B2. 

^ Johann von Pomiik (Nepomuk)y Generalvikar des Erzbistums Prag, 

' Nikolaus Puchnik, erxbiscköfh'cher Official. 40 

■ In seinem Notizbuch clm. 903, Bl. 12 hat Andreas folgende deutsche. 

Bemerkung: Darnach in dem 88. jar an sand Haimerans tag (Sept, 22.) 

lagen fünf (vielmehr sieben) fürsten vor Tuemstauff ynd zugen von dann 

pey der nacht an gewin. 



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— 113 — 

factum. Fit denique eodem anno in die S. Briccii a quibusdam iVbr. 13. 
de militibus principum^ et Batisponensibus in campo ante 
portam S. Jacobi prope montem dictum Purgerberkch conflictus, 
ubi postremo a Batisponensibus triumphatur. Post hec communis 
5 ilia gwerra per placitaciones sopitur. 

Ibi notandum, quod hoc** in tempore® ^ dictus der guidein 
Zengär per impignoracionem 14 milium florenorum tenuit 
preurbium Batispone et Newnburcb^ secus Danubium. Hie 
quia in indignacione ^ principum erat, cum cognacione sui 

10 nominis iunxit se Batisponensibus. Bum autem per placita- 
ciones* ventum esset ad concordiam, ipsum preurbium et 
opidum predictum Newnburch principibus libere resignatur, 
dicta autem summa florenorum a Batisponensibus*^ ipsi Zengär ^ 

pro talione fienda principibus solvitur, monasterio autem nostro ® 

15 nulla retusio paratur^ Quamvis autem ipsi Zengär multa 
bona tunc pro civitate gesserint, postea tamen per aliquot 
annos^ precipuus ex eis dictus Parczenval ' \ qui et auctor extitit 
victorie predicti conflictus, litem civitati intulit, in* qua mona- 
sterium nostrum^, quamvis sub dominio Batisponensium tunc 

20 non esset, magna dampna sumpsit. Extunc* factum est, ut 
ciyes cautissimi sint facti in accipiendis litteris ab Omnibus 
suis stipendiariis. 

Hie Wenzeslaus^ quia inutilis erat, a Bomano regno 
deponitur, et Budpertus in locum eins eligitur. Ipse tamen 

25 Wenzeslaus, quamdiu vixit, regem Bomanorum se scripsit et 
regnum Boemie tenuit. Que autem mala adbuc eo regnante 
in Boemia evenerint, postea propter annum domini in suis 
locis dicentur. 

(Theodericus. 34. Sed. an. 2 men. 3.) Anno domini \3S\. 1381. 

30 Theodericus über de Abensperg, canonicus Batisponensis, 
Babenbergensis ecclesie prepositus, per eleccionem Batisponensi 
ecclesie preficitur episcopus. Hie ab ürbano VI. confirmatur. 
Hie anno primo sai pontificatus steuraiii a clero accepit et 1382. 

» principium B 1. ^ in hoc tempore C. « N., klein Übergeschr. 

35 Johannes add. Cl. 2 Punkte . . C 2. Johannes im Text C 6. <* aibi 

add. C. « Ö Magni statt nostro B 2. C. * Parcenval A 6. Partzen- 

val A 7. Parczenvail B l. Parczifal C 1. 2. Partzifal C 6. b in - 

sumpsit om, C. ^ S. Magni B 2. ^ Ex quo C. ^ rex add. C. 

* Hans Zenger. 
40 ' Netämrg a D. 

" Vgl. auch RTA. 2, nr, 7, 8 

* Reg. Boic. 10, 238/9; 240/1, 
ö Vgl. Gemeiner 2, 269. 

« 1403/4. Qetneiner 2, 359. 362. 
45 ' Parxival Zenger. 

QaeUen und Eroertemngen N. F. L 8 



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~ 114 — 

i555castrum StawfF redemit. Hie dum circa festum omnium 

Kov, i. sanctorum tentus infirmitate communicaret, misit pro canonicis 

pocioribas sue kathedralis ecclesie. Qui non yenerunt. Fostea 

Nov. 5, ipse in vigilia S. Leonhardi moritur et in ecclesia kathedrali * 

retro summum altare sepelitur. Castram Stawff alienatur, 5 

omnia vasa sive clinodia episcopalis ciirie a suis consangwineis 

auferuntur, unde exequie eius usque nunc non sunt peracte. 

(Paulus.) Huic succedit per eleccionem magister Paulus ^ 

doetor^ decretorum, canonicus Batisponensis et Pataviensis. 

Hie ante eleccionem suam in*" summo Ratispone fundavit altare 10 

1384 S. Jieronimi prope puteum \ Hie circa festum pasche Patayie 
Ajnil 10, ante confirmacionem diem clausit extremum. 

1384, (Johannes I. 35. Sed. an. 26.) Anno domini 1384. 

Johannes 3 prepositus Frysingensis a capitulo non electus 
Ratisponensi ecclesie preficitur episcopus. Hie mortuo Theo- 15 
deiico Ratisponensi episcopo, dum capitulum in eligendo 
episcopum^ tardaret, ipse fretus provisione Urbani pape VL 
fultusque potencia consangwineorum suorum magistro Paulo 
< electo se opposuit. Quo in brevi defuncto ipse episcopatum 
obtinuit et ab apostolico confirmatur. Hie rexit potenter et 20 
frequenter magnam curiam habuit Hie posuit® primum lapidem 
in fundamento turris kathedralis ecclesie versus septentrionem 
construende^. Sub hoc cepit exaecio elericorum in concessione 
eure animarum. Guius exaccionis causa magna pars fuit quidam 
tunc temporis in clero famosus, qui, licet magnam pecuniam 25 
ipsi Johanni episcopo per hoc acquireret et ipse prepotens 
eciam litteras securitatis ab^ ipso haberet, fortuna tamen 
arridente incidit in foveam, quam feeit Nam ab ipso Johanne 
episcopo captivatur et omnibus bonis suis exaecionatur et hoc 
iusto quodam occulto ^ dei iudicio, ut, qui alioruin exaccionem 30 
invenit, ipse primus gravissime exaccionis pondus portaret 
Fuit tamen hie plurimum laudabilis propter sollicitudinem 
fabrice novo kathedralis ecclesie. Ipse est, cuius nomen est 

1404, Petrus de^ Reymago * \ Hie Johannes anno domini 1404. syno- 
dum ordinariam celebravit, tuneque a Syfrido suffraganeo 35 

* maiori A3. ^ decret. doct. C. <^ f und. alt. S. J. in Bommo 
Ratisponensi C. ^ om, 0. ® primum posuit B 2. ' haberet ab ipso C. 
« om. C. ^ om. A. B. ^ Rymago C. 

1 Paulus Kölner, 

* VO. 12, 17, 40 
B Mn uneJielicher Sohn des Eerxogs Stephan von Bayem-h^oiaiadt, 

* Janner 3, 307. 

' Peter ran Remagen. Vgl, Janner 3, 343 ff, und amfährlieh 
Sehuegraf in VO. 11, 142 ff. 



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- 115 — 

episcopo Jerapolitano dedicatum est^ altare summum kathedralis 
ecclesie, ipsaque dedicacio ad celebrandam in commemoracione Jun» 30, 
S. Pauli est instituta*. Hie eciam ad celebrandum instituit 
festum S. Elyzabeth ^. Hie decessit in die S. Marci sepultasquei^C^d 
5 in summo ante ^ altare ^ S. Andree. Aprü 25. 

(1389.207. Bonifacius IX. Sed.an. 16. Benedictos XIEL 
Hoc seisma continuatur scismati 25.) Bonifacius IX., ante 
vocatus Perinns®® cardinalis, nacione Neapolitanus, post Ur- 
banum VL dum in conclayi missam eelebraret eoram cardinali- 

10 bus, infra missam suam electus est in papam. In Avinione 
vero mortao demente antipapa anticardinales anno domini 1394.1^^^. 
elegerunt secundum antipapam Petrum de Luna diaconum 
eardinalem appellantes eum Benedictum XIIL, qui vixit usque 
ad eoncilium Constanciense, in quo depositus est Hie Boni- 

15 facius fuit vir iuvenis et inauditas gracias fecit. Hic^ propter 
seisma principibus se conformavit^ et rotulos ipsorum signavit. 

Hie anno primo sui pontificatus auctoritate apostolieai55Ä* 
decrevit, quod eonstitücio Urbani VI. predeeessoris sui de 
cfelebraeione ' visitacionis S. Marie sorciatur effectum. Ipse enim 

20 XJrbanus VI. pro gi*aeia exstinccionis scismatis impetranda pie 
statuit festum visitaeionis S. Marie cum octavis 6. Non. Julii Juli 2. 
annis singulis in dei eeclesia cum laudis cantico, leticie iubilo 
cordisque tripudio per orbem Universum soUempniter eelebrari », 
superveniente tarnen obitu littere apostolice super premissis 

25 confecte minime extiterunt. 

Hie eciam anno secundo sui poutificatus proxima die ^1391, 
post Marie Magdalene transtulit S. Birgittam. Fuit autem Jti/t ^.9. 
S. Birgitta nata de regali semine, uxor Andree comitis Swecie, 
qua venit Romam et tempore Gregorii XI. regnante Karolo IV. 

30 mortua est ibidem et sepulta. Hee in Bastano^, volgariter 
Watstain * ^, in regno Swecie fundavit monasterium, in quo cepit 
ordo salvatoris \ quem ipsa instituit quemque ipse Bonifacius IX. 
confirmavit. 

» institutata C 1. ^ ^fn. A 6. 7. ^ Petrinus A 6. 7. ^ Hie 
35 — signavit om. C. « confirmavit A fj 7. ^ festi add. C. « om. A 1. 2. 
^ Batataino A 3. Wastano B 1. C. Vascano B 2. ^ Watstein C. ^ qui 
dicitur 8. Brigitte statt salvatoris C. ^ ipsa — quemque om. C. 

« Urkunde VO. 11, 156. 

• Auf der erwähnten Diöxesansynode ; vgl. Oefele 2, 511. 

40 • Vidmeifir Petrus Tamaeelli und Neapolitanus. Wohl Verwechslung 

mU deni Kardinal Andreas Bontempusy der Perusinus genannt wurde. 

• Nov, 9, Bullarium Romanum, Bonifacius IX., nr. 1. 

' Datum des Todestags {1373). Die Kanonisationsbuüe ist datiert 
1391 Okt, 7. {Raynaldus, Ann. eccl 1391, nr. 29/32; Bullarium Romanum, 
45 Bonifacius IK,, nr. 7.) 

• Wadstena (Vastenum) in der Diöcese Linköping in Schweden. 

8* 



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— 116 — 

Hie inclinatus supplicacionibus dilectoram sibi filioram, 
nobilium virorum Stephani, Friderici et Johannis fratrum, 
ducum Bawarie, more pii patris salati animarum fructuose 
providere volens auctoritate apostolica indulsit, ut anno domini 
1392 1392. a dominica 3. quadragesime usque ad octavam S. Jacobi 5 
JMa/% i7apostoIi maioris extimc proxime futura inclusive gracia anni 
- Aug. i.iubilei^ esset in opido Monacensi, volgariter* Munichen *, Pri- 
singensis diocesis. In quo quidem opido sacramentum corporis 
Christi miraculose inventum^, pars corone spinee eius capiti 
imposite ac de ligno sancte crucis et plures venerabilessanctorum ** 10 
reliquie diversis, ut tunc dicebatur, coruscancia miraculis 
sollempnitate maxima conservabantur ®. 

Hie Bonifacius obiit** Eome* sepultus ad S. Petrum. 
Huius temporibus media pars civitatis' in Strawbing a 
Mmine accensa periit Versus*^: 15 

1393 M ter centeno dabit I ter nonaquegeno 

Juni 14. Viti profesto Strawbing perit igne molesto *. 

Tunc factum est miraculum sub silencio non trans- 
eundum. Fuit in civitate** eadem civis quidam annosus, quem ' 
et ego vidi, nomine Jordanus, Vecz* cognominatus '^, et est ibi 20 
V in illa diccione Vecz vocaliter proferendum. Hie in domum 
suam magnam^ prope turrim in medio civitatis" in Strawbing 
versus austrum tegulis ligneis tectam, dum civitas*^ incendio 
flagraret, posuit ymaginem S. Petri, quem semper in magna 
reverencia habuit, dicens: Sancte Petre, ego semper tibi servivi; 25 
obsecro, ut domum meam eustodias. Quod si non feceris, tu 
xinacum domo combureris. Et factum est, dum in illa tota 

» om, C. *> reliquie sanct. C. ^ conservantur A 6. 7. * Borne 
obiit C. o et add, B 1. C. ' opidi C. « Versus — molesto om. C. 
*> opido eodem C. * quem — vidi om. C. ^ cognominatus — pro- 30 
ferendum om. C. > om. C. " opidi C. ° opidum C. 

* Über das Münehener Onadenjahr vgl. die bei Riexler 3, 835 namhaft 
gemachten Quellen. Nei4e Mitteilungen daxu brachte Simonafeld, Beiträge 
xiir Bayerischen u. Münchener Geschichte, in d. Sitzungsberichten d. philos.- 
philol u. hist. Cl. d, k. b. Akad. d. W. 1896, S. 273 ff. Es scheint, als 35 
ob der obige Satz aus dem Wortlaut einer päpstlichen Bulle stammt, die 
bisher nicht bekannt geworden ist, aber ausser den von Simonsfeld a. a. 0. 

S. 308 f. mitgeteilten, im Münchener k. Reichsarchiv aufbewahrten 2 Buüen 
Vorhemden gewesen sein muss. 

' Jene Reliquien waren 1388 in Andechs gefunden und nach Mimchen 40 
gebracht worden. 

» Vgl. den Vers über die Lübecker Brände 1209 bex,w. 1276l In Viti 
festo Lubek perit igne molesto; Forschungen 18, 26 u. 36. 

* Im Chr. b. ülrici. üx ist die Deminutivform von Ulrich, Über 
einen noch vorhandenen Grabstein der vermutlichen Ehefrau dieses Jordanus 45 
UecX' vgl. Sammelblätter xur Qeschiehte d, Stadt Straubing, S,39u. 455. 



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— 117 — 

media parte civitatis* propter incendium nichil remaneret, hec 
sola domus in medio ignis illesa permansit. 

Anno domini 1395.^ vel citra factum est passagium contra 25P5. 
paganos, tuncque Johannes dux Burgundie missus^ a rege 

5 Francie cum multitudine magna per Bawariam venit contra 
ipsos paganos. Quem sequebantur multi de nostratibus, inter 
quos precipuus erat dux Rudpertus filius Rudperti comitis 
palatini Eeni et ducis Bawarie, qui et postea rex Romanorum. 
Sed quid multitudo sine iuvamine divine gracie? Nam dux 

10 Johannes cum multis captivatur \ ceteri omnes aut submerguntur 
aut interficiuntur aut fugantur. E quibus dux Bawarie cum 
magna penuria revertitur, sed statim post^ Amberge moritur 
et ibidem sepelitur. De captivatis multi decapitantur. Dux 
vero Burgundie reservatur et paulo post a captivitate solutus 

15 in Burgundiam revertitur, ubi multis annis postea dominatur 
et postremo a telphino oeciditur. Gausam autem intericionis 
huius magni exercitus Ghristianorum quidam dicebant esse 
peccatum^ Francorum propter lubricam et inordinatam vitam • 
ipsorum, cum terras nostras pertransirent Alii dicebant esse 

20 animositatem ipsorum, eo quod in acie belli se Ungaris 
preferebant Alii dicebant esse fugam ipsorum Ungarorum. 
cum» Sigismundo rege ipsorum. Hie tamen dicitur' dixisse: 
üngaros in acie belli constituite. Quod si non feceritis, de 
iuvamine ipsorum certos vos reddere non valeo. Quid autem 

'^b herum interfuerit, novit ipse^ quem latere nichil potest. Sed 
et hoc notum est, quod^ sola cruce Christo duce unus fugat 
milia.* 

* 'De pulsacione ad *^ Ave Maria in aurora. 
Bonifacius IX.* episcopus, servus servorum dei, universis 

30 Christi fidelibus presentes litteras inspecturis salutem et 
apostolicam benediccionem. Dum precelsa meritorum insignia, 
quibus regina celorum, virgo dei genitrix gloriosa, sedibus 
prelata sidereis quasi Stella matutina prerutUat, devote con- 
sideracionis indagine perscrutamur, dum eciam intra mentis 

35 archana revolvimus, quod ipsa utpote mater misericordie, gracie 
et pietatis amioa, humani generis consolatrix, pro salute 

» opidi C. ^ 1396 B. C. vel citra om. B 2. C. ^ miasus — 
Francie add. am Rafid AI. (a Karolo rege) 5. im Text A2. 3.6.7. B2. 
om, B 1. C. d om^ A 6. 7. « ipsorum vitam C. « fertur C. « Sequi- 
40 tur bulla Bonifacii IX, add, B 2. »» cum B l. * om. B 2. 

* In der Sehlacht bei NikopoUs (Schiltau) 1396 Sept. 25. 
« 1397 Jan, 25. 

* Die folgenden Worfe atis der Seqitem : Landes crucis attollamus, 
gedr, bei Kehrein, Lat. Sequenxen d. MA. Nr. 60. 



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-^ 118 — 

1400, (1400. 104. Budpertus. Beg. an. 10. Wenzeslaus.) Anno 

domini 1400. deposito Wenceslao Budpertus comes palatinus 
Beni et dux Bawarie ab electoribus electus regnare cepit 
regnavitque annis lO.'*' Hie Bupertus imperialem benediccionem 
non habuit *. Hie fuit orthodoxus, manswetus, in rebus bellicis 5 
strenuus et in defensione oppressorum sollicitus. Huius^ con- 
siliarii inter ceteros fuere doctores egregii Conradus de Soltaw 
episcopus Yerdensis, Matheus de Gracovia episcopus Worma- 
ciensis, Nicolaus Prowin nacione Misnensis et^ülricus nacione 
Swevus, episcopus Yerdensis, qui propter adherenciam Gregorii 10 
pape XII. ab eodem episcopatu removetur et tandem in con- 
cilio Constanciensi per Eberhardum archiepiscopum ' Salcz- 
burgensem ad ecclesiam Secconensem in episcopum promovetur. 

fidelium, qui delictorum onere pregravantur, sedula exoratrix 
et pervigil ad regem intercedit, dignum, quin pocius debitum 15 
arbitramur, ut Christi fideles® ad eiusdem virginis assiduam 
veneracionem iugemque memoriam quasi quibusdam allectivis 
muneribus, indulgenciis scilicet et remissionibus, invitemus, ut 
exinde reddantur divine gracie apciores, hinc est^ quod nos 
dilectorum fiUorum, nobilium virorum Stephani et Fridrici 20 
ducum Bavarie supplicacionilus inclinati de omnipotentis dei 
'misericordia et BB. Petri et Pauli apostolorum eius auctoritate 
confisi Omnibus vere penitentibus et confessis, qui, duth in 
singulis ecclesiis secularibus et regularibus patrie Bayarie in 
aurora seu circa solis ortum campanam pro Ave Maria pulsare 25 
contigerit, ad laudem et honorem ipsius B. Marie virginis devote 
trina saltem vice salutacionem angelicam dixerint, 30 dies de 
7dd(?iniunctis eis penitenciis misericorditer relaxamus ^ Datum 
Aprü 23, Bome apud S. Petrum 9. Kai. Maii pontificatus nostri anno 

primo. 30 

Item' Bonifacius IX."^ canonizavit Thomam Breglin nacione 
Anglicum ordinis B. Augustini canonicorum regularium^. 
add. B1.2. 

* Versus 2: 

Mille quadringentis Augusto mense öt annis 35 

Bawarus electus Bomanorum rex homo rectus. 
Yenceslaus tamen, quamdiu vixit, regem Bomanomm se scripsit 
add, am Band AI. B 1. im Tsxt A 5. 7. B 2.; okm die Verse C. 

» fuit adeptus C. ^ Huius — promovetur om. C. ^ et - pro- 
movetur am Band AI. om. A2. ^ episcopum A6. 7. « fidelibus B2. 40 
' Hie B 2. « ow. B2. ^ etc. add. B 2. 

^ Attsser dieser Äblassbtdle ist eine Bulle, die das Angekisläuten in 
Bayern anordnet, unter dem gleichen Datum erlassen worden; U^ere ist 
gedr, MB, 35 a, 163 ff. {ßlschlich unter dem Datum 1391 Aprü 24,). 

• Vgl, Forschungen 18, 37. 45 



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- 119 — 

Hie ante regnum a volgo vocatus est herczog Chlem. 
Chlem autem interpretatum sonat pressura. Quod nomen eum 
quidam dicunt accepisse a patruo suo Budperto, qui dictus est 
Rufas % eo quod primum pressus paupertate modicum habuit, 

5 vel^ ideo, quia, dum esset puer, idem Rupert us vocatus Rufus 
florenum sibi dederit ; quem dum iocando ab eo repeteret, nou 
solum dare distulit, sed eciam tarn tenaciter et compresse 
tenuit, ut hoc agnomen® Chlem tunc sibi imponeret. Alii 
dicunt eum sie voeatum, eo quod fortiter hostes reipubliee 

10 presserit \ 

Hie anno domini 1401. tempore Bonifaeii pape IX. in 1401 
octava S. Augustini venit Ratisponam, ubi cantato responsorio : iSfep^ 4. 
Salus nostra etc. cum reliquiis a clero et populo honorifice^ 
suscipitur. Postea eodem itinere cum exercitu suo® intravit 

15 Italiam pro imperial! benediccione Rome accipienda, sed impedi- 
tus per ducem* Mediolanensem, qui civitates Romani imperii 
occupabat, cum magno detrimento suorum ad propria est 
revereus. 

Eodem 3 anno circa finem Februarii in oceidente post 

20 occasum solis plus quam per mensem per' plures noctes apparuit 
Stella, que cometa nuncupatur. Hec, sicut dicit UgwicioS 
quando. apparet, semper significat mortem vel mutacionem 
alicuius principis et alieuius patrie destruccionem et semper 
dirigit radios suos ad illam partem, cui minatur. Quidam 

25 tarnen dicunt, quod non est Stella, sed est quedam nubes ignea 
claritate aceensa, quod magis credimus. Hec ügwicio. Quid 
autem hie cometa tunc significaverit, nescio. Multa tamen 
mala post eins apparicionem, sicut in sequentibus narrabitur, 
evenerunt 

30 Eodem' anno magister Petrus presbiter professus mona- 

sterii in Gastello ordinis S. Benedieti, in Reichenbach constitutus, 
Boecium de consolacione philosophie transtulit de latino in 
teutonicum ^. Hie sepultus est in Castello, volgariter zu Chastel. 

* Buffas A. B. ^ vel — imponeret am Rand AI. om. A2. C. 
35 ^ agnomiDe Clem tunc cognominaretur A 3. ^ presserat Bl. « magno C. 

' per — noctes om. C ff Eodem — Viti om, C. 

* Über die Ehrungen Gemeiner 2, 354. 

* Giovanni Galeaxxo. 

■ Vgl. die Oronica quedam, die Andreas in dm. 003, BL 2r2 über- 
40 liefert hat {gedr. als Anonymi Bavarl Brerc Chronicon hei Oefde 7, 611 ff.): 
Eodem anno circa finem Februarii et mense Marcii plus quam per mensem 
apparuit cometa cum magna cauda, aber x. J. 1402. 

* Hugwido von Ferrara, Liber dericationum. 
» Vgl Pß«, Thßs. anecd. 4, XXIV. 



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— 120 — 

1406, 1406 facta est eclipsis^ solis proxima die post festom 

Juni 16, S. Viti «. 
1406 Nov. 11. 1407 tanta fuit constringentis yemis obtnsitas, ut a feste 

1407 Feb. 2, MBiüui usque ad festum purificacionis S.* Marie* nulla nii 
liquesceret. Et circa festum purificacionis cepit esse subita!« 
excrescencia aquarum, ita quod glacies in spissitadine^ et 
fortitudine sua per aquas elevabatur, et cum glacies glaciei ib 
Danubio et Regino fluvils prope nostrum monasterium iungeretor, 
ambo fluYÜ relicto natural! cursu retro fluere ceperant, sie 
quod aqua per ianuam sitam versus orientem flueret in nostrum i 
ambitum ad modum vivi rivuli. Inveniebatur tunc glacies. 
que secundum spissitudinem ^ habebat longitudinem virilem. 

1408, 1 408 ^ adhuc regnante in Boemia Wenceslao ^ rege desolatun 

est Studium generale ®, quod Karolus IV.* Romanorum ^ imperator 
pater* dicti Wenceslai regis in Praga erexerat et litteris im-i» 
perialibus privilegiaverat. Cuius desolacionis causa sie cepit ^ 
Fuere in eodem studio, sicut dictum^ est superius^ sub Karolo IV. 
Romanorum imperatore, quatuor naciones, scilicet Bawaronim, 
Boemorum, Saxonum et Polonorum. Boemi igitur tamquam 
canes in foribus proprüs audaces per plures annos, ut aliis se i^ 
possent preferre, opiniones sive vias contra conswetum modam 
studii Pragensis in arguendo tenebant appellantes illas viani 
ipsorum, in qua tarnen ipsimet vel^ raro^ vel nunquam cod- 
cordabant. Hanc yiam magistri ceteri considerantes dicebant 
eam esse viam verissimam ad heresim, sicut et £Bu;tam est£ 
Nam Boemi, ut viam sui pestiferi affectus deducerent in effec- 
tum, heretica dicta Johannis Wiclef suis viis inseruerunt et, 
ut hec defendere possent, occasionem recedendi ab aliis tribus 
nacionibus quesiverunt Nam diversis hinc inde actis Boemi 
a rege Wenceslao in privilegio obtinent, ut sola nacio ipsomm 30 
Boemorum equivalere debeat in voce aliis tribus nacionibus. 
Quod licet Privilegium ipse Wenceslaus ad instanciam alianun 
trium nacionum postea infringeret, constans tarnen in hoc non 

^ om. C. ^ Bpissitadine — secundum om, C. ^ inveniebatur 
tuDC, que add. C. * rege Venzeslao C. « in Praga hier C. ' om. C 31 
« pater — Praga <w». C. *» inoepit A 6. 7. * superius est dictum C\ 
^ om, 0. 1 nunquam vel raro C. 

* Das Breve Ckronicon {OefeU, 1, 611 aus dm. 903, Bl, 22) heriektH 
von 2 Mondsfinstemissen und einer Sonnenfinsternis, 

' So auch eine Windberger Aufzeichnung in dm, 23109; Sammel- ^ 
blätter x. Qeseh. d. Stadt Straubing, S. 788, 

^ über die Bedeutung des folgenden Berichts vgl. Softer, Magister 
Johannes Buss und der Abxug der deutschen Professoren und Studenten 
aus Prag, S. 215, 

* S. 98, 41 



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— 121 — 

permansit. Interea scelestus quidam laycus, sed tarnen magi- 
ster arcium, nomme Jeronimus, auctor iniqnitatis, et Johannes 
Huss baccalarius in theologia ceterique eorum complices de 
naeione Boemoram occulte et manifeste sibi attrahebant regem, 

5 reginam et populum. Pensantes hoc alie tres naciones con- 
cordlter et unanimiter voverunt et iuraverunt volle omnes 
pocius ab universitate Pragensis studii recedere et ad eam 
nunquam reverti quam privilegia impenalis maiestatis pati 
infringi. Exulantes igitur collegiatos nobilis ille Fridericus 

10 niargravius Misne et lantgravius Thuringie fraterque eins 
Wilhelmus recolUgit et in civitate sua Lewczbk* Studium 
generale erigit. Extunc apparuit, quomodo bona accio cum 
elacione ^ non elevat, sed gravat Nam Boemi sibi ipsis in 
suis observanciis placentes et dicentes Bohemum non posse 

15 esse hereticum^, dum ceteros süperbe et falsissime bestias et 
hereticos* vocant, ipsimet preter paucos facti sunt heretici 
impleto* communi** antiquo proverbio in scolis puerorum usitato, 
scilicet:** Non est fides in Bohemo. De quo plenius dicetur 
infra sub Sigismundo et in pagina pontificum sub Johanne XXIII. 

20 Anno eodem in ebdomada 4. pasce factum est tornamentum 1408 

Ratispone presentibus Stephane' et Heinrico ducibus Bawarie ^ Jtfa» 6—12. 
Huius^ Stephani filius nomine Ludwicus tunc temporis regebat 
regnum Erancie, eo quod sororius suus Earolus rex Francie 
compos racionis non esset* 

25 Predictus vero Heinricus filius quondam Friderici ducis 

in Lanczhuet, qui fuit frater dicti Stephani ducis in Ingelstat, 
eodem anno circa festum S.^ Bartholomei adhuc adolescens Aug. 24. 
congregat exercitum magnum faciens famam, quod velit venire 
in auxilium ducibus Austrie, sed dolose K Invitat enim consules 

ao civitatis in Lanczhuet in castrum suum situm ibidem quasi 
commendaturus ipsis regimen principatus in sui absencia. 
Quos omnea facto prandio captivavit cogens minis quamplures 
alios sibi ex dicta civitate Lanczhuet captivos presentari. 

* et Machumetas vocant, ipsimet quidam ex ipsis facti 
35 sunt heretici pluresque alienigene omnia defedarunt statt vocant 
— heretici A2. 

** Non est in Machumeto so statt Non — Bohemo A 2. 

» Lcipzk A 3. Lewczk A 6. 7. Leyptzgk C 6. ^ elevacione A 6. 7. 
^ hereticom esse A ö. 7. <* impleto -- Bohemo om. C 6. ® et add. C. 
40 * Wilhelme add. C. « Hie A6. 7. ^ oni. C. * dolorose corr. dolose 
A 1. 6. B 1. dolorose A 2. 5. 7 C 1. 2. 

^ Qetneiner 2, 380 nennt als anwesend ausserdem den Herzog Wilhelm, 

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— 122 — 

Quos cum predictis consulibus numero fere 40 depecuuiavit 
7^i(?Propter quod anno secundo seqnenti in die parasceves orta 
Marx 21. sedicione in dicta civitate una pars castrum ibidem aggreditur, 
sed frustra in civitatem regreditur. Ob quod dictus dux * 
Heinricus^ multos miserabili morte dampnavit, alios vero 5 
proscriptos^ in exilium misit. Causa autem originalis hoins 
rei, sicut dicitur, fuit odium nobilium in cives et quodammodo 
presumpcio civium. 

Eodem tempore^ Johannes electus Leodiensis, filius 
quondam Aiberti ducis Strawbinge, qui fuit filius Ludvrici 10 
imperatoris, ab ipsis Leodiensibus in Traiecto snperiori ' obside- 
tur, eo quod dictus Johannes per plures annos dictam sedem 
Leodiensem sub tytulo electi tenuit nolens de simplici et piano 
nee fieri presbiter nee laycus. Leodienses itaque in hac 
obsidione tanta ferocitate feruntur, ut mulieribus propter 15 
penuriam a civitate expulsis impudice mamillas amputarent et 
vestes circa femora abscinderent Wilhelmus* igitur dux 
Bawarie comesque Hollandie, frater ipsius Johannis electi, et 
Johannes dux Burgundie, eins sororius, cum alias Johannem 
electum Leodieusem iuvare contra Leodienses recusarent, 20 
videntes tamen eum in articulo mortis constitutum exercitum 
10 fere® milium virorum pugnatorum contra ipsos Leodienses 
movent et progressos aliquantulum ab obsidione belle aggre- 
diuntur omnesque occidunt, ita ut vix evaderent, qui ceteris 
factum narrarent, ex parte altera circiter 10 tantum occumben- 25 
tibus '. Versus^: 
1408 Anno milleno C quater et semel octo* 

Sept 23, Septembri mense vicesima tercia die 

Leodii gentes lacrimosi nunc modo flentes 
Sunt gladio cesi, corporibus undique lesi, 30 

Per Holandrinos prostrati Burgundiosque, 
Triginta quinque milia plus adde virorum. 
Item ^ in predicto hello de exercitu Leodiensi occisi sunt 
35 milia virorum et 300 et plures postmodum, ita quod fere 
estimantur ad 40 milia utriusque sexus, qui interempti sunt 35 

* HeinricuB dux C. ^ om. A 6 7. ^ cum uzoribus et liberiA 
eorum add, C. ^ Weihelmus AI. ® vero A 6. 7. ' oocuben tibus 
B 1. Cl. 2. 

^ 1408. 

* Maestrtckt 40 
^ Aus Andreas auch gedr, Forschungen 18, 24. 

* Schlacht bei Elch oder Ofhce. Bei Löher, Jakobäa von Bayern 
1, 205 ff. und Biexler 3, 242 fälschlich 1409. 

* Dieser Satx und der Anfang des folgenden auch in dem Breve 
Chronican {Oefde 1, 612), 45 



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— 123 — 

1410 rex Budpertus in proposito suo contxa concilium 74iö. 
Pysantim in obedienciA Oregorii in Oppenheim moritur et 
Haydelberge ad 8. Spiritum 16.^ die mensis Maii sepelitur, et Mai 16. 
sequenti anno mortua est conthoralis sua ^ regina, filia burgravii 141h 
5 de Nürnberg, relinquentes superstites quatuor, Ludowicum ^ 
scilicet, Jobannem, Stephanum et Ottonem. 

Quomodo autem hoc in^ tempore ceperit et fuerit scisma 
in Alemannia propter contendentes de papatu pro eo, quod 
Budpertus rex Romanorum contra concilium Pysanum appella- 
10 vit, yide^ in pagina pontificum. 

De* origine ducum^ Biscomitum' Medio- 
lanensium*. 

Cum deus bonitatis sue clavo gubemare omnia iure 
credatur et sepe bonis iocunda'^, malis aspera contraque bonis 

15 dura tribuat, malis optata concedat et tamen cuncta recte ab 
eo fieri considerata ordinis racione non dubitentur, Übet hie, 
quemadmodum vir diacretus Franciscus Pütreich ^ ^ civis Batis- 
ponensis michi rettulit, originem ducum^ Mediolanensium 
inserere, eo quod unus eorum quodammodo causa extitit, quod 

20 Bupertus rex Bomanorum ad imperialem benediccionem non 
pervenit ^ 

Igitur temporibus Heinrici YII. fuit in partibus Ligurie 
yermis quidam, quem vocabant"" Bischon, similis lacerte, magnus ^ 
ad modum vituli, cuius pellis adhuc in Mediolano monstratur. 

25 Qui plurimos sepius^ in fugam convertebat, unde plurima loca 
hominibus habitabilia deserta faciebat Ex quo motus Imperator 
Heinricus predictus fecit edictum, quod, quicunque yermem 
hanc occideret, ipsum vel suos heredes imperiali munificencia 
ditarei Quod cum nemo facere änderet, quidam calceator 

30 Mediolanensis ob spem retribucionis imperialis ipsum yermem 
aggreditur et percusso eo in capite ipsum in terram strayit 
Tijnens autem, ne forte ^ mortem simularet, ipsum in aliam 
partem corporis percussit, unde yirus ab eo exiyit. Ex quo 

* scilicet Lud. A 6. 7. ^ om, C. « vide — pontificum (ww. A 6. 7. 
35 ^ Die folgenden Abschnitte bis defecit sifid in C weggelassen, ® om, B2. 

' om. Bl. 9 etc. et quomodo postmodum ad ducatam pervenerint, 

patet infra add, B2. ^ iocnndis A5. 6. iocundis corr. iocundial A7. 
> Putreich A 2. 3. 6. 7. B 1. Pütieych A 5. ^ Biacomitum übergesehr. B 1. 
im Ihoct B 2. i pervenerit B 2. >° qui vocatur A 2. ^ magnus — 
40 yitoli om. Ad. ^ sepe A7. om. A6. p om, A6. 

^ Ruprecht starb erst am 18. Mai. 

* Elisabeth. 

» MB. 18, 281. Oberbayer. Archiv 36, 162. 169; 41, 59. VO. 38, 141 



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— 124 — 

ipse infectus post paacos dies obiit relinqaens iilios tres saper- 
stites, scilicet Lukinum* de uxore prima, Galiacz**et Barnabo 
fratres de uxore secunda. Interea Heinricus Imperator moritur 
et Ludwicus IV. nacione Bavarus in imperio succedit. Qui 
volens remunerare^ dictos tres pueros pro re gesta a patre 5 
ipsorum ipsos dicto de Cribegi ® , teutonice dem von der Reytern * , 
vicario tunc temporis Eomani iraperii per Lombardiam recom- 
mittit ®. Ä quo Lukinus, quia senior erat, ad scolas mittitur. 
Qui statim in magnum philosophum crescens factus est Medio- 
lanensis archiepiscopus. Hie fratres suos predictos Galiacz et 10 
Barnabo ob discendam sapienciam Parisius ad regem Francie 
misit. Qui postquam creverunt, promoti a dicto Lukino ^ 
archiepiscopo Mediolanensi, fratre^ ipsorum, apud Ludwicum 
imperatorem facti sunt ab ipso Ludwico vicecomites. Dicti 
suntautem^ Vicecomites, ut volunt quidam, quasi* Biscomites *^ , 15 
eo quod pater ipsorum vermem Bischon nuncupatum modo 
predicto interfecit, in ciiius rei Signum numisma monete 
ipsorum, quam vocant plaphart^ in una parte habet vermem 
masculum vorantem, vel, ut alii senciunt, dicti sunt Biscomites, 
eo quod bina dignitate precellere debeant comites. 20 

Postquam autem"" facti sunt vicecomites, Lukinus archiepi- 
scopus, frater ipsorum, datis muneribus ab** ülrico de Augusta 
cancellario Ludwici imperatoris ipso Ludwico ignorante litteras 
obtinet, quibus ipsi fratres, Galiacz** scilicet et Bamabo, in 
vicarios Roraani imperii per Italiam assumi imperantur abiecto 25 
dicto de Cribegi vicario ab ipso Ludwico constituto. Sic 
primum facti vicarii Romani imperii ipsum vicariatum cum 
iuvamine fratris ipsorum archiepiscopi potenter obtinent. Ad 
hos missus Urbanus papa V. ante papatum in legacione sedis 
apostolice coactus est ab eis litteras apostolicas cum buUa come- 30 
dere, de quo vide superius in pagina pontificum sub Urbano V. 
Herum fratrura prior, scilicet Galiacz, moritur relinquens uxorem, 
filiam comitis Sabaudie, volgariter von p Sophoy, mulierem calli- 
dam nimis, de qua genuerat filium equivoci nominis nomine 
Galiacz. Barnabo autem plures filios habuit et filias, e quibus 35 
unam ob firmiorera amiciciam desponsavit Galiacz filio fratris 
sui, dominam vero Tatheani Stephane "^ duci Bavarie in Ingelstat, 
ex qua genuit Ludwicum, Magdalenam vero*" Priderico duci in 
Lanczhuet, fratri dicti Stephani, ex qua genuit Heinricum. 

» Lukynum A2. ^ Galiacum Bl eoim add. A6. « volgariter 40 
cuM. A3. d Reittem A 3. 6. 7. « committit A 6. 7. f Lukyno A 2. 
« fratrem B 1. *» orn. A 7. * o/w A 6. ^ Bischomites A 2. ^ om. A 6. 7. 
iii om. B 2. ^ de Augusta ab Ulrico! A 2. <> Galacius A 6. Galiacum B 1. 
p oni. A3. q Sthephano AI. ' autem B2. 



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— 125 — 

Hie Barnabo ductus cupiditate regnandi raultis modis cogitavit 
generum suum Galiacz* opprimere, ut ipse^ solus posset® regnare. 
Qaod dum* conspiceret fieri non posse**, veneno ipsum variis 
modis extingwere ® molitur. Fingit namque primum societatem, 
5 in qua volt omnes similes caligas deferre. Mittit igitur duas 
venenatas genero' sno volens, ut se faciat sue societatis parti- 
cipem. Videns hoc mater ipsius Galiacz, mulier callida nimis, 
consulit filio, ut huiusmodi calige examinentur, priusquam 
ipsis * calceetur ^ Quod dum factum fuisset/ indutus hiis statim ^ 

10 veneno infectus exspiravit. Deinde eodem modo ipse Barnabo 
per aliam societatem in tunicis similium specierum ipsum 
Galiacz generum suum extingwere [cogitavit ^ ], sed frustra, sicut 
prius per calligas. Considerans igitur Barnabo se hoc modo 
intentum suum perficere non posse, ephebum, hoc est iuvenem 

15 pulcheriimum, nutriri" cum** veneno ab infancia procurat. Quem 
quodam tempore paschali ipsi Galiacz misit, utpote qui mini- 
straret in conspectu eins — erat enim® curialis per omnia — , 
ut vel sie ipse Galiacz ex frequenji aspectu eiusdem iuvenis p 
infectus moreretur. Mater igitur ipsius Galiacz suspicans, quod 

20 per ipsum iuvenem fraus forsan fieri posset, rem examinat ^ 
hoc modo. Ponit enim nocte quadam' alium iuvenem ad ipsum, 
qui eadem nocte infectus ab eo inventus est mortuus. Hoc ■ 
viso mater alloquitur filium dicens : Ecce, vides, quomodö socer 
tuus subvertere te nitatur'. Si audire me volueris, ista omnia 

25 faciliter" in eum retorquebis. Ex consilio igitur matris Galiacz 
habitum militarem deponit et griseum ad modum beghardi^, 
quem Italici pjczckker"^ appellant, assumit et die noctuque 
ineubat' precibus postponens quodammodo omnia terrena. 
Processu eciam temporis omnes exacciones novas, quas vocant 

30 ungelt, in omni comitatu suo toUit atque relaxat dicens has 
exigere esse contra divinam iusticiam. Paulo post vocat om- 
nes offensos a se vel a patre suo, quibus omnibus de rebus 
ininste ablatis dignam facit recompensam. Dum igitur hec 
fierent per Galiacz, ipse maximum favorem populi meruit 

35 utpote vir bonus et timens deum, Barnabo vero socer eins 
cum filiis suis ipsum per hoc magis abiectum habebat et suos 
multum gravabat. 

* Galiacum Bl. ^ om. B2, c posßit A6.7. ^ cum B2. 
« extigwerc AT. f genere A7. s ipse A6. ^ calcetur A2. 

40 ^ quidam add, A3. ^ veneno inf. stat. AB. ^ aM. Fez; das Verhum 
fehlt in allen Hss. ^ nutriti A 6. B 1. >^ ab infancia cum 

ven. A3. • ^ antem A 2. p om. A3. Q examinabat B 2. ^ qualem A6. 
• Hie A 2. * nititur A 3. B 2 « in eum faciliter A 5. ▼ pigardi A 3. 
^ pitzokker A 3. pyczokkär B 2. ' incubit A 3. 



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— 126 — 

Preterea eciam Bamabo invidens* bono regimini domini 
Benedicti abbatis monasterii dicti Galafena Leodiensis dyocesis 
ipsum ad** se venire precepit et querens occasionem ipsum 
offendendi seriöse ab eo quesivit dicens: Dicito michi, quid 
iam deus operatur in celo? Ad quod abbas tamquam vir 5 
prudens et discretus respondit: Ego non solum dico vobis, 
qxiid deus iam operatur, nichilominus eciam, quid omnis 
celestis exercitus. In angustiis igitur positus abbas® compulsus 
ad loquendiim dixit: Deus iam facit^ scalas ascendencium et 
decendencium, sicut patet per Universum orbem, ad quas 10 
faciendas singulis celestis exercitus certa deputata sunt officia. 
Fecit autem tibi iam scalam 30 interscalarium, in cuius 
penultima constitutus iam es posuistique pedem unum super 
extremam interscalarem. Timeo vero, ue, dum pedem** alterum ' 
attrahere volueris, per scalam corruas retrorsum. Ad huiusmodi 15 
prudentem responsionem Bamabo^ mitigatus ipsum abbatem 
illesum abire permisit 

Considerans igitur Galiacz cunctos^ sibi esse favorabiles, 
90 quod ipse oppressos, quos potuit, relevaret, Bamabo vero 
opprimeret, dolum, quem habebat in affectu, deduxit in eflfec- 20 
tum. Indult namque se cum suis^ familiaribus armis occultis 
et venit sub specie piczokker^ quasi ad oracionem in ecclesiam 
S. Marie sitam in oppido Parlaschin^, quod a Mediolano ad 
unum miliare teutonicum distat, misitque ad Bamabo socemm 
suum, qui erat Mediolani, rogans, quatenus ipse cum suis filiis 25 
ad eum causa solacii venire diguetur. Quod dum Bamabo 
faceret, ecce Medisma, qui erat camerarius ipsius Bamabo, in 
via venit de Parlaschin ™ dicens ipsi Bamabo domino suo : Videte, 
quid facitis. Ipsum enim Oaliacz secrete armatum consideravi. 
Quem cum indignacione Bamabo repulit tamquam nitentem 30 
discordiam inter se et generum suum Galiacz seminare. Sicque 
Bamabo non diffidens de bonitate generi sui Galiacz venit ad 
eum ad predictam ecclesiam S. Marie. Quem mox Galiacz 
comprehensum captivum duxit in Mediolanum. Quod audiens 
omnis populus in tribus diebus relicto Barnabo Galiacz sumpsit 35 
in dominum. Tunc Galiacz accepto dominio ceteras filias 
ipsius Bamabo desponsavit tradens Antoniam filiam quartam 
comiti de Wirtenberg, Johannam comiti Montue, volgariter ze 

& iniidens A3. ^ veDire ad se A7. « positis ambasi A 7. 
^ scalas facit B2. « alterum pedem A3. ' om. A6. 7. c miti- 40 
gatus Barn. B 2. ^ cognatos A 3. * om. A 6. 7. ^ pyczokker 

A 6. 7. pyczokkär B 2. i Parlätschin A 6. Parlaytschin A 7. ■ Par- 
latschin A 6. 7. 



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- 127 — 

Montaw, unde Virgilius poeta, quem vocant* Filius^ derzawbrär", 
extitit oriundus et ubi est camera imperii, Myzabeth vero ^ 
Emesto duci Bavarie in Monaco, ex qua genuit Albertum. 
Hunc Galiacz Venzeslaus rex Komanorum et Bohemie ex vice- 
5 comite et officiali Lombardie fecit ducem ipsius Lombardie et 
comitem Pavie acceptis aureis non obstante tytulo et faroa 
regia maiestatis. Dum autem ipse Yenzeslaus ob hanc et 
alias causas depositus esset a regno Bomanorum et Budpertus 
comes palatinus Beni et dux Bavarie in regem Bomanorum ^ 

10 esset electus atque coronatus et pro adipiscenda Corona 
imperiali Bomam tendendo venisset in Italiam, idem Oaliacz 
promisit regi Buperto, quod vellet eum sub expensis suis 
deducere Bomam et reducere, dummodo sibi litteras sui 
ducatus roboraret Quod dum Budpertus utpote Bomanorum ' 

15 rex semper Augustus facere nollet, ipse Galiacz sibi rostitit ac 

iter eins, quo venire Bomam voluit, impedivit. Sicque coactus 

ipse Budpertus cum magno detrimento suorum in Alemanniam 

est reversus ac ad imperialem benediccionem non pervenit^. 

Aliam quoque'^ hystoriam ^ predictus Franciscus Pütreich ' 

20 michi plenius retulit. Que quia respicit dignitatem civitatis ^ 
nostre^ Batispone et magnanimitas volencium iura antiquorum 
defendere in ea pensatur, eam hie inserere curavi. 

Temporibus Karoli IV. Nümbergenses, utpote qui magna 
negocia tractarent, locum süpremum, qui debebatur Batis- 

25 ponensibus, in domo Teutonicorum Venecie" sibi usurpavere ". 
Animadvertentes*^ hoc Batisponenses concorditer tantam summam 
aureorum Veneciam miserunt, quod una vice pro promptis 
aureis tanta mercati sunt, quanta omnes Nümbergenses per^ 
circulum anni possent pro induciatis, sicut mos est Nüm- 

30 bergensibus, Venecie mercari. Hoc^ pensantes consules Venecie 
Batisponenses in antiquo iure, quo ^ primum locum in domo 
Teutonicorum ibidem habent, conservavere ■. Processu tarnen * 
temporis regnante Yenzeslao rege Bomanorum Nürnbergenses 
iterum ceperunt sibi dictum locum süpremum" usurpare. Fuere 

35 * 810 add. A3. *> Virgiliua der zauberer A3. ^ zawberer A 5. 6. 

zambrar A 7. zawbrar B 1; ^ autem B 2. « atn. B 1. f rex Born. A 6. 

ff eta, dann rot : Nota de dignitate BatisponenBium, quam habent Venecie 

B 2. *> autem A 2. * Putreich A 2. 3. 6. 7 B 1. Putreych A 5. 

^ noetre civitatis A 5. i om, B 2. ^ <ytn, A 6. ° usurpare A 6. 
40 ^ AnimadvertenB B 1. p per — Nümbergensibus om, A 7. <i Hec A 2. 

' qui A 6. * ooDBervare A 5. 6. ^ oni, A 2. « usurpare supr. A 5. 

^ Vgl, xum folgenden Abschnitt Gemeiner 2, 220 ; Heyd, Das Haus 
der deutsehen Kaufleute in Venedig, in Sybels Historischer Zeitschrift 32, 208; 
Swum&feld, Der Fondaco dei Tedeschi in Venedig 2, 4S. 86, 87. 



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Qoo^(^ 



— 128 — 

autem tunc teniporis* Venecie^ Matheus Rantingär*^ et sepe- 
dictus Eranciscus Pütreich** adliuc adolescens, cives® Ratisponen- 
ses. Qui dolentes perdere locum antiquum civitatis Batispone, 
ipsum baculis impositis Nürnbergenses voluerunt conservare, 
propter quod causa devoluta fuit ad ducem et' consules 5 
Venecie. Fuit autem dux solus favorabilis Ratispooensibus, 
sed occulte. Erant eDim tunc multi Nürnbergenses Venecie ^ 
personaliter singuli singulos habentes^ fautores. Ex informa- 
cione igitur ducis dictus Pi-anciscus ^ in publice consilio propo- 
nit iura antiqua et dignitalem civitatis^ Ratisponensis et lO 
specialiter, quomodo e proximo Ratisponenses pro promptis 
florenis una vice sive die tanta essent mercati, quanta Nürn- 
bergenses pro induciatis per circulum anni, adiungens ad hec 
iacturam, quam ipsi Veneciani ibidem' tunc™ personaliter con- 
stituti per" hoc essent** passi, qui tamen nee aliquis antiquorum 15 
nullum dampnum a Ratisponensibus suscepissent. Tunc dux 
perorans dixit: Animadvertite verba eloquencie huius adole- 
scentis. Consules igitur considerato iure et veritate decemunt 
bullam ducis continentem, quod Ratisponenses perpetuo locum 
supremum in dicta domo debeant obtinere. Que bulla per 20 
dictum Franciscum PütreichP et*> Matheum Rantingär Ratis- 
ponam est portata '. Hec* sicut sepedictus Franciscus adhuc 
domino largiente superstes michi retulit 

De dicto autem Matheo Rantingär ^ pie memorie sunt alia 
digne memorie commendanda. Dum enim* tempore vite sue 25 
processio illa sollempnis in feste corporis Christi per civitatem 
Ratisponam ex nomine non ° ageretur, ipse sollicitus fiiit, ut 
non obmitteretur, ostendens die illa^, qua agebatur, singularem 
voltus sui hylaritatem fiores et rosas personaliter spargendo. 
Post cuius mortem clerus et cives sie convenerunt, ut eadem 30 
processio modo dominica proxima post festum corporis Christi'' 
annuatim ex nomine peragatur \* Dictus eciam Matheus auctor 

* Et nota: eodem die seu hora anno domini 1433.* secta 
Taboristarum a confratribus deperiit. add. A2. 

* om. A 2. ^ Venecias A3. ^ Rantingär A3. B 1 . Bantinger 35 
A 6. 7. d Putreich A 2. 3. 6. 7. B 1. Pytreych A 5. « civis A 6. 

^ Venecie et consules A 2. « Venecias A3. ^ fautores habentes A 2. 
* Putreich add, B 2. ^ Batisp. civit. A 6. 7. > tunc ibidem A 2. " o?n. A 5. 
n pro A 7. o fuissent A 2. p Putreich A 2. 3. 6. 7. B 1. Q om, A. ' de- 
portata A 6. 7. " Hec — retulit om. B 2. * autem A 5. » non — nomine 40 
om. A 6. 7. ^ om, A 5. ^ om. A3. * peragitur alle Ess, ausser A 6. 7. 

* Näheres über ihn besonders bei Ebner, Ein Regensburger kauf- 
männisches Hauptbuch aus den Jahren 1383^1407, in VO. 45,131—151. 

' • Vielfnehr 1434, Es scheint Schreibfehler vorwutiegen, da es sieh 



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- 129 — 

fuit, ut munis exterior fossati per circuitum civitatis Ratispone 
a porta, que dicitur ad S. Paulum, usque in occidentalem 
partem civitatis totaliier duceretur^. Item cum quedam platee 
sive vie in civitate tarn profunde et lutose essent, quod 

5 diceretur impossibile* eas pavimentari, ipse auctor extitit, ut 
fieret pavimentnm K Et hec omnia facta sunt regnante Bud- 
perto rege Bomanorum, cuius regni anno octavo ipse Matheus i^(^7.' 
Bantinger obiit sepultus in introitu superioris monasterii. In 
quo omnis genealogia masculini sexus huius cognominis 

10 defecit. 

Defecerunt eciam^ hiis fere^ temporibus in^ civitate Batis- 
pona genealogie antique et famose, quorum cognomina sunt 
subscripta: Zand, Oberhovär, Hallär, Sternnär,* Veslär, 
Spiczär,** £nikchel ^. Defecerunt eciam genealogie militares, 

15 scilicet ® dictorum vom ' Stain *, Erenvelsär omnes* preter dominum 
prepositum^ Batisponensis ecclesie, virum decrepitum, item 
Mässenhawsär et^ Haskirchär*, item™ Weygsär".*** 

(1406.208. Innocencius VII. Sed.an.2. Benedictus XIII. 
Hoc scisma continuatur scismati 25.) Innocencius YII.,^ ante 

20 vocatus Cosmatus^, cardinalis sancte crucis in Jerusalem, 

* Tollingär, Lewtrünn add. Bl. 
** Portnär add. Bl. 

*** Anno domini 1410. in die divisionis apostolorumi^iO JWii5. 
maxima strages facta est inter fratres Pruthenos ex parte una 
25 et Witoldo et rege Cracovie semichristianis parte ex altera. 
Ceciderunt namque de Christianis 80 milia fere, in parte vero 
altera in&niti, tarnen pagänis victoria et campo obtinentibus, 
quia exercitus eorum alium in decuplo excedebat. add. A6. 

» esse add. A 6. 7. ^ om. C. fere hiis eciam A3. « plures statt 
50 in eciam C. ^ etc. add. A 2. « dominorum add. C. ' de C. 

ff Hohenvälsär ausgestrichen A 1. Hohenfelsär add, C. ^ omnes — 
item om. B2. C. ^ oni. A2 ^ am. B2. C. » Harekirchar C. 

"» et {statt item) Weigsär in domin io ducum Bavarie C. " etc. add. A 7. 
^ nacione fuit Bononiensis kür C. 

35 teohl nur um die schwere Xiederlage der Taboriten bei Ldpan oder Bühmiseh- 
Brod handeln kann, die dominica proxima post festum corporis Christi 
1434, Mai 30 erfolgte. 

* Gemeiner 2, 357. Der noch vorhandene Denkstein auf diese That- 
sache ist abgebildet VO. 7, Taf 5; rgl das. S. 255. 

40 » Gemeiner 2, 35S. 3S3. 

' Nicht 1408, wie andere Quellen des A^idreas 'Angabe berechnen. 
Nach dem noch vorhandenen Grabstein starb Rantinger 1407 Juni 19, 
Vgl VO. 45, 133 u. 136, Änm. 2. 
^ Cosmas Migliorati. 
QnaUen and £roerteningen N. F. 1. 1) 



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- 130 — 

nacione fuit Bononiensis K Hie Borne in conclayi ^, dum adhuc 
cardinalis esset, cum ceteris cardinalibus iuravit ad saucta dei 
ewangelia corporaliter manu tactis *, quod, si per dei** graciam 
aliquem ex ipso cetu cardinalium eligi contingeret® in futurum 
summum pontificem, ille talis sie electus, quantocius commode 5 
fieri posset, omni tergiversacione ac dilacione remota eciam 
usque ad renuneiacionem seu cessionem per eum fiende 
inclusive,^ si expediens fuerit, totis viribus et posse faciet, quod 
scisma, quo sancta mater ecclesia diu divisa et lacerata, ad 
unitatem toti orbi necessariam reducatur. Hie factus papa, 10 
sed® brere tempus vivens decessit Rome. 

(1407. 209. Gregorius XII. Sed. an. 2 vel plus in scis- 
mate. Benedictus XIII. Hoe scisma continuatur scismati 25.) 
Gregorius XII.*, ante vocatus Angeius de Corario, nacione 
Yenetensis, de eetu cardinalium electus Bome, fuit vir senex^ 15 
et doctus. Hie eciam * sicut Innocencius VII. iuravit * et vovit 
sieut et ceteri cardinales, quod, si in papam assumei'etur, pro 
unione in ecclesia dei reducenda et scismatis^ exstirpacione * 
renuneiaret papatui et iuri, quod posset^ sibi competere in illo, 
dum tamen Benedictus pariter renuneiaret vel moreretur, dum- 20 
modo tamen cardinales, qui domino Benedicto adheserant, vel- 
lent sie convenire cum dominis cardinalibus Bome existentibus, 
quod sequeretur eleccio unius veri et indubitati pastoris et 
summi pontificis. Factus igitur papa litteras suas premissa 
continentes misit fere ad omnes principes universitatesque 25 
studiorum et quod ea vellent^ inviolabiliter observare". Postea 
vero, licet ipse dominus Gregorius papa XII. in civitate Sena- 
rum et Lucana deinde, ubi aliquantulum temporis tenuit sedem 
suam, quadam collusione sicut et dominus Benedictus papa XIII. 
nuncupatus in sua obediencia locum, in quo celebrandum erat 30 
concilium generale, ita difficultaret, quod omnino convenire 
2409i^on possent, cardinales tamen utriusque obediencie anno domini 
Mirx 25. 1409. 25. die raensis Marcii in civitate Pisana convocant con- 

» 80 aüe Hs8. *> graciam dei C. ^ subtingeret A 6. 7. * quod 
add. A. « om, C. ' Dacione Venetus hier C. «f om, C. ^ exdsione 35 
et add. A3. ^ et add. A. ^ sibi competere posset C. ^ yolebant C. 
™ servare A 6. 7. 

^ Er war xu Sulmana geboren^ wurde später Erxbisehof von Bologna 
und trug als Kardinal den Titel Bononiensis. 

' Andreas hat die Wahlkapüidation von 1404, deren Wortlaut er tm 40 
Folgenden beniäxt, unten in seiner Aktensammlung (1, 2) überliefert. Daraus 
abgedruckt bei Soiichon, Die Papstwahlen 137 8— 1417, 1, 280 ff. 

» Souchon a a. 0. i, 111, Änm. 1. 

* Im folgenden Text ist die WahlkapüuUUion von 1406 (gedr. Souehon 
a, a. 0. 1, 285 ff.) teilweise wörtlich beniitxt. 46 



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— 131 — 

cilium generale, que civitas alias per ambos contendentes de 
papatu ad consummandum pacis et unitatis vinculum faerat 
electa, nominata ac conveniens reputata. In hoc concilio 
predictus Gregorius unacum Benedicto deponitur ac soUemp- 
5 niter de papatu eicitur tamquam scismatici et antiqui scismatis 
nutritores et dominus Petrus de Gandia in papam eligitur et 
Alexander V. appellatur. Huic eleccioni sive concilio illustrissi- 
mus et Serenissimus princeps Kudpertus rex ßomanorum per 
ambasiatores suos appellacionem in Pisis in ecclesia predicato- 

10 rum interposuit, ex quo novum scisma, sicut in sequentibus 
patebit, sumpsit inicium \ 

(1409. 210. Alexander V. Sed. men. 10. di. 8. Gregorius 
XII. Benedictus XIII. Hoc scisma continuatur scismati 25.) 
Alexander V., ante vocatus Petrus de Candia, presbiter car- 

15 dinalis ordinis fratrum minorum, depositis Gregorio et Benedicto 
in Pysano concilio in eodem concilio in papam est electus. 
Horum tarnen uterque, scilicet Gregorius et Benedictus, post 
deposicionem ipsorum factam in Pysano concilio in obediencia 
sna papam se nominavit, sicque hoc scisma trium, quorum 

20 quilibet se papam nominavit et scripsit, continuatur scismati 
precedenti, quod cepit tempore Urbani VI. De lioc tarnen 
scismate plenius et, quomodo per dei graciam finem acceperit, 
patebit^infra. Hie approbante sacro Pysano concilio ex certis 
magnis et arduis causis decrevit ad triennium, videlicet anno, 

25 quo dicitur 1412., generale concilium ecclesie in civitate seui4i2. 
loco habili et decenti fore convocandum. Hie eciam constituit 
celebrari ^ conciUa provincialia per metropolitanos et synodos 
per eorum suffraganeos secundum formam iuris. Item ordina- 
Tit et mandavit capitula monachorum nigrorum et canonicorum 

30 regularium secundum formam concilii generalis et constituciones 
felicis recordacionis Honorii III. et Benedict! XII. 

Hie fuit vir senex et defunctus est in Bononia in die 1410 
S. Ploriani ^ et in capitulo monasterii** fratrum minorum ibidem Mai 4. 
tumulatus. 

35 Item^ versus 2: 

Lucifer et Luna dum deicerentur ab una 
Mitra papali sub concilio generali, 

» exordium C. ^ infra patebit A 6. 7. ^ celebrare A 6. 7. 

d om, C. 

40 * So auch das Breve Chronicon ( ikfele 1, 612) x. J. 1410. Daselbst 

an anderer Stelle (a. a. 0. 611) die Angabe: in invencione sancte crucis 

(3, Mai). Alexander V. starb in der Nacfä vom 3. xum 4. Mai; Souchon 2. 89. 

' Andere Quellen, die diese Verse mit teilen , s. in Forschwigen 18, 35. 

Sie finden sich auch in Cod. Eichst. 608, *S. 362. 

9* 



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^ 132 — 

Quintus Alexander precellens valde magister 
De Orecia natus est Pysis papa creatus 
1409 Post M C quater, tria si post hec repetis* ter, 

Juni 26. In jo. Pau.i festo, cuius facti memor esto. 

1409. (Albertus III. 36. Sed. an. 12.) Anno domini 1409. i 

Albertus StawSär canonicus suromusque scolasticus eodesie 
Batisponensis canonice a capitulo electus eidem Batisponensi 
ecclesie preficitur episcopus. Hie, ut statum eius decuit, füi: 
vir dignus moribns. Quibusvis enim eeiam mininiis ut 
frequenter per inclinacionem capitis reverenciam exhibuit !§ 
Hie moderatam curiam habuit et ecclesie in tempoialibiis 
multum utilis fuit. Nam castrum Hohenburg in Norico sitnin, 
quod predecessor eius Johannes alienaverat, a Ludwico doce 
in ^ Ingelstat habitis multis laboribus ^ tempore concilii Con- 
stanciensis pro 8 milibus florenorum redemit et episcopatoi i^ 
adiecit. Divinius^ tarnen actum esset, si de bonis ecclesie 
secundum posse benefecisset et accipere munera a sublectis, 
non canonice, obmisisset^ 
1419. Item synodum ordinariam anno 10. sui pontificatos 

sollempniter celebravit, in qua, sicnt alibi ^lacius scripsi, statuta ^ 
provincialia Eberhardi archiepiscopi Salczburgensis sunt pro- 
mulgata et institutum est, ut deinceps tempore pulsacionis 
campane maioris cuiusllbet loci circa horam nonam cuiuslibeC 
diei Yeneris, preterquam in die parasceves sancta, qua pulsos 
fit ad tabulas sive ligna*^ pro memoria expiracionis sive mortis S 
Christi, per diocesim Batisponensem, sicut et per totam provin- 
ciam Salczburgensem Eberhardus archiepiscopus precepit et 
mandavit fieri, ut^psalmus: Deus, deus meus, respice in'me, 
dicatur aut quinquies oracio dominica cum tot salutacionibus 
angelicis. Hec tamen institucio moribus utencium non ab % 
Omnibus est firmata. Item ' pro reformacione cleri et religio- 
sorum diversas litteras per dyocesim suam scripsit, unde et 
ipse quosdam personaliter visitavit. 

» repertis B 1. ^ om. Gl. de C 2. 6. ^ Divinius — obmiaisset 
om. C. <* lingwa A 2. « om. C. ' etc. stait in me B 2. om. C. 35 
« Item — anno 11. om. 0. 

* Die Wahl erfolgte am 26. Juni {SoucJion a. a. 0. 2, 75), dem Tage: 
Johannes und Paulus. Bei Meibom, Per. germ. SS. 2, 352 tmd Forsdumgen 
18, 35 heisst es statt Jo. Pau sinnlos: Lothan in festo etc., bei Leiimix. 
SS. Brunsv. 2, 1138: in Pauli festo. 40 

» Vgl. Janner 3, 359 ff.; VO. 38, 137 ff. 
» Hieicu Janner 3, 387, Anm. 2. 

* In seiner ufUen folgenden Sammlung von Aktenstücken der Regens- 
burger IHöcesansynode von 1419. 



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- 133 — 

Item perpendens, quod magister Conradus de Hyldeshaym ^ 
licenciatus decretorum, presbiter et cappellanus 8. Georgii 
secas pontem Ratispone, iurista civium, pecuniam, quam a 
domino acceperat, in sudario ligare, hoc est percepta dona sub 
5 ocio lenti corporis abscondere, noUet, ordinavit, ut legeret in 
iure canonico in aula sua episcopali. Quod et factum est 
poDtificatus* eins anno 11. 1420. 

Item pontifieatus sui^ anno ultimo feria 2. post dominicam, i^2i 
qua® cantatur ^ : Quasi modo **, in ecclesia kathedrali** soUempniter Mär% 31. 

10 degradavit' ülricum Grünsledär presbiterum de Vohendräz*^ 
oriundam et Batispone ab adolescencia educatum propter 
heresim Hussistarum, quia concilium Gonstanciense impugnabat 
defendens et dicens Johann em Huss heresiarcham ^ in eodem 
concilio legitime non fuisse condempnatum, tradiditque^ ipsum 

15 pertinacem curie seculari. Qui mox a iudice, cuius quondam 
pedagogus fuerat, ducitur ad comburendum. De* hoc lacius 
alibi^ in hoc volamine^ scripsi \ 

Item anno eodem™, scilicet"^ ultimo sui pontificatus, a'^ 
quodam decano seculari sue dyocesis aput sedem apostolicam 

20 accusatur* et, ut personaliter compareat, citatur. Cui tamen 
per dominum Heinricum plebanum in Strawbing, doctorem 
iuris canonici, quem ad curiam Bomanam causa huius negocii 
misit, ut per procuratorem compareat, obtinetur^ 

Tuncque gwerra magna fuit in Bayaria, in qua ipse 

25 Albertus episcopus principibusP contra *i Lud wicum ducem in ' 
Ingelstat in adiutorium fuit. Sub hoc turbine ipse tentus 
infiimitate acceptis ecclesiasticis sacramenüs feria 5. in die Juli 10, 
Septem fratrum moritur et in capella S. Florini', que est* sita 
in area kathedralis ecclesie, quam ipse dudum ante episcopatum 

30 dotaverat, sepelitur \ 

* tunc temporis presbiterum et predicatorem per totam 
Bohemlam asserentem se ex proprio totam veritatem anuncciare, 
totum vero mundum errare add. A2. 

» 8ui pontificatus A 6. 7. *> eius A 6. 7. ^ 07n, C. * geniti 
35 add. A 7. B 2. « Ratisponensi add. C. ' quendam add. C. « Vohen- 

draz A 3. 5. 7. Vahendram A 6. Yohendräz B 1. Vohendräs C. ^ que 

om. A 6. 7. * De — scripsi om A 6. 7. ^ libro C 6. * scripeit A 5. 

™ ani. C. «» a — Tuncque om. C. ® obtinere B 1. p Bavarie add. C. 

q am. B2. ' de C. ■ Floreni B 1. ' sita est C ^ specialiterl 
40 A 5. 6. 7. 

» Janner 3, 372. 

' Vohenatraius. 

■ Unten in der Husitejichronik. 

* Die Ursache ist unbekannt; Janner 3, 386. 



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- 134 - 

De* scismate in Amberg. 

Huius temporibus ortum est scisma pessimum per parti- 
culares eeclesias in Alemannia, qnod accidit hoc modo. Damp- 
natis in Pysano concilio^ Gregorio XII. et Benedicto XIIL et 
electo Alexandro V. Rudpertus rex Romanorum ad diversas ä 
terras et loca litteras scripsit ^ declarans et conquerens, quomodo 
ipse semper ut fidelis ecclesie advocatus semper® a longis 
temporibus toto cordis aJBFectu optaverit et optet unionem sancte 
matris ecclesie, ipsum*^ autem concilium Pysanum non sit 
legitime celebratum et ex multis causis pro generali concilio i» 
non tenendum nee unionem sancte matris ecclesie, sed maiorem 
scissuram induxerit, quapropter ipse, sicut hactenus fuerat in 
obediencia Gregorii const4inter vellet manere, quousque de ipso 
Gregorio legitime et canonice esset® decretutu. Interea Alexander 
papa, cui maior pars christianitatis adherebat, et rex Rudpertus l: 
infra annum rebus excedunt humanis, et Alexandro pape 
succedit Johannes XXIIL, Rudperto vero in*^ regno succedit 
Sigismundus. Mortuo igitiir Rudperto rege filii eius Ludwicus^. 
Johannes et ceteri constanter in obediencia Gregorii XII. sicat 
et pater ipsorum perseverant. Unde omnes sub eorum dominio, :S* 
ut obediant Gregorio pape et non Johanni, potenter compellunt 
nolentes vero obedire beneficiis privant eadem aliis existentibus 
voluntatis eorum conferendo. Tunc quidam clericus secalaris 
nacione Hasso, nomine Hermannus \ tytulo Ebronensis episeopi 
a Gregorio impetrato venit Ambergam celebrans ibidem et in äS 
territoriis adiacentibus, que erant sub dominio filiorum predicti 
Rupert!^ regis, pontificalia. Ex quo episcopo nostro Alberto 
ceterisque magna fiebant detrimenta. Et duravit hoc scisma 
usque ad conciliiun Constanciense, de quo postea dicetar. In 
quo totaliter fuit sopitum. ^ 

1409. Item* anno primo^ pontificatus Alberti episeopi Batis- 

ponensis Conradus Hallär^ prepositus huius loci moritur. Post 
cuius mortem Conradus Ekkär plebanus in Saler" in prepositum 
postulatur. Qui resistere nolens divine voluntati factus est 
prepositus huius ° monasterii, scilicet S. Magni in preurbio 35 

* De — Amberg om. A 6 7. ^ om, A3. « oni. C. ^ ipsnm 
— ecclesie om. Bl. « sit C. ^ regi Roraanorum statt in regno B2. 
e et add. B2. *» regia Ruperti B2. ^ Item — eternam om, B2. C 
^ primo anno A .*). i Hallar A 3. Haller A 5. 6. 7. «" Salar A 3 
Soler A 5. " loci scilicet add. A 3. *' 

* RTA. 0, 479. Deutscher und lateinischer Text unten in des Andreas 
Aktensa77imlung h 21 und 7, 7. 

"^ Janner 3, 356, 



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— 135 — 

Ratispone, et ipsum monasterium a debitis maximis exoneravit. 
Quod deiis ipsum tali fine^ concludere* concedat, ut post hanc 
Yitam possidere mereatur eternam. 

(1410.211. Johannes XXIIL Sed.an.5. GregoriusXII. 
5 Benedictus XIII. Hoc scisma continuatur scismati 26.) ^Jo- 
hannes XXIII. '^, ante dictns Balthasar de Ghossa, nacione 
Neapolitanus, cardinalis** tituli S. Eustachii, Alexandre V. vita 
functo electvis diios contendontes de papatu habuit adversarios, 
scilicet Gregorium XII. et Benedictum XIII. sie in suis 

10 obedienciis nuncupatos. Hie Johannes fuit vir bellicosus, 
pecunie cupidus et in disponendis negocÜQ callidus. Hie ante 
papatum, dum esset cardinalis, Bononiam ut® legatus ingressus 
in dedicionem' accepit et statim, postquam fuit electus, a 
Bononiensibus quasi interemptus fuit, sed a carnificibus est 

15 liberatus^. Hie recuperata Romana urbe de manibus hostium 
rogatu Romanorum, qui presenciam eius pro conservacione urbis 
plurimum flagitabant promitteutes ei se daturos gabellam sive 
daciam, scilicet terciam partem omnium vendibilium, venit 
Romam. Ubi secundum constituciones Alexandri V., scilicet de 

20 concilio ad triennium post concilium Pysanum celebrando *, 
ipse Johannes generale coucilium in Romana urbe celebrandum 
convocat. Videos autem, quod in tempore constituto prelati et 
ceteri, qui huiusmodi concilio generali interesse** debebant, 
nequaquam in tanto numero convenissent, quantum rerum 

25 agendarum pondus et magnitudo requirere videbatur, ipsum 
concilium prorogat* et requisitus instantissime per litteras 
Sigismundi electi in regem Romanorum et TJngarie regis 
illustris, ut non properaret pro concilio celebrando, sed ut 
supersedere vellet, donec ipse nuncios suos super hoc instructos 

30 ad eius presenciam destinaret, ipse Johannes papa de voluntate, 
consilio et assensu fratrum suorum, Romane ecclesie cardi- 
nalium, adventum predictorum nunciorum duxit exspectandum. 
Interea Ladislaus*^ rex Neapolitanus, qui se scribebat regem 12 
regnorum et adversarius fortis Johannis pape fuerat, ipsi 

35 Johanni pape litteras mittit continentes omnem reverenciam 
et obedienciam ipsumque Johannem divina* providencia* papam 

* clandere A 5. ^ De Johanne XXIll. et de Gregorio XII., 

Benedicto XIII., qui sunt duo scismatici anno domini 1410. rot oUs Ueber- 

Schrift B2. c nacione Neapolitanus hier C. ^ tituli S. E. card. C. 

40 *= ingressus ut legatus C. * dedicacionem A 7. *.' celebrandum alle Hss. 

^ preesse A 3. » prorogant A 6. ^ rex Lad. B 2. * om, A 3. 

' Er starb 1436 (Cgm. 5666 y S. 2 u. 21) noch xu Lebzeiten Ses Andreas. 
' So auch das Breve Ghronicon {Oefele 1, 612). 



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— 136 — 

XX III. verum et unicum Roraanum pontificem et in terris 
Jesu Christi vicarium Petrique apostolonim principis sueces- 
sorem. Tunc temporis fit vociferacio Romanorum contra 
Johannem papam propter gabeilam sive daciam rerum vendi- 
bilium et alia nunciaturque adventus Ladislai* regis Neapolitani 5 
in manu valida contra Romanos. Tunc a Romanis auxilium 
a Johanne papa petitur, quod et eis promittitur, sed et gabella 
sive dacia, quam^'nos iingelt vocamus, per preconem revocatur. 
In Signum denique promissi auKilii stipendiarii a Johanne 
papa in map^na multitudine scribuntur. Romanis igitur non 10 
caute provisis Ladislaus rex manu hostili, non tamen magna 
quibusdam, sicut ° dicitur ®, ipsum foventibus urbem ingreditur. 
Johannes papa relictis Romanis fuga potitur, urbs depredatiir, 
et Romani plurimi ad Neapolim captivi ducuntur. Hoc facto 
brevi tempore elapso Ladislaus rex miserabili moite finem 15 
vite fecit. ^Dicitur enim, qiiod, dum puellam quandam impudice 
amaret, indigne ferentes hoc eins fratres carnales dixerunt 
matri: Ecce, rex sororem nostram polluit. Accipe ergo hoc 
unguentum et da sorori nostre et die, iit rege volentfe sibi 
commisceri secrete locum sexus sui cum illo perungat. Quod 20 
mox ut fecerit, ipsa concipiet, vel rex semper® eam adamabit, 
et sie omnes per eum ditabimur. Quod dum factum ex swasa 
matris fuisset, mox ipsa infecta moritur, et rex circa genitalia 
putrefactus moriendo eciam penam sue libidinis accepit. 

Deinde post Romane urbis miserabilem casum Johannes 25 
papa et Sigismundus rex de generali concilio celebrando 
prehabitis diversis tractatibus simul concordarunt. Per aposto- 
licas igitur litteras Jobannis pape adiunctis litteris regis Sigis- 
mundi concilium generale iniciandum prima die mensis Novembris, 
1414 qnaxido* numeratur' annus» domini 1414. in civitate Constancia ^ 
Nov. t Maguntinensis provincie statuitur, pronunciatur et decernitur. 

Ad^ sacrosanctam synodum huius generalis concilii in 
spiritu sancto feliciter congregatam, sanctam matrem et univer- 
salem ecclesiam militantem representantem' ego frater Andreas 
eiusdem sancte matris ecclesie alumpnus, quantiim in me erat, 35 
paratus eram eciam cum onere^ personaliter venire, ob Status 
tamen mei parvitatem affectum in hoc non deduxi in efFectum. 
Et licet hoc intervenerit, fervencius tamen domino largiente 
pro modulo ingenioli mei acta ipsius generalis sinodi, ut in 

» regis Ladislai A 3. C. ^ teiitonice statt quam nos vocamus A 3. 40 
c 07n., Romanis de Sanguineis nunccupatis adä. C. <* In Parusio 
enim dum per vim quandam puellam statt Dicitur — quandam C. ® eam 
semper C. ' om. C. « anno C. *» hanc add, C ' om. C. ^ honere 
C1.2. honore!C6. 



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— 137 — 

posterorum noHciam perveniant, scribere curavi et pauca e 
iniiltis, prout a fide dignis audivi vel ex scriptis collegi, hie 
meniorie commeüdavi *. 

Item Johannes papa relut gigas montes transiens de Italia 

venit in Germaniam celebratunis conciliiira generale in civitate 

Coiistancia,volgariter^ Chostnicz *^, provincie Maguntine terreque ^ 

S-weTie*. Ubi dum personaliter in termino decreto, de quo 

siipra dictum est, consisteret et concilium adhuc exile esset 

voluit, ut voces habere debeant nisi** cardinales, patriarche, 

archiepisoopi et episcopi, non tarnen omnes, sed certi, quorum 

voces requirende sunt in sessione publica seu^ publicis sessionibus 

et non in particularibus consiliis. In quo ipse Johannes papa 

non fuit auditus, sed confluentibus singulis membris singularum 

nacionnm ad capita sue nacionis decretum est, ut synodus 

ipsa generalis secundum distincciones^ nacionum ad morem 

stadiorum generalium ordinari deberet '. Sicque primum facte 

sunt naciones qnatuor, scilicet italica, gallicana) germanica et 

anglicana, et postremo per eos, qui erant de obediencia Bene- 

dicti, introducta est nacio quinta, videlicet hyspanica, fuitque 

in singulis nacionibus ordinatutn, ut nuUa persona fidelis, que 

audiri requirebat^, exciuderetur ad salubriter tractandam et 

ordinandum ea, que debitum regimen ecclcsie katholice in fide 

et moribus respiciebant. Item ad exstirpandum induratum et 

pestiferum scisma pro unione ecclesie dei tres fuerunt modi 

oblati, scilicet disceptacio iuris, quis illomm trium contenden- 

cium yeruB^ papa diel deberet, secundo amicabilis composicio, 

tercio cessio contendencium de papatu. Et quia primi duo 

modi pro exstirpacione scismatis et ecclesie dei reintegracione 

impossibiles fore putabantur, reiecti fuerunt, et tercius, scilicet 

> via cessionis, tamquam facilior, celerior, sanccior et iustior 

amplexatus fuit et per singulas naciones approbatus. Item 

Johannes papa audita deliberacione nacionum sua spontanea 

Toluntate viam cessionis amplexatus obtulit eam successive in 

duabus cedulis, que ambe, quia nimis exorbitantes videbantur, 

5 sunt reiecte. Unde sibi cedula alia pure concepta est oblata, 

cuius tenor^ sequitur* et* est talis: 

Ego Johannes papa XXIII. propter quietem tocius populi 
christiani profiteor, spondeo et promitto, iuro ac voveo deo et 

» recommendayi A 6. 7. ^ am. C. « soll C 6., alle übrigen Hss. 
lO nisi. * seu — seflsionibuB om. A3. • discrecioDes A 6. 7. ' deberent 
A6. 7. « debcbat C. ^ verus — contendencium o^t; C. » om. B2 
et est om. A3. 

' Oedr. Hefek 7, 85, Daselbst die älteren Druckstellen. 

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— 138 — 

ecclesie et huic sacro coacilio sponte et libere dare pacem 
ipsi ecclesie per viani mee simplicis cessionis papatus et eani 
facere et adiraplere cum effectii iuxta dcliberacionem presentis 
concilii, si et quando Petrus de Lima, Benedictus XIII. et 
Aügelus de* Corario, Gregorius XI L in suis obedienciis nuncupati^ 5 
papatui, quem pretendunt, per se vel procuratores suos legi- 
times similiter cedant et eciam in quocunque casu cessionis 
vel decessus aut alio, in quo per meam cessionem poterit dari 
unio ecclesie dei ad exstirpacionem presentis scismatis. 

Hanc cedulam Johannes papa gratanter et devote sus- lo 
cipiens legit eam in sessione publica habita die 3.^ mensis 
7-^/0 Marcii anno domini 1415. realiter et cum efFectu digitis in 
Marx 3. pectus suum iunctis et capite inclinato versus aram. Quibus 
peractis tenorem dicte cedule eciam cum bulla sua roboravit 
Post quorum omnium expedicionem et gesta supradicta in 15 
quantam leticiam et gaudium corda fidelium suscitata fuerint, 
Mäf^ 21. dicant, qui viderunt. Sed paulo post, scilicet 21.^ die mensis 
Marcii, in qua fuit festum S. Benedicti abbatis, gaudium et 
leticia in tristiciam et merorem fuerunt conversa, eo quod dictus 
dominus noster^ apostolicus eodem die nocte surgente et sole ad 20 
occasura vergente — nescitur, quo ® spiritu ductus — f urtive mutato 
habitu de Constancia ac concilio Constanciensi clamdestine 
aufugit, populum sibi fideliter commissum et supradictum 
concilium miserabiliter erroneum dimisit cum quodam ductore **, 
scilicet Friderico duce Austrie, oppidum Schaffhusen intrando. 25 
Quanta tunc lamentacio zelatorum iidei catbolice fuerit, nimis 
longum esset perorare. Et quamquam multi Ttalici sui o£B- 
ciarii ipsum sequerentur ad locum predictum, tamen generale 
concilium per huiusmodi fugitivum recessum se minime recog- 
novit dissolutum. Item Johannes papa post recessum suum 30 
a concilio® litteras suas in orbem terrarum ad reges et principes 
misit adiuncta cedula continentem' articulos 17 fuco illitos, 
quibus ipse Jobannes causam sui recessus nitebatur colorare, 
sed tamen frustra. Nam concilium ex opposito litteras in 
Universum mundum misit, quibus omnis dolus intentus frustra- 35 
batur. Et factum est domino excelso, qui alta a longe cognoscit, 
largiente, ut ipse Johannes papa per Sigismundum regem 

• o?w. A1.2. 5. B 1. b om, C. « q^o ductus spiritu C. 

^ tyranDO statt ductore Rcilicet C. In A\. sfatid tyranno, tüurde aber auS' 
radierty dafür steht am Band: ductore scilicet. auctorc! B 1. « predicto 40 
add. C. ' so alle IIss., nur A 3. continente. 

^ Vielmehr am 2. Marx; He feie 7, 86. 

' Die Flucht erfolgte am Abend des 20. Marx. 



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- 139 — 

fidelibus adiuvantibus et presertim Ludwico duce Bavarie in * 
Ingelstat ad concilium^ reduceretur et in Gotlyeb^^ Castro prope 
Constanciam in custodia tuta ad standum determinacioni 
concilii servaretur. 
5 Item Johannes papa premissis diversis requisicionibus 

secundam determinacionem concilii dum acquiescere nollet, 
ab administracione papatus suspenditur et propositis contra 
eiim 54 articulis postremo per sentenciam difißnitivam a papatu 
deponitur, universique Christicole ab eins obediencia absol- 
10 vuntur, traditurque vigore dicte sentencie in manus Sigis- 
mondi regia Bomanorum, universalis ecclesie advocati, ad 
standum et morandum in aliquo loco bono et honesto, quamdiu 
sacro generali concilio pro bono unionis ecclesie videbitur. 
Qui Sigismundus statim eum Ludwico comiti palatino Reni, 
15 qui erat de obediencia Oregorii XII., recommittit. A quo ductus 
in castrum Beni Monhaym ^ ^ nuncupatum * honeste ab eo, sicut 
diffinitum erat, tractatur. De cuius solucione postea sub 
MartinoV. patebit. 

Item versus^ de Johanne' XXIII. post eieccionem eius de 
20 papatu : 

Qui modo summus eram gaudens de nomine presul, 
Tristis et abiectus nunc mea fata gemo. 
Excelsus soUo nuper versabar in alto, 
Cunctaque gens pedibos oscula prona dabat. 
35 "Sxmo ego penarum fundo devolvor in imo, 

Et Yoltum informem quemque videre piget 
Omnibus e terris aurum michi sponte ferebant, 
Sed nee gaza iuvat nee quis amicus adest. 
Sic varians fortuna vices adversa secundis 
30 Subdit et ambiguo numine ludit atrox. 

Gedat in exemplum cunctis, quos gloria tollit; 
Yertice in summo mox ego papa cado. 
Item Johannes' post sue deposicionis sentenciam, cui 
acquievit, expresse consensit' spontaneam papatui cessionem 
35 dictamque sue deposicionis sentenciam per instrumentum 

» de C. * vi add. C. ^ castro Gotlieb C. Gotlyb A 3. Gotlieb 
A 6. 7. B 2. ^ Monhaim A 2. 6. 7. Manheim A 5. Monheim C. ® nuncu- 
pato A. (ausser A 3.) B. ' papa add, C. 'in add. C. 

^ Qottlieben tcesÜich von Gonsianx. 
40 * Manrifieim. 

' Ohne Vers 9 und 10 auch bei Engelhusius ed. Mader S. 296, 

daraus v. d. Hardt 4, 298. Ohne Vers 11 und 12 aiich bei Liidewig-Finster- 

waldf Qermania prineeps : Das Buch vom ganx^n PfcUxiscken Hause S. 807, 

daraus Mannheimer Geschichtsblätter 1 (1900), 20 (vgl. das. 42). Gan% in 

45 ZeUschr, f. kath. Theologie 22, 403, Auch in der Baseler Hs, A. U. 34, Bl. 318. 



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- 140 — 

firmavit et iuri, si* quid haberet in papatu, renunciavit. Iteni 
Gregorius XII. sie in sua obediencia minciipatus per procoTd- 
torem suum legitimum omni iiiri, quod pretendebat in papatu, 
et ipsi^ papatui sponte cessit. Hie Gregorius ante paucos di^ 
eleecionis unici pastoris eeclesie, scilicet Martini V., Arinmii Id : 
provineia Bomandiole decessit. 

Item per deposicionem canonicam*' Johannis XXIIL et 
cessionem Gregorii XII. sie in eorum obedienciis iiuiicupati& 
iste due obediencie in unam, seilicet obedienciam Constan- 
eiensis concilii, sunt reducte. Item reduetis duabus obediendis n 
in unam, sicut supra dictum est, restabat adhuc obediendi 
Benedicti XIII. Qui Benedictus spretis salutaribus monitis el 
requisieionibus et preeipue regis Bomanorum Sigismundi et 
orthodoxi regis Ferdinandi Arragonie, sub cuius dominio erat 
ad quem** Sigismundus rex cum ceteris oratoribus oondlüB 
Constanciensis per longa laboriosaque itinera venit invenitque 
eum in egritüdine gravissima morti proximum. Qai tarnen 
Ferdnandus rex eontra valitudinem* medioorumque consilia, m 
ipse tanto dei et eeclesie negoeio non deesset, se mari com 
magno vite perieulo committere non expavit, ut et ipseS 
personaliter unacum rege Sigismundo ipsum Benedictom in 
Perpiniano requireret, ut, seeundum quod promiserat et infa- 
men to firmaverat, per suam cessionem de papatu paeem eecle- 
sie daret. Dum ipse Benedictus a faeie regum a Perpiniano ' 
fugeret eosque audire reeusaret, obediencia sibi a predicto rege ä 
Ferdnando ceterisque regibus et principibus subtralütur et 
coneilio Constanciensi, quod erat de duabus obedienciis, ut 
predictum est, unitur. Ipse aotem Benedictus citatur et non 
comparens canonice dampnatur et de. papatu eicitur. Item 
ipsum coneilium Constanciense sepedietas tres obediencias, 31 
scilicet quondam Johannis XXIIL, Gregorii XII., Benedicti Xm., 
indifferenter approbat et, queeunque per ipsos tres iam dictos 
ante eieccionem sive cessionem, ut prefertur, de papatu alias 
canonice seu raeionabiliter sunt acta, ad habundantem cautelaoi 
habilitat et eum eis, quantum oportunum fuerit, dispensat 33 
Item reduetis tribus obedienciis in unam, ut premissum est*, 
(lecretura est a coneilio, ut ad eieccionem futuri summi ponti- 
ficis ad cetum cardinalium, qui numero erant 23, de nacionibus, 
que numero erant 5, seilicet italiea, gallieana, germanica, 
anglicana et hyspaniea, iungerentur viri doeti experti et a ^ 

^ quod Bibi in papatu competebat statt si — papatu C. ^ om. B 2. 
^ ani. C ^ Femandum ipse add C. • « valetudinem B 1. 'non 
add. A 5. Perpinia nö so! A 7. « om. A. 



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- 141 — 

nacionibus electi numero 30, hoc est de qualibet nacione 
numero* 6, qui unacum cardinalibus haberent auctoritatem 
tocins concilii eligendi papam. Habuit autem quilibet illorom 
assumere sibi** duos, quoscunque voluisset, pro ministris in 
5 conclavi. Hii igitur*" ingressi conclave cum ministris 8. die i^i 7 
Novembris, postquam** ingressi fuerunt, cum concilium** lamNov. 8. 
annis tribus continuis durasset, in die S. Martini episcopi iViw. 11. 
Turonensis' Oddonem de Golumpna dyaconum cardinalem in 
papam concorditer elegerunt, unde et ipse Maitinus mutato 

10 nomine Yoluit appellari. Post cuius eleccionem* concilium 
ipsum' usque in^ 22. diem mensis Aprilis, quando numeraturi^/^ 
annus domini 1418., durat' et tunc auctoritate Martini pape^j^r. 22, 
absolvitur, omnibnsque et singulis in eo existentibus ad propria 
remeandi ipso approbante concilio licencia impartitur. Hec 

15 sacrosancta synodus generalis Constanciensis concilii licet non 
audiatur quota sit in ordine ad sinodos generales precedentes, 
imitando tarnen eos, qui hanc synodum Pysano generali con- 
cilio, in quo electus est Alexander huius* nominis^ Y. continuant, 
in respectu ad generale Lugdunense concilium sub Gregorio X. 

20 celebratum et decimum superius computatum poterit hec 
sancta Constanciensis synodus salvu correccione sapientum 
undecima universalis computari. In hac synodo tanta fuit 
multitudo gloriosorum principum, prelatorum suorumque ora- 
torum, magistrorum, doctorum, universitatum, ambasiatorum et 

25 procuratorum, cuius similem^ neque homo meminit ac scripta 
commemorant fere unquam retroactis temporibus causa concilii 
convenisse. Ibi affuerunt eciam Greci. In hoc concilio con- 
dempnati et reprobati sunt 45 principales articuli perversi 
dogmatis Johannis Wygkleff et alii eciam ^ 260 de eins Ubellis 

30 excerpti. Et quia idem Johannes Wygkleflf notorius fuit 
hereticus ac pertinax in heresi decessit anathematizatus, con- 
dempnando ipsum pariter et suam memoriam decretum et 
ordinatum est corpus eins et ossa, si ab aliis fidelibus°^ 
corporibus discemi possint, exhumari et procul ab ecclesiastica 

35 sepultura iactari secundum canonicas et legitimas sancciones. 

* octavo die cum magno decore et gaudio mitra papali 
docoratur \ duratque expost add. C. 

» VI numero C. *> om, A. ^ 8. die mensis Novembris hier C. 
* pofltqnam — fuerunt om. C. ^ iam concilium C. ' Turonensis 

40 episcopi C. ff om. C. *» ad A 5. 6. 7. C. » om. C. ^ numerum 
add. C. » 260 eciam C. ^ et add. B 1. corporibus fidel. C. 

^ Geschah vielmehr am 21. November. 

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— 142 — 

Hie asscnüt: Si episcopus vel sacerdos est in peccato mortai 
non ordinat, non conficit nee* conseerat nee** baptizaL Itea 
populäres possuDt ad suum arbitrium dominos delinqaentfö 
eomgere. Item oracio presciti nulli valet. Item universitatesw 
studia, eollegia, graduaciones et magisteria in eisdem snst^ 
vana gentilitas et vana gentilitate introducta et tantum prosuc: 
eeeesie sicut dyabolus. Item deus debet obedire dyab€«lj. 
Item iuramenta illieita sunt, que fiunt ad roborandum huxnanr^ 
traetatus et eommereia eivilia. Item omues religiones in- 
difPerenter introduete sunt a dyabolo. Hee de eins pestiferisl« 
articulis hie dieta sufficiant, ut° per eeteros bumanus animos 
hie legende non* poUuatur. 

Fuit autem dietus Johannes Wigkleff temporibus KarolilT. 
Romanorum imperatoris® in Anglia magister uniTersitatis 
Oxoniensis et' presbiter plebanus euiusdam parrochie* Can-ü 
tuariensis diocesis et'^, sieut quidam mihi rettulit, natns in 
Anglia ex patre Judeo, matre vero Christiana et vidua, que 
mortuo marito depauperata de Franeia venit in Angliam. Ab ' 
illo Wigkleff eins sequaees dicti sunt Wigkleffiste \ 

Ad hoe eeiam eoneilium Johannes Huss in bona custodia 9 
deductus et presente Sigismundo rege Romanorum tamquam 
hereticus iudicatus et eondempnatus curie seeulari traditos 
igne comburitur perpetuo igne ai*surus proiectis pulveribus eins 
in laeum, ut reliquie non remanerent super terram.* Hie 
Johannes Huss post eondempnacionem Johannis Wigklef etJ 
artieulorum librorumque eius, quos dyalogum et trialoguni 
appellavit, publiee resistit et in multitudine cleri et populi 
Johannem Wigklef in predieacionibus virum katholicum et 
doetorem ewangelieum in favorem eius doctrine asseruit 
Hie* eeiam asseruit: ünica est sancta universalis ecclesia, que 3 
est predestinatorum tantum. Item Petrus non est nee fiiit 
eaput ecclesie sancte katholiee**. Item eondempnacio 45 
artieulorum Johannis Wichleff per doctores faeta est irraciona- 
bilis et iniqua, et male facta est eausa per eos all^^ata. 
videlieet quod nullus ex eis est katholieus, sed quilibetS 

* Waeh, qui mala exempla probet mundo ! add. A 2. 
** sed Christus et Sisehka frater monoculus et capitaneus 
add. A 2. 

» non A 2. 6. 7. ^ neque C. c ne A 3. *^ otn. A ausser A 7 
® necnon regia Bohemie sereDiBsimi add. A 2. ' presbiter et C. * eccleae C. 4 
h et - rettulit aw. C. * Ab — Wigkleffiste om. C. ^ Hier tn B2. 
der Abschnitt: Item cum anno domini 1422 . . ., der in B 1 unmittelbar 
vor der Fortsetzung der Chronik steht. ^ Hie — asseruit om. A 6. 7. 



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— 143 — 

eorum aut est heretieus aut erroneus aut scandalosus. Item 
nuUuB est dominus civilis, uullus est prelatus, nulius est*^ epi- 
scopus, dum est in mortali peccato. Item fecit librum, quem 
intitulavit de ecclesia, in quo et in aliis suis opusculis 26 
5 principales articulos sui erroris posuit, ex quibus paucos in 
reprobacionem sue perverse doctrine bic inserui ^. 

Fuit autem dictus Jobannes Huss dampnate memorie 
nacione® Bobemus, piesbiter, baccalarius in tbeologia universitatis 
Fragensis, oriundus de villa nomine Huss, a qua et Huss est 

10 vocatus. Huss autem interpretatum latine sonat auca*. Ab illo 
Jobanne Huss Hussiste heretici sunt vocati. 

Igitur dampnato Jobanne Huss magister Jeronimus, laicus, 
nadone Bobemus, dictus de Praga, magister in artibus, de quo 
dictum est supra^ sub fiuperto rege^ Bomanorum, qui scripta 

15 Johannis Wygkleff tulerat Jobanni Huss de Anglia in Bobemiam, 
fictis quibusdam falsis litteris in defensionem sui erroris de 
Constancia ® equitans venit usque'in Bavariam volens intrare 
Bobemiam**. Qui casualiter a iudice ducis Jobannis filii ' 
quondam Buperti regis Komanorum dicto Teynstorfär^ iuxta 

20 oppidum Hirsaw tentus ab ipso Jobanne duce per sollempnes 
oratores adiunctis litteris subtilis dictaminis concilio Constan- 
ciensi presentatur, ubi similem penam sui complicis, scilicet 
Jobannis Huss, accepit. Idem tamen Jeronimus in uno arti- 
cttlOy scilicet de sacramento altaris et transsubstanciacione 

25 panis in corpus Cbristi, professus est se teuere et credere, 
quod ecclesia credit^ et tenet, dicens se plus credere^ Augustino 
et ceteris ecclesie doctoribus quam Wigkleff et Huss. 

* vel terra, de qua Job iustus natus est. add. A2. 

** ne per concilium pro errorum etexcessuum suorum quali- 

30 täte uti magister suus Jobannes Huss igni traderetur comburen- 
dus. Quas tamen condignas penas deo disponente nequaquam 
evadere potuit Casualiter enim cum apud opidum Hyrsaw non 
per vias conswetas et rectas, sed solum per devia equitando 
ambularet, a quodam iudice eiusdem opidi Teynstorffär nun- 

35 cupato ex improviso in inviis videtur, qui motus ex eo, quod 
indirectas semitas tamquam profugus quesivit, ipsum Jeroni- 
mum bereticum pro patrie proditore captivavit. Et in captivi- 
täte a quibusdam visus agnoscitur et Jobanni Bavarie duci 
presentatur, a quo statt Qui — ipso C. 

40 * om. A 6. 7. ^ iDserere curavi C. ^ Boemus naciooe C. 

^ BomaDorum rege C. ^ occulte add. C. < om, A 6. 7. s filio A. B 1. 
^ Teyostarffer A 6. 7. ^ tenet et credit A 3 7. C. ^ beato add. C. 



Ä 121. 



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— 144 — 

Facta igitur unione amputatisque capiübns heresiarcharuni 
predictoram in concilio Constanciensi, dum ecclesia exultans 
aliquantulumque respirans pace frui speraret, iactura, proch 
dolor, gravis est exorta. Nam sicut per Machmet pagani, ita 
et per Huss Bohemi sunt decepti dicentes et pertinaciter 5 
defendentes ipsum Johannem Huss* fuisse virum iustum et* 
iniuste condempnatum esse ^ , sanctum ** , respuentes omnes sanctos, 
quos tenet ecclesia katholica**. Versus ^i 

Machmet paganos a fide fecit prophanos, 
Talmuet Judeos, sed Huss decepit Bohemos. 10 

Non prophetarum presagiis, sed poetarum 
Fabulis iam credunt, omnes a iide recedunt. 
Salva nos, Christo, rex regum tu benedicte, 
Quos redemisti sangwine de nece tristi. 
(1410. 105. Sigismundus. Reg. . . Jodocus. Venzeslaus.) 15 
1410. Anno domini*^ 1410. Ruperte rege Romanorum vita functo 
vivente adhuc Wenczeslao rege Romanorum, qui et depositus 
rex* Romanorum quique, quamdiu vixit, regem Romanorum 
se scripsit, ^electores duo, scilicet archiepiscopi Moguntinensis 
et Goloniensis, secrete quodammodo Sigismundum regem 20 
TJngarie, fratrem iam dicti Wenczeslai, ad suscipiendum regnum 
' Romanorum per intemuncia invitarunt. Qui Sigismundus in 
Castro Ungarie Vicegradu^, volgariter Flinten bürg dicto, talia 
nuncia gratanter suscipiens remuneracionem tarnen iam duorum 
dictorum electoruro, quam petebant, relinquens in suspenso, eo 25 
quod noUet celsitudinem tante digaitatis simoniace intrare. 
Obstabat eciam inter cetera, quod nolebat facere molestiam 
dicto fratri suo Wenczeslao dicens, quamvis esset per principes 
Reni depositus, tarnen, quia frater suus esset, utriusque eadem 
esset fama et infamia. Fit interea ipsi eciam difficultas propter 30 
ceteros electores et presertim archiepiscopum Treverensem et 
comitem palatiuum Reni, qui vota sua in alium possent 

* cum suis articulis add. A2. 
** preter apostolos add, A2. 

» sanctum et add. C. ^ om. C. ^ salvatoris add. B 2. ^ fuerat 
add.B2. 35 

* Vgl Forschungen 18, 36. \ 

* Den folgenden Bericht des Andreas über die Wahl Sigmunds { 
würdigte eingehend Adolf Kaufmann, Die Wahl König Sigmunds von Ungarn \ 
xum römiscfien Könige, in Mitteilungen d. Vereins f. Geschichte d. Deutschen 

in Böhmen 17, 40 ff. {Auch Diss. Ööttingen 1879,) Vgl. auch BfA. 7,.V, 4^^ 
Finke, König Sigmunds reichsstädtische Politik von 1410—^1418, Quidde, König 
Sigmund u. d. Deutsche Reich von 1410—1419, S. 19 ff. u. Schwerdfeger, 
Papst Johann XXÜI. u. d. Wahl Sigismunds 1410. 

* Wissegrad, Blindenburg. 



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^ l45 -^ 

dirigere. Quapropter si ipse publice pro regno videretui? 
laborare, eo non obtento pro huiusmodi aspiracione cunctis 
hec audientibus ridiculum taceret* se ipsum. Fit eciam diffi- 
caltas propter Jodocum marchionem Moravie, qui eciam tenebat 

5 marchionatam Branburgensem, patruum^ dicti Sigismundi, ne 
forte ipse® eligeretur vel vota sua in alium dirigeret. Ad quod 
rex Sigismundus : Quamvis ipse Jodocus patruus meus teneat 
iam dictum marchionatum Branburgensem, tarnen, dum eundem 
marchionatum hereditario iure possiderem, ipsum dicto * Jodoco 

10 patruo meo subieci salvo michi iure electoris Romani imperii, 
sicque sumns confederati, quod michi promisit, ut, si simul 
aliquando electi fuerimus in Bomanorum regem, ipse michi 
Telit cedere et me non impedire michique assistere. Dum hec 
agerentur, memorati duo electores, qui secrete Sigismundum 

15 ad regnum inntarant, hoc idem apud memoratum Jodocum 
marchionem faciebant. Qui auditis eorum postulacionibus 
annuit eisdem. Igitur dum electores, preter ducem Saxonie, 
qui non assenserat deposicioni regis Wenczeslal, in Frankfordia 
convenissent, bis memorati electores, scilicet Maguntinensis et 

20 Goloniensis, in ecdesia Frankfordensi dictum Jodocum in Boma- 
norum regem elegerunt clausisque foribus ecclesie ab archi- 
episcopo Maguntinensi, eo quod decanus sit ipse electorum 
ipsaque ecclesia sue diocesis, ceteri electores non potuerunt ® 
intrare. Quapropter ^ ipsi, scilicet archiepiscopus Treverensis et 

25 Ludowicus comes palatinus, fiUus quondam Buperti regis 
Bomanorum, in cimiterio eiusdem ecclesie sepedictum Sigis- 
mundum* in Bomanorum regem elegerunt. Ex' quo cepit istud 
commune volgi proverbium: 

In Frankenfurt hinderm chor 

30 Habent geweit ein^ kunig ein chind und ein tor. 

Puerum dicebant comitem palatinum propter iuventutem, 

stultum vero archiepiscopum Treverensem propter senectutem. 

Affuit ibidem tunc ex parte regis Sigismundi Fridericus 

burgravius Nümbergensis. Qui videns rem sie variatam 

35 ülricum Meylär^ baccalarium decretorum Constanciensis 
diocesis, qui fuerat nuncius inter sepememoratos duos electores 

* Bohemum add. A2. 

* facere B2. ^ patruum — Branburgensem om. B 1. ^ om. B2. 
* dictum A 1. 2. 5. « poterant ß 2. ' Ex — senectutem am Rand B 1. 

40 f aynen A 6. 

* Die Wahl Sigmunds erfolgte am 20. Sept,, die Josts erst am 1. Okt. 
» RTÄ. 7, 12. 

Quellen und Eroerterungen N. F. I. 10 

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— 146 — 

et Sigismundam, seriosius convenit, eo quod ipsi duo eleotoree 
dicerent, aUter, quam habnisset in mandatis, apad Sigismandum 
regem perorasset Qoi viriliter pro se respondeDS in publica 
convencione principum per litteras, quas habuit a iam dictis 
electoribuB, contra ipsos testimonium perhibuit veritatis. 5 

Igitur Jodocus sie electus . assensit eleccioni de se facte 
dixitque se habere vocem marchionis Branburgensis in elec- 
cione regis Bomanorum sepeque dictum Sigismundum sibi 
promisisse, quod, si simul quandoque in Bomanorum regem 
fuerint electi, ipse sibi yellet cedere eumque non impedire. 10 
Hec animadvertens Sigismundus dissimulavit Jodocus vero 
ad obsidionem Erankfordie secundum morem electi in Boma- 
norum regem se preparavit Dum hec fierent, Jodocus ipse 
moritur* ^et in Brunna civitate Moravie sub regaK sceptro 
tumulatur. 15 

Post hec electores iterum in Frankfordia conveniunt et 
concorditer omnes memoratum Sigismuudum in regem Boma- 
norum elegerunt ^ apposita hac condicione, quod ab illa con- 
cordi eleccione et non a prima regem se scribere deberet 
Quod ipse sie quidem promisit, sed tamen ratum non tenuit 20 
Assensit eciam eidem eleccioni Sigismundi sepememoratus 
Wenczeslaus rex Bohemorum. Qui dum conveniretur, quare 
ipse per assensum huiusmodi vellet facere scisma in regno 
Bomanorum, respondit, quod nequaquam faceret scisma, quia 
ipse, quamdiu viveret, et nuUus alius rex esset Bomanorum, 25 
eleccioni autem fratris sui se Tivente assentiret, quemadmodum 
pater ipsorum Earolus Imperator adhuc vivens se ^ regem Boma- 
norum fieri ordinasset. De hiis tribus regibus, scüicet Sigis- 
mundo, Jodoco et Wenczeslao, habentur versus®: 

Adorant* Christum tres reges iam Bomanorum, 30 

Non sunt Tharsenses nee Arabes nee Sabinenses. 

* Anno domini 1410. defuncto Buperto rege Bomanorum, 
vivente adhuc Venczeslao rege Bohemie, qui se scribebat regem 
Bomanorum, electores in IVankfordia convenientes in duo se 
diviserunt. Una pars, scüicet arcbiepiscopi Maguntinensis et 35 
Coloniensis, elegit Jodocum marchionem Branburgensem ® et *^ 
Moravie, alia pars elegit Sigismundum regem ÜDgarie, patruum 
iam dicti Jodoci. Qui Sigismundus rex Ungarie fuit frater 

* moricufll A 2. ^ om. A 6. 7. « om, C. 

* 1411 Jan. 18. 40 
» 1411 Juli 21. 

' Auch gedr. Forschungen 18, 21, 



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— 147 — 

Igitur Jodoco in brevi sine heredibus defancto et peractis 
exequiis sub sceptro regali ^ in Brunna civitate Moravie sepulto 
Sigismundus rex üngarie regnum obtinet, et quamdiu regnabit, 
novit hie, qui terminum vite hominis constituit. 

5 Hie Sigismundus a Johanne papa XX III. et a Gr<^gorio XII. 

sie in eorum obedieneiis nuneupatis simulque presidentibus in 
regem Komanorum eonfirmatur 2. Hie expertus plurium lingwa- 
rum fuit Item cum Venecianis* grandem gwerram habuit. 
Item hie Sigismundus, dum Johannes papa, seeundum quod 

10 decretum erat in Pysano coneilio, cui Alexander Y. presederat, 
de eonvocando generali eoncilio cogitaret, nuncios suos ad eum 
destinavit requirentes eum, ut de tempore locoque celebrandi eon- 
cilii suis votis se conformaret ^. Ad quem ipse Johannes papa car- 
dinales suos misit, qui sine omni exeepeione a(*quieseerent eius 

15 Yoluntati. Quo facto auctoritate Johannis pape et Sigismundi regis 
Bomanorum eoncilium generale eelebrandum iniciandumque die 1414 
prima mensis Novembris anno domini 1414. in civitate Con-iVor. 1. 
stancia Maguntine provineie statuitur et pronunciatur. Ad 
quod Johannes papa tempestive eum auxilio Friderici dueis 

20 Austrie personaliter venit et adventum regis® Sigismundi per 
duos menses exspeetavit. Qui postquam venit, ad Aquisgrani 
se transtulit et ibidem cum uxore sua nomine Barbara filia* 
comitis^ de Cyli ®, 8. die' Novembris coronam regni RomaniA'bi?. 8, 
accepit Deinde ad eoncilium rediit^ in quo multa digna 

25 memoria feeit Item Johannem papam, qui nocturnis tempo- 
ribus et clamdestine in habitu dissimulato et indeeenti eum 
favore Friderici dueis Austrie a eoncilio reeessit, ipse Sigis- 
mundus domino largiente iidelibus adiuvantibus ad eoncilium 

Venzeslai regis Bohemie filiusque Karoli IV. Romanorum 
30 imperatoris. De hiis tribus regibus haben tur vei-sus: Adorant 

etc 80 den Anfang des Abschnittes kürzend C. Neben dem er- 

wetterten S. 697 beginnenden Text, mit der Randbemerkung Seh. 112 {tcofd 
Bchedala ad fol. 112, also von einem Zettel bei Blatt 112 der Vorlage ab- 
ges^rieben) und der Bemerkung: De quo vide autea p. 697 nach dem 
35 Abschnitte über Johann XXIII. S. 732 eingefügt B 1. 

* domini Hermann! add, C. 

* Venetis C. *» confirmaret A. ^ (mi.Cl. ^ om, C. « Czylic C. 
f mensis add. C. 

* Da diese Worte scJion oben Ä 146 Z. 14 in dem erumterten Text vor- 
40 kommen, möchte xu vermuten seiny dass der kürxere Text der ursprüng- 
liche ist und die erweiterte Erxählung von Andreas erst später eingefügt 
wurde, wodurch die Wiederholung vorkam. 

» Vgl, hiexu besonders Quidde a, a. 0. S. 34 ff. und Finke, 
Forschungen S. 7, Anm, 2, 

10* 



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- 148 - 

mann extenta reduxit. Item Fridericum ducem Austrie, quia 
Johannem papam in recessa suo de Constancia foyerat, epi- 
scopnm Tridentinum captivaverat et^ episcopatu spoliaverat, 
episcopum Brixinensem depeciiniaverat, episcopum Curiensem ^ 
captiyaverat et alia molta enormia commiserat, ipse Sigismundus ^ 
rex proscribit*. Qui tarnen post concilium reconciliatus est 
ei. Item Johannem papam per concilinm depositum tamquam 
fiomane ecclesie advocatus dictique concilii protector et defensor 
Ludwico comiti palatino Reni, filio quondam Budperti regis 
Bomanorum, ad servandum sub custodia tuta in aliquo ioco ^^ 
bono et honesto, quamdiu dicto sacro generali concilio pro 
bono uüionis ecclesie dei videbitur, recommittit **. 

Item in® dicto sacro generali concilio ipse Sigismundus 
rex* a Perdnando r^e Arragonie, fervido fidei katholice cnltore, 
propter Johannem Huss heresiarcham litteras ^ accepit clausulas 15 
sequentes inter cetera continentes: Nunciatum est michi, qua- 
tenus iam diu est ille hereticus in carceribus vestris, sed non 
iudicatus. Miror de tanta maiestate, si ita est, non puniri, 
quem deus iudicavit dicendo per Moysen: Si tibi Toluerit 
perswadere frater tuus, filius matris tue, et infra : non miserea- 20 
ris eins nee occultes eum, sed et statim interficias eum. Et 
infra: Idcirco, serenissime rex, rogo vos, quod servatis dei 
preceptis non dimittatis illum hereticum. Et infra: Numquid, 
rex serenissime, conductus sibi concessus per maiestatem 
vestram hominem liberabit, qui iugiter delinquit* per heresim 25 
continuam, de qua non est conversus nee contritus de peccato 
suo, sed perseverat in iniquitate sua? Absit. Gerte dignns 
est punicioDis, quoniam non est frangere fidem in eo, qui deo 
fidem frangit etc. 

Item' profecturus in legacione concilii ad Benedictum XIII. 30 
sie in sua obediencia nuncupatum Ludowicum comitem pala- 
tinum Reni protectorem concilii constituit Quod ipse Ludwicus 
sollicite protexit. Item antequam proficisceretur ad Benedictum 
papam, qui erat sub dominio Ferdnandi regis Arragonie, 
ingressus concilium peciit, ut fleret finis in causa Johannis 35 
Huss, et quod proficisci nollet nisi causa determinata. Quod 

* et multis terris privat add. C. 

»et — captiyaverat om. B 1. ^ recommittitnr B 1. « in — rex 
om. B 2. in — concilio om. C. ^ idem getilgt A 1. im Text B 1. in 
dicto concilio cM. C. ® deliquit C. ' idem Sigismundus zez add, G. 40 

* Von Andreas in seine Aktensammlung (unten 2, 49; s, dort die 
DruckorteJ aufgenommen. 



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— 149 — 

et factum est. Nam Johannes Huss tamquam hereticus 
condempnatur et curie seculari* traditur. Quem rex Sigis- 
raiindus Ludowico oomiti palatino tradit *. A quo statim ductus 
ad ignem dignam meritis penam accepit. Item constitutus in 
5 dicta legacione ad Benedictum XIIL cum ceteris legatis con- 
cilii Constanciensis ex parte una et ambasiatoribus regis 
Arragonie ac° principum obediencie dicti Benedict! ex parte 
altera pro unione in ecclesia dei consequenda in capitulo 
Narbonensis ecclesie 12 capitula^ conclusit, inter que est boc 

10 principale, quod per uniendum concilium Constanciense ad 
uberiorem cautelam toUi et aboleri, anullari et initari debent 
quicunque processus sive decreta, ordinaciones, statuta et 
pene circa ^ occasionem vel causa ipsius scismatis facti et facta 
et prolate contra dominos reges, principes et alios quoscunque 

15 obediencie dicti domini Benedict! pape XIII. sie per eius 
obedienciam, ut prefertur, nuncupati, et idem intelligatur 
dictum de persona dicti domini Benedict! casu, quo renuncia- 
verit pure et libere ante sentenciam eieccionis, intellecto tamen 
etc. Item in hac profeccione* Sigismundus rex comitem ' 

20 Sabaudie*^ nomine^ Amedium ducem fecit. Item de hac profec- 
cione Sigismundus rex per concilium fere per annum expectatus 
▼enit Quo presente concilium per dei graciam ad finem 
optatum, videlicet unionem sancte matris ecclesie perducitur 
atque unicus et verus pastor, videlicet Martinus papa V., 

25 eligitur, de quo vide plenius in pagina pontificum. 

Item marchionatum Branburgensem, quem ex obitu 
patrui sui Jodoci hereditario iure habebat, Friderico burgravio 
Nurnbergensi et suis heredibus contulit perpetuo possidendum. 
Hie Fridericus burgravius adhuc regnante Ruperte rege * Roma- 

30 norum in ecclesia parrochiali oppidi in Langenzend *, que iure 
coUacionis ad eum pertinebat, monasterium canonicorum regu- 
larium instituit. 

Item ipse rex Sigismundus anno primo post concilium, 
qui est 1418., circa festum S. Martini ^ per Eatisponam mi418 Nov,ll. 

35 * traditur seculari C. ^ tradidit B2. C 1. 6. « et C. * citra 

A. B. « perfeccione B 1. ' comitem — rex om. Bl. Amedium 

comitem Subaudie C. « id est Sophoy klein übergeschr. AI. *» om, C. 
^ Bomanorum rege C. 

* Unten in der Aktensammlung 4, 14. 

40 ^ Langenxenn in Mittelfranken. Die im k. Kreisarchiv Batnberg 

befindliche Orig.- ürk. (1409 Mai 13) ist gedr. bei Still fr ied-Maerekerj Monu- 
menta Zollera/na 6, 549. 

• Sigrmmd urktmdet vom 24. Okt. bis 9. Nov. in Regensburg; Altmann, 
Reg. No. 3669—3713. Vgl. darunter besonders die den Zehnten betr. Nm, 



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— 150 — 

XJn^ariam descendens ex concessione Martini pape Y. decimam 
reddituum et fructuum a clero per Alemanniam accepit 

1420, Item anno domini 1420. ipse Sigismundus rex ad extir- 

pandum hereticos Pragensem civitatem obsedit, sed exercitus ille 
magnus, qui 100 millium virorum dicebatiir, solutus est non 5 
deletis hereticis * 

142h Item anno sequenti, qui est 1421., dum per electores 

ceterosque principes ac communitates expedicio fieret in 
Bohemiam ad delendum hereticos, ipse Sigismundus rex 
Elizabeth* filiam suam unicam Alberto duci Austrie copulat 10 
matrimonio. Solutus est autem exercitus ** iam dicte expedicionis 
per electores in Bohemiam in° obsidione opidi Saczensis sine 
omni effectu. Qui exercitus, ut** quidam dixerunt, dicitur 
fuisse 230 milium virorum. De supradictis duabus expedi- 
cionibus in Bohemiam alibi^ lacius* scripsi '. Item*^ sepedictus 15 
rex Sigismundus iam^ in Bohemia et Moravia pro convertendis 
hereticis dicitur laborare. Quod deus ipsum sie agere concedat, 
ut voluntas sua et veritas ipsa transluceant et ipse apud deum 
premia sempiterna et apud homines mereatur ingentem gloriam 
et honorem. 20 

Hec^ de Sigismundo rege Eomanorum. Ubi eciam quedam 
propter hystoriarum varietatem per anticipacionem respectu 
sequencium sunt dicta. Quid autem ulterius accidat, paratus 
sum in scriptis, quamdiu vixero, prout dominus donaverit, 
exarare. 25 

Hiis temporibus gwerra magna fuit et* est inter principes 
Bavarie, cuius inter ceteras causas pocior hec est In concilio 
Constanciensi coram rege Sigismundo dux Ludwicus de Ingel- 
stat et avunculus ^ suus dux Heinricus de Lanczhuet pro heredi- 
tate paterna, de qua supra dictum est sub Ludwico IV. Koma- 30 
norum imperatore, iudicialiter certabant. Ubi in presencia 
regis Sigismundi Ludowicus Heinrico, qui iunior erat etate, 

* Causa est, quia Pragenses negabant se esse hereticos, 
sed veros Christianos primo in mundum exortos. oM, A2. 

» N. klein übergeschr. Elizabeth AI. 5. ^ ille magnus add. C. 35 
c in — Saczensis om, C. am Hand AI. ^ ut — dixerunt om. C. 

^ laicus ! A 1. 2. 3. ' scripsit A 2. (urspr. aiich in A 1., doch ist das t 
radiert), « Item — exarare om, C. ^ Hec — exarare om, B2. 

^ et est om, B 2. C. ^ Heinr. dux de L. avunc. suus C. 

* In der unten folgenden Husüenchronik, 40 
' Ende 1421 oder Anfang 1422, jedenfalls vor dem 21, Jan. 1422, 

an dem Andreas die Chronik abschloss. Nach Reg, No, 4658^4732 weilte 
Sigmund Nor, 1421 bis Febr. 1422 in Mähren und Böhmen, 



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— 151 — 

improperat. Ex quo motus ipse Heinricus egressus a facie 
regis die quadam equester Ludowicum similiter equestrem 
aggressus in civitate Constancia ipsum letaliter volneravit Quo 
ex improviso facto Ludowicus gladium de manibus Heinrici ut 
5 vir strenuus abstulit et cedens in domum vicinam evasit. 
Fugiens autem Heinricus illesus usque in terram suam pervenit 
Super huiusmodi excessu Sigismundus rex placatus vindictam 
contra Heinricum ducem dissimulat. Interea* dux Heinricus 
N.**^ sororem Alberti ducis Austrie ducit in uxorem, et Ludo- 

10 wicus'^ de volnere convalescit, nuUaque aperta gwerra inter 
duces iam dictos movetur usque ad annum*^, quo numeratur 
1421. Et tunc. civitas Newstat ^ dicta prope Abensperg sita,2422. 
que erat sub dominio Heinrici ducis, iure vero proprietatis ad. 
duces in Monaco pertinebat, a paucis ex inopinata et paucis 

15 verbis non explicabili causa civibus non caute provisis in 

principio' quadragesime obtinetur, et saccomannus * in eAFebr. 5. 
paratur, ac postremo in toto exuritur. Quo facto lis publica 
ceteris principibus aliis eciam ex causis Heinricum ducem 
iuvantibus contra Ludowicum ducem concitatur, fiuntque incen- 

20 dia plurima *. Tuncque castrum Parprunn ' ^ prope Monacum et 
castrum Törring versus Salczpurgam situm, a quo nobiles 
Torringär sunt nuncupati, per Heinricum ducem totaliter 
corrumpuntur. Similiter* per Johannem ducem castrum Peczen- 
stain^ prope Hasprukk** situm totaliter cormmpitur, ipseque 

25 Johannes dux cum adiutorio Friderici margravii* Branburgensis, 
qui erat sororius Heinrici ducis predicti, obtinet civitates 
Weyden \ Preynstat ^ Stayn castraque Flozz, Pargstain * etc 
Et^ hec omnia et™ alia multa, que dispendiosum est scriberei 

* et plura alia civitatemque Lawffen® add, C. 

30 • Interea — et om, C. ^ Elizabeth klein übergeschr. A 5., im Text 

A 6. 7. « vero dux add. C. ^ domini add. C. ® infiuita C. ' Pay- 
pnm A 5. Payprann A 6. 7. Paybrunn C. « Similiter — cormmpitur 
om. A 3. J» Häsprukg C 1. 2. ^ om. C ^ Freynstain A 3. i otn. C. 
"»et — scribere om, Ö. 

35 * Margarethe von Österreich, Die Heirat hatte aber schon vor dem 

Konetanxer Konxil, nämlich 1412, stattgefunden, 
' Neustadt a, d. Donau, 

■ Der Überfall fand nach anderen Quellen (Riexler 3, 252) am 
4, Febr., dem Fastnachtsabend, statt. 
40 * Sackmann machen = plüTidem, ausrauben. 

^ JBayerbrunn an der Isar südlich von München. 

• Beixenstein bei Hersbruck, 

' Weiden, Freienstadt, Stein (Hilpoltstein), Floss, Parketein. 
" Lauf bei Hersbruck, 



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— 152 — 

anno* iino nondum** elapso^ evenerunt, et*^ de pace, proch dolor, 
adhuc nichil auditur \ 

1410 1410 cruciferi ^ de domo Teutonicorum in die divisionis 

Juli 15. apostolorum inierunt bellum cum rege Polonie et Bitoldo fratre 
eiuß pagano ®, et prostratus est, proch dolor, totus exercitiis 5 
Christianonim, iit dicitur, 159 milia piignatorum, pervenerunt- 
qiie ^ pagani hostili gladio usqiie ad castrum Marieburkch, in 
quo est thesaurus cniciferorum. Quod quidem casti'um cru- 
cifer qiüdam de Plaam*^ cum^ fratre suo laico de Plaam* ceteris- 
que adiutoribus domino largiente viriliter obtinuit. 10 

1411. 1411* Jodocus marcbio Branburge*^ et Moravie, electus a 

quibusdam in regem Romanorum, sine heredibus moritur, et 
Branburga ad Sigismundum ^ , Moravia vero ad Venczeslaum" 
patruos eius" devolvitur. 

Juni 3. * obiit Lewpol dus dux Austrie in die S. Erasmi. Eodem 15 

anno cuid. C. 

» UDO anno C, ^ orn. C. ^ et — auditur om, C. <* Secuntur 

?uedam extraordinaria. Extraordinaria. add. C. « duce Litwonie C. 
paganique, qui erant in exercitu regia Polonie, pervenerunt hostili 
fladio in Prussiam statt perveneruntque — gladio C. « Plabm A 5. 6. 7. 20 
*lawn Gl. 2. Plawen CG. *» quodam barone add. C. » Plam AI. 
B2. Pia A3. Plaaboi A5. Plabm A6.7. Plawn Gl. 2. »^ Moravie 
et Brandeburgensis G. ^ regem TJngarie add. G. ^ Boemie regem add. C. 
» eiusdem G. 

* Quelle scheinen die von Andreas in seinem Notixbuch dm. 903, 25 
Bl. 21 eingeschriebenen Notixen xu sein. Es heisst dort ausführlicher: 
Item anno 1410. cruciferi de domo Teutonicorum in die divisionis 
apostolorum inierunt bellum cum rege Polonie et Bytoldo fratre eius 
pagano, et succumbunt plus quam 80 milia in parte cruciferorum, et 
multi eciam in parte regia predicti prostrati fuerunt in campo civitatis 30 
Hostorode, et cruciferi victoriam amiserunt prostrati, et ipse rex quasi 
cum innumerabili multitudine paganorum, scilicet Tartarorum, Samarita- 
norum, Litoviensium et eciam ludeorum, quasi totam Prusiam devicit. 
Et quidam crucifer de Plaam cum fratre suo laico de Plaam ceterisque 
suis coadiutoribus obtinuit castrum Marieburgk et thesaurum cruciferorum 35 
ibidem. Et in dicto hello interempti fuerunt magister generalis supre- 
musque marschalcus et multi precipui commendatores cruciferorum. Et 
detentus fuit per pa^nos dux Stetinenais et plures comites et barones, 
milites et militares. Et dicitur, quod fuerunt de numero paganorum et 
regis Polonie bene 1200 milia, qui dictum bellum seu prelium perfeoerunt. 40 
Inter quos, ut dicitur, fuerunt bene 7 vel 8 vel 9 imperatores et reges. 
Et finaiiter introducta pace cruciferi rehabuerunt totam terram suam. 
Et magister generalis de Newfen durante lite predicta Witoldo duci pagano 
predicto terram suam manu valida maxime devastavit etc. 

Eadem historia sub aliis verbis. 45 

Eodem anno mense Julii domini de domo Teutonicorum in Prusia 
cum paganis habuerunt prelium et tribus vicibus triumphaverunt. Quarta 
vice venit multitudo Tartarorum latenter per aquas et prostraverunt, heu, 
exercitum totum Ghristianorum, ut dicitur, 100 milia et 59 milia pugna- 
torum. Andreas vermengt die Nachrichten beider Quellen in seinem Text. 50 
Die beiden Abschnitte auch auf S. 544 be\w. 610 der Eichstätter Hs. 698^ 

' Der Hochmeister Heinrich von Plauen. 



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— 153 — 

1412 in. urbe Romana concilium per Johannem papam24i2. 
celebratur. 

1413^ circa festum penthecostes per Ladislaum regem i475 
Neapolitanum* Boma miserabilem casum patitur et papa Johannes </tm« 11, 
5 ab urbe fugatur. 

Eodem anno Ludwicus dux Bavarie iii Ingelstat ex ordi- 
nacione Johannis ducis Burgondie Farisius a carnificibus 
detontus^ foit, sed per telphinum salubriter est liberatus. Huiiis ^ 
Ludowici ducis presencia tunc temporis in Bararia multum 
10 desiderabatur. In cuius presencia Bayaria iam variis gwerris 
incendiisque Tastatur. 

1414 concilium Constanciense prima die mensis Novem- 1414 Nov. 1. 
bris iniciatur. 14 1 5 * Johannes papa* XXIIL 28.2 ^{q mensis Maii 1415 Mai 28. 
a papatu eicitur. 
15 1416*' Ludowicus dux Bavarie in Ingelstat ab fleinrico 7476. 

avunculo suo, in civitate Constanda letaliter figitur *. 

Item una scafa siliginis duas libras Ratisponensiimi 
denariorum solvebat. 

1417 Oddo cardinalis in die S. Martini episcopi in con-7477 
20 cilio Constanciensi in papam eligitur et Martinus V. nominatur. Nov. IL 
Item Johannes Strolnvelsär abbas in Beichenbach 19. Eal. 
Februarii moritur^ et ibidem in ambitu sepelitur habens in «/an. 14, 
epitapbio hos versus: 

Divini cultus amator fuit ille probatus 
25 Atque reformator morum, virtutis amator. 

Item** Wienne in monasterio dicto* ad Scotos et Nümberge 
ad S. £gidium Scoti eiciuntur et Alemanni instituuntur. 

Item*" Batisponenses litigantes cum Johanne Stawffar' in 
eius dampnum castrum Ernvels ^ in ebdomada pasche obsident 
30 et die tercia viriliter™ obtinent* Quod° tarnen postea facta pace^prt/ 77—77. 
redditum est ei. 

* patruumque predicti Theodericum StawflEar militem 
captivum ducunt in Eatisponam. add. C. 

» Sicilie C. ^ fuit detentus C. « Huius — vastatur om. C. 
.S5 ^ ßequenti vero anno statt 1415 0. • XXIII. add. C. ' 1416 — vir- 
tutis amator om. C. fl^ ut supra add. B 2. ^ 1417 C. ^ Scotorum 
statt dicto ad Scotos. C. ^ Eodem anno C. * miiite add, C. ™ ex- 
pugnant et add. C. ° Postea tarnen facta pace castrum predictum eis 
restituitur statt quod — ei 0. 

40 * Die beiden folgenden Sätxe ähnlich im Breve Chronicon ( Oefele 7, 612), 

2 Vielmehr in der allgemeinen Sitzung am 29. Mai. 
' Falsch statt 1417. 

* Am 20. Januar fand die Wahl eines neuen Abtes statt. Die Ur- 
kunde hierüber hat Andreas in sein Notizbuch clm. 903, Bl. 13 geschrieben. 

45 ^ Emfeis an der Laber: vgl. Gemeiner 2, 421 f. 



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— 154 — 



^ 



1418 1418 per Martinum papam* concilium Constanciense 

April 22.22. die** mensis Aprilis solvitur ®, et ipse circa* festum S. Uibiii 
Jlfat 25. versus Italiam proficiscitur. 

Item* Salczburge concilium provinciale 18. die meisis 
Nov, 18. Novembris celebratur. 

1419. 1419 rex Yenczeslaus Bohemie, quondam Romanonmu 
moritur sine heredibus, et regnum Bohemie ac^ marchionatos 
Moravie ad Sigismundum regem Bomanorum, fratrem eiiu. 
devolvitur. Post huius' Venczeslai obitum statim hereäd in 
regno Bohemie ceperunt ecclesias* desolari^ et fideles vaiEs d 
modis persequi, de* quo alibi^ lacius scripsi. 

Item^ Batispone synodus ordinaria celebratur. | 

1420. 1420 Praga^ a Sigismundo rege Bomanonun", Ungarie. 
Bohemie etc. ad extirpandum hereticos obsidetur, de* quo vide 
paulo ante^ Item® scafa siliginis pro 60 denariis Batisponensi- H 
bus et quandoque pro 40 tantum renditur et tres ciphi Tim 
bavarici pro iino Batisponensi denario. 

Itemi* Johannes dux Burgundie a telphino, hoc'i est filio 
seniore regis Francie, qui sie a quodam comitatu, volgariter 
Telphney, solet nuncupari, occiditur. Ubi par pena facti ä 
accidit. Nam ipse Johannes dux Burgundie ante paucos 
annos ducem Aurelianensem, ut regnare posset in Franci«, 
Parisius occiderat. Hoc' in tempore Heinricus rex Anglie, 
cuius uxor erat Katherina filia Karoli regis Francie, ipsum 
Karolum regem, quia furibundus erat, unacum regno Francie S 
potenter contra voluntatem telphini sibi subicit et, dum quan- 
dam civitatem obsideret, timens telphinum auxilium Ludowici 
comitis palatini Beni, filii quondam Budperti* regis, inTocat. 
Qui * Ludowicus cum exercitu militari ei ° in adiutorium venit, 
sicque compulsa civitas ^ fame a rege Anglie obtinetur, ipseque i 
Ludowicus cum suis ^ ad propria revertitur. 

* ac monasteria quasi omnia rumpere, cremari et cuid. A2. 
evertere et lamentabiliter destruere add. C. 

» V. add. C. »> ow. B 1. <^ abflolvitur B 1. * drca — XJrhani 
om. C. • Item — celebratur om. C. ' et C. « cuius C. ^ om. G. ä 
* de — celebratur om. C. ^ Item — celebratur om. B 2. * civitas add. C. 
"> Romanorum — etc. om. C. ° de — denario om. C. ^ Item — 
denario om. A 6. 7. p Eodem anno statt Item C. <i hoc — nuocupari 
om. C. ^ Eodem statt Hoc in C. > Romanorum add. C. ^ Cui B 1. 4< 
V et B 1. "^ honorifice add. C. 

* Unten in der Husitenchronik. 
» S. 150 Z. 3. 

' Gemeint ist die Bektgerung von Metun 1420. 



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— 155 — 

1421 Bavaria* per principes diicesque suos rapinis, in- 142L 
cendiis et obsidionibus vastatur, exercitus per electores in 
Bohemiam ad expognandum hereticos ducitur, et oppidum 
Saczense obsidetur, de quibus vide superius. 
5 Anno eodem tempore quadragesimali *creniati sive deleti-Pe^. 5— 

sunt omnes Judei per omnem terram Alberti ducis Ausine Marx 16. 
propter irreverenciam corpori dominico** illatam. 

Item^ circa festum S. Nicolai fuit excrescencia insolitaZ>ß*. 6. 
aquarum, que in Anglia et Hollandia miilta dampna referebatur 

10 fecisse. 

1422*^ hec pagina per dei graciam ab exordio nativitatis i^22 
Christi eins filii usque huc ^ perducta 14.* Kai. Februarii iBmitur. Ja/n. 19. 

Martinus V., nacione Eomanus, ante vocatus Oddo de 
Colompna, dyaconus cardinalis tituli S. Georgii ad velum 

15 aurenm, sopito inveterato scismate, quod a tempore ürbaniVI. 
lustris fere 8 duraverat, in concUio Constanciensi in die 
S. Martini episcopi Turonensis est electus, unde, siciit supra 
dictum est, mutato nomine Martinus Yoluit nominari. Hie 
statim post assumpcionem suam ad summi apostolatus apicem 

20 quasdam ordinaciones sive regulas* fecit, que incipiunt: Ad 
illius, cuius perfecta sunt opera, quas suo, dum vixit, tempore 
durante voluit observari. Item considerata malicia aliquorum 
tomporam preteritorum pro simoniacis in foro consciencie ab- 
solvendis specialem graciam fecit \ Item de interdicto ex parte 

25 excommunicatorum servando vel non servando statuit, prout 
sequitur, in formal 

Insuper ad vitandum scandala et multa pericula sub- 
veniendo eciam conscienciis timoratis omnibus Christi fidelibus 
tenore presencium misericorditer indulgemus, quod nemo 

30 deinceps a communione alicuius in sacramentorum administra- 
cione aut alüs quibuscunque divinis vel extra pretextu cuius- 
cunque sentencie aut censure ecclesiastice a iure vel ab 
homine generaliter promulgate teneatur abstinere vel aliquem 
Vitare aut interdictum eeclesiasticum observare, nisi sentencia 

35 * in die S. Gregorii pape add. C. (von viel späterer Hand am 

Rand) Bl. 

** in Onaso add. C. 

» Bavaria — quadragesimali om. C. ^ Item finitur om. C. 

c 1422 — finitur o?n. B 2. d hucusque A 5. o xill. A 2. 

40 * Die Kanxleiregeln Martins V., gedr. v. d. Hardt 1, 965. 

■ ^ Artikel 6 des deutsc^ien Concordais, x, T. wörtlich benutzt. Qedr. 
bei Hobler f Die Constanxer Reformaiityn S. 185. Vgl. Hefele 7, 358, Anm. 1. 
^ Der folgende Text ebendaher, Art. 7 ganz. Hübler S. 186. Vgl. 
das. S. 333 und Hefele 7, 357, Anm. 2. 



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— 156 — 

vel censura liiimsmodi fuerit in* vel contra personam, collegiuni, 
universitatem, ecclesiam, communitatem aut locum certam vel 
certum a iudice publicabi Tel denunciatÄ** specialiter et expresse 
constitucionibus apostolicis et aliis in contrarium facientibus 
non obstantibus quibuscunqiie : salvo siqnidem pro sacrilega 5 
nianuum inieccioDe in clericum sentenciam latam a canone 
adeo notorie coDstiterit incidisse, quod factum non possit aliqiia 
tergiversacione celari nee aliquo iuris suffragio excusari; nam 
a communione illius, licet denunciatus non fuerit, volumus 
abstineri iuxta canonicas sancciones. 10 

Item dominum Balthasar de Gossa, quondam Johannem 
XXIIL, de custodia Ludowici comitis palatini Beni, in quam 
post suam deposicionem datus erat, ipse Martinus papa absolvit. 
Qui Balthasar veniens in Florenciam, ubi tunc Martinus papa 
J4l9seiem tenebat, anno domini 1419. in vigilia natiyitatis domini 15 
Dex. 24.^ decessit sepultus ibidem in capella S. Johannis prope ecclesiam 
S. Liberate. Item notandum, quod hio Baltbasar pro expensis 
dedit comiti palatino supramemorato 40 milia florenorum K 

Item Brandam cardinalem in Germaniam ad predicandum ^ 
crucem contra Hussistas hereticos misit. Sed, proch dolor, 20 
negocium ipsum grande principium et^exilem exitum habuit, 
de quo alias ^ lacius scribere cepi. 

Hie Martinus papa iam* residet' Rome et* habet» gwerram 
magnam cum regina * Neapolitana, in cuius dominio Petrus de 
Luna quondam Benedictus XIII. nominatus sub tytulo cardi- 25 
nalis iam** dicitur esse. Donet* deus ipsi Martino pape et*^ eccle- 
sie katholice, cui presidet, pacem nobisque cum ipso vitam et 
requiem sempiteroam.* 
1421 Juli 18. Anno" domini 1421. 15. Kai. Augusti feria" 6. post Alexii 

Johannes Streypergär canonicus et custos iudexque consistorii so 
ßatisponensis eoclesie canonice electus Eatisponensi ecclesie 
preficitur episcopus. Hie a Martino papa est confirmatus, sed 

» om. C. ^ aoDuncciata 0. ^ predicandam A 3. 6. 7. C. ^ om. C. 

• om, B 2. ' reeidens 32. » habuit B 2. ^ erat statt iam die. esse B 2. 

* Donet — sempiternain om. B 1. Statt dieses Saixes hat B 2 auf Martin V. 35 
bexügL Stellen aus der Fortsetzung. ^ eius legitimls succeasoribus 
add., dann ecclesieque A3. ^ Amen add.A2.ii. ^ Audo — commen- 
davi (SMuss des Vorwortes der Forts.) om. C. Anno — gloria Christo 
om. A6, » feria 6. post om./^A. 

* Vielmehr am 23. De*. Pastor y Oesch, d. Päpste 1*, 213, Anm.2. 40 
■ GenoM 38500 rhein. OtUden; vgl. die Urkk. im Archivio storico 

italiano 4, 433 ff. 

* Unten in der Husitenchronik. 

* Johanna. 
» Alexius fUlli auf den 17. Juli; die feria 6. istderlS. ^lö.KoL Augusti. 45 



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- 15? - 

adhac ^ in episcopum non consecratus. Cui deus de fönte sue 
pietatis, prout interpretacio nominis eins exigit, graciam in- 
fundat, nt secnndum cognominis interpretacionem bello spiritali 
utpote in monte certando evellat et destrnat et disperdat et 
5 dissipet et edificet et plantet, ut nnacnm grege sibi credito 
post hanc yitam eternam mereatur possidere. 

Finit* hie pagina pontificnm Christo Jesn, qoi est ^ et Q 
sommumque bonum, largiente. In qua, sicat et in pagina 
imperatoniffl, si quid perperam dictum est, non ita sum amator 

10 mei, ut ea, que semel efiFaderim, meliori sentencie anteferre 
contendam. Si enim nichil est ex nobis boni, nichil est, quod in 
nostris sentenciis aroare debemus. Quodsi ex illo cuncta 
sunt bona, qui solus est bonus, illud pocius bonum credendum 
est, quod iUa inconmiutabilis bonitas atque omnium bonorum 

15 causa prescribit 

• Finit — yesperorum om. A7. Finit — commendayi om, B2. 

^ Die Kcmsekration scheint erst im Laufe d, J. 1422 erfolgt xu sein; 
Janner 3, 389. 



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— 158 — 

1422 Expliciunt* hec anno domini 1422. in die S. Agnetiß 

Jan. ^i.post horam vesperorum. Qui dedit Ä et Q^ sit laus et gloria 
Christo * — ** 

* Begrossatom est istad Tolumen cronice per Lanrencium 
Yoschie Bobecz publicum notarium domino Andree decano 5 
ad S. Magnum Batispone. aM, A 2. 

1422, ** Item cum ** anno domini 1422. tempore estatis Bichardus ^ 

episcopus Lincolniensis, suffraganeus Cantuariensis metropolis, | 
ab Anglia Batisponam propter congregacionem principum 
ibidem fiendam venisset, ego frater K volens, ut noticia 10 
termini, a quo cepit heresis Wiclefistarum in noticiam per- 
veniat posterorum, predictum episcopum lincolniensera, virum 
famosura, personaliter accessi et premissis secundum facultatem 
ingenioli mei premittendis quesiri ab eo de® origine et inter- 
pretacione huius termini WiclefL Qui dixit michi, quod 15 
Wicleff est nomen ville Eboracensis diocesis, que est* una 
metropolis in Anglia, de qua dictus beresiarcha Johannes 
WiclefiF presbiter, doctor theologie, extitit oriundus, a qua et 
tota nacio dicta est Wicleff^ genitus quidem honestis parentibus 
secundum seculi apparenciam. Wicleff autem interpretatum 20 
anglice latine sonat iniqua vita ^ oM. B 1. 2. 

A Explidunt — Chrifito om. A 5. B 1. Compoftitum est hoc opus 
cronice per dominum Andream ordinis B. Augustini anno dominice nativi- 
tatis 1422. in die 8. A^netia statt Expliciunt — vesperorum A3. ^ nach 
1422 B 2. c offi^; originem et interpretacionem B 2. <^ et B 1. 25 

* Richard Flemming, dessen Leichenrede auf Wilhelm Gor ff Andreas 
unten in der Aktensammlung 5,10 mitteilt. Vgl, auch oben S.47,Anm. 6. 

* Wortspiel mit dem engliscften tcicked {alt auch unck) life. 



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Coneilium Constantiense. 



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Assit in principio sancta Maria meo\ 

Quoniam largiente domino cronica summorum pontificum 
et Bomanorum imperatorum a nativitate Christi nostri salva- 
toris usque ad tempora Martini pape V. et Sigismundi regis 
5 Romanorum secundum ingenii mei parvitatem perduxi, opus 
subsequens, videlicet Concilium Constanciense, quod 
principaliter scribere proposui, quod eciam ad scribendum ipsa 
cronica quodammodo me movit, ut ad posterorum noticiam 
perveniat, et ut filii, qui nascentur et exurgent, narren t gesta 

10 in eo filiis suis, domino prestante aggressurus hoc ipsum opus 
divido in Septem partes. In prima ponuntur epistole sive 
littere diversorum non tantum tunc contemporaneorum, sed 
eciam quorundam predecessorum et antecessorum; in secunda 
ponitur concilium Pysanum, in tercia quedam avisamenta, in 

15 quarta acta concilii Constanciensis, in quinta sermoies, in 
sexta quidam tractatus facti in concilio, in septima quedam 
supplementa. In quibus omnibus debitum ordinem per singula 
secundum res gestas servare non potui, eo quod secundum 
temporis exigenciam, quando hec habere potui, apud diverses 

20 collegi. Quapropter ordinem formalem, prout ipsum concilium 
Constanciense celebratum est, sapientibus, qui interfuerunt ipsi 
concilio, scribendum^ recommendo. Ego enim herum, secundum 
quod plures plura vel diversi diversa scripserunt, tantum 
pictor sum \ 

25 Explicit* prologus ^ 

» Assit — meo orn. 2 Auctoris s. coUectoris Andreae monachi 
S. Magni prope BatispoDam prefatio. add. 2. ^ scribendo 1. «^ am, 2. 

* Diese Vorrede ist gedr. bei ScJielhom Acta hist.-eccl. 1, 5 und bei 
Pex, Tkes. 4, XXV, 

Qaellen und Erocrteningen N. F. I. 11 

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Incipit* pars prima concilii Constanciensis de 

epistolis sive litteris diversorum. 

I 
7,2.Cap. 1. Professio, quam dicitur misisse Boni- 

faciusVni. regi Francie sab bulla, ut doceret eum 
de eius canonico introitu in papatnm. 5 

Eid des Papstes Bonifaz VJII. „Ego Benedicttis." 1294 
ind. 8, Vgl. über diese Fälschung Souchon 8. 193 (das. 
die Druckorte) und dazu ausserdem v. d. Hardt 1, 586, 
Randbeni. links. Hs. 2 fUgt mit den Worten : sequuntur 
adiecte tarnen in codice veteri animadversiones, que se- 10 
quuntur die in Hs. 1 nicht enthaltenen Glossen hei. 

1,P. Cap. 2. Compromissum domini Innocencii VEL 

Wahlkapitulation. 1404 Okt. 14 Rom. Gedr. Marthne, 
Thes. aneed. 2, 1274 (vgl. Hefele 6^, 877, Anm. 1) ; 
Souchon 1, 280 (unter Vergleichung des Textes unserer Hs. 1). 15 

l,5.Cap. 3. Indiccio sive convocacio generalis con- 
cilii per Gregorium XII. 

Papst Gregor XII. erklärt, dass er zu Pfingsten des 
kommenden Jahres eine Sgnode halten werde, sei es im 
Exarchat Bavemia oder im Patriarchat Aquüeja. 1408 20 
Jtdi 2 Lucca. Gedr. Dietrich von Niem, Nemus unionis 
6, 42 und De süsmate 3, 36 (Ausg. v. Erler S. 290); 
Baynaldus ad a. 1408, n. 21; Harduin 7, 1949. Vgl 
Hefele 6\ 912. 

l.^.Cap. 4. Bulla Judeorum. 2§ 

BuUa Urbans V. „Sicuti Judaeis''. 1365 Juni 7 Avignon. 
Gedr. Tomasetti, Btdlarium 4, 523. Vgl. Bodoeanachi, 
Le saint'SÜge et les juifs S. 146, Anm. 2. (Das. auch 
298. 323). 

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— 163 — 

Cap. 5. Obediencia regis Neapolitani facta Jo-7,5. 
hanni XXIII. 

König Ladislam von Neapel erkennt den Papst Johann XXIII. 

an. 1412 Okt. 16 Neapel.^ Gedr. RayniMns ad. a. 1412, n. 2. 

5 Cap. 6. Convocacio generalis concilii per Jo-7,tf. 
hannem XXIII. 

Berufungdes Kotistanzer Konzils durch Pai)st Johann XXIII. 
„Ad pace7n.^ 141S Dez. 9 Lodi. Gedr. in sämtlichen 
Konzilioisammlungen, irorilber amßihrlich liandelt Finke, 
10 Actu 1, 254, Amn. 

Cap. 7. Appellacio^ pulchra *. 7,7. 

Der Prediger Johann von Wilnschelhurg^ zu Aniberg 
appelliert an den Erzbischof Eberhard von Salzburg gegen 
die Vertreibung von seinem Amt durch Konrml von Soest ^, 

15 » om. 5. 

1 Vgl Blumenilialf Die Vorgeschichte des Constanxer ConxüSy S. 72, 
und Herret Die Beziehungen König Sigmunds xu Italien 1412 — 1414, in 
Quellen und Forschungen aus italien. Archiven und Bibliotheken 4, 6, 

* Das obige interessante Aktenstück gehört zur Geschichte des Schisnuis 

20 in den Gebieten der oberpfätxischen Witielsbacher Hauptqudle für die 
ersten Zeiten dieses Schismas ist der von Andreas oben {S. 134) mitgeteilte 
Abschnitt De scismate in Amberg. Dem dort angeführten Täularbischof 
Hermann scheint mit Vollmacht des Papstes Gregor XU, Konrad von Soest, 
der später 1428—1437 Bisehof von Regensburg war, gefolgt xu sein. Vgl, 

25 Anonymi Farrago historica (Oefele 1,612 : CoDradum de Susato doctorem 
theologiae, qui oiim administrabat pontificalia in Amberg propter scisma 
triam ) aparnm, quia principes Rheni non adbaeserunt domino episcopo 
BatiPponensi. Hierher scheint mir das von Finke, Forschungen S. 306, mit- 
geteilte Aktenstück Articuli dati nacionibus contra magistrum Conradum 

30 de Susato (1415 Mai 16) xu geiiören, in dem die Bischöfe von Bamberg, 
Würxlmrg und Eichstäft gegen die Thätigkeit Konrads von Soest protestieren. 
Es geht daraus auch hervor, dass jenes Auftreten Konrads von Soest ins 
Jahr 1414 fällt: um die Tage des September beunruhigte er die Diöcese 
Bamberg. Die obige Appellation dürfte in xeitliche Nähe xu setxen sein. 

35 ■ Johann von Wünschelburg ist besonders bekannt durch eine Prophe- 

zeiung, welche zuerst v. Bezold, Zur deutschen Kai^ersage, in Siixungs- 
beriehte d. philos.-philol u. hist. Gl. d k. b, Akad. d. W. 1884, 604 mü- 
teilte und uelche dann Ixtuehert im Histor, Jahrbuch 19, 844 weiter unter- 
suchte. Ijetxterer sehrieb auch einen biographischen Artikel Über Johann 

40 von WiinseheUnirg in der Allg Dt. Biographie 44, 320. Ausser den dem 
obigen Aktenstück (die Ausgabe bei Schelhom und dessen Bemerkungen 
blieben Laudiert unbekannt) xu entnehmenden 7ieuen biographischen Anhalts- 
punkten kann ich eine weitere Notix beibringen, wonach Johann noch 1456 
als Stadtprediger xu Amberg lebte Sie findet sich in dm 23800 und 

45 laulet d^ Bl. 62' : Scriptum per me Stephanum tune temporia ex 
Altingen cappellanum sancti spiritus egregii domini Johannis Wunschil- 
bnre «acre uieologie professoris et decretorum licenciati, predicatoris opidi 
Amberg, anno domini millesimo quadringentesimo quinquagesimo aexto 
in octava 8. Lanrencii. 

50 * Über Konrad von Soest vgl. die bei Pastor, Oesch. d. Päpste 1*, 242 

angeführte'^Litteratur und RTA., bes. Bd. 6 an rielen Stellen. 

11* 



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- 164 ~ 

den Legaten des Papstes Gregor XIL [ca. 1414 0. 0.] 6edr. 
aus Us. 2 hei Schelhorn, Acta historico-ecdes. saec. AT. 
et XVI., 1, 22. 

In nomine domini Amen *. Constitutus honorabilis vir, 
dominus Johannes de Wünschelburg** in artibus magister, 5 
sacre theologie decretorumque baccalaureus, presbiter Pragensis ^ 
dyocesis, habens et tenens in manibus suis quandam cedulam 
papiream scriptam, appellacionem subscriptam in se continentem, 
quam ibidem interposuit, appellavit, proyocavit, apostolos peciit 
et protestatus fuit, prout in eadem cedula appellacionis plenius lO 
continetur. Giüus quidem appellacionis cedule tenor sequitur 
in hec verba: 

Coram te notario publice tamquam persona autentica et 
testibus hie astantibus fide dignis ego Johannes etc. animo et 
intencione appellandi et provocandi et*^ apostolos petendi et 15 
recipiendi atque protestandi meliohbus et ef&cacioribus modo, 
via, iure, causa atque forma, quibus possum et debeo, dico et 
propono : Omnes, qui gemebant et vexabantur a Saul, fugiebant 
ad David, ut, quos duri principis opprimebat asperitas, pii 
regis clemencia relevaret. Hinc est quod ^, quamquam dudum 20 
sacrosancta synodus generaleque concilium Pysanum ab ortho- 
doxis personis, quarum convocare intererat, legitime sancteque 
congregatum duos ambiciose, videlicet Errorium^ qaondam 
dictum Gregorium XIL et Maledictum* olym Benedictum 
nominatos, de sede summi pontificatus contendentes mitra 25 
papali privavit, a successione Petri vicariatuque Jesu Christi 
deposuit, destituit et canonice abiecit, sunt tamen nonnulli 
honores seculares ambientes, ut omnes gentes eos magnificent, 
et bona temporalia cupide sicientes, ut promptuaria eorum 
eructuancia® ex hoc in illud plena sint, qui |ion maiestatem 30 
etemam, sed magis temporalem verentur oflfendere in sensum 
reprobum versi propriam fantasiam decretis, assercionibus et 
opinionibus plurimorum, ymo quasi singulorum, preponentes et 
ecclesiam dei ', sponsam Christi, tunicamque inconsutilem salva- 
toris, quantum in eis est, scindere nituntur, sie quod abyssus 35 
abyssum invocat et corthina trahit corthinam. Omnis namque 

* etc. add. 5. ^ Wunschl so 5. « om. 1.2. ^ om, 2. 
e enictancia 5. ^ et add, 5. 

* Detunctch dürfte Johann von Wünschelbtirg aus dem schlesüchen 
Städtchen Wünsciudburg in der Grafschaft Qlaix, stafn/fnen, das xur 40 
Erxdiöcese Prag gestört, 

* Vgl. Siebehingf Beiträge x. Qesch. d. grossen KtrchenspttUung, S, 15. 

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— 165 - 

iniquitas dives est, ut non solum eveniant scandala, sed pecca- 
tarn in penam gignit peccatum, ut iusto dei iudicio, qiü in 
sordibus est, sordesc5at adhnc, donec de medio subtrahatur *. 
De numero quorum singularem representare locum videtur 
5 quidam'' iniquitatis filius dictus Conradus de Susato etc. vanitati 
similis factus, quem singularis ferus depastus est, qui doctorem 
sacre . theologie se nominat, ymo antidoctorem narrantem ut 
iniqui fabulaciones et non ut lex dei veritatem se verius 
ostendit et legatum antedicti Gregorii XII. quondam® pape, nunc 

10 vero depositi et abiecti, quem idem Conradus etc.** pro vero et 
indubitato summo pontifice universalis ecciesie in® ruinam 
populi christiani auctorizat et preconisat, ymo verius archi- 
presulis summi pontlficis antilegatum, nuncium' sceleris et 
preconem* antichristi se fore demonstrat. Idemque Conradus 

15 quosdam pretensos processus et litteras quasdam pretensam 
auctoritatem et iurisdiccionem includentes tamquam a summo 
universalis ecciesie capite emanantes in tocius cleri Ambergensis 
districtus congregacione publicavit, ut notam faceret filiis 
hominum potenciam suam et gloriam magnificencie fantasie 

20 sue. Insuper erexit cornu pretensi mucronis, nam sub ex- 
communicacionis pena late sentencie trium tarnen dierum 
prefixo termino eidem clero singulisque de numero eiusdem 
districte mandavit, ut debitum obediencie et iuramenta sua, 
ymo verius periuria, infra predictum terminum prestarent ad 

25 obediendum Gregorio antedicto quondam sie nominale pape XII. 
tamquam vero et indubitato universalis ecciesie pastori, suc- 
cessori Petri vicarii Jesu Christi, et ad dogmatizandum preconi- 
sandumque eundem publice fore talem extendens per hoc funes 
suos in laqueum et in dedecus clero et populo plebeio in 

30 scandalum, particularibus ecclesiis sive episcopatibus scismata 
fabricans parturiensque iniusticiam, que concepit dolorem et 
peperit iniquitatem. Sed utinam converteretur dolor eins in 
Caput eins et in verticem** ipsius iniquitas eius descenderet! 
Dividit enim membra a capite discedere, sed iuxta scripture 

35 testimonium omnia membra Caput sequentur, non attendens, 
quod vas eleccionis de huiusmodi seductoribus ad Tytum 
exorsus est dicens: Sunt multi inobedientes, vaniloqui et 
seductores, quos oportet redargui, qui universas domos sub- 
vertunt docentes, que non oportet, turpis lucri gracia. Preterea 

40 sepedictus Conradus legatus pretensus, ymo archiscismaticus et, 
si fas est dicere, hereticus propter antiqui scismatis nutri- 

• detrahatur 5. *> om. 1. « om 2. ^ om. 5. « om. 2. 
' unicum 2. « antichristi preconem 5. ^ veritatem 2. 



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— 166 — 

cionein, consilium, anxilium vel favorem, fomitem fodit anime 
mee^ et laqueum abscondit pedibus meis, ut eradicaret me de 
terra Ambergensi, ut nomen meum non memoraretur** ultra, 
publice in dei ecclesia coram tota** multitudine populi excom- 
municari me fecit de facto, dumtaxat nuUo iure mediante, et 5 
excommunicatura declarari, licet pretense, inane et nullit^r, in 
vilipendium nominis moi et scandalum populi christiani, et hoc 
ideo, quia iuramentum exactum per eundem Conradum de^ etc. ^ 
divine legi contrarium et honori meo dispendiosum obedienciam- 
que eidem loco et nomine supradicli Gregorii quondam pape l> 
sie dicti prestare nolui nee firmiter adherere. Ceterum ante- 
dictus Conradus etc.^ typum antichristi gerens et a veritate 
quidem se nudum esse facto suo professus multitudine 
secularis potencie se armavit, qua populum dei ydolatrare 
dicens*" sie decreta quadam cytacione ad audiendum, cur iuste ^^ 
recteque prebenda mea in Amberga privari deberem, citari me 
fecit. Ego vero veniens ad audiendum, non parendum eidem 
tamquam iudici, causam huiusmodi privacionis infra terminum 
per ipsum prefixum, de Amberg opido, ne huiusmodi priva- 
cioni interessem, me exire veluti proscriptum' et bannitum 20 
nequiter turpiterque coegit Postremo idem Conradus, sicut 
premittitur, archiscismaticus me absente et eo sedente pro 
tribunali, ymo in cathedra pestilencie, producens ventos de 
thesauris suis me sentencia sua quamquam pretensa inane et 
nuUiter nuUo iure mediante, sed de facto dumtaxat, beneficio ^5 
ecclesiastico sive prebenda, cui officium verbi dei seminandi in 
Amberg annexum est, privavit, ut refertur, vel privabit, quem- 
admodum comminatus est, de facto dumtaxat sine iure in 
oppressionem meam et gravamen nimis animose, inique et 
iniuste. Volens igitur salvari in clemencia pii David et iugum 30 
effugere preceptoris nimis duri a premissis omnibus et singulis 
ac aliis gravaminibus quibuscunque illatis et inferendis, 
comminatis et comminandis et omnibus sequelis et presertim 
ab iniqua et iniusta privacione, que non meretur dici sentencia, 
ymo verius verbalis et illata violencia, ac contra intrusum, si 35 
quis de facto michi in prebenda mea datus sit, pariterque in- 
trudendum, ego Johannes de . . . prefatus, iure collacionis 
prudentum virorum consulum et proconsulum in Amber^ 
verbi dei seminator ibidem, quantum de iure et bona equitate 
ac racione possum et debeo, in hiis scriptis ad reverendissimom 40 
in Christo patrem et dominum, dominum E. archiepiscopum, 

* 8iie 5. *> memoretur 5. ^ om. 2. ^ om. 5. « docens 1. 5. 
^ prescriptum 1. 



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- 167 - 

apostolice sedis legatum, provoco et appello, apostolos peto 
primo, secando et tercio instanter, instancins, instantissime, si 
quis Sit, qni dare michi eos velit aut valeat, me et omnia mea 
omnesque et singulos michi adherere volentes ac bona eorum 
5 dicti domini Eberhardi tuicioni humiliter submittendo cum 
protestacione addendi, minuendi, mutandi, corrigendi facti sub- 
stancia non mutata ac alias, prout est moris, cum protestacione 
eciam intimandi, insinuandi et publicandi, ubi, quando, quibus 
et quociens videbitur expedire. 

10 Super quibus omnibus et singulis premissis prelibatus 

dominus Johannes requisivit me notarium publicum infra- 
scriptum, ut sibi unum vel plura conficerem publicum seu 
publica instrumentum seu instrumenta; lecta eciam et inter- 
posita hec presens appellacio etc. Et ego, quia dicte appella- 

15 cionis leccionem, interposicionem •, protestacionem, requisicionem 
omnibus, que etc. 

Cap. 8. Procuratorium regis Portugalie ad concili-i,S. 
um Constanciense missum. 

Vollmacht König Johanns von Portugal für seine nach 
20 Konstanz bestimmten Gesandten. 1414 Dez. 7 Cintra. 

Gedr. DöUinger 2, 299. 

Gap. 9. Littera Johannis pape XXIII. ad regemlt^. 

Polonie. 

Papst Johann XXIIL begründet seine Flucht in einer an 
25 den König von Polen gerichteten Denkschrift. Äiich an 

andere Adressen erlassen. „Revolventes dudum.*^ 1415 
März 23 Schaßhausen. Vgl. das folgende Stück und 
unten 1, 18. Druckstellen bei Hefele 7, 94, Anm. 4. 

Cap 10. Littera ad regem Bohemie. IJO, 

30 Wie 1, 9; an den König Wenzeslaus von Böhmcfi. Vgl. 

unten 1, 18. 

Cap. 11. Littera universitatis studii Parisiensisi,^. 
missa concilio post recessum pape. 

„Pacis zelus.^ 1415 April 2 (bezw. 14) Paris. Dru^k- 
35 stellen bei Hefele 7, 110, Anm. 3. 

Cap. 12. Sequitur littera alia eiusdem univejsitatis.i,/^. 
„Graviter.^ 1415 April 2 Paris. Druckstellen bei Hefele 
7, 110, Anm. 1. 

* peticionem aild 5. 

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— 168 — 

i,75.Cap. 13. Sequitur* littera alia eiusdem uni- 
versitatis. 

„Feliciter ecdesie.^ 1415 April 2 Paris. Druckstdlen 
hei Hefde a. a. 0. 

7,24.Cap. 14. Secuntur informaciones pape, quas 5 
miserat cum litteris suis Universität! Parisiensi, 
que in favorem concilii remisse sunt per eandem. 
Beilage zu dem Briefe des Papstes Johann XXIIL an die 
Pariser Universität zur Entschuldigtmg seiner Flucht 
(vgl. 1, 9 und 10). „Prhno qualiter.'' 1415 März 23 10 
Schaffhamen. Druckstellen bei HefeU, 7, 96, Anm. 1. 

V5.Cap. 15. Littera concilii Gonstanciensis missa regi 
Francie, per quam informatur de statu omnium 
gestorum in concilio ante et post recessum pape. 
Bericht der Konzilsabgeordneten der Pariser Universität 15 
an den König Karl VI. von Frankreich. [1415 ca. April 
Konstanz], „Quanta mdorum*^. Teilweise gedr. v. d. Hardt 
4, 129. Der bei v. d. Hardt nicht gedruckte 2. Teil 
icurde hsg. als Supplementum epistolas legatorum univer- 
sitatis Parisiensis in concilio Constantiensi existentium ad 20 
Carolum VI. Franciae regein bei Döllinger 2, 311. Vgl. 
Hefele 7, 105, Anm. 

i,/^.Cap. 16. Litera excusatoria ducis Burgundie. 

Herzog Johann von Burgwui versucht sich dem Konzil 
gegenüber von dem Verdacht der Häresie zu reinigen. 25 
1415 Mai 15 Dijon. Gedr. Mansi 27, 710 und 28, 740; 
Gerso^i, Opera ed. Dupin 5, 343. Vgl. Hefele 7, 112, 
Anm. 1 und 181, Anm. 1. Am Schluss: 
Die • veneris *, ultima mensis Maii, fuit lecta littera pre- 
dicta* in nacionibus. 3ü 

i,i7.Cap. 17. De proposicione magistri Johanni Parvi 
superius^ memorati. 

Notandum, quod in concilio Constanciensi magistro 
Johanne Parvi, qui dicitur fuisse ordinis fratrum minorum 
heremitarum ^ S. Augustini, sicut michi narravit quidam custos 35 
de ordine fratrum, iam defuncto proposite fuerunt^ asserciones 
novem ^iusdem Johannis, quas in favorem Johannis ducis 

* om. 2. ^ heremitarum — fratrum am. 1. 

* In dem vorausgehenden Schriftstück. 

' Vgl Hefele 7, 175 ff. 40 



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Qoo^(^ 



~ 169 — 

(argundie fecerat nitens probare ipsum ducem Johannem 
»enefecisse in eo, quod ducem AureJianensem Parisius occi- 
erat, ubi tunc Ludowicus dux Bavarie, frater regine Francie, 
ix evasit Haram assercionum primam cnm forma sue con- 
lemnacionis propter epi&tolam precedentem hie inserui, ceteras 
'^ero Teldt falsas, erroneas* et scandalosas alibi qaerendas 
elinquo. 

Erster von den 9 auf dem Pariser Konzil 1414 Jan. 31 
aiis der Proposition des Jean Petit aitsgehobenen Artikeln, 
„Licitum est unimiqiis.^ Gedr. Hefele 7, 179; das. die 
älteren Druckstellen. An diesen Artikel ist angereiht die 
Condempnacio. 

„Pro dedaracione.^ Gedr. Gerson 5, 370 (vgl. auch das. 
S. 294). 

Cap. 18. Epistola** ad ducem Auriolanensem de2,/S. 
recessu pape. 

Wie oben 1, 9 und 10; an den Herzog von Orleans. 

„Bevolventes dtidum.^ 1415 April 11 Freiburg i. B. 

Cap. 19. Deposicio Wenzeslai regis Bohemie ai.iö. 

regno Bomanorum. 

1400 Aug. 20 Oberlahmtein. Gedr. UTA. 3, 254 (unter 
Vergleichung des Textes unserer Hs. 2).^ Daselbst die An- 
gaben aber die älteren Drucke. 

Cap. 20. Appellacio Eudperti regis Bomanorumi,?ö. 

contra concilium Pysanum. 

Appellation Konrads von Soest im Namen König Ruprechts 
gegen das Konzil zu Pisa an Jesus Christus und ein 
rechtes allgemeines Konzil. 1409 Ajjril 19 Pisa. Gedr. 
PTA. 6, 503 (unter Zugrundelegu?ig unserer Hs. 1 und 
) Vergleichung unserer Hs. 2). Daselbst die Angaben über 

die älteren Drucke. 

Cap. 21. Littera B(udperti) r(egis) B(omanorum)2^/. 
raissa clero Eatisponensi contra concilium Py- 
sanum anno 1409. 
5 König Ruprecht an die Regensburger Geistlichkeit: sollen 

bei ihm und Papst Gregor XII. bleiben. Deutscher Text 

« erroneas, falsas 2. ^ Job. pape add. 2. 

* Die NotaricUsxeugnisae am Schlms sind van Andreas mit Aus- 
nahme lies ersten nicht wöriliek angegeben, sondern tperden nur in einer 
^ hUein. Notix und nur teilweise erwähnt. 



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— 170 — 

(vgl. unten 7, 7 den lateinischen). 1409 Aug. 23 Heidel- 
berg. Gedr. RTA. 6, 479 (unter Vergleichung unserer 
Hss. 1 wid 2). Zu den Angaben das. ist fiachzutragen, 
dass das Stück aus Hs. 2. gedr. ist in Sehelhom, Acta 
hist.-ecd. 1, 9. 5 

^^5. Cap. 22. Compromissum domini Gregorii pape XII. 
Wahlkapitidation. 1406 Nov. 23 Rom. Gedr. Souekon 
1, 285. Daselbst die Angaben über die älteren Drucke. 

A^^Cap. 23. Epistola Gregorii ad Benedictum racione 
unionisfiende. 10 

„Qui se humiliat." 1406 Dez. 11 *Rom. Gedr. ausser 
071 den bei He feie 6'^, 888, Anm. 3 genannten Stdlen bei 
V. d. Hardt 1, 1, 135 (unvollstäfidig) ; Mansi 26, 1013; 
Harduin 7, 1929. 

A^^Cap. 24. Appellacio cardinalium a Öregorio XTT. 16 
Denkschrift 7 genannter Kardinäle an Papst Gregor XIL: 
appellieren an Christus, an ein aUgenieines Konzil und an 
de9% künftigen Papst. 1408 Mai 13 (unsere Hss. falsch 
13. Mensis Marcii^ Pisa. Druckstellen bei Hefde 6^, 
907, Anm. 1. 20 

1^5. Cap. 25. Epistola missa Gregorio XIL a Benedicto 
XIII. tempore recessus sui. 

Papst Benedikt XIII. schreibt Papst Gregor XII. die 
Schuld an der Verlängerung des Schismas zu. „Si te 
fateri.*" 1408 Juni 13. Drmkstellen bei He feie 6^, 912, 25 
Anm. 1. Ausserde^n gedr. Harduin 7, 1933. 

^j^^Cap. 26. Dictamen subtile de Gregorio et Benedicto. 
Satirisches Pamphlet. Die „Offizialen der römischen Kurie, 
Priester der Küche, Hofleute der Ställe utui Fürsten des 
Fussvolkes^^ rufen den Papst Gregor XII. vor ihr Straf- 30 
gencht. [1408 ^J Juni 17. 0.0. Gedr."- bei Theodericus 
de Niem, Nemus miionis 6, 11 (N) ^, mit dem Datum Jidi 17 
unter dem Titel: Ejmtola delusoria officialium Bofnanae 
curiae, pontificum coquinae et curtisanorum de stabtdis ac 
omnium principum pedestris ordinis actu in Pisis morapifi- 35 
um ad dominum Gregorium papam et eius novos cardifiales*, 

* D(is Schriftstück fällt sicherlich in die Zeitf da infolge der Kardinals- 
kreation von 1408 Mai 9 die meisten Kardinäle Oregor XIL verlassen 
hatten und von Pisa aus die Union betrieben. 

» Auch in Cod. 698 d. k. BtbL Eichstäit, S. 359, m. schlechten Lesarien. 40 
^ Ausgabe Basel 1566. 

* Über andere ähnliche Streitschriften jener Zeit vgL SauerUand, 
Cardinal Johannes Dominica in Zeitschrift f. Kirchengesehiehte 9,275. 



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- 171 — 

Nos dei gracia officiales Romane curie, pontifices coquine, 
curtfaezani* de stabulis omnesque principes pedestris ordinis, ^ 
iudices a Jesu Nazareno rege Jadeorum ad Universitäten) 
causaram^ fidei necnon cause infrascripte specialiter deputati, 
5 Augelo Corario spiritum consilii saoioris et cito meritum 
consequi de patratis. Nuper ad audienciam nostram, quod 
dolenter illubenterque^ referimus, fania veridica et clamorosa 
id^ ad* nos* deferente pervenit, quod furia® tua, que usque ad 
altissimas* nubes celi ascendit, prava multa et detestanda in 

10 sabversiouem Christiane religionis perficiendam' concepit, et 
quod* sub nomin© Jesu Christi, in operibus vero Belial nova 
recia tendis, quibus credulam turbam fidelium invoivere et 
involutam ^ concludere machinaris. Jam enim mundus, cui ex 
dolosis tuis actibus ruina imminere dinoscitur, te^ ultra sustinere 

15 non Valens suspiria sua geminat, voces sonoras multiplicat et ^ 
lamen tabues eiulatus et '^ miserandas querelas effundens'pedibus 
nostris aflfusus" iudicium flagitat et vindictam. In pluribus 
enim° tuam perfidiam accusans multa ad versus te^ dicit testi- 
monia p. Inprimis te^ impetit de periurio, de heresi, de petulan- 

20 cia, et multorum aliorum criminum enormitatibus te fore 
testatur irretitnm. Asserit enim te virura sangiiinarinm ^^ proprii 
honoris prodigum, camalibus affeccionibus mancipatum et tam 
spiritualium quam teraporalium rerum, quantum ad rempublicam 
pertinet, generalem subversorem. Non ambulas ante dominum, 

25 sed factus es precursor dampnandi antichristi, qui in hunc 
mundum venisti non pacem, ut iurasti, mittere, sed gladium 
et in quatuor angulis concutere" domum dei, cuius modo ^ 
columpnas quatis^ cottidie, dum prelatos inprovida deposicione ^ 
comminuis^ et* transponis, qui illius domus esse dinoscuntur 

30 solida fundamenta. Et cum hoc solus non potens sis perficere, 
scelerata conspiracione Benedictum alterius partis papam in 
partem solicitudinis convocasti, nee ille deest tuis inceptis, ymo 
velud operosus coUega summa cum^ solicitudine tibi assistens 
simili faccionis genere laboriose suum officium exagitat et 

35 fatigat, reges privat, prelatos deponit, non adherentes sibi*ex- 
communicat, volentes unioncm anatbematis mucrone^ propellit " 
Quid multa? Tibi et factis tuis par-^ in omnibus amoribus sui 

* curchezani 2. ^ ordines 1. 2. ^ earum N. ^ am. 1,2. 

^ fama 1. 2. ' perficienda N. « tu add, N. ^ involutum 2. ^ se N. 
40 J^ ac N. * effuDdendo N. " effußuß 1. ^ namque N. o iHam N. 

P test. dicit 2. 4 om, N. >" eanguiDum N. ' percutere N. ^ eitiam N. 

^ querifl 1.2. ▼ disposicione N. ^ comminus 1.2. 'cum summa 2. 

y coroDa N. * percellit N. lusipientes corde, quid agitis? Creditisne 

humanum genus excecatum sie, ut ilias coliueiones non videat? add. 1.2. 
45 J simüis N. 



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- 172 — 

consortis in nuUo • conspicitur degenerare **. dementes et 
insipientes corde, quid agitis? Creditisne*^ humanuni genus sie 
excecatum, ut illas collusiones non videat? sophistarum ** 
omnium inprudentisimi ®, creditis ante oculos tot philosophorum 
cum falsitatis' enthymematibus* secure poase silogizare**? Erratis, 5 
miseri, erratis. Nemo est tarn lippus* visu, qui fraudem^ vestram 
apertissime non cognoscat \ Fulminate igitur, patres sancti, 
Processus, fulminate sentencias de levitate verborum compositas 
et cuiuslibet execucionis eflfectu"* carituras ". Quilibet illas® audiet, 
sed nullus omnino curabit^ nee solum non curabit, sed insuper 10 
irridebit Ad te igitur, Angele, revertimur p, contra^ quem mun- 
dus instigacionum ** stimulis exacerbatus suprascripta crimina 
inten tans, ut ante narrarimus, in accusacionem tuam' debite 
consurrexit Nos vero, quanivis ab inicio latenter considerave- 
rimus^ gressus tuos, quibus ut sanctus iter domini ingressus 15 
viam veritatis deambulare" nagabaris, non eo minus, tamen 
nil prepropere, nil temere agere cupientes more sapientum, qui 
nil de rebus dubiis indiscasse diffiniunt, exspectavimus, donec 
et oculis videremus et manibus palparemus, qui de tuis ex- 
cessibus invaluerat, clamorem fore complecione operis consuma- 20 
tum. Sed cum'' modo, ut ita loquamur, veritate verius comperi* 
mus te in tenebris et in umbra mortis ambulare et non, que 
dei sunt, sed que propria et nepotum attendere et tecam 
trahere in perdicionem Christi credentem multitudinem univer- 
sam, merito igitur contra te insurgimus iuste ulcionis iudices 25 
ut tenemur. Et congregati in unum maturo prehabito consilio 
decrevimus contra tuam insolenciam fore procedendum utputa 
illi, qui vicia exstirpare, mundum ab'^ erroribus* liberare ex 
officii nostri debito sumus utique obligati. Auctoritate igitur 
illius, cuius vices in terris pronunc^ gerimus, tibi districte 30 
precipiendo mandamus, quatenus* die Martis proxime^ Ventura 
in diluculo Luce** in loco, quo nos**^ pro tribunali sedere conti- 
gerit, compareas indilate ad videndum te^^ nomine***, quod ab- 
hominanda usurpacione prophanas, indignum®® iudicari*^, quia^, 
cum sis professione Arrius seu*^ etemura omnium seculorum 35 
dedecus, te*"** duodecimum Gregorium nominasti, item ad viden- 

» autem contrarias add. N. ^ deierare N. « ne om. N. 

d sopistarum 1.2. ^ impudentissimi N. ^ felicitate 1.2. t anathe- 
matibufi 1.2. voß^add. N. ^ stultizara N. * lippo N. ^ facta 
vestra N. > Et add. N. " effectum N. »» parturituras N. « illoe N. 40 
P revertuntur 1. 2. Q in N. ' iuBtioribus 1.2. ■ tui N. ' con- 
sideraremus N. « te ambulare N. ' tamen 1. 2. ^ am. N. 

^ liberare error. N. y nunc N. * quod N. J proximi venturil. 2. 
** luce 1.2. bb om. N. ^ exui add. 1. 2. <** nominis 1. 2. 

«« om. 1. 2. ff qui N. w heu 1 2. ^^ et 2. 45 



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- 173 — 

dum examinari *, an vestis **, infola et alia, que tu gestas ponti- 
fids® insignia, ad te spectent an pocius ad alium te vita 
meliorem, item ad Tidendom te declarari^ fore ebriosum, delirum, 
hereticum publicum, dei ecdesie destructorem et yppocritam 
5 maledictum. Et quia tu non prius auditarum privacionum 
inventor es, compareas dictis® loco et tempore ad videndum te 
privari, ymo verius declarari privatum esse omni ^ honore et 
tua pretensa dignitate, alias non obstante tua absencia, quam 
divina supplebit presencia, ad dictas declaraciones in tuam 

10 contumaciam, in quantum de iure poterimus, procedemus. 
Dabimus eciam et pronunc damus omnibus Christi fidelibus, 
ymmo datam a* iure ostendimus licenciam ab obediencia tua 
protinus **recedendi* omnesque tibi in^aliquo fidelitatis vinculo 
astrictos fore^ absolutos pracmatica sanccione diffinimus. Insuper 

15 cum consenciens et operans pari pena sint" puniendi et" tibi " 
omnino adberere sit peccatum notorie, prout iuris ambiguitas 
in** hoc** non existit ulla**, privamus omnes tuos fautores, 
receptores et defensores, et primo illum Gabadeum^^ tuum 
camerarium, de cuius infestis consiliis tua procedunt nepharia 

20 opera, qui ** testam tuam calvam fantasiis implendo rotat et 
rotatam precipitat confundendo. Item privamus de renibus 
tuis descendentem tuum primogenitum Gabrielem 2, '^privamus 
medicum" tuum inutilem, prothonotarium ütinensem^ homici- 
dam *,quiiuxtatradicionem6alieniherbastemperatasvenenis" tue 

25 informacionis ^ pocula"^ sue* insanie ministravit et cerebellum 
tuum transforma\'it in petram. Privamus et* illum monachum 
demoniacum, legatum infernalem, Kagusinum*, quia^ semper 
nudus praca' incedit contra legitimas canonum sanxiones. 

A examinare 1.2. ^ et add, N. ^ pontificum N. ^ declarare 1. 2. 
30 ® dicto N. ' omnium N. ff et N. ^ esse add. 1.2. ^ cedendum 1. 2. 
^ om. N. ^ omnino add. N. ^ veniant N. ^ tibique N. <> om. 1. 2. 
p Cabadeum 2. ^ que 1.2. ' item add. N. * medium 2. t of». N. 
^ yeneris 2. ^ fatuationi N. "^ potativum N. * etiam N. y qui N. 
' biHchia N. 

35 * Gregors XII. Neffe, Antonius Correr, Camerarius des Papstes, auch 

in dem bekannten Brief des Satans an Johannes Dominici, Kardinal von 
Ragusa, (vgl. Erler, Dietrich von Nieheim S. 439 ff.) als fratrictdtis Oaba- 
daeits genannt. Über die Bedeutung dieses Wortes s. Siebeking, Beiträge 
X. Oesch. d. grossen Kirchenspaltung, S. 20. 

40 * Der Kardinal Gabriel Condulmer, „nepos" Gregors XU. 

' Jakobinus de Torso, als Kardinal genannt ütinensis, päpstlicher 
protonotarius. 

^ Johannes Dominici, Erxbisehof von Bagitsa seit 1408 Marx, als 
Kardinal genannt Eagusinus. Die 4 genannten Männer berief Gregor XIL 
1408 Mai 9 ins Kardinalskollegium. 



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- 174 -- 

Privamus et hos tres apostatas dateque fidei fractores » : Heinri- 
cum ridentem^, Laudensem sompnolentum» et Tudertinum male 
videntem, universos»> et singolos fratueles^ ubique^ terrarum 
coBstitatos omn^qua alioa tibi adherentes, qaacunque preful- 
geant dignitate. Datum® et' actum' in curia nostr© resideiicie 5 
nostro autentico sub sigillo die 17. mensis Junü'etc.** 
Secuntur metra'*: 
Gregorius vir catholicus, papa duodenus, 
Ad baratrum dedit Petri bona, recia vendit. 
Vovit, iuravit, promisit, ratificavit 10 

Hew modo periurans votÄ non solvere curans. 
miser Gregori, nescis horam jnoriendi. 
Cur nou scisma leves, cum dies sint tibi breves? 
Ne difiFameris, tolle scisma sicque beeris. 
I Johannes, Ragusinus*, frater Gabriel, Gabadeus, 15 

Quatuor equales inutiles carpitinales ^, 
Heinricus ridens *, Tudertinus male videns, 
Consors Laudensis \ Christi quos iudicet ensis, 
Sunt^ yppocrite fratreUi, sodomite, 

Nequam latrones, proch, periurii buzerini'. 20 

Christum deludunt, cum papa sathana ludunt. 
Simul priventur, ad ignem proicientur.^ 

i,57.Cap. 27. Bulla Gregorii approbans Sigismundum 
regem Bomanorum. 

Papst Gregor XIL nimmt König Sigmund als Sohn rfe** 25 
Kirche, römischen König und künftigen Kaiser an und 
fordert für denselben von allen Christen Gehorsam. „Quia 

* semper violentum N. ^ item add. N. ^ fratricelloe N. 
<* ubilibet N. « Date N. ' om. N. « Julii N. ^ om. N. 

^ rodeos Ess. ^ Landensis Hss. 30 

^ Die 3 Näohsfgenannten gehören xu den ünterxeichnem der Wahl- 
kapitzdation von 1406 (Souehon 1,294 bexw. 2, 276. 280.) und sind: 
Heinrich Minutoli, cardinalia Neapolitanus, Angelue de Anna, cardtnalis 
Laudensis, und Antonius Calvi, cardinalis Tudertinus, die nach der Abreise 
der übrigen Kardinäle {1408 Mai 11) bei Gregor XII. geblieben waren. 35 
Fon ihnen schloss sieh xuerst Anna {Aug. 30), später auch die beiden 
andern der Kardinalspartei in Pisa an. 

'' ETA. 7,121: „den lachenden Heinrich.'' 

» Auch in Cod. 698, S. 344 der k. Bibliothek EichstäH. 

* Ob nicht Irrtum für Jakobinus? Vgl. oben S. 173 Anm. 3 und 4. 40 

* Öfler und ähnlich {earpidinares) gebrauchtes Wortspiel für eardi- 
nales. Vgl. Siebeking a a. 0. S 15 u. 20. 

<* Vgl. über die 7 Genannten oben S. 173, Anm. 1-4 u, S. 174, Anm. 1. 
' Buxxerini, Dickwänste. 

^ Diese Verse dürften aus der nämlichen Zeit wie die vorausgehende 45 
Sath'e stammen. Qedr. aus Hs. 1 bei Finke, Forschungen S. 154. 



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— 175 — 

dei omnipotentis.^ 1413 Nov. 22 Riminu Gedr, v, iL Hardt 
2, 462; RTA. 7, 28. Vgl. Rnke, Acta 1, 188 f. Gegen 
ihn Mandohnet im Hist. Jahrbuch 21, 392. 

Cap. 28. Bulla Gregarii ad Ludowictim comitem?,^^. 
5 palatiiLum Reni. 

Papst Gregor XII. an Pfalzgraf Ludwig: hat dessen 

Brief empfangen, und fordert ihn zu weiterer Mitarbeit auf. 

„Recepimus litteras.** 1413 Nov. 22 Riniini. Gedr. v. d. 

Hardt 2, 466; Finke, Acta 1, 266. Vgl. besonders über 
10 die Datierung da^. S. 184 jf. 

Cap. 29. Responsio ducis Ludwici ad bullam pre-i,^i?. 

cedentem« 

Pfalzgraf Ludwig an Papst Gregor XII. : teilt Empfang 
seifies Schreibens V07n 22. Nov. mit; Sigmund habe ihm 
15 erst eine kurze Notiz über die Konzilsberufung zugehen 

lassen; bittet für die Union zu wirken, „Litt er as vestre.^ 
Undatiert. [1413 Ende oder 1414 Anfa^ig]. Gedr. v. d. 
Hardt 2, 466; Finke, Acta 1, 267. Vgl. das. S. 184 ff. 

Cap. 30. Littera missa Gregorio ab infrascriptis *.i,5ö. 
20 Brief an Papst Gregor XII. seitens seiner deutschen 

Anhänger, der Bischöfe von Speyer, Worms, Verden u. a. : 
er möge die Beschlüsse des Konstanzer Konzils über die 
Union anerkennen. „Ad vocacionem*^ . 1415 Febr. 7. Gedr. 
V. d. Hardt 2,468. Vgl. Finke, Acta 1, 188, Anm. 

Cap. 31. Procuratorium Gregorii ad approbanduini,5i. 

concilium G onstanciense. 

Papst Gregor XII. erklärt seim Geneigtheit zur Abdankung 
und zur Anerkennung des Konstanzer Konzils, ivenn 
Balthasar Cossa tveder den Vorsitz führe noch überhaupt 
30 dabei amvesend sei. „Terrenas affectiones.*^ 1415 März 13 

Rimifii, Gedr. v. d. Hardt 4, 192 und 370; Mansi 27, 
659 bezw. 733; Harduin 8, 328 bezw. 386. Vgl. linke, 
Acta 1, 188, Anm. 

Cap. 32. Bulla Gregorii resignacionis sub condi-V^. 
35 cione per Sigismundum regem Romanorum. 

Papst Gregor XII. er7ien7U König Sigmund zu seinem 
Stellvertreter mit der Vollmacht, für ihn auf das Papsttum 
zu verzichten, wenn Johann XXIII. und Benedikt XIIL 
dasselbe thun. „Gerentes in desideriis^. [1415 März 15 

40 • epiacopis Wormatiensi, Spirensi etc. 2. 

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— 176 — 

(hezw, 13) RtminiJ, Oedr. Finke, Acta 1, 270 aus Hs. 1. 
Vgl. das. S. 188 f. 

1,33. ÖE^f, 33. Bulla, quod nichil innovetur pendente 
tractatu unionis et mutue visionis. 

Papst Johann XXIII. an König Sigmund: es sollen keine 5 
Neuerunge7i vorgenommen werden ^ die das Uniotiswerk 
stören könnten. „Cum tua serenitas^. 1415 März 1 Konstanz. 
Gedr. v. d. Hardt 4, 50. 

i,54.Cap. 34. Potestas dandi salvum conductum. 

Papst Johann XXIII. an König Sigmund: überträgt die 10 
Machtbefugnis, namens des Papstes freies Geleit zu erteilen. 
„Adpacem.^ 1415 März 1 Konsta^nz. Gedr. v. d. Hardt 4, 51. 

7,55.Cap, 35. Bulla sacri concilii missa universis 
Christi fidelibus contra dominum Johannem et 
excusacionem eins, qua nitebatur se excusare 15 
de recessu de concilio Gonstanciensi, qua scribe- 
bat, quod timore recesserit, qui timor cadebat in 
constantem virum etc., ut supra in bulla, 

Denkschreiben des Konzils an die ganze Christenheit über 
die Flucht d£s Papstes Johann XXIII. „Decet ea*'. 20 
1415 April 17 Konstanz. Gedr. v. d. Hardt 4, 125; 
Mansi 27, 599; Harduin 8, 268. Vgl. Hefele 7, 105, Anm. 

7,d^Cap. 86. Littera de eodem lecta in sessione pu- 
blica post recessum pape. 

Denkschreiben des Konzils Ober die Flucht des Papstes 25 
Johann XXIII. an eine ungenannte Adresse. „Magnam 
concfperunt.*^ 1415 April 17 Konstanz. Gedr. Marthie, 
Thes. 2, 1626 (leicht verändert an die Universität Köln 
gerichtet). 

1,37. Cd^p. 37. Bulla Johannis pape ad excusandum se 30 
de recessu de Constancia. 

Papst Johann XXIII. an die gesamte Christenheit: er sei 
fortdauernd zur Cession bereit. Giebt die Ursachen seiner 
Ilucht an. „Universitaii vestre.^ 1415 April 4 Laufen- 
bürg. Gedr. v. d. Hardt 4, 102; Mami 27, 597. 35 

i,5S.Cap. 38. Littera, quam direxit Johannes papa regi 
Sigismundo statim post recessum suum de Con- 
stan ci a. 

Papst Johann XXIII. an König Sigmund : er befiyide sich 
frei zu Schaffhausen und habe nicht im Sinn, von seinetn 40 



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— 177 - 

Versprechen, der Kirche durch seine Cessioyi den Frieden 
zugehen, abzuweichen, „Gratia dei,** 1415 März 21 1415 
Schafhausen. Druckstellen bei Hefele 7, 92, Änm. 2. 

Gap. 39. Littera, quam papa Johannes ante suami^^p. 
5 deposicionem scripsit regi Sigismundo. 

Papst Johann XXIIL an König Sigmund: dieser wöge 

in Erinnerung an die ihm vom Papst erwiesenen Wohl- 

thaten beim Konzil dahin wirken, dass, soweit es mit der 

Kirchemmion vereinbar sei, nach seiner Cession seine Ehre, 

10 seine Person und sein Stand gescJwnt werde, „Licet 

carissime^ 1415 Mai 26 RadolfszeU. Gedr. v. d. Hardt 

4, 259; Mansi 27, 699; Harduin 8, 361. 

Item licet in prologo promiserim in hac parte prima 

ponere epistolas sive litteras, bullam tarnen Johannis pape, qua 

15 se papatui firmavit abrenuncciaturum, et quedam alia sicut 

procuratorium et cetera hie obmittendo, prout in exemplaribus 

reperi, inter acta ^ concilii Constanciensis posui '. 

**Cap. 40. Libertas data clero per regem Sigis-1,40. 

mundum. 

20 König Sigmund bestätigt dem Bischof Albrecht von Regens- 

bürg, dem Domkapitel und der gesamten Geistlichkeit in 

uj%d ausserhalb der Stadt Regensburg alle Privilegien, 

Freiheiten und Rechte. 1415 Jan. 8 Konstanz. Ungedr.^ 

Wir Sigmund v^on gotes genaden römischer künig, zu 

25 allen zeiten merer dez reychs, und zu ungern, Dalmacien, 

Croacien etc. küuig. Bekennen und tuen chunt offenbar mit 

disem brief allen den, dye in sehen oder hören lesen, und ob 

wir Ton ODgepomer güet und miltichait und auch römischer 

kuncklicher wirdikait wegen, darein wir von götlicher 

30 schikchung, alz wir hoffen, geseczt sein, on underlosz fleyssik- 

lichen sorgen, aller und yegklicher unser und dez reichs 

nndertanen und getrewen nucz und frumen zu füdern und zu 

bestellen, yedoch erkennen wir klärlich, daz uns mer willig, 

genaygt und fleyssig zu sein gepuret aller geystleicher person 

35 recht, genad und freyhait, nicht allain dy altten zu sterkchen, 

• Düser Satx fehlt in 2. ^ In 2 erst nach den beiden nächsten 
Stücken eingetragen, 

* Ihiten im 4. Teil, 

' Regest in Reg, Bote, 12, 183 na^h unbekannter Vorlage; vgl. 
40 Alimann^ Reg. n. 1381. Eine infialillch üb^reinstimynende lateinische ürk. 
von 1415 Jan, 10 Konstant, (Altnianny Reg. n. 1385) ist gedr. bei Ried 2, 
970 nach dem Original. 

QaoUon and EroerieraDgen N. F. I. 12 



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— 178 — 

sunder in auch new ze geben und sie dabey genädikchleich zu 
hanthaben und zu schirmen und in auch frid und gemao.h ze 
schaffen. Wann nu der erwirdig Albrecht, bischofif zu Regens- 
purk, unser fürst, rat und lieber andächtiger, von seinen und 
der ersamen probstzs, techantzs und dez capitels ze Regenspurck 5 
wegen für uns komen ist und uns dyemütickleich gepeten 
hat, daz wir im alle und yeklichen seine, seiner kirchen und 
der egenanten probstzs, techantzs und capittels und der 
ganczen pfaflhait und geystlichait, paydem mannes und weybes 
gesiecht, inwendig und auswenndig der stat zu Regenspurk, lo 
und iren nachkomen alle und yegkleiche ire brivilegia, brieff, 
gnad, freyhait und recht, die sye und ir vordem von römischen 
kaysern und künigen, unsern vorvodern an dem reich, und 
sust von allen andern fürsten und herren, geystlich und 
wemtlich, auf alle und yegkliche guter, recht und gewonhait 15 
herpracht haben, ze bestätigen, zu vernewen und zu confirmiren 
genädikchleich geruchten. Dez haben wir angesehen solich ir 
dyemütig gepet, willig* stätichait und getrew dienst, dye der 
vorgenant Albrecht, byschofT, probst, techant und capitels vodern 
unser vorvodern an dem reich, römischen kaysern und künigen, 20 
beweyset und getan haben und der selb Albrecht bischoflF, 
probst, techant und capittel uns^ und dem reich beweysen und 
tun mtigen in künflftigen zeiten, und haben darumb mit wol- 
bedachtem muet, gutem rat unserer fürsten, grafen, edeln und 
getrewen und rechtem wissen in und allen den pfaffen und 25 
geystlichait, payd mannes und weybes gesiecht, inwendig und 
auswendigs der obgenanten stat zu Regenspurk, alle und 
yegkliche irew brivilegia, brieff, genad, freyhait und recht, dye 
sye von den egenanten römischen kaysern und künigen, unsern 
vorvodern, und sunst von allen andern fürsten und herren, 30 
geystleichen und werltleichen, aufif '^ yegkleiche ire ^ guter, recht 
und gewonhait redlich herpracht haben, bestätigt, vemewt, 
confirmirt und bevestet Bestätigen, vernewen, confirmirn und 
befesten in die auch in krafft dez brieffs und römischer 
künkleicher machtvolkomenhait. Auch seczen uod wellen wir 35 
zu ewigen Zeiten unzerprochenleich, ob dhainerlay gesecz oder 
gewonhait dhainer stat geweitigen, burgermaister oder burgern 
oder andern gegen der vorgenanten kirchen freyhait und auch 
geystleich und auch kayserleich gesecz verlihen und geben 
wären, daz die selben vernicht sein, und vernichten die ^ auch 40 
in kraft dez briefs und hayssen die auch inner zwayer monaten 

» wülig gepet 2. *» om. 2. c ./^ 2 ist hier einkarrigiert : alle und- 
^ auch die 1. 



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Qoo^(^ 



— 179 — 

nach verchünndung dicz gegenwärtigen unsers geseczs aus 
iren capittelnptichern tuo und geschritten. War aber, daz 
yemant wider dicz vorgenant unser gesecz tat, der sol 
beraubt sein aller seiner gewalt, und wellen, daz die stet, dar- 
5 inn daz geschäch, unserer künckleichen und des reichs acht 
underligen und unsern chamern tawsent marck lötigs golds 
vervalien sein sulle, und daz dye gewaltigen, bürgär, seczär 
und schreyber der vorgenanten vemichtiger der geseczz und 
gewonhait, ir rat und auch dye, dy nach den selben geseczen 

10 und vemichtigen gewonhaiten richten und urtaylen, versmächt 
und erlös sullen sein, also auch, daz dy urtail oder ansprüch 
nicht haltten oder dhain krafft haben sullen. Und war, daz 
sy sich in ainem jar disen gegenwürtigen unsern künkchleichen 
geseczen nicht stellen oder gehorsam sein wolten, so haissen 

15 wir irew guter in allen landen von allermanckleich auffhalden, 
angreififen und nemen zu der pen, die wider die selben an dem 
gemainen rat ausgesprochen ist. Auch seczen und wellen wir, 
daz chain gemain oder chain person chain ungelt, stewr oder 
losung der* vorgenanten kirchen und geystlichem gewalt an- 

20 slahen oder aufiFseczen oder ir guter angreyfFen sullen. Wer 
aber darwider täte und daz der selben kirchen zu pessern 
nicht geruchte, der sol der obgenanten unser achte under- 
ligen und der egenanten pen unlassleichen verfallen sein. 
Geschäch aber, daz ein^ gemain oder person ein gancz jar 

25 umb der vorgenanten kirchen freyung in dem geystlichem 
pann frävenlich belib, daz wellen wir auch unser und dez 
reichs achte underligen, darauz in nyemant tun sol, er sey 
dann mit der vorgenanten kirchen und person gänczlich 
verriebt. Auch seczen und wellen wir, daz nyemant kainen 

30 geystlichen personen leybhaflftig umb dhainerlay sach oder ir 
gut in werltleich gericht wider geystleich und kayserlich 
geseczz ziehen oder ayschen sullen. Wer aber darwider tat, 
der sol seiner sach verlustig sein, und sullen auch daz gericht 
und urtayl vernichtet und der riehter seiner gewaltt berawbt 

35 sein. Auch haben wir von besundem genaden die vorgenanten 
Albrechten, bisehoff, probst, techant, eapittel, pfaffhait und 
geystleichew ordenung der stat zu Regenspurgk in unser und 
dez reychs scherm und schüczung genomen und nemen sye 
auch darein in krafft diczs brieffs und romischer kunkchleicher 

40 machtvolkomenheit. Darumb so gepieten wir allen und 
yegkleichem fürsten, geystlichem und werltleichem, grafen, 
freyen, rittem, knechten, vogtou, amptlewten, burgermaystern, 

* oder 2. *» chain 1. 2. 

12* 



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^ 180 — 

räteD und burgern und sunst allen unsem und dez reychs 
undertan und getrewen emsüeichen und vestikleich mit disem 
brieff, daz sie dye vorgenanten Albrechten, bischofif, probst, 
techant, capittel, pfaffhait und geystlichait und ir nachkomen 
an den obgenanten unsem bestätigung [und •] vemewung seczen 5 
und newen, genaden, nicht hindern noch irren in dhainer^ 
weis, sunder sie dapey mit ruen beleiben ze lassen, als lieb 
in sey unser dez reichs swär ungenad zu vermeyden und pey 
verliesung der obgeschriben pen, halbs unser und dez reichs 
chamern und halb den vorgenanten bischöf, probst, techant 10 
und capittel unlässleich zu beczaln. Mit urkund ditzs brieffs 
versiegelt mit unser kunkchleicher mayestet insigel. Geben 
1415 ZM Costencz nach Christi gepurd vierczehenhundert jar und 
Jan, 5. darnach in dem funfczehenden jar an sand Erharts tag, unser 
reich dez ungerischen etc. in dem XXVIII. und dez römischen 15 
in dem fünften jaren. 

i,4i.Cap. 41. Libertas data clero per Ludwicum IV. 

Ludwig d. Bayer bestätigt dem Klerus sehier bayerischen 
Lande alle von Päpsten toid Kaisern erlangten Freiheiten, 
1322 Dez. 19 München, Gedr. Mon, Boic. 2, 144, 15, 20 
564; Ried 2, 800 u, a, a. 0, 

1,42- Ca f, 42, Littera, quam Sigismundus rex Roma- 
norum direxit domino Johanni pape post corona- 
cionem suam in regem Aquisgrani factam pro 
confirmacione. 25 

1414 Nov. 9 Aachen. Oedr. RTA. 7, 239, wo auch die. 
früheren Druckstellen angegeben sind. 

i,45.Cap. 43. Bulla Gregorii IX. missa Friderico im- 
peratori IL 

Papst Gregor IX, ertnahyit Kaiser Friedrich IL, auf die 30 
himnüischen, nicht die irdischen Freudefi seinen Sinn zu 
richten, und erklärt ihm die Mysterien der kaiserlichen 
Insignien: Kreuz, Lanze, Krone, Scepter und Apfel. 
„Ad ostendendum" , 1227 Juli 22 Anagni, Gedr, Mon, Germ, 
hist., Epist, saec, 13,, 1, n, 365. Siehe das, die älteren Drucke 35 
mid vgl. Winkebnann, Kaiser Friedrich IL, 1, 322, Anm, 3, 

;,44.Cap. 44. Littera Johannis pape XXIIL data Fride- 
rico duci Austrie, quando fecit eum generalem 
capitaneum ecclesie. 

Papst Jofiann XXIIL verbündet sich mit Herzog Friedrich 40 

» am. 1. 2. *> dhainerley 2. 

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— 181 — 

von Oesterreich'Tirol und macht ihn zum Generalkapitän 
aller j)äpstlichen Truppen^ wogegen ihm dieser Schutz ufid 
Sicherheit verspricht, sowohl während seines Aufenthalts in 
Konstanz, als auch wenn er diese Stadt wieder verlassen 
5 wolle. „Dmn intuitus^. 1414 Okt. 15 Meran. Gedr. 

V. d. Hardt 2, 246. Vgl. Hefde 7, 23, Anm. 5. 

Cap, 45. Subieccio Friderici ducis Austrie TQgil,45. 
Sigismnndo propter recessum Johannis pape a 
concilio. 

10 Herzog Friedrich von Oesterreich vbergieht dem König 

Sigmund aUe seine Länder, bis es dem König gefalle, sie 
ihm wieder zurückzugeben; verspricht femer, dass er den 
Papst Johann XXIII. nach Konstanz zurückbringen und 
so lange daselbst als Geisel bleiben wolle, bis das Ver- 

15 sprochene erfüllt sei. 1415 Mai 5 Konstanz. Gedr> 

V. d. Hardt 1, 199 und 4, 162; Mansi27, 638; Harduin 
8, 306. 

Cap. 46. Littera prescripta in teutonicum translata'i,^^. 

Dieselbe Urkunde deutsch. 1415 Mai 7 Konstanz. Gedr. 
20 Janssen, Frankfurts Reichscorrespondenz 1, n. 502 (vgl 

die Anm. das.); Richental, hsg. v. Bück, S. 68 (mit 
falschem Datum, März 27); Wi^idecke, hsg. v. Altm^nn^ 
S. 60 (vgl. das. S. 72). 

Cap. 47. Littera regis Romanorum, qua Fridericusi,47. 
25 dux Austrie racione excessuum proscribitur. 

König Sigmund verhängt die Reichsacht über Herzog 
Friedrich von Oesterreich. 1415 März 30 Komtanz, 
Gedr. ausser an den bei Altmann, Reg. n. 1542, an- 
geführten Orten bei Döllinger 2, 314. 

30 Cap. 48. Littera missa segi Romanorum per regemi,^5. 
Arragonum. 

König Ferdinand von Aragonien an König Sigmund: 
er habe die Nachricht von der Flucht des Papstes 
Johann XXIH. erhcdten. Sigmund solle sich trotzdem 

35 nicht abhalten lassen, das begonnene Werk zu vollenden. 

„Nuntiatum fuit^ 1415 April 28 o. 0. Gedr. in des 
Petrus von Mtadenomcz Historia de fatis et actis magistri 
Johannis Hiiss Constanciae bei Höfler, Geschichtschreiber 
1, 174. 



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— 182 — 

l,49.C^jy, 49. Littera* alia eiusdem regis Arragonum 
ad eundem regem Komanorum de Johanne Huss 
heresiarcha. 

König Ferdinand von Aragonien fordert König Sigmund 
zu riicksichtslosem Vorgehen gegen Johann Hus auf. 5 
„Inter alias," 1415 April 28 o. 0. Gedr, Höfler, Geschieht^ 
Schreiber 1, 173; DöUinger 2, 317 ; Pcdacky, Documenta 
S. 539. 

1,50. Cap. 50. Subtraccioobediencieper dominum regem 
Arragonum facta domino Petro de Lima olim Bene- 10 
dicto XIII. in eins obediencia niinccupato. 

König Ferdinand von Aragonien sagt sich von der 
Ohedienz d^s Papstes Benedikt XIII. los. „Pn- terrenum." 
1416 Jan. 6 Perpignan. Gedr. v. d. Hardt 2, 554 
(vgl. auch 4, 885); Mansi 27, 824; Harduin 8, 487; 15 
Döllinger 2, 382. 

IfOl.Csk]^. 51. Littera concilii de Benedicto XIII. 

Das Konzil zu Konstanz teilt mit, da.'is es heute die nach 
dem Vertrag [von Narhonne] an die Spanier zu erlassen- 
den Eitüadungsbriefe habe ergehen lassen, fordert auch '^^ 
alle übrigen vom Konzil noch abwesenden Prälaten und 
insbesondere Kardinäle zum Besuch des Konzils auf und 
lädt ebenso mch abwesende Fürsten oder deren Vertreter 
dazu ein. „Quantis ecclesia.** [1416 Febr. 4 KonstatizJ.^ 

Sacrosancta generalis Constanciensis synodus ad futuram 25 
rei memoriam. Quantis ecclesia sancta calamitatibus quamdiu 
lacerata pestifero scismate laboraverit, cuncti Christi fideles non 
solum noticia, sed malorum experiencia didicere, et insuper, 
quam multi, sed in irritum, catholicorum labores ad illud 
tollendum extirpandumque, quam multum preterea, sed in- 30 
cassum, fuerunt tentata remedia forte ideo, quia irato nobis 
deo propter peccata nostra nondum tempus salutis advenisset: 
nuUa hominum soUicitudo, nulla »studia, nulla suflFecere concilia, 
quin ymo velut in contrarium versa peiora omnia fieri vide- 
bantur. Sed tandem* post multos labores misericordis dei pietas 35 
ad ecclesiam suam prospexit et** efifecit, quod in eins spiritu, 
qui, ubicunque volt, spirat, in hac civitate Constanciensi sub 
apostolica vocacione*^ et christianissimi principis domini Sigis- 

» tantum 2. ^ efiecitque ohne et und quod 1. 2. ^ vacacione 1. 2. 

* Den Text dieses Briefes hat Andreas oben S. 118 heniäxt. 40 

* Vgl. unten S. ISö, Anm. 



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— 183 — 

mundi Romani regis tuicione convenimus, ubi ipso operante 
sancto spiritu pro unione et pace ipsius ecclesie deinceps 
meliora nobis omnia cottidie successerunt Nam post domini 
olim Johannis pape XXIII. sie in sua obediencia nominaü 
ö canonicam deposicionem, ipsius insuper post sentenciam, cui 
acquievit et expresse consensit, spontaneam papatui cessionem 
dominus ille, qui in sua obediencia vocabatur Gregorius 
papa XIL, per procuratorem suum legitimum coram nobis in 
sessione soUempniter congregatis et consedentibus omni iuri % 

10 quod pretendebat in papatu, et ipsi papatui sponte cessit. Et 
cum restaret tantum dominus Benedictus sie in sua obediencia 
nominatus, ut similem faceret cessionem, ad quod preter 
iuramenti religionem, qua constrictus erat, de iure divino 
human oque tenebatur, ad id sibi swadendum eumque requiren- 

15 dum prefatus rex in Arragoniam accedere disposuit, ut in 
tempore et loeo, sicut cum oratoribus illustrissimi principis 
domini Ferdinandi regis Arragonum ac ipsius Benedicti, qui 
tune ^ ad ipsum Bomanum regem ^ ab ipsis missi venerunt, 
prefixerat 2, cum eisdem rege Arragonum et Benedicto conveniret. 

20 Et nos reverendos patres et venerabiles vires, archiepiscopos, 
episcopos et alios litteratos et doctos vires ex sacro concilio 
oratores nostres ad idem peragendiim et ad prosequendum non- 
nulla alia ad unionem pertinencia cum domino Bomanorum 
rege sufficienti potestate suffultos destinavimus. Sic prefatus 

25 Bomanorum rex pro ecclesia dei solita pietate soUicitus post- 
positis imperii et regnorum suerum urgent issimis, que sibi 
imminebant, negociis per longa laboriosaque itinera alienas 
terras peragrare non dubitans Perpinianum accessit commeanti- 
bus secum oratoribus prefatis. Ipse vero rex Arragonum, qui 

30 tune Valencie gravissima*' egritudine ^ morti proximus timebatur, 
contra valitudinem* medicerumque consilia, ut ipse iuxta 
promissa tanto dei et ecclesie negocio non deesset, se mari 
cum magno vite periculo cemmittere non expavit. Mira 
quidem tantorum prineipum pietas, qui suammet salutem 

35 voluerunt pro ecclesie salute negligere, Convenientibus autem 
prefatis regibus^ et ipso Benedicto ac ipsis oratoribus nostris 

» iure 2. *> reg. Rom. 2. c gravissime 1. 2. 

* 1415 Jan. 8. Fromme, Die spanische Nation und das Konstanxer 
Konxil, S. 4, 

40 * 1415 Marx 4; per totum mensem Junium sollte die Zusammen- 

kunft stattfinden. 

' Fromme S. ö, Änm. 1. 

* Diese Worte hat Andreas oben JS. 140 verivendd. 

* Am 18. Sept. 



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- 184 — 

ot prefatum Benedictuni requirentibus, ut, sicut promiserat, 
iuraverat ac tenebatur, cederet * iDstantibus pariter requisicioni 
huiusmodi illustrissimorum regum Francie, Castelle, Sicilie 
atque Naverre** honorabilibus oratoribus ac magnificis et potenti- 
bus dominis oomitibus Fuxi^ et Armeniacl necnon aliis non- 5 
nuUanim precipuarum eorum regnorum civitatum procuratoribus, 
po8t multas fallacias et subterfugia, quibus eos idem Beuedictus 
eludere conatus est, suam tandem dariciem patefecit. Non enim 
illum dei timor, non religionis vinculum, non honestatis 
Gonsideracio, non denique tantorum principum auctoritas nee 10 
populorum supplicacio nee tocius christianitatis tarn diu per 
dictum scisma divise ac lacerate calamitas mollire potuit, ut 
ad dandam ecclesie pacem inclinaretur, sed in priori duricie 
obstinatissimus omnibus spretis delusisque a Perpiniano 
recessit* marique devectus se in Pauiscule®« arce, quam ipse 15 
sibi diu ante premunierat, pro perfidie sue tutela recondidit. 
Eeges vero et principes et principum et populorum, qui ibi 
convenerant, legati, qui antea eidem Benedicto tamquam pape 
obediverant, tunc pertinacem illum scismaticumque detestantes 
eum relinquere et ecclesie dei unioni coherere sanius propo- 20 
suerunt et sub certis, equis et honestis modis cum prefato 
Romanonim rege et ipsis oratoribus nostris convencionem * 
inierunt et statuerunt, quod videlicet prelati ipsorum regnorum 
ac terrarum et locorum obediencie ipsius Benedicti per certi 
tenoris litteras a nobis requirendi^ intra certum temporis 25 
spacium in sanctam synodum Constanciensem convenirent 
nobiscum ad procedendum contra ipsum Benedictum ad eins 
per* canonicas sancciones de papatu, quem pretendit, eieccionem 
et dampnacionem, ut exinde de unico pastore Christi vicario 
ecclesie sue sancte provideretur, et ad alia, que pro pace et 30 
tranquillitate et reformacione ipsius visa fuerint statuenda. 
Qui iam deo propicio sinceram suam mentem accionibus 
prosequentes ac vocacionem nostram magno ^ unionis zelo 
prevenientes eidem Benedicto obedienciam universaliter sub- 
traxerunt. Ex quo et aliis regum et prelatonim diligenciis 35 
firmissime speramus, quod habitis litteris nostris, per quas 

* oedere 1. 2. ^ atque add. 1. 2. ^ so 1, perauiscule arte 2. 
^ requirendum 2. « sed 1. 2. ' magnam 2. 

* Foix und Ärmagnac. 

« Am 13. Nov. 40 

' Pmüeola. 

* Dm Vertrag von Narbonne 1415 Dex, 13. Druckstellen bei Hefele 
7, 247. 



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— 185 — 

hodie* iuxta conventa eos duximus requirendos, absque mora 
aliqua nobisciim in hac civitate Constanciensi in unum corpus 
et in unum concilium iuxta promissa * convenient. Cum autem 
ipsis venientibus nichil aliud restat, quam quod contra obsti- 
o natam duriciam ipsius Benedicti synodali auctoritate procedatur, 
cum iam principes et prelati, omnium denique Christi fidelium 
populus in ipsius ecclesie unitatem consenciet, ne prelati alii, 
qui iam dudum auctoritate apostolica vocati et qui actenus 
venire neglexenint, in ipso ad;iculü et conclusione unionis 

10 deficiant, sed omnes ad hoc sanctum opus deoque acceptissi- 
mum undique concurrant, eos eciam, licet non sit opus amplius 
vocare, cum alias fuerint** apostolica auctoritate sufficienter 
vocati, tamen duximus requirendos. Omnes igitur et singulos 
patriarchas, archiepiscopos, episcopos, abbates et ceteros ec- 

15 clesiarum et monasteriorum prelatos necnon ipsos et aliquos 
licet paucos Romane ecclesie cardinales ab hac synodo absentes 
ex habundanti et sine preiudicio prioris vocacionis, sed pocius 
eam confirmando, hortamur in domino eosque requirimus et 
monemus ac in virtute sancte obediencie auctoritate sacri 

20 concilii tenore presencium precipimus et mandamus, quatenus 
personaliter, illustrissimos vero principes, reges, duces, marchio- 
nes et alios, quos huiusmodi concilio ad esse equum est vel 
qui in eo prodesse possunt quoquomodo, per viscera miseri- 
cordie Jesu Christi invitamus et horiÄmur, quatenus per se vel 

25 soUempnes suos oratores intra trium mensium spacium ipsi 
Constandensi concilio presenti intersint, ut sie congregata 
fidelium multitudine copiosa, que in eodem concilio decernenda, 
disponenda expediendaque fuerint, adiutore deo salubrius 
ordinentur, indicentes singulis prefatis, quod per istam voca- 

30 cionem non intendimus desistere a prosecucione unionis . . . • 
in hac synodo agendorum . . .^, quibus expediendis cottidie 
insistimus et . . .° cum dei adiutorio perficere precipue in adventu 
prelatorum et aliorum de obediencia quondam Benedicti 
predicti, quos infra breve tempus exspectamus. Sed vos 

35 omnes et singuli** venientes admittemini in eo statu, in quo 
tunc erit hec sancta synodus, cuius potestatem et auctoritatem 
non intendimus per hanc vocacionem in aliquo impediri vel 
esse in suspenso, volentes, quod contra huiusmodi nostram 

» premiraa 2. ^ fuerunt 2. ^ In beiden Hss. leere Stellen; doch 
40 fehlen anscheinend nur tvenige Worte. ^ Bingulos 2. 

* Der Einladungsbrief an die Spanier tcurde 1416 Febr. 4 erlassen; 
Hefele 7, 249, 



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— 186 — 

vocacionera nulle licencie se ab hac sancta synodo absentandi 
seil abeundi vobis aut vestrum singulis quacunque aiictoritate 
concesse suffragentur, quas eciam, in quantum opus fiierit, 
de presenti revocamus et irritas et inanes esse decernimus. 

Versus sive testamentum Petri de Luna. 5 

Petrus ego pridem vocitabar et hinc Benedictus, 
Depositus rursuni Petrus ego vocitor. 
Ecclesie voto iuramentoque* tenebar 
Scismata, censuras tollere de medio. 
Dum kathedra sedi, dominandi ceca libldo 10 

Me non permisit solvere, que pepigi; 
Fratnim pontificum, regum precibus monitisque 
Tocius ecclesie cedere non volui. 
Voti transgressor, iuramenti quoque fractor 
Asseror a cunctis non sine demeritis. l» 

Ad sacram synodum, cui dat Constancia nomen, 
Citor nee parens dampnor et eicior.^ 

i,52.Cap. 52. Littera^ ducis Johannis Bavarie missa 
concilio, quando presentavit Jeroniraum de heresi 
infamatum. '-^^ 

Pf(d^(jraf Johann an das Konzil zu Konstanz (gelegentlich 
der Zufuhrumj des in seinem Gebiet (jefangenen^ 
Hieronymus von Prag. 1415 Mai 8 Sulzha<:h. Gedr. 
Schelliorn, Acta hist.-eccL 1, 44; DöUinger 2, 318, 

i,55.Cap, 53. Eegraciatoria concilii ad ducem Jo-S.") 
hannem Bavarie, qiii Jeronimura transnüsit Con- 
stancia m. 

Dankschreiben des Konzils zu Konstanz auf den vorigen 
Brief, Vmlatiert,^ Gedr, Schelhorn a. a. 0. 1, 47 ; 
DöUinger 2, 320. oO 

i,5^.Cap. 54. Citacio sacri concilii Constanciensis. 

Das Konzil zu Konstanz fordert alle Prälaten, die Im im 
Konzil zu erscheinen verpflichtet und nicht über 15 Tag- 
reiseti von Konstanz entfernt seien, dringend auf, dass 

» que om. 2. 3,') 

1 Die Absetxung Benedikts XIII. erfolgte 1417 Jidi 26. 

' Findet sich auch in Cod. Ä. IL 34. der Baader Universitätsbiblio- 
thek und in cod. IcU. 1508 der Pariser Nationalbibliothek. 

« Vgl. oben S. 143. 

* Am 23. Mai war Hieronymus von Prag nach Konstanz gebracht 4<" 
worden; Hefele 7, 133. 



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— 187 — 

sie bis zum letzten Septeniber sicher eintreten. „Utriicsqiie 
testamenti.** 1415 Äug. 17 Konstanz, Gedr. DölUnger 
2, 325. 
Cap. 55. Liberias Judeorum. 1,55. 

5 Papst Martin V. hestätiyt den Jtulen auf Ansuchen König 

Sigmunds alle von den Päpsten verliehenen Freiheiten und 
ausserdem einige durch den päpstlichen Vtcecafnerarius 
Ltidfrig Alamamli zu erklärende Artikel über gewisse 
Immunitäten und GmuUn. „Quamms pocius." 1418 Febr. 

10 12 ^ Konstanz. Gedr. Analecfa iuris pontificii 12 (1873), 

385. Regest in Reg. Boic. 12, 276, daraus in Heffner, Die 
Juden in Franken, S. 20, daraus dann in Wiener, Rege^sten 
z. Gesch. d. Juden in Deutschland 1, 181, n. 511. Regest 
bei Vernet, Le Pape Martin V. et les Juifs, in Revue des 

15 questions historiques 51 (1892), 410 mwh Registerband 

352, Bl. 110' des vatikanisclien Archivs. Vgl. Kerler, Zur 
Geschichte der Besteuerung der Juden durch Kaiser Sig- 
mund, in Zeitschr. f. d. Gesch. d. Juden in Deutschi. 3, 8, 
anscheinend ohne Kenntnis der bezeichneten Druckstelle^ 

20 Vgl. auch Marini, Degli archiatri pontißci 1, 135. 

Cap. 56. Alia littera de libertate Judeorum. h5G. 

Ludwig Alamandi giebt die in der vorausgehefiden Bulle 
erwähnten Erklärungen ; entzieht die Jiulen in Deutschlaml 
und Savoyen den geistlichen Richtern unter bestimmten 
25 Ausnahmen u. s. w. 1418 Febr. 22 Konstanz. Gedr. 

Acta iuris pontificii 12 (1873), 386. Regest bei Vernet 
a. a. 0. aus Cameralienband XXIX, 4, Bl. 73' des 
vatikanischen Archivs. Vgl. Kerler a. a. 0. Anm. 3, 
anscheinend ohne Kenntnis der Druckstelle. 

30 Cap. 57. Littera alia de libertate Judeorum. ^,^7. 

König Sigmund befiehlt allen Ständen, Vögten, Aintleuten 
und Unterthanen, die Juderischaft bei den Rechten und 
Freiheiten, die ihr Papst Martin V. bestätigt habe, bleiben 
zu lassen. 1418 Febr. 26 Konstanz. Gedr. Zeitschrift 

35 /. d. Gesch. d. Juden in Deutschland 5, 191. Vgl. 

Ältmann, Reg. n. 3015. 

[Cap. 58.] Ohne Kajntelbezeichnung uml Ueberschrift. 1,58. 

Pajjst Martin V. erneuert die Privilegien der Juden. 
„Sicut Judaeis.** 1422 Febr. 20 Rom. Gedr. Analecta 

40 ' 12. y tcie Kerler sagt, nichi 14. Febr., wie es in den Anal. u. bei 

Voyelstein u. Bieger, Oesch. d. Juden in Born, 1, 324 hcisst. 



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— 188 - 

iuris pontlficii 12 (1873), 387 A Regest bei Vermt 
a. a. 0. S, 414 am Registerhatul 367, BL 158' des 
vatikanischen Archivs. Vgl. Raynaldus, Ann<d. ecd. ad a. 
1422, n. 36 und Reg. Bote 12, 385. 

Explicit pars prima huius operis de epistolis 5 
sive litteris. 

* Dort fdUMich ins J. 1423 veraetxL 



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Sequitnr pars seounda, in qua ponitur concilium 

Pysanum. 

Gap. 1. Ohne Überschrift. 2,1, 

Denkschrift über Entstehung und Fortgang des Schisinas, 
5 Verlesen in der Sitzung des Konzils zu Pisa 1409 April 24. 

„Coram hac^. Druckstellen bei Hefeleß^, 1011, Anm. 1. 
Vgl. Souchon 2, 49. 

De appellacione Buperti regia Romanorum contra con- 
cilium Pysanum et littera, quam idem misit clero Katisponensi 
10 eadem de causa, vide in parte prima ^ huius operis de epistolis 
sive litteris diversorum •. 

Gap. 2. Deposicio sive sentencia deposicionis^,^. 
Gregorii Xu. et Benedicti XIII. 

Das Konzil zu Pisa setzt die Päpste Benedikt XIIL und 
15 Gregor XIL ab, „Christi nomine*'. [1409 Juni 5 Pisa], 

Gedr. Hefele 6^ , 1025. Siehe das. die älteren Druckorte. 

Cap.^ 3. Quando fuerit lata hec sentencia. 2,3. 

Anno domini 1409., indicoione 5., die vero Mercurii, b.l409 . 
mensis Junii hora terciarum vel quasi in ecclesia kathedrali Juni 5. 
20 Pysis lecta et promulgata est hec sentencia per reverendum 
patrem et dominum patriarcham Alexandrinum assistentibus 
sibi Iberosolimitano et Antioceno patriarchis a dicta synodo 
ad preniisua deputatis.^ 

Cap. 4.*^ De** cedula reformacionis universalis^,^. 
25ecclesie. ^ 

Sequitur cedula, quam omnes cardinales sigillatam eorum 
secretis ante* prolacionem antedicte sentencie de et super 
reformacione universalis ecclesie sancte synodo assignarunt 

» Dieser Satz fehlt in 2. ^ Das ganxe Kap. feJtU in 2. ^ III. 2. 
30 ^ om. 2. 

» Oben 1, 20 und 21; S. 169. 
« Vgl. Hefele 6^, 1024. 

* Verlesen wurde die Urk. erst in der allgemeinen Sitxung vom 
10. Jtini. Sie ist undatiert und manches an ihr, wenigstens wie sie über- 
35 liefert ist, zweifelhaft. Vgl. Souchon 2, 56 f. 



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- 190 - 

Die Kardimle versprechen für den Fall ihrer Wald feier- 
lieh, den Wilnscheyi der Konzilsväter auf Reform der Kirche 
entgegemukomtnen, „Nos omnes". Ohne Datum [1409 
Juni 10 Pisa]. Gedr. d'Ädierij 6, 328; v. d. Hardt 2, 140; 
Mami 26, 1149. 1229; Harduin 2, 16. 87, u. a. a. 0. 5 

2,5.Cap. 5.* Modus procedendi in concilio. 
1409 In nomine doraini Amen. Anno domini 1409., indiccione 2., 

März 25. 25. die mensis Marcii, in die annunciacionis B. Marie in con- 
cilio generali pro unione ecclesie sancte dei in civitate Pysana 
congregato hora 12. vel quasi fuit inceptum negocium unionis, lo 
et facta est processio sollempnis per cardinales et alios prelatos 
per civitatem Pysanam de ecclesia S. Michahelis in burgo 
incipiendo usque ad ecclesiam kathedralem sive maiorem in 
Pysis. Ibique incepta fuit missa de annuncciacione gloriose 
virginis Marie per cantores sollempni ritu, et dominus Petrus 15 
de Turegio^ cardinalis eandem celebravit. In qua quidem 
missa dominus Leonhardus de Florencia sacre theologie professor 
ordinis fratrum predicatorura fecit sermonem et primam 
sessionem sequenti die, videlicet Marcii 26., indixit fiendam. 

2,ö.Cap. 6. Sessio prima. 20 

Marx 26. Altera die, videlicet 26. Marcii mensis supradicti, ad- 

veniente hora 13. vel quasi in kathedrali ecclesia Pysana con- 
gregatis ibidem dominis sancte Romane ecclesie cardinalibus 
utriusque coUegii 25 ^ in numero et aliis archiepiscopis, epi- 
scopis ac abbatibug necnon ceteris ambasiatoribus regnm, 2h 
principum, universitatum et communitatum incepta fuit missa 
cum sollempni ritu de sancto spiritu. Quam quidem missam 
dominus Johannes Wivariensis*, episcopus Hostiensis, celebravit 
cum Gloria et Credo. Eaque finita domini cardinales aliique 
archiepiscopi, episcopi et abbates induerunt se pluvialibus et 3(' 
niitris. Qui quidem domini cardinales unacum archiepiscopis, 
episcopis et abbatibus et aliis prelatis et ambasiatoribus 
iverunt ad medium ecclesie, ubi facta erant sedilia pro concilio 
tenendo. Ipsisque ibidem collocatis, antequani concilium sedit, 
dyaconus cardinalis protestabatur et dixit alta voce, quod nulli 3r> 
ecclesie seu persone preiudicet in posterum, si non essen t 

i Die in diesem und den nächsten 2 Kapiteln entfialtenen Acta eon- 
cilii Pisani sind verschieden von den grösseren bekannten alten Akten- 
Sammlungen über das Konxil (vgl. Hefele 6' 2, 992), iceshalb sie hier mit- 
geteilt werden. 40 

* Kardinal Petrus von Tkury. 
» Vgl. dagegen Hefele Ö«, 993. 

* Johann vo9i Brogni, Bischof von Ostia, als Kardinal geaamil 
Vivariensis; vgl, Hefele 0'^, 994, Anm. 3. 



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— 191 — 

situate in ordine suo. Deinde dominus* presbiter cardinaiis 

Mediolanensis Petrus de Gandia ordinis fratrum minorum 

postea electus in papam vocatusque Alexander V. ascendit 

pnlpitum in loco concilii et incepto themate, videlicet:^ Hec 

5 est Victoria, que vincit mundum, fecit sernionem, in quo 

posuit contra Angelum Corario et Petrum de Luna 16 con- 

clusiones. Quo sermone completo cappellani cantaverunt anti- 

phonam, que cantatur feria 4. in capite ieiunii: Exaudi nos, 

domine, quam etc. Qua finita dyaconus, qui legit ewangeliura 

10 inmissa, dixit alta voce: Orate. Et tunc omnes domini cardi- 

nales depositis mitris flectentes genua prolixius oraverunt. 

Postea surrexit dominus Wivariensis episcopus cardinaiis et 

dixit: Oremus. Oranipotens sempiteme deus, quia** tua miseri- 

cordia nos incolumes in hoc loco specialiter congregasti, mentes 

15 nostras, quesumus, paraclitus, qui a te procedit, illuminet et 

inducat in omnem, sicut tuus promisit filius, veritatem cunctos- 

que in tua fide et caritate corroboret, ut exercitati a temporali 

concilio proficiamus ad eteme felicitatis augmentum per eundem. 

Deinde incepta fuit letania per duos cardinales presbiteros. 

20 Similiter et alii prelati fiexis genubus fuerunt sine mitra. Qua 

letania finita dominus Wiirariensis surrexit et dixit: Oremus. 

Assumus, domine, sancte Spiritus, assumus peccati quidem etc. 

Hanc oracionem require in ordine concilii provincialis ^ huic 

volumini inserto. In qua oracione non fuit dicta benediccio, 

25 sed solum oracio confirmata. Qua oracione dicta dixit 

dyaconus cardinaiis: Erigite vos. Confestim surrexerunt cum 

omni timore dei et disciplina. Deinde dyaconus ipse paratus, 

ut moris est, cum duobus ceroferariis in loco ordinato cantavit 

ewangelium: ^Designavit dominus septuagiuta duos discipulos. 

:iO Quo finito dominus Wivariensis episcopus cardinaiis incepit 

yrapnum : Veni creator spiritus. Et omnes prostraverunt se 

et flexerunt genua. Quo ympno cantato subdyaconus cum 

dyacono dixerunt versus: Loquebantur etc. cappellani etc. Et 

per totura concilium ipsis cxistentibus sine mitra et cum 

;i5 devocione dominus Penestrinus ^ episcopus cardinaiis surrexit 

et dixit oracionem: Deus, qui eorda etc. et oracionem: Da, 

* om, 2. * qui 1. 

* /. Jo. J, 4, Dagegen Mansi 27, 118. 

* In der unten abgedruckten Sammlung van Aktenstücken über das 
40 SaUburger Provinxialkonxil von 1418 (in dem Abschnitt: Ordo, qualiter 

agatur concilium proTlnciale). 
« Imc. 10, h 

* Quido van Maillesec, Kardinal-Bischof van Praeneste. 



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— 192 — 

qtiesumus, ecclesie hie, misericors deus *, ut spiritu sancto con- 
gregata secura tibi devocione servire mereamur per dominuin. 
Quo facto dixit dyaconus alta voce: Erigite vos. Et tunc 
surrexerunt et sederust. Postea dominus Penestrinus allocutus 
fuit concilium super materia. Et per concilium fuerunt facti 5 
officiales*, videlicet marscallus Poncellus de ürsinis, auditor 
camere dominus Angelus de Balionibus*** de Perusio, advocati 
fisci duo : dominus Symon de Perusio, dominus Ardecinius de 
Novaria ^, duo clerici camere apostolice: Thomas de Spinis, 
dominus Symon de Novaria, procuratores * seu promotores : lü 
magister Johannes de Scrimani ^ ^, Heinricus de Monte leonis *, 
Bertholdus Wiiding^, notarii: dominus Petrus de Verona®, 
Angelus de Reate*^, dominus Symon de Prato •. Et illi sie 
eiecti et pronuncciati prestaverunt iuramenta fideiitatis. Clerici 
tres ^^ super ordinacione conciiii in sedendo: dominus Stephan us 15 
de Prato, dominus Franciscus de Bononia et Petrus Fabri, 
duo cardinales et duo archiepiscopi ad citandum ad valvas 
ecclesie Pysane Gregorium et Benedictum, qui citaverunt et 
retulerunt. Post hec dominus archiepiscopus Pysanus^^ in 
kathedra stans legit diversa capitula in quibusdam cedolis 20 
contenta concludens in fine, quod crastino, videlicet die 
JMärx ^7.Hercurii, 27. supradicti mensis Marcii, erit sessio secunda. 

2,7.Cap. 7. Sessio secunda. 

Marx 27, Die sequenti,'scilicet 27. mensis Marcii, facta est sessio, 

25 
» ow. 2. »> Walionibufl 2. c Scrinani 2. ^ Beate 1. • Patro 1. 

' Im Folgenden eine AnxaJil hüJier unbekannter Angaben, Den Stand 
der bisherigen Kenntnis stellte fest : Stuhry Die Organisation und Qesekäfts- 
Ordnung des Pisaner und Konstafixer Konxils. 1891. 

* Ersclieint auf dem Konstanxer Konxil als scrutcUor votorutn ; 
Stuhr S. 4616, der ihn auf dem Pisaner Konxil nicht feststellen konnte. 3« • 

' Der Name des xtceiten hier genannten Advokaten ist bisher nicht 
bekannt gewesen; vgl. Stuhr S. 17. Beide sind auch auf dem Konstanxer 
Konxil Advokaten; Stuhr S. 50. 

^ Mansi 20, 1226 : Henricus de Monteleone, Joannes de ScrivaniB, 
BertolduB de Wildungen. ol 

* Ist auch auf dem Konstanxer Konxil Prokurator; Stuhr S. 47. 

* Erler, Liber cancellariae apostolicae, S. 207. 

' Berthold von Wildungen spielte eine bedeutende Rolle auf detn j 
K(ynstanxer Konxil; Erler ^ Dietrich von Nieheim , S. 234. 

® Wohl identisch mit dem in den Akten mehrfach erwähnten Notar 4'J 
PetruB Garnerii. 

» Öfter erwähnt UTA. 6", 593 ff. In den Pisaner Konxüsakten bis/ier 
nur als magister Angelus secretarius bekannt. Auf dem Konstanxer Kon x il 
ist er Notar; Stuhr S. 40. 

*® Das Chronicon S. Dionysii erwähnt nur die Wahl van xwei Siix- AI 
Ordnern. Von den Namen ist bisher nur der dritte der oben genaupiten 
bekannt; Stuhr S. 20. 

" Erxbischof Peter Alajnan von Pisa. 



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— 193 — 

in qua missa cantata per episcopum cardinalem et lecto 
ewangelio per dyaconum cardinalem et cantatis letaniis et 
oracionibus et ymno Symon advocatus fecit coUacionem synodo 
exponendo, super quo concilium fuit convocatum. Post hoc 
5 Angelus de Reate * notarius surrexit et publice legit litteras 
citatorias missas ad ambos cum instrumentis execucionis 
earundem. Postremo vero ante portam ecclesie exiverunt duo 
dyaconi cardinales cum tribus archiepiscopis querendo ibi a 
populo, an aliquis vidit Gregorium vel Benedictam vel aliquos 

10 ex parte eorum ibi comparentes. Qui populus respondit: 
Non. Et sie protestati ibidem fuerunt, quod non sunt visi, 
voientes referre, quod procedatur in contumaciam eorum **. 
Relacione de premissis facta Johannes Scrinani et B. Will- 
dingen procuratores utrumque citatorum non comparencium 

15 mox accusarunt. Que contumacia per dominos cardinales et 
concilium prorogata fuit in crastinam diem sequentem, et sie 
dissoluta fuit sessio ista. 

Cap. 8. Cedula exhortacionis. 2,8. 

Ansprache an die Komilsver Sammlung zu Pisa; unbekannt, 
20 von wem und wann; wahrscheinlich zu einer der ersten 

Sitzungen gehörig,^ 

Attendite, venerabiles patres, rectores et principes ecclesie 
militantis, attendite sinceris affectibus in hoc sacrosancto con- 
cilio Pysis deo dante celebrando, quod ad pastorem bonum, 

25 dominum et salvatorem nostrum, vivorum iudicem ac mortuorum, 
cum timore illius principaliter sine aliquo medio aciem mentis 
dirigentes saluti filiorum provideatis caute^ agendo pro sui 
reverencia et honore ac pro desiderata^ glorie® exaltacione eius- 
dem glorie matris alme. Videtis enim, proch dolor, quod 

30 nunquam fuit scisma tarn ' pestiferum et ^ detestabile quibusvis 
fidelibus, nunquam fuit tantus horror in seculo neque tantus 
error dampnabiliter insurgens ab unitate contra ipsius ecclesie 
unitatem. Sitis ergo constantes et firme columpne pie matris, 
pugnate viriliter pro ea^ cum antiquo serpente resistentes 

35 magnalibus versuciis eius necnon fallaciis mundi vilibusque 
blandimentis noxie camis, ut vestra cura pervigili ac soUicitu- 
dine indefessa grex dominicus sub pastore uno breviter uniatur. 
Et cavete omnibus modis a divisione et parcialitate quacunque 

» Beate 1. 2. ^ citorum 2. c jn add. V. ^ desiderate 1. 2. 
10 e gloria V. ' oni, V. s ac 2. 



* Auch in cod. pal. vitid. 5100, Bl. 42; Lesarten verglichen (V.). 

Qaellen und Eroerteningen N. F. I. 13 



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— 194 — 

pro dei misericordia, quia totum rueret desolareturque • sine 
remedio et esset dolor interminabilis ut Grecorum, sed magis 
ut patres pii cum bona iusticia et equitate succurrite langwo- 
ribus anxie matris. Hoc prestare vobis dignetur deus onini- 
potens, pater misericordiarum et deus tocius consolacionis 5 
per ^ filiiim suum Jesum Christum deum et dominum nostrum 
corda vestra rorans benigniter paracliti sui donis. Amen. 

^,9.Cap. 9. Notabile. 

Consequenter plures facte sunt sessiones et usque ad 
fulminacionem sentencie deposicionis Gregorii XII. et Bene- lo 
dicti Xin., que superius^ posita est. Sed has sessiones com 
aliis pluribus, que occurrebant, scribere obmisi festinans ad 
concilium Constanciense principaliter intentum. j 

Depositis igitur Gregorio et Benedicto dominus Petrus 
de Candia presbiter cardinalis Mediolanensis ordinis fratram i:^ 
minorum, vir senex, in papam eligitur et Alexander V. nun- 
cupatur. Versus ^ : 

Lucifer et Luna dum deicerentur^ ab una 

Mitra papali sub concilio generali, 

Quintus Alexander precellens valde magister 2i 

De Grecia natus est Pysis papa creatus 

Post M C quater, tria si post hec repetis ter, 

In Jo. Pau. feste, facti * cuius memor esto. 

2,lö.Cap. 10. Peticio facta pape Alexandre pro refor- j 
macione ecclesie tam in capite quam in membris. i^ 
Vorschläge einer Anzahl auf dem Konzil zu Pisa ver- 
sa tmnelter Bischöfe an Papst Alexander V. über die Refonn 
der Kirche. „Pro pace^. [1409 Pisa], Gedr. Martine, 
Vet. SS. 7, 1124 mit Beifügung des päpstlichen Bescheids. 
Afidreas giebt nur deft ersten Artikel und den letzten :* 
und sagt dazwischen: 

Hie est articulus primus, quem secuntur alii plures, sed 
hos causa brevitatis hie obmisi. Quorum ultimus est iste. 

2,ii.Cap. 11. Constituciones et dispensaciones Alexan- 
dri V. facte anno domini*" 1409. 

Zusammenfassung der auf der 21. — 23. Sitzung des Kon- 
zils zu Pisa erlassenen Dekrete. „Nos Alexander^. Gedr. 

• » desoiidareturque V. *> eundem add. V. ^ dioerentur 1. dci- 
centur 2. <* facto 1. * om. 2. 



1 2 2. 

' Auch oben S. 131. 



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— 195 - 

(ÜAehery 6, 335, 338; Mansi 26, 1153. 1233; Harduin 

8, 20, 92. und zwar nach einzelnen Teilen. In der hei 

Andreas vorliegenden Form (vgl. im Nachwort: in unum 

coUegimus) jedoch an keiner Stelle gedrwkt. Immerhin 

5 erscheint ein Abdruck überflüssig mit Ausnahme des Schlms- 

Wortes, das die Entstehung dieser Zusammenstellung erklärt: 

Super qua quidem ultima ordiuacione reverendus pater 

et dominus Alamannus archiepiscopus Pysanus, qui nomine 

dicti concilii omnia supradicta pronunciaverat, tarn suo quam 

IC dicti concilii et omnium ac singulorum, quorum interest, 

nomine peciit sibi per dictos notarios fieri instrumentum et 

instrumenta. Et nos ambasiatores, quantum nostri interest et 

relacio actorum in prefato generali concilio in partibus nostris 

facienda ad nos pertinet, prescriptas ordinaciones et statuta in 

15 unum coUegimus easdemque quod ad perpetuam rei memoriam 

et de eisdem auditoribus et dominis nostris, quorum ambasiatas 

gerimus, fidem faciendam plenariam subscripcionibus propriis 

et sigillorum appensionibiis. . .* 

Explicit concilium Pysanum incompletura, 
20 pars secunda huius operis. 

» Schluss fehlt 1. 2. 



13* 

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Secuntur avisamenta Constanciensis generalis 

concilii. 

5,i.Cap. 1. Quibus premittuntur officia duarum 
missarum, quarum prima est pro congregacione 
generalis concilii, ad quam dicitur. 5 

Introitus. Da pacem, domine, sustinentibus te, ut prophete 
tui fideles inveniantur, exaudi preces servorum tuorum et 
plebis tue Israhel. Psalmus. Exurgat deus, et dissipentur 
inimici eins *. Oracio. Omnipotens sempiterne deus, cuius 
spiritu totum corpus ecclesie sanctificatur et regitur, exaudi n 
nos pro universis ordinibus supplicantes, ut gracie tue raunere 
ab Omnibus tibi gradibus fideliter serviatur et pacem tuam 
nostris concede per dominum **. A cunctis nos, quesumus, 
domine, mentis et corporis defende periculis et intercedente 
gloriosa virgine dei genitrice Maria cum beatis apostolis tuis 15 
Petro et Paulo et omnibus sanctis salutem nobis tribue benig- 
nus et pacem, ut destructis adversitatibus * et erroribus universis 
ecclesia tua secura tibi serviat libertate. Deus omnium 
fidelium pastor et rector, famulum tuum Johannem, quem 
pastorem ecclesie tue preesse voluisti, propicius respice. Da ei, 2 
quesumus, verbo et exemplo, quibus preest, proficere, ut ad 
vitam unacum grege sibi credito penreniat sempitemam per 
dominum. Ad^ Romanos ^ : Fratres, obsecro per misericordiam 
dei, ut exhibeatis corpora vestra hostiam viventem, sanctam, 
deo placentem, racionabile obsequium vestrum. Et nolite -j; 
conformari huic seculo, sed reformamini in noTitate* sensus 
vestri, ut probetis, que sit voluntas dei bona et beneplacens et 
perfecta. Dioo enim per graciam, que data est michi, omnibus, 
qui sunt inter vos: non plus sapere quam oportet sapere, sed 
sapere ad sobrietatem, unicuique, sicut divisit deus mensaram '^ 
fidei. Et sicut in uno corpore multa membra habemus, omnia 
autem membra nön eundem actum habent, ita multi unom 

a etc. add. 2. ^ Oracio add. 2. ^ vniuenitatibus 1. ^ boni- 
täte i. 2. 

' Rom. 12, 1—0. 

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— 197 — 

corpus sumus in Christo, singuli autem alter alterius membra 
in Ch'iisto Jesu domino nostro. Graduale ^. Ecce, quam bonum 
et quam iocundum habitare fratres in unum. V. Fiat pax in 
virtute tuaet^ habundancia in turribus tiiis. AUeluia ^ V.Propter 
5 fratres meos et proximos meos loquebar pac5em de te. Secun- 
dum Johannem ^ : In illo tempore dicit Jesus discipulis suis : 
Si quis diligit me, sermonem meum servabit, et pater mens 
diliget eum, et ad eum veniemus et mansionem apud eum 
faciemus. Qui non diligit me, sermones meos uon servat. Et 

10 sermonem quem audistis, non est mens, sed eins, qui misit 
me, patris. Hec locutus sum vobis apud vos manens. Para- 
clitus autem, spiritus sanctus, quem mittet pater in nomine 
meo, ille vos docebit omnia et suggeret vobis omnia, que- 
cunque dixero vobis. Pacem relinquo vobis, pacem meam do 

15 vobis, non quomodo mundus ^ dat, ego do vobis. Offertorium. 
Dens, tu convertens vivificabis nos, et plebs tua letabitur in te. 
Ostende nobis, domine, misericordiam tuam et salutare tuum 
da nobis. Secreta ®. Da famulis tuis, domine, indulgenciam 
peccatorum, consolacionem vite gubernacionemque perpetuam, 

20 quo tibi fideliter servientes ad tuam misericordiam pervenire 
mereantur per dominum. Exaudi nos, deus salutaris noster, 
ut per huius sacramenti virtutem a cunctis mentis et corporis 
hostibus tuearis graciam tribuens in presenti et gloriam in 
futuro. Oblatis, quesumus, domine, placare muneribus et 

25 famulum tuum Johannem, quem pastorem tuum ecclesie tue 
esse voluisti, assidua proteccione gubema per dominum. 
Communio ^. Dicite pusillanimis : Confortamini et nolite 
timere; ecce, deus noster veniet et salvabit nos. Oracio post 
communionem. Ldbera, quesumus, domine, a peccatis et hosti- 

30 bus tibi famulos supplicantes, ut in sancta conversacione 
viventes nullis afficiantur adversis per dominum. Mundet et 
muniat nos, quesumus, domine, sacramenti munus oblatum et 
intercedente beata dei genitrice virgine Maria cum beatis 
apostolis tuis Petro et Paulo et omoibus sanctis a cunctis 

35 adversitatibus expiatos et adversitatibus expeditos. Hec nos, 
domine, quesumus, divini sacramenti percepcio protegat et 
famulum tuum Johannem, quem pastorem ecclesie preesse 
voluisti, unacum grege sibi commisso salvet semper et muniat 
per dominum. 

40 » Gradus 2. *> pax in add. 2. ^ devia 2. ^ om. 2. « Secrete 2. 

' om. 2. 

* Jo. 14, 23-^27. 

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— 198 - 

5,2.Cap. 2. Sequitnr officium pro rege. 

Introitus. Justus es, domine, et rectum iudicium tuum, 
fac cum servo tuo secundum misericordiam tuam. Ps.*Beati 
inmaculati in via. Gloria ^. Pro domino rege. Omnipotens 
sempiterne deus, quesumus, ut famulus tuus, rex noster, qui 5 
tua miseracione suscepit regni gubernacula, virtutum eciam 
omnium percipiat incrementum, quibus decenter omatus et 
viciorum monstra devitare et ad te, qui via, veritas et vita es, 
graciosus valeat pervenire per dominum. Legitur epistola B. 
Petri apostoli^: Karissimi, subiecti estote omni creature humane 10 
propter deum sive regi quasi precellenti sive ducibus tamquam 
ab eo missis ad vindictam malefactorum ®, laudem vero bonorum, 
quia sie est voluntas dei, et benefacientes obmutescere facialis 
inprudencium hominum ignoranciam quasi liberi et non quasi 
velamen habentes malicie libertatem, sed sicut servi dei. 15 
Omnes honorate, fratemitatem diligite, deura timete, regem 
honorificate. Servi subditi estote in omni timore dominis non 
tantum bonis et modestis, sed eciam discolis. Hec enim est 
gracia in Christo Jesu domino nostro. Graduale. Salvum fac 
servum tuum, deus meus, sperantem in te. V. Auribus 20 
percipe, domine, oracionem meam. Alleluia. V.^ Domine, in 
virtute tua letabitur rex et super salutare tuum exultabit 
vehementer. Secundum* Matheum^: In iUo tempore abeuntes 
Pharisei consilium faciebant adversus Jesum, quomodo eum 
perderent. Jesus autem sciens recessit inde, et secuti sunt 25 
eum multi, et curavit eos omnes et precepit eis, ne manifestum 
eum facerent, ut impleretur, quod dictum est per Ysaiam 
prophetam dicentem: Ecce, puer meus, quem elegi, dilectus 
meus, in quo bene complacuit anime mee; ponam spiritum 
meum super eum, et iudicium gentibus nuncciabit Non 30 
contendet neque clamabit, neque audiet aliquis in plateis 
vocem eins. Hanmdinem quassatam non confringet et linum * 
fumigans non extinguet, donec eiciat ad victoriam iudicium. 
Et in nomine eins gentes sperabunt. Offertorium. Veritas 
mea et misericordia mea* cum ipso, et in nomine meo exal- ^^ 
tabitur comu eins. Secreta. Munera, quesumus, domine, 
oblata sanctifica, ut et nobis unigeniti tui corpus et sanguis 
fiant et regi nostro ad obtinendam anime corporisque salutem * 

» om, 1. *> patri etc. add. 2. « molestoram 2. <> om. 2. 
• lumen 1. 2. 40 

1 /. Petr, 2, 13. 

» Mat. 12, 14-^21. 4^ 



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— 199 — 

et ad peragendum iniunctum sibi officium te largiente usque 
quaque proficiant per eundem dominum *. Communio. Scapulis 
suis obumbrabit tibi, et sub pennis eius sperabis. Scuto 
circumdabit te veritas eius. Complendum. Hec, domine, 
5 oblacio salutaris salvum tuum regem nostrum ab omnibus 
tueatur adversis, quatenus et ecclesiastice pacis obtineat 
tranquillitatem et post istius temporis decursum ad eternam 
perveniat^ hereditatem per dominum nostrum. 

Cap. 3. Avisamentum quoddam super via ces8ioni8.5,5. 
1^ Kurze Darlegung eines ungenannten Verfassers *; Von den 

vorgeschlagenen drei Einigungswegen ist die via cessio?iis 
am einfachsten und erfolgreichsten. Die Konstamer Ver- 
sammlung möge nicht ohne dies Ergebnis auseinandergehen. 
[Aus der Vorbereitungszeit des Konzils, wohl 1414 vor 
15 Okt. 28 Konstamy. 

quam felicissima inspiracio a regalibus sedibus omni- 

potentis semione in cor illius hominis dilapsa, qui primus^ 

hanc inclitam civitatem Constancie pro loco generalis concilii 

ydoneo nominavit In quo dominus noster Jesus Christas 

20 dilectam sponsam suam, catholicam ecclesiam, ad liberam 

» om, 2. ^ eternitatem add. 1. 

* Der Verfasser ist xweifellos ein Deutscher, der fwr den Ruhm 
Deutschlands besorgt ist. Er redet König Sigmund an und preist ihn cds 
eitlen xweiten Moses, der das Volk aus der egyptischen Knechtschaft fuhren 

25 7nöge. An einer andern Stelle nennt er Sigmund chriatianissimus ecclesie 
pugil et advocatus. Die königliche Majestät habe die Pflicht, etwa ent- 
stehenden Meinungsverschiedenheiten entgegenxuireten und xu verhindern, 
daes die HauptsacJie über Nebensächlichem unterbleibe. Dem König gegen- 
über bezeichnet er die drei Päpste als moDstruosum trifariumque caput 

30 cruente bestie letalis yolDeracionis. 

* Das Stück ist xu Konstanx geschrieben, wie die Ausdrücke hanc 
inclitam civitatem Constancie, locus iste Constancie, hec Constanciensis 
civitas, huc venerunt tot presules sicher beweisen. Die Zeit der Abfassung 
dürfte vor die Ankunft des Papstes Johafin XXIIL, aJso vor den 28. Okt., 

35 fallen^ da von dessen Anwesenheit nicht die Rede ist, während andererseits 
die Zahl der anwesenden Prälaten und Fürsten schon als eine grosse be- 
zeichnet wird (vgl. die Alisdrücke huc venerunt tot presules et magnates, 
ecclesia in tanto nnmero congregata, non sinant nunc cetum dissolvi). 
Daxu würde die Stelle in preparatoriis huius concilii passeri. Auch von 

•10 König Sigmunds Anwesenheit wird nicht gesprochen; denn der Ausdruck 
Bub alis proteccionis invictissimi Cesaris kann nicht wohl hierfür angeführt 

. tcerden. 

' Blumenthal, Die Vorgeschichte des Constanxer Goncils bis xur Be- 
rufung, S. 116, hebt lierror, dass auf Sigmunds eigensten Vorschlag 

45 Konstanx als Konxihort gewählt wurde. Nach Richental S. 18 benamäc 
xuerst Qraf Eberhard ron Neuenbürg Konstanx. Von Kardinal Zabarella 
rühmt Poggio: fuit imprimis auctor huius loci statuendi; vgl. Finke, 
Forschungen, S. 12, Anm. 



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— 200 — 

miserabilis Status sui consideracionem, monstmosi trifariique 
capitis inspeccionem cniente bestie letalis volneracionis, quo 
a planta pedis usque ad verticem capitis non est in ea sanitas ^, 
intimum dolorem et necessarium refonnacionis desiderium et 
fervorem sub alis proteccionis invictissimi Cesaris predicere 5 
destinavit. Si tarnen constanter in Constancia perfecta fiierint, 
que dicta sunt a domino per os sanctorum, qui a seculo sunt, 
prophetarum eius, videlicet ut fortes et constantes sint, qui 
bella domini preliantur ^ non respicientes retro, non declinantes 
ad dexteram nee ad sinistram, non secundum faciem, sed iu- lo 
stum iudicantes, non statuentes oculos suos declinare in terram, 
non sequentes munera, non agentes perperam, non queren tes, 
que sua sunt, non timentes eos, qui occidunt corpus, non 
ementes neque vendentes in templo aut* templum domini, sed 
pocius eicientes de templo nummularios et es eorum effun- 15 
dentes** ac mensas subvertentes ^, de quibus verissime plangendo 
magis quam psallendo ecclesia dicere potest: Dens, venenint 
gentes in hereditatem tuara, poUuerunt templum sanctum tuuni, 
posuerunt Jerusalem in pomorum custodiam*. Ad horuni 
itaque exterminacionem constantes estote et confortamini, ä<» 
pnsillanimes, quoniam in verbo virtutis promittitur vobis, quod 
videbitis auxilium domini super vos s, nee vos derelinquet in 
tempore dominus deus noster. Quapropter, regum potentissime 
alter Moyses, qui vides affliccionem fratrum tuorum, et vos, 
reverendissimi prelati ceterique filii Aaron Levites, ingredimini 25 
viriliter ad Pharaonem, qui eciam nunc indurato, ut cervicis, 
corde ingravat iugum suum super populum domini operibus 
duris luti et lateris % et intrepide loquamini sermonem domini, 
quod dimittat populum domini, ut sacrificet illi, ne forte 
multiplicentur signa et ostenta, educatque dominus exercitum -M^i 
suum per iudicia maxima utinam misericordie non oblitus, 
Dicite, inquam, cuilibet Romanorum vocato presuli quantum- 
eunque in virtute, curribus et equitibus suis eonfidenti ac in 
miütitudine diviciarum suarum glorianti, ut pro sedando tarn 
gravi scandalo cedat a kathedra et presidencia populi christiani, 35 
qui staute hoc pernieiosissimo scismate pre nimia oppressione 
durissimi operis sacrifieare saerificium iusticie multipliciter 

» non 2. b confundentes 2. 

' Js, 1, 6, 

^ L Reg. 18, 17. 40 

' Vgl. Erler, Dietrich von Nieheim, S 459. 

* Psdl. 78. 1. 

* //. Par. 20, 17. 
« Ex, ly 14. 



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— 201 - 

prohibetur. Tunc pre ceteris electus et terribilis factus est 
locus iste Constancie, eritque hie domiis dei et porta cell, per 
quam portam, cessioDis videlicet viam, educet dominus Israhel 
de Egypto et domum Jacob de populo barbaro. 
5 Inter tres enim, domini, propositas unionis vias via 

discussionis videtur difficilis et odiosa, via reduccionis dubia et 
scrupulosa, via autem cessionis humilis et placida, facilis et 
serena, stabilis et fructuosa. Per hanc enira Pysani concilii 
qualiscunque auctoritas non modicum roboratur, omnis tarn 

10 ante quam post dictum concilium imminens aut suborta 
perplexitas solvitur, radix ipsius scismatis funditus extirpatur 
et reformacio tocius ecclesie presertim in capite, cuius infirmitas • 
utique in membra cetera gravissime derivatur, comodius 
obtinetur. Quomodo namque, per quem, quando aut ubi tante 

15 nodositatis questio iuridico discucietur? Quis denique libens 
ad obedienciam eius, quem suimet nauseant, reducetur? 
Profecto nullus. Et posito, quod aliquo metu vel terrore con- 
cussi de una ad aliam obedienciam se simulent con volare, 
tamen iuxta metristam 

20 Manet oppressis vi dura rebellio mentis 

Expectans tempus, tandem quo rumpat ad extra. 
Ymo si omnes prelati christianitatis essent reducti ad 
unius presidencium in papatu obedienciam, adhuc infiniti sub- 
diti minime contentarentur propter raciones et colores parcium 

25 multis tarn tenaciter impressas, quod per reduccionem huius- 
niodi non cessabunt. Timendum quoque est, quod nonnulli 
clam proprios prelatos eligerent **, alionim prelatorum sacra- 
menta et claves ecclesie omnino contempnerent et sie multo 
profundius et periculosius pestis scismatica*^ deseviret \ Quid 

30 plura? Si ad hoc solum, ut inter tres nominatos papas de 
facto potencior obtineat, hec Constanciensis civitas est electa, 
tunc consideratis dubietate et tanta perplexitate scismatis in 
facto et in iure multorum consciencias usque ad intima 
corrodentis, vere, quod dolenter scribitur ®, frustra et sine omni 

35 fnictu a finibus terre et de omni nacione, que sub celo est, 
huc venerunt tot presules et magnates. Ut quid enim tantus 
labor, tot expense tantaque viarum discrimina in hoc facto, 
cum illa reduccio absque dubio facilius in Ytalia vel alibi 
sine generali concilio processisset ? Ex quo igitur ad honorem 

40 imperialis dyadematis et perpetuam gloriam Germanorura huc 
duce altissimo convenit ecclesia magna in tanto mmiero fide- 

* infirmitasque 2. ^' eligent 2. c ßcismata 1. ^ deserviret 1. 
« om. 1. • 



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— 202 — 

lium congregata, quanto non legitur fiiisse in pluribus iubileis, 
non sinant christianissimiis ecclesie pugil et advocatus nee 
filii tarn pie matris per ecclesiam dulciter nutriti, tenerrime 
educati et ad summa dignitatiim fastigia erecti hunc venerabilem 
cetiim dissolvi aut aliquatenus separari absque re aut saltem 5 
certa spe integre et desideratissime unionis, ne, quod absit, 
decus Romani imperii et gloria Germanonim transeant in con- 
fusionem et ignominiam sempiternam. In preparatoriis autem 
biiius concilü si, ut frequenter occurrit, aliqua dissensio 
oriatur, raaiestas regia, ad quam multitudinis est respectus, 10 
habet notoriis fraudibus et cavillosis disputacionibus in sui 
principio ex officio nobili obviare, ne principale pro accessorio 
obmittatur. Et tunc ordo iuris est ordinem non servare i 
secundum versum: 

Est in amore modus non tenuisse modum etc.* 15 

5,4.Cap. 4. Avisamentum de occulto recessu Johannis 
pape a concilio Constanciensi. 

Des Benedicfus Geniianm, Mönchs von St. Denis, Ähgeonl- 
neten der Pariser Universität, Anklage^'ichrift gegen Papst 
Johann XXIII, wegen dessen Flucht atis KonMafur. 20 1 
„Audite, qui sequimini^. [1415 Ende März Konstanz], 
Gedr. v. d. Hardt 2, 280. Vgl Hefele 7, 93, Änm. 1. 1 

^ACap. 5. Sequens conclusio data fuit nacionibas 
per quendam magistrum notabilem Parisiensem. , 
Erklär fing des Bischofs Vit alt s von Tonion: die Flucht 25 i 
des Pajystes sei schändlich, und er habe sich dadurch der 
Begünstigung des Schismas und der Häresie verdächtig 
gemacht. [1415 Ende März Konstanz]. Gedr. v. d. Hardt 
4, 72. Vgl. Hefele 7, 98 f. 

5,^. Cap. 6. Deliberacio universitatis studii Parisiensis oO 
et ambasiatorum, quam dederunt deputatis. 

Auszag ans gewissen Artikeln, in denen nachgewiesen 
wird, dass nicht bloss Kardinäle, Erzbischöfe und andere 
Prälaten zum Konzil noticendig seien, sondern auch die 
Doktoren beider Rechte und hauptsächlich der Theologie. 35 
yltich Könige und Fürsten haben einen grossen Teil des 
Konzils zu bilden. [1415]. Gedr. aus unserer Hs. 1 hei 
Finke, Forschungen, S. SOS. 

5,7.Cap. 7. Conclusiones universitatis Parisiensis. 

6 Beschlüsse der Pariser Vnirersität über verschiedene 4o 

* om. 2. 

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~ 203 — 

Aufgaben des Konzils zu Konstanz, fl41oJ. Gedr. aus 

unserer Hs. 1. hei Finke, Forschungen, S. 303. 
Cap. 8. Duodecim proposiciones sive conclusiones^,«. 
cancellarii Parisiensis. 
5 12 ^ Sätze Gersons über die Beziehungen des Konzils zum 

Papst aus seiner 1415 März 23 zu Komtanz gehaltenen 

Rede. Gedr. v. d. Hardt 2, ^1. Vgl. Hefele 7, 94, Änm. 1. 
Cap. 9. Quis presidere debeat in concilio generali^^^A 

Antwort: Weder Papst Johann XXJII. twch ein anderer 
10 der schismatischen Päpste darf dem Konzil zu Komtanz 

präsidieren ^ vor der vollemleten Union. [1415 *]. 

Concilio Constanciensi congregato pro iinione in ecclesia 

dei facienda et refonnacione tarn in capite quam in meinbris 

queritnr, an dominus Johannes "vel alius contendens de papatu 

15 presidere debeat concilio in publica sessione. Et dicendum 

breviter, quod non. 

Pro cuius declaracione et deduccione ponitur taUs 

conclusio. Quamyis papa regulariter sit super concilium 

generale, de elec. significasti, et eciam presidere debeat, 

20 17. di. multi, et quasi per totum eiusdem distinccionis, 

attamen hoc fallit, quando agitur de statu pape vel racione 

heresis, ut in c. si papa 40. di., vel quia statum tocius 

ecclesie subvertere nititur, ut ibidem, vel quia plures 

contendunt de papatu, 79. di. si duo, vel quia se sub- 

25 mittit iudicio subditorum, 2. q. 5. mandastis et c. auditum 

2. q. 7. nos si inconpetenter. In piemissis enim casibus 

concilium est super papam, ut liquido patet ex iuribus supra- 

dictis. Et probatur eciam racione. Nam ex quo agitur de 

statu pape, ipse non poterit esse iudex in causa propria, 

30 4. q. 4. c. 1., ff. de iuris, o. iudi., qui iurisdiccioni, ne quis 

in sua causa in principio et in glosa. Cum ergo nunc plures 

contendant de papatu et propter difficultatem et intricacionem 

negocii veritas per viam iuris elici non possit, sie ut tota 

ecclesia certa reddatur de iure alicuius contendencium de 

35 papatu, restat, ut huiusmodi discussio sive disposicio pertineat ad 

ecclesiara, et per consequens eciam erit super contendentes de 

^ Unserem Text fehlt der 12. Satz, dagegen ist Satz 4 hier in 2 Sätze 
xerlegi, «o. rfows äusserlich doch 12 Sätze vorhanden sind. 

• Über ähnliche Fragen vgl. Finke, Forschungen, S. 5, Änm. 

40 ' Über das Präsidium auf dem Kmizil handelt eijigeheyid Stuhr 

a. a. 0. S. 34. 

* Die Abhandlung fällt in die Zeit nach der feierlichen Cessians- 
erklä/rung des Papstes Johann XXUI. 1415 März 2, mie unten die Worte: 
via cessionis nunc electa et per dominum Jobannem sollempniter appro- 

45 bato beweisen. 



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Qoo^(^ 



— 204 — 

papatu, per dictas canones: Si duo, si quod all.*, et per cx>ii- 
sequens nuUus contendencium presidebit tali concilio, sed con- 
cilium ut concilium iudicabit et disponet, prout sibi pro 
unione sancte matris ecclesie videbitur melius expedire, quod 
indubitatum est apud omnes, qui fatentur concilium Constan- 5 
ciense congregatum ad faciendum unionem in ecclesia dei via 
expedienciori et faciliori, sicut est via cessionis nunc electa et 
per dominum Johannem sollempniter approbata. Sed de aliis 
articulis reformatoriis videtur esse dubium, ex quo non directe 
respiciunt unionis articulum. In quibus casibus videtur, quod lo 
papa presidere possit, sicut in simiJi patet de iudice appella- 
cionis, qui, licet non possit assumere partem iudicis quoad 
articulum appellacionis, in aliis tarnen articulis appellacionem 
non tangentibus iudex remanebit, pro quo de appellat. ad hec 
si in una et c. preterea de hiis cum similibus. Sed hiis non 15 
obstantibus dicendum est in contrarium, scilicet quod 
nuUus contendencium de papatu in hoc concilio Constan- 
ciensi presidere debeat nee in principali nee in accessoriis, 
ymo nee eeiam in articulis omnino distinctis, in quantum per 
concilium generale ut concilium diffiniri debet. Et hoc ex eo, 20 
quia auctoritas huius concilii est inmutabilis ante pleuam 
unionem, cum sit a deo, ut est notum. Ad hoc 25. q. 1. 
violatores, 19. di. nuUi et c. sie omnes. Et per consequens 
uniformiter se habebit in omnibus, que in ipso sunt discueienda. 
Et sie nee aliquo modo concedendum est, quod*' concilium 25 
istud Constaneiense ante plenam unionem hodie sit supra 
papam et cras infra papam, cum hoc sine macula auctoritatis 
concilii fieri nequaquam possit. Concilium autem cum eccle- 
siam universalem representet, maculam habere non debet sicut 
nee ipsa ecclesia, 24. q. 1. loquitur. Preterea sicut papa 30 
iudicat de causis inferiorum prelatorum ipsis inconsultis propter 
plenitudinem potestatis, sed quam coneurrit per viam accumula- 
cionis cum eisdem, 9. q. 3. cuncta per mundum etc., sie in 
hoc casu ecclesia iudicat eciam de causis pertinentibus ad 
contendentes de papatu et aliis inferioribus, cum super ipsos 35 
habeat plenitudinem potestatis, ut supra. Item aut concilium 
in talibus articulis admittit papam ad presidenciam concilii ut 
superiorem, et erit sibi ipsi contrarium per supradicta, aut ut 
parem ^, et non valebit diffinicio repugnantibus voluntate et 
potencia. Nam sine ipso procedere posset et non' volt, cum 40 
ipso procedere volt et non potest, cum non sit coniudex con- 
cilii, sed aut maior aut minor, ut patet ex supradictis. ünde 

» so Hs8. *> per add. Hss. ^ partem 1. 



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— 205 — 

habebit locum regula: Quod potuit, noluit, quod voluit, adim- 
plere nequivit, de officio iud. del. cum super, C. si quis 
alten vel sibi 1. multum interest *. Ex quibus concluditur, 
quod in concilio nuUus contendencium de papatu presidere 
5 debet concilio nee super articulo unionis nee reformacionis 
ante completam unionem non obstante^ c. ad hec si de 
appellat. cum simili supra allegato, quia supponit iudicem, 
a quo appellatur in una causa, iudicem competentem in aliis, 
quod in proposito omnino negatur. Nam papa in concilio 
10 penitus nullam habet potestatem ante completam unionem, ut 
supra deductum est et ex alio, quia supposito et non concesso, 
quod habeat*^ iurisdiccionem, tarnen adhuc repelli posset per 
recusacionem, sicut eciam dicitur de iudice appellacionis, quia, 
licet remaneat iudex quoad alias causas omnino distinctas, 
15 tarnen per recepcionem recusacionis repelli potest, ut in dictis 
iuribus ad hoc allegatis notatur. Presumitur enim, quod 
provocatus se velit ulcisci, de bonis que liberis qui cum maior 
§ libertus. Confirmacio ad predicta, quia iudicia conciliorum 
non debent esse delusoria, 25. q. 1. c. 1. cum multis simili- 

20 bus; ad hoc ff. de iudi. pretor, de postu. prel. bone memorie. 
Sed per talem processum, quo papa ante plenam unionem con- 
cilio presideret, delusionis nota vitari non possit quoad alias 
obediencias, ut est** notum. Item ex quo reformacio articulorum 
concernit universaliter totam ecclesiam, eciam a tota ecclesia 

25 approbari deberet. Ad hec iura: Quod omnes tangit de 
temporibus ord. si archiepiscopus, ft de aqua pluvia arcenda 
in concedendo ^. Et sie non expedit procedere super reforma- 
cione articulorum saltem autentice, nisi post completam 
unionem ecclesie. Differatur ergo reformacio in tempus 

30 unionis pleno ad vitandum pericula supradicta et eciam, quia 
circuitus sunt vitandi, in Clem. auditor, de rip., ff. de con- 
diccione indebiti dominus in fine. Hec sint dicta cum humili 
submissione deliberacionis melioris. 

Cap. 10. Ex quibus personis constituatur generale5,/ö. 
35 concilium^ 

Änscheinejid tmvolhUindige Abhandlung; handelt mehr von 
der Berufung als von der Zusammensetzung eines allge- 
meinen Konzils, [1415J. 

^ niterem 1. ^ ob Has, ^ habeant 2. <^ et 2. « conten- 
40 dendo Hsa, 

* Vgl. Finke, Forschungen, S. 3, Änm, 

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- 206 — 

Concilium generale ex quibus personis constitaitur, 
queritur. 

Et yidetur, quod ex persona pape unaciim cardinalibus 
suis et solis patriarchis cum^ archiepiscopis inmediate subiectis 
sedi apostolice. Et hoc ex eo, quia synodus episcopalis con- 5 
stituitur ex prelatis et clerieis inmediate sibi subiectis, de 
maioritate et obed. Quod super hiis cum infra notatis. Similiter 
concilium provinciale constituitur ex episcopis** inmediate 
subiectis, 18.*^ di. pervenit, episcopus, si quis autem cum 
2 sequentibus. Sic eodem modo et eadem racione concilium 10 
pape constitui debet ex inmediate subiectis, quia, ubi eadem 
racio ^, ibi idem ius, de rip. inter de trans. c. 2., maxime cum 
ius circa concilium papale nil de hoc ditfiniat, ff. de lo. non 
omnes. In contrarium. Papa non subiacet legi Scripte positive, 
9. q. 3. cuncta per mundum et c. per principalem, de concess. 15 
probende proposuit, C. de legibus 1. digna vox, ff. de legibus 
princeps, et per consequens liberum erit sibi admittere, quos- 
cunque voluerit. Ad hoc facit: eciam archiepiscopis concessuin 
est vocare ultra episcopos, quos voluerit habere, 18. di. 
non oportet. Solucio. De synodo episcopali sumus expediti 20 
per idem, quod habetur in c. quod super hiis de maioritate et 
obed., quia vocare debent omnes prelatos et clericos inmediate 
subiectos presertim curatos, qui necessario tenentur venire, 
eciamsi sint exempti, ut ibidem. De concilüs provincialibus 
sumus expediti per id, quod habetur 18. dL pervenit et 25 
c. episcopus et c. si quis autem cum 2 sequentibus. Que 
volunt, quod omnes suffraganei debent Interesse concilio 
provinciali, similiter alii prelati, si fuerint vocati, in c. non 
oportet etc. De concilio autem generali pape, ubi papa est 
indubitatus apud omnes sive totam ecclesiam, non video 30 
determinacionem iuris aliquam, propter quod hoc relinquendum 
est voluntati pape; ad hoc: de officio iud. del. de causis, tL 
de iure delib. si, maxime cum sit dominus universalis ecclesie, 
9. q. 3. cuncta et c. per principalem, nee ligetur iure posi- 
tive, de concess. prebende proposuit, ff. de legibus princeps, 35 
C. de legibus 1. digna. Si autem non est indubitatus papa 
tocius ecclesie, sed plures contendentes sunt de papatu, vocacio 
concilii generalis non erit apud aliquem contendencium de 
papatu propter inpotenciam facti. Prustra enim vocaret illos, 
qui ipsum papam ® non recognoscerent. Et in hoc casu salvo 40 
iudicio meliori credo, quod vocacio pertineat ad cetum cardi- 

» et corr. cum 1. ^ ipeia 1. c XIIII 1. XXIV 2. d om. 2. 
® pap. ipe. 2. 



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— 207 — 

nalium, si fuerit unitas nee alicui contendencium adheserint. 
Et sie potest intelügi in c. si duo 79. di., que dicit, quod 
duobus contendentibus de papatu congregacio concilii pertinet 
ad cetum cardinalium, sed unam opinionem. Qui possunt 
5 eeiam vocare, quoscunque voluerint, cum in hac parte succe- 
dant in locum pape, ut licet per ecclesiam. Si autem iam 
alteri contendencium adhesissent, non poterunt congregare 
concilium generale eadem racione, qualiter papa hoc non 
potest, propter quod in hoc casu dicendum, videlicet congrega- 

10 cionem concilii pertinere ad patriarchas et archiepiscopos 
inmediate pape subiectos *, quia, ex quo cetus cardinalium suc- 
cedit in ipsius pape defectum, ut dictum est, eadem racione 
patriarche etc., qui eadem racione vocabunt, quoscunque 
voluerint, sicut cardinales et hoc, si non adheserint contenden- 

15 tibus^de papatu, ut supra. In quo casu crederem hanc potes- 
tatem devolvi ad episcopos neutrales etc. de singulis usque 
ad ultimum statum Christianorum. Ex quo infertur, quod, 
quando sunt plures contendentes et cuilibet tot de Christianis 
adherent, quod nullus invenitur neutralis, quod nuUum con- 

20 cilium generale congregari potest per aliquam illarum parcium, 
qoia par in parem etc. Secundo, quod de consensu omnium 
trium congregari potest, quia volenti et consencienti non fit 
iniuria, scienti de racione iuris 1. VI. Tercio, quod, si in tali 
casu, scilicet divisionis ecclesie in partes, altera sine altera 

25 concilium congregat et conciliariter diffinit, in vanum laborat, 
quia sentencia a non suo iudice etc. Quarte, quod timendum 
est concilium Constanciense inutiliter congregatum esse ad 
faciendum unionem et quod omnis labor in eo inutiliter fiat, 
nisi alie due partes conveniant et consenciant, quia alie diffini- 

30 cionem concilii iterum non curabunt, ymo forte pocius in- 
durantur in sua opinione. Hec omnia et singula patent ex 
sapradictis. Quinte, quod inutiliter contenditur de hoc, an 
concilium sit dividendum in naciones vel provincias. 

Cap. 11. Cedula presentata per dominum cardi-5,/2. 
35nalem Cameracensem in congregacione dominorum 
cardinalium® et aliorum prelatorum. 

Des Kardinals von Catnhrai, Peter von Ailli, Gegenantrag 
zu einem italienischen Vorschlag betr. die Bestätigung des 
Pisaner Konzils durch das Konstanzer KonziL „SequutUur 
40 aliquae condusiones" , [1414 Dez, 7. Konstanz]. Gedr. 

V. d. Hardt 2, 194; in anderer Fassung Mansi 27, 542. 

* subiecÜB 1. ^ adherentibus 2. ^ card. — prelat. om. 2. 

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— 208 — 

Vgl. die unter Benützung unserer Hs, 1. gemachte genatie 
Untersuchung dieses Schriftstückes hm Finke, Forschungen, 
S. 119 f. 

3,12, C^f. 12. Cedulapresentataper dictum dominum car- 
dinalem cardinalibus ac deinde presentata coram 5 
domino nostro papa in generali congregacione. 

Vermittdungsantrag des Kardinals von Cambrai, Peter von 
AiUi: empfiehlt mildes Vorgehen gegen die beiden Gegner 
des Papstes Johann XXIII. ^ um sie zur freiwilligen 
Cession zu veranlassen, „Quia in praesenti concilio^. 10 
[1414 nach Dez. 7 Kmistanz]. Gedr. v. d. Hardt 2, 196; 
Mansi 27, 544. We die vorige Nr. untersucht hei Finke, 
Forschungen, S. 123. 

3,l3.Geif. 13. Cedula presentata domino nostro super 
uno articulo supraposito, videlicet quarto. 15 

Nähere Begründung eines Punktes^ des vorausgehenden 
Antrags. „Ad humilem instanciam^. [1414 nach Dez. 7 
KonstatizJ. Gedr. v. d. Hardt 2, 198; Mansi 27, 545. 
Vgl. Finke a. a. 0. S. 123. 

5,14.Cap. 14. Cedula presentata in congregacione 20 
doctorum in theologia super ordine procedendi 
in concilio. 

Antrag über Beilegung des Schismas, nebst summarischer 
Geschäftsordnung für das Konzil. „Quia Christi ßdelibus^. 
[1414 nach Dez. 7 Konstanz]. Gedr. v. d. Hardt 2, 25 
188; Mansi 27, 534. Genau untersucht bei linke a. a. O. 
S. 129 f 

An dieses Stück schliesst sich bei Andreas ohne besondere 
Ueberschrift der Antrag „Sciendum quod" (gedr. v. d. Hardt 
2, 202) über die Stellung des Kaisers zum Konzil; vgl. 30 
Finke a. a. 0. S. 130 f. 

Dann folgt als Uebergang zum folgenden Kap. ein Ab- 
schnitt (vgl. V. d. Hardt 2, 200 j Finke S. 127 f.), der 
über letzteres berichtet: 

Quia secundum divinam scripturam super omnia vincit 35 
veritas et sepe victoriosius vincit, quando forcius impugnatur, 
ideo cum quidam sacre theologie magister^ per se vel sibi in 
hoc adherere volentibus veritatem quarundam conclusionum in 
hoc sacro concilio alias ex parte quorundam prelatorum et 

* Ät V. d. Hardt und Mansi des fünften, nach der Zähhing in 40 
unsem Ess. des vierten, 

* Finke, Forschungen, S. 128. 



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Qoo^(^ 



— 209 — 

doctorum propositarum elucidare cupiens quasdam coDclusiones 
iUis oppositas probare et defensare obtulit deliberacionem con- 
cilii super hiis humiliter requirens, hinc est, quod • ex parte 
dictorum prelatorum et doctorum sequentes couclusiones pro 
5 responsione ad obiecta coram dicto concilio proponuntur super 
eisdem determinacionem concilii supliciter postulando. 

Cap. 15. Duodecim conclusiones cardinalis Ca-5,7J. 
meracensis de concilio Pysano approbando an non 
approbando. 
10 Ztoölf Thesen ^ des Kardinals von Cambrai, Peter von 

Ailli, über das Verhältnis des Konstan^ser Koiizils zum 
Pisaner, besonders die Approbation des letzteren. [1414 
nach Dez. 7 Konstanz]. Art. 1 — 6 und 9 — 11 mangel- 
haft und unvollständig gedr. v. d. Hardt 2, 194; Afansi 
15 27, 541. Auszüge bei Finke, Forschungen, S. 124 ff. 

Prima conclusio. licet in presenti concilio non sit 
revücandum in dubium, sed pro ^ fundamento supponendum et 
reverenter asserendum, quod sacrum conciiium Pysanura fuit 
legitime et canonice celebratum et ideo stabile et firmum, 

20 tamen* videtur temerarium asserere, et hec veritas sie in katho- 
licam fidem pertineat et generaliter a quolibet devio a fide 
firmiter credi debeat, dictum Pysanum conciiium viis et modis 
racionabilibus sie tractasse de perfecta et integra ecclesie 
unione, quod ipsam effectualiter concluserit et consumaverit, 

25 licet tarnen hoc facere intenderit \ 

Secunda conclusio. Sacrum Pysanum conciiium dominos 
papam et cardinales obligavit in hoc sacro concilio tractaro de 
perfecta et integra unione ecclesie tam racione cuiusdam iura- 
menti ibidem facti quam eciam ex determinacione ® eiMsiemMOQ 

30 concilii 19. sessione 7. die mensis Augusti celebrata, ubi^w^. 7. 
decretum fuit, quod erat intencio dicti concilii reformare eccle- 
siam in capite et in membris et ad hoc continuatum fuit 
dictum conciiium ad aliud sequens. Constat auteni cuicunque 
sane mentis, quod, cum presens scisma sit maxima deformacio 

35 ecclesie universalis, prima et principalis eius reformacio debet 
esse extirpacio scismatis, quo durante non est perfecta et 
integra unio ecclesie consumata ^ 

Tercia conclusio. Non solum est assercio temeraria, 

* Hie est Ess. *> om. 1. ^ cum V. ^ etc. add. V. e termi- 
40 nadone V. ' etc. add. V. 

* Auch in cod. pal. vind. ijlOO, Bl. 02: Lesartm rerff liehen (V). 
Quellen und Eroerterungeu N. F. 1. 11 



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— 210 — 

sed quodammodo insania falsa dicere, quod ad illud *, quod 
vere factum est, nee est in**fieri**, sicut ecclesie® perfecta et 
integra unio, ut** adversarius asserit, a sana mente tenendum 
est dominos papam et cardinales iure divino et natural! ad 
id faciendum, minime tarnen et*, quod simili vel pari racione 5 
ad hoc minime obligantur, ecclesie prelati ad presens concilium 
congregati, quia nullus sane mentis dicere debet, quod perfecta 
et integra unio ecclesie sit vere facta, sie quod non debeat 
esse in fieri. Nam hoc est contra experienciam, contra bullam 
apostolicam et contra scripturam sacram. Primo contra ex- lo 
perienciam, quia experimur esse scisma perniciosissimum et 
per consequens divisionem, que non stat cum eins perfecta et 
integra unione, cum simul contraria stare non possunt 
Secundo hoc est contra bullam apostolicam, in qua mandatar 
congregare presens concilium pro pace ecclesie et tranquillitate 15 
christianitatis procuranda. Constat autem, quod illa pax et 
tranquillitas impeditur per banc divisionem scismaticam perfecte 
et integre unioni ecclesie repugnantem ^. Tercio, quod illud est 
contra scripturam sacram, quia sine vineulo huius paeis, quam 
prosequimur, non est perfecta et integra unio seu spiritualis 20 
unitas ecclesie iuxta illud apostoli: Sollicite servate unitatem 
Spiritus in vineulo pacis '. 

Quarta conclusio. Diligencia domini nostri pape et cardi- 
nalium faciendo, quod in eis fuit, ad reducendam P[etrum] et 
A[ngelum] de papatu contendentes et eorum obedieneias non 25 
excludit alias reduccionis vias in presenti concilio aeceptare^ 
nee concludit, quod statim aliis viis pacis obmissis teneatur 
contra eos procedere prosequendo* usque ad exterminium \ quia 
ad exterminacionem scismatis et scismaticorum, priusquam 
procedatur de facto per viam belli^ prius temptande sunt omnes 30 
racionabiles vie pacis, quibus salvo iure naturali et divino 
poterit fieri perfecta et integra pax seu unio ecclesie iuxta 
illud apostoli: Quantum in nobis est etc. et illud Terencii^:. 
Omnia prius experiri etc. Unde qui oppositum dicerent, vide- 
rentur dare viam ad perpetuacionem huius scismatis et scismati- 35 
corum induracionem, sicut est exemplum de scismatico Gregorio K 

Quinta conclusio. Cum presens concilium principaliter 
ordinaretur °* ad extirpacionem scismatis per integram et 

» aliud V. »> inficta V. c eciam 1. 2. <> et 1. 2. • et — 

minime om. 1. 2. ' impugnante 1. 2. repugnante V. 8 etc add. V. 40 

^ attemptare V. * prooedendo 1. ^ terminum V. ^ etc. add, V. 
™ ordinetur V. 

* TerentiuSf Eunuchus {rec. Fkckeiaen v. 789): Omuia prius ex- 
periri quam armis sapientem decet. 



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~ 211 — 

perfectam unionem ecclesie et ad universalem eius reforma- 
cionem, illi, qui firmiter assererent pertinaci firmitate hoc 
conciliiini debere dissolvi sine eius continuacione ad aliud 
concilium vel ad aliud virtualiter tali concilio equivalens, ubi 
5 dicta unio et reforruacio finaliter concludatur* casu, quo in 
presenti non fieret **, tollerent effectum optatum huius concilii 
excludendo '^ viam potissirnam exterminacionis scismatis ac per 
hoc viderentur^ ipsius esse fautores. Et quia scisma disposicio 
est ad heresim, de qua eciam iam agitur, viderentur de 

10 fautoria heresis vehementer suspecti ®. 

Sexta conclusio. Licet ad tollendum ecclesie scisma non ^ 

legamus semper fuisse necessarium ecclesie generalis concilium 

. celebrare, tamen^ quia presens scisma aliis prioribus durabilius 

et bbstinacius esse videtur et quia tangit raateriam fidei, cum 

15 de hereticorum dampnacione tractetur, non * videtur convenien- 
eius ^ posse sedari quam per ecclesie concilium generale. Sic 
enim in actibus apostolorum de quibusdam conciliis legitur et 
in ecclesiasticis hystoriis et decretis, quod pro* causis fidei 
faerunt celebrata ^. 

20 Septima conclusio. Licet concilium Pysanum probabUiter 

credatur representasse universalem ecnlesiam et vices eius 
gessisse, que spiritu sancto regitur et errare non potest, tarnen 
propter hoc non est necessario concedendum, quod a quo- 
cunque fideli firmiter sit credendum, quod illud concilium 

25 errare non potuit, cum plura priora concilia fuerint generalia 
reputata, que errasse leguntur et fuisse propter errorem con- 
dempnata. Nam secundum aliquos magnos* doctores generale 
concilium potest errare non solum in facto, sed eciam in iure 
et, quod malus est, in fide, quia sola universalis ecclesia habet 

30 hoc Privilegium, quod in fide errare non potest iuxta illud 
Christi dictum Petro non pro se nee personali fide sua, sed 
pro fide universalis ecclesie: Petre, rogavi pro te, ut non 
deficiat fides tua™. 

Octava conclusio. Licet concilium Pysanum et sequens 

35 concilium Romamim ac deinde presens concilium non sint ° 
proprie et simpliciter unum, consimili proprietate loquendum, 
quod ecclesia militans dicitur una a principio mundi usque 
ad presens tempus, vel sicut dicitur, quod fluvius Reni unitate 
continuacionis est idem fluvius, qui fuit a centum vel mille 
40 annis, licet forte nuUa gutta aque, que® tunc fuerit ibidem, 

» concinditur 1. ^ fierent V. « om. V. ^ videretur V. ® etc. 
add. V. ' enim V. e et 1. 2. ^ non add. 1. 2. » per V. ^ etc. 
cuid. V. ^ om. 1. doct. magnos 2. "»etc. add. V. " fuit 1. ® quo V. 

14* 



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- 212 - 

nunc remanserit. Et hec difßcultas magis est verbalis quam 
realis et magis pueriüs quam doctorialis *. 

Nona conclusio. Non est verum, quod secundum quid 
et minus ** principaliter, sed simpliciter et proprie presens con- 
cilium, id est presens auctoritas, dependet a Pysano. Qua- 5 
propter cum par in parem non habet imperium, sie nee idem 
in se ipsum. Quare presens concilium respectu Pysani non 
habet proprie auctoritatem roborandi seu° confirmandi, sed 
magis econtra, cum hoc ab illo dependeat. Et per consequens 
illud maioris vel saltem equalis auctoritatis debet reputari. 10 
XJnde concluditur, quod confirmacio vel roboracio dicti Pysani 
concilii simpliciter et sine nova racione facti non habet proprie 
auctoritatem mentes solidandi, sed magis irritandi, nee omnem 
scrupulositatem in causa dicti Pysani concilii amovendi seu 
errores circa ipsum extirpandi, sed magis novos errores in- 15 
ducendi et scismatis obstinacionem confirmandi, nisi prius 
conveniencia adhibeantur remedia \ 

Decima conclusio. Peticio, quod concilium Pysanum per 
presens concilium ante omnia et de presenti confirmetur, non 
est peticio iusta, sancta ^ racionalis aut fundamentalis in presenti 2(» 
concilio agendorum propter scismaticos et sacrum concilium 
Pysanum et eins gesta impugnantes nee de presenti tamquam 
talis admittenda seu tractanda, sed magis est peticio pronune, 
id est in principio concilii, inutilis et infructuosa et verisimi- 
liter posset' esse dampnosa et periculosa utpote scismatis con- 25 
firmativa nisi prius tribus ® condicionibus adhibitis : Primo, quod 
presens concilium plenius' fuerit congregatum. Secundo, nisi 
pleno et libere fuerit deliberatum super oblatis vel in posterum 
durante presenti concilio offerendis per ambos contendentes 
vel eorum ambasiatores vel obediencias eorundem. Tercio, 20 
nisi prius reputaverint^ vias et modos racionabiles dicte unionis 
et reformacionis ecclesie, quibus preisens scisma poterit extirpari 
et simile futurum ex causis similibus deinceps evitari, alioquin 
per assercionem contrariam datur via perpetuacionis scismati «. 

Undecima conclusio. Licet symoniace pactisare sive cum 35 
heretico sive cum catholico sit illicitum, tamen per media licita 
alliciendi sunt et inducendi ad bonum pacis et concordie non 
solum isti contendentes aut eorum obediencia, sed eciam Greci 
aut quicunque alü magis ^ scismatici et heretici, ut ad gromiom 
redeant*' ecclesie, statuendi per modum decreti, bonorum et 40 

* doctrinalis 1. 2. etc. add. V. ^ so 1. 2. V. ^ yel 1. ^ etc. 
add, V. ® 077U V. ^ esse posset V. «^ fuerit plenios V. ^ refu- 
taverint 1. 2. V. » am. 1. 2. ^ redeunt V. 



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— 213 ^ 

bonorum temporaliura ac vite necessarionim provisionem 
racionabilem, maxime ubi via reduccionis ipsomm alias est 
difficilis nee verisimiliter possibilis. Et oppositum huius dicens 
derogat sacre scripture et sanctorum patriim sanccionibus. 
5 licet hoc multipliciter potest ostendi, tarnen hec pauca sufQ- 
ciant de presenti: Primo, quod per* parabolam ewangelicam 
boniis pastor tenetur ovem perditam propriis humeris, hoc est 
cum proprio labore corporali et dampno temporali, reducere ad 
ovile. Item, quia iuxta dictum Christi: Non est opus sano 

10 medico, sed male habentibus, constat, qnod pius medicus 
egroto eciam renitenti salutarem^ exhibet medicinam et ®, ubi 
non videt medicinam proficere forciorem, ibi exhibet leviorem. 
Item secundum sancciones a sanctis patribus traditas licitum 
est vexacionem suara redimere. Quanta** autem vexacio esset 

15 adversarios per violenciam exterminare, quis non videat? Quis * 
ignorat, quot et quante vexaciones non solum inutiles, sed 
dampnose fuerint ecclesie in minori causa, videlicet pro tuicione 
patrimonii temporalis, impugnando adversarios ecclesie '^P 

Duodecima conclusio. Predicte conclusiones salva oppo- 

20 situm tenere volencium reverencia favent unitati, puritati, 
firmitati ac iusticie ecclesie et veritati fidei et moderando 
rigorem servant vigorem iusticie temperando per raansuetudinem 
misericordie. Et opposite ecmclusiones contrariiim faciendo 
videntur favere scismati et sapere fautoriam heretice pravitatis '. 

'•^5 Cap. 16. Supplicatur humiliter regio maiestati,5,iö. 
quatenus dignetur materiam presentis cedule 
promovere in concilio. 

Sammlung^ von Vorsclüägen zur kirchlichen lief arm, wahr- 
scheinlich verfasst von dem Kardinal von Canibrai, Peter 
30 ^on Ailli. „Videtiir nndtis prelatis^. [1414 Konstanz], 

Gedr. v, d, Hardt 2, 5f^4. 
Cap. 17. Et circa provisionem premissorum oc-3,17. 
curriint questiones sequentes, super quibus requi- 
ritur deliberacio concilii generalis. 
35 Fortsetzung des vorangehenden Stückes, Gedr. v. d. Hardt 

a. a. 0.2 

» om. 2. In 1 con späterer Hand eingefügt, per abbolam V. 
*> salvatorem V. « et — medicinam om. V. ^ Quanto 1. 2. *» quis- 
quis 2. ^ etc. add. V. 

40 i ht auch entlialten in Cod. pal. vind. 5100, Bl. 65. Vgl. Finke, 

Forschungen, S. 107, Anm. 1. Die in dieser Us. stehende Notix, dass 
dieses Stüek {unsere Cap. 16 u. 17) conpositum per dem. reverendissimum 
patrem et cardinalem Cameracensem, fehlt in unsern llss, 
* Der Schills ist in unscrn IIss. vollständiger. 



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— 214 ^ 

5,i5.Cap. 18. Informaciones archiepiscopi Januensis* 
super reformacione ecclesie. 

Des th'zbischofs Püeus von Genua Untenveisungen ilber die 
Reform der Kirche. Gedr. DölUnger 2, 301. Vgl. tlnke, 
Forschungen, S. 35, Anm. 1 u. S. 112, Anm. 2. 5 

Notabile. 

Item informaciones predicte archiepiscopi Januensis, licet 
appareant utiles, tamen tamquam^ dispendiose a concilio accepte 
non fuenmt. Quia tarnen inter cetera ad manus meas perve- 
nerunt, propter formalitatem posteris relinquendam eas hie in- 10 
serere curavi. 

5,7P.Cap. 19. Quoddam avisamentum nacionis italice. 
Gutachten eines italienischen Prälaten über eine Organisation 
der italienischen Teilnehner am Kmizil zu Konstanz. [1415 
Februar Beginn der 2. Hälfte Konstanz], Inhaltsangabe 15 
bei Mnke, Forschungen, 5. 35. 

1.® Infra scripta sunt, que michi videntur utiüa et ordi- 
nanda pro utilitate omnium prelatorum de Ytalia. 

2. Primo, quod omnes presentes, videlicet patriarche et 
archiepiscopi, episcopi, abbates Ytalie in uno loco conveniunt '^' 
simul et per eos vel eorum maiorem partem eligantur tres vel 
quatuor et plures et pauciores, secundum quod maiori parti 
videbitur, qui habeant presentare universitatem predictorum 
prelatorum presencium, ubicunque necesse fuerit, et respondere 

et congregare eos, quando eis videbitur. 25 

3. Item, quod facta dicta congregacione et electis predictis 
prefati electi moneant alios prelatos, quatenus infra certiim 
terminum debeant in scriptis redigere ea, que videntur eis 
utilia tractanda et ordinanda tarn in concilio quam extra pro 
utilitate et reformacione tarn universalis ecclesie quam eccle- 30 
sianira eis commissarum, et illa sie in scriptis redacta dare 
eis infra dictum terminum. 

4. Item, quod prefati electi elapso dicto termino tarn ex 
Omnibus sibi datis in scriptis per prelatos prefatos quam ex 
hiis, que dixi ^ in scriptis redegerint et suprascriptis causis, 35 
faciant capitula et illis capitulis factis debeant universitatem 
supradictam convocare et ei prefata capitula legere et 
ostendere. 

5. Item, quod prefati universitatis prelati secimdum 
deum et iusticiam debeant prefatä capitula diligenter examinare 40 

a (Pilel) add. 2. ^ om. 1. ^ Die Ziffern sind in 1 rot bei- 
geschrieben. ^ 80 Hss. {statt ipsi ?). 



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- 215 — 

et illa, qiie erant* iiista et honesta, approbare et aUa repudiare. 
Et illa, que approbantur per duas partes tocius universitatis et 
statuentar, debent eciam approbari per reliquam terciam partem 
et statu!. 
5 6. Item, quod omnia capitula sie approbata debent sub- 

scribi per omnes prelatos ipsius universitatis manibus propriis, 
ita quod possint postea presentari ^ in concilio et extra, ubi- 
cunque fuerit necesse, tamquam approbata et auctorizata per 
totara Universitäten! predictam. 

10 7. Item, quod dictis capitulis sie factis et approbatis 

quiUbet prelutus ipsius universitatis iuret in manibus pre- 
dictorum electorum non contravenire verbo vel facto, similiter 
nemini pandere aliqua, que dicantur vel agantur in dicta 
universitate. 

15 8. Item, quod factis capitulis et approbatis et subscriptis, 

ut premittitur, convocentur per prefatos electos procuratores 
electorum prelatorum non presencium, ut ab eis requiratur. 
Qui si habent aliquid a dominis suis, de quibus debet fieri 
mencio in concilio pro utilitate ecclesiarum suarum, illa in 

20 scriptis dent, et, si aliqua dederint, de eis fiat sicut de aliis 
in scriptis datis per prelatos. Non tamen umquam admittantur 
in concilio universitatis, nisi essent de ipsa universitate. 

9. Item, quod perfectis dictis capitulis, ut premittitur, 
procuratores approbent ipsa per subscripcionem et iuramentum, 

25 ut dicitur de prelatis universitatis, 

10. Item, quod habeantur statuta in concilio Pysano et 
bene ruminentur per dictos prelatos, ut, si eis vel alicui eorum 
videretur aliquid obnoxium ex quavis causa, posset in capitulis 
fiendis fieri mencio, secundum quod erit necesse ^ Et eciam, 

30 si peterentur in concilio confirmari, sint informati prelati 
prefati universitatis, que per eos sunt^ approbanda et que 
reprobanda. 

11. Item, quod quiUbet prelatus prefate universitatis non 
solum habeat respectum ad necessitatem ecclesie sibi commisse, 

35 sed eciam ad necessitatem ecclesie sive persone confratris sui 
prelati, et omnibus consenciat, que sint pro utilitate confratris 
sui prelati, dummodo non sint expresse inhonesta. Et sie 
servabitur mutua Caritas inter nos. 

12. Item quod nullus prelatus dicte universitatis umquam 
40 consenciat sive in concilio sive extra concilium aliquibus, qui 

* 80 Hss. {statt erunt ?). ^ presentare Has, ^ necessarie 2. ^ sint 2. 

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— 216 — 

essent contra personam domini nostri pape^ vel statum ponti- 
ficatus * sui nee eciam contra statum lingwe italice. 

13. Item, quod constituatur unus prelatus ex uni^ersitate 
secretarius sive cancellarius universitatis. Et sit talis, qui 
conficere possit instrumenta ex gestis in universitate, si opus 5 
f uerit. Qui omnia gesta universitatis redigat in scriptis etc.** etc. ^ 

Expliciunt avisamenta incompleta, id*' est 
pauca, generalis concilii Constanciensis, pars 
scilicet secunda^ partis secunde huius operis. 

» pontificis 1. ^ am, 2. *-' id — pauca klein ubergeschr. 1. lü 

im Text 2. 

» Johanns XXUl 

- Diese Zählung stimmt nicht iWerein mit der von Andreas in der 
Einleitung gemachten. Es dürfte daraus xu schb'essen sein, dass hier nach 
einer früheren Einteilung gexählt iM. Ehie Änderung unterblieb aus un- 15 
bekannten Oründen, 



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Secuntur modo acta concilii eiusdem, pars scilicet 
tercia^ partis secunde huius operis. 

Cap. 1. Secuntur acta in concilio Constanciensi/,/. 
congregato anno domini 1415. in civitate Con-Mlö 
5stancia die prima mensis Marcii Johanne papa et Marx L 
Sigismundo rege Roraanorum presentibus. 

a) „Sciendutn qmd^. Gedr. v. d. Hardt 2, 232. 

b) Tenor prime cedule. 

Gedr. v. d. Hardt 2, 232. 
10 c) Res gesta. 

Gedr. v. d. Hardt 3, 233. 

d) Tenor secunde cedule. 

Gedr. v. d. Hardt 2, 233. ^ 

e) Res gesta. 

15 Gedr. V. d. Hardt 2, 236. 238. 240. 

f) Tenor tercie cedule. 

Gedr. He feie 7, 85 (S. das. die älteren Drmkstellen). 
ij) Res gesta. 

Quibus Omnibus, ut premissum est, rite peracti's buUa 
20 iuxta teuerem presentis cedule desiderata fuit et obtenta, cuius 
tenor talis est. 

/t> Bulla domini Johannis pape, in qua confi- 
tetur liberam cessionem. 

„Pacis bonum^. 1415 März 7 Koyistafiz. Gedr. v. d. 
25 Hardt 4, 53; Mansi 27, 568; Harduin 8, 239. 

i) Res gesta. 

Post quorum oranium expedicionem et gesta supradicta 
in quantam* leticiam et gaudium corda fidelium suscitata fuerint, 
dicant, qui videnint. Sed paulo post, scilicet 21. die mensisjiär^ 2L 
30 Marcii, in qua fuit festum S. Benedicti abbatis, gaudium et 

» quantum 1. 

* Vgl. die vorige Anm. Teil 2^2 utid 2,3 entsprechen den in der 
Einleitung so numerierten Teilen 3 und 4 der ganzen Sa/mmlung. Wir 
eitieren nach letxterer ZciMung, 



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— 218 — 

leticia in tristiciani et meroretn fuerunt conversa, eo quod 
dominus noster apostoliciis eodem die nocte surgente et sole 
ad occasum vergente — nescitur, quo spiritu ductus — furtive 
mutato habitu de Constancia ac concilio Constanciensi clam- 
destine aufugit, populum sibi fideliter commissum et supra- 5 
dictum concilium miserabiliter in anime sue grave detrimentum 
erroneum dimisit cum quodam tyranno ^ Friderico duce Austrie 
opidum Schafhusen iutrando. Scripsitque ad diversos diversas 
litteras, quibus recessum suum colorare nitebatur. De quibus 
vide supra in parte prima ^ huius operis de epistolis et litteris !<• 
diversorum. Quanta autem tunc lamentacio zelatorum fidei 
catholice fuerit, nimis longum esset perorare. Et quamquam 
multi Italici sui officiarii ipsum sequerentur ad locum predictam, 
tamen generale concilium per huiusmodi fugitivum recessum 
se minime recognovit dissolutum, sed ad habendam unionem 15 
in ecclesia dei capitula sequencia in sessione publica celebrata 
Marx 26. die 26. mensis Marcii diffinivit et declaravit sub forma tali etc. 

^,2.Cap. 2s Articuli prime sessionis post recessum 
pape. 

SitzungsprotokoU. 1415 März 26 Komtanz. Gedr. v. cZ. •2^' 

Hardt 4, 70. 72 (di% Einleitung in unsern Hss. lautet wie 

die an der erstell Stelle gedruckte); Mansi 27, 580; 

Harduin 8, 247. 

Res gesta. 

Premissis itaque in sessione publica, sicut prefertur, per 25 
dominum cardinalem Florentinum ^ lectis et presente domino 
imperatore in dyademate et imperialibus soUempniter publicatis 
et approbatis adstatim submisse fuerunt et lecte infrascripte 
protestaciones in forma, ut sequitur. 

Protestacio dominorum cardinalium facta in 3«i 
sessione. 

Gedr. o. d. Hardt 4, 73; Mansi 27,581 ; Harduin 8,248. 

Res gesta. 

Hac protestacione facta per singulas naciones iterum 
cogitatum fuit pro corroboracione huius sacri concUii, ne oö 
mandatis apostolicis revocari, transferri posset vel dissolvi, et 
habita fuit 2. sessio post recessum domini nostri pape, in qua 
diffiniti et declarati fuerunt articuli, que secuntur, die 30. et 
Marx 30. penultima mensis Marcii, que fuit vigilia pasche. 

* Vgl. oben S. 138, wo der vorliegende Text Quelh ist. 4i 

« i, 9. 10. 18. 

' Kardinal Zabareüa. 



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- 219 — 

ap. 3. Secunda sessio post recessum pape. 4,5. 

S if Zungsprotokoll. 1415 März 30 Konstanz, Gedr, v. d. 
Hardt 4, 89. 90. 98; Mansi 27, 585. 590; Hctrdmn 8, 
252. 258. 

ap. 4. Articuli tercie sessionis post recessiim<,4. 
ape. 

In Domine sancte et individue trinitatis, patris, filii et 
jiritus sancti etc., sicut supra scriptum est in sessione 2., et 
einde 4 conclusiones eiusdem 2. sessionis. Post quas, sicuti 
»0 in exemplaribus reperi, in hac sessione 3. posita sive 
ddita est conclusio 5., prout sequitur, in forma. 

Aus dein Sitzungsprotokoll 1415 April 6 Konstanz. „Item 

declaret^. Gedr. v. d. Hardt 4, 98; Mansi 27, 590; 

Hardiiin 8, 258. 

Res gesta. 

lata fuerunt in nacionibus ante proximam sessionem 
onclusa, non tarnen fuerunt in eadem sessione pronuncciata* 
1 forma suprascripta. 

Ayisamenta in materia fidei in proxima sessi- 
ne, qae pronuncciata sunt in hac sessione, ut 
aciones deliberent super eisdem. 

„Primo quod"". Gedr. v. d. Hardt 4, 99; Mansi 27, 592. 

594; Harduin 8, 263. 

Bes gesta. 

Item eciam in dicta sessione per concilium declaratum 
st et diffinitum, quod scribantur littere missive. . . 

Gedr. an den ebengenannten Stellen. 
;ap. 5. De sessione quarta. 4,5. 

Secuntur capitula per hoc sacrum generale Constanciense 
;oncilium in publica sessione Gonstancie in ecclesia maiori 
lie Mercurii 17. mensis Aprilis decreta et ordinata. April 17. 

Articuli quarte sessionis. 

Sitzungsprotokoll. 1415 April 17 Konstanz. Gedr. v. d. 

Hardt 4, 114; Mansi 27, 607; Hardnin 8, 276. 

Jap. 6. De sessione quinta. 4.6» 

Die Jovis 2. mensis Maii in sessione publica iterum Mai 2. 
Jelebrata lecta est citacio infrascripta et per concilium solemp- 
liter decreta. Eciam lecti sunt articuli infrascripti ipsius 
i^icleff conderapnatL 

' Vgl. Hefele 7, 101, Z. 15. 



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— 220 — 

Citacio pape et fautorum suorum. 
Papst Johann XXIII. samt sehien Anhängern wird ror 
das Konzil geladen. „Pridem post*'. 1415 Mai 8 Konstanz. 
Gedr v. d. Uardt 4, 143; Mansi 27, 625; Hardtiin 8, 291. 
De Wickleff pseudochristiano. 5 

Dekret „Itdem kathoUcam" mit den 45 iridifitischen 
Sätzen (letztere amh gedr. Hefele 7, 116) und der Defer- 
minacio des Konzils. 1415 Mai 2 Konstanz. Gedr. r). d. 
Ifardt 4, 153; Mansi 27, 632; Ilarduin 8, 299. 

^,7.Cap. 7. Sessio sexta. H' 

Mai 13. Die lune 13. mensis Mail fuit iterum sessio generalis, 

in qua nomine cardinalium presidebat reverendissimus pater 
dominus Johannes episcopus Ostiensis, cardinalis Vivariensis 
etc., et pronuncciata seu lecta sunt ea, que secuntur. 

Citation des Papstes Johann XXIII auf den folgenden 1^ 
Tag. Gedr. v. d. Hardt 4,171; Mansi 27,643; Harduin 
8, 310. 

Res gesta. 

Item deinde eciam lecta fuerunt certa* instrumenta * super 
execucione citacionis suprascripte, que causa brevitatis scribere -^' 
non oportet, et postmodum quedam littera^ universitatis Pari- 
siensis missa concilio etc. 

'i,^\Cap. 8. Sessio septima. 
Mai 14. Die Martis 14. mensis Maii iterum fuit sessio generalis. 

In qua reverendissimus dominus Johannes episcopus Ostiensis, •' 
cardinalis Vivariensis, nomine cardinalium presidebat etc. Et 
post plura in eadem sessione peracta proposita et petita per 
promotores concilii receptis eciam ^ quibusdam informacionibus 
super examine testium alias examinatorum "^ lecta sunt publice 
ea, que secuntur. *.» 

Sentencia suspensionis pape ab administracione. 
Sentenz der Suspt^nsion des Papstes Johann XXIII, 
„Pridem post". 1415 Mai 14 Ko^istanz. Gedr. v. d. Httrdf 
4, 183; Mansi 27, 652; Harduin 8, 320. 

-^j^.Cap. 9. Sessio octava. o:« 

Mai 25. 25. die mensis Maii in vigilia sancte trinitatis in sessione 

publica concilii generalis Constanciensis in ecclesia Constan- 

» om. 1. b et 2. c etc. add. 2. 

' r. d. Hardt 4, 172. 

' Das. 175. 4j 



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Qoo^(^ 



— 221 — 

ciensi sollerapniter celebrata lecti sunt articuli infrascripti 
nuinero 54 contra Johannem papam, et super singulis ipsorum 
nominate sunt soUempnes persona ipse, per quas probat! sunt 
iuxta earundem personarum deposicionem. Ex quibus 54 arti- 
5 culis causa dispendii et, quia non aliud quam vitam infamem 
Johannis pape includunt, tantum tres, scilicet primum, sextum 
et ultimum huic operi inserere curavi. 

1. 6. und letzter der 54 Anklagepnnkte gegen Papst Johann \ 
XXIIL [1415 Mai 25 Komtatiz]. Gedr. v. d. Hardt ' 
10 4, 237' ff.; Mami 27, 684 ff.; Harduin 8, 343 ff. 

Cap. 10. Sessio nona. 4,10. 

Sessio generalis, que celebrata est anno domini 1415. 
per sanctam synodum Constanciensem in ecclesia Öonstanciensi 
28.^ die mensis Mali, in qua lecta et publicata est sentencm Mai 28. 
15 infrascripta. 

a) Dekret ^ über ev. Erledigung und M^ederbesetzung des 
päpstl. Stuhles. „Quodsi conti ngat^. 1415 Mai 29 Konstanz. 
Gedr. 'D. d. Hardt 4, 282; Mansi 27, 715; Harduin 8, 375. 

b) Dekret der Absetzung des Pajystes Johann XXIII. „Vtsis 
20 articulis**. 1415 Mai 29 Konstanz. Gedr. v. d. Hardt 

4, 280. 285; Mansi 27, 715; Harduin 8, 376. 

Cap. 11. Sentencia dampnacionis Johannis Huss4,ii. 

heresiarche lata anno domini 1415.* 4.**^ die Julii in Juli 4. 

presencia serenissimi principis Sigismundi regis 
25 Romanorum et eiusdem Johannis Huss responsioS 

quam scripsit manu propria. 

a) Erklärung des Johannes Hus, dass er nicht widerrufen 
könne. „Ego Johannes Hus^. 1415 Juli 1 Konstanz. 
Gedr. v. d. Hardt 4, 345. 389. 430; Mansi 27, 764; 
30 Harduin 8, 422. Übers. Hefele 7, 191. — b) Schhm- 

sente?iz gegen Hus. „Quia teste veritatis". 1415 Juli 6 
Konstanz. Gedr. v. d. Hardt 4, 435; Mansi 27, 752; 
Harduin 8, 408. — c) Mit Üherschr.: Articuli Johannis 
Huss extracti ex libro de ecclesia et quibusdam aliis 
35 opusculis. Gedr. o. d. Hardt 4, 407 ; Mansi 27, 754; 

Harduin 8, 410. — d) Mit Überschr. : Secuntur articuli 
ex processibus contra Johannem Huss sufficienter deducti 

a 14241 3. *> 111. 3. 

» Vielmehr 29. 
4() « Vgl. Hefele 7, 139, Anm. 2. 

^ Vielmelir 6. Juli 
* Oekt in den Hss. voraus. 



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-^ 222 — 

et probati per testes fide dignos. Gedr v, d. Hardt 4, 411 ; 
Mansi 27, 755; Harduin 8, 412. — e) Schhiss der 
unter h) angeführten Sentenz. „Visis insuper". Gedr. v. d. 
Hardt 4, 437; Mansi 27, 753; Harduin 8, 409. 

4,72.Cap. 12. Sentencia condempnacionis* Jeronimi. 5 
Schlusssentem gegen Hieronymus von Prag. „Christus deus^. 
1416 Mai 30 Konstanz. Gedr. v. d. Hardt 4, 769; Mansi 
27, 894; Harduin 8, 564. 

4,i5.Cap. 13. Secuntur avisamenta^ et demum diffinita 
Juli 4,in sessione publica habita die 4. Julii de cessione h* 
Gregorii XII. sie in sua obediencia nuncupati de 
papatu. 

Autorisation des Konstanzer Konzils durch Papst Gregor XII. 

„Quiasanctissimus.^ Gedr. v. d. Hardi4, 371; Mansi 27, 734; 

Harduin 8, 388. Dann folgen die Vorschläge des General- !:> 

ausschusses ^ der Nationen für den Prozess der Resignation 

des Papstes Gregor XH. In dieser Form ungedr. 

In nomine patris et filii et spiritus saneti. Amen. Se- 
cuntur responsiones dominorum deputatorum de nacionibus, 
prent eis videtur^ procedendum circa ea, que magnificus domi- .?> 
nus Carolus '^ etc. obtulit, ordinanda, si ad principalem ordi- 
nacionem iUius domini, qui in sua obediencia dicitur Gre- 
gorius XII., debeat perveniri, salva tamen deliberacione omnium 
nacionum, prout in determinacionibus sacri concilii fieri con- 
suevit. Et post multa vix deventum est ad ea, que sequuntur. t?r> 

Et primo super autborizacione concilii nomine dicti domini 
Gregorii XII. facienda videtur sie procedendum, quod in sessione 
publica lecta bulla dicti domini Gregorii XII., in qua dictam 
authorizacionem fieri commisit, et alia super commissione gene- 
rali unus ex commissariis ad hoc deputatis publice dicat in :*>«■ 
eflfectu: Quia sanctissimus dominus noster Gregorius etc., ut 
supra. 

Quo facto pro parte sacri concilii ad hoc deputandus in 
hec verba respondebit: Cum principium. . . 

Gedr. v. d. Hardt 4, 372. ö? 

Et tunc pro qualibet nacione respondeatur more solito: 
Placet. Hec sancta synodus ex certis . . . 
Gedr. ebenda. 

« dampnacionis 3. ^ ayisata 2. <^ videre 2. 

* Vgl. über ihn Stuhr a. a. 0. S, 61. -k» , 

' Karl Malatesta. \ 



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— 223 — 

Item sacrosancta sinodus Gonstanciensis pro maiori pace . . . 

Oedr, ebe)ida. 
Item quoad secundum capitulum videtur, quod per domi- 
num Garolum supradictum factis premissis le^antur littere 
5 mandati plenissimi ad cessionem sibi commissam, et tunc dicatur 
in effectu: Cum sanctissimus . . . 

Gedr. v, d. Hardt 4, 374. 
Ad* quod pro parte sacri concilii respondeatur, quod 
sacrosancta generalis sinodus Constanciensis etc. expediens et . . . 
10 Gedr. v. d. Hardt 4, 375. 

Item quoad tercium capitulum videtur statutum sie esse 
faciendum: Sacrosancta generalis Constanciensis synodus etc. 
ad facilius . . . 

Gedr. ebe^ida. 
15 Item quoad octavum capitulum **, quod videtur conveni- 

encius post tercium premissum expediendum, apparet deputatis 
sie esse faciendum : Sacrosancta generalis synodus Constanci- 
ensis etc. ut ecclesie . . . 
Gedr. ebenda, 
20 Et tunc responsione pro nacionibus more solito facta per 

verbum: Placet, rex respondeat: Ita promittimus et litteras in 
bona forma fieri mandamus : Sigismundus etc. Inter varias . . . 
Gedr. v. d. Hardt, 4, 376. 
Item ad quartum capitulum videtur sie essepronunciandum: 
25 Sacrosancta sinodus® generalis Constanciensis etc. omnia et 
singula . . . 

Gedr. V. d. Hardt 4, 377. 
Item quintum capitulum sive articulum vide supra in- 
mediate ante secundum et est iste: Pro maiori pace et sinceri- 
30 täte etc. Item quoad sextum articulum videtur sie dicendum: 
Sacrosancta etc. declarat statutum . . . 
Gedr. ebenda. 
Item quoad septimum etc. : Sacrosancta sinodus etc. reser- 
vat et . . . 
35 Gedr. ebenda. 

Item octavus articulus est supra post tercium expeditus. 
Item nonus est sublatus. 

Item sacrosancta sinodus etc. exnunc inmediate . . . 
Gedr. v. d. Hardt 4, 378. 
10 Item sacrosancta sinodus etc. statuit et ordinat, quod 

omnes officiales . . . 

Gedr. ebenda. 

^ In 2 ist hier eim grössere Lücke. ^ articulum 2. « am. 1. 2. 

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- 224 — 

. . . cum debita mansuetudine, proat in articolo sQp^r.G 
continetur, qui de duobus concurrentibus in eodem tytulo fs:: 
mencionem. 

Item dicta sacrosancta sinodus etc. Cum in Bomana. 

Gedr. v. d. Hardt 4, 381. \ 

Item sacrosancta generalis sinodus Constanciensi- t 
Ne ante eleccionem . . . 

Gedr. V. d. Hardt 4, 378. 
Item videtur, quod ad requisicionem concilii serenissii. 
dominus rex Komanorum debeat patentes litteras sue maiesti^^J 
sigillo dare etc. . . . 

Das Folgende gedr, v. d. Hardt 4, 379. 

4,14.CAip. 14. Sequitur instrumentum de duodec:: 
capitulis conclusis pro sedanda scissura et unici 
ecclesie procuranda pro parte obediencie Ben^ 
dicti Xin. sie in sua obediencia nuncupati 

Das Konkordat von Narbonne 1415 Dez. 13, Gedr.p. 
Hardt 2, 540; Mansi 27, 811; Harduin 8, 473. Bi^r 
fügt Andreas ein in den alten Sammlungen iwbekah^'' 
Stück, trelches bei Döllinger 2, 328 ufUer dem Titel Sujij^'^ 
mentum ad Capitula Xarbonensia gedruckt ist. 

4,75.Cap. 15. Copia responsionis facte per responsai- 
Petri de Luna ad supposiciones ultimas porrecti 
pro parte regis Arragonum. 

Antwort des Papstes Benedikt XIII. auf die 3. und h*:' 
Aufforderung König Ferdinands von Aragon ien zurO.^v- 
„Antequam respondeatur** . [1415 Nov.J Peni^cohi, G"' 
n. d. Hardt 2, 514. Unser Text bricht ungefähr in '' 
Mitte ah. Der Schreiber bemerkte dazu : Modicum defidi 

Plura de Benedicto XIII. sie in sua obediencia xm- 
cupato et de subtraccione obediencie sibi facta require supra 
in parte prima huius operis, scilicet de epistolis sive litterN 

4,2e. Cap. 16. De eleccione Martini papeV. 

Aufzählung der am KonkUwe beteiligten Kardindk "-1 
Deputierten. [1417 Xov, Anfang Konstanz]. Gedr. r.'l 
Hardt 4, 1479. 1473. 

4,27.Cap. 17. Kegule servande in conclavi. 

Bestimmungen über die Abhaltung des Konklaves, fW* 
Nov. Anfang Konstanz]. Gedr. v. d. Hardt 4, W" 
Mansi 27, 1168; Harduin 8, 866. 



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- 226 - 

Item supradicti electores intraverunt conclave 8. die 1417 Nov, 8. 
mensis Novembris et 11. die mensis eiusdem, videlicet in {estoNov. 11. 
Martini, papam elegerunt. Et elegit sibi nomen Martinas Y. 
et dominica prima ^ post eius eleccionem foit coronatus. Item Nav, 14. 
5 istud est factum Gonstancie anno domini 1417 \ 

Versus de Martino papa. 
Sic precor, o venti, tenebrosas pellite nubes, 
Luceat ut cunctis ista serena dies^, 
Qua summum generosa capit ** dyadema columpna*, 
10 Que navem Petri fortis ubique reget. 

Det deus hanc firm am pro iure, ne captet ruinam ^. 
Sit miseris miserans, iusta reisque pia, 
Ne mala post veniant preteritis paria. 

Cap. 18. Decretum eleccionis Martini pape V. 4,18. 

15 Die zum Koyiklave versammelten Kardinale und Depilierten 

verkünden der gesamten Christenheit, dass sie heute, am 

Tage des h. Martintis, einstimfnig den Kardinal Oddo von 

Colonna zum Papst gewählt ^^ haben. [1^17] Nov. 11 

[Konstanz]. 

2() Ad laudem omnipotentis dei patris et filii et spiritus 

sancti et ad pacem universalis ecclesio militantis. Nos Johannes 

Ostiensis, Angelas Penestrinus, Petrus Sabinensis, Jordanus 

Albanensis, Antonius Portuensis, episcopi, Franciscus tytuli 

sancte cruds i